Versuch Nummero Uno

  • Die unendliche Geschichte


    Es ist die große Liebe, Leid scheint versteckt.
    Ein Kind kommt zur Welt, das Leben ist perfekt.
    Sie kümmern sich um dich, glauben zu wissen, was du denkst.
    Doch nur so lange, bis du zu leben anfängst.
    Sie lassen dich im Stich,
    bist scheinbar unwichtig.


    Es ist ein Scheißleben, in das wir heut geboren werden.
    Es ist ein Scheißleben, ohne Liebe hier auf Erden.


    Du wirst älter, willst mehr wissen,
    doch alles, was sie dich lehren, ist, Ausländer beschissen
    zu finden, denn sie haben Schuld an Ignoranz,
    Übergewicht, Leben auf der Straße und Intoleranz.
    Zum Geburtstag kriegst du statt Süßigkeiten Waffen,
    um dir ein sicheres Leben mit Zukunft zu schaffen.
    In der Schule gibt es Stress, nicht nur wegen schlechten Noten.
    Denn Adidas ist „in“ und Nike ist verboten.
    Hast du deinen eigenen Style wirst du sofort abgelehnt,
    obwohl sich doch eigentlich jeder danach sehnt,
    sich von den Anderen zu unterscheiden, was Besonderes zu sein,
    doch sie haben sich formen lassen, ihre Seelen sind allein.
    Haben keinen Willen mehr, sind Produkt ´ner Industrie,
    die die Leute alle gleich macht, ohne Kreativität und Phantasie.


    Es ist ein Scheißleben, voller Hass und Gewalt,
    und wenn du nicht mitrennst, dann machen sie dich kalt.


    Die Kids sehen fern, Britney ist ihr Vorbild,
    die den Hunger der Mädels an Schönheit stillt.
    Doch ihre Message ist allein ´ne Brust-Op mit 17.
    „Sie ist so schön...“, denken die Girls und wollen gleichziehn.
    Ihre Körper werden verschandelt, für irgendwelche Idioten,
    die die Oberflächlichkeit in Person sind und leben wie die Toten.


    Trotzdem tu, was du tun willst und sei wer du bist.
    Vom Pessimisten bis zum Optimist.
    Dann werden sie dich nicht kriegen,
    denn irgendwann muß auch hier der Frieden siegen.

  • Obwohl sicher ein paar Wahrheiten drin sind, ist es für meinen Geschmack zu düster und negativ. Es klingt für mich ein klein wenig nach Eigenverantwortung abschieben.

  • Wer sind denn die "sie", die einem das antun? Die Eltern?
    Wenns so ist, fühle ich mich weder als Kind meiner Eltern noch als Mutter meiner Kinder angesprochen.


    Jorinde

  • @ jorinde
    sie ist die gesellschaft, also die leute, die einem vorschreiben, was richtig oder falsch ist. klar kann man sich dagegen wehren, sollte man bei genügend charakter wohl auch, aber viele tun dies eben nicht. denn wie ist es sonst zu erklären, dass viele schon optisch beinahe identisch aussehen? jeder ist ein individuum und trotzdem haben millionen von menschen den selben modegeschmack?


    @ idgie
    eigenverantwortung abschieben? also das denk ich nun wirklich nicht! jeder mensch hat in gewisser weise auch verantwortung für die allgemeinheit und wenn großväter, und es gibt diese fälle, ihre enkel zu rechtsradikalen erziehen, dann haben eben diese ganz bestimmt nicht ihre eigenverantwortung abgeschoben, sondern wurden eben in diese verhältnisse reingeboren.

  • Zitat

    Original von ompa lompa
    ... sondern wurden eben in diese verhältnisse reingeboren.


    Siehst du, und genau das meine ich damit. Dieser Erklärungsversuch, alles auf die mißratene Erziehung oder die blöde Gesellschaft abzuschieben, erfreut sich immer noch größter Beliebtheit und ist in meinen Augen nicht legitim. Man wird zwar durch seine Umwelt geprägt, aber sie taugt nicht als Sündenbock für eigenes Versagen und schon gar nicht als Entschuldigung für kritikloses Nachahmen.

  • kritikloses nachahmen, meine fresse...

    von solchen aussagen hab ich wiederum die nase voll, ich erlebe hier ständig mit, wie sich leute aus meiner umgebung das leben nehmen. is das zurückzuführen auf eigenes versagen? is es das, verdammt nochmal????
    gott, ich kapiers nicht, wann die leute endlich aufwachen. wann sie endlich die augen aufmachen und sehen UND handeln, mitbekommen, was eigentlich in ihrer welt passiert. denn es ist die gesellschaft, die bestimmten menschen das leben nicht mehr lebenswert macht. und wer das nicht einsieht, der schiebt hier die verantwortung von sich. eigenes versagen..ich glaubs auch...

  • Dann werd doch bitte mal etwas konkreter. Was denkst du denn genau, was man ändern muss. Bisher lese ich nur Pauschalaussagen.


    Lieben Gruß Idgie, die ziemlich genau mitbekommt, was in ihrer eigenen Umgebung passiert

  • die augen aufmachen, werte idgie, das wäre schon mal ein anfang
    trauer von menschen erkennen, ihnen hilfe anbieten, hartnäckig sein, eben wieder normale menschliche vorzüge zum vorschein bringen statt immer nur ans eigene konto und ansehen zu denken.


    ein kleines beispiel dazu: eine frau arbeitet jahrelang in einem betrieb, ihr wird eine höhere stelle angeboten, sie nimmt sie an, trägt verantwortung für andere mitarbeiter. dass jemand diese stelle annimmt ist für den ganzen betrieb wichtig. aus diesem grunde hat sie ihn auch angenommen.
    allerdings ist sie nicht allen aufgaben gewachsen, teile der mitarbeiter lästern über sie, ziehen über sie her, statt ihr zu helfen.


    wenn diese frau nun aufgrund dieser position, sie muss aufgrund der neuen aufgaben auch wochenends ihre tochter allein zu hause lassen, aufgrund ihres unglücks den freitod wählt, ist das dann ihr persönliches versagen??? ist es gott verdammt nochmal nicht, werte idgie, denn hätte die gesellschaft sie als person angenommen, geschätzt und nicht über sie hergezogen, wäre sie in diese verzweifelte situation nicht gekommen


    mit freundlichen grüßen,
    ompa lompa

  • Zitat

    Original von ompa lompa
    Es ist ein Scheißleben, in das wir heut geboren werden.
    Es ist ein Scheißleben, ohne Liebe hier auf Erden.


    Ich könnte zu diesem wie auch zu Deinen anderen Postings jede Menge schreiben (sorry, bin aber heute eigentlich nicht auf Diskussionen aus!) ... aber was mich wirklich interessiert: ist das Deine wirklich und echte Meinung über das Leben?

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • ach kinder, ihr scheint menschen ohne probleme zu sein, mein neid ist mit euch!
    man kann auch über ansichten schreiben, die nicht die eigenen sind. vielleicht habt ihr davon schon mal gehört. natürlich sollte man das leben nicht auf die zwei zeilen einschränken, die du hier erwähnt hast, aber sie sind dennoch teil der realität, weshalb ich nicht wüßte, warum man sie verschweigen sollte. ach ich vergas...wir leben ja in einer spaßgesellschaft, da will man von negativen seiten nichts hören...alles, was ich hier schreibe entspricht voll und ganz meiner überzeugung. doch, und das ist zu beachten, nur partiell.

  • Hallo Ompalompa,


    ich glaube auch, dass eine gewisse Teilschuld in der Gesellschaft zu finden ist. Aber nichts destotrotz denke ich, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Ich denke jeder hat immer die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten. In Deinem Beispiel hätte die Frau z.B. einfach den Job kündigen und einen anderen annehmen oder z.B. mal mit ihrem Chef darüber sprechen können.... Jetzt kenn ich natürlich nicht die genauen Umstände, so dass es nicht leicht ist aufzuzeigen, was für Möglichkeiten sie noch alles gehabt hätte.


    Wenn man eine Person ist, der es schwer fällt solche Entscheidungen wie o.g. zu treffen, ist das meiner Meinung nach mit Sicherheit ein Teil der Erziehung, aber es liegt auch immer an einem selber, was man daraus macht. Man hat immer Möglichkeiten aus seinem Elend auszubrechen. Dies ist mit Sicherheit nicht einfach, aber möglich... Aufgeben ist das einfachste...


    Und das wir hier alles Menschen ohne Probleme sind, dass glaubst auch Du mit Sicherheit nicht wirklich. Jeder Mensch hat sein Bündel zu tragen, nur jeder Mensch geht anders damit um und hat vielleicht Menschen, die einem helfen, aber ohne Probleme ist meiner Meinung nach kein Mensch auf dieser Welt...

    "Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen, der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig."

    - Ernst Reinhold Hauschka

    Zitat

  • Zitat

    Original von Iris
    Ich möchte nur eine kleine, bescheidene Frage stellen: Wer bzw. was ist "die Gesellschaft"?


    Iris, ich glaube das sind wir: das Establishment. Die Leute, die mit normal arbeitengehen ihr Geld verdienen und nicht von drei grünen Kreisen auf weisser Wand träumen und sich damit selbst definieren. :-)


    Gruss,


    Doc