Kraftwerk Glaube - Helmut Kammerer


  • Von Amazon:


    Kurzbeschreibung
    Glauben - die entscheidende Motivation! Eine Anleitung zum glücklichen Leben


    Auch in unserer modernen Gesellschaft ist Gott eine echte Hilfe bei der Bewältigung unterschiedlichster Lebensaufgaben. Durchaus trägt Gott zu Karriere und Erfolg bei! Im christlichen Glauben steckt nämlich ein wahres Kraftwerk. Damit können wir unsere Leistungsfähigkeit erheblich steigern und am Ende nicht nur erfolgreich sein, sondern auch wirkliches Glück im Leben finden.


    Über den Autor
    Helmut Kammerer, geb. 1958, arbeitet seit Jahren als Unternehmensberater und Coach. Er schreibt Fachartikel in verschiedenen Zeitschriften und ist mit seinem fundierten Wissen Gast in Rundfunk- und Fernsehsendungen, z.B. in "WISO", der Fernsehsendung für Verbraucher im ZDF. Erfolgreicher und prämierter Buchautor. Er ist verheiratet und lebt in Marburg.




    Es war im frühesten Frühjahr letzten Jahres, so irgendwann im März oder April, als mir Helmut wieder ein paar neue Kapitel seines Manuskriptes in die Hand gedrückt hat. Zu der Zeit hatte es natürlich noch keinen so schnieken Titel wie heute. Wenn ich mit Helmut damals über das Projekt gesprochen habe, dann gab ich dem Manuskript zumeist recht schmissige Titel, wie Reich werden mit Onkel Jesus oder Geld scheffeln mit Gott oder Glück und Wahnsinns-Sex allein durch Glauben. Da hatte ich also wieder ein wenig neuen Stoff bekommen und Helmuts Timing hätte nicht besser sein können. So konnte ich also während einer der vielen beruflichen Flüge nach Portugal meiner Flugbeunruhigung (Flugangst wäre dann doch etwas zu hoch gegriffen) mit dieser Lektüre etwas Ablenkung verschaffen.
    Ich sagte also: "Helmut, super, damit kann ich mich im Flieger prima ablenken."
    Helmut antwortete: "Das trifft sich gut, auf den folgenden Seiten geht es um Theodizee, und warum manchmal trotz Gott alles schief zu gehen scheint."


    Wie man an diesen Zeilen bemerkt, ging dann doch noch alles gut aus für mich. Und für Helmut letztendlich auch, denn es ist ein Buch, das einem suchenden Menschen einen möglichen Weg zeigt. Es ist aber auch ein Buch, das natürlich eine klare Position einnimmt. Und das muss es auch, wenn der Katholik Helmut Kammerer glaubwürdig sein möchte. Gerade das katholische Christentum zeichnet sich nicht gerade durch eine besondere Beweglichkeit aus, die mal der einen, mal der anderen gesellschaftlichen Strömung nachgibt. Das Buch bezieht also recht klar Stellung, fordert ein, statt leichte Wege zur schnellen Befriedigung eigener Ansprüche zu versprechen.
    Demut, Dankbarkeit und Verantwortung können natürlich auch dem Atheisten und seinem Umfeld weiterhelfen und werden auch bei Hindus oder Moslems keinen Schaden anrichten, aber das Buch verknüpft diese Begriffe sehr anschaulich mit dem christlichen Glauben und dem Vertrauen auf einen Gott, der uns nicht wie Labormäuse in einem Experiment verwendet, sondern die Menschen durch ihren Glauben bestärkt und Mut macht, den eigenen Schwächen und der der Mitmenschen besser begegnen zu können.


    "Kraftwerk Glaube" ist hervorragend geschrieben. Der Stil ist eingängig, alle Themenkreise werden ohne Zuhilfenahme von akademischen Worthülsen aufbereitet und dem Leser stets nachvollziehbar präsentiert. Natürlich bleibt es nicht aus, dass ein Buch rund um den Glauben auch kontrovers ist, vielleicht sogar polarisiert. Nicht alles findet meine ungeteilte Zustimmung, aber das muss es auch nicht. Für den Agnostiker oder Atheisten mag es ein Buch wie jedes andere sein, das den Glauben in positiver Art und Weise thematisiert. Für jemanden, der noch nach Antworten sucht, unsicher ist, ob der eingeschlagene Weg wirklich ans Ziel führt, kann "Kraftwerk Glaube" genau der Reiseführer sein, den man in manch verzweifelter, verirrter Stunde gut gebrauchen kann.


    Selbstverständlich kann ich in dieser Rezension nicht wirklich objektiv sein. Helmut darf ich zu meinen Freunden zählen, und als bekennender Christ gehöre ich wahrscheinlich nicht unbedingt zur evtl. anvisierten Zielgruppe. Mir hat meine eher unbedeutende Begleitung bei der Entstehung des Projektes viel Freude bereitet und noch mehr freut es mich dieses Buch endlich publiziert in Händen zu halten. Zwar bin ich seit der Lektüre in den vergangenen Monaten keinen Cent reicher geworden, aber ich habe nach wie vor tollen Sex. Und vorm Fliegen habe ich auch nicht mehr so viel Angst, das ist doch auch schon was.


    Gruss,


    Doc


    edit: Tippfehler

  • Guten Abend Doc


    Das könnte möglicherweise ein Buch für mich sein, weil ich immer noch eine jener Suchenden bin.


    Was mich sowieso anspricht, dass darin keine "akademischen Wörthülsen" zu finden sind.


    Der Titel des Buches gefällt mir auch....KRAFTWERK GLAUBE, das sagt schon einiges aus.


    Ich setze es schonmal auf meine Wunschliste. Denn irgendwann, da bin ich mir sicher, wird wieder einmal mehr dieses grosse Bedauern in mir aufsteigen, um den Verlust jenes kindlichen Glaubens, der mich doch einige Jahre lang begleitet und getragen hat...der aber leider im Laufe der Zeit irgendwann, irgendwo auf der Strecke blieb.


    Grüessli Joan :wave

    Avatar: James Joyce in Bronze... mit Buch, Zigarette und Gehstock.
    Diese Plastik steht auf seinem Grab. (Friedhof Fluntern, Zürich)
    "An Joyces Grab verweht die Menschensprache." (Yvan Goll)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Joan ()

  • Vorweg: Dies ist keine Rezension. Ich kenne den Autor seit Jahren persönlich, er war nicht zuletzt jahrelang "mein" Vorsitzender bei den 42erAutoren. Wäre das nicht der Fall, hätte ich ein Buch wie dieses - wie vielen hier klar sein dürfte - nicht gelesen. Schließlich handelt es sich nicht nur um ein Buch über den Glauben, das dem Glauben positiv gegenübersteht, sondern um ein Handbuch dafür, diesen Glauben im Alltag "gewinnbringend" einzusetzen. Ersteres hätte mich nicht von der Lektüre abgehalten; ich befasse mich natürlich mit Literatur von Gläubigen zum Glauben, aber für einen Ratgeber dieser Art bin ich tatsächlich nicht im Entferntesten Zielgruppe.


    Eben über diese Zielgruppe allerdings habe ich mir beim Lesen so meine Gedanken gemacht, und ich habe diese Gedanken auch niedergeschrieben. Dies hier sind sie. Wie gesagt, das ist keine Rezension. In einer solchen wäre ich sehr viel intensiver auf die Argumentation eingegangen, die aus meiner Sicht eine Vielzahl von Angriffspunkten böte. Aber damit wäre niemandem geholfen. Deshalb verzichte ich darauf.


    (Den nachfolgenden Text habe ich ursprünglich im Forum der 42erAutoren gepostet.)


    Ich habe das Buch gestern gelesen. Nein, ich werde es nicht rezensieren, weil das keinen Sinn macht - es ist zu schwierig, Inhalt, Thema und vor allem Argumentationsweise von literarischen u.ä. Aspekten zu trennen, und ich bin ganz sicher nicht Zielgruppe (s.u.). Ein Vegetarierer mag über Aufmachung und Gestaltung eines Kochbuchs für kräftige Hausmannskost urteilen können, aber wenn es zu den Rezepten kommt, wird sein Urteil von der eigenen Haltung beeinflußt sein. Ich bin Vegetarier, wenn man so will, und Helmuts Buch ist ein solches Kochbuch. Dieser Vergleich soll nicht sagen, daß Helmut kräftige Hausmannskost verkaufen möchte. Das ist nur ein Vergleich. Ich hätte ihn auch umgekehrt wählen können.


    Trotzdem möchte ich einen Versuch wagen, die Zielgruppeneinordnung vorzunehmen. Das Buch kann als dreiteilig betrachtet werden. Zunächst - im Rahmen der Einleitung - wird versucht, Argumente gegen den Glauben zu entkräften und der rein naturalistischen Weltsicht Wind aus den Segeln zu nehmen. Diese Argumentation ließe eine Vielzahl von Einsprüchen zu, aber darum geht es nicht. Sie läßt sich auf den auch sinngemäß so formulierten Aspekt reduzieren, daß vier Milliarden derzeit lebende Menschen Gott erfahren haben, und da Wissensgewinnung immer auf Erfahrungen beruhe, käme dies quasi Wissen gleich. Danach folgt die Vorstellung des "christlichen Kraftdreiecks" aus Demut, Dankbarkeit und Verantwortungsbewußtsein, dessen Spitze - also Ziel - der versprochene und gewünschte Erfolg darstelle. Im Rahmen dessen werden viele Beispiele gezeigt und Fragebögen vorgestellt, die der Leser nutzen soll, um die Bestandteile des Kraftdreiecks an sich selbst zu erproben - gerne auch schrittweise. Das kommt einer handhabbaren Anleitung gleich. Auch hier gibt es viele Beispiele und Argumentationsketten, die Widerspruch auslösen könnten, etwa im Rahmen der Definition des Erfolgsbegriffs die Schicksale von Rockstars wie Elvis und Kurt Kobain, die der Autor nutzt, um zu zeigen, daß diese Art von Erfolg (Rockstar sein) eigentlich keiner ist.
    Am Ende beschäftigt sich Helmut vergleichsweise intensiv - und das hat mich ein wenig verblüfft - mit der Theodizee. Dieser Abschnitt kommt einem Exkurs gleich; es wird der Versuch unternommen, zu erklären, daß die Auffassung vom allmächtigen, allgütigen und allwissenden Gott ein falsches Bild liefern bzw. auf einem falschen und zu personalen Gottesbild basieren würde. Dieser Ansatz entspricht weitgehend dem (bereits bekannten) Lösungsansatz der Relativierung jener Aspekte und einer falschen durch den Menschen vorgenommenen Interpretation der Begriffe Allmacht, Allgüte und Allwissenheit. Da der Mittelteil sehr bibelnahe ist und sich häufig auf Leben und Wirken von Jesus Christus bezieht, was starke Anklänge der Idee des "persönlichen Gottes" beinhaltet (dies wird auch bei vielen sehr handfesten Beispielen deutlich), empfand ich dies und auch die gelegentlich fast deistisch anmutenden Argumente am Ende als verwirrend - aus der Sicht eines suchenden Lesers. Zudem steht der im Rahmen dieser Argumentation genutzte Begriff der "Freiheit des Willens" m.E. in gewissem Widerspruch zu den gerade im Kapitel "Demut" geführten Argumentation, die sehr stark darauf abzielt, das Leben gelassener zu nehmen, da Gottes Wille ohnehin hinter allem stehe. Es gibt sogar den Satz "Das Leben ist so" als Argument gegen den Zweifel, wenn etwa Bewerbungsgespräche scheitern. Ich nehme an, daß es für Helmut sozusagen persönlich wichtig war, das sehr häufig angeführte und seit Jahrhunderten intensiv diskutierte Theodizee-Problem aus seiner Sicht darzustellen, aber im Kontext des restlichen Buches hat er sich damit m.E. keinen Gefallen getan.


    Der Autor argumentiert also am Anfang und am Ende für Gott und Glauben, wie dies auch in einer Diskussion mit Atheisten erfolgen könnte, und im - größten - Mittelteil zeigt er seine Herangehensweise, um den Glauben zu einem handhabbaren und durchaus praktischen Lebenshelfer zu machen.


    Ich denke, das Buch versucht ein wenig mehr zu leisten, als es sollte, um auf die Frage der Zielgruppe zurückzukommen. Die sehr praktische (im Sinne von: "als Anleitung zu verstehende") Vorgehensweise, die im Mittelteil vorgestellt wird, ist aus meiner Sicht als Konzept für jemanden zu verstehen, der tägliche Gewißheit in seinem Glauben benötigt, der sich mit Hilfe und durch Unterstützung dieses Glaubens besser in seinem Leben zurechtfinden möchte, der eben Glück und Erfolg auf dieser Basis sucht - und möglicherweise findet; das müssen Leute entscheiden, die das Konzept anwenden. Die Abschnitte am Anfang und am Ende jedoch diskutieren eher allgemein und (angesichts des vergleichsweise geringen Umfangs des Buches naturgemäß) verkürzt fast essentielle Fragen des Diskurses um Glauben und Nichtglauben. Die Argumentationsweise mag nachvollziehbar sein, wenn man ohnehin gläubig ist, aber um jemanden zu überzeugen, der das nicht oder noch nicht ist, reichen sie m.E. nicht aus. Solche Leute können aus dieser Sicht auch nicht Zielgruppe sein. Ich würde mich deshalb Bernds Einschätzung anschließen. "Kraftwerk Glaube" ist kein Buch, das in der täglichen Auseinandersetzung um Glauben als Hilfe dienen kann und soll, sondern ein Handbuch zur Umsetzung von religiösem Leben im Alltag.


    Natürlich gäbe es sehr viele Argumente, die Helmut vorträgt, denen man widersprechen könnte. Eines ist dasjenige, daß den Problemen, die die islamische Welt derzeit mit dem säkularen und teilweise atheistischen Westen zu haben scheint, eine starke Glaubensgemeinschaft gegenübergestellt werden sollte, um gemeinsam die Welt friedlicher machen zu können, schließlich glaube man ja an den selben Gott - der zweifelsfrei existiert. Sogar der Streit um die Mohammed-Karikaturen findet hier Eingang in Helmuts Buch, und an dieser Stelle, die sich prinzipiell darauf einläßt, "religiöse Gefühle" zum unumstößlichen Wert zu erheben und um Verständnis für den Protest zu werben, muß man dem Autor ankreiden, daß er sich gerade über diesen Vorgang offenbar nicht umfassend informiert hat. Auch ein religiöser Christ, der das Geschehen beobachtet hat, dürfte einen gewissen Widerwillen bei diesem Beispiel empfinden - das eines von vielen ist. Wie gesagt, ich meine, daß Helmut hier ein wenig zuviel des Guten versucht hat, was andererseits wieder verständlich ist, denn wenn man schon ein Buch über den Glauben schreibt, will man sicher auch die Chance nutzen, zu Fragen Stellung zu nehmen, die die Welt in diesem Zusammenhang gerade beschäftigen (auch, um schon im Vorweg den Vorwurf zu entkräften, daß man sich mit diesen Fragen nicht beschäftigen würde). Ich hätte das umgekehrt wahrscheinlich auch getan, und "Kraftwerk Glaube" ist ja auch, wie gesagt, kein Buch wie "Der Atheismus-Wahn" als Antwort auf Dawkins, sondern ein Ratgeber. Ein durchaus sehr gut geschriebener übrigens.

  • Hallo Tom,


    vielen Dank für deine Besprechung. Ich weiß das sehr zu schätzen, gerade weil ich deine Meinung zu dem Thema ja hinlänglich kenne und du trotzdem sachlich an das Buch herangegangen bist.


    Herzliche Grüße


    Helmut



    edit: Tippfehler

  • Hallo, liebe Eulen!
    Eigentlich mag ich Ratgeber überhaupt nicht. Aber... Ausnahmen sind möglich :-) - und da Helmut so lieb war, mir sein Buch zu schicken habe ich es auch gelesen. Und zwar mit wachsendem Erstaunen während der Lektüre:



    Eine Ameise schleppt ein Blatt, das drei Mal so groß ist wie sie. Ein Manager stemmt ein Unternehmen, dessen wirtschaftlicher Erfolg ihn Kraft kostet. Der Manager kann daran zerbrechen – die Ameise aber schultert das Blatt und marschiert weiter. Und weiter. Und weiter. Denn, so winzig so ein Ameisengehirn auch sein mag, das Tier weiß ganz einfach, dass dieses Blatt für sein Volk und damit das eigene Wohlergehen gebraucht wird. Und sie weiß, dass sie die Kraft hat, die Last zu tragen.
    Schon das Titelbild von Helmut Kammerers Buch „Kraftwerk Glaube“ lädt ein zum Lesen. An Tagen, an denen man sich selbst fühlt wie eine Ameise, die außer Arbeit nichts kennt, sollte man es mit Papst Pius halten, der empfahl, täglich zehn Minuten einer guten Lektüre zu widmen. Zum Beispiel diesem neuen Ratgeber, der – obwohl in der Aufmachung zunächst vielem, was sich auf dem Markt tummelt, sehr ähnlich ist – auf erfrischende Weise Mut macht, sich in der harten Arbeitswelt zum Glauben zu bekennen.
    Ein Buch nur für Christen? Für frustrierte Manager? Keineswegs: jeder, der sich an manchen (oder vielen, gar allen) Tagen fühlt wie ein Hamster im Laufrad, kann Kraft aus diesem Buch ziehen. Und zwar ohne wissenschaftlich verquastes zu Lesen. Ohne erhobenen Zeigefinger. Der Autor zeigt Ansätze, vertritt seine Meinung und schafft trotzdem das Kunststück, dem Leser Raum zu lassen für eigene Gedanken und Interpretationen.
    Zum Buch gibt es eine Homepage: www.kraftwerk-glaube.de Schon auf der Startseite wird der Leser empfangen mit den Worten:
    Auch in unserer modernen Gesellschaft ist Gott eine echte Hilfe bei der Bewältigung unterschiedlichster Lebensaufgaben. Durchaus trägt Gott zu Karriere und Erfolg bei! Im christlichen Glauben steckt nämlich ein wahres Kraftwerk. Damit können wir unsere Leistungsfähigkeit erheblich steigern und am Ende nicht nur erfolgreich sein, sondern auch wirkliches Glück im Leben finden.
    Kammerer ist von Haus aus Unternehmensberater. Als solcher hat er wohl genügend Einblicke in die Tretmühlen der deutschen Wirtschaft. Mit seiner ganz eigenen Interpretation, wie man sich und den Mitarbeitern, dem Unternehmen und der (eigenen) Familie das Leben einfacher machen kann, leistet er einen, wie ich meine, wertvollen Denkansatz für eine Gesellschaft, in der „Schneller, höher, weiter“ zum Credo geworden ist. Immer mehr Menschen, ob Manager oder nicht, können nicht mehr schneller, höher, weiter. Es gilt, die Notbremse zu ziehen, bevor der Zusammenbruch kommt. „Kraftwerk Glaube“ liefert dazu interessante Gedanken.
    ... und was die Zielgruppenbestimmung angeht - siehe Toms Posting.
    :wave

  • Hallo, Keinkomma,


    ganz herzlichen Dank für deine Rezi! Da du ja selber schon ein Buch über einen sehr gläubigen Menschen geschrieben hast, kannst du natürlich auch mit der Thematik etwas anfangen.


    Herzlich


    Helmut


    edit: Tippfehler

  • "Kraftwerk Glaube" subt bei mir schon seit mindestens 2 Monaten und ich komme einfach nicht dazu dieses wunderbare Buch, in das bisher nur einen kleinen Blick hinein geworfen habe, zu lesen. Mein Tag müsste irgendwie doppelt so viele Stunden haben. :-(

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht. (Abraham Lincoln, 12.02.1809 - 15.04.1865)

  • Titel: Kraftwerk Glaube. Der christliche Weg zu Glück und Erfolg
    Autor: Helmut Kammerer
    Verlag: Kösel-Verlag München
    Erschienen: Februar 2008
    Seitenzahl: 160
    ISBN-10: 3466367786
    ISBN-13: 978-3466367788
    Preis: 16.95 EUR


    Der Untertitel „Der christliche Weg zu Glück und Erfolg“ beschreibt in plakativer Weise worum es in diesem Buch geht.


    Helmut Kammerer macht in seinem Buch deutlich, das christlicher Glaube noch immer zeitgemäß ist, dass es gerade auch ein christlicher Weg sein kann, der zu Glück und Erfolg führt und das eben dieser christlicher Glaube alles andere als verstaubt und veraltet ist.


    Beeindruckend ist in erster Linie, wie es der Autor schafft, jeweils die richtigen Fragen zu formulieren und bei deren Beantwortung zwar intensive Hilfestellungen gibt, aber seine Leserinnen und Leser nicht aus der Pflicht des eigenen Denkens entlässt. Kammerer fordert auf, treibt sogar an, gibt Impulse und macht gerade auch die Sinnhaftigkeit seines Anliegens deutlich. Christlicher Glaube ist bestens dazu geeignet im Leben einen sicheren Halt zu haben.


    Bemerkenswert ist auch, wie Helmut Kammerer mit zum Teil einfachen, aber sehr nachdrücklichen Worten, die Kritiker des christlichen Glaubens, oder der Religionen insgesamt, ins Leere laufen lässt. Wo diese viele Worte machen, wo diese immer wieder dieselben „Argumente“ wiederkäuen, schafft er es mit wenigen Worten ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen.


    Helmut Kammerers Erklärung des Christlichen Kraftdreiecks, bestehend aus Demut, Dankbarkeit und Verantwortung, ist überzeugend und besticht durch eine wie Zahnräder ineinandergreifende Logik. Seine Beweis- und Argumentationskette ist in sich schlüssig und regt zudem das eigene Denken an. Seine Anregungen trägt er so vor, dass man wirklich Lust darauf bekommt, sie aufzugreifen und in manchen Dingen ganz einfach bewusster zu handeln und bewusster zu leben.


    Bestechend auch Kammerers Toleranz gegenüber Andersdenkenden. So schreibt und redet wohl nur jemand, der das was er dort aufgeschrieben hat auch wirklich lebt. Bewusstes christliches Leben bedeutet nicht miesepetrig oder von einem peinlichen Missionseifer getrieben durch die Gegend zu poltern. Bewusstes christliches Leben zu führen bedeutet vielmehr, echtes Glück zu erfahren und sich selbst in Einklang mit sich und Gott zu bringen bzw. es zu versuchen.


    „Kraftwerk Glaube“ von Helmut Kammerer ist ein sehr intelligenter Ratgeber, keiner dieser schlimmen 08/15-Ratgeber – ein Ratgeber den man sicher mehr als einmal zur Hand nimmt – ein Ratgeber mit Tipps und Anregungen, die wirklich Sinn machen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Voltaire ()

  • Lieber Doc(i)
    Ich muss wohl geschlafen haben die letzen Wochen (was eigentlich nicht so ist, denn ich habe meine Neues Buch "Himmlische Pfade" Erscheinungstermin 5. Juni 09, zum Abgabetermin korrigiert), das es mir entgangen ist Notiz zu nehmen davon, das Helmuth Kammerer ein Buch veröffentlicht hat, unter dem Namen "Kraftwerk Glaube". Ohne es gelesen zu haben kann ich getrost sagen: "Ich liebe den Titel". Warum? Weil ich selber daran glaube dass der Glaube tatsächlich ein Kraftwerk im täglichen Leben ist. Ich habe es am eigenen Leib erlebt und ich erzähle es in meinen Büchern. Noch heute werde ich mir Helmuth´s Buch bestellen. Später werdet ihr meinen Bericht darüber ertragen müssen.
    Vielen Dank Doc(i) für den Hinweis der mir leider engangen ist. Aber wie sagt man so schön: "Es ist nie zu spät...!" Das trifft auch hier wieder zu. Übrigens aus reiner Neugier Doc, was machst Du eigentlich so oft in Portugal? Ich bin selber dauernd da und ich wohne sogar oft in "Anzinhaga" wo Sarramago geboren wurde. Die beste Freundin aus seiner Kindheit "Otelinda Nunes Ribeiro" ist eine gute Freundin von mir. (nur so nebenbei)

    _______________________________________
    "Die Totenbahre ist die Wiege des Himmels..." (Aus: Verschlungene Wege/wahre Geschichten von Pilgern und Gottsuchern. ISBN 978-3-86744-074-5)
    :grab

  • Interessant am Cover ist nicht nur die Ameise, die das große Blatt stemmt, sondern auch die Phosphoreszenz der oberen Bildhälfte: Das Buch leuchtet im Dunkel, zumindest eine Weile.
    Das soll wohl auch die Inhalt: leuchten. Die zentralen Kapitel sind Ratgeber, Lebenshilfe, wollen "ein Licht aufgehen lassen", Missverständnisse zu einer christlichen Lebenshaltung beseitigen und Orientierung geben.
    Der Autor geht dabei methodisch sauber vor, wie man es von einem Unternehmensberater (das ist er im Hauptberuf) erwarten darf. Zunächst wird das Ziel konkretisiert, bei dessen Erreichung dem Leser geholfen werden soll: Glück und Erfolg in einer sehr grundsätzlichen Ausprägung. Trugbilder werden entlarvt, wenn aufgezeigt wird, wie große Erfolgsgeschichten kreuzunglückliche Menschen hervorgebracht haben. Nach dem Erscheinen des Buches wurde der "Casus" Michael Jackson zu einem traurigen Beleg dieser Analyse. "Kraftwerk Glaube" vertritt deswegen die These, dass der Begriff "Erfolg" sich nur im Zusammenhang mit "Glück" als sinnvolle Zielsetzung begreifen lässte. Dieser Gedanke zieht sich durch das gesamte Buch, wobei er angereichert wird mit weiterführenden Überlegungen zur Einbettung dieser Zielvorstellung in unserer Gesellschaft. So überzeugt Kammerer mit der Feststellung, dass "Gutes tun" nicht notwendigerweise, eigentlich sogar in den seltensten Fällen, den Aspekt "selbstlos handeln" beinhaltet oder gar voraussetzt. Vielmehr lässt sich am Guten Werk auch persönlich und ganz materiell eine Menge verdienen.
    Das Buch ist kein Ratgeber in dem Sinne, dass eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Zielerreichung gegeben würde. Vielmehr wird eine Lebenseinstellung vermittelt, die der Autor aus seinem christlichen Glauben herleitet. Dabei handelt es sich um das Dreieck "Demut", "Dankbarkeit" und "Verantwortung". Insbesondere der erste und der dritte dieser Begriffe werden dabei mit anderen Bedeutungen belegt, als ich sie aus alltäglichen Diskussionen gewohnt bin. Das Dreieck wird ausführlich erläutert, Beispiele und Fragebögen zur Selbstprüfung (man ist versucht, hier das Wort "Gewissenserforschung" zu verwenden) machen die Ausführungen griffig. Das Versprechen des Buches lautet nun, dass jemand, der das "Kraftdreieck" aus Demut, Dankbarkeit und Verantwortung lebt, damit in seiner Lebenseinstellung einen Nährboden schafft, auf dem Glück und Erfolg gut gedeihen können.
    Ein Abschlusskapitel widmet sich einigen Fragen, die sich jemandem stellen, der als Christ in der heutigen Gesellschaft leben möchte. Dabei werden sowohl die fundamentale theologische Frage nach dem Leid in der Welt angesprochen als auch "lebenspraktische" Aspekte des Alltags, wie die Frage, ob man sich öffentlich zu seiner Religion bekennen solle.


    Insgesamt ein angenehmes und freundliches Buch, das Denkanstöße geben kann.