Ein kurze Geschichte von fast allem - Bill Bryson

  • Von Amazon:
    Worum geht es? Zum Beispiel darum: das Universum und seine Entstehung; Albert Einstein und die Quantentheorie; die Feinheiten der Teilchenphysik; die Wunder der Tiefsee und die Entstehung des Lebens; Mikroorganismen und Fossilien; die Entdeckung der DNA und die Entwicklung des Menschen. Doch wer sich fragt: "Woher wissen die das alles?", der muss sich zwangweise auch und vor allem für die Menschen interessieren, denen wir unser Wissen verdanken. Und so wimmelt es in diesem Buch vor skurrilen Typen, verkannten Entdeckern, passionierten Amateuren und unglaublichen Zufällen. Denn Wissenschaft ist ein Teil des Lebens und Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Da gibt es den australischen Reverend, der mit seinem kleinen Fernrohr mehr Supernovae entdeckt hat, als alle modernen Hochleistungsteleskope zusammen. Oder den britischen Gentleman, der Muscheln in seinem hohlen Gehstock aus einem Museum schmuggelte. Oder den Mann, der uns nicht nur das Blei im Benzin bescherte, sondern die FCKWs gleich oben drauf etc.


    Bryson holt weit aus. Sein Buch umfasst von der Entstehung des Universums bis in die heutige Zeit fast alle Bereiche des Daseins. Dabei wird er nie langweilig, sondern vermittelt gekonnt unterhaltsam und stets mit einem Augenzwinkern gewaltige Größen (z. B. die Entfernung Erde/Pluto oder was Pluto überhaupt ist) genauso gekonnt, wie er dazwischen immer wieder kleine Anekdoten zu jedem angeschnittenen Thema parat hat. Bryson ist allerdings da am Besten, wo es um Menschen geht. Wenn er über die unterschiedlichsten Entdeckungen und Erfindungen und die Menschen und ihre Schicksale dahinter berichtet merkt man ihm an, mit wieviel Freude er am Recherchieren war. Köstliches Beispiel ist das Kapitel um die Erstentdeckung von Dinosaurierknochen und die Eitelkeiten der wichtigsten Forscher auf diesem Gebiet und ihre gegenseitigen Anfeindungen.


    Ein dicker Schmöker mit vielen vielen Seiten und keine einzige davon ist langweilig, sondern macht neugierig auf noch mehr und noch mehr Details. Alle, die Bryson bereits durch seine tollen Reiseberichte kennen wissen, was sie an Wortwitz erwarten dürfen. Denjenigen, die Bryson noch nicht kennen sei es wärmstens ans Herz gelegt. Meine Top-Empfehlung für den Weihnachtsurlaub!


    Gruss,


    Doc

  • Ich hatte große Bedenken, als ich das Buch in die Hand genommen habe. Bryson kannte ich bislang als originellen Beobachter von Menschen und Situationen. Und dann wagt sich so ein dahergelaufener Skribent an die Hardcore-Wissenschaften????? Das kann ja nix werden. Ist es aber. Und wie!! Sein Blick für Anekdoten und die Geschichten hinter der Geschichte macht die Begegnung mit Forschung und Forschern höchst unterhaltsam (im besten, lehrenden Sinne, !Historikus aufgemerkt!). Eine tolle Fleißarbeit - verblüfft war ich vor allem darüber, wie die einzelnen "Protagonisten", spricht Forscher und Wissenschaftler, zum Teil wieder in ganz anderen Zusammenhängen auftauchen und die Dinge so wieder in einem anderen Licht erscheinen. Wissenschaft und Unterhaltung passen eben DOCH zusammen, da zeigt uns ein US-Brite mal wieder deutlich, wie armselig es hier in unserer deutschen Bublath-Info-Wüste zugeht ....
    Langer Rede kurzer Sinn: Kann Docs Empfehlung nur unterstreichen. Kommt gleich nach "Das Quark und der Jaguar" .....

  • Also zuerst mal, das Buch ist natürlich sehr interessant geschrieben und vor allem die vielen Anekdoten lassen einem Wissenschaftler, von denen man bisher vielleicht höchstens irgendwo in der Schule mal gehört hat, als Menschen wie Du und ich erscheinen (wenn auch manchmal als seeeehr spleenige). Dadurch merkt man sich auch viel mehr. Ich war zum Beispiel sehr davon überrascht, dass ich gar nicht auf meinem Stuhl sitze sondern ein paar milliardstel Millimeter darüber schwebe. Wer hätte das nun wieder gedacht?


    Jetzt kommt das Aber. Ich war trotz allem erstmal etwas enttäuscht von dem Buch. Ich kannte Bill Bryson bisher durch den genialen Reiseführer "Reif für die Insel" bei dem ich mich wirklich weggeschmissen habe vor lachen. Ein ähnliches Humor-Potential hatte ich nun auch hier erwartet und das ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Gut, vielleicht muss ein Wissenschaftsbuch etwas ernster sein. Auf der anderen Seite... "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" ist genau so, wie ich mir dieses Buch gewünscht hätte. Daher, auf einer Skala von 1 - 10 leider nur eine 8.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Zitat

    Original von Paradise Lost
    Jetzt kommt das Aber. Ich war trotz allem erstmal etwas enttäuscht von dem Buch. Ich kannte Bill Bryson bisher durch den genialen Reiseführer "Reif für die Insel" bei dem ich mich wirklich weggeschmissen habe vor lachen. Ein ähnliches Humor-Potential hatte ich nun auch hier erwartet und das ist meiner Meinung nach nicht gelungen.


    Nun, von einem Autor stets nur eine Richtung zu erwarten ist mMn nicht unbedingt legitim. Gerade Bryson hat z. B. mit seinem Afrika-Tagebuch gezeigt, dass er eben nicht ausschließlich humorig schreiben kann.


    Für mich macht gerade das den Reiz dieses Buches hier aus. Bryson schafft es jede Menge Fakten und Anekdoten zu vermitteln, ohne vor dem Leser ständig mit einem Gummihuhn herumzuwedeln.


    Gruss,


    Doc


  • Prinzipiell natürlich richtig. Vermutlich hätte mir das Buch auch besser gefallen, wenn ich mit einer anderen Erwartung rangegangen wäre. Denn gut ist es, da gibt es nichts dran zu rütteln. Vielleicht hätte ich "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" auch nicht parallel dazu lesen sollen, da fiel dann er Unterschied natürlich noch stärker auf. Werde mir aber in Zukunft bestimmt auch noch mal die anderen Bücher von Mr. Bryson durchsehen. ^^


    Grüße, Para

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Zitat

    Original von chiclana
    Sorry, aber das war nicht mein Buch. Ich habe es einige Male probiert, aber mir war es einfach zu anstrengend.


    .. zu anstrengend gerade nicht, aber ich hab ein bißchen reingelesen, es für zu "populär" und "sprunghaft" empfunden und beschlossen, es nicht weiterzulesen.

  • :-)


    Für mich war das Buch eine echte Offenbarung, weil ich mich immer vor Naturwissenschaften gedrückt habe. Ich fand es so spannend, dass ich gar nicht mehr aufhören mochte zu lesen und mir vorgenommen habe, mich mit einigen Themen näher zu beschäftigen. Gut gefallen mir auch die Bücher von Stephen Jay Gould (Der Dinosaurier im Heuhaufen etc.).


    Viele Grüße,
    Bücherfrau

  • Ja, die illustrierte Ausgabe ist klasse, und ich hatte das große Glück, den Übersetzer zu kennen, der mir ein Exemplar geschenkt hat (danke, Sebastian). Für alle anderen kann ich nur empfehlen: auf den nächsten Wunschzettel setzen :-), denn ich habe beim Lesen oft gedacht, da fehlen eigentlich nur die Bilder.


    Gruß,
    Bücherfrau

  • Absolute Spitze dieses Buch. Ich habe es verschlungen. Besonders interessant, dass er immer wieder beleuchtet, wie das Wissen über bestimmte Dinge überhaupt entstanden ist. Dass der Wissensstand der Menschheit keine Konstante ist sonder sich täglich entwickleilt und verändert.

  • Zitat

    Original von Larix
    Dieses Buch habe ich einmal gelesen bei einer Zugfahrt von Karlsruhe nach Berlin.


    :-( Ich würde, wahrscheinlich, ein Buch von 600 Seiten nicht ein mal bei der Fahrt nach China schaffen. Und schon gar nicht eins von Bryson.
    "neidischguck"


    Edit: Habe mir gerade noch überlegt,
    ist Larix überhaupt noch im Forum????
    Na, wie auch immer, lesen kann er anscheinend schnell :grin

    Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen,

    der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig. :lesend
    Ernst R. Hauschka

    Liebe Grüße von Estha :blume

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Estha ()

  • @arterii
    Mir ging es bei diesem Buch nicht anders, ich konnte es auch
    nur häppchenweise geniessen.
    Und parallel dazu was weniger anspruchvolles lesen :-)

    Nicht wer Zeit hat, liest Bücher, sondern wer Lust hat, Bücher zu lesen,

    der liest, ob er viel Zeit hat oder wenig. :lesend
    Ernst R. Hauschka

    Liebe Grüße von Estha :blume

  • Genauso hab ich es auch gemacht. Dabei habe ich mich aber jedesmal gefreut wieder an den Bryson zu gehen um zu lernen welche Schulweisheit er diesmal wieder auf den Kopf stellt oder in einem anderen Lichte erscheinen lässt. Da sind Aussagen, die einen schon zu denken geben. Z.B:


    "In einer Hand voll Waldboden tummeln sich mehr Lebewesen als es Menschen auf der Erde gibt."
    oder
    "Der Mensch besteht aus ca 100 Billionen Zellen. Jede einzelne davon ist ein komplexeres Gebilde als ein Großraumflugzeug auf neuestem technischen Level"


    Wir, von der Gattung Mensch kommen uns so wichtig und bedeutend vor...