Lesen die Büchereulen auch englische Bücher?

  • Inzwischen werden es immer mehr englische Bücher, auch weil meine Tochter beim Edinburgh Book Festival war und von dort mit einem sehr schweren Koffer zurück kam.
    Wenn sie in einem Jahr aus ihrem Studium in England zurück kommt, wird sie wohl einen eigenen LKW benötigen :grin


    Ein Autor, den ich sehr empfehlen kann, ist der Edinburgher Krimi-Autor Ian Rankin, der mit seiner skurrilen Titelfigur "Detective Inspektor Rebus" ganz entfernt an Mankells Wallander erinnert.
    Gleichzeitig lernt man viel über das Leben in GB, bzw. in Schottland, über den ewigen Unterschied zwischen Highlanders und Lowlanders..


    Den gab es schon bei einem Autor wie Sir Walter Scott, dessen "Waverly" ich kurz nach dem ersten Rankin Krimi gelesen habe; sprachlich ist das nicht einfach. Scott kommt aus dem beginnenden 18. Jahrhundert und das merkt man an der Sprache deutlich.

  • Da gebe ich Dir Recht Michael, wir lernen bei Ian Rankin ein wenig von Schottland kennen, neben dem Unterschied von Highland...usw. vor allem aber über die Stadt Edinbourg und zuweilen auch über Glasgow. Diese Infos sind aber verschwindend gering gegenüber den Infos, die wir über die schottische Gangsterwelt erhalten! :lache


    Waverley ist schwer zu lesen, geht aber...mit Ruhe und Musse! Ich fand sogar mehr, als eine Ausgabe im e-book Bereich. Welche hast Du gelesen?



    Mittlerweile lese ich englische Bücher fast ebenso schnell und gern, wie die deutschen, und manchmal finde ich es sogar attraktiver.
    Übersetzungen haben immer ihre Nachteile, und wer schon einmal vergleichsweise synchronisierte und originalsprachliche Filme in English gesehen hat, der weiß ganz sicher, dass Übersetzungen nicht nur hängen können, sondern zeitweilig auch etwas falsch darstellen. Jedenfalls sehe ich es als enorme Bereicherung an, englische/amerikanische Bücher im Original lesen zu können.


    Gerade lese ich: Memoir of Jane Austen von James Edward Austen-Leigh
    ...das etwas langatmig, aber sehr informativ ist.

    Büchertausch: eulomi


    Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im Widerspruch steht. Bertrand Russel

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  • Übersetzungen können sogar richtig den Lesegenuss verderben. Ich hatte hier eine entsetzliche Poe-Übersetzung, für die der Übersetzter die dauernd vorkommenden Wörter 'horrible' und 'terrible' konsequent mit 'grässlich' übersetzte. Entsetzlich!

  • Habe gerade von Jane Borodale "The Book of Fires" (auf deutsch "Die Farben des Feuers") gelesen und fand es viel schöner zu lesen als die deutsche Übersetzung. Die Stimmung kommt im Original einfach viel besser und authentischer rüber als in der Übersetzung.
    (Hatte es zuerst als Wanderbuch auf deutsch gelesen und fand es von der Story her so gut, dass ich es auch mal im Original lesen wollte. Also hab ich mir dann die englische Version bestellt.)

  • Manchmal lese ich auch die englische und die deutsche Version parallel, weil mich der Sprachvergleich interessiert. Es ist oft erstaunlich, was da so alles verändert wird. Manchmal wird der Sinn eines Satzes ins Gegenteil verkehrt, ein VW Käfer verwandelt sich in einen VW Golf, oder der Inhalt wird komplett verändert, weil zwei Worte, die eigentlich auseinander geschrieben waren, übersetzt wurden, als wären sie zusammengeschrieben.
    Einmal bin ich auf einen Satz gestoßen, bei dem ich mir dachte: Also da wüsste ich jetzt nicht, wie ich das übersetzen sollte.
    Der Übersetzer wusste es offensichtlich auch nicht, denn in der deutschen Ausgabe fehlte dieser Satz. :grin

  • In älteren Büchern wird es oftmals bei deutschen Übersetzungen von Autotypen lustig. "Sedan" wurde gern als Automarke wie Ford gehandelt ("saß er in einem alten Sedan"), dabei bedeutet der Ausdruck nur so viel wie "Limousine". Kein Mensch konnte jemals ein Auto, das "Sedan" hieß, kaufen.

  • Ich muss zugeben, ich lese mehr Englisch als Deutsch, das liegt bei mir in der Natur der Sache, immerhin lebe ich seit 13 Jahren in den USA. Übersetzungen kann ich kaum beurteilen, aber wenn die so sind wie Filme... da stellen sich meine Nachenhaare auf, was für ein Blödsinn manchen Filmen angetan wird.

  • Ich lese im Moment v.a. englische Terry Pratchett Bücher (als letztes "Night Watch") und hatte auch mal den Hobbit auf Englisch...
    Ich finde T.P. auf Englisch sogar noch besser, Hobbit hab ich halt nur auf Englisch gelesen...

    :lesend:keks



    "Ich möchte hier betonen, daß dieses Buch keineswegs verrückt ist. Eine solche Beeichnung trifft nur auf verkalkte Mathematiker zu, die Geometrie mit Lebensfreude verwechseln." Terry Pratchett

  • Zitat

    Original von Bina
    Manchmal lese ich auch die englische und die deutsche Version parallel, weil mich der Sprachvergleich interessiert. Es ist oft erstaunlich, was da so alles verändert wird. Manchmal wird der Sinn eines Satzes ins Gegenteil verkehrt, ein VW Käfer verwandelt sich in einen VW Golf, oder der Inhalt wird komplett verändert, weil zwei Worte, die eigentlich auseinander geschrieben waren, übersetzt wurden, als wären sie zusammengeschrieben.
    Einmal bin ich auf einen Satz gestoßen, bei dem ich mir dachte: Also da wüsste ich jetzt nicht, wie ich das übersetzen sollte.
    Der Übersetzer wusste es offensichtlich auch nicht, denn in der deutschen Ausgabe fehlte dieser Satz. :grin


    Ich versuche mich gerade an der französischen Version vom "Mädchen mit dem Perlenohrring" und habe da auch bei den ersten paar Seiten das deutsche und das französische Buch nebeneinander gehalten und parallel gelesen. Da hab ich auch den einen oder anderen kleinen Unterschied festgestellt. :grin

  • Zitat

    Original von Lanzelot
    Da gebe ich Dir Recht Michael, wir lernen bei Ian Rankin ein wenig von Schottland kennen, neben dem Unterschied von Highland...usw. vor allem aber über die Stadt Edinbourg und zuweilen auch über Glasgow. Diese Infos sind aber verschwindend gering gegenüber den Infos, die wir über die schottische Gangsterwelt erhalten! :lache


    Waverley ist schwer zu lesen, geht aber...mit Ruhe und Musse! Ich fand sogar mehr, als eine Ausgabe im e-book Bereich. Welche hast Du gelesen?


    .


    Hallo Lanzelot,
    eine etwas späte Antwort ...


    Das stimmt, man lernt mehr über´s Gangster- als übers sonstige Leben in Schottland, und etwas über das Innenleben schottischer Polizisten bei Rankin.
    Als nächstes habe ich mir "Dead souls" vorgenommen, wo er Gogols Tote Seelen referenziert und einiges über sich selbst verrät.


    Was Waverly betrifft, den hab ich doch auf Deutsch gelesen (hust). Wobei der Übersetzer sich viel Mühe gegeben hat, Scotts altes Englisch sprachlich zu entsprechen. Nur wenn er die Highlanders bayrisch reden läßt, wird´s etwas peinlich - aber was soll man da als Übersetzer machen?


    Es ist eine Ausgabe aus dem Goverts Verlag, 1974 mit den wunderschönen Illustrationen der englischen Ausgabe von Adam und Black, Edinburgh 1859.
    Ich kaufe so etwas meist antiquarisch, weil ich es liebe in Bücherregalen zu stöbern.
    E-Books sind nicht mein Fall, wenn man 10-12 Stunden am Bildschirm arbeitet, möchte ich persönlich in der Freizeit eigentlich nicht mehr auf einen Screen gucken.

  • Ich lese sehr selten englische Bücher, obwohl ich mit der Sprache überhaupt keine Probleme habe. Leider habe ich in der Vergangenheit immer Fehlgriffe gemacht und daher bin ich ein bisschen skeptisch geworden.


    Falls jemand aber gute, englische Bücher (vor allem Romane, aber keine zu kitschigen) für einen Neuanfänger in diesem Genre hat, bin ich jederzeit offen. :help

  • Warum liest du nicht einfach die Bücher auf englisch, die dich auf deutsch auch interessieren? Oftmals sind es ja sowieso Übersetzungen, bei Amazon sieht man ja unter der ISBN-Nummer oft auch den Originaltitel, und dann kaufst du einfach mal so ein potentiell interessantes Buch auf englisch statt auf deutsch.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Ich habe begonnen die deutschen Printfassungen meiner Lieblingsbücherserien, inzwischen als e-book in der englischen Originalfassung zu lesen. Du erlebt man ziemliche Überraschungen, bei einem Buch habe ich dann erstmal die deutsche Fassung aufgeschlagen, denn im ersten Moment dachte ich, ich hätte die verkehrte Folge. Doch siehe da - das Original hat tatsächlich einen komplett anderen Beginn und auch im Buch gibt es etliche Szenen, die erheblich anders geschildert wurden als in der deutschen Fassung.

  • Zitat

    Original von Zimööönchen
    Warum liest du nicht einfach die Bücher auf englisch, die dich auf deutsch auch interessieren? Oftmals sind es ja sowieso Übersetzungen, bei Amazon sieht man ja unter der ISBN-Nummer oft auch den Originaltitel, und dann kaufst du einfach mal so ein potentiell interessantes Buch auf englisch statt auf deutsch.


    :write


    So ist es wirklich am einfachsten. Oder, besonders als "Anfänger" beim Lesen auf englisch, mit einem Buch anfangen, das du auf deutsch bereits kennst. Natürlich am besten eins, das du auch gern gelesen hast. :grin
    Ich lese z.B. gerade nach und nach die Harry Potter Bände auf englisch durch, nachdem ich sie auf deutsch im Laufe der Jahre schon 2-3 mal durchgelesen habe. Denn a) bin ich ein großer Fan dieser Bücher und b) lesen sie sich sprachlich sehr angenehm und sind m.M.n. auch für Englisch-Lese-Anfänger geeignet.
    Auch die Bücher von Cecelia Ahern kann ich empfehlen, sofern die inhaltich deinen Geschmack treffen, cocobella. ;-)

  • Zitat

    Original von blackrose


    :write


    So ist es wirklich am einfachsten. Oder, besonders als "Anfänger" beim Lesen auf englisch, mit einem Buch anfangen, das du auf deutsch bereits kennst. Natürlich am besten eins, das du auch gern gelesen hast. :grin
    Ich lese z.B. gerade nach und nach die Harry Potter Bände auf englisch durch, nachdem ich sie auf deutsch im Laufe der Jahre schon 2-3 mal durchgelesen habe. Denn a) bin ich ein großer Fan dieser Bücher und b) lesen sie sich sprachlich sehr angenehm und sind m.M.n. auch für Englisch-Lese-Anfänger geeignet.
    Auch die Bücher von Cecelia Ahern kann ich empfehlen, sofern die inhaltich deinen Geschmack treffen, cocobella. ;-)



    Danke für die Tipps.
    Die Harry Potter Bücher wären ja eine sehr gute Idee. Die hab ich nämlich auf Deutsch schon so geliebt. Werde es mal versuchen.
    :danke

  • inzwischen lese und höre ich auch vermehrt auf englisch. meine letzten hörbücher waren die hunger games und gerade läuft the cuckoo's calling von j.k. rowling. da finde ich das britisch englische echt amüsant :lache ansonsten habe ich mich noch an ein paar krimis und thriller gewagt; zur zeit lese ich juliet naked von nick hornby.

  • Ich hab auch mal von Nick Hornby ein Buch auf Englisch gelesen, damals in der 11. für den Englischunterricht.


    Bei mir war's "About a boy", welches auch verfilmt wurde. (Hugh Grant ist in dem Film einfach die perfekte Besetzung für die Figur Will :lache )


    Ich fand das Buch damals ganz gut, allerdings meinte meine damalige Lehrerin, unbedingt jedes einzelne Kapitel genauestens mit uns besprechen & zusammenfassen zu müssen. Damit hat sie mir (bzw. der ganzen Klasse) "dezent" den Spaß an dem Buch genommen. Aber eigentlich ist es echt eine schöne Geschichte, wenn auch ein bisschen schräg - aber das muss ja nichts Schlechtes sein. :grin