Tom Finnek - Rauchland

  • Tom Finnek, 1965 in Westfalen geboren, lebt als Filmjournalist, Drehbuchautor und Schriftsteller in Berlin. Als Autor (unter dem Namen Mani Beckmann) beschäftigt er sich schon länger mit historischen Stoffen, insbesondere zum Münsterland. Für ihn ist London mit seiner langen, wechselhaften Geschichte genauso faszinierend wie Berlin. Tom Finnek ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. Weitere Informationen unter: http://www.tomfinnek.de


    Ein Toter in der Rauhnacht


    "Nebelschwaden, die in dieser Zeit durch die Wälder und um die Häuser ziehen sollen für den Namen der „Rauhnächte“ verantwortlich sein." (werwillfindetwege)

    In der kalten Rauhnacht mitten im Nirgendwo des Venn, kurz vor der Grenze zur Niederlande, brennt lichterloh ein alter Bauernkotten. Das Ehepaar Witte, das von einer Feier nach Hause geht, sieht, wie ein Mann eine leblose Gestalt aus dem brennenden Haus zerrt. Als der Ehemann dem Fremden nachläuft, wird er von ihm niedergeschlagen. Für den alten Schaddebuer Friedhelm Harking kommt jedoch alle Hilfe zu spät. Wie sich schnell herausstellt, wurde er erschlagen und der Fremde ist ebenfalls kein Unbekannter für Oberkommissar Maik Bertram. Den Schultewolter hätte seinem ehemaligen Kollegen Heinrich Tenbrink damals fast den Schädel eingeschlagen. Doch anscheinend wollte Schultewolter seinen Freund Harking retten, also warum hätte er ihn dann davor töten sollen?


    Meine Meinung:
    Das passende Cover mit der brennenden Kotten in der Rauhnacht, passt sehr gut zum Inhalt des Krimis. Der Schreibstil ist informativ, locker, unterhaltsam und wird gegen Ende richtig spannend. Tom Finnek nimmt mich wieder mit in das schöne Münsterland, das du die Kälte der Rauhnächte noch mal eine ganz andere Wirkung hat. Der Aberglaube spielt in dieser Gegend eine große Rolle, wie mir scheint. Die Rauhnächte vom 25.12. bis zum 6.1. sind, haben früher und teils wohl auch noch heute die Menschen bestimmt. Manche haben sogar ihre Häuser zur Reinigung geräuchert und die zwölf Rauhnächte bestimmten zudem das Wetter des kommenden Jahres. Doch darum alleine geht es in diesem Krimi nicht, trotz allem bleibt der Mord von Harking sehr rätselhaft. Der alte Mann lebte recht bescheiden und armselig in seiner alten Bauerkotten. Also wer hätte einen Grund, ihn zu töten? Ein Ergreifen von Schulterwolter in den Niederlanden bringt keinen großen Erfolg und kurz darauf nimmt er sich sogar das Leben. Maik steht vor einem Rätsel und Tenbrink, mit dem Schulterwolter als Einziges redet, fängt ebenfalls trotz Ruhestand an zu ermitteln. Doch Hoofdinspecteur Jan Bonnema von der Polizei Enschede, der momentan mit diversen Einbrüchen an der holländisch-deutschen Grenze zu tun hat, gibt den entscheidenden Hinweis. Zudem hat Maik noch private Sorgen, den die Oberstaatsanwältin ist schwanger und erwartet demnächst sein Kind, das er eigentlich niemals wollte. Zwar möchte sie das Kind alleine großziehen, doch Maik plagt trotzdem ein wenig die Verantwortung, selbst wenn sie ihn damals hintergangen hat. Als es jedoch schwere Komplikationen gibt, muss er für sich eine Entscheidung treffen. Das ihn dieses Problem bei seinem Fall belastet, spürt man sehr gut. Mit Maik Bertram und Heinrich Tenbrink hat der Autor hier eine wirklich ungewöhnliche Männer-WG und total unterschiedliche Ermittler kreiert. Wie Jack Lemmon und Walter Matthau in "Ein seltsames Paar" sind die beiden hier fast ähnlich, halten aber zusammen wie Pech und Schwefel. Und trotzdem Tenbrink inzwischen in Pension ist, kann er das Ermitteln einfach nicht sein lassen. Für mich war es wieder mal ein Erlebnis, nicht nur das Münsterland, sondern über die Niederlande hinweg zu ermitteln und selbst das Privatleben der Ermittler lässt einen nicht los. Man spürt die Liebe des Autors für die Münsterländer Region in jeder Zeile seines Krimis. So wartet der Autor mit mehreren Wendungen am Ende, mit denen ich nicht gerechnet hätte, darum gibt es von mit 5 von 5 Sterne.
    :thumbup:


    ASIN/ISBN: B085ZTPZDL

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    In einer kalten Rauhnacht, nahe der niederländischen Grenze: Ein alter Bauernkotten steht lichterloh in Flammen, und die Leiche des Bauern liegt ­mit eingeschlagenem Schädel vor dem Haus. Oberkommissar Maik Bertram und seine Kollegen können den vermeintlichen Mörder bald fassen: Schultewolter, der vor Jahren auch den inzwischen pensionierten Heinrich Tenbrink niedergeschlagen hat. Doch Zeugen haben gesehen, wie Schultewolter den Toten aus dem brennenden Haus gezerrt hat. Warum würde ein Mörder sein Opfer retten wollen?

    Im vierten Fall der Münsterland-Krimis machen alte Bekannte und dunkle Geheimnisse während der Rauhnächte den Ermittlern Tenbrink und Bertram das Leben schwer.


    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Tom Finnek wurde 1965 im Münsterland geboren und arbeitet als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller. Er ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt mit seiner Familie in Berlin. Sowohl unter dem Pseudonym Tom Finnek als auch unter seinem richtigen Namen, Mani Beckmann, hat er bereits zahlreiche Krimis veröffentlicht. Zu seinen größten Erfolgen gehören neben der historischen Moor-Trilogie die London-Romane "Unter der Asche", "Gegen alle Zeit" und "Vor dem Abgrund".


    Allgemeines

    Vierter Band der Reihe um Tenbrink und Bertram

    Erschienen am 26.08.2020 bei Bastei Lübbe als TB mit 350 Seiten
    Gliederung: Prolog – Fünf Teile, entsprechend je einem Wochentag und jeweils mit nummerierten Kapiteln – Epilog

    Erzählung in der dritten Person aus den Perspektiven Tenbrinks und Bertrams

    Handlungsort und -zeit: Münsterland, ein Januar in der Gegenwart


    Inhalt

    Der „Schaddebuer“ (Torfbauer) Harking kommt auf seinem abgelegenen Hof nahe der niederländischen Grenze ums Leben, allerdings stirbt er nicht bei dem Brand, der sein Anwesen zerstört, sondern an schweren Kopfverletzungen. Sein alter Freund, der polizeibekannte Schultewolter, zieht ihn gerade noch rechtzeitig aus dem brennenden Haus, dennoch wird er zunächst verdächtigt. Allerdings gibt es noch einige weitere Verdächtige, denn der Ermordete war ein eigenbrötlerischer, seltsamer Kauz, der es sich mit vielen Menschen, darunter seinen eigenen Kindern, verscherzt hatte. Für Tenbrink, der eigentlich schon im Ruhestand ist und Bertram gilt es, die komplizierten Beziehungen der miteinander verschwägerten Familien der Dorfgemeinschaft zu durchschauen. Doch auch eine Reihe von Einbrüchen in der Gegend ist von Interesse, zumal man sich erzählt, der Schaddebuer habe einen größeren Schatz (Geld und Schmuck) vergraben…


    Beurteilung

    „Rauchland“ ist der vierte Band einer Reihe, deren vorherige Bände man möglichst zuvor gelesen haben sollte, um der komplexen Handlung folgen zu können. Es wird wiederholt auf frühere Ereignisse im Leben der beiden Protagonisten Tenbrink und Bertram Bezug genommen und es kommt in diesem Roman zu weiteren bedeutsamen Entwicklungen, dieser Handlungsstrang dürfte für Neueinsteiger in die Reihe nicht leicht zu durchschauen sein.

    Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, wobei es jedoch auch zur Figur Schultewolter eine Vorgeschichte gibt. In jedem Fall erfordert die Lektüre dieses intelligent und verwickelt konstruierten Krimis viel Konzentration, da es nicht einfach ist, die ganzen interfamiliären Beziehungen mehrerer miteinander verschwägerter Familien nachzuvollziehen. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen. Im Laufe der Befragungen gewinnen die Kommissare und der Leser nach und nach interessante neue Erkenntnisse, als sich herausstellt, dass es (Familien)geheimnisse gibt und nicht jeder im Verhör die Wahrheit sagt.

    Der Erzählstil ist anschaulich und atmosphärisch, aber nicht sehr spannend – Spannung kommt erst zum Schluss auf, als ein Ermittler einen unklugen Alleingang unternimmt. Auch dieser vierte Band kommt ohne Schilderung von brutalen Szenen aus.


    Fazit

    Solide Krimiunterhaltung mit viel Lokalkolorit und einem Schuss Humor – empfehlenswert!

    8 Punkte

  • Nachdem ich die Vorgängerbände „Galgenhügel“, „Totenbauer“ und „Schuldacker“ gelesen habe, musste ich natürlich wissen, wie es mit Heinrich Tenbrink und Maik Bertram weitergeht.

    Heinrich ist inzwischen pensioniert und fühlt sich so ganz wohl. Doch dann ist der Schaddebuer Friedhelm Harking im Rauchland gestorben. Man hat ihm den Schädel eingeschlagen und Zeugen haben einen Mann gesehen, der Harking aus dem Kotten gezogen hat und weggerannt ist. Schon bald hat die Polizei Schultewolter festgenommen, der aber nur mit Heinrich reden will. So ist Tenbrink wieder mittendrin in den Ermittlungen und sein Stöbereinsatz sagt ihm auch zu.

    Dieser Krimi aus dem Münsterland lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Auch die Handlungsorte sind gut beschrieben und das winterliche Venn wirkt etwas gespenstisch. Die Grenze zu den Niederlanden ist nah. So lernen wir nicht nur ein wenig Münsterländer Dialekt kennen, sondern auch gleich noch ein wenig Niederländisch.

    Die Charaktere sind wieder sehr individuell und eigenwillig dargestellt. Heinrich Tenbrink und Maik Bertram leben zusammen in einer WG, was sich gut eingespielt hat. Immer noch grübelt Heinrich über die Vergangenheit nach, die ihn sehr beschäftigt. Obwohl er seinen Ruhestand genießt, stürzt er sich auch gerne wieder in die Ermittlung, die er auf eine sehr spezielle Art führt. Maik hat andere private Sorgen, die ihn umtreiben und so muss er am Ende eine Entscheidung treffen. Es gibt eine Reihe von Verdächtigen und jeder hat mit jedem zu tun. Doch wenn auch viele einen Groll auf den Schaddebuer hatten, so ist es doch gar nicht so einfach, den Schuldigen auszumachen. Schön ist es, dass auch Jan Bonnema von der Polizei jenseits der Grenze wieder dabei ist.

    Eine ganze Reihe von Wendungen haben dafür gesorgt, dass es undurchschaubar und spannend bleibt und das Ende durchaus überraschend ist.

    Mir hat dieser unterhaltsame und spannende Münsterland-Krimi wieder sehr gut gefallen.


    10/10

  • Im Münsterland steht ein Kotten in Flammen, eine Person wird aus dem Haus gezogen und der Retter verschwindet – das ist die Ausgangssituation. Der Mantel des Flüchtenden bleibt zurück, deshalb wird er sofort als Heinrich-Josef Schultewolter identifiziert. Aber der Tote und Schultewolter waren Freunde, was ist passiert? Diese Frage müssen sich Maik Bertram und seine Kollegen stellen. Der Tote, Friedhelm Harking, lebte als Einsiedler, mit seinem Sohn war er seit Jahren zerstritten und die Tochter lebt auf Usedom. Und dann kommt ein Anruf aus den Niederlanden von Jan Bonnema, Schultewolter ist bei ihnen im Krankenhaus und will nur mit Heinrich Tenbrink sprechen. Tenbrink, eigentlich im Ruhestand, erklärt sich aber gerne bereit, mitzuhelfen. So kommt auf verschiedenen Ebenen die Aufklärung ins Laufen, dennTenbrink gibt nach dem Gespräch nicht so schnell wieder auf, sondern geht seinen eigenen Weg und verbeißt sich in die Sache.




    Ich habe schon die Vorgängerbände begeistert gelesen und dieser steht denen in nichts nach. Der Autor schreibt spannend, lebendig und bildhaft, daher fühlt man sich als Leser mitgenommen. Er läßt eine gewisse Mystik durch die Rauhnächte einfließen und die Dialekteinschübe machen die Geschichte noch authentischer. Das Privatleben in der Wohngemeinschaft von Bertram und Tenbrink samt Locke spielt natürlich auch wieder eine größere Rolle, es wird aber in der richtigen Dosis und mit einer Portion Humor eingestreut. Nach einigen Wendungen wird der Fall am Ende natürlich gelöst, Bertram trifft eine weitreichende Entscheidung und so kann man als Leser gespannt sein, was der Autor mit seinen Figuren noch geplant hat.


    Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für diesen Münsterlandkrimi!

  • Wir haben dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Vielen Dank an Wolke, den Verlag und den Autor für die Begleitung der Leserunde.


    Dieser Krimi ist Band 4 aus der Reihe um die Ermittler Maik Bertram und Heinrich Tenbrink:


    1. Galgenhügel

    2. Totenbauer

    3. Schuldacker

    4. Rauchland


    Im Münsterland, an der Grenze zu den Niederlanden, brennt mitten in der Nacht das Bauernhaus des alten Schaddebuer Harking. Zeugen beobachten zufällig, wie eine Gestalt einen leblosen Körper aus dem Haus zieht und dann im Wald verschwindet. War es ein Unfall? War es Mord? Wenn es Mord war, warum sollte der Täter dann das Opfer aus dem brennenden Haus retten?


    Für den Schaddebuer Harking kommt jede Hilfe zu spät. Bertram und seine Kollegen können schnell einen mutmaßlichen Täter ermitteln und stellen zu ihrer Überraschung fest, das dieser kein Unbekannter ist..


    Dieser Krimi aus dem Münsterland war spannend und bietet gute Unterhaltung. Man bekomnt auch ein paar nette Infos zu der Lebensart, der Gegend und der Mundart. Man sollte aber die Reihenfolge einhalten, was zwar für den Fall nicht wichtig, aber für die Entwicklung und das Privatleben der Figuren wichtig ist.


    Was mir auch wieder gut gefallen hat, war die Gestaltung des Covers.


    Allerdings war der Nebenerzählstrang von Bertrams Vergangenheit für mich wieder unnötig, wie auch schon im Band zuvor.


    Wer Krimis und besonders Regionalkrimis mag, sollte diese Reihe unbedingt lesen.


    Ich vergebe 9 Eulenpunkte.

  • Ich lese diese Reihe seit Beginn - und auch der vierte Band "Rauchland" konnte mich wieder überzeugen.

    Die beiden Kommissare Heinrich Tenbrink und Maik Bertram sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen und ich verfolge die Entwicklung der beiden mit Interesse.

    Tenbrink ist ja zwischenzeitlich im Ruhestand - aber das hält ihn nicht von Ermittlungen ab.

    Diesmal geht es um eine Leiche in einem brennenden, einsamen Haus, um alte Spannungen und Verwicklungen, um Einbrüche und - um das Privatleben von Tenbrink und Bertram.

    Dies alles ist gewohnt ruhig und ohne reißerische Elemente beschrieben.

    Die Auflösung des Falles hat mich am Ende ziemlich überrascht.

    Der Weg dahin liest sich unterhaltsam, spannend und kurzweilig.

    Für mich steht eindeutig fest - dieser Reihe bleibe ich auf jeden Fall treu.

  • Rauchland

    Der Schradebauer wird ermordet aufgefunden, sein Hof brennt und der vermeintlich Täter flieht.

    Ein Fall für Tenbrink und Bertram.

    Für mich war es der erste Krimi aus dieser Reihe.

    Das Buch beschreibt anschaulich den Ort der Handlung und die Charaktere der Hauptdarsteller. Es ist spannend und unterhaltsam zu lesen. Mit den Einschüben im Dialekt habe ich mich etwas schwer getan, liegt vielleicht daran, dass ich aus einem ganz anderen Teil Deutschlands komme.

    Das Ende hat mich überrascht, somit blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten.

  • Düster, ruhig und süchtig machend


    Buchmeinung zu Tom Finnek – Rauchland


    „Rauchland“ ist ein Kriminalroman von Tom Finnek, der 2020 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Münsterlandreihe um Heinrich Tenbrink und Maik Bertram.


    Zum Autor:

    Tom Finnek (Pseudonym des Autors Mani Beckmann) wurde 1965 in Westfalen geboren und lebt als Filmjournalist, Drehbuchlektor und Schriftsteller in Berlin. Unter dem Namen Mani Beckmann erschienen neben einigen Berlin-Krimis seine historischen Moor-Romane, die im Münsterland angesiedelt sind. Unter dem Pseudonym Tom Finnek schreibt er seit 2009 historische London-Romane und Münsterland-Krimis. Tom Finnek/Mani Beckmann ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.


    Klappentext:

    In einer kalten Rauhnacht, nahe der niederländischen Grenze: Ein alter Bauernkotten steht lichterloh in Flammen, und die Leiche des Bauern liegt ­mit eingeschlagenem Schädel vor dem Haus. Oberkommissar Maik Bertram und seine Kollegen können den vermeintlichen Mörder bald fassen: Schultewolter, der vor Jahren auch den inzwischen pensionierten Heinrich Tenbrink niedergeschlagen hat. Doch Zeugen haben gesehen, wie Schultewolter den Toten aus dem brennenden Haus gezerrt hat. Warum würde ein Mörder sein Opfer retten wollen?


    Meine Meinung:

    Auch dieses Buch überzeugt wie die Vorgänger durch die gelungene Mischung zwischen Kriminalfall und Weiterentwicklung der Figuren. Auch wenn das Buch für Neueinsteiger verständlich bleibt, so ist die Kenntnis der Vorgänger von Nutzen. Die beiden Hauptfiguren sind tief gezeichnet und haben die ein oder andere Macke. Einige Aspekte werden aufgegriffen und weitergeführt. Dabei schont der Autor seine Helden nicht, gönnt ihnen aber auch erholsame Passagen. Einige typisch münsterländische Traditionen und Verhaltensweisen sind gelungen in die Handlung integriert. Der Fall kommt erst langsam in Bewegung und Bertram und Tenbrink nähern sich ihm auf recht unterschiedlichen Wegen. Der pensionierte Tenbrink sucht Gespräche auch an ungewohnten Orten, während Bertram eher auf klassische Polizeiarbeit setzt. Beide tauschen sich aber aus und so entflechten sie das Dickicht. Über große Strecken wird der Roman von dunklen Themen beherrscht, die nur sparsam von viel Atmosphäre und gelegentlichen amüsanten Episoden aufgelockert werden. Die Figuren bieten aber weiterhin Raum für Überraschungen und ich glaube, dass die Geschichte der beiden ungleichen Ermittler noch nicht auserzählt ist.


    Fazit:

    Mich haben Tenbrink und Bertram wieder in ihren Bann gezogen. Dazu gibt es viel Atmosphäre, einen durchaus ansprechenden Kriminalfall und etliche Überraschungen in der Entwicklung der Figuren. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    :lesend Ulf Schiewe - Die Mission des Kreuzritters

    :lesend Mark Franley - Der Angst verfallen

    :lesend Mac P. Lorne - Sie nannten ihn Cid

    :hörend: Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist