'Die Hyperion-Gesänge' - Seiten 1330 - Ende

  • Ich finde es nicht abgeschlossen, weil er ewig und überall ein Protal gesucht hat und keins fand. Plötzlich war es da, aber er konnte trotz aller Versuche nicht durchgehen. Ja, die Farcaster wurden zerstört, aber es kam Jemand heraus:

    "Als plötzlich Lärm hinter ihm ertönte, wirbelte er herum und hätte mit dem Strahl beinahe auf die Oberfläche des Farcasterportals gefeuert. Dort wurde ein Arm sichtbar. Dann ein Bein. Eine Person kam durch. Dann noch eine. Hunts Rufe hallten im Kolosseum wider."

    (Dan Simmons, "Der Sturz von Hyperion", Kapitel 43, nachdem Hunt den Grabspruch auf Keat' Grabstein eingebrannt hat)

    So, wie ich Simmons einschätze, ist dieses lose Ende Absicht. Ich gehe davon aus, dass wir in "Endymion" etwas über die neue alte Erde lesen werden.

  • So, wie ich Simmons einschätze, ist dieses lose Ende Absicht. Ich gehe davon aus, dass wir in "Endymion" etwas über die neue alte Erde lesen werden.

    Und ich bin doch so neugierig.

    Ich hatte ja die Idee, dass die Alte Erde vielleicht wieder neu bevölkert werden soll und hier der Grundstock dafür gelegt wird...

    Hunt als Ahnherr ist vielleicht nicht der Schlechteste.

  • Ich bin fertig. Es gibt fast nichts Schöneres als von einem Buch wieder so begeistert zu sein, wie vor Jahren schon mal.

    Ich bin auch fertig. ;(;(;( Und ich bin auch begeistert! Es ist ein wahrliches Meisterwerk und deshalb bin ich auch sehr traurig, dass es jetzt ein grandioses Buch weniger gibt, das ich unvoreingenommen lesen kann. Wobei es nach sechs Wochen Lesezeit jetzt aber auch gut ist und ich mich auf neue Geschichten in anderen Settings freue. Bei Endymion bin ich aber auf alle Fälle dabei! November ist ein guter Zeitpunkt, dann ist genügend Zeit, diese Geschichte setzen zu lassen und zwischendurch was anderes zu entdecken, aber es ist noch nah genug, damit noch nicht alles vergessen ist.

    Clare schrieb:

    Ich finde es schlüssig, eigentlich alles. Manche Fäden werden offen gelassen, weil sie noch nicht zu Ende sind, Raum für neue Geschichten, aber alles wird zum Punkt gebracht, nicht mit Gewalt, sondern logisch und mit viel Phantasie.

    Ich habe es gerade auch beendet. Und bin wie ihr begeistert über die Weise, wie Simmons es schafft diese irrsinnige Fahrt durch Religion, Philosophie, Phantasie und Mythologie schlüssig zu vernetzen und zu vereinen.

    Beiden Zitaten kann ich nur zustimmen! :writeJa, das Ende ist schlüssig! Ich war ja lange Zeit skeptisch, ob Simmons es schafft, diese ganzen Puzzleteile zu einem großen, stimmigen Ganzen zu verbinden und jetzt kann ich sagen: es hat diese Meisterleistung geschafft. :anbet Ich bin mehr als beeindruckt, wie er es so viele Details, Querverweise, Anspielungen, unterschiedlichen Charaktere ... zu einer Geschichte verbinden konnte. Ein grandioses Buch!


    Ich verstehe jetzt aber auch eure Aussage, dass man am Ende nicht alles versteht, aber auch gar nicht verstehen muss. Genauso geht es mir jetzt auch: alles habe ich nicht verstanden - aber das ist überhaupt nicht mehr so wichtig. Wobei ich mich schon freuen würde, wenn noch jemand ihre Gedanken mit mir teilt und vielleicht das ein oder andere Licht in mein persönliches Dunkel bringt.


    Was ich z. B. nicht verstanden habe, weil es meine Vorstellungskraft sprengt, ist die zeitliche Dimension des Ganzen. Sol geht mit Baby-Rachel in die Zukunft, damit Rachel überhaupt als Moneta zurückkehren kann (übrigends: welche überraschende, aber doch so passende Wendung, dass Rachel und Moneta die gleiche Person sind). Das Shrike wird in dieser Zeit geschaffen, aber auch in dieser Zukunft besiegt. Ist das Shrike jetzt weg? Zumindest in der linearen, sprich "normalen" Zukunft der Menschen? Wahrscheinlich doch schon, oder? Warum muss das Shrike aber zweimal besiegt werden - einmal von Kassad und einmal von Brawne?


    Und wo steckt jetzt eigentlich die Empfindsamkeit? Ich dachte ja immer, es wäre Brawnes Baby, aber sie ist ja "die Lehrende" - das deutet nicht unbedingt auf einen Teil einer Gottheit hin. Ich verstehe es jetzt eher so, dass sie durch ihre Eltern sowohl Teil der Menschheit, als auch der Maschinen ist und so es vielleicht schaffen kann/wird, die beiden Gruppen zu vereinen und zu versöhnen.


    Dass Severn irgendwo im Chaos des Core überlebt hat und jetzt Zuflucht in der Datenspähre des Raumschiffs des Konsuls findet, war ebenso überraschend, aber eine sehr, sehr schöne Idee. Und endlich durfte auch er tatkräftig eingreifen und zusammen mit dem Erg, das jetzt auch seinen großen Einsatz hat, Baby-Rachel aus den Klauen des Shrike befreien und so mithelfen, dass Sol mit ihr in die Zukunft reisen kann. Mir gefällt es sehr, dass hier so Details wie das Erg noch einen stimmigen Beitrag zur Handlung leisten.


    Ebenso gut gefallen, auch wenn es nichts zur Handlung beiträgt, hat mir die "Auflösung" des Abraham-Dilemmas durch Sol/Simmons. Der Perspektivwechsel ist eine ganz ungewöhnlicher Gedanke, aber ein sehr interessanter. Und ich finde es schön, dass sich diese Fragestellung, mit der sich Sol solange beschäftigt hat, für ihn geklärt hat. Unabhängig von Gottheiten und Befehlen.


    Ich hatte ja die Idee, dass die Alte Erde vielleicht wieder neu bevölkert werden soll und hier der Grundstock dafür gelegt wird...

    Hunt als Ahnherr ist vielleicht nicht der Schlechteste.

    So habe ich das auch gelesen. Die Alte Erde ist nicht kaputt, sondern durch das (bewusst vom Core erzeugte) Schwarze Loch in die Magellanwolke (?) transferiert worden. Dort befindet sich Hunt und alle Menschen (und Ousters), die durch das Portal im Palast des Shrike dorthin kommen. Das waren zuerst die Opfer des Dornenbaums, die so plötzlich verschwunden sind und später ein paar weitere, die sich durch die "erleuchtete Tür" trauten. (S. 1387) Und genau diese sieht Hunt so plötzlich auftauchen. Ich bin sicher, er wird das gut machen. :) Überhaupt ist das ein gutes Beispiel, wie raffiniert Simmons seine losen Enden verknüpft. Erst macht er einen total neugierig, wer denn da auftaucht, dann passiert viele Seiten lang gar nichts in der Richtung (bis man es schon wieder vergessen hat) und dann, ganz plötzlich und in einem ganz anderen Zusammenhang wird die Lösung präsentiert. Das macht er nicht nur einmal so!


    Wie gesagt: ein grandioses Buch, von dem ich total begeistert und fasziniert bin! Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, gerade dieses Meisterwerk gemeinsam zu lesen, ich kann nur sagen: DANKE, DANKE, DANKE! :love::love::love: Ich hätte das Buch alleine nie gelesen (schon die Seitenzahl hätte mich Reißaus nehmen lassen) und gemeinsam mit euch war das wirklich ein ganz besonderes Lesehighlight!

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Ich bin gerade auf Seite 135 von Endymion. Ohne spoilern zu müssen, kann ich erzählen, dass Simmons sich auch hier mit der Handlung 200 Jahre später der offen gebliebenen Fragen annimmt. Ich bin total fasziniert. Bis November zu warten, wäre für mich definitiv zu lange gewesen. Es ist ganz gut, dass noch einiges präsent ist.


    In Bezug auf das Shrike denke ich, dass es noch da ist, eng verbunden mit den Zeitgräbern und von Moneta/Rachel bewacht, reist es weiter rückwarts bzw. auf einer anderen Zeitlinie. In der Zukunft wurde ja eine ganze Shrike-Armee besiegt, was nur passieren konnte, weil Kassad ihm in der Vergangenheit begegnet ist. Brawne musste ihm in der Gegenwart gegenübertreten und sie hat, warum auch immer, gewonnen.


    Hat euch Gladstones Tod auch berührt? Was für ein furchtbares Ende und trotzdem habe ich verstanden, warum sie es so wollte.

  • Mag man von Gladstones Entscheidungen halten, was man will, aber sie war Mensch, unfehlbar, konsequent, in ihrer Aufgabe fokussiert,und ich bedauere ihren Tod, auch wenn er, wie Saiya schreibt, so kommen musste. Sie hatte große Macht, aber ich hatte nie den Eindruck, dass sie diese eigennützig verwendete oder sich von ihr korrumpieren ließ. Dafür hat sie als Romanfigur meinen Respekt.


    Lese-rina

    Ganz ehrlich, diesen Zeitdimensionen kann ich schon immer nur bedingt folgen, schwierig wenn man SciFi liest, hat aber meiner Affinität noch nie im Weg gestanden. Rein von den Fakten her kann ich das verstehen, logisch fehlt es mir dann doch vielleicht an Vorstellungskraft :grin. Macht aber nichts. Ich liebe es trotzdem. Verstehen oder glauben muss ich längst nicht alles:saint:

  • Lese-rina

    Ganz ehrlich, diesen Zeitdimensionen kann ich schon immer nur bedingt folgen, schwierig wenn man SciFi liest, hat aber meiner Affinität noch nie im Weg gestanden. Rein von den Fakten her kann ich das verstehen, logisch fehlt es mir dann doch vielleicht an Vorstellungskraft :grin. Macht aber nichts. Ich liebe es trotzdem. Verstehen oder glauben muss ich längst nicht alles:saint:

    Mir geht es ähnlich. Ich muss und möchte gar nicht alles verstehen (müssen). Manchmal verstehe ich auch gar nichts, habe aber genug Fantasie, um der Autorin/dem Autor zu folgen. Das reicht mir bei Sci-Fi völlig und meistens ist das Buch genau dann besonders gut.

  • Mag man von Gladstones Entscheidungen halten, was man will, aber sie war Mensch, unfehlbar, konsequent, in ihrer Aufgabe fokussiert,und ich bedauere ihren Tod, auch wenn er, wie Saiya schreibt, so kommen musste. Sie hatte große Macht, aber ich hatte nie den Eindruck, dass sie diese eigennützig verwendete oder sich von ihr korrumpieren ließ. Dafür hat sie als Romanfigur meinen Respekt.

    So ähnlich sehe ich das auch. Bedauert - ja, wobei es fast unausweichlich war, dass sie diese letzte Konsequenz trifft; berührt - eher nein, denn dafür war sie mir zu "fern". Sie war während des gesamten Buches die "unnahbare" Politikerin, die uns Leserinnen zwar hin und wieder hinter die Maske schauen lies, für eine emotionale Bindung zu ihr als Romanfigur war mir das aber zu wenig. Mutig, konsequent und bereit, auch sehr unangenehme Entscheidungen durchzusetzen - so sehe ich sie. Letztlich kann man sich solche PolitikerInnen nur wünschen, auch wenn sie im Krisenfall ihre Entscheidung alleine getroffen hat. Aber vielleicht ist das im absoluten Ausnahmefall auch das Beste.


    Mir geht es ähnlich. Ich muss und möchte gar nicht alles verstehen (müssen). Manchmal verstehe ich auch gar nichts, habe aber genug Fantasie, um der Autorin/dem Autor zu folgen. Das reicht mir bei Sci-Fi völlig und meistens ist das Buch genau dann besonders gut.

    Ihr merkt, ich bin jemand, der immer so viel wie möglich auch verstehen möchte. :grin Das geht hier nur bedingt, aber es stört mich sogar erstaunlich wenig. Danke für eure ehrlichen Antworten, ich bin froh, dass ich damit nicht alleine bin, denn dann kann ich das auch für mich jetzt einfach so als "Zeitmysterium" stehenlassen :thumbup:.


    Für mich ist das Shrike immer noch ein Einzelwesen, auch wenn ein paarmal von dieser Armee die Rede war. Mit deiner Erklärung Saiya zu den verschiedenen Zeiten, in denen das Shrike besiegt wurde, kann ich aber gut leben - das macht Sinn!


    Ich bin gerade auf Seite 135 von Endymion. Ohne spoilern zu müssen, kann ich erzählen, dass Simmons sich auch hier mit der Handlung 200 Jahre später der offen gebliebenen Fragen annimmt. Ich bin total fasziniert. Bis November zu warten, wäre für mich definitiv zu lange gewesen. Es ist ganz gut, dass noch einiges präsent ist.

    Das überrascht mich, für mich ist das Buch - so wie es jetzt ist - ganz gut abgeschlossen. Dass Simmons nochmal diese Geschehnisse aufgreift, würde ich gar nicht erwarten. Ich bin also gespannt! :-] Und hoffe, dass wir dann gemeinsam wieder in die Geschichte gut einsteigen können - oder sollen wir Hyperion vorher nochmal lesen :lache?

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Also Pater Hoyts Schicksal (der ja immerhin der Pilger war und nicht Duré) und das von Hunt (der auf der Erde festsitzt) sind für mich offen geblieben. Oder was passiert mit der Kruziform auf Pacem. Deren Existenz ist ja nun kein Geheimnis mehr. Was machen die Ousters? Wie gehen die Menschen mit diesem revolutionären Wandel um, nachdem alle Verbindungen, die über das Core gelaufen sind, um. Ist dieser tatsächlich besiegt? Was ist mit dem Shrike, den Zeizgräbern und Hyperion?

    Mir fallen noch mehr interessante offene Fragen ein...


    Da das Buch über 200 Jahre später im selben Universum handelt, kann Simmons einen großen Teil davon nebenbei erzählen. Ob er einiges oder fast alles beantworten kann, sehen wir ja dann. :grin

  • Jetzt musste ich doch den letzten Abschnitt auch noch lesen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es ausgeht. Und jetzt bin ich fast ein bisschen erschöpft von der Lektüre - und muss mich jetzt auf was komplett Anderes einlassen. Ein Sachbuch, bei dem ich den Phantasie-Bereich meines Gehirns etwas entspannen kann :lache

    Halt, eins nicht,oder ich habe es nicht verstanden: Nach Severns Tod und Bestattung durch Hunt sieht dieser doch won Portal, obwohl er lange danach gesucht hat und keins da war. Durch dieses Portal kommt Einer und noch Einer...

    Wer kommt da? Das wird nicht aufgeklärt, oder? Hunt ist ja dort auf dem Alte-Erde-Dublikat gestrandet. Wird hier der Grundstein für eine Bevölkerung gelegt? Oder habe ich nicht richtig aufgepasst?

    Ja, das Schicksal von Hunt auf der Alten Erde ist für mich auch ungeklärt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass dieser Moment zeitlich mit dem Kollaps bzw. dem Ende der Netzwelt und der Flatline-Verbindung zusammenfällt und sich vielleicht die, die noch dadrinnen sind, durch einzelne Portale "durchquetschen". Armer Hunt, er hat es nicht leicht.

    Zumindest das zweite Buch. Das erste habe ich irgendwann mal gelesen, kann mich aber an kaum etwas erinnern.

    Kannst du dich noch erinnern, warum du den zweiten Teil nicht mehr gelesen hast?

    Am meisten umgehauen hat mich, dass Moneta bzw Mnemosyne Rachel ist. Ich habe es bisher in keinem Buch gehabt, wo in den letzten Seiten, wenn alles aufgelöst wird, nochmal so eine Infobombe platzt.

    Da war ich auch vollkommen baff. Und damit ist dann auch klar, welche Stimme Sol immer wieder gehört hat. Es war nicht nur ein Echo seiner erwachsenen Tochter, sondern die Rachel aus der Zukunft, die er jetzt nochmals großziehen wird. Faszinierend.


    Toll fand ich auch, dass es ein Komitee gibt, dass entscheidet, wann ein Paradoxon bei Zeitreisen riskiert werden darf bzw. eines zugelassen wird.

    Und wo steckt jetzt eigentlich die Empfindsamkeit? Ich dachte ja immer, es wäre Brawnes Baby, aber sie ist ja "die Lehrende" - das deutet nicht unbedingt auf einen Teil einer Gottheit hin.

    Ich bin mittlerweile an dem Punkt, dass ich die verloren gegangene Empfindsamkeit gar nicht als etwas körperliches oder etwas irgendwie individuell Greifbares empfinde. Ich glaube, dass die Menschheit durch ihre Entwicklung ihre Empfindsamkeit wiederentdecken muss. Durch die Abhängigkeit vom Core und die Technisierung hat sie ihre Empfindsamkeit, ihre Empathie verloren, ist auf dieser Ebene irgendwie stumm geworden oder verkümmert. Und wenn die Menschheit jetzt "neu anfängt", wird sich die Empfindsamkeit entwickeln.

    Hat euch Gladstones Tod auch berührt? Was für ein furchtbares Ende und trotzdem habe ich verstanden, warum sie es so wollte.

    Mich hat es auch sehr berührt. Auch wenn sie an sich Politikerin geblieben ist und wir wenig von der Privatperson erfahren haben, ist sie für mich trotzdem eine greifbare Figur geworden, deren Motivation ich ein Stück weit nachvollziehen oder über die ich mir Gedanken machen kann. Ihr Ende finde ich auch sehr passend. Ich habe beim Lesen des Buches immer Musik von "Two steps from hell" gehört (die Trailer- und sehr dramatisch aufgeladene Musik machen) und während Gladstones Todesszene lief passenderweise ein Stück, das auch etwas von Aufopferung, Heldenmut und Selbstlosigkeit hatte. Und das passte so gut zueinander, dass ich danach kurz innegehalten habe, weil mich ihr Opfer so berührt hat.


    Was für eine intensive Lektüre.

    SUB 220 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Susanne Michl u. a. - Zwangsversetzt. Vom Elsass an die Berliner Charité. Die Aufzeichnungen des Chirurgen Adolphe Jung (1940 - 1945)

    :lesend Antonio Iturbe - Die Bibliothekarin von Auschwitz

    :lesend Anthony Doerr - Alles Licht das wir nicht sehen (Hörbuch)

  • Susannah , ich hatte mir damals sowohl "Die Hyperion-Gesänge" als auch die beiden Endymion-Bücher von meiner damaligen Schwägerin (mittlerweile Ex-Schwägerin) geliehen, die sie zurückhaben wollte, bevor ich mit Endymion fertig war. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich das erste Endymion-Buch schon nicht fertig lesen konnte. Damals gab es die Bücher nicht mehr oder nur gebraucht zu kaufen, also habe ich nicht weiter gelesen. Erst als die Neuauflage als eBook erschien, habe ich mir Hyperion und Endymion gekauft.

  • Ich bin mittlerweile an dem Punkt, dass ich die verloren gegangene Empfindsamkeit gar nicht als etwas körperliches oder etwas irgendwie individuell Greifbares empfinde. Ich glaube, dass die Menschheit durch ihre Entwicklung ihre Empfindsamkeit wiederentdecken muss. Durch die Abhängigkeit vom Core und die Technisierung hat sie ihre Empfindsamkeit, ihre Empathie verloren, ist auf dieser Ebene irgendwie stumm geworden oder verkümmert. Und wenn die Menschheit jetzt "neu anfängt", wird sich die Empfindsamkeit entwickeln.

    Eine sehr schöne Idee! :thumbup:Würde für mich durchaus passen und finde ich weitaus besser, als einen Menschen, in dem sich ein Teil einer Göttlichkeit „versteckt“. Diese Vorstellung übernehme ich.:grin Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass das Buch über 30 Jahre alt ist - für mich ist es so extrem aktuell! Die ganze technische Entwicklung bewegte sich sehr genau in die Richtung, die Simmons angedeutet hatte. Und das zu einer Zeit, in der fast noch niemand ein Handy oder gar Internet kannte, ganz zu schweigen von einer funktionierenden KI!


    Susannah , ich hatte mir damals sowohl "Die Hyperion-Gesänge" als auch die beiden Endymion-Bücher von meiner damaligen Schwägerin (mittlerweile Ex-Schwägerin) geliehen, die sie zurückhaben wollte, bevor ich mit Endymion fertig war.

    Wie gemein! =O Mich nervt ja schon, wenn ich ein Buch mal nicht sofort finde, das ich weiterlesen möchte - aber grade eine so spannende Geschichte dauerhaft und ohne Möglichkeit nachzukaufen unterbrechen zu müssen, grenzt ja für Leserinnen schon fast an Körperverletzung. :grin Wie gut, dass es eine Neuauflage gibt!


    Natürlich gibt es lose Enden und noch viel über die Zukunft der Menschheit und Ousters zu erzählen, aber für mich wäre es jetzt auch ok gewesen, wenn hier der Schlusspunkt ist. Es muss nicht alles aufgedröselt werden. Wobei es natürlich schön ist, wenn wir in Endymion nochmal alte Bekannte - ob direkt oder indirekt - treffen dürfen. Hunt wird es als Ahnherr (wie ja Clare formuliert hat) auf der Erde sicher gut machen, Pater Hoyts Zukunft ist ungewiss. Ich hoffe sehr für ihn, dass die Kruziform einmal funktioniert, damit auch er die Möglichkeit hat, sein Leben noch zu verwirklichen, die Funktion der Kruziform dann aber (durch die dauerhafte Entfernung von Hyperion) kaputtgeht. Wenn ich den Klappentext von Endymion richtig interpretiere, könnte aber gerade diese Frage eine große Rolle spielen.

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Ich habe das Buch gestern beendet und bin froh, dass ich durch bin, weil ich mich auf den letzten Seiten schon fast zum Lesen zwingen musste. Es ist grandios, spannend, interessant, aber es ist nicht meins. Endymion werde ich nicht lesen. Die Personen waren alle interessant, aber sie gingen mir nicht nahe. Es war für mich mehr wie ein Geschichtsbuch, bei dem man etwas über die Menschen lernt, aber nicht wirklich mit ihnen mitfiebert.


    Dann finde ich ein paar Dinge unlogisch, wie ich schon beim letzten Abschnitt schrieb: Der Aufwand, eine physische Flotte gegen die Menschheit zu richten, um einen Angriff der Ousters vorzutäuschen, ist für mich völlig überzogen. Bei der Kontrolle, welches das Core über die Menschen hat, hätten sie die Menschheit viel einfacher übernehmen können. Ein vorgetäuschter Notfall, der eine Evakuierung in die Labyrinthe erforderlich macht, wäre eine Möglichkeit, wobei die Auslöschung der Menschen für das Core eigentlich überhaupt nicht notwendig ist. Mir kommt das ganze an der Stelle eher technikfeindlich, aber nicht logisch vor. Es waren ja auch nicht alle KIs gegen eine friedliche Koexistenz. Da ist es unwahrscheinlich, dass die Bedrohung durch die Flotte jahrzehntelang vor den freundlich gesinnten KIs geheim gehalten werden konnte. Ich finde es schade dass das Farcasternetz abgeschaltet werden musste und fast alle KIs wohl "gestorben" sind.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Ich habe das Buch gestern beendet und bin froh, dass ich durch bin, weil ich mich auf den letzten Seiten schon fast zum Lesen zwingen musste. Es ist grandios, spannend, interessant, aber es ist nicht meins. Endymion werde ich nicht lesen. Die Personen waren alle interessant, aber sie gingen mir nicht nahe. Es war für mich mehr wie ein Geschichtsbuch, bei dem man etwas über die Menschen lernt, aber nicht wirklich mit ihnen mitfiebert.

    Schade, dass du dem Buch nicht soviel abgewinnen konntest, aber ich kann deine Einwände nachvollziehen. Durch die Vielzahl der Geschehnisse und Personen bleiben die einzelnen Charaktere, mit denen man die Geschichte erleben kann, etwas auf der Strecke. Jeder trägt zwar einen kleinen Teil zur Gesamtgeschichte bei, aber mit einem ganz bestimmten Protagonisten mitfiebern geht hier wirklich nur sehr schwer, dazu kommt jeder zu selten vor (außer vielleicht Gladstone, aber sie eignet sich auch nicht wirklich zum "mitfiebern").


    Bei der Frage nach der Flotte des Core: zunächst habe ich mir ja gedacht, sie wäre rein virtueller Natur. Als sich das nach den ersten Angriffen als Irrtum erwies, habe ich ihr Vorhandensein aber auch nicht mehr in Frage gestellt. Natürlich ist es ein riesiger Aufwand und es stellt sich die Frage, wie eine KI zu einer reallen Flotte kommt (das hätten einige verschwundene Schlachtschiffe glaubhafter gemacht), andererseits ist es auch die beste Möglichkeit, einen nicht mehr zu überbrückenden Keil zwischen die Hegemonie und die Ousters zu treiben und auch noch Hyperion als unbekannte Variable auszuschalten. Sicher hätte es aber auch andere Möglichkeiten gegeben. Für mich hat es sich nahtlos in die Geschichte eingefügt und so habe ich das auch nicht hinterfragt.


    Schön, dass du es trotzdem zu Ende gelesen hast. :wave Zumindest bist du um eine Erfahrung reicher. :)

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Ähm. Ich bin grad verwirrt. Welche Flotte des Core? Die sagt mir gar nichts mehr:wow


    Es waren doch alles Ouster Flotten, auch die Angriffe auf die Templer? Der durchgezogene Angriff ging doch auf falsche / andere Datenlagen und Entscheidungen in der Vergangenheit zurück? Oder habe ich da was falsch behalten.

  • Ähm. Ich bin grad verwirrt. Welche Flotte des Core? Die sagt mir gar nichts mehr:wow


    Es waren doch alles Ouster Flotten, auch die Angriffe auf die Templer? Der durchgezogene Angriff ging doch auf falsche / andere Datenlagen und Entscheidungen in der Vergangenheit zurück? Oder habe ich da was falsch behalten.

    Die Ousters haben einen einzigen Planeten angegriffen, das war der bei dem die Schlacht ausführlicher beschrieben worden ist. Hatte da nicht sogar Kassad den Befehl geführt?


    Die Flotten, welche die Templerwelt etc. angegriffen haben, wurden alle vom Core gelenkt. Das Core hat das so inszeniert dass es aussah, als wären das Ouster Schiffe. Das waren aber keine, die Ousters hatten nicht vor anzugreifen. Die Menschen sollten durch die angeblichen Ouster Angriffe dazu gebracht werden, in die Labyrinthe zu flüchten, wo sie dann durch den Todesstrahl gestorben wären. Der ist vom Core so verstärkt worden dass er eben doch tief genug gereicht hätte.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Die Ousters haben einen einzigen Planeten angegriffen, das war der bei dem die Schlacht ausführlicher beschrieben worden ist. Hatte da nicht sogar Kassad den Befehl geführt?

    Du meinst Bressia, oder? Das war in der Vergangenheit. Im zweiten Teil greifen die Ousters Hyperion an, alle anderen Planeten der Hegemonie aber nicht, das ist der Core, aus den genannten Gründen.

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020