'Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten' - Seiten 001 - 112

  • Ich hab noch einmal die letzten Seiten des Vorgängerbandes gelesen, um ein bisschen noch mehr an Erinnerungen vorzulocken. Ich freu mich jetzt schon irgendwann alle drei Bände hintereinander weg lesen zu können. Vom aktuellen Buch habe ich gleich einmal die Zeittafel gelesen, die verdeutlicht, was uns an geschichtlichen Ereignissen beim Lesen ggfs. streift.


    Pünktlich zur Hochzeit von Rike sind wir wieder bei den Thalheims – ich hoffte dies. Ein skandalöses Couturekleid trägt Silvie zur kirchlichen Trauung, provozierend durch den tiefen Rückenausschnitt und auch noch schwarz.


    Die schwangere Rike verbringt die Nacht vor der Trauung im Elternhaus – das erinnert mich unlängst an eine 45jährige Braut, die auch im Elternhaus, getrennt vom Verlobten, vor dem Ja-Sagen übernachtete.

    Etwas vorausschaubar und im Klappentext angedeutet, werden wir in diesem Buch einen Tanz umeinander von Silvie und Wanja erleben.


    Verständlich, dass der Vater Oskar in die GF berufen hat, man wird sehen, ob eine Tätigkeit im Modekaufhaus das Richtige für ihn sein wird. Ebenso verständlich, dass Rike die Entscheidung des Vaters missfällt. Besser wäre, Oskar, der als Notabiturient Krieg und Gefangenschaft erlebte, eine berufliche Grundausbildung und Basis für seine vorgesehene Tätigkeit als Stammhalter im Familienunternehmen zu geben.


    Was führte noch einmal zu der Missstimmung zwischen Rike, Friedrich und ihrem ehem. Geschäftspartner Werner Brahm?


    Den Autotyp „Rometsch“ hatte ich noch nie gehört.


    Wie schön, dass Miriam wieder zurück in Berlin ist. Ob es wohl zwischen ihr und Oskar funkt? Brigitte hat bestimmt auch amouröse Pläne für die kreative Kleidergestalterin.


    Brigitte – warum hast Du Angelo nicht atmen lassen?


    Ich war sofort wieder drin und bin süchtig auf das Weiterlesen.



    Hinweis: S. 102, Zeile 8, Arztpraxis, das z fehlt, dort steht Artpraxis.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Einzutauchen in die Welt der 1950er, da bin ich geboren, ist bei diesem Buch leicht. Wobei die Familie ja ziemlich gut gestellt ist. Mit der Couture bin ich ja nicht so vertraut aber Oestergaard hab ich schon gehört. Kleider von der Stange das hatten wohl die wenigsten. Aber anscheinend gab es ja damals schon Neckermann und Quelle. Was wohl Oskar im Sinn hat? Und warum ausgerechnet mit dem Geschäftsfeind der Familie?


    Dass die Zwillinge nicht leben durften fand ich auch traurig, für den Überlebenden muss das auch hart sein. Und dann noch Angelo, aber sehr passend.

    Ob das wirklich was ist für Silvie mit dem Schauspieler? Interessant finde ich auf jeden Fall, dass wir hier Leute kennen lernen, durch Silvies Radiosendung, die geschichtlich von Interesse sind wie Brandt oder Adenauer, aber auch die Knef oder Billy Wilder.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Liebe Gucci, danke für das "z", das war uns schon aufgefallen! Rometsch war DER Kultwagen der 50er, flotter als Porsche, auf meiner Fb-Seite habe ich einen roten abgebildet ...


    zurück zu Brahm: Er hatte amouröse Ambitionen in punkto Rike (zieht sich durch den ganzen ersten Band), die hat ihn abblitzen lassen ...

    das verzeiht er nicht ...


    zu Findus und dir: Zwillingsgeburten sind bis heute ein Risiko, waren es erst in den 50er Jahren ... sehr oft konnte nur ein Kind überleben ... meine nette Zahnäztin hat 2008 (!) das gleiche erleben müssen: Das Mädchen lebte, der kleine Junge starb ...

    schön, dass ihr gleich wieder bei den Thalheims seid! :)


    https://www.google.de/imgres?i…sik/artikel/karosseriebau

  • Ich kenne einige Leute mit Zwillingen. Auch ältere, also aus den Achtzigern und ja, welche die sind gerade mal 5 Jahre alt. Auch beruflich hatte ich einige Zwillingspärchen unter meinen Kindern. Aber sicher ist das Risiko bei Mehrlingsgeburten immer höher.


    Das einzige was mich jetzt etwas stört im Buch ist der Schriftzug des "Modekaufhaus Thalheim" das schreit mich jedes Mal an, wenn es erwähnt wird.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Rometsch - ja, das ist ein chices Auto. Ich habe vor diesem Buch "Bella Germania" gelesen, da bekam man auch schon Autoappetit. Daher will ich auch bald die Peter Prange-VW-Wolfsburg-Bücher lesen.


    In meinem Umfeld haben die Zwillingsgeburten zugenommen. Viele Kollegen sind Zwillingseltern. Natürlich sind Mehrlingsschwangerschaften problematischer - doch gsd kenne ich nur gut ausgegangene. Sehr schlimm, dass manche dann nur ein atmendes Kind in den Händen halten, das andere beerdigen und dem größten Gefühlschaos ausgesetzt sind.

    zurück zu Brahm: Er hatte amouröse Ambitionen in punkto Rike (zieht sich durch den ganzen ersten Band), die hat ihn abblitzen lassen ...

    das verzeiht er nicht ...

    Danke fürs Beantworten, das habe ich verdrängt.

    Das einzige was mich jetzt etwas stört im Buch ist der Schriftzug des "Modekaufhaus Thalheim" das schreit mich jedes Mal an, wenn es erwähnt wird.

    Das ist schon außergewöhnlich. Ich stör mich nicht daran, ich hak es ab mit "Auf diese Hervorhebung haben siech Verlag/ Autorin/ Layout geeinigt". Ich hätte diese Hervorhebung aber nicht gebraucht und frage mich, wie es wohl dazu kam, dies als besonderen Schriftzug abzudrucken.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Das ist schon außergewöhnlich. Ich stör mich nicht daran, ich hak es ab mit "Auf diese Hervorhebung haben siech Verlag/ Autorin/ Layout geeinigt". Ich hätte diese Hervorhebung aber nicht gebraucht und frage mich, wie es wohl dazu kam, dies als besonderen Schriftzug abzudrucken.

    Ich möchte schon gerne wissen, was die damit beabsichtigt haben. Dass ich mich jedes Mal erschrecke, wenn ich es lese???

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  • Ich hab jetzt auch den ersten Abschnitt beendet. Ich war auch gleich wieder in der Geschichte drin.

    Silvie finde ich gut beschrieben. Dass sie nicht ganz so oberflächlich ist, wurde ja schon im ersten Band gegen Ende angedeutet, aber jetzt wird durch den Perspektivwechsel ihr zerrissenes Inneres doch noch deutlicher. Sie hat sich halt auch einen harten Kern zugelegt um sich selbst zu schützen. Ich kann auch verstehen, dass sie sich in der Familie hin und her gerissen fühlt, Oskar ist ja immerhin ihr Zwilling und Rike und ihre Qualitäten hat sie ja auch kennengelernt. Da ist es schwierig Position zu beziehen, weil jeder an ihr zerrt.

    Da wundert es mich nicht, dass sie sich aus dem Kaufhaus lieber raushält.


    Oskar ist zwar unglücklich mit seinem Job im Kaufhaus, sagt aber auch nichts und erfüllt die Erwartungen seines Vaters einfach irgendwie und recht lustlos. Er könnte ja auch sagen: Passt auf, macht einen Mist alleine, ich will das nicht. Rike wäre ja durchaus fähig den Laden auch alleine zu schmeißen.


    Rikes Situation erinnert mich an meine eigene vor knapp 14 Jahren. Ich hab ja auch Zwillinge und hab mich am Ende auch wie ein Wal gefühlt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es damals einfach auf Grund der fehlenden Diagnostik viel unsicherer war. Bei mir war dank Ultraschall schnell klar, dass die erste in Beckenendlage lag und daher haben wir uns gleich auf einen Kaiserschnitt einstellen können. Damals war das ja nicht möglich.


    Ich bin ja mal gespannt, wie sich Oskars Verhalten erklärt.

  • Sorry mit dem Schriftzug - das war meine Schnapsidee - hab ich so im Manus geschrieben, und irgendwie hat es auch dem Verlag gefallen. Stellt es euch als Leuchtschrift vor - ich bitte um Milde!


    und noch einmal zu den Geburten in den 50ern: außer Tasten gab es ja nichts ... die Sterblichkeit von Säuglingen lag auch bei normalen Geburten um einiges höher als heute ...

  • Meine Kollegin ist im November 1970 in Wilhelmshaven geboren und ihre Zwillingsschwester wenige Minuten später. Die jungen Eltern wurden völlig überrascht, sie hatten sich auf ein Kind eingestellt, nun musste der Vater noch einmal in die Geschäfte.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Ach, da fällt mir noch was ein: So eine Sendung, wie Silvie sie macht gibt es auch heute noch. Auf Bayern1 gibt es unter der Woche immer um 19 Uhr die Sendung "Die blaue Couch", das Konzept ist das gleiche, das auch Slivie verfolgt.

    Im übrigen eine Sendung, die ich echt gerne höre. Früher lief sie auf BAyern3 und hiess noch "Mensch Otto"

  • toller Tipp, hab ich gar nicht gekannt, danke dafür ....

    Muss dazu aber noch sagen, dass ich mir STIMMEN nicht als klassischen Talk vorgestellt habe ... Silvie stellt nur ganz wenige Fragen, die sozusagen den Anstups geben ... dann spricht ihr jeweiliger Studiogast - und dessen Musik

  • Ein toller Schreibstil.

    Kaum habe ich die ersten Seiten gelesen, fühle ich mich schon als Teil der Familie Thalheim.


    Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich immer der Mann, der Sohn, ganz klar als Erbe benannt wird.

    Ich kann Rike sehr gut verstehen. Nicht nur, dass sie die Erstgeborene ist, nein, sie hat sich auch um das Kaufhaus gekümmert, weiß um alle Nöte und hat ihr Erbe ins geliebte Familienunternehmen gesteckt. Doch kaum ist Oskar zurück, fällt ihm alles wie selbstverständlich in den Schoß.


    Das ist immer wieder ein Thema, das mich beschäftigt, deshalb lege ich auch so früh eine kurze Beteiligungsphase ein, um dieses für mich wichtige Detail nicht unkommentiert zu lassen.


    Auch Silvie "bedient" hier einen ganz wichtigen Aspekt: sie spürt, dass ihr Bruder, ihr Zwillingsbruder, noch am Leben ist. Manchesmal sind die Bande sehr stark - doch mehr als eine Ahnung ist es nicht, auch wenn man es später gern als Wissen herausstellt. - Da passt auch in dieser Hinsicht "das Fräulein Neunmalklug". - Seite 16


    ...

  • Sofort war ich wieder bei den Thalheims und diesmal wird es vorwiegend aus der Sicht von Silvie erzählt. Freud und Leid liegen wieder eng beisammen. Oskar ist nun auch Geschäftsführer und er wirkt unglücklich in dieser Rolle. Einiges scheint beim ihm schief zu laufen, aber selbst Silvie ist ratlos. Rike muss einiges aushalten, Schwangerschaft, ein toter Sohn, aber auch eine lebende Tochter, ein ahnungsloser Bruder, der ihr Lebenswerk gefährdet und eine Silvie, die sich aus dem Kaufhaus heraushalten will. Silvie ist beruflich sehr erfolgreich, aber ihr fehlen erstaunlicherweise die klassischen Werte im Frauenbild. Nun ist sie mit Wanja zusammen und stellt ihn im Krankenhaus der Familie vor. So ganz nebenbei werden politische und gesellschaftliche Entwicklungen in die Handlung eingebaut und bekannte Persönlichkeiten setzen Duftmarken. Deutlich wird auch das Auseinanderdriften im geteilten Berlin. Etwas betrübt mich die kleine Rolle, die Carl zugedacht worden ist, aber er stand und steht Rike näher als Silvie.

    :Hörbuch Bernard Cornwell - Der Erzfeind

    :Hörbuch Tanja Kinkel - Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin

    :lesend Shari Lapena - Der zehnte Gast

    :lesend Matthias Lisse - Die geteilten Jahre

    :lesend Hakan Nesser - Der Verein der Linkshänder

  • Oskar tauchte ja schon am Ende des ersten Bandes auf und es ist erschreckend, wie selbstverständlich er zum gleichberechtigten Geschäftsführer ernannt wurde. Während Rike sich alles mühsam erkämpft und erarbeitet hat, reicht bei Oskar das Merkmal Sohn. Obwohl er schon bald wesentliche Eigenschaften eines Geschäftsführers vermissen lässt, darf er schalten und walten wie er will. Besonders unangenehm empfinde ich sein Verhalten gegenüber Riekes Mann. Sind es Erinnerungen an seine Soldatenzeit, die ihn zu solchem Verhalten bringen?

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