'Die an den Tod nicht glauben' - Seiten 064 - 135

  • Pedita braucht mal jemanden, der sie icht nur fördert, sondern auf fordert. Meyer zu Köcker. (Was für ein Name!) tut das ja und da wird auch klar, dass sie schon eigentlich ziemlich verhätschelt wurde und schlecht damit zurecht kommt, wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen kann. Irgendwie kann sie nicht akzeptieren, dass man Dinge auch ander anpacken kann, als sie es tun würde.

    Den Spott der Männerwelt hält sie ja auch schlecht aus, es sollte ihr aber schon klar sein, dass sie halt generell einfacj nicht ernst genommen wird und ihre direkte Umgebung einfach nicht die „normale“ Welt ist.


    Dieter hingegen muss sich mehr zutrauen, nur mit Fleiß wird es wohl nicht weiterkommen.

    Ich denke, dass er und Perdita sich ganz gut ergänzen. Das Verhalten des Kollegen mit der Akte Walther ist schon auch seltsam. Die einzige Erklärung für das Verschwinden lassen von Akten wäre ja, dass einer der feinen Herren hinter den angeblichen Selbstmorden steckt.


    Czerny ist tatsächlich immernoch rätselhaft, aber so richtig komm ich noch nicht hinter seine Beweggründe. Ich denke da wird sich einiges im Laufe des Buches noch aufklären. Ich weiss ja nicht, ob der „Satan“ dahinter steckt und er versucht den Freund zu decken. Ihm selber trau ich ds irgendwie nicht zu…

  • Ich traue vorallem der Autorin nicht zu es so leicht anzugehen, dass der Mörder von Anfang an klar ist. Kann aber natürlich auch sein, dass gerade das der Kniff ist. Passt Kolja irgendwie zu Charon, namenstechnisch? Da ist doch ein solider Dieter mit seiner Holden Isolde schön normal.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend Édouard Louis Monique bricht aus

  • Kolja ist ja eher ein russischer Name, Charon kommt aus dem griechischen…


    Wobei ich mich schon gefragt habe, welch seltsamen Humor die Eltern hatten, den Sohn nach dem Fährmann über den Styx zu benennen, gerade wenn er mal das Bestattungsunternehmen der Eltern erben soll

  • Ach schön, mal wieder im Aschinger. Und im Polizeigebäude wartete ich immer darauf, dass mal Böhm über den Flur läuft und knurrig guckt.

    Wobei ich mich schon gefragt habe, welch seltsamen Humor die Eltern hatten,

    ... ihre Tochter Perdita zu nennen. Da gibt man seinem Kind ja auch nicht sehr viel Optimismus mit auf den Weg.


    Czerny und sein Kumpel sind so auffällig zwielichtig, dass dies in einem Krimi doch hoffentlich nicht die Täter sein können. Aber Stimmung und Schreibstil des Buches gefallen mir. Rätseln kann ich jetzt noch gar nicht, sondern einfach nur lesen und in die dunkle Welt des alten Berlins abtauchen.

  • Czerny ist tatsächlich immernoch rätselhaft, aber so richtig komm ich noch nicht hinter seine Beweggründe. Ich denke da wird sich einiges im Laufe des Buches noch aufklären. Ich weiss ja nicht, ob der „Satan“ dahinter steckt und er versucht den Freund zu decken. Ihm selber trau ich ds irgendwie nicht zu…

    Ich habe so die Vermutung, dass er hinter seinem Spezl dem Tedeú quasi aufräumt. Der bringt die Frauen, die ihm lästig werden, um die Ecke und er beseitigt die Spuren.


    Was Perdita betrifft gebe ich Dir recht, Sie hat einfach zu viele Freiheiten genossen und muss nun lernen mit Ablehnung umzugehen. Sicher braucht sie noch einen größeren Anstoß als den von MeyerzuKöcker.

  • Ich habe so die Vermutung, dass er hinter seinem Spezl dem Tedeú quasi aufräumt. Der bringt die Frauen, die ihm lästig werden, um die Ecke und er beseitigt die Spuren.

    ich hab im nächsten Abschnitt ne ähnliche These aufgestellt ;-)

  • Im ersten Abschnitt fiel es mir noch etwas schwer, mich in Zeit und Ort hineinzufinden. Das klappte jetzt im zweiten Abschnitt deutlich besser und ich denke, jetzt bin ich wirklich mittendrin.


    Es ist schon ein glücklicher Zufall, daß nicht nur Perdita hier Zweifel kommen, sondern auch Dieter einige Ungereimtheiten auffallen, die seine Kollegen wohl überhaupt nicht interessiert hätten. Ansonsten wäre alles wie geplant verlaufen und der Fall als Selbstmord zu den Akten gelegt worden.


    Auch für mich sieht es nach dem letzten (achten) Kapitel mit der Befragung der Knobloch so aus, als ob der Satan die Frauen umbringt und der Czerny die Spuren beseitigt. Aber offenbar hat er Hilfe, vielleicht benutzt er seinen Einfluss? Hat der angeblich ehrgeizige und brilliante Konrad Meyer zu Köcker wirklich kein Interesse an den Fragen von Perdita oder hat er sogar ein viel stärkeres Interesse daran, daß keine Fragen gestellt werden? Wer hat denn eigentlich den Leichnam rausgegeben? Oder kann da jeder ein- und ausspazieren? Vielleicht der Leiser, der ja das Protokoll auch noch auf dem Heimweg bei der Polizei abgegeben hat, weil es "so pressiert", nachdem er am Abend zuvor noch sagte, daß es nachts wohl sowieso keiner mehr liest? Und was ist mit dem plötzlich eifrig gewordenen Kriminalanwärter Richard Averdunk, der sich die Akte für den Fall geholt hat und Dieter eingeschärft hat, darüber kein Wort zu verlieren. Selbst wenn der Satan der Mörder ist, gibt es hier eine Reihe von Leuten, die sich sehr verdächtig verhalten. Ich habe jedenfalls momentan mehr Fragen als Antworten im Kopf.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Dieter gefällt mir richtig gut, auch wenn er ohne Perdita wohl niemals die Initiative ergriffen und auf eigene Faust ermittelt hätte. Ich hoffe nur, er kann sie ein bisschen bremsen, so ohne Rücksicht auf Verluste vorpreschen kann auf Dauer nicht gut gehen.


    Dass der "Satan" der Mörder ist, kann ich mir nicht vorstellen, wäre zu einfach :lache und ich wüsste auch nicht woher sie den Einfluss haben sollten , um Akten aus dem Präsidium verschwinden zu lassen.

  • Ich habe so die Vermutung, dass er hinter seinem Spezl dem Tedeú quasi aufräumt. Der bringt die Frauen, die ihm lästig werden, um die Ecke und er beseitigt die Spuren.

    Hm, ich denke, das wäre zu einfach. Sicher ist, beide haben irgendwie Dreck am Stecken. Zumal ich wissen möchte, wen unser Bestatter da im Keller bei sich hat....


    Was die Morde anbelangt, so glaube ich immer noch, dass einer aus dem Institut die Finger mit im Spiel hat, sowie jemand von der Polizei... Einer der Zugriff auf Susettes Akte hatte und der auch bei der Polizei schalten und walten kann wie er will.


    Isolde finde ich auch toll! Minda hingegen...Armes verblendetes Ding. Ich hoffe, dass sie der Wahrheit irgendwann einmal ins Auge sieht. Perdita bleibt mir irgendwie fremd. Dafür hat es mit der Dieter angetan.

  • Warum hat eigentlich Tadéu mit den zweifarbigen Augen, der als hässlich beschrieben wird, zumindest kommt es bei mir so an, soviele unterschiedliche Affären? :gruebel


    Minda scheint abhängig von ihm, sie vernachlässigt Aussehen – ihr einziges Kapital und was ich spannend finde, sie hat das Gefühl einer heraufziehenden Katastrophe. Ich kann sie noch nicht richtig einordnen, ob sie ein künftiges Opfer ist oder nicht.


    Frauke Walther lebte mehr oder weniger mit Tadeusz Kalecki zusammen und hatte einen Sohn mit ihm. Bei ihm handelt es sich auf jeden Fall um Tadéu. Doch finde ich das Gespann Tadéu – Charon eigenartig. Was verbindet die beiden?


    Schön fand ich es, mehr über Dieter Schultz zu erfahren: wie und warum der von der Schutz- zur Kriminalpolizei wechselte. Dass er aber – für mich – in der Hackordnung seiner Kollegen aufgrund seiner „kleinen“ Herkunft ganz unten steht. Wie er versucht, die tierliebende Isolde zu einer Heirat zu bewegen.


    Völlig zu Recht macht er sich seine eigenen Gedanken über Frauke Walther und notiert diese. Warum wird diese ebenfalls durch Charon Czerny (feuer-)bestattet? Wer bezahlt diese Beerdigung? Und ja, Charon „dessen eigene Verwandten um ihn herum wie Fliegen starben“ ist auch sehr suspekt.


    Perdita ist ein Mensch, der es nicht so mit der Theorie und deswegen noch keinen weiteren Abschluß/Ausbildung hat. Auch wenn ich verstehe, dass sie in der Vorlesung mies behandelt wurde, ist es auch wieder was wie Schwanz einziehen, deshalb die Vorlesung einfach zu verlassen. Ja, ihr fehlt auch einiges an sozialer Kompetenz, sie will immer mitten durch die Wand. Hier habe ich auch sehr den Kopf geschüttelt, als sie eigenmächtig bei der Polizei den „Diebstahl der Leiche“ melden will. Immerhin begegnet sie dort Dieter Schultz, der ja ebenfalls seine Zweifel hat, was Frauke Walthers Tod angeht. Die Frage ist: warum nimmt eigentlich von Averdunk die Akte an sich und will nicht, dass Dieter darüber etwas verlauten lässt? Und was ist es, das Perdita vom Boden in Fraukes armseligen Zimmer aufklaubt?


    streifi

    Ich sehe Perdita wie Du bei aller Sympathie auch kritisch. Sie hat noch viel zu lernen in ihrem jungen Leben, vor allem auch Zwischenmenschliches...


    Bei Dieter denke ich mir auch: aufgrund seiner bescheidenen Herkunft wird es mehr als nur Fleiß brauchen, um sich eine Beförderung zu erarbeiten. Aber eigentlich weiß er das ja selbst.


    Das Gespann Tadéu und Charon finde ich sehr eigenartig. Der eine so schön, der andere so hässlich. Beide sehr mysteriös, aber auf Wirkung bedacht. Ich habe das Gefühl, Charon „räumt“ Tadéus (auch anderen? :gruebel ) hinterher. Er hat ja ab und an bei Fraukes Wirtin Geld gelassen, er kümmert sich um die Toten (wobei wir ja noch nicht wissen, ob Tadéu diese auf dem Gewissen hat oder jemand anderes)...


    Findus

    Du hattest ja auch die Theorie des Aufräumens. Wobei ich mir aktuell auch noch gar nicht sicher bin, ob das wirklich so ist, dass der eine Schuld an den Toten ist und der andere halt den „Dreck wegmacht“.


    LeSeebär

    Ich bin ganz bei Dir, dass es eine ganze Reihe von Leuten gibt, die sich komisch/verdächtig verhalten. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass jemand „Höheres“, z.B. von der Polizei, in diese Fälle involviert ist.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Was ihr sicherlich nicht schadet ;)

    Das ganz sicher. Auch wenn ihre Jugend sicher für die Zeit ungewöhnlich war, war sie doch sehr behütet - wenn auch auf eine ganz eigene Art.


    Ich bin mit dem Abschnitt jetzt auch fertig. Ja, der Verdacht, dass er für seinen Kumpel aufräumt, drängt sich wirklich auf, aber irgendwie glaube ich noch nicht daran. Aber eine bessere Theorie habe ich auch nicht.


    Ich liebe es, wie lebendig der Roman ist. Das liegt natürlich teilweise auch daran, dass viele Orte in unseren Köpfen bereits mit Bildern und anderen Sinneswahrnehmungen verknüpft sind, zum anderen aber auch an den Figuren mit ihren Eigenheiten, die sehr real wirken.


    Zumal ich wissen möchte, wen unser Bestatter da im Keller bei sich hat...

    Ja, darauf bin ich sehr gespannt.

  • Oh ja, Perdita fehlt es in der Tat an sozialer Kompetenz. Heute hätte man sie zweifellos bereits auf ADHD und Autismus getestet. Damals kam sie stattdessen zu dem Schluss: "Ich kann halt mit den Toten besser als mit den Lebenden ..."

    Freue mich, dass Dieter sich Freunde macht.

    Und Isolde, of course.

  • Oh ja, Perdita fehlt es in der Tat an sozialer Kompetenz. Heute hätte man sie zweifellos bereits auf ADHD und Autismus getestet. Damals kam sie stattdessen zu dem Schluss: "Ich kann halt mit den Toten besser als mit den Lebenden ..."

    Freue mich, dass Dieter sich Freunde macht.

    Und Isolde, of course.

    Oh... es gibt so einige (unempathische) Ärzte, über die ich mir schon dachte "Du solltest auch besser in der Pathologie arbeiten als am lebenden Mensch". :lache

    Lieben Gruß,


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