'Amalientöchter' - Seiten 149 - 245

  • Die Ereignisse überschlagen sich ja in diesem Abschnitt - und Klara ist mittendrin. Zum Glück hauptsächlich als Beobachterin, doch auch in dieser Position ist es nicht ganz ungefährlich. Kiki hat es da schon schlimmer erwischt; ich denke nicht, dass sie noch einmal auftauchen wird (und doch soll man bekanntlich die Hoffnung niemals aufgeben!). Jedenfalls bin ich völlig fasziniert vom Lauf der Dinge und der Beschreibung der Ereignisse.

    Fritz entscheidet irgendwie immer nur für sich und denkt nicht an Klara. Die wird schon tun was man ihr sagt. Ich bin ja mal gespannt, wie lange das noch gut geht. Vor allem da jetzt auch noch Max bereit steht. Der Klara vielleicht auch das machen lässt, was sie will.

    Fritz ist zwar völlig eingenommen von der politischen Neuordnung, nimmt aber die Veränderungen im Kleinen, also die Wandlung seiner Klara zu einer selbstbewussten/selbstbestimmten jungen Frau nicht wahr. Ich bin auch sehr gespannt, ob und bis zu welchem Punkt er Klara bei ihrem Ziel, der Schreiberei unterstützen wird. Wahrscheinlich tut er es am Ende doch nur als "Mädchen-Zeitvertreib" ab, eine Zerstreuung, bis sich Klara wichtigeren Dingen wie Haushalt und Kindern widmen kann/muss. Marthas Monolog fand ich diesbezüglich schon bezeichnend. Fritz ist sicher kein Hallodri, aber dennoch ein Mann seiner Zeit.


    Die Begegnung mit Max fand ich auch sehr für sich sprechend. Max scheint Klara eher zu verstehen als Fritz und ich denke, dass er sie in ihrem Handeln nicht einschränken würde. Hier bin ich gespannt, ob sich Max' und Klaras Wege im letzten Abschnitt vielleicht doch noch einmal kreuzen werden und was das dann für die Beziehung zu Fritz heißen mag. Mit Sicherheit sind es nicht nur Max' blaugraue Strahleaugen, die ihn für Klara interessant machen.


    Was Lotti aus Paris zu berichten weiß, ist ein ziemlich düsteres Bild der damaligen Zustände. Ich mag diese eingeschobenen Passagen in Form der Postkarten, einen Blick über den Tellerrand und in die weite Welt. Ehrlicherweise habe ich mich beim Lesen allerdings gefragt, wie groß diese eine Postkarte gewesen sein muss, damit Lotti diesen langen Text darauf basteln kann... ;)

    Da hatte ich eigentlich gedacht, ich kenne ein wenig von der deutschen Geschichte und nun kommen hier schon wieder zig Details, die ich in Wikipedia und sonstigen Seiten nachlesen muss ... und will.;)

    Die Lebensgeschichten von Liebknecht, Luxemburg und alles über die Spartakusaufstände gehören dazu.

    Diese Zeit ist im Geschichtsunterricht anscheinend völlig an mir vorbeigegangen. Zwar habe ich alle Namen und Begrifflichkeiten schon einmal gehört, aber die genauen Zusammenhänge hatte ich tatsächlich nicht "auf dem Schirm". Wieder einmal was gelernt - und das Nachlesen ist wahrscheinlich wirklich lohnenswert!


    Auf geht's in den finalen Abschnitt! Die Zeitung wird sicher ein Erfolg...

  • Diese Zeit ist im Geschichtsunterricht anscheinend völlig an mir vorbeigegangen. Zwar habe ich alle Namen und Begrifflichkeiten schon einmal gehört, aber die genauen Zusammenhänge hatte ich tatsächlich nicht "auf dem Schirm". Wieder einmal was gelernt - und das Nachlesen ist wahrscheinlich wirklich lohnenswert!

    Ich hatte damals eine tollen Geschichtslehrer, der gerade diese Zeit und die darauf folgende Zeit sehr intensiv mit uns durchnahm. Aber trotzdem kann man immer wieder mal auffrischen.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Findus , ich muss ehrlich zugeben, meine Geschichtslehrer haben mir das Interesse an Geschichte ziemlich madig gemacht. Ich hatte nur in der 10. Klasse eine hervorragende Geschichtslehrerin, die leider durch die Zeit der Weimarer Republik regelrecht durchhecheln musste, weil wir im Stoff eigentlich schon viel, viel weiter hätten sein müssen. Kenntnisse sind daher mehr rudimentär vorhanden, aber wenn ich dann solche Bücher lese, habe ich durchaus "Aha!"-Effekte und kann dunkle Erinnerungen auffrischen.

  • Das Geschichtsinteresse war vorhanden, das Fach lag mir. Ich erinnere mich jedoch nicht daran, dass wir die Weimarer Republik gestreift haben. Grenzöffnung und die Wiedervereinigung erlebten wir als Zeitzeugen, da musste spontan im Stoff zum NS-Staat gesprungen werden. Dabei ist die Weimarer Republik wohl übersprungen worden.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)