Jeffery Deaver: Allwissend

  • In deutscher Sprache erhältlich am 15.02.2010
    Originaltitel: Roadside crosses


    Kurzbeschreibung bei amazon


    Er kennt alle deine Ängste!
    Am Straßenrand steht ein Kreuz mit roten Rosen: zum Gedenken an einen Autounfall. Das Todesdatum: morgen. Und tatsächlich entdeckt die Polizei am nächsten Tag eine junge Frau gefangen in einem Kofferraum – nur Sekunden trennen sie vom Tod. Ihr Peiniger wusste offensichtlich, dass sie unter schwerer Klaustrophobie litt. Die Verhörexpertin und psychologische Ermittlerin Kathryn Dance erkennt als Erste, dass der Mörder es darauf abgesehen hat, die schlimmsten Ängste seiner Opfer wahr werden zu lassen. Und weitere Kreuze kündigen weitere Morde an …


    Was Amelia Sachs und Lincoln Rhyme für New York, ist Kathryn Dance für Kalifornien – mörderisch genial! - Der zweite abgründig spannende Fall für Kathryn Dance, die Ermittlerin aus dem SPIEGEL-Bestseller „Die Menschenleserin”!



    Meine Meinung


    In diesem Buch widmet sich Jeffery Deaver wie schon in seinen Romanen "The blue nowhere" und "The broken window" den Gefahren, die denjenigen drohen, die im Internet zuviel von sich preisgeben. Ganz offensichtlich bezieht der Mörder die Informationen über seine Opfer aus dem Internet, denn der Polizei fällt es schnell auf, dass alle Überfallenen in demselben Blog geschrieben hatten. Zunächst scheint es sich um die Jagd auf einen schon bekannten Täter zu handeln, der sich für "Cybermobbing" rächen will.
    Aber das Buch wäre nicht von Deaver, wenn es keine "deavermäßigen twists and turns" beinhalten würde, die die Lektüre bis zum Ende spannend und überraschend gestalten .
    Nachdem ich das erste Buch über Kathryn Dance eher ein bisschen langweilig fand, ist Deaver hier wieder zu großer Form aufgelaufen, wobei er hochspannend, aber auch sehr kenntnisreich schreibt. Man kann nur jedem empfehlen, das Buch nicht nur zur Unterhaltung zu lesen, sondern auch seinen eigenen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet kritisch zu überdenken.

  • Für diejenigen, die nicht auf die deutsche Ausgabe warten wollen, ist hier der Link zum Original.


    Kurzbeschreibung bei amazon


    A highway patrol trooper notices something strange on the side of the road: a homemade cross, fashioned as a memorial. Except the date being 'remembered' is the following day - the day the police find a kidnapped teenage girl in the trunk of a car, left for dead. Special Agent Kathryn Dance, the kinesics expert with the California Bureau of Investigation, is on the case. The teenage victim points her to an online community where accusations fly and the criticism turns from impartial to personal - and vicious. It looks as though the bullying went too far, and one teen has finally snapped. Then further crosses appear. Now Dance must race against the clock to find the attacker before he can carry out his deadly plans for revenge ...in the cyber world and the real.

  • Ich finde das Buch im Vergleich zum letzten Kathryn Dance Thriller, der meiner Meinung nach ziemlich schwach war, richtig super. Die ganzen Personen werden einem während dem Buch richtig sympathisch und die Atmosphäre stimmt auch.
    Auch das Thema, Internet,... lässt einen schon ins grübeln kommen und sein eigenes Handeln im Internet überdenken. (Was ich auch ganz gut fand, dass hinter der Internetadresse im Buch wirklich was steckt :chen)
    Das Ende hat wie immer so viele Wendungen, dass man sowieso kaum einen Chance hat auf die Lösung zu kommen. Ich habs schon lange bei Deaver Thrillern aufgegeben :chen.
    Mein Fazit - ein super spannender mitreißender Thriller

    There is nothing either good or bad, but thinking makes it so - Wiliam Shakespeare
    Derzeit: Andy McDermott - The Secret of Excalibur

  • Danke für die Rezi, das beruhigt mich jetzt. Ich quäle mich zur Zeit durch "Die Menschenleserin" und finde das Buch wirklich sehr langweilig. Und dabei bin ich eigentlich Deaver- Fan und habe bereits fast alles von ihm gelesen.


    Also, dann beschließe ich jetzt mal, mich auf die TB- Ausgabe zu freuen...


    LG,
    crycorner

    Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen.
    Danach verzichtete er auf weitere Experimente.

    - Mark Twain -

  • Die junge Tammy wurde entführt und von ihrem Peiniger in einem Kofferraum eingesperrt zurückgelassen – an einem Strand, der kurze Zeit später komplett überflutet sein würde. Buchstäblich in letzter Sekunde wird das Mädchen aus ihrem Gefängnis befreit.


    Am vorigen Tag findet ein Polizist ein Kreuz am Straßenrand. An sich nichts Ungewöhnliches, ein solches Kreuz wird häufig zum Gedenken an die Opfer von Verkehrsunfällen aufgestellt. Doch Dieses ist auf den morgigen Tag datiert. Nur ein Fehler oder doch die Ankündigung eines Verbrechens? Hängt der Überfall auf Tammy mit dem Kreuz zusammen? Kündigen weitere Kreuze weitere Morde an?


    „Allwissend“ knüpft nahtlos an „Die Menschenleserin“ an, mit der die Serie um die Kinesiologin Kathyrn Dance ihren Auftakt feierte. Schon im letzten Buch wusste die scharfsinnige Ermittlerin mit ihrem Wissen rund um die menschliche Körpersprache zu begeistern und auch in diesem Buch greift sie wieder tief in die Trickkiste, um Zeugen zum Reden zu bringen. Geradezu liebenswert ist ihre Unsicherheit, die sie emfpindet, wenn sie sich auf unbekanntem Terrain z.B der Forensik bewegt.


    Deaver versteht es, den Leser mit seinen abgrundtief spannenden Geschichten in den Bann zu ziehen. Seine teuflischen Ideen ängstigen den Leser und bringen zum Nachdenken. Der „Kreuzkiller“ – so tauften die Medien den Täter – macht die schlimmsten Ängste seiner Opfer wahr. Tammy, die unter ausgeprägter Klaustrophobie leidet, sollte in einem dunklen, engen Kofferraum sterben. Der Überfall auf ein weiteres Opfer, das große Angst vor der Vorstellung hat, jemand oder „etwas“ könne durch sein Fenster spähen, wird durch eine hässliche Fratze vor seinem Fenster angekündigt. Unwillkürlich fragt sich der Leser, welches seine größte Angst ist und wie der Kreuzkiller sie gegen ihn verwenden könnte.


    Doch der Autor unterhält nicht nur mit diesem Roman, sondern klärt auch auf. Der Täter hat seine Informationen über die Opfer und deren Adressen aus dem Internet. Viel zu viel geben heutzutage die Internetnutzer über sich preis, und viel zu leicht lassen sich diese Daten gegen sie verwenden. Durch das ganze Buch zieht sich die unterschwellige Warnung, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen und sie nicht jedem zugänglich zu machen, indem man sie ins Netz stellt. Dieser „erhobene Zeigefinger“ langweilt nicht, im Gegenteil, er bringt den Leser zum Nachdenken. Ein größeres Kompliment an den Autor kann es kaum geben.


    Das zweite Buch mit Kathryn Dance hat wieder auf ganzer Linie überzeugt und so bleibt einem nichts anderes übrig, als auf einen weiteren Fall rund um die sympathische Kinesiologin zu warten.

    "I think too much. I think ahead. I think behind. I think sideways. I think it all. If it exists, I’ve fucking thought of it.''
    — Winona Ryder


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  • WOW, was für ein tolles Buch. Ich bin immer noch begeistert.


    Zur Story brauche ich ja nichts mehr schreiben :-)


    Deaver schafft es, den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte zu locken. Außerdem lässt er einige Sachen angedeutet, so dass man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Der Spannungsbogen ist bis zum Zerreissen gespannt und erst am Schluss lässt der Autor den Leser ein wenig durchatmen.


    Das Buch hat mich auf ganzer Linie begeistert.

  • Zitat

    Orginal von logan-lady


    WOW, was für ein tolles Buch. Ich bin immer noch begerister.


    Dem kann ich nur zustimmen.


    Ich habe es grade eben beendet und es ist einfach toll.
    Es ist jetzt das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe. Deaver schreibt wirklich gut.
    Beim lesen hat man keine Chance das Rätsel zu lösen, da sich der Verlauf der Geschichte immer unerwartet ändert. Während des lesens spürt man eine fantastische Spannung, die nie nachlässt.
    Ich habe das Buch jetzt innerhalb von 3 Tagen zu ende gelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Wenn ich es dann doch zwangsweise aus der Hand legen musste, hab ich immer auf die Uhr geschaut und wurde Nervös, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.
    Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

    Lg koob

    :lesend Rohypnol - Andrew Hutchinson

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  • Wissen wir eigentlich um die Allmacht des Internets? Ist uns bewusst, was eine vielleicht unbedachte Äußerung in den Tiefen des World Wide Web für Wellen nach sich ziehen kann? Der Stille Post Effekt ist enorm – und ein Opfer hat kaum eine Chance auf glaubwürdige Gegendarstellung. Jeffery Deaver widmet sich diesmal in gewohnter Manier dem Internet, speziell den Bloggern. Erstaunlich, wie ein Blog sich verselbstständigen kann, sich an Nebensächlichkeiten hochschaukelt, bis seine letzten Eintragungen mit dem Eingangsposting nichts mehr gemeinsam haben. Schmähungen, Beleidigungen und Diffamierungen können hier ungestraft losgelassen werden, man ist ja anonym im Netz, denn die Serverbetreiber halten schützend ihre Hände über Mitgliederdaten; sie pochen auf ihre Schweigepflicht, ähnlich wie bei Ärzten oder Rechtsanwälten. Oder verrät man gar selber seine Identität, indem man trotz eines Nicknamens durch unbeabsichtigte Äußerungen viel zu viel von seiner eigenen Person preisgibt? Das Web ist tief, dunkel und skurril, Anonymität schützt vor Strafe nicht, auch hier muss man sich an Regeln halten.


    Kathryn Dance beschäftigen drei Fälle gleichzeitig. Daniel Pell, der Hauptverdächtige aus dem letzen Buch „Die Menschenleserin“, steht vor Gericht. Doch es gibt Schwierigkeiten, und seine Taten beschäftigen Dance auch noch in diesem Buch. Außerdem wird ihrer Mutter Sterbehilfe bei einem jungen Polizeibeamten vorgeworfen und sie wird verhaftet. Dann tauchen die seltsamen Kreuze am Wegesrand auf, die aktuelle oder zukünftige Daten aufweisen. Kreuze am Wegesrand sind ein gewohntes Bild, als Mahnmal oder Erinnerung an einen tödlichen Unfall werden sie aufgestellt. Wer allerdings schaut schon genau auf diese Daten? Das erste Opfer hat Glück und wird in letzter Sekunde gefunden, bevor es ertrinken sollte. Bei Recherchen zu ihrem Hintergrund entdecken die Ermittler den Chilton Report, einen Blog, den Jim Chilton ins Leben gerufen hat. Als Journalist deckt er Missstände auf, die er in seinem Blog anprangert. Manchmal entwickeln die Blogs allerdings eine ganz eigene Dynamik, so auch dieser Blog, in dem Tammy, das erste Opfer, gepostet hat. Eigentlich handelte er vom schlechten Zustand des Highways, aber ein Unfall mit zwei jugendlichen Todesopfern erregt die Gemüter. Der Name des Unfallfahrers wird bedenkenlos bekannt gegeben, zwar offiziell wieder entfernt, aber durch Beschreibungen ist offensichtlich, wer gemeint ist. Travis Brigham wird zum Sündenbock, nicht nur im Web darf auf ihn eingeprügelt werden. Erschreckend, wie schnell sich hier Meinungen bilden und Menschen verurteilt werden, die Informationen werden als wahr hingenommen, ohne hinterfragt zu werden. Nach einem ersten kurzen Verhör mit Travis kann dieser fliehen und trotz intensiver Fahndung nicht aufgestöbert. Alle Personen, die sich negativ über Travis geäußert haben, werden gewarnt, trotzdem tauchen schon bald neue Opfer auf.


    Ein Täter, schon ganz am Anfang bekannt? Deaver wäre nicht Deaver, wenn er nicht noch so einige Wendungen im Petto hätte. Auf seine unnachahmliche Art schafft er es, Zweifel zu säen und wirklich jeden Charakter verdächtig erscheinen zu lassen. Bis zum Schluß hinterfragt man jede Handlung, ein typisches Deaver Phänomen. Wobei es dem Leser diesmal nicht sehr leicht gemacht wird, denn die Handlung ist langatmig konstruiert. Ausführliche Ausflüge in die Geschichte des Blogs und des Internets sind zwar ganz interessant, bauen aber keine Spannung auf. Viele neue Namen verwirren und die nebeneinander laufenden Ermittlungen von älteren Fällen flachen den Spannungsbogen gehörig ab. Deaver hat sich hier etwas verzettelt, man muss „Die Menschenleserin“ zwar nicht zwingend gelesen haben, aber hilfreich ist es auf jeden Fall, da oft auf zurückliegende Ereignisse zugegriffen wird.


    Ein bisschen mehr erfährt man wieder über Kathryn Dances Privatleben, wohldosiert und zur Geschichte passend. Mit Jonathan Boling, einem sympathischen Professor Mitte Vierzig, der Kathryn und ihr Team in IT-Fragen tatkräftig unterstützt, hat Deaver einen neuen Charakter eingeführt, der erfrischend realistisch, intelligent und mit einer gehörigen Portion Humor ausgestattet ist. Der faszinierendste Charakter ist allerdings Travis, anfangs als Loser und Täter abgestempelt, erfährt man im Laufe der Geschichte seine Vielschichtigkeit, erst als Dance seinen Charakter in einem Online Rollenspiel genauer unter die Lupe nimmt, erkennt sie sein wahres Gesicht. Leider gerät in diesem Buch die Kinesik ins Hintertreffen, die Gewichtung liegt eindeutig bei der Macht der Blogs, der freien Meinungsäußerung und der Eigendynamik im Internet. Außerdem geht es um höchst umstrittene Rollenspiele, die völlig neue Suchterkrankungen und Abhängigkeiten auslösen. Sehr viel Wissenswertes ist hier enthalten, Deaver versteht es ausgezeichnet, Fragen nach Moral und Vernunft aufzuwerfen und allen Argumenten Platz zu geben, ohne zu verurteilen oder Stellung zu beziehen.


    Der englische Originaltitel hätte mal wieder viel besser gepasst, das Cover ist sehr stimmig und geschmackvoll. Es spiegelt eindrucksvoll die Einsamkeit eines Menschen wieder, der von seiner Umwelt abgeurteilt wird, nur weil er ein bisschen anders ist.


    Fazit


    Ein Thriller auf der Höhe der Zeit – Leetschrift, Onlinespiele, Webblogs – leider etwas langatmig, aber sehr informativ. Die Fälle stehen diesmal nicht so sehr im Vordergrund, es ist mehr ein Endringen in die Jugendwelt von heute. Deaver lässt den Leser mehr als einmal atemlos zurück und macht ihm bewusst, wie gefährlich die Welt des WWW sein kann. Datenmissbrauch, Diffamierungen und eine neue synthetische Welt, in die Menschen allen Alters und sozialem Status fliehen, um der eigenen, trostlosen Wirklichkeit, zu entkommen, sind die Hauptthemen. Das Thema Sterbehilfe wird in einer Nebenhandlung durchleuchtet. Nichts ist so, wie es scheint, und jedes Statement im Netz ist lediglich eine subjektive Meinungsäußerung, die von einem einzigen verfasst wird.


    LG
    Patty

  • Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Serie rund um Katherine Dance, der "Menschenleserin". Der Inhalt ist eigentlich banal: Kreuze am Straßenrand kündigen grausame Morde an. Der Killer ist bekannt, so scheint es. Also geht es nu noch darum, diesen Killer auch zu schnappen.


    Von allen Büchern, die ich bisher von Jeffery Deaver gelesen haben, seien es solche der Reihe rund um Lincoln Rhyme oder "freistehende", hat mir dieses hier am schlechtesten gefallen. Vor allem der Anfang war unglaublich schleppend. Dabei denke ich vordererst an die gesamten Blogeinträge rund um die Kreuze am Straßenrand. Hat die tatsächlich jemand gelesen? Auch gegen Ende hin fand ich, dass das Buch immer wieder total schleppend war und man hätte das Buch gut um 200 Seiten straffen können. Dazu kommt ein Nebenstrang, der in den vorherigen Band rein spielt, der meiner Meinung nach aber für das Geschehen total irrelevant und unglaublich uninteressant zu lesen war. Den einzigen Zweck, den ich erkenne, ist der, dass sich Deaver auf diese Weise die Ausarbeitung eines bestimmten Charakters gespart hat.


    Die Geschichte rund um das "Lesen" eines Menschen war wieder interessant, obwohl mir alles, was damit zu tun hatte, irgendwie "unrund" vorkam. Vielleicht wirkt es gesehen besser als gelesen? :gruebel Der Funken, wie Dance auf bestimmte Dinge aufmerksam wurde, wie sie bestimmte Personen der Lüge überführte etc sprang nicht auf mich über. Es wurde zwar erklärt, warum was wie ist, aber unterm Gespräch selbst konnte ich mir keinen Reim darauf machen und deswegen bestimmte "Lösungen" nicht ganz nachvollziehen, was ich schade fand.


    Natürlich ist das Buch teilweise richtig spannend, so wie man es von Deaver gewohnt ist, doch finden sich immer wieder zu viele (mE) unwichtige Nebenstränge, was alles einer radikalen Kürzung zum Opfer fallen hätten können/sollen. Die Spannung, die aufkam, kann leider die Story nicht unbedingt aufwerten.

  • Ich kann mich den positiven Bewertungen nur anschließen: Spannende Story, Hintergrund zum Nachdenken, sympathische Ermittlerin, Wendungen bis zum Schluss - was will ich mehr?
    Von mir 10 Punkte!


    Jaune

    "Vorrat wünsche ich mir auch (für alle Kinder). Nicht nur Schokoriegel. Auch Bücher. So viele wie möglich. Jederzeit verfügbar, wartend, bereit. Was für ein Glück." Mirjam Pressler

  • Ich mochte die neue Deaver-Protagonistin und fand die Grundidee im ersten Buch sehr spannend. Eine Verhörspezialistin, die auf eine andere Art auf Verbrecherjagd geht. Eine sympathische und mitten im Leben stehende Frau, die nicht als Superwoman dargestellt wird.
    Internetkriminalität, die Bloggerszene und was Internetcommunities gerade bei Kindern und Jugendlichen bewirken. Cybermobbing und seine Folgen. Ein spannendes Thema das der Autor auch bei seinem Ermittlerduo Rhymes/Sachs schon beschäftigte. Aktuell und wichtig.


    Enttäuscht war ich von Allwissend. Die Geschichte tröpfelt vor sich hin, verliert teilweise den Faden und hat es mir schwer gemacht trotz interessanter Thematik am Ball zu bleiben. Wie immer hat Deaver zum Schluß eine unerwartete und überraschende Wendung eingebaut, die meinen Gesamteindruck trotzdem nicht positiver werden lassen konnte.
    Fünf Punkte von mir


    :wave

    :lesend Jonathan Tropper - Sieben verdammt lange Tage


    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
    Albert Einstein

  • Der 2. Fall für Verhörexpertin Kathryn Dance – und er ist genauso spannend wie „Die Menschenleserin“.


    Ich bin wirklich sehr begeistert von Deaver's neuer Heldin Kathryn Dance. Schon der 1. Fall um den Mörder Daniel Pell hat mir sehr gut gefallen und der 2. Fall konnte meinen hohen Erwartungen gerecht werden. Innerhalb von wenigen Tage habe ich nun beide Dance Fälle verschlungen.


    Kathryn Dance ist mir hier genauso sympathisch wie in ihrem eigenen Fall. Ich finde, dass sie eine interessante Persönlichkeit ist und mir gefällt auch ihr Spezialgebiet Kinesik sehr gut. Einige Sachen, die man hier liest z.B. wie Leute sich verhalten, wenn sie lügen, kann man ja auch gut selbst nutzen. Auch wenn man hier natürlich sich als Laie nicht sicher sein kann, ob seine Vermutungen und Beobachtungen an die Mitmenschen stimmen ;-)
    Auch die Nebenhandlung um Kathryn's Mutter Edie Dance fand ich toll, besonders da sie ja direkt an der Handlung des 1. Bandes anknüpft und ich diese noch gut in Erinnerung hatte.
    Ich finde es auch insgesamt toll, dass immer wieder Bezug zum 1. Band genommen wird, da es ja auch in der Realität so ist, dass viele Sachen auch später im Leben noch relevant sind.
    Allerdings ist es dadurch natürlich auch von Nöten, dass man den 1. Band gelesen hat und sich daran auch noch erinnern kann.



    Die Idee zu dem Buch einen Blog zu kreieren, wo man die Ereignisse im Buch nachlesen kann, hat mir auch sehr gut gefallen. Dadurch hat man das ein bisschen das Gefühl live dabei zu sein und die Handlung wirkt auch realistischer.
    Daher ist es auch gut, wenn man die angegebenen Homepages auch immer mal wieder während dem Lesen besucht.
    Zudem erkennt man dadurch auch die Gefahren und die Wirkung des Internets besser.


    Fazit:


    Kathryn's 2. Fall ist wirklich sehr empfehlenswert und begeistert. Er führt einen auch mal wieder vor Augen wie nachlässig man eigene Informationen weiter gibt im world wide web und ist wegen den anhaltenden Diskussionen um Internetsicherheit und Datenschutz sehr aktuell.


    10 von 10 Punkten

    Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)


    :lesend Jeffery Deaver: Allwissend

  • Der 2.Fall der "Menschleserin" hat mir auch gut gefallen.


    Das Thema "Cybermobbing" war doch voll extrem....


    Die Geschichte war voll spannend. Von mir gibt es auch die volle Punktzahl.

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Eine Highschoolschülerin wird in den Kofferraum ihres am Strand abgestellten Wagens gesperrt und soll in der Flut ertrinken. Am Tage zuvor errichtet jemand am Straßenrand des nahen Highways ein Gedenkkreuz mit dem Datum des folgenden Tages. Zufall? Die Ermittlerin Kathryn Dance heftet sich auf die Spur eines Täters, der vor nichts zurückzuschrecken scheint, denn schon bald taucht ein weiteres Kreuz auf.


    ‚Allwissend’ ist eine spannende Verfolgungsjagd, die ständig die Richtung wechselt. Den Text auf dem Buchrücken empfand ich als irreführend, denn die eigentliche Geschichte ist weitaus komplexer und hat schlussendlich nur noch im Ansatz etwas mit dem anfänglich vermuteten und auf dem Buchrücken angegebenen Motiv zu tun. Es geht vielmehr um Onlinemobbing, Blogs, Onlinegames und Spielsucht. Zudem findet der Leser im Laufe des Buches die eine oder andere Internetadresse im Buch, die man tatsächlich besuchen und so ein realeres Gefühl beim lesen von Blogeinträgen und Kommentaren bekommt. Beispielsweise findet man ein im Buch beschriebenes Bild auf dem betreffenden Blog im Internet. Als Leser hatte ich so mehr das Gefühl Teil der Handlung zu sein, auch wenn mich die Links immer wieder vom weichen Sofa vor den Computer zwangen. Natürlich sind alle Einträge auf englisch, aber gerade das fand ich sogar noch eine Spur interessanter.


    Was ich ein wenig störend fand und was man vielleicht vorher wissen sollte: Allwissend ist der zweite Fall für Kathryn Dance und wer den ersten Teil – so wie ich – nicht kennt, ist zu Beginn des Buches gelegentlich verwirrt, da doch recht viel vom vorherigen Fall aufgegriffen wird. Ein Teil der Handlung knüpft sogar direkt an die Geschichte aus dem ersten Buch an. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass ich den ersten Band jetzt definitiv NICHT mehr lesen muss, da ich aus ‚Allwissend’ eigentlich so gut wie alles erfahren habe. Das hätte ruhig irgendwo außen auf dem Buch stehen können, dann hätte ich mir erst noch ‚Menschenleserin’ besorgt. In der Regel ist das bei Krimi oder Thrillerreihen ja nicht derart extrem der Fall, aber diese beiden Bücher hängen stark zusammen, deshalb sollte man möglichst mit ‚Menschenleserin’ beginnen.


    Davon abgesehen haben sich meine anfängliche Verwirrung und auch Skepsis [da ich den Schreibstil zu beginn etwas holprig fand] jedoch schnell gelegt und als die Handlung erstmal in Fahrt gekommen ist, konnte ich das Buch nicht mehr leicht zur Seite legen. Ich fand auch die Entwicklung stets überraschend. Man glaubt – ebenso wie die Ermittler – eigentlich bald zu wissen, was Sache ist, wer der Täter ist, was dahinter steckt. Das Motiv liegt klar auf der Hand. Und doch schafft es der Autor die Geschichte ständig rum zu reißen und ihr eine völlig andere Richtung zu geben und das, ohne dass das Buch dadurch konstruiert und mit Gewalt in die Länge gezogen wirkt.


    Ein wenig erinnert das Buch an die Serie ‚Lie to me’, da die Ermittlerin ebenfalls ihre Gegner analysiert und erkennt, ob und wieso gelogen wird. Zu Beginn wird der gesamte Prozess recht ausführlich erklärt [was ich zugegeben etwas langweilig fand, aber auch das fügt sich nach einer Weile nahtlos in die Geschichte ein].


    Ich fand das gesamte Thema das Buches packend und interessant. Die Thematik des Onlinemobbings hat mich schon immer interessiert und in ‚Allwissend’ finde ich sie wunderbar umgesetzt. Und nach anfänglichen Startschwierigkeiten mit den Charakteren, habe ich auch die Ermittler ziemlich schnell lieb gewonnen.


    Fazit: Spannendes Thema, gute Ausführung, tolle Ermittler, aber man sollte DEFINITIV mit dem ersten Band der Reihe anfangen *hust*

    "Sobald ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich Bücher; und wenn noch was übrig bleibt, kaufe ich Essen und Kleidung." - Desiderius Erasmus