'Und dann gabs keines mehr' - Kapitel 13 - Ende

  • Ich hab's beendet - und kann es gar nicht fassen! Ich hatte zwar den Richter im Visier, aber als er "erschossen" wurde, dachte ich: Dann halt nicht! Aber das der Tod nur vorgetäuscht war, darauf wäre ich nicht gekommen...
    Den Selbstmord von Vera fand ich ziemlich unwahrscheinlich - ob sie wirklich so schuldbewußt war?
    Das Geständnis in einer Flasche ins Meer zu schmeißen - das fand ich toll! Obwohl das natürlich nicht zu dem Richter paßt - der ja so wahrheitsliebend war...


    Aber alles in allem: Ein schöner Krimi, viele Tote, viele Überraschungen und ein Täter, mit dem man nicht rechnet - bei mir 9 von 10 Punkten! :wave

  • ja, so ging es mir damals nach dem Lesen auch. Ein Verdächtiger nach dem anderen wurde ermordet und ich hatte schon Angst, dass der Krimis unlogisch enden wird - was mich bei Agatha Christie echt geschockt hätte. Aber diese Sorge war natürlich unbegründet.


    Mir hat das Buch auf jeden Fall auch sehr gut gefallen, auch wenn ich auf diese Dorf-Klatsch-und-Tratsch-Krimis, a la "Mord im Pfarrhaus" noch ein bißchen mehr stehe. Dennoch, ist "und dann gabs keines mehr" schon einer meiner Lielingskrimis.

  • Hallo,


    ich habe das Buch doch tatsächlich gerade zu Ende gelesen ! (Morgen bin ich total übermüdet in der Arbeit, Wecker schellt in 5 Stunden !) Aber ich konnte nicht anders ! ich musste unbedingt wissen, wie das buch ausgeht ! Und es hat sich wieder gelohnt ! Ein weiterer Roman von A.Christie der mich einfach nur beeindruckt hat ! Spannend, stellenweise witzig, nicht eine Seite Langeweile und absolut logisch und ohne fehler aufgebaut ! :anbet
    Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl: 10.


    Ich wäre nie auf diese Ende gekommen, nie !


    Freu mich schon auf die weiteren Bücher dieser genialen Autorin ! :-]

    liebe Grüsse melanie


    Wenn man Engeln die Flügel bricht, fliegen sie auf Besen weiter !
    :keks


    :lesend )

  • Ich bin völlig fertig mit der Welt (und mit dem Buch auch) .... erst war der Richter verdächtig, dann war er erschossen, dann war er wieder da und am Schluss war er auch noch der Drahtzieher von allem. Wie kann einem denn bloß so ein Plot einfallen, unglaublich


    Ganz kurz hatte ich mal gezweifelt, ob der wirklich tot ist, da bin ich nämlich über diese komische Formulierung gestolpert. Da heißt es nicht, er habe "ein Loch oder eine Schusswunde im Kopf/in der Stirn", sondern er habe da "ein Mal", und das muss ja nicht automatisch ein Einschussloch bedeuten. Es klang auf jeden Fall merkwürdig. Ich habe mich auch gewundert, dass um ihn herum nirgends Blut war und hätte angenommen, dass die Austrittswunde noch ganz andere Dinge zu Tage und an die Tapete befördert hätte, Hirn und Knochen zum Beispiel. Aber als der Doktor dann den Puls fühlte und ihn für tot erklärte, dachte ich, dass das alles dann schon seine Richtigkeit haben wird :lache


    Ein bisschen wahnwitzig fand ich allerdings die Erklärung am Schluss, wie er sich dann selbst umgebracht haben will, mit Brille und Gummiband und Türgriff ... das hätte ich ja zu gerne in einem Live-Experiment gesehen :oha


    Eine sehr überraschende Auflösung. Also war es doch der rachgierige Richter. Wie er seine Opfer aufgegabelt hat, fand ich recht interessant. Also hatte er da doch zuerst den Plan und hat sich dann erst die passenden Leute dazu gesucht. Da hätte ich eher angenommen, dass er die Leute zuerst gekannt hätte und dadurch erst auf dieses Spielchen gekommen wäre.


    Aber wirklich realistisch fand ich den ganzen Fall nicht, der ging ja so in Richtung dieser ganzen Serienkiller-Geschichten, wo der Mörder nach ABC oder Sternzeichen oder Kochrezepten mordet und seine Opfer dann noch mit allerlei Schnickschnack dekoriert, um die Ermittler zu verwirren. Sehr konstruiert, wenn auch alles in sich logisch und plausibel war und Mrs. Christie die Leser wieder mal an der Nase herumgeführt hat. Aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht, allein diese Raterei und das fahnden nach versteckten Hinweisen :grin


    Was ich an ihren Krimis auch echt immer gerne mag, sind die Figuren, die sie da einsetzt. Da sind so viele Klischee-Typen dabei ... der strenge Richter, die frömmelnde alte Jungfer, der schöne Draufgänger, der militärisch stramme Alt-General, die junge Lehrerin, usw usf ... wenn die in einem modernen Roman vorkommen würden, würde ein Leser wohl denken, der Autor hätte keine Ideen, weil er solche Stereotypen benutzt, aber hier passen die total gut rein, die sind für mich einfach Grundbestandteil jedes alten englischen Krimis. Gäbe es diese Figuren nicht, würden solche Bücher nur halb so viel Spaß machen, finde ich.


    Ich kann mir vorstellen, dass auch ein Krimiautor Spaß daran hat, sich so einen verzwickten Plot auszudenken, ganz im Sinne von Richter Wargrave, der in seiner Flachenpost schreibt, er wollte einen spektakulären, nicht lösbaren Mordfall erschaffen. Agatha Christie schafft das ganz locker :)

  • Ich bin völlig fertig mit der Welt (und mit dem Buch auch)


    Hab mir schon gedacht, dass die Auflösung dich fertigmachen wird... :lache :keks :knuddel1
    Aber Respekt vor deinen vielen scharfsinnigen Beobachtungen! :blume


    Ich habe die letzten Kapitel einfach nur genossen und meine Freude daran gehabt, wie Agatha Christie diesen Krimi konstruiert hat.

    Ihre Figuren sind in der Tat oft klischeehaft, v.a. in diesem Krimi, wo wir ihnen ja literarisch nie wieder begegnen werden. Ein bisschen anders nehme ich das bei den Reihen um Miss Marple und Monsieur Poirot wahr, wo Figuren auch mal (z.T. wiederum klischeehaft) mit ihrem eigenen Klischee brechen oder die Hauptfiguren genauer und vielschichtiger ausgebaut sind. Aber auch diese dürfen sich ja im Prinzip niemals weiterentwickeln, wenn man solche in austauschbarer Reihenfolge lesbaren Krimis schaffen will. Das macht für mich das Lesen einerseits gemütlich, denn Miss Marple bleibt einfach Miss Marple und ich kann mich auf den Fall konzentrieren, aber nach einer Weile wird es dann auch mal langweilig und ich muss dringend etwas anderes lesen.

  • Ob das heute noch so einen Hype auslösen würde, wenn es nicht schon Klassiker wären?

    Das habe ich mich auch schon öfter gefragt. Möglicherweise nicht; vielleicht würden AutorInnen mit solchen Büchern es heutzutage nichtmal zu einem Agenturvertrag bringen. Cosy-Crime boomt zwar immer noch, aber so weit ich das wahrnehme, werden bei modernen Cosy-Crime-Reihen die Figuren weiterentwickelt, man könnte die Bücher also nicht unbedingt in beliebiger Reihenfolge lesen.

    Für mich liegt ein großer Teil des Reizes der AC-Krimis in ihrem altmodischen Charme, v.a. hinsichtlich des scheinbar so idyllischen englischen Landlebens (weshalb ich Miss Marple lieber lese als Monsieur Poirot), und an den oft skurrilen und witzigen Dialogen der Figuren.

  • Nadezhda

    Ja, über weite Strecken war es schon echt spannend. Ich musste mir auch andauernd neue Verdächtige suchen, weil meine Favoriten alle überraschend weggestorben sind :lache

    Aber genau so liebe ich das, dieses Rätselraten und Spekulieren macht sehr viel Spaß.


    Wenn jemand das Buch und die Auflösung schon kennt, hat der beim Lesen der Kommentare hier und bei all den Fehlverdächtigungen und Mutmaßungen bestimmt auch einen Heidenspaß. Er weiß es ja besser. Du hast dich bestimmt auch gut amüsiert ^^


    Immer könnte ich solche Kischeefiguren auch nicht haben, in anderen Genres und anderen Bücher nervt mich sowas auch eher. Und es geht bei ihnen leider auch selten in die Tiefe, da gibt es nicht viel Überraschendes oder Neues an einer Person zu entdecken und sie entwickeln sich auch nicht. Sie erfüllen das Klischee, haben darüberhinaus aber nicht viel zu bieten.


    Aber für so einen 200-Seiten Krimi finde ich das völlig okay. Gerade ihre Figuren wie Miss Marple oder Poirot will man ja genauso schrullig haben, wie sie sind. Und bei den AC-Krimis habe ich sowieso das Gefühl, dass es nicht die Figuren sind, die für die Autorin das Wichtigste sind, sondern eher der Plot, das Verwirrspiel, eine gut konstruierte und möglichst undurchschaubare Handlung, mehr solche Sachen. Und das weiß ich ja, wenn ich solche Krimis zur Hand nehme, genau aus dem Grund lese ich sie ja. Da erwarte ich gar keine tiefgründigen Charakterstudien, sondern nur ein paar Stunden nettes Rätselraten. Und das geben ihre Bücher immer her :)


    Was ich hier an diesem Krimi ein wenig fade fand, das war der Handlungsort, diese Insel gibt ja nicht gerade viel Atmosphäre her. Da mag ich ihre Bücher lieber, die irgendwo im englischen Hinterland in verschlafenen kleinen Dörfchen spielen und die auch mit reichlich verschrobener Dorfbevölkerung aufwarten. Das hat mir hier ein bisschen gefehlt.


    Ich habe neulich aus unserem öffentlichen Bücherschrank eine Ladung Edgar Wallace gefischt, mal gucken, wie der so schreibt. Das muss ja in eine ähnliche Richtung gehen, bin schon gespannt.

  • Aber für so einen 200-Seiten Krimi finde ich das völlig okay. Gerade ihre Figuren wie Miss Marple oder Poirot will man ja genauso schrullig haben, wie sie sind. Und bei den AC-Krimis habe ich sowieso das Gefühl, dass es nicht die Figuren sind, die für die Autorin das Wichtigste sind, sondern eher der Plot, das Verwirrspiel, eine gut konstruierte und möglichst undurchschaubare Handlung, mehr solche Sachen. Und das weiß ich ja, wenn ich solche Krimis zur Hand nehme, genau aus dem Grund lese ich sie ja. Da erwarte ich gar keine tiefgründigen Charakterstudien, sondern nur ein paar Stunden nettes Rätselraten. Und das geben ihre Bücher immer her


    :write Das sehe ich genauso!

  • Du hast dich bestimmt auch gut amüsiert ^^


    Ähm... Ja! :grin Ich fand es aber v.a. erstaunlich und bewundernswert, was du und Sindolino da so an Details herausgepickt habt.


    Ich hatte auch nicht mehr genau im Kopf, wie und in welcher Reihenfolge das alles zustandegekommen war und wie der Richter am Ende sich selbst um die Ecke gebracht hat. Das mit dem Gummiband an der Brille ist ja schon eher ungewöhnlich. :pille

  • Das habe ich mich auch schon öfter gefragt. Möglicherweise nicht; vielleicht würden AutorInnen mit solchen Büchern es heutzutage nichtmal zu einem Agenturvertrag bringen. Cosy-Crime boomt zwar immer noch, aber so weit ich das wahrnehme, werden bei modernen Cosy-Crime-Reihen die Figuren weiterentwickelt, man könnte die Bücher also nicht unbedingt in beliebiger Reihenfolge lesen.

    Für mich liegt ein großer Teil des Reizes der AC-Krimis in ihrem altmodischen Charme, v.a. hinsichtlich des scheinbar so idyllischen englischen Landlebens (weshalb ich Miss Marple lieber lese als Monsieur Poirot), und an den oft skurrilen und witzigen Dialogen der Figuren.

    In genau der Form, in der wir das Buch jetzt gelesen haben .... glaube nicht, dass das jetzt noch ein Bestseller werden würde.

    Ich schätze eher, dass neue Krimis in dieser Form für den derzeitigen Buchmarkt nicht aufregend, nicht spektakulär genug wären. Sie sind ja eigentlich das Urgestein des Cosy Crime, aber sie unterscheiden sich doch recht von aktuellen Vertretern dieser Gattung, obwohl ich nicht genau sagen könnte, worin dieser Unterschied besteht.


    Vielleicht liegt das tatsächlich an den Figuren, wie du sagst, die nehmen in aktuellen Büchern viel mehr Raum ein, wogegen sich AC eigentlich immer auf die reine Krimihandlung konzentriert. In den modernen Cosy Crime gibt es viel mehr Zwischenmenschliches, oft auch kleine Love Storys, und die Krimihandlung ist manchmal sogar nur Nebensache. Und diese hier sind halt Krimis zum Mitraten und zum Mitdenken, Spannung hat man nur, wenn man aufmerksam der Handlung folgt. Ob das die Massen heutzutage begeistern könnte, ist die Frage.

  • Ich lese jetzt auch nicht so viel Cosy-Crime, um mich damit wirklich gut auszukennen. Aber zumindest nehme ich es bei den Reihen, die ich gelesen, so wahr, dass es weniger um die Krimihandlung (die ich bei den meisten dieser Bücher komplett vergessen habe) und mehr um das nette Drumherum und die Entwicklungen bei den Figuren (die ich sofort referieren könnte :grin ) geht. Vor allem denke ich da an die liebenswerte Mma-Ramotswe-Reihe von Alexander McCall Smith oder an die Katzenkrimis von Rita Mae Brown. :love: