Bird Box - Schließe deine Augen - Josh Malerman

  • Was ist, wenn die Welt plötzlich aus den Fugen gerät? Wenn nichts mehr so ist, wie es war?
    Wenn eine Gefahr, die man nicht richtig einschätzen und bewerten ( geschweige denn, aufhalten ) kann, dein Leben und das Leben aller anderen, bedroht?
    Und zwar weltweit.........


    In dieses Horrorszenario wird die junge Malorie hineingestellt und ihr täglicher Überlebenskampf beginnt.
    Als Leser weiß man nicht viel mehr als Malorie und die kleine Gruppe von Menschen, die sich in einem Haus zusammengefunden haben - und versuchen, das Unfassbare zu verstehen und zu überleben.
    Erschwerend, aber auch Hoffnung gebend, kommt hinzu, dass Malorie schwanger ist.


    Josh Malerman gelingt es meiner Meinung nach hervorragend, die Stimmung, die Ängste und Gedanken zu beschreiben. Es gibt nicht wenige Szenen, bei denen ich mich richtig gegruselt habe.
    Ich habe hier nicht dauernd nach Logik oder einer Auflösung gefragt, sondern mich ganz auf die Story, welche größtenteils aus der Sicht von Malorie erzählt wird, eingelassen.
    Für mich wurde gut dargestellt, wie sie es geschafft hat, diese Jahre zu überleben. Auch, wenn das ganz bestimmt nicht immer einfach war ( bestes Beispiel: Erziehung der Kinder ).
    Malorie hat letztendlich alles richtig gemacht. Und mir hat es gut gefallen, dass am Ende des Buches ein Hoffnungsschimmer steht.
    An eine Fortsetzung glaube ich eigentlich nicht, ich jedenfalls würde keine brauchen.


    Das Buch hat mich bestens unterhalten und dafür gibt es 9 von 10 Punkten.

  • Allein der Anblick von unbekannten Wesen lässt die Menschheit in Raserei und Wahnsinn verfallen, bis sie schließlich Selbstmord begehen. Nach einiger Zeit sind nur noch wenige Menschen übrig. Darunter befindet sich Malorie, hochschwanger, die sich zusammen mit einer handvoll Menschen in einem Haus verbarrikadieren. Doch können sie in einer Welt leben, in der man nur blind durch die Gegend laufen kann?


    Malories Geschichte wird vom Autor in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. In der einen erfährt der Leser wie alles angefangen hat, wie Malorie zu der kleinen Gemeinschaft kommt und wie sie sich versuchen am besten durchzuschlagen. In der anderen ist Malorie mit ihren beiden Kindern alleine und macht sich endlich auf einen unbekannten Weg… Allein durch dieses Wissen, welches der Leser von Anfang an hat, wird auch viel Spannung weggenommen, was ich etwas schade fand. Die Rückblenden sind allerdings am interessantesten.


    Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch die Tatsache, dass die Menschen irgendwas sehen, das sie verrückt werden lässt, ohne genau zu wissen um was es sich tatsächlich handelt.


    Das Buch lässt sich zwar richtig schnell weglesen, aber so richtige Spannung kommt irgendwie nicht auf. Das Ende ist dafür zwar richtig spannend und auch gruselig, doch bleiben dem Leser leider viel zu viele offene Fragen übrig.


    Auch die Personen selbst sind mir irgendwie etwas zu blass geblieben. Insbesonders über Malorie und ihre Zeit alleine mit den Kindern erfährt man nicht viel.
    Im Großen und Ganzen habe ich das Buch aber gerne gelesen und auch die Idee an sich fand ich nicht schlecht.


    Fazit: Gute Idee, leicht zu lesender Schreibstil - allerdings hätte etwas mehr Spannung und Klärung der offenen Punkte nicht geschadet. Ich vergebe gute 7 von 10 Punkten.

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Ich durfte das Buch hier im Rahmen eines LR lesen und möchte mich in diesem Zusammenhang auch gleich noch sehr herzlich beim Verlag und bei Wolke bedanken. :-)


    Ganz ehrlich, das Buch war für mich der Hammer. Ich mag auch alte Horrorfilme, bei denen man eigentlich fast immer nur Zeit damit zubringt, sich vor etwas zu fürchten, das möglicherweise gleich geschehen könnte... oder eben auch nicht. Und diese Atmosphäre hat "Birdbox" genauso rübergebracht. Die ganze Zeit hat man das Gefühl, dass man die Bedrückung, die auf den Bewohnern des Hauses lastet, spüren kann.


    Alle haben an ihren Problemen zu knabbern, an der Angst, der Ungewissheit. Bis zum Schluss wird ja nicht aufgedeckt, was das eigentlich für Wesen sind und ob es wirklich nur ihr Anblick ist, der die Menschen dazu bringt, in Raserei zu verfallen.


    Eventuell war die Reise auf dem Fluss ein wenig unrealistisch, aber auf jeden Fall super spannend zu lesen. Auch die Rückblicke, die sich immer wieder mit der aktuellen Handlung abwechseln, haben dazu beigetragen, den Spannungsbogen kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Man hat Stück für Stück erfahren, soweit die Hauptperson Malorie das denn wusste, was vor sich ging und geschehen ist, um zu diesem Punkt in ihrem Leben zu kommen.


    Volle 10 von 10 Eulenpunkten von mir für diesen Roman!

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Für mich vermittelt das ganze Buch auch eine düstere und bedrückende Stimmung.
    Der Erzählstrang verläuft in zwei Zeitebenen, die Reise auf dem Fluss und die Zeit im Haus.
    Die Endzeit-Situation ist realistisch und schockierend dargestellt, wenn man auch mit recht wenig Hintergrundinfos auskommen muss.


    Für mich war er eher lasch und wenig spannend. Einen Folgeroman werde ich wahrscheinlich nicht mit lesen.


    7 Punkte.

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Ich bin aufgrund der vielen durchwachsenen Rezensionen hier ohne große Erwartungen an das Buch ran gegangen und wurde im Endeffekt positiv überrascht.


    Endzeit und Dystopie liegt im Trend, aber ich muss gestehen, dass es mich dennoch immer wieder packt und ich solche Szenarien unheimlich gerne lese. Die Grundsituation im Buch hat mich also sehr angesprochen.
    Die Atmosphäre habe ich als sehr bedrückend und ausweglos empfunden, auch oder vielleicht auch gerade wegen des nüchternen und manchmal auch emotionslosen Schreibstils. Ich finde, das hat gepasst, blumige Sprache wäre hier irgendwie Fehl am Platze gewesen. Allein die Vorstellung, dass man in einer Welt lebt, die man nicht mehr sehen kann, verursacht bei mir Gänsehaut und ich kann verstehen, dass Malories Gedanken oder Beobachtungen oft abgehackt wirkten. Mir würde es vermutlich nicht anders gehen.


    Mit Malorie selber hatte ich in der Gegenwart meine Probleme, in der Vergangenheit fand ich sie sogar recht sympathisch. Die Umsetzung des Buchs auf zwei Zeitebenen hat mir gefallen, auch wenn ich die Szenen auf dem Fluss als etwas haarsträubend und nicht sehr realistisch empfunden habe - ganz im Gegensatz zu den Szenen in der Vergangenheit! Die fand ich ausgesprochen gut gestaltet, vor allem, weil es eben nicht so war, dass die Charaktere einer nach dem anderen starben, wie in einem Horrorfilm.
    Es geht hier nicht um die Aufklärung der Wesen oder deren Herkunft, sondern um das Überleben und die Anpassungsfähigkeit der kleinen Gruppe, die sich monatelang in dem Haus verbarrikadiert. Dieser zwischenmenschliche Aspekt hat mich fasziniert und die einzelnen Versuche der Gruppe, die Lebensbedingungen irgendwie zu verbessern, hat mich immer wieder nachdenken lassen, wie ich vorgehen würde. Die Wesen habe ich eher als Nebensächlichkeit empfunden, um die es eigentlich nicht geht.


    Etwas enttäuscht war ich dann über das "Finale" in der Vergangenheit und auch über das letzte Element auf dem Fluss, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat. Aber nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen und konnte es auch nicht aus der Hand legen, bis ich fertig war - die Seiten flogen eigentlich nur so dahin.


    Ich kann also guten Gewissens 8 Punkte für diese unterhaltsame und trotz einiger Schwächen sehr beklemmende Geschichte vergeben.

  • Immer mehr Menschen sehen etwas furchterregendes und sind danach nicht mehr sie selbst. Sie bekommen einen Tobsuchtsanfall und bringen sich danach um. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen Gruppen zusammen gefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Eine davon ist Malorie und sie ist hochschwanger und versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen.


    Das Buch hatte auf mich eine Sogwirkung, der ich mich nicht mehr entziehen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte mit Malorie aus geht.


    Die Handlung des Buches wird aus Malories Sicht in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart und zwischendurch in der Vergangenheit. Die Grundstimmung ist sehr düster und bedrückend. Die Angst konnte ich richtig spüren.


    Ich vergebe 9 Punkte.

  • Klappentext:
    Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …


    Meine Meinung:
    Ich habe das Buch hier in der Testleserunde gelesen und bin leider nicht so begeistert.
    Zunächste hat mich die Grundidee fasziniert - die Menschen sehen etwas und sind danach quasi gezwungen sich umzubringen. Ich wollte wissen, was das "etwas" ist, wie das ganze funktioniert. Irgendwie habe ich da auf eine schlüssige Erklärung gehofft, die aber leider nicht kam...
    Die Geschichte selber hat mich schon gepackt, es war spannend und man fieberte mit Malorie mit.
    Das ganze mutet an einen Horrorfilm an, die Charaktere sterben nach und nach und durch die zwei Erzählebenen - die Jetzt-Zeit und die Rückblicke in die Vergangenheit - ahnt man immer schon was kommt, wird aber dennoch immer wieder überascht. Die Gestaltung der Geschichte hat mir gefallen.


    Allerdings geht es eben weniger um eine Erklärung, was es mit dem geheimnisvollen Phänomen auf sich hat, sondern mehr um den Überlebenskampf von Malorie und ihrer Gruppe. Je weiter das Buch fortschritt und die Erklärung leider immer mehr im Hintergrund blieb, desto weniger konnte ich mich mit dem Buch identifizieren. Irgendwie bin ich da zu wissenschaftlich motiviert rangegangen... Gegen Ende lag es mehrfach tage- oder wochenlang rum, bis ich mich aufraffen konnte, den nächsten Abschnitt zu lesen.


    Daher war es wohl leider nicht so meins, besonders das Ende empfand ich auch als unbefriedigend. Weil es trotzdem spannend war und der Stil mir generell schon gefallen hat, gibts von mir 6 Punkte.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Nachdem die Meinungen so auseinandergehen, dachte ich mir, ich lese es selbst und bilde mir selber ne Meinung. Ich tendiere eher zu den positiven. Ich muss auch sagen, dass das Ende nicht so richtig befriedigend war und dass die Kapitel im Boot eher langweilig waren. Aber die Geschichte war eben mal was ganz anderes und ich muss sagen, dass ich mich gegruselt habe.


    Ich empfehle das Buch nur bedingt weiter, weil es eben Geschmackssache ist. Aber mir hat es gut gefallen. 9 Punkte.

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Preis: 19,99 €
    Einband: Hardcover
    Seitenanzahl: 320
    Reihe: Einzelband
    Erscheinungsdatum: 16. März 2015
    Verlag: Blanvalet
    ISBN: 978-3-7645-3121-8


    Klappentext


    Ich sehe was, das du nicht siehst - und es ist tödlich...


    Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …



    http://www.randomhouse.de/blanvalet/)



    Über den Autor
    Josh Malerman ist ein großer Fan von Gruselliteratur und zählt mehr als 500 Horrorfilme zu seinen Favoriten. Er schrieb zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, doch seine professionelle Karriere startete er mit Songtexten, bevor er sich ganz seinem Debüt Bird Box widmete. Josh Malerman ist Sänger und Chef der gefeierten Indie-Band The High Strung, mit der er bereits zweimal in Guantanamo Bay aufgetreten ist. Er lebt heute mit seiner Verlobten in Royal Oak, Michigan.
    Zum Interview
    http://www.randomhouse.de/blanvalet / Foto: © Doug Coombe )



    Inhalt
    Malorie ist hochschwanger als die "Vorfälle" beginnen. Überall werden Menschen aus heiterem Himmel verrückt und tun grauenvolle Dinge. Keiner weiß woher es kommt, aber die "Vorfälle" werden immer häufiger, bis irgendwann eine gespenstige Stille herrscht. Auf den Straßen gibt es keine Menschen mehr, die wenigen Überlebenden haben sich zu Gruppen zusammengerottet und versuchen zu überleben.
    Doch Malorie will ein besseres Leben für ihre Kinder und so verlässt sie die schützenden vier Wände und riskiert alles....



    Eigene Meinung
    Nachdem um "Black Bird" so viel Wirbel gemacht wurde und es sogar mit Hitchcock und King verglichen wurde, musst ich dieses Buch einfach lesen.
    Nun, da ich es gelesen habe bin ich etwas ernüchtert. Die ganze Handlung ist zwar nicht uninteressant, aber gruselige Spannung wollte bei mir nicht aufkommen.
    Durch die, eigentlich gut gemachten, Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit weiß man zumindest zu 50% was passieren wird, man wartet einfach nur noch darauf.
    Die Szenen in der Gegenwart sind dann doch einen ticken spannender, aber noch immer nicht so wie erwartet.
    Das Ende kam dann doch sehr abrupt und es scheint fast so, als hätte der Autor zum Ende hin Zeitdruck gehabt.
    Auch ist mir noch immer nicht klar, was das nun genau ist, das die Menschen tötet und woher es kommt. Hier hinterlässt das Buch jede Menge offene Fragen.
    Die Schreibweise in der Gegenwartsform ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und lässt den Text nicht sonderlich flüssig erscheinen.
    An sich sind die 320 Seiten sehr schnell gelesen, da alles recht groß und mit ziemlichen Zeilenabstand gedruckt ist.
    Ein ganz großes Lob habe ich aber für das Cover. Es ist so schön schaurig, wie die Geschichte eigentlich hätte sein sollen.


    Fazit
    Alles in allem ein gutes Buch mit einigen Schwächen. Ich würde es niemandem direkt abraten, aber man sollte wirklich keinen King oder Hitchcock erwarten.


    Empfehlung
    Wer ein bisschen gruselige Spannung sucht, der sollte "Bird Box" unbedingt zur Hand nehmen. Aber er sollte eben auch nicht zu viel erwarten.


    6 von 10 Eulenpunkten

  • Auch ich durfte dieses Buch in der LR lesen, vielen Dank nochmal dafür!


    Leider konnte mich dasBuch nciht ganz überzeugen...
    Die Idee an sich war gut. Ich vermute, dass ich manche Szenen als Film richtig gruselig finden würde (beim Lesen geht mir das leider nie so wirklich so, dass ich mich total grusel). Eben dieses "Nicht-Sehen-können" ist schon gruselig. Wenn man nciht weiß, wovor man Angst haben soll/hat.
    Aber mir blieben einfach viel zu viele Fragen offen. Vieles hat sich nicht aufgeklärt und bleibt so stehen bis zum Schluss. Auch war Manches echt vorhersehbar, was die Spannung hat sinken lassen. Das Ende ist mir auch zu offen..
    Im Großen und Ganzen hat mich das Buch aber ganz gut unterhalten. Ich hatte es auch schnell durch. Gut war an für sich, dass man mit Malorie mitgeht, dh immer so viel weiß wie sie auch weiß. Aber wie gesagt, man hätte da vll doch noch Einiges aufklären können am Ende. So blieb ich total unbefriedigt zurück und dachte nur: hm... :gruebel
    Am besten hat mir übrigens noch das Cover gefallen!


    6/10 Punkten.