Die Totenwäscherin - Helga Hegewisch

  • Klappentext:
    Sie hat ein besonderes Verhältnis zum Tod, ja manche nennen es gar eine Liebesbeziehung. Da sie die Kunst beherrscht, die Verstorbenen schöner zu machen, als sie es im Leben ja waren, sind die Dienste der Totenwäscherin Magdalena Winkelmann, genannt die Toten-Lena, weit über ihr mecklenburgisches Heimatdorf Gebbin hinaus gefragt, und sie verleihen ihr eine Unabhängigkeit, die zu ihrer Zeit nur wenige Frauen besaßen. Erzählt wird diese ungewöhnliche Lebensgeschichte von Magdalenas Urenkelin Antonia, Enkelin der schönen starken Barbara und Tochter von Hilda, die an der Liebe gestorben ist.


    "Zweihundert Jahre mecklenburgische Familiengeschichte, wunderbar fabulierend und fesselnd erzählt." (Journal für die Frau)


    Meine Meinung:


    Ein sehr schönes Buch. Schön geschrieben und eine interessante Geschichte um das Leben der Toten-Lena, die Liebe und die nachfolgenden Generationen. Von dem Beruf der Totenwäscherin hatte ich vorher noch nie etwas gehört, bzw. darüber gelesen und fand die Beschreibungen darüber sehr interessant.

    Ronja



    "Braucht's des?!"
    (Gerhard Polt)

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  • Hallo Ronja,


    ich habe das Buch auch schon gelesen. Ist aber schon einige Zeit her... Kann mich aber noch erinnern, dass ich es irgendwie seltsam, aber interessant fand. Keine Ahnung, woran ich das damals festgemacht habe... :gruebel

  • Was mich ein wenig enttäuscht hat: Ich hatte mir eine Lebensbeschreibung der Totenwäscherin gewünscht, aber das Buch beeinhaltet eher die Familiengeschichte. Der Klappentext war diesbezüglich etwas irreführend.


    Es liest sich ganz locker, hätte aber intensiver in der Lebensbeschreibung sein können.


    Jorinde

  • Ihr Lieben,


    mich hat die Totenwäscherin sehr positiv überrrascht. Sie hatte wesentlich mehr Tiefe als erwartet.


    Auch die Auseinandersetzung mit Frauen in Randberufen, Tod, Juden und die Geschichte Mecklenburgs sind eingearbeitet.


    Ich habe allerdings das Hörbuch dazu gehört ( oftmals bei ebay günstig )


    Wer noch mehr Eindrücke zu dem Buch sucht:


    Totenwäscherin im Hoerbuecher4um

    Binchen
    :write
    Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset Maugham) ;-)

  • Ich habe das buch in der Bücherei ausgeliehen. Ich war gesagt ein wenig enttäuscht, obwohl ich nicht sagen möchte, dass es schlecht war. Hatte mir aufgrund des Klappentextes einfach etwas anderes darunter vorgestellt.
    Konnte auch mit dem Sprachstil der Autorin nicht so viel anfangen, aber trotzdem war es eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Leider auch nicht mehr.

  • Wie viele andere Bücher ist auch dieses Buch Geschmackssache. Ich kann deshalb nur meine persönliche Meinung wiedergeben.


    Das Buch lag jetzt über zwei Jahre auf meinem SUB. Ich hatte irgendwie nie Lust darauf es zu lesen. Vor ein paar Tagen hat sich das aber geändert. Ich hatte Lust auf ein dünnes Buch für zwischendurch und habe deshalb das Buch von meinem SUB erlöst.
    Diese Entscheidung habe ich nicht bereut, und ich wünsche mir sogar, ich hätte es schon viel länger gelesen.


    Wer eine Geschichte einer Frau vor zweihundert Jahren erwartet die Totenwäscherin war und deshalb gemieden wird, wird enttäuscht sein. Darum geht es nur nebenbei.
    Dieser Roman erzählt die Geschichte der Frauen einer Familie. Angefangen von Lenas Mutter bis hin zu ihren Nachfahren in der heutigen Zeit. Alle diese Frauen haben etwas gemeinsam. Sie verbindet ein tiefes Band, und deshalb erleiden sie fast immer die selben traurigen Schicksale. Jedenfalls ähneln sie sich häufig, und trotzdem sind sie auf ihre Art und Weise verschieden.


    Ich fand das Buch sehr tiefsinnig und traurig. Meiner Meinung nach ist das kein Buch das man in einem Rutsch lesen sollte. Ich habe dafür auch länger gebraucht als sonst, da ich alles auf mich wirken lassen musste.


    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Ich habe keine Längen oder sonstiges empfunden. Im Gegenteil.


    Mir hat das Buch gut gefallen. Deshalb kann ich es nur weiter empfehlen. :-)

  • "kein Buch, das man in einem Rutsch lesen sollte"


    hab ich aber gestern bis in die tiefe nacht hinein getan.



    "Von dem Beruf der Totenwäscherin hatte ich vorher noch nie etwas gehört, bzw. darüber gelesen und fand die Beschreibungen darüber sehr interessant."


    ich wusste, dass es ihn gibt, habe mich aber auch kaum damit befasst, außer vielleicht mal bei einem marianne sägebrecht-film. die hier in diesem buch geschilderten dinge, auch, wenn sie sich bis heute etwas geändert haben dürften, fand ich auch sehr interessant.



    "Wer eine Geschichte einer Frau vor zweihundert Jahren erwartet, die Totenwäscherin war und deshalb gemieden wird, wird enttäuscht sein."


    war ich. aber angenehm!



    wie oben schon richtig erwähnt, wird die geschichte der frauen einer familie berichtet und zwar in mecklenburg von der napoleonischen zeit bis nach dem mauerfall. jede frau hat ihr eigenes schicksal(späckchen zu tragen), fast alle üben den beruf der totenwäscherin aus: mit verschiedenen "tricks" erreichen sie es, dass der im todeskampf vielleicht verzerrte gesichtausdruck einem ruhigen, friedlichen und manchmal sogar leicht lächelnden antlitz weicht, welches die hinterbliebenen nicht erschreckt, sondern ihnen eine tröstende erinnerung ermöglicht.
    wir erfahren viel von der damals jeweiligen wirtschaftlichen situation, von den weberaufständen, den problemen der industrialisierung, vor allem in den letzten 50 jahren stehen die geschichtlichen ereignisse im mittelpunkt, denn ein familienzweig ist jüdisch, ein sproß zudem noch homosexuell, und die daraus resultierenden gefahren werden eindringlich geschildert. am schluss reist eine nachfahrin nach mecklenburg und will die orte sehen, von denen in den nach dem tode der mutter gefundenen aufzeichnungen die rede ist. sie trägt keinen der damals bekannten familiennamen, trotzdem wird ihr mit misstrauen begegnet, man unterstellt, dass sie ansprüche auf grundbesitz geltend machen will. sie hat eine schicksalhafte begenung.
    die geschichte wird nach dem schachtelsystem erzählt: gegenwart - vergangenheit - gegenwart.
    zu beginn der vergangenheitsphase hatte ich mit den vielen vornamen leichte probleme, zumal der adel auch noch doppelte vornamen führte, aber das gab sich im laufe der lektüre.
    fazit: nichts grandioses, aber ein deutliches hervorheben aus der masse der "-in"-romane (die ich im übrigen auch gelegentlich recht gern lese).

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)