'Die Hyperion-Gesänge' - Seiten 1221 - 1330

  • Ich bin wie immer beeindruckt, was Simmons uns hier lesen lässt. Das Ganze ist enorm komplex, philosophisch, religiös, technisch, aber ich glaube, dass ich in diesem Abschnitt einiges doch verstanden habe, was ich in den vorherigen für mich erstmal beiseite geschoben hatte.


    Der Core sitzt im Farcaster-Netz "wie eine Spinne" und hat die Menschheit mit Geräten und technischen Entwicklungen, die die Menschen nicht in ihrer ganzen Komplexität nicht verstehen kann, an sich gebunden und nutzt sie aus oder plant es in noch größerem Umfang zu tun. Dadurch, dass sie die Kruziform geschaffen oder entwickelt haben, also der Core, können ihnen die menschlichen Sklaven in unbegrenztem Maße und auch ohne das Weiterbestehen der Hegemonie zur Verfügung stehen, denn sie sterben nicht mehr, sondern können in den Labyrinthen immer wieder und wieder auferstehen, wobei sie von Mal zu Mal immer mehr geistig abbauen.

    Richtig?


    Das Bild, das man jetzt von den Ousters bekommt, ist ein ganz anderes als das des Aggressors und Angreifers, des Barbaren und Monsters.


    Kassad ist tot und liegt im Kristallmonolith aufgebahrt, gefallen in der Zukunft und mit dem Grab rückwärts durch die Zeit transportiert. Der den Menschen der Zukunft prophezeite Krieger zu sein, hat ihm entsprochen.

    Severn/Keats ist auch tot, hat seinen gewünschten Grabspruch, auf dass sein Name "in Wasser geschrieben" vergehen kann. Und das Shrike gewacht sein Grab.

    Mal schauen, wen Hunt da auf dem Alte-Erde-Dublikat aus dem Farcaster kommen sieht...

  • Ich bin wie immer beeindruckt, was Simmons uns hier lesen lässt. Das Ganze ist enorm komplex, philosophisch, religiös, technisch, aber ich glaube, dass ich in diesem Abschnitt einiges doch verstanden habe, was ich in den vorherigen für mich erstmal beiseite geschoben hatte.

    Das mochte in an diesem und dem nächsten Abschnitt besonders. Es wird so viel, wie nötig, aufgelöst und das dazu noch schlüssig.


    Das Bild, das man jetzt von den Ousters bekommt, ist ein ganz anderes als das des Aggressors und Angreifers, des Barbaren und Monsters.

    Ich fand die Beschreibung der Ousters in Verbinung mit der Reise des Konsuls und auch das Tribunal sehr beeindruckend. Das ist eines der Dinge, worauf ich gespannt bin, ob Simmons hier nochmal in "Endymion" zurückkommt, auch wenn es ein paar hundert Jahre später handelt.

  • Severn/Keats ist auch tot, hat seinen gewünschten Grabspruch, auf dass sein Name "in Wasser geschrieben" vergehen kann. Und das Shrike gewacht sein Grab.

    Mal schauen, wen Hunt da auf dem Alte-Erde-Dublikat aus dem Farcaster kommen sieht...

    Auch mit Severn und Johnny schließt sich der Kreis. Der Mitwisser-Cybrid muss beseitigt werden. Das Core versucht mit allen Mitteln ihre Pläne zu verschleiern. Ich finde das ganz schön gruselig.
    Mir hat diese Rom-Geschichte auch Hunt sehr sympathisch gemacht.


    Zitat

    Kassad ist tot und liegt im Kristallmonolith aufgebahrt, gefallen in der Zukunft und mit dem Grab rückwärts durch die Zeit transportiert. Der den Menschen der Zukunft prophezeite Krieger zu sein, hat ihm entsprochen.

    Gerade Kassads Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich fand schön, wie er das Shrike von Sol und Lamia ablenkt, weil sie seine Freunde sind und am Ende den Kampf gegen die Shrikes anführt. Er hat begriffen, dass es seine größere Bedeutung in der Zukunft hat und diese Metall-Armee für ein freies Leben besiegt werden muss. Das passt so sehr zum ganzen Aufbau der Figur.

  • Auch mit Severn und Johnny schließt sich der Kreis. Der Mitwisser-Cybrid muss beseitigt werden. Das Core versucht mit allen Mitteln ihre Pläne zu verschleiern. Ich finde das ganz schön gruselig.
    Mir hat diese Rom-Geschichte auch Hunt sehr sympathisch gemacht.


    Gerade Kassads Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich fand schön, wie er das Shrike von Sol und Lamia ablenkt, weil sie seine Freunde sind und am Ende den Kampf gegen die Shrikes anführt. Er hat begriffen, dass es seine größere Bedeutung in der Zukunft hat und diese Metall-Armee für ein freies Leben besiegt werden muss. Das passt so sehr zum ganzen Aufbau der Figur.

    Stimm, gerade Kassad wird während der ganzen Geschichte so aufgebaut, dass es eigentlich nur ein Ende für ihn geben kann. Der prophezeite Krieger zu sein, entspricht seinem Wesen und seinem Leben sehr. Wenn schon Tod, dann hätte er sich vielleicht so einen gewünscht.


    Das ganze Ausmaß der Pläne des Core habe ich so nicht erwartet.

    Hunt ist interessant. Er hat seinen Meinung gesagt und wurde dafür von Gladstone geschätzt und befördert. Genutzt hatte ihm wenig, aber vielleicht ist gerade das seine Bestimmung: den wirklichen Tod, nicht im Kampf aus der Ferne, kennenzulernen und daran, an seiner Isolation in der Untätigkeit und der Möglichkeit des Eingreifens beraubt, zu reifen. Er ist jung. Irgendjemand muss weitermachen.

  • Ihr habt recht, es ist ein toller und intensiver Abschnitt,so vieles wird schlüssig zusammengeführt und es ergibt sich ein klares Bild über den gesamten Bogen der beiden Bücher.

    Hunt ist interessant. Er hat seinen Meinung gesagt und wurde dafür von Gladstone geschätzt und befördert. Genutzt hatte ihm wenig, aber vielleicht ist gerade das seine Bestimmung: den wirklichen Tod, nicht im Kampf aus der Ferne, kennenzulernen und daran, an seiner Isolation in der Untätigkeit und der Möglichkeit des Eingreifens beraubt, zu reifen. Er ist jung. Irgendjemand muss weitermachen.

    Da verwechselt du jetzt Hunt und Lee, oder? Lee war es ja, der seinen Vorgesetzten widersprochen hat und nachdem er Recht hatte, direkt an Gladstone berichtet hatte.

  • Ihr habt recht, es ist ein toller und intensiver Abschnitt,so vieles wird schlüssig zusammengeführt und es ergibt sich ein klares Bild über den gesamten Bogen der beiden Bücher.

    Da verwechselt du jetzt Hunt und Lee, oder? Lee war es ja, der seinen Vorgesetzten widersprochen hat und nachdem er Recht hatte, direkt an Gladstone berichtet hatte.

    Stimmt ja, für mich war es immer der selbe Mann.

    Ist vielleicht auch nicht so schlimm, oder doch?:saint:

  • Naja, ich finde sie schon recht unterschiedlich, aber solange du so zurecht kommst ist ja gut. Und es ist bei Hyperion ja durchaus vorstellbar, dass die gleiche Person an 2 Orten ist. Vielleicht kommt ja noch raus, dass die beiden identisch sind:lache

  • Naja, ich finde sie schon recht unterschiedlich, aber solange du so zurecht kommst ist ja gut. Und es ist bei Hyperion ja durchaus vorstellbar, dass die gleiche Person an 2 Orten ist. Vielleicht kommt ja noch raus, dass die beiden identisch sind

    Ne, aber das ist einfach so passiert. Gerade in den Besprechungen bei Gladstone tauchen immer wieder viele und neue Figuren auf. Da müssen die Beiden irgendwie zu einer verschmolzen sein:engel

    Und ich komme fast immer zurecht. Zu Not baue ich einen Umgehungskreislauf;)

  • Das mochte in an diesem und dem nächsten Abschnitt besonders. Es wird so viel, wie nötig, aufgelöst und das dazu noch schlüssig.

    Da kann ich mich nur anschließen, in diesem Abschnitt gibt es endlich einige der langersehnten Antworten. Und es wirklich grandios, wie sich jetzt kleinste Puzzlesteine zu einem großen Ganzen fügen.


    So z. B. die Kruziform-Geschichte. Dieser Teil ist für mich lange sehr isoliert gestanden, da es für mich keine Querverbindung zu der eigentlichen Handlung gab. Erst jetzt wird es schlüssig, der Core wollte sich damit willigen Neuronennachschub für immer und ewig sichern. Sehr gruselig diese Vorstellung!


    Ja, für Kassad war es das passende Ende. Alles andere wäre für ihn und eine Geschichte nicht stimmig gewesen. Wobei mir nicht ganz klar war, wieso die Zukunftsbewohner das Shrike "für die Freiheit" angreifen. Sie sind wohl nicht die Erschaffer des Shrike, aber was ist ihre Verbindung zu den beiden "Gottheiten"?


    Severns (er wird für mich Severns bleiben) Geschichte fand ich sehr dramatisch, aber auch diese ist in sich stimmig. Er ist ein Beobachter, der viel zu viel weiß. Umso schöner, dass er über gedachte Grenzen hinweg seine Botschaften übermitteln konnte - was ja gerade für Gladstone (und die gesamte Menschheit) extrem wichtig ist. Was aber Ummon mit diesem Gerede von seiner Göttlichkeit sagen wollte, ist mir völlig unklar.


    Einen passenden Gedanken zur zunehmenden Digitalisierung (und erstaunlich aktuell!) fand ich aber auch in Ummons Worten: Wir haben euch versklavt mit Macht und Technik, Perlen und Tand und Geräten, die ihr weder bauen noch verstehen konntett. ... Wie die Sioux Gewehre, Pferde, Decken, Messer und Glasperlen habt ihr sie akzeptiert, uns aufgenommen und euch selbst verloren.


    Ich habe immer mehr den Eindruck, dass jeder der Pilger genau DIE Rolle einnnimmt, die er oder sie im großen Ganzen auszuführen hat. Hoyt musste sterben, damit Duré (wieder) leben kann, Kassad musste das Shrike besiegen (wenn ich auch noch nicht sehen kann, wie sich das auf die lineare Gegenwart auswirkt), der Konsul Vermittler bei den Ousters sein, Silenus aus welchen Gründen auch immer am Dornenbaum leiden und Sol Rachel nach Hyperion und dem Shrike bringen (nur warum???). Was mit Het Masteen ist, weiß ich leider immer noch nicht, da mir die Rolle der Tempelritter in diesem ganzen Spiel überhaupt nicht klar ist und Brawne ist für mich der vermisste Teil der menschlichen Göttlichkeit bzw. ihr Kind wird es wohl sein. Sonst fällt mir nichts ein, wo sich die Barmherzigkeit versteckt haben könnte und es würde ja sehr gut passen, da Brawne vom Schreckensbaum angezogen wird und sogar versucht, den verhassten Silenus zu retten. Was hat das aber für Auswirkungen?


    Es bleiben also noch genügend Fragen für den letzten Abschnitt! Ich bin gespannt!

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Der Core sitzt im Farcaster-Netz "wie eine Spinne" und hat die Menschheit mit Geräten und technischen Entwicklungen, die die Menschen nicht in ihrer ganzen Komplexität nicht verstehen kann, an sich gebunden und nutzt sie aus oder plant es in noch größerem Umfang zu tun. Dadurch, dass sie die Kruziform geschaffen oder entwickelt haben, also der Core, können ihnen die menschlichen Sklaven in unbegrenztem Maße und auch ohne das Weiterbestehen der Hegemonie zur Verfügung stehen, denn sie sterben nicht mehr, sondern können in den Labyrinthen immer wieder und wieder auferstehen, wobei sie von Mal zu Mal immer mehr geistig abbauen.

    Richtig?

    So habe ich es auch verstanden, ja. Der Mensch glaubt, mit der KI etwas zu schaffen, das er sich untertan machen kann, gerät aber selbst in völlige Abhängigkeit und wird zum Sklaven seiner eigenen Schöpfung. Sehr treffend und glaubwürdig, wie ich finde.

    Mir hat diese Rom-Geschichte auch Hunt sehr sympathisch gemacht.

    Mir auch. Wie er dem sterbenden Severn / John beisteht ist sehr berührend, zumal ihm der sterbende Mann eine Heidenangst machen muss. Die Beerdigung war eine sehr intensive Szene für mich.


    Wie ihr fand ich das Ende von Kassad sehr passend - ein Krieger, der im Kampf auch sein Ende findet. Ein rundes und passendes Ende für die Figur. Gefallen hat mir, dass er letzten Ende derjenige ist, der Moneta diesen Namen gibt - weil er schon weiß, wie sie heißen wird, bzw. umgekehrt. Einer der Aspekte an Zeitreisen, den ich immer wieder spannend finde, der mich manchmal aber auch ein bisschen verwirrt.


    Dass der Core hinter allem steckt und die Ousters wie auch die Hegemonie so ausgespielt werden ... Beklemmend, wenn man sich für unsere Realität überlegt, wohin das Streben nach künstlicher Intelligenz uns führen kann. Severn erfährt ja vom Ummon auch Einiges dazu. Die Ausführungen des Ummon habe ich dieses Mal besser verstanden als bei seinem ersten Auftritt (wenn auch noch immer nicht alles), aber dass das Shrike letzten Endes dazu da ist, die von den Menschen geschaffene Gottheit (als Gegenstück zur HI des Core) bzw. deren fehlenden Teil zu finden und das genau dazu der Baum der Schmerzen dient ... wow. Wie Simmons all die Enden des Buches nach und nach zusammenführt, ist echt beeindruckend.

    SUB 220 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Susanne Michl u. a. - Zwangsversetzt. Vom Elsass an die Berliner Charité. Die Aufzeichnungen des Chirurgen Adolphe Jung (1940 - 1945)

    :lesend Antonio Iturbe - Die Bibliothekarin von Auschwitz

    :lesend Anthony Doerr - Alles Licht das wir nicht sehen (Hörbuch)

  • Der Abschnitt war spannend, aber ich fand ihn auch etwas arg weit hergeholt. Der Core kommandiert eine Flotte von physischen Raumschiffen? Wenn die KI die menschheit loswerden will, könnte sie das weitaus einfacher haben, wenn sie doch sowieso alles kontrollieren. Da sie die Farcaster kontrollieren und die Hauptcomputer der Raumschiffe, Fahrzeuge, Produktionsanlagen etc. könnten sie die Menschheit auch einfach erpressen.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis