'Mord im Planetarium' - Seiten 001 - 061

  • Es gibt kein Hotel Metropole mehr in Wien und kein Wiener will wissen wo das einst war. Schließlich sind die Österreicher im Verdrängen noch besser als die Deutschen.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend Die Hafenschwester Teil 2 Melanie Mezenthien

  • Wie immer startet das Buch mit einem Prolog. Diesmal passiert aber kein Mord, sondern wir begleiten einen wohlhabenden Herrn in ein Hotel, in dem er sein schwangeres Gspusi mithilfe eines teuren Schmuckstückes abservieren möchte. Er ist ziemlich unsympathisch in seinen Ansichten und auch in seinem Verhalten: eine junge Frau erst zu schwängern, dann abzuservieren und bereits über eine neue Geliebte nachzudenken ist alles andere als vornehm. Widerling.


    Wir erfahren allerdings nicht, wie es weitergeht und auch rein gar nichts über die junge Frau, die aber in der eigentlichen Handlung, die 27 Jahre später spielt, wohl Mitte/Ende Vierzig sein müßte. Falls sie das Kind bekommen hat, müsste es ca. 27 Jahre alt sein. Das Schmuckstück habe ich mir auch mal gemerkt, das taucht sicherlich noch mal auf.


    Im Jahr 1927 ist Heides und Erichs kleiner Sohn Julius endlich da und die beiden sind noch ganz schön gefordert mit dem Säugling. Aber wenn Ernestine ins Planetarium will, will sie nun mal ins Planetarium... ich kann das verstehen, ich gehe auch gerne hier ins Planetarium.


    Die Fabrikantenfamilie Faber erscheint als sehr unsympathisch und dann geht auch noch einer der Zwillinge seinem Bruder an den Kragen. Wenig überraschend ist, dass Konrad, das Opfer, nach der Vorstellung tot in seinem Stuhl liegt. Aber war die Kopfwunde vom Sturz wirklich die Todesursache? Ich meine: nein. Mir sind hier die Gläser aufgefallen, die am Boden standen und von der Serviererin Rosi weggeräumt wurden und auch deren zufriedenes Lächeln.


    Hier gibt es noch weitere Details und Personen, von denen ich mir nicht sicher bin, inwiefern sie für die weitere Handlung eine Rolle spielen werden: Ilse, die Apothekenaushilfe ebenso wie der Prozess um die drei Todesschützen von Schattendorf. Auch die Karten fürs Planetarium, die dem Ehepaar gestohlen wurden... und ich frage mich, ob die unsympathische Lehrerin Caroline Sokol wohl noch eine Rolle spielt. Bei Serviererin Rosi und dem Musiker Richard hingegen bin ich mir ziemlich sicher. Rosi und Richard werden als jung beschrieben – einer von beiden könnte also vielleicht das Kind aus der Liaison im Prolog sein. :gruebel


    Und da ich die Äußerung von beowulf sehr kryptisch fand – nicht jeder von uns kennt sich in Wien aus - hier noch der sehr informative Link zum Hotel Métropole.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Zum Prozess von damals- ein Freispruch wäre auch heute wahrscheinlich. Notwehr oder Putativnotwehr erscheint mir tatsächlich vorzuliegen. Aber damals wie heute- was interessieren Tatsachen, wenn man eine Meinung hat. T

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend Die Hafenschwester Teil 2 Melanie Mezenthien

  • Zum Prozess von damals- ein Freispruch wäre auch heute wahrscheinlich. Notwehr oder Putativnotwehr erscheint mir tatsächlich vorzuliegen. Aber damals wie heute- was interessieren Tatsachen, wenn man eine Meinung hat. T

    So klar war der Freispruch nicht. Es fehlte eine Stimme zur Zwei-Drittel-Mehrheit der Geschworenen zur Verurteilung.

    Bei Serviererin Rosi und dem Musiker Richard hingegen bin ich mir ziemlich sicher. Rosi und Richard werden als jung beschrieben – einer von beiden könnte also vielleicht das Kind aus der Liaison im Prolog sein. :gruebel

    Und Richard hatte ja sogar noch seinen Vater dabei, das könnte eine falsche Fährte sein :-)

  • Bin nun auch endlich soweit.


    Ich teile eure Überlegungen, dass der Pianist oder die Bedienung das Kind vom Prolog ist. Den Mord kann meiner Ansicht nach aber nur die Bedienung begangen haben, denn wenn das Klavier plötzlich kurz nicht spielt wäre doch aufgefallen?! Die fallenden Gläser könnten auch wichtig sein, weiß nur noch nicht für was.


    Ich vermute einer der Brüder Faber ist der Mann vom Prolog. Ist nur die Frage ob es den richtigen erwischt hat. Zumindest hatte er wohl Geld, so dass er seinem anderen Bruder immer wieder was geben konnte. Der Mann vom Prolog wollte ja eine reiche Frau, was dafür sprechen würde.


    Die Lehrerin Sokol (der Name kam doch beim Filmstudio auch vor) ist ja auch irgendwie merkwürdig und unsympathisch. Mal sehen ob die auch noch eine Rolle spielt.

  • bei Hotel Metropole hat es bei mir leise geklingelt. Ich wusste noch, dass es ein Hotel in Wien gab, in dem später die Gestapo ihr Unwesen getrieben hat und das enteignet wurde….


    Ich denke ja, dass der Bruder vergiftet wurde und der Schlag das ganze nur beschleunigt hat. Zumindestens würden die geweiteten Pupillen ja auch drauf hinweisen. Belladonna vielleicht?


    Ich denke der namenlose Mann wird noch eine Rolle spielen und natürlich die, die schon näher beschrieben wurden. Die Bedienung und der Pianist sind natürlich interessant. Ich würde eher auf die Bedienung tippen als auf den jungen Mann. Der könnte natürlich das Kind sein, aber der Vater sah ihm doch ähnlich oder ? :gruebel

  • Ich habe nun auch noch mal nachgelesen, was es mit den Schüssen von Schattendorf auf sich hat. Ich kannte diese Geschichte nicht, bin aber bereits beim Lesen darüber gestolpert und dachte mir, Beate Maly baut doch immer Stories mit realem Hintergrund ein, so auch diesmal.


    Bei der Todesursache dachte ich auch an Gift - die Szene mit den Gläsern, die von der Serviererin - die auch noch ein zufriedenes Grinsen hatte - weggeräumt wurden.


    Andererseits wäre das auch wieder recht offensichtlich, wenn man im ersten Abschnitt schon so offensichtlich Täterin und Tatwaffe präsentiert bekäme.


    Andererseits - ganz auszuschließen ist das auch wieder nicht, dann wäre es eben spannend, die Hintergründe auszuloten. Denn meist steckt ja noch irgendeine Schweinerei irgendwo verborgen. :gruebel

    Lieben Gruß,


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  • Ich habe den Abschnitt nun auch beendet und kann mich euren Überlegungen weitestgehend anschließen.


    Rosi könne das Kind aus dem Prolog sein.


    Oder wie alt ist die Lehrerin?

    Oder der "fremde Mann" der das Glas fallen ließ?


    Wie immer ist es schön, dass Beate Maly reale Begebenheiten mit in die Geschichte einbaut, ebenso wie den politischen Zustand der Zeit.


    Und so langsam wird aus dem "Ernestine und Anton-Ermittler-Team" ein "Familien-Ermittler-Team".;)


    Die lesefreudige Aushilfe Ilse kann ich ja durchaus verstehen in ihrer Faszination zu Büchern:lache - aber als Arbeitskraft oder Kollegin ist das schon eine Strafe.;)

    Und schon allein ihre Unpünktlichkeit würde mich verrückt machen, das kann ich gar nicht ab.

  • Ich bin schon längst durch und im 2. Abschnitt. Ich kam nur nicht zum Schreiben und wollte aber unbedingt weiterlesen.


    Mein Gedanke war auch, dass die Serviererin Rosi das Kind aus dem Prolog sein könnte. Und einer der Zwillingsbrüder der Vater.


    Über die Aushilfe Ilse habe ich mich amüsiert. Aber Anton und Heide haben schon viel Geduld mit ihr. Eine große Hilfe scheint sie ja nicht zu sein.

  • Auch ich bin wieder mittendrin im Geschehen rund um Anton und Ernestine.


    Die Vorführung im Planetarium hätte ich mir auch gerne angesehen. Das muss schon beeindruckend gewesen sein.


    Dass der Arzt dann am Ende doch tot ist, war für mich einerseits etwas überraschend, andererseits aber auch wieder nicht. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass er nicht an dem Schubser durch seinen Bruder gestorben ist, sondern wohl eher (so meine Vermutung) durch sein Getränk (das ja dann - ups - geschickt zerdeppert wurde).


    So ganz durchblick ich die Fabersche Familienfehde noch nicht, scheinbar sind sich ALLE untereinander nicht wohlgesonnen. Schlimm, wenn eine Familie derart zerstritten ist. Und wenn diese Zwistigkeiten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, dann weiß man eigentlich schon, dass da innerfamiliär nichts mehr zu retten ist.


    Jedenfalls bin ich sicher, dass Ernestine auch dieses Verbrechen wieder aufklären wird - mit Antons tatkräftiger Unterstützung, versteht sich.

    Aktuelle Lektüre: Die Hafenschwester (1) - Als wir zu träumen wagten - Melanie Metzenthin
    SUB: 97

  • Der könnte natürlich das Kind sein, aber der Vater sah ihm doch ähnlich oder ? :gruebel

    Manchmal sehen Menschen auch Ähnlichkeiten in Personen, die absolut nicht verwandt miteinander sind. Da würde ich also nicht zu viel drauf geben.


    Bei der Todesursache dachte ich auch an Gift - die Szene mit den Gläsern, die von der Serviererin - die auch noch ein zufriedenes Grinsen hatte - weggeräumt wurden.

    Das wäre aber schon sehr plakativ, wenn sie tatsächlich die Mörderin sein sollte. Ich hab auch noch die gestohlenen Karten des einen Paares im Hinterkopf. Womöglich hat sich auch jemand unter die Gästeschar gemischt, der dann im Dunklen gemordet hat. Aber dieser Jemand hätte ja wissen müssen, dass das Opfer ein Getränk mit im Vorführraum hat - was eigentlich nicht gestattet ist. Umso verwunderter war ich auch, dass es noch jemanden gab, der ein Glas mit sich hatte. Gab es vielleicht einen Austausch der Gläser? Wirklich sehr undurchsichtig, das Ganze.

    Aktuelle Lektüre: Die Hafenschwester (1) - Als wir zu träumen wagten - Melanie Metzenthin
    SUB: 97

  • Die Fabrikantenfamilie Faber erscheint als sehr unsympathisch und dann geht auch noch einer der Zwillinge seinem Bruder an den Kragen. Wenig überraschend ist, dass Konrad, das Opfer, nach der Vorstellung tot in seinem Stuhl liegt. Aber war die Kopfwunde vom Sturz wirklich die Todesursache? Ich meine: nein. Mir sind hier die Gläser aufgefallen, die am Boden standen und von der Serviererin Rosi weggeräumt wurden und auch deren zufriedenes Lächeln.

    Auffallend fand ich auch, das umstoßen der Gläser auf dem Boden der Faber Frau. Ob das so unabsichtlich war?

    Ich glaube nicht.


    Hach ja, sehr schön wieder in der Ernestine Anton Welt zu lesen.


    Wer das Kind aus dem Prolog sein könnte weiß ich noch so gar nicht. Aber der Pianist und die Kellnerin klingen logisch.

    Vielleicht ja auch der das Glas fallen lassende unbekannte Mann?


    Egal, so geht mir ja immer, daß ich am Anfang keinen Durchblick habe. :grin

  • Auch ich bin wieder ohne Probleme in Wien angekommen und ich bin wieder begeistert von der Atmosphäre, die Beate Maly zusammen mit dem Sprecher Hans Jürgen Stockerl geschaffen haben. Beim Hören ist man wirklich mitten drin im Geschehen und ich liebe die vielen kleinen Details, rund um Ernestine, Anton und ihrer Familie, die die Figuren so lebendig wirken lassen. :-]


    Aber auch die anderen Figuren wirken sehr real und ich kann mir alles bildlich vorstellen, sprich das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Frau Sokol fand ich zuerst recht ansprechend und nett beschrieben. Aber auch auf mich wirkt sie doch recht seltsam. Gerade auch, was ihre Ansichten in bezug auf ihre Schüler betrifft. Sie scheint nicht wirklich eine berufene Lehrerin zu sein. Oder ist das nur Tarnung? Und sie scheint ja ein besonderes Interesse an der Familie Faber zu haben. Warum sonst würde sie diese so intensiv mustern?


    A propos Familie Faber:

    So ganz durchblick ich die Fabersche Familienfehde noch nicht, scheinbar sind sich ALLE untereinander nicht wohlgesonnen. Schlimm, wenn eine Familie derart zerstritten ist. Und wenn diese Zwistigkeiten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, dann weiß man eigentlich schon, dass da innerfamiliär nichts mehr zu retten ist.

    Es ist wirklich traurig, dass sich Familienmitglieder derart - in diesem Falle sogar wörtlich - an die Gurgel gehen. Wie so oft wird es wohl auch hier um Geld und womöglich um die Firma gehen. Aber die Emotionen sind wirklich extrem aufgeladen, wenn der eine Bruder derart auf den anderen losgeht.


    Dass Konrad Faber stirbt, war nicht ganz überraschend. Aber ich denke, dass hier keiner wirklich glaubt, dass er wegen der Attacke seines Bruders gestorben ist. Dann gäbe es ja keinen Fall für Ernestine und Anton.


    An Gift habe ich ehrlicherweise nicht sofort gedacht. Aber eure Gedanken klingen da sehr plausibel. :-) Nur eine Frage beschäftigt mich dabei: Woher hätte der Mörder wissen können, dass Konrad Faber ein Getränk mit in die Vorführung nehmen würde? Vor allem auch, da es doch eigentlich verboten war, dort zu trinken. :gruebel