Die Wanderhure von Iny Lorentz

  • 607 Seiten
    Erschienen bei: Knaur



    Über die Autoren:
    Ja, ihr habt richtig gelesen, hinter dem Namen Iny Lorentz steckt ein Ehepaar, die gemeinsam für ihre Bücher recherchieren und das jeweilige Buch gemeinsam verfassen.
    Iny Lorentz wurde in Köln geboren und hat in verschiedenen Berufen gearbeitet, bevor sie als Programmiererin in einer Münchner Versicherung begann, wo sie noch heute tätig ist. Seit den frühen achtziger Jahren hat sie mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht, teilweise mit ihrem Mann Elmar Lorentz. Über Elmar Lorentz steht leider nichts im Buchumschlag.



    Der Klappentext:
    Ein historischer Roman um eine junge Frau, die um ihr Leben kämpfen muss - so bunt, so aufregend und so prall wie das Mittelalter selbst!
    Marie ist eine brave Bürgerstochter aus Konstanz. Als ein junger Graf um sie freit, ist ihr Vater überglücklich. Doch eine böse Intrige zerstört alle Hoffnungen und Maries Zukunft. Um zu übeleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf....



    Meine Meinung:
    Ich bin absolut begeistert! Das Buch hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und mich vom lockeren, leichten Schreibstil an die Bücher von Petra Durst-Benning erinnert. Ich war sofort im Buch und konnte es nicht mehr zur Seite legen, bis ich es endlich durchgelesen hatte.



    Zum Inhalt:
    Das Buch beginnt am Vorabend von Maries Hochzeit, die als einzige Tochter eines reichen Kaufmanns mit den Mägden ihre Hochzeit vorbereitet, während ihr Vater mit dem zukünftigen Schwiegersohn zusammen den Abend verbringt. Dabei trinkt er so einiges, während der zukünftige Schwiegersohn nur an seinem Becher nippt. Während es immer später wird, holt der Bräutigam einen Ehevertrag hervor, den der Vater der Braut und er noch unterschreiben müssen. Inhalt ist unter anderem die Mitgift, sowie die Jungfräulichkeit der Braut.
    Kaum ist der Vertrag unterzeichnet, beschuldigen zwei Männer des Ortes Marie der Hurerei. Marie muss die Nacht im Gefängnis verbringen und soll am nächsten Tag vor Gericht stehen.
    Sie glaubt am nächsten Tag wird sich der Irrtum aufklären, doch noch in der Nacht dringen drei Männer in ihre Zelle ein und vergewaltigen sie. Eine Nachbarin, die sie am nächsten Morgen noch in der Zelle auf ihre Jungfräulichkeit untersucht, sieht zwar auf den ersten Blick, was passiert ist, sagt aber zu Maries Ungunsten vor Gericht aus. Marie wird darauf hin zu 30 Rutenhieben verurteilt und des Ortes auf Lebenszeit verwiesen.
    Total misshandelt findet eine Wanderhure Marie im Straßengraben und kümmert sich um sie. Marie, die nur noch zwei Möglichkeiten hat, muss sich entscheiden: sie verhungert, oder sie arbeitet auch als Wanderhure. Die Entscheidung fällt auf Wanderhure, doch der Hass gegen ihre Peiniger lässt sie überhaupt nur überleben.
    Ihre Gedanken kreisen nur noch um Rache, doch das müsst ihr selber lesen. Ich habe euch nur einen kleinen Bruchteil des Buches erzählt, damit ihr auch richtig Lust zu diesem Buch bekommt.

  • Zitat

    Original von Wolke
    Ich habe euch nur einen kleinen Bruchteil des Buches erzählt, damit ihr auch richtig Lust zu diesem Buch bekommt.


    Na super, du hast genau die richtige Portion zum Anfüttern genommen. ;) Spätestens jetzt ist es auf meiner Wunschliste gelandet, die immer länger wird und mich unaufhaltsam in den Ruin treibt. :grin Egal, ich muss das Buch haben!

  • Tja, ich habe das Buch jetzt seit kurzem schon auf meinem SUB liegen, aber nach DER Vorstellung wird es mit Sicherheit das nächste Buch, welches ich zur Hand nehmen... :]


    Das klingt echt unglaublich gut... :hop

  • Hallo Wolke,


    hier schreibt also der vom Verlag verheimlichte Ehemann von Iny Lorentz.


    Als erstes freut es Iny und mich riesig, dass dir die Wanderhure gefallen hat. Wegen des doch etwas harten Beginns waren wir unsicher, wie der Roman ankommen würde.


    Doch nun zu mir. Ich bin Franke, stamme also aus Bayern, und war bis zu meinem dreißigsten Lebenjahr Landwirt. Dann sagte ich den Kühen ade und zog nach München, arbeitete zunächst bei der Post und bin nun seit etlicher Zeit im Rechenzentrum eines großen Versicherungskonzern beschäftigt.


    Iny und ich lernten uns in einem Club kennen, der sich mit Sf- und Fantasy beschäftigte, und begannen vor etwa 23 Jahren damit, SF- und Fantasystories für Anthologien bei Heyne, Bastei, Goldmann usw. zu schreiben.
    Später kamen ein Kinderbuch, drei Begleitbücher zu Fernsehserien und bis jetzt sechs verkaufte historische Romane dazu, die wir alle in Gemeinschaftsarbeit erstellt haben.
    Wir wollten die historischen Romane eigentlich unter beider Namen veröffentlichen, doch der Verlag entschied sich zuletzt für einen Namen und wählte wegen der zumeist weiblichen Leserschaft historischer Romane Iny dafür aus.
    Quasi als Kompensation überlegt unsere Agentin seit Neuestem, einzelne Romane unter einem männlichen Pseudonym, das allerdings nicht Elmar Lorentz heißen darf, heraus zu bringen.


    Für alle, die gerne mehr über uns erfahren würden, es gibt bis jetzt zwei Interviews mit uns bei Literaturschock und bei Isoldes romantischen Bücherforum.


    Liebe Grüße,
    Elmar Lorentz
    (Nick-Name Gheron)

  • Hallo Gheron,


    vielen lieben Dank, dass du so schnell auf meine mail geantwortet hast.

    Ich schreibe immer gerne ein paar Worte zu den Autoren und war sehr erstaunt, kaum etwas über dich zu finden. Ich denke auch die anderen werden sich über deine Zeilen sehr freuen.


    Ehrlich gesagt, hat mich der Anfang nicht geschockt, als Fan von Krimis und Thrillern bin ich mehr gewohnt. :-)
    Aber ich kann natürlich nachvollziehen, dass Leser, die sonst gerne auf solche Szenen verzichten können, etwas geschockt sind. Ich persönlich liebe es, wenn ein Buch mit einem "Paukenschlag" anfängt und man damit gleich so richtig einsteigen kann.


    Ich bin schon sehr gespannt, auf die Fortsetzung der "Wanderhure", die hoffentlich bald erscheint. Kannst du mir schon einen Termin nennen? Dieses Jahr wird es wohl leider nichts mehr werden, oder?


    Liebe Grüße auch an Iny! :-)

  • Hallo Gheron und herzlich Willkommen bei uns im Forum :wave


    Das finde ich ja total klasse, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Noch ein Argument mehr, dass Buch "Die Wanderhure" direkt zu lesen, wo mich doch schon unsere Wolke so neugierig darauf gemacht hat... ;) Werd wahrscheinlich gleich schon anfangen, da von meinem jetzigen Buch nur noch ein paar Seiten zu lesen sind... :]


    Ich hoffe es gefällt Dir hier und Du schreibst noch einmal das Ein oder Andere... ;)

  • Hallo, lieber Elmar!


    Was, du auch hier? Wird das jetzt eine neue Mode unter AutorInnen, sich in LeserInnenforen zu tummeln?


    Eigentlich keine schlechte Angewohnheit - schließlich sind diejenigen, die sich hier organisieren, nicht nur die "Endverbraucher" unserer "Produkte", sondern wir AutorInnen sind ja selbst LeserInnen! :o)


    Schön wieder von euch zu lesen - was macht der Fuß? Grüße Iny bitte ganz lieb von mir! Ich freu mich, dass wir uns im Herbst in Landshut sehen werden!


    Aja ... da fällt mir noch was ein: Ihr wisst von der Quo Vadis-Anthologie, die noch in der Luft hängt? Mein Agent und ich wollen uns ab Mai/Juni wieder intensiv darum kümmern. Wenn ihr Lust habt, mitzuschreiben: Es sind noch ausreichend Epochen frei!
    Bei Interesse, meldet euch bitte bei mir. Morgana und Nimue haben meine Email! :o)


    Liebe Grüße!


    Iris Kammerer

  • Oh ja - die Wanderhure lohnt sich wirklich. :hop


    So gut recherchiert ist dieser Roman, und die vielen Details lassen das Buch so lebendig werden.


    Und vor allem: Wer weiß schon so genau, wie damals Frauen zu Huren wurden, und wie sie dann leben mussten. Eine bisher selten beachtete Spezies - denke ich. Klasse gemacht.


    Die anderen Bücher von Iny und Gheron, die Kastratin und die Goldhändlerin mussten dann aber auch wenigstens schon auf den SUB ...


    Die gibt es aber auch schon als TBs oder bei Weltbild oder im Club - sucht Euch die schönste Ausgabe aus.

    Binchen
    :write
    Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset Maugham) ;-)

  • Habs auch vorgestern angefangen. Musste ganz schön tief in die Tasche greifen, aber es lohnt sich.
    O ist das schlimm am Anfang! Aber in diesem Fall keine Schnulze, obwohl ich sehr misstrauisch war, was von der Idee "anständiges Mädchen wird durch böse Männerlist zur Hure, beißt sich durch und wird rehabilitiert". Solche Tricks gabs ja, aber die Autoren schaffen es, das wirklich nicht zu verschnulzen. Kompliment! :hop
    Schade, dass ich durch das Jobben so wenig Zeit zum Lesen habe. :bonk


    Eine Frage hab ich an Gheron: Das Hurengelb (ebenso wie das Judengelb) denkt ihr euch schon als blassgelb, oder? Weil die kräftigen Gelbs (Safran!) ja teuer waren und damit den Adligen und Reichen vorbehalten.


    Grüßlis!

  • Zitat

    Original von binchen
    Und vor allem: Wer weiß schon so genau, wie damals Frauen zu Huren wurden, und wie sie dann leben mussten. Eine bisher selten beachtete Spezies - denke ich. Klasse gemacht.


    Sehr schön erklärt fand ich auch den Unterschiede, den die Huren noch einmal unter sich machen. Da gibt es ja richtige Klassenunterschiede, auf so einen Gedanken wäre ich nie gekommen. Ich denke da mal speziell an die Pfennighuren.

    Zitat


    Die anderen Bücher von Iny und Gheron, die Kastratin und die Goldhändlerin mussten dann aber auch wenigstens schon auf den SUB ...


    Bienchen, ich lese im Moment "Die Katratin" und bin auch von diesem Buch ganz begeistert.

  • Das ist ja wieder mal ein Buch, worauf ich mich stürzen muss *jammer*
    Gheron und Iris:
    Schön weiter bei uns mitlesen und mitschreiben! Hier seid ihr direkt an der Front :chen
    Ich finde es superklasse, dass uns die Möglichkeit zum Austausch mit Autoren gegeben wird. Wo findet man sowas schon? *begeistert bin*
    Aber ich werde erst mal eure Bücher lesen. Bin schon soooo gespannt! ;-)

  • Zitat

    Original von Biloxi
    Das ist ja wieder mal ein Buch, worauf ich mich stürzen muss *jammer*


    Will ich eigentlich auch - mir geht's ja nicht wie Gheron, der keinen historischen Roman lesen kann, ohne ihn umschreiben zu wollen. ;ob
    Ich will doch wissen, was die Konkurrenz so treibt. ;o)


    Zitat

    Schön weiter bei uns mitlesen und mitschreiben! Hier seid ihr direkt an der Front :chen
    Ich finde es superklasse, dass uns die Möglichkeit zum Austausch mit Autoren gegeben wird. Wo findet man sowas schon? *begeistert bin*


    Nachdem man mir immer erzählt hat, was LeserInnen - angeblich - wollen, habe ich als gute alte Akademikerin beschlossen, der Sache doch mal lieber selbst auf den Grund zu gehen. Und siehe da, LeserInnen wollen mehrheitlich gute Bücher. :o)
    Leider besteht nicht immer Einigkeit darüber, was gut bei einem Buch bedeutet. ;o)


    Zitat

    Aber ich werde erst mal eure Bücher lesen. Bin schon soooo gespannt! ;-)


    Ja, mach das. Und wenn sie dir gefallen, schön weiterempfehlen und weiterverschenken. ;o)


    Herzliche Grüße,


    Iris

  • Ich hab jetzt auch mit Die Wanderhure angefangen (Den Tribun hebe ich mir für die Leserunde auf ;) ). Das Buch gefällt mir bis jetzt auch schon super gut... Das Einzige was ich mich frage ist, wie man denn auf solche Namen, wie da vorkommen, kommt... :lache Die habe ich ja zum Teil noch nie gehört... :grin

  • Hallo Wolke,


    es ist verständlich, dass du dich wunderst, von einem Co-Autoren zu hören, aber nichts über ihn erfahren zu können. Dabei habe ich ebenso brav wie Iny meine Lebensbeschreibung beim Verlag eingereicht, die jedoch, als man sich auf einen einzigen Autorennamen einigte, unter den Tisch fallen musste.
    Mittlerweile gibt es eine neue und sehr phantasievolle Beschreibung von mir, bei der ich jedoch sämtliche Pfoten in Unschuld wasche. Mal sehen, ob die wirklich einmal gebracht wird.


    Für eine Leserin wie dich mag der Beginn der Wanderhure harmlos sein. Die Ehefrau eines Kollegen von Iny bekam nach dem ersten Kapitel Alpträume, was sie allerdings nicht daran hinderte, weiterzulesen. Eine Leserin im romantischen Bücherforum fragte uns, ob es im ganzen Buch so weiterginge, weil sie das nicht aushalten würde. Wir konnten sie beruhigen, und sie das Buch dann auch zu Ende lesen.


    Bezüglich der Wanderhure II wage ich keine Prognosen mehr. Laut Verlag soll dieser Band genau ein Jahr nach dem ersten Roman erscheinen. Allerdings haben die zwei andere unserer Romane durch ihre Lizenzvergaben so total umgeplant, dass wir nicht die geringste Ahnung haben, wann wo was erscheint. Aber sobald wir etwas wissen, werden wir damit nicht hinter dem Berg halten.


    Was die Rangstufen unter den Huren betrifft, so waren die Wanderhuren eher am unteren Ende der Skala zu finden. Man duldete sie bei großen Festen, Jahrmärkten und kirchlichen Feiern, aber auch bei Turnieren und allen Veranstaltungen, an denen viele Männer auf einem Haufen zusammen kamen. Oft wurden sie auch regelrecht engagiert, um die Bedürfnisse der Besucher zu befriedigen, und damit die Tugend der ehrbaren einheimischen Frauen und Mädchen zu schützen.
    Die Grenzen waren, wenigstens nach unten, relativ fließend, denn unerwartete Ereignisse konnten die wandernden Frauen leicht aus der Bahn werfen und eien Hure, die im letzten Jahr noch gut verdiente, konnte im Nächsten gezwungen sein, sich als Trosshure zu verdingen oder sich für den berühmten Pfennig oder gar für Naturalien hinzugeben. Wenn man dabei Glück und Erfolg hatte, konnte man auch wieder aufsteigen. Aber das war eben verdammt hart.



    Hallo Morgana,


    dankeschön für den herzlichen Empfang. Ich werde mich sicher das eine oder andere Mal zu Wort melden, auch wenn ich mich aus Zeitgründen nicht so ausführlich in den Leseforen austoben kann, wie ich es gerne tun würde. Wenn mir jedoch ein Beitrag auffällt, auf den ich etwas zu antworten weiß, werde ich dies auf jedem Fall tun, und das nicht nur in Bezug auf unsere eigenen Bücher.


    Wie meinst du das eigentlich mit den Namen? Wir finden die Namen, die wir unseren Personen geben, nicht besonders außergewöhnlich.



    Hallo Iris,


    man könnte geneigt sein zu sagen, die Welt ist klein. Doch in Wahrheit grasen wir auf der gleichen, schönen, großen Wiese des Lesens und da ist es logisch, wenn sich die Wege immer mal wieder kreuzen.
    Außerdem gebe ich ehrlich zu, dass ich den Pulsschlag der Leserinnen fühlen will. Die Lektorinnen in der Agentur und bei den Verlagen können viel sagen, doch das endgültige Urteil sprechen nicht sie, sondern jene, die das Buch auch kaufen. Wo kann man besser erfahren, ob man bei einem Roman richtig liegt, als in einem Leseforum wie diesem.


    Über die Quo-Vadis-Anthologie haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht, da wir dachten, es würde sich um ein bereits abgeschlossenen Projekt handeln. Wir werden dies jetzt wohl im Urlaub nachholen und uns danach bei dir melden.


    Du hast übrigens einen wunden Punkt von mir angesprochen. Aufgrund meiner Herkunft - auf einem Traktor kann nun einmel man schlecht ein Buch lesen, aber seinen Gedanken freien Lauf lassen - habe ich mir angewöhnt, Bücher, die mir gut gefallen haben, in meiner Phantasie noch einmal zu durchleben und dabei nach meinen eigenen Vorstellungen umzuformen. Das passiert mir jetzt, da historische Romane doch eine ziemliche Bedeutung für mich gewonnen haben, noch immer bei den meisten Werken dieses Genres. Wenn ich jetzt einen historischen Roman lese, sagt irgendwann eine innere Stimme zu mir, "sehr hübsch, aber ich würde es jetzt eher so und so weiterschreiben", und irgendwan klaffen dann das Buch und meine Phantasie zu weit auseinander, um weiterlesen zu können. Bei anderen Genres passiert mir das Gott sei Dank nicht, so dass ich hier doch meine Entspannung finden kann.


    Aber keine Sorge. Irgendwann ist der Tribun an der Reihe. Dafür interessiert mich die Zeit, in der er spielt, viel zu sehr.



    Hallo Binchen,


    unser Bestreben ist es, über extreme Frauentypen wie eben die Wanderhure oder die Kastratin zu schreiben. AutorInnen, die über männliche Helden gibt es sehr viele, und da muss man sich schon wie Iris die richtige Zeit und das richtige Thema aussuchen können, um nicht einfach vom Strom mitgetrieben zu werden. Es gibt inzwischen auch viele Romane über Frauen in alten Zeiten, so dass wir auch hier sehen müssen, wie wir unsere Fähnchen setzen können. Außerdem versuchen wir auch von der Art her, wie wir an einen Roman heran gehen, zu variieren. Die Wanderhure soll nun einmal anders sein als die Kastratin, die Goldhändlerin oder die Tatarin.



    Hallo Antiope,


    wenn du uns je mit einer Schnulze erwischt, kannst du uns hier im Forum eine kräftige Ohrfeige geben, denn dann haben wir sie verdient. Die Wanderhure sollte eine Rachegeschichte sein und sich nicht in Sentimentalitäten verlieren.


    Die Farben des Mittelalters waren bei weitem nicht so blass, wie es sich viele Leute vorstellen. Es war natürlich ein ziemlicher Aufwand, Wolle oder fertige Stoffe zu färben, und sie bleichten im Lauf der Zeit auch aus oder nahmen einen anderen Farbton an, doch neu sahen sie durchaus stattlich aus. Natürlich konnten sich die einfachen Huren keine mit teuren Farben colorierte Stoffe kaufen, aber es gab in Mitteleuropa etliche heimische Pflanzen wie Färberscharte, Kreuzdorn, Färberwau, Färberdistel, Kamille und Gelbwurzel, die in jener Zeit gebräuchlich waren und von denen einige bei entsprechender Konzentration ein brauchbares Gelb lieferten.



    Hallo Biloxi,


    Leseforen bieten uns die Möglichkeit, uns mit unseren LeserInnen auszutauschen, Kritik zu hören und auf Schwachpunkte hingewiesen zu werden. Dies ist für jemand, der fast seine gesamte freie Zeit schreibend am Computer verbringt, einfach lebensnotwendig. Der oft zitierte Elfenbeinturm mag ja schön sein, doch er zieht die Gefahr geistiger Inzucht nach sich. Und vor der muss eine Autorin oder ein Autor sich hüten wie vor der Pest.



    Damit wünsche ich euch allen noch einen schönen guten Abend


    Liebe Grüße
    Gheron

  • Lieber Gheron,


    brav Iny grüßen bitte, tust du das für mich? Geht's ihr wieder besser nach dem Stress die Tage?


    Zitat

    Original von Gheron
    man könnte geneigt sein zu sagen, die Welt ist klein.


    Das ist sie in der Tat - Six Degrees of Separation heißt ein beliebtes Broadway-Stück von John Guare, in dem behauptet wird, dass es keine zwei Menschen auf dieser Welt gibt, die mehr als sechs menschliche Beziehungen (aller Art) voneinander getrennt sind. Übrigens auch ein schöner Fred Schepisi-Film mit der zauberhaften grande dame des US-Theaters Stockard Channing! :o)


    Zitat

    Außerdem gebe ich ehrlich zu, dass ich den Pulsschlag der Leserinnen fühlen will. Die Lektorinnen in der Agentur und bei den Verlagen können viel sagen, doch das endgültige Urteil sprechen nicht sie, sondern jene, die das Buch auch kaufen. Wo kann man besser erfahren, ob man bei einem Roman richtig liegt, als in einem Leseforum wie diesem.


    Ganz meine Meinung.
    Und wenn man uns das nächste Mal den Himmel knatschgelb beschreibt, lehnen wir uns zurück, grinsen und ziehen unser Ding durch. ;o)


    Zitat

    Über die Quo-Vadis-Anthologie haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht, da wir dachten, es würde sich um ein bereits abgeschlossenen Projekt handeln. Wir werden dies jetzt wohl im Urlaub nachholen und uns danach bei dir melden.


    Nix da abgeschlossen. Ich bin sehr früh an die Verlage herangegangen, denen waren aber trotz Super-Besetzung zu wenige "Stars" dabei, und außerdem hätten sie es lieber gesehen, wenn vor einer Entscheidung über einen möglichen (!) Vertragsabschluss alle Texte fertig vorgelegen hätten.
    Da habe ich ihnen leise was gehustet und beschlossen, wir sprechen uns wieder, wenn mein Buch draußen ist. :o)


    Zitat

    Du hast übrigens einen wunden Punkt von mir angesprochen.


    Ich bin kein Landkind, aber eine eklatante Besserwisserin. Insofern kann ich das durchaus nachfühlen. :o)


    Zitat

    Aber keine Sorge. Irgendwann ist der Tribun an der Reihe. Dafür interessiert mich die Zeit, in der er spielt, viel zu sehr.


    Freut mich sehr. :o)
    Inzwischen steht Die Wanderhure auf meiner Dringlichkeitsliste ganz oben. Im Augenblick ist allerdings kein HC drin. Ich habe noch 4 Kinobesuche abzuleisten - Folge eines leichfertigen Versprechens an meine Große: Monster, Big Fish, Hidalgo und Die purpurnen Flüsse 2. Ich muss also bis zum nächsten großen Zahlungseingang warten, aber der kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche.
    Und ich verspreche nie wieder etwas, ohne genau zu wissen, was ich dabei zusage - das war eine echte "Katze im Sack"!!! ;o)
    Liebe Grüße an euch zwei!


    Iris (die an dieser Stelle die Literatuschock-Blume vermisst)

  • Hallo Gheron,


    ich habe Namen, wie sie in dem Buch vorkommen, zum Teil noch nie gehört. Z.B. Ruppertus Splendidus, Utz Käffli, Hunold, Linhard oder Euphemia Schuster. Sind das Namen die eben früher 'modern' waren? Fand sie auf den ersten Blick etwas lustig... Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt... :]

  • ... da ich dem Ganzen nichts mehr hinzuzufügen habe, notiere ich mir nun nur noch die Buchtitel und mache mir zwecks angehender Geldsorgen ernsthaft Gedanken, nun auch bald mein erstes Buch zu veröffentlichen ;)


    Aber eine Frage habe ich noch :


    Wie weit und steinig ist der Weg vom fertigen Manuskript bis zum gedruckten und verkaufsbereiten Buch ???


    Liebe Grüße


    Hannah

  • Zitat

    Original von Gheron
    Mittlerweile gibt es eine neue und sehr phantasievolle Beschreibung von mir, bei der ich jedoch sämtliche Pfoten in Unschuld wasche. Mal sehen, ob die wirklich einmal gebracht wird.


    Na du machst es aber sehr spannend, ich freue mich schon auf den ersten Klappentext, indem über dich erzählt wird. ;)

    Zitat


    Bezüglich der Wanderhure II wage ich keine Prognosen mehr. Laut Verlag soll dieser Band genau ein Jahr nach dem ersten Roman erscheinen. Allerdings haben die zwei andere unserer Romane durch ihre Lizenzvergaben so total umgeplant, dass wir nicht die geringste Ahnung haben, wann wo was erscheint. Aber sobald wir etwas wissen, werden wir damit nicht hinter dem Berg halten.


    Fein, ich freue mich jetzt schon darauf, von dir zu hören, wann es weitergeht, aber habt ihr den zweiten Teil denn schon fertig geschrieben?

    Zitat


    Ich werde mich sicher das eine oder andere Mal zu Wort melden, auch wenn ich mich aus Zeitgründen nicht so ausführlich in den Leseforen austoben kann, wie ich es gerne tun würde. Wenn mir jedoch ein Beitrag auffällt, auf den ich etwas zu antworten weiß, werde ich dies auf jedem Fall tun, und das nicht nur in Bezug auf unsere eigenen Bücher.


    Super, darüber freue ich mich sehr!

    Zitat


    Aber keine Sorge. Irgendwann ist der Tribun an der Reihe. Dafür interessiert mich die Zeit, in der er spielt, viel zu sehr.


    Vielleicht habt ihr zwei ja Lust, euch an der gemeinsamen Leserunde zum Buch "Der Tribun" zu beteiligen?

    Zitat


    unser Bestreben ist es, über extreme Frauentypen wie eben die Wanderhure oder die Kastratin zu schreiben. AutorInnen, die über männliche Helden gibt es sehr viele, und da muss man sich schon wie Iris die richtige Zeit und das richtige Thema aussuchen können, um nicht einfach vom Strom mitgetrieben zu werden. Es gibt inzwischen auch viele Romane über Frauen in alten Zeiten, so dass wir auch hier sehen müssen, wie wir unsere Fähnchen setzen können. Außerdem versuchen wir auch von der Art her, wie wir an einen Roman heran gehen, zu variieren. Die Wanderhure soll nun einmal anders sein als die Kastratin, die Goldhändlerin oder die Tatarin.


    Eure Romane über die verschiedenen Frauentypen sind euch hervorragend gelungen, soweit ich das beurteilen kann, denn ich lese zur Zeit "Die Kastratin" und bin auch wieder total begeistert.

    Zitat


    Leseforen bieten uns die Möglichkeit, uns mit unseren LeserInnen auszutauschen, Kritik zu hören und auf Schwachpunkte hingewiesen zu werden. Dies ist für jemand, der fast seine gesamte freie Zeit schreibend am Computer verbringt, einfach lebensnotwendig. Der oft zitierte Elfenbeinturm mag ja schön sein, doch er zieht die Gefahr geistiger Inzucht nach sich. Und vor der muss eine Autorin oder ein Autor sich hüten wie vor der Pest.


    Na an geistiger Inzucht werden wir euch also kräftig hindern, dafür haben wir sicherlich viel zu viele Fragen, so dass ihr da sicherlich keine Probleme zu erwarten habt. ;)8)


    Vielen Dank auch noch einmal für die ausführlichen Erklärungen über die "Wertigkeiten der Huren" untereinander und über die Erklärung, wie man früher Stoffe einfärben konnte.

  • Zitat

    Original von Hannah
    ... da ich dem Ganzen nichts mehr hinzuzufügen habe, notiere ich mir nun nur noch die Buchtitel und mache mir zwecks angehender Geldsorgen ernsthaft Gedanken, nun auch bald mein erstes Buch zu veröffentlichen ;)


    Aber eine Frage habe ich noch :


    Wie weit und steinig ist der Weg vom fertigen Manuskript bis zum gedruckten und verkaufsbereiten Buch ???


    Erst berühmt werden, dann kannste mit einem Manuskript auch ernsthaft Geld verdienen.


    Ansonsten hilft es vielleicht, die Sache wie das vergnügte Schulmeisterlein Wutz anzugehen und sich die Bücher zur Not selbst zu schreiben.


    Ermutigende Grüße,


    Iris