'Die Hyperion-Gesänge' - Seiten 1002 - 1114

  • Dieser Abschnitt hat mich wieder total beeindruckt.

    Wer bitte, hat so eine Phantasie und bringt sie in einem Roman auch noch in Zusammenhänge, die dem Leser logisch erscheinen....?


    Erst Lamia und Johnnys Reise durch den Megacore, ihre Begegnung mit der KI Ummon(Johnnys Vater?). Das war großes Kino!

    Und dann noch die Beschreibung der Labyrinthe unter den Gräbern auf Hyperion.

    Es ist ein Wahnsinn!

    Ich muss schnell weiterlesen.

  • Gerade die Begegnung mit Ummon fand ich allerdings wahnsinnig schwierig zu lesen. Da kam ich mit meiner Konzentration schon arg an meine Grenze da noch durchzusteigen.

    Ich gebe zu, da gab es einen Moment, wo ich dachte: ???

    Ich habe dann nochmal angefangen, und dann ging es besser, wobei die gedichtähnlich gesetzten Antworten von Ummon schon schwer zu verstehen waren.

    Meine Begeisterung bezog sich auch eher auf die Reise durchs Netz und den Megacore.

  • Ich kann mich auch nicht an zu komplizierten Einzelheiten aufhalten. Manches erklärt sich später und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. das Buch ist immer noch toll, auch wenn ich nicht alles verstehe.

  • Da kann ich nur zustimmen.


    Interessant fand ich auch das Bild, dass der Shrike Priester, der die Menge aufhetzt, einer ist, der vorher über die Kunstform Krieg gesprochen hat und definitiv kein Priester ist. Aber wo Hass, Angst und Emotionen sind, sind Demagogen nicht fern. Das sieht man in der echten Welt leider auch.

  • Ich fand jedenfalls sehr interessant und spannend einen Einblick ins Core und den unterschiedlichen Parteien zu bekommen.

    Ich auch, zumal ich davon bisher nicht so sehr viel verstanden hatte, vielleicht auch, weil mich diese technische Ebene nicht so sehr interessiert:engel.

  • Gerade die Begegnung mit Ummon fand ich allerdings wahnsinnig schwierig zu lesen. Da kam ich mit meiner Konzentration schon arg an meine Grenze da noch durchzusteigen.

    Das ging mir auch so - aber das ist okay, vielleicht ergibt sowas Sinn, wenn ich das Buch irgendwann ein zweites Mal lesen werde (was ich mit Sicherheit tun werde). Die Vorstellung, dass der HI, die die künstliche Intelligenz geschaffen hat, auch ein "wild" entstandener Gott gegenüber steht, gespeist von den Menschen, aber im Moment unvollständig - das ist ja Stoff für ganze Doktorarbeiten!


    Die Welt des Core hat mich auch sehr beeindruckt - und obwohl das eigentlich weit über meine Vorstellungskraft hinaus geht, kann ich mir eine sehr gute Vorstellung davon machen bzw. habe ein sehr genaues Bild im Kopf. Simmons lässt ohnehin beeindruckende Bilder in meinem Kopf entstehen. Auch das Labyrinth, in dem Paul Duré über die Leichen steigt, dem Shrike begegnet (das ihn von der Kruziform befreit) und auf die Welt der katholischen Kirche geführt wird.


    Auch was im Zentrum der Macht passiert finde ich unheimlich spannend - werden die Welten der ersten Angriffswelle geopfert? Und nimmt man die Kollateralschäden dieser besonderen Waffen in Kauf?

    SUB 220 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Susanne Michl u. a. - Zwangsversetzt. Vom Elsass an die Berliner Charité. Die Aufzeichnungen des Chirurgen Adolphe Jung (1940 - 1945)

    :lesend Antonio Iturbe - Die Bibliothekarin von Auschwitz

    :lesend Anthony Doerr - Alles Licht das wir nicht sehen (Hörbuch)

  • Dieser Abschnitt hat mich wieder total beeindruckt.

    Wer bitte, hat so eine Phantasie und bringt sie in einem Roman auch noch in Zusammenhänge, die dem Leser logisch erscheinen....?

    Das hab ich mir auch gedacht! Es ist echt Wahnsinn, was sich Simmons alles hat einfallen lassen. :anbetUnd er musste doch von vorne nach hinten und dann nochmal von hinten nach vorne schreiben - bei den ganzen Anspielungen, die irgendwann mal vorkommen, nur um 500 Seiten weiter hinten einen Sinn zu ergeben! Ich glaube, er hat sich Hyperions Zeitgezeiten ausgeliehen und entdeckt, wie damit umzugehen ist. :grin


    Die Vorstellung, dass der HI, die die künstliche Intelligenz geschaffen hat, auch ein "wild" entstandener Gott gegenüber steht, gespeist von den Menschen, aber im Moment unvollständig - das ist ja Stoff für ganze Doktorarbeiten!

    Abgesehen davon, dass ich Ummons "Erklärung" dreimal lesen musste, bis ich diese Story einigermaßen kapiert habe, hatte ich dann kurzzeitig Sorge, dass es jetzt ins Absurde kippt. Aber Simmons hat die Kurve gut gekriegt und die Handlung wieder zurückgeführt, so dass diese ganze Göttergeschichte gar nicht so im Mittelpunkt steht. Eine wirklich sehr abgefahrene Idee, wobei wirs eigentlich ahnen hätten können: es ist ja mehr oder weniger die "Idee" von Keats "Hyperion", oder? Aber dass es wirklich so kommt - nein, darauf wäre ich nie gekommen!


    Es gibt noch viele Fragen, aber langsam tauchen die ersten Antworten aus dem Dunkel auf. So wie die Herkunft des Shrike. Ungeklärt ist für mich noch die Frage, ob denn die Zukunft (die ja die Vergangenheit des Shrike ist) veränderbar ist. Dieses Problem, das wir ja schon im letzten Abschnitt angeschnitten haben, stellt sich jetzt noch sehr viel drängender. Jetzt ist ja klar, woher die Leichen in den Labyrinthen kommen. Das hat mich sehr schockiert! :yikesEs ist zwar immer wieder die Rede davon, dass der Core die Menschen auslöschen will, aber dass er Gladstone einredet, sich selbst auszulöschen - extrem brutal! Es schmieden also nicht nur Gladstone, der Konsul und die Ousters seit (sehr) langem Pläne, auch die künstliche Intelligenz tut das! In diesen Kampf darf man wirklich niemanden unterschätzen!

    Zitat

    Auch was im Zentrum der Macht passiert finde ich unheimlich spannend - werden die Welten der ersten Angriffswelle geopfert? Und nimmt man die Kollateralschäden dieser besonderen Waffen in Kauf?

    So zumindest habe ich es verstanden. Wenn die Ousters nicht aufzuhalten sind, werden diese Welten alleingelassen. Wobei ich hier Gladstone nicht verstanden habe - erst wollte sie unbedingt diese Welten verteidigen und dann von einer Sekunde auf die nächste nicht mehr. Oder habe ich das falsch verstanden? Interessant, dass gerade in dieser ersten Angriffswelle sehr viele Heimatwelten unserer Pilger und vor allem auch einzigartige Welten sind.


    Übrigends glaube ich zu wissen, wo sich der Core "aufhält" (wenn ich auch nicht verstehe, warum Bits und Bytes einen "Standort" brauchen). Die alte Erde ist doch prädestiniert dafür! Von den Menschen traut sich keiner mehr bzw. kann auch nicht mehr hin und als Sitz der KI, die die Macht über das Universum übernehmen will, ist dieser Ort doch sehr symbolisch.


    Ein Satz von Monsignore Edouard hat mir sehr gut gefallen (S. 1093): Große Mächte mögen den allgemeinen Lauf der Ereignisse lenken, aber menschliche Persönlichkeiten bestimmen immer noch ihr eigenes Schicksal. Ob es wirklich so ist? Bis jetzt kommen mir alle irgendwie fremdgesteuert und manipuliert vor. Aber schön kling es trotzdem. :)

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Übrigends glaube ich zu wissen, wo sich der Core "aufhält" (wenn ich auch nicht verstehe, warum Bits und Bytes einen "Standort" brauchen). Die alte Erde ist doch prädestiniert dafür! Von den Menschen traut sich keiner mehr bzw. kann auch nicht mehr hin und als Sitz der KI, die die Macht über das Universum übernehmen will, ist dieser Ort doch sehr symbolisch.

    Auch Bits und Bytes brauchen einen physischen Speicherplatz, der muss sich nur nicht zwingend an einem Ort befinden. Der Core könnte durchaus verteilt sein. Die alte Erde wäre allerdings ungeeignet, die ist doch von einem schwarzen Loch aufgesaugt worden.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Der Abschnitt war informativ und teilweise sehr spannend, dennoch habe ich derzeit nicht wirklich Lust auf das Buch und bin froh, wenn ich durch bin. Die Erzählstruktur ist einfach nicht meine. Damit meine ich nicht die Zeitsprünge (Dures Labyrinth muss ja irgendwann in der Zukunft sein, wenn es sich um die evakuierten Menschen handelt), sondern dieses ständige springen zwischen den einzelnen Protagonisten.


    Zudem sind mir die meisten Personen nicht wirklich sympathisch. Ich mag Brawne, frage mich wie es Sol und Rachel ergeht und bin generell neugierig, was sich auf dem Dornenbaum abspielt. Aber so richtig mitfiebern mit den Figuren, das fehlt mir hier.


    Ich starte jetzt ein anderes Buch und werde Hyperion immer dann weiterlesen, wenn ich im Whirlpool sitze. Da habe ich die Ruhe für den Stoff.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Auch Bits und Bytes brauchen einen physischen Speicherplatz, der muss sich nur nicht zwingend an einem Ort befinden. Der Core könnte durchaus verteilt sein. Die alte Erde wäre allerdings ungeeignet, die ist doch von einem schwarzen Loch aufgesaugt worden.

    Ist das so sicher? Gladstone steht doch einmal auf dem Mond und blickt auf den Platz, an dem sich die Erde befindet - sieht aber vor lauter Staubwolken nichts. Kann es nicht sein, dass die Erde nur "vernebelt" ist? Bits und Bytes brauchen ja keine lebensfreundliche Umwelt - keinen Sauerstoff, keine Atmosphäre ...


    Ansonsten hast du recht - das Buch ist keins, das nur durch seine Protagonisten lebt. Die treten immer mehr zugunsten der Gesamtgeschichte zurück. Mich hat das erstaunlich wenig gestört, aber ich kann nachvollziehen, dass dir eine (oder sogar mehrere) Identifkationsfiguren fehlen.

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020