Agatha Christie - Bertrams Hotel

  • Klappentext:


    Wie ein Relikt aus dem viktorianischen Zeitalter - so wirken Bertrams Hotel und seine vornehmen Gäste. Jeder kennt jeden, und alle sind ebenso tugendhaft wie rechtschaffen. Bis Hochwürden Pennyfather plötzlich spurlos verschwindet.


    Kritik:


    Zu Agatha Christie brauche ich nicht viel sagen. Bertrams Hotel ist etwas unbekannt, doch dafür umso sensationell. Man fühlt sich ins alte England zurückversetzt, "Teatime", "Glamour" und Co. Einfach genial wie Agatha Christie Spannung aufbauen und erhalten kann. Für diesen Krimi braucht man jedoch ein gutes Namensgedächtnis, da sehr viele verschiedene Charaktere auftauchen. Auf alle Fälle empfehlenswert.


    "Bertrams Hotel"


    mfg

  • Kann mich an Bertrams Hotel noch erinnern. Schien mir der zäheste Christie überhaupt mit wenig Biss & Mord. Nur die Tatsache, dass Miss Marple darin auftritt, konnte entschädigen. Kein Christie für Anfänger!


    Und die überaus positive Resonanz des Buches bei amazon.de überrascht mich wirklich ?(...

  • Zitat

    Original von Gast
    Kann mich an Bertrams Hotel noch erinnern. Schien mir der zäheste Christie überhaupt mit wenig Biss & Mord. Nur die Tatsache, dass Miss Marple darin auftritt, konnte entschädigen. Kein Christie für Anfänger!


    Und die überaus positive Resonanz des Buches bei amazon.de überrascht mich wirklich ?(...


    ups, hab doch glatt vergessen mich einzuloggen!

  • Sicher ist es eine andere Art von Christie. Aber ich lese Christie nicht nur wegen den kniffligen und intelligenten Krimis, sondern, weil ich die alt-englische Atmosphäre liebe. Diese Atmosphäre wurde gerade in diesem Krimi recht gut erklärt. :-)


    mfg

  • Zitat

    Original von Historikus
    Diese Atmosphäre wurde gerade in diesem Krimi recht gut erklärt. :-)


    Ich weiß, was du meinst. Aus solch einem Grund ist mir auch die Miss-Marple-Reihe so arg ans Herz gewachsen. Beispielsweise ist in "Mord im Pfarrhaus" ja auch nur ein Mord (will nicht allzu viel verraten ;)...) vertreten. Aber der Roman, mein Einstieg in die Reihe, sagte mir deutlich besser zu als "Bertrams Hotel".

  • Kurzbeschreibung von Amazon:
    In ganz London scheint es kein friedlicheres Fleckchen zu geben als Bertrams Hotel: ein prächtiges altes Gebäude, eine Atmosphäre, an der die Zeit spurlos vorübergegangen ist, und eine Schar höchst ehrenwerter Gäste. Doch da verschwindet plötzlich Hochwürden Pennyfather, ein ziemlich zerstreuter geistlicher Herr und Stammgast im "Bertram". Was steckt dahinter? Sollte die Idylle des komfortablen Hotels nur Fassade sein? Und was hat es mit der geheimnisumwitterten Lady Sedgwick und ihrer Tochter Elvira auf sich, die ebenfalls zu den Hotelgästen zählen? Fragen über Fragen: Doch dass Miss Marple eine Antwort finden wird, darauf kann sich der Leser verlassen ...


    Ein herrlicher Lesespaß - mal wieder - für Miss Marple Fans. Allerdings unterscheidet sich dieses Buch ein wenig von den anderen... wohl auch wegen des eher untypischen Endes.


    Auch die Beschreibung des Hotels, ein scheinbares Relikt aus dem viktorianischen Zeitalter, und seiner Bewohner ist wieder einmal toll gelungen.


    Mir hat es gut gefallen, auch wenn das Verbrechen diesmal... anders ist als "sonst".


    Mal ein etwas anderer Agatha Christie / Miss Marple - Roman, aber lesenswert und vor allem auch schnell gelesen.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ja, Bertrams Hotel ist ein eher untypisches Buch für Agatha Christie aber andererseits auch doch wieder nicht.
    Agatha hatte immer wieder Gedanken, dass es organisierte Verbrecherbanden gibt (wie auch in "Sie kamen nach Bagdad") Ausserdem kommt es in den Agatha Christie Büchern immer wieder vor, dass Leute nicht das sind, was sie zu sein scheinen oder ihre Namen gewechselt haben usw.


    Mir persönlich hat das Buch nicht so gut gefallen.

  • Meine Meinung:
    Bertrams Hotel ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, die hier stehengeblieben zu sein scheint. Während einige Hotelgäste es genießen, einige Zeit dem Fortschritt zu entfliehen, findet Miss Marple nicht nur das ein wenig merkwürdig...
    Ein ungewöhnlicher Miss Marple-Krimi, weit entfernt vom klassischen Whodunit, den ich erwartet hatte. Obwohl die Szenerie liebevoll gezeichnet ist, liest sich Bertrams Hotel leider nicht ganz so rund, wie man es von Agatha Christie gewohnt ist. Zwar ist die Auflösung durchaus nicht unschlüssig, aber bis dahin setzen sich die Mosaiksteine nur holprig zusammen. Miss Marple selbst ist zudem eher Beobachterin und Randfigur als Hauptakteurin.
    FAZIT: Für Miss Marple-Fans sicher empfehlenswert, aber es gibt auf jeden Fall dutzende bessere Christies!

  • Zitat

    Original von milla
    FAZIT: Für Miss Marple-Fans sicher empfehlenswert, aber es gibt auf jeden Fall dutzende bessere Christies!


    Das auf jeden Fall - ich finde trotzdem, es hat großen Spaß gemacht, ihn zu lesen. Eben auch deswegen, weil er mal gerade ganz anders war. ;-)

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Als Krimi sicher nicht der gelungenste unter den Christies.


    Wenn man ihn aber als ein Abschiednehmen von der 'typisch englischen Gemütlichkeit' liest, als Zeichen dafür, daß die Autorin erkennen mußte, daß all das, was das 'typische England' ihrer eigenen Bücher immer ausmachte, eigentlich nicht mehr existiert und auch nicht mehr wiederzubeleben ist, sicher einer der interessantesten und melancholischsten Romane von Christie.


    Schon x-mal gelesen, steht in meiner Sammlung und wird dort auch bleiben!

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Mein erstes Agatha Christie Buch :-]


    In Betrams Hotel ist die Zeit stehen geblieben und genau dies vermag die Autorin sehr gut zu beschreiben. Ein leichter Krimi für zwischendurch, erst auf den letzten Seiten wurde so manches richtig aufgeklärt, wenn auch etwas sehr an den Haaren herbeigezogen, aber so blieb die Geschichte bis kurz vor Schluss relativ spannend.
    Sicher nicht mein letztes Buch der Queen of Crime!

  • Für mich auch eindeutig ein schwacher Agatha Christie Roman.


    Positiv ist hier wirklich zu erwähnen, das er sich schnell und flüssig lesen läßt. Ich habe dieses Buch an einem Tag durchgelesen. Ganz reizend fand ich die Beschreibung des Hotels. Mir gefällt der Gedanke, das in dem Hotel die Zeit stehen geblieben ist und auch wenn ich noch nie in England war, dort das typische englische Klischee bedient wird. Jeder bekommt das, was er erwartet. Der Schauplatz der Handlung war damit schon einmal super.


    Leider gefällt mir die Handlung in dem Roman nicht. Bei Miss Marple - Romanen erwarte ich rechtzeitig einen Mord und dann die Aufklärung, verbunden mit den Ermittlungen durch Miss Marple.


    Das war hier nicht gegeben und Miss Marple erschien mir in diesem Buch eindeutig zu wenig auf der Bildfläche. Irgendwie kommt sie nur als Randfigur bzw. als Zeugin vor.


    6 von 10 Punkten

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Agatha Christie entführt den Leser mit Bertrams Hotel wieder ins nebelige, atmosphärische London in ein Hotel, welches einen um einiges an Zeit zurück schleudert. Toll beschrieben fand ich das Flair des Hotel und dessen Gästen, man fühlte sich tatsächlich in alte Zeiten ( die ich leider nicht kenne ) zurück versetzt und meint mit Miss Marple Tee zu trinken und die Menschen zu beobachten.
    Alles wirkt wie zu Zeiten König Edwards, aber dennoch scheint an diesem Bild etwas nicht zu stimmen...Ins Geschehen rücken weiter die eher unscheinbare aber hübsche Elvira Blake, die waghalsige Bess Segdwick, und der zerstreute Kanonikus Pennyfather, sowie einige andere Personen. Lange bleibt dem Leser nun Zeit für Spekulationen, denn der Mord geschieht erst zu einem späteren Zeitpunkt.
    Tatsächlich macht das Rätseln um die Personen und die Zusammenhänge auch wieder großen Spaß, auch wenn sich die Geschichte hier als etwas zäh erweist. Im Vergleicht zu anderen Büchern der Autorin fehlt mich hier etwas der Schwung, der Spannungsbogen...Oft dümpelt die Geschichte ein bisschen vor sich hin, was Agatha Christie mit ihrer einzigartigen Art zu schreiben zu einem guten Teil wieder wett machen kann.
    Am Ende präsentiert sie dem Leser eine schlüssige, vollständige Lösung, auch wenn so manches Motiv etwas dürftig erscheint.
    Da ich mittlerweile schon einige Bücher der Autorin gelesen habe kann ich sagen, dieses hier gehört auch für mich zu einem der schwächeren Romane von ihr.
    In Zahlen ausgedrückt: 7 Punkte.

  • nofret78 : Danke für die schöne Rezi!


    Ich kann nicht mehr viel hinzufügen. Das Buch habe ich in dieser LR gelesen und es hat wieder sehr viel Spaß gemacht den Fall mitzulösen. Die Atmosphäre in Bertram's Hotel war einfach schön - das alte England wurde sehr gut beschrieben. Der Krimi war gut gelöst, wenn auch diesmal Miss Marple mit Inspektor Davy die Täter findet. Ich habe schon bessere Christie's gelesen - aber es hat sich trotzdem gelohnt.
    Für mich 7 von 10 Punkten. :wave

  • Mein erstes Agathie Christie Buch und es wird auch nicht mein letztes sein. Zwar hat Miss Marple selbst nur eine Gastrolle ergattert, aber der schreibstil hat es mir angetan und es ist eine leichte Lektüre.
    Zum Ende hin wird die Spannung gut gewahrt, so dass es schließlich schnell durchgelesen ist. Aber man sollte sich nicht auf Miss Marple selbst im Roman freuen, sondern eher auf den Inspektor "Vater", der dem Buch auch seine eigene Note gibt.

  • Auch wenn Miss Marple nur eine Art Nebenrolle spielt, es erst ziemlich zum Schluß gerade noch so zu einem Mord kommt, das Motiv dazu einen nicht gerade vom Hocker reißt, fand ich "Bertrams Hotel" doch recht spannend und mit der Figur des Inspektor Davy mal was ganz anderes.

    Zitat

    Orginal von magali
    Wenn man ihn aber als ein Abschiednehmen von der 'typisch englischen Gemütlichkeit' liest, als Zeichen dafür, daß die Autorin erkennen mußte, daß all das, was das 'typische England' ihrer eigenen Bücher immer ausmachte, eigentlich nicht mehr existiert und auch nicht mehr wiederzubeleben ist, sicher einer der interessantesten und melancholischsten Romane von Christie


    Ein sehr interessanter Gesichtspunkt! :write

  • Zitat

    Original von sill
    Auch wenn Miss Marple nur eine Art Nebenrolle spielt, es erst ziemlich zum Schluß gerade noch so zu einem Mord kommt, das Motiv dazu einen nicht gerade vom Hocker reißt, fand ich "Bertrams Hotel" doch recht spannend und mit der Figur des Inspektor Davy mal was ganz anderes.


    Ein sehr interessanter Gesichtspunkt! :write


    Ich schließe mich beiden Meinungen an. Man spürt hier - glaube ich - den Wehmut, den Abschied von der guten, alten Welt, wie sie die Christie so vortrefflich beschrieben hat. Und man spürt, daß die Autorin darum wußte und sich bemühte, zu neuen Ufern zu gelangen. Dies ist noch stärker zu spüren in Büchern wie z.B. "Passagier nach Frankfurt", der ja erst vor wenigen Jahren ins Deutsche übertragen wurde.

  • "Bertrams Hotel" ist ein Miss Marple Krimi, der ein wenig aus der Reihe schlägt. Der Mord geschieht relativ spät und auch das Ende ist anders, als man es sonst kennt. Trotzdem fand ich das Buch nicht schlecht, denn es hat sich flüssig lesen lassen wie bisher alle Krimis die ich von Agatha Christie kenne. Allerdings finde ich, dass es noch spannendere mit Miss Marple gibt.
    Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

    :lesendIlsa J. Bick - Brennendes Herz


    Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel... und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. (Walt Disney )