Hier kann zu den Seiten 102 – 201 (Kapitel 11 – 24) geschrieben werden.
'Die Hafenschwester: Als wir zu träumen wagten' - Seiten 102 – 201
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Da meine Familie sich selbst beschäftigt hat, hatte ich noch so richtig schön Lesezeit. Und da mir das Buch so gefällt hab ich weitergelesen.
Die Milli kann man ja auch nur bewundern. Hat wirklich kein leichtes Los ist aber trotzdem von ihren Träumen überzeugt und lässt sich das von niemanden nehmen. Hoffentlich erreicht sie ihr Ziel und wird noch glücklich. Verdient hätte sie es. Dass sie ihre Tochter Anna nennt, hat mich zu Tränen gerührt.
Gut dass Martha mit der Susanne vorsichtig war und ihr nicht alles anvertraut hat. Hoffentlich erweist sich Carola als verlässlicher. Da bin ich noch gespannt wie es sowohl an der Schule als auch mit den Sozialdemokraten weitergeht.
Dass der Heinrich geht verstehe ich auch. Aber da gehört schon Mut dazu, als 12jähriger allein in die Welt zu segeln.
Ist das dann der reiche Onkel Heinrich, der der Renate Schwarz und ihrem Matthias die Hochzeit zahlt?
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Dass der Heinrich geht verstehe ich auch. Aber da gehört schon Mut dazu, als 12jähriger allein in die Welt zu segeln
Damals war Schiffsjunge ein richtiger Beruf. Das war das erste Lehrjahr zur dreijährigen Vollmatrosenausbildung. Deshalb ist es auch so wichtig, dass der Vater den Ausbildungsvertrag unterschreibt. Und wie überall kommt es darauf an, wo man anheuert. Ein anständiger Kapitän legt wert darauf, dass der Vater den Vertrag unterschreibt. Ein zwielichtiger Bursche, der Kinder ausbeuten will, nicht.
Zu deiner Spoiler-Frage - nein, das ist er nicht.
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Ja das es ein Beruf ist war mir schon bewusst. Aber wenn ich mir so einen 12jährigen allein auf den Weltmeeren vorstelle. Kommt bestimmt auf den Käptn an, aber da gab es bestimmt auch genug schwarze Schafe und die Jungen waren denen und der Mannschaft ja total ausgeliefert.
Zu deiner Spoiler-Frage - nein, das ist er nicht.
Ist mir jetzt auch eingefallen, das ist ja ein Studt und das wird Martha ja erst 🙈
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Ist mir jetzt auch eingefallen, das ist ja ein Studt und das wird Martha ja erst 🙈
Der taucht in Band 2 als kleiner Steppke zum ersten Mal auf.
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ich hab dann auch mal weiter gelesen….
Milli ist wirklich mutig. Wobei ich auch verstehen kann, dass sie ihre entscheidungsfreiheit nicht verlieren will. Ich hoffe nur mal, dass der Vormund, der bestimmt wird nicht der Stiefvater ist… das habe ich nicht mehr im Kopf, aber das sehen wir ja noch…
Susanne ist auch ganz schön berechnend.. Am Ende sieht sie sich ja auch als gute Samariterin, weil sie sich Martha als Freundin anbietet, obwohl die ja aus einer unfeinen Gegend kommt. Und dann ist Marzha eifach so undankbar und hat nen eigenen Willen

Mal sehen wie es mit Carola weitergeht, auch da ist die Erinnerung nicht mehr so frisch…
SChön dass Martha immer wieder auf Menschen trifft, die sie unterstützen. Der Kontakt zur Sozialdemokratie Hamburgs ist auf jeden Fall ein guter Schritt. Sich vernetzen ist immer wichtig
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Der Roman gefällt mir wirklich sehr gut.
Millie ist eine sehr bemerkenswerte und starke "Jugendliche". Ja, sie ist erst 16, doch das Leben hat sie viel gelehrt und sie ist stark. Was hat sie bereits ertragen müssen. Vom Vater vergewaltigt und weitergereicht an seine Kumpels. Furchtbar. Schlimme Erlebnisse, die sie für sich behält und ihre Freundin Martha davor schont. Was würde es nutzen? Was der Mann ihrer Mutter ihr angetan hat, hat sie zu der willensstarken Frau gemacht. Martha hätte Mitleid und würde die Täter mit anderen Augen betrachten.
Ich verstehe Millis Rachegedanken.
Moritz ist ein toller Junge. Er gibt sich als Verlobten der Gebährenden aus - gegen Millis Willen, doch bekommt sie dadurch eine freundliche Zuwendung während der Geburt durch die Hebamme und sie erlaubt Martha, der Schwesternschülerin, der Patientin zurseite zu stehen.
Ich möchte Millie zurufen "Greif zu, sag ja zu Moritz, sicher Dich ab. Er mag Dich und meint es gut mit Dir." Als Ehefrau würde er ihr aber sicher verbieten, weiter anschaffen zu gehen. Sie macht es für die Amerikapassage, das ist aber nicht sein Traum.
Sie lehnt mehrfach ab, will sich die Möglichkeit ihrer Unabhängigkeit ab der Volljährigkeit bewahren. Stark! Bemerkenswert!
Martha und ihre Schlafraummädels... unverhofft erhält sie durch Carola ganz neue Einblicke und erlebt eine neue Freundschaft.
Ich frage mich, ob ich den Anhang mit den "Psychologischen Biographien" jetzt bereits lesen dürfte oder besser noch abwarte?
Wunderschön auf Seite 163: "Wer in den Abgrund geblickt hat, der kann sich entweder hinabstürzen oder sich - wie sie - Flügel wachsen lassen, gespeist aus den Träumen und Hoffnungen, die sie sich niemals nehmen lassen würde."
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Wobei immer daran zu denken ist, Volljährig nichts mit noch zwei Jahren ab 16, das waren noch fünf bis 21.
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Die Milli kann man ja auch nur bewundern. Hat wirklich kein leichtes Los ist aber trotzdem von ihren Träumen überzeugt und lässt sich das von niemanden nehmen. Hoffentlich erreicht sie ihr Ziel und wird noch glücklich. Verdient hätte sie es. Dass sie ihre Tochter Anna nennt, hat mich zu Tränen gerührt.
Gut dass Martha mit der Susanne vorsichtig war und ihr nicht alles anvertraut hat. Hoffentlich erweist sich Carola als verlässlicher. Da bin ich noch gespannt wie es sowohl an der Schule als auch mit den Sozialdemokraten weitergeht.
Dass der Heinrich geht verstehe ich auch. Aber da gehört schon Mut dazu, als 12jähriger allein in die Welt zu segeln.
Für Heinrich ehe ein Glücksfall, denn zuhause das Elend mit anzusehen und womöglich aus Frust dann auch noch zum Alkoholiker zu werden, war ja keine Seltenheit damals, und Martha gesteht sich im Geheimen ja auch ein, dass sie froh ist, den Verfall ihres Vaters nicht ständig vor Augen zu haben.
Ja bei Susanne hatte sie doch einen guten Instinkt und ich denke, dass sie es mit Carola besser getroffen hat. Denn Schwestern im Geiste werden sie wohl werden, auch wenn Martha in der Hinsicht noch recht unbedarft ist. Ich musste schmunzeln, als Carola bei bestimmten Nachfragen Marthas die Augen rollte.
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Für Heinrich ehe ein Glücksfall, denn zuhause das Elend mit anzusehen
Hab ja geschrieben, dass ich es verstehe. Aber wenn ich mir einen 12jährigen allein auf einem Schiff, nur dem Wohlwollen eines Kapitäns und der Mannschaft ausgesetzt, vorstelle, finde ich schon, dass da Mut dazugehört.
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Ich frage mich, ob ich den Anhang mit den "Psychologischen Biographien" jetzt bereits lesen dürfte oder besser noch abwarte?
Die habe ich erst für die Taschenbuchausgabe geschrieben, im Original waren sie nicht dabei. Lies sie lieber erst am Ende. Sie spoilern.
Wobei immer daran zu denken ist, Volljährig nichts mit noch zwei Jahren ab 16, das waren noch fünf bis 21.
Und bis dahin hätte der Stiefvater ihr die Ehe auch noch verbieten können, damit sie weiter Geld ranschafft. Außer, Moritz hätte ihn windelweich geprügelt, damit er nachgibt

Denn Schwestern im Geiste werden sie wohl werden, auch wenn Martha in der Hinsicht noch recht unbedarft ist. Ich musste schmunzeln, als Carola bei bestimmten Nachfragen Marthas die Augen rollte.
Warten wir es ab

Aber wenn ich mir einen 12jährigen allein auf einem Schiff, nur dem Wohlwollen eines Kapitäns und der Mannschaft ausgesetzt, vorstelle, finde ich schon, dass da Mut dazugehört.
Er war zuhause so verzweifelt, Mutter und eine Schwester tot, die zweite Schwester außer Haus und der Vater versinkt saufend im Selbstmitleid. Da kam ihm alles besser vor. Er war mehr verzweifelt als mutig, aber mutig genug, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und sich einen Traum zu erfüllen.
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In diesem Abschnitt passiert ja wieder so einiges.

Der Vater ist bei der Arbeit böse gestürzt und kann danach nur noch Handlangerarbeiten verrichten. Und immer wieder verfällt er dem Alkohol. Ich bin gespannt, ob der neuerliche Versuch ihn endlich vom Trinken abhalten kann. Ich kann auch Heinrich gut verstehen, der mit einer erschlichenen Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag nun zur See fährt. Was sollte ihn noch zuhause halten? Die Schwester lebt im Schwesternwohnheim und der Vater ist nur noch betrunken, das Geld reicht oft noch nicht mal fürs Nötigste, obwohl sie sich für keinen Job zu fein sind.
Schneller als erwartet muss Martha sich auch wieder erfolgreich gegen Probst zur Wehr setzen. Die Szene hat mir richtig gut gefallen. Leider hat sie nun einen Feind gegen sich. Gut, dass Doktor Schlüter in die Offensive geht, da der neidische Mehling auch noch Gerüchte über ihn und Martha in die Welt gesetzt hat. Seine Frau Wilhelmina mit ins Boot zu nehmen, war ein kluger Schachzug, so gelingt es schließlich, Martha eine Ausbildung zur Krankenschwester am Eppendorfer Krankenhaus zu vermitteln. Wilhelmina war mir sofort sympathisch, eine kluge und empathische Frau. Ganz anders als so viele Frauen ihrer Zeit.
Marthas Mitkrankenschwestern sind ihr nicht alle wohlgesonnen: Auguste Feldbehn ist ein echtes Ekelpaket – allerdings scheint sie, wenn man den Gerüchten glaubt, ein uneheliches Kind bekommen zu haben, das kurzerhand als ihre kleine Schwester ausgegeben wurde. Susanne Kowalski erscheint zwar erst als gute Freundin, doch Martha tat gut daran, ihr nicht zu vertrauen, denn sie zeigt bald ihr wahres Gesicht. Hier fand ich das Gespräch zwischen ihr und Martha auf S. 172 – 174 sehr stark. Susanne ist voller Vorurteile, was Frauen und vor allem auch Prostituierte angeht. Sie ist für mich so ein Fall von „nach oben buckeln, nach unten treten“.
Erst als Martha auf Distanz geht, kommt Kontakt mit Carola zustande, die sie mit zu den Sozialdemokraten mitnimmt. Hier fand ich, kommt auch durch, wie ungebildet Martha (noch) ist. Aber sie ist ja nicht dumm – Wissen kann man aufholen und Martha ist, wie wir wissen, ungemein wissbegierig.
Auch Milli kommt nicht zur Ruhe: sie ist schwanger und will ihr Kind behalten, auch damit sie einen Antrieb hat, ihr Ziel „ein neues Leben in Amerika“ zu verfolgen. Moritz hingegen würde sie gerne heiraten und auch das Kind als seines akzeptieren. Er liebt sie aufrichtig – aber auch für Milli würde er Hamburg nicht verlassen. Schwierige Entscheidung: soll sie bleiben und Moritz heiraten? Oder das viel größere Wagnis eingehen, sich noch irgendwie die 5 Jahre bis zur Volljährigkeit durchschlagen und dann den Weg nach Amerika suchen? Ich finde Millis Entscheidung mutig, denn die Heirat wäre vermutlich der einfachere Weg für sie.
Ich finde es sehr traurig, was man sonst noch so über Millis Leben erfährt: dass sich der eigene Stiefvater an ihr vergriffen und sie unter seinen Kumpanen und sogar dem Wachtmeister herumgereicht hat. Süß finde ich, dass sie die Tochter Anna nennt, nach Marthas verstorbener kleiner Schwester und dass Martha die Taufpatin wird.
Was mich hier wirklich schockiert: Martha und Milli sind Teenager. Heinrich gerade mal 12. Was diese Menschlein schon mitmachen müssen und zu leisten imstande sind. Auch wenn es damals ganz andere Zeiten waren – wenn ich mir da manche Kinder von heute ansehe, die gefühlt noch nicht mal in der Lage sind, ihre Schuhe zuzubinden. Andererseits: angesichts der damaligen Zustände hatten wohl nur die Kinder reicher Familien eine Kindheit. Alle anderen mussten schnellstens erwachsen werden.
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Was mich hier wirklichschockiert: Martha und Milli sind Teenager. Heinrich gerade mal 12.Was diese Menschlein schon mitmachen müssen und zu leisten imstande sind.Auch wenn es damals ganz andere Zeiten waren – wenn ich mir damanche Kinder von heute ansehe, die gefühlt noch nicht mal in derLage sind, ihre Schuhe zuzubinden. Andererseits: angesichts derdamaligen Zustände hatten wohl nur die Kinder reicher Familien eineKindheit. Alle anderen mussten schnellstens erwachsen werden.
Ich denke, Kinder können auch heute noch sehr schnell erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. In der Psychiatrie nennt man das "Parentifizierung" - wenn ein Elternteil ausfällt und die Kinder diese Aufgabe übernehmen, um den verbleibenden Elternteil oder jüngere Geschwister zu versorgen. Kindheit, wie wir sie heute kennen, ist ein Luxus. Marthas Eltern haben sich darum bemüht, sie ihren Kindern zuzugestehen, aber das Schicksal ließ ihnen nicht die Chance dazu. Wir befinden uns in einem Aufbruch - zum ersten Mal kann die Unterschicht, zu der Martha und Milli gehören, vorsichtig die Barriere zur besseren Schicht durchbrechen. Marthas Eltern wollten das ja schon für Heinrich, mit dem Gymnasium. Aber dann scheiterte es an den Gegebenheiten. Im Laufe der Trilogie wird man erleben, was Martha und Milli trotz all der Widrigkeiten, die sie in dieser Zeit auch zu erwarten haben, aus ihrem Leben machen.
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Ja, da stimme ich Dir zu.
Manche Kinder müssen auch heute noch leider viel zu rasch erwachsen werden.

Andere wiederum werden von ihren (Helikopter-
)Eltern so übermäßg behütet, dass sie selbst bei Erreichen der Volljährigkeit noch völlig lebensuntüchtig sind. Ich kenne da leider so einen Fall. Seufz.Beides ist schlimm.
Ich mag da den Spruch, dass man den Kindern Wurzeln geben soll, wenn sie klein sind und Flügel, wenn sie groß sind. Er passt einfach.
Die Westphals waren da ja wirklich auf einem guten Weg, das schimmerte am Anfang ja durch, dass die Kinder in einem liebevollen Umfeld aufwuchsen und alles getan wurde, dass sie alle auf einen guten Weg gebracht werden. Die Cholera hat all dies zerstört.
Es wäre natürlich nun leicht, mit dem Finger auf den Vater zu deuten, weil er mit dem Trinken begonnen hat. Aber manche Menschen sind einfach resilienter als andere. Er hätte nach dem Verlust von Frau und Tochter professionelle Hilfe gebraucht, um mit seiner Trauer zurecht zu kommen. Aber die gab es damals halt noch nicht, nur den Alkohol als vermeintlichen Trost.
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Kaum habe ich Zeit zum lesen, fliege ich durchs Buch.
Es hat mich sofort in seinen Sog gezogen.
Sehr schön, daß Martha nun die Chance hat, Krankenschwester zu werden.
ein wenig leichter hat sie es ja - arbeitsmäßig.
Wenn auch nicht Vorurteilsmäßig.
Auguste war wenigstens ehrlich von Anfang an mit ihrer dämlichen Verachtung, aber Martha wußte gleich woran sie mit ihr ist.
Bei Susanne sieht das ganz anders aus. Die ist verlogen und bigott.
Heinrich wünsche ich auch, daß er es schafft, sich auf dem Schiff durchzusetzen und die Möglichkeit bekommt, aufzusteigen.
Millie mag ich ja ganz besonders.
wie sie es schafft, Stärke zu beweisen, ihre Situation zu meistern und zudem nicht ihre Hoffnung auf eine besser Zukunft zu verliert.
Versucht, immer das Positive zu sehen und sich aus der Situation zu nehmen.
Dass sie ihre Tochter Anna nennt, hat mich zu Tränen gerührt.
Oh ja, in der Szene ging es mir genauso.
Ich fand das so berührend und schön.
Auch, daß sie Martha als Patin haben möchte.
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Das fand ich auch so toll: Anna als Name für die Tochter und Martha als Taufpatin.

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Es wäre natürlich nun leicht, mit dem Finger auf den Vater zu deuten, weil er mit dem Trinken begonnen hat. Aber manche Menschen sind einfach resilienter als andere. Er hätte nach dem Verlust von Frau und Tochter professionelle Hilfe gebraucht, um mit seiner Trauer zurecht zu kommen. Aber die gab es damals halt noch nicht, nur den Alkohol als vermeintlichen Trost.
Ach, sogar wenn man mit dem sogenannten goldenen Löffel im Mund geboren ist, kann man dem Alkoholismus verfallen. Es gibt genug Beispiele, dass schneller Ruhm und Geld, mit dem Menschen nicht fertig werden, oder in einem vernachlässigenden Elternhaus groß geworden, alkoholkrank werden.
Da haben Martha und Heinrich vielleicht doch genug Halt und Liebe aus den guten Tagen mit bekommen um zu starken Persönlichkeiten heran zu wachsen.
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Was für eine Geschichte!
Wenn man von einem Lesesog sprechen kann, dann ganz bestimmt bei diesem Buch. Ich lege es jedenfalls jeweils nur sehr ungern beiseite. Verflixter Alltag, den einen vom Lesen abhält... **grummel** 
Von Martha bin ich nach wie vor sehr begeistert. Ich finde es toll, wie sie sich durchschlägt, auch ihrem Vater dann doch Mal den Kopf wäscht und wie sie auch ihrer Freundin Milli beisteht.
Sie hat ein sehr gutes Gespür für Menschen und hatte das richtige Gefühl, Susanne nicht voll und ganz zu trauen. Bei ihrer neuen "Freundin" Carola bin ich noch etwas unsicher. Auf den ersten Blick tut sie Martha gut und so langsam öffnet sich für Martha bei den Sozialdemokraten eine "neue Gedankenwelt". Aber wie ehrlich meint es Carola mit ihr? Möglicherweise bin ich auch zu misstrauisch... Ich bin gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.Ach Milli! Was musstest du alles erleiden?
Und dennoch bist du so lebensbejahend und voller Träume. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass sie nicht alleine ist: Martha und auch Moritz stehen ihr bei. Ob sie sich dann doch noch Mal für Moritz entscheiden wird? Jetzt mit dem Baby ändert sich ja doch einiges für sie... Ich bin jedenfalls auch total unsicher, was ich ihr wünschen sollte. Okay, glücklich soll sie natürlich sein. Aber welches ist dann der richtige Weg? Für mich ist auch dieser Erzählstrang sehr spannend.Dass sie ihre Tochter Anna nennt, hat mich zu Tränen gerührt.
Ja, bei dieser Szene habe ich auch feuchte Augen bekommen. Überhaupt gibt es immer wieder Momente in diesem Buch, die mich sehr berühren. Und das ohne kitschig zu sein.

Heinrich hat sich auch gut weiterentwickelt. Und ich kann ihn verstehen, dass er sich von "Daheim" lösen wollte. Dennoch mache ich mir auch etwas Sorgen um ihn, da das Leben auf einem Schiff kein Pappenstiel ist. Ich hoffe sehr, dass ihm nichts passiert.
Beim Vater konnte man kurzzeitig hoffen, dass er die Kurve gekriegt haben könnte. Aber leider war das nur von kurzer Dauer und seine Depression hat ihn wohl wieder eingeholt.
Ich kann aber irgendwie nicht richtig sauer auf ihn sein. Er hat im Grunde genommen das Herz am rechten Fleck - das sieht man doch an seinen Kindern, wie er sie erzogen hatte - und ist wohl einfach eine zarte Seele, die am eigenen Schicksal zerbrochen ist. -
Da haben Martha und Heinrich vielleicht doch genug Halt und Liebe aus den guten Tagen mit bekommen um zu starken Persönlichkeiten heran zu wachsen.
Um die beiden mache ich mir da weniger Sorgen, sie hatten trotz der ärmlichen Verhältnisse ja - vor der Cholera - ein gutes Zuhause mit viel Liebe und dem Versuch, ihnen soviel Bildung wie möglich mitzugeben.
Bei Milli finde ich es auch schwierig. Man weiß nicht, was man ihr raten würde.
Mit Moritz würde sie den vermutlich einfacheren Weg nehmen: Das Kind hätte einen Vater, sie wäre wieder angesehener und wäre auch den Stiefvater und den Vormund los. Aber sie wäre von Moritz abhängig und müßte ihren Traum von Amerika begraben, da Moritz diesen nicht mit träumt.
Der von ihr anvisierte Weg ist viel schwieriger, sie müßte noch 5 Jahre durchhalten und versuchen, soviel Geld wie möglich beiseite zu schaffen. Doch was ist, wenn sie noch einmal schwanger wird oder ihr Stiefvater ihr noch irgendwie Ärger macht? Den Weg nach Amerika müßte sie alleine gehen. Doch dann stünde ihr vermutlich (hoffentlich!) wirklich ein neues Leben offen.
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Bei Milli finde ich es auch schwierig. Man weiß nicht, was man ihr raten würde.
Das sind auch genau meine Gedanken. Der einfachere Weg wäre sicher, die Ehe mit Moritz einzugehen. Milli ist aber nicht der Typ, ihre Träume einfach so über Bord zu werfen, weil es möglicherweise einfacher wäre. Hach, ich hoffe einfach das Beste für sie.