'Das unsichtbare Leben der Addie LaRue' - Teil 6 - 7

  • Ja, den Schluss fand ich ganz nett, obwohl er einiges offen lässt.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Tom Liehr: Freitags bei Paolo

  • Ich habe dieses Buch wirklich gern gelesen. Ich wüsste auch gar nicht, was mir besser gefallen hätte. Vergangenheit oder Gegenwart, es waren beide toll zu lesen.

    Addie hat also Henrys Pakt (und ihren auch irgendwie) abgewandelt und Luc hat sich darauf eingelassen. Ich hoffe so sehr, dass Henry jetzt seinen Weg findet. Er musste nicht sterben, und doch musste er sich von Addie trennen. Und sie sich von ihm.

  • Welche genau?

    Mich lässt die Figur Henry irgendwie ratlos zurück. Ich finde ihn für einen Protagonisten irgendwie sehr blass, gerade wenn man ihn mit Luc und Addie in Verbindung setzt. Klingt hart, aber ich hätte ihn als Charakter irgendwie nicht gebraucht. Letztendlich hätte das auch ein x- beliebiger sein können, der Addies Geschichte aufschreibt, wisst ihr, was ich meine? Seine Funktion war wichtig, aber er als Charakter bleibt für mich egal.

  • Und genau das wollte Henry nicht. Den Leuten egal sein ;)

    Von daher fand ich diesen Charakter schon interessant. Außerdem, um zu verdeutlichen, wie die Abmachungen mit Luc sich negativ auswirken.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Tom Liehr: Freitags bei Paolo

  • Eigentlich sind es nicht die Abmachungen mit Luc, die sich négatif auswirken. Die Autorin zeigt einfach nur, wohin es führt, wenn wir nicht genau wissen, was wir wollen :wave

    Luc hört nur den abstrakten Wunsch einer Person und erfüllt ihn. Unbekannte, weil nicht benannte Konditionen, legt er einfach selbst fest. Wäre er auch schön blöd, es nicht zu tun, schliesslich ist er kein Samariter, sondern ein Seelensammler ;)

  • Ja, das schon auch. Wäre noch die Frage, ob es in Lucs Macht gelegen wäre, die Wünsche seiner Opfer so zu erfüllen, dass sie glücklich mit ihrem Leben für eine gewisse Zeit sein können.

    Oder schmecken ihm unglückliche Seelen einfach besser?

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    :lesend Tom Liehr: Freitags bei Paolo

  • haha gute Frage!

    Es scheint ihm ja schon Spaß zu machen die Konditionen so festzulegen, dass es den Leuten nachher oft leid tut den Deal gemacht zu haben.

    Aber wir wissen nicht, was er sagen genau hat. 🤷🏼‍♀️


    Und noch zu Henry: er ist ja tatsächlich kurz vor einem Selbstmord gestanden. Also ein wenig mehr als "nicht zu wissen, was man will", oder?

    Wobei ich bis zum Ende nicht nachvollziehen konnte wieso er sich genau umbringen wollte. Also, sein Leben war iwie nicht so toll, aber SO schlimm kam es mir auch nicht vor...

  • Henry kam sein Leben wohl sinnlos genug vor, um einen Suizid in Betracht zu ziehen: von seiner Familie ständig demoralisiert und von der langjährigen Partnerin als Heiratskandidat abgelehnt. Das kann einen schon ziemlich fertig machen, wenn man sich selber nicht wertschätzt.

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    :lesend Tom Liehr: Freitags bei Paolo

  • Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Henry Depression hat(te) und auch deswegen von der Ablehnung seines Heiratsantrages komplett aus der Bahn geworfen wurde. Dazu kommt ein sehr geringes Selbstwertgefühl und das Gefühl, das eigene Leben nicht auf die Reihe zu kriegen bzw. zu verpassen. Henrys Gefühl, von uns außen sieht das natürlich ganz anders aus. Selbstbild und Fremdbild sind oft zwei ganz unterschiedliche Bilder.


    Ja, das schon auch. Wäre noch die Frage, ob es in Lucs Macht gelegen wäre, die Wünsche seiner Opfer so zu erfüllen, dass sie glücklich mit ihrem Leben für eine gewisse Zeit sein können

    Das ist wirklich eine interessante Frage. :/Wobei ich ihm gar keine böse Absicht unterstellen möchte - mazian hat das in meinen Augen sehr schön beschrieben:

    Luc hört nur den abstrakten Wunsch einer Person und erfüllt ihn. Unbekannte, weil nicht benannte Konditionen, legt er einfach selbst fest. Wäre er auch schön blöd, es nicht zu tun, schliesslich ist er kein Samariter, sondern ein Seelensammler ;)

    Vielleicht hat er einfach viel zu wenig Ahnung von Menschen und den Wünschen von Menschen, um ihnen wirklich den Wunsch so erfüllen zu können, wie sie es gerne hätten. Ich würde es so interpretieren: Luc hört den Wunsch und genau dieser wird so einfach wie möglich erfüllt. Da wird nichts abgewogen oder die "Nebenwirkungen" bedacht oder oder oder (so wie es wir Menschen tun würden), sondern für ihn ist der Wunsch (und nur dieser Wunsch) "Befehl". Luc handelt hier mehr wie eine Maschine und weniger wie ein Mensch, der er ja auch nicht ist!


    Je länger ich darüber nachdenke, umso weniger "böse" kommt er mir vor. Ja, es ist zum Nachteil von den Menschen - aber kann er wirklich was dafür, dass er so ist wie er ist und so handelt, wie es in seinen Möglichkeiten und seinem Vorteil ist?

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Ihr seid nicht gerade dabei, euch Luc schön zu reden? =O

    Das kann natürlich gut sein :grin - umgekehrt kann es aber auch sein, nicht alles als "böse" abzustempeln, bloß weil man es nicht kennt oder sich nicht erklären kann.


    Die Autorin hat mir Addies Haltung eine zumindest vorläufige Entscheidung getroffen - ob es so bleibt ist ungewiss, schließlich hat das Buch immer wieder mal überraschende Wendungen. Nachdem das Buch jetzt (leider) zu Ende ist und wir viel zu wenig von Luc wissen, dürfen wir jetzt selber weiterspinnen :lache und unsere eigene Geschichte erfinden. Wobei ich mittlerweile wirklich gerne einen 2. Band lesen würde, um zu erfahren, wie es mit den beiden weitergeht und vor allem was Luc ist und antreibt.

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Ihr seid nicht gerade dabei, euch Luc schön zu reden? =O

    :chen Stimmt! Er ist als Der Böse (Der Dunkle Gott!) definiert und festgelegt. :kreuz Deshalb wirken sich seine Gaben negativ aus.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Tom Liehr: Freitags bei Paolo

  • Oonalaily Tröste Dich, das Dunkle ist oft interessanter als das allzu Klare.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


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