Beiträge von Dazzled

    Spannender Roman mit leichten Schwächen


    Vier Menschen treffen auf einem Festival in Cornwall aufeinander. Kit und seine Freundin Laura, Beth und Jamie. Laura wird die Zeugin eines Verbrechens, so glaubt sie. Jamie stellt sich als zu Unrecht beschuldigt dar. Und Beth, das Opfer in der Konstellation, ist zunächst wie betäubt. Neben dem auf die Anschuldigungen folgenden Prozess entspinnt sich die Spannung vor allem in den Zwischentönen der Beziehungen und Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten.


    Gut gefallen hat mir neben Erin Kellys Schreibstil die Fähigkeit der Autorin, mich immer wieder mit unvorhergesehenen Wendungen in der Geschichte zu überraschen.


    Weniger gut fand ich, dass einige Wendungen und Ereignisse aufgrund eher unglaubwürdig oder nur auf Basis weit hergeholter Zufälle möglich wirken. Dem Spannungsbogen hat das nur wenig geschadet, dieser wurde für mich konstant aufrecht erhalten. Die Frage nach der Wahrheit wird von der Autorin geschickt in den Mittelpunkt des Thrillers gestellt und die Perspektiven können sich dabei durchaus verschieben.


    Interessant fand ich dabei, dass ich eigentlich keinen der Charaktere wirklich durchgängig sympathisch fand und mich ihr weiteres Schicksal dennoch interessierte. Die Geschichte wird abwechselnd in der Vergangenheit und er Gegenwart erzählt, mal durch Kit, mal durch Laura. Manchmal folgen mehrere Abschnitte aus einem Zeitraum aufeinander. Manchmal lässt einen die Autorin mit einem Cliffhanger in der Luft hängen. Auch das hat mir gut gefallen.


    Insgesamt komme ich daher auf eine Bewertung von acht Eulenpunkten.

    So viel mehr als nur ein Unterhaltungsroman


    Nach dem Klappentext und aufgrund des Covers waren meine Erwartungen an „Miss Gladys und ihr Astronaut“ eher auf dem Niveau eines leichten Unterhaltungsromans. Allerdings hat mich das Buch dermaßen positiv überrascht, weil so viel mehr ist als „nur“ ein Unterhaltungsroman. Die Geschichte rund um Gladys und Thomas Major, eher unfreiwillig von vielen Major Tom genannt, ist definitiv unterhaltsam. Und fesselnd. Und rührend. Und traurig. Und unglaublich lustig.

    David M. Barnett versteht es, die Balance aus Humor, Drama und Spannung zu halten. Es gab immer wieder Momente, bei denen ich wirklich lachen musste, sei es wegen der Wutausbrüche von Major Tom, den lustigen Gesangseinlagen von Gladys oder einfach, weil die Dialoge zwischen den einzelnen Figuren zum Schreien sind. Mir hat das Buch einfach wahnsinnig gut gefallen, Gladys und Thomas und James... sie alle sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen.

    Ein Autor, der ein solches Talent für das Geschichtenerzählen hat, landet bei mir definitiv auf der Liste der Autoren, nach deren Neuerscheinungen ich künftig Ausschau halten werde.

    „Miss Gladys und ihr Astronaut“ habe ich in Hörbuchform genossen und muss sagen, dass Simon Jäger ebenfalls mit seiner angenehmen Stimme und dem Talent, wirklich jeder Figur eine eigene Stimme zu geben, sehr dazu beigetragen hat, dass ich die Geschichte so genossen habe. Er hat nicht nur ein angenehmes Sprechtempo, sondern auch eine tolle Art und Weise, das Gelesene zu betonen, sodass die Emotionen, die in den Beschreibungen und den durch die Figuren gesagten Abschnitten wirklich beim Hörer ankommen.


    Von mir erhält „Miss Gladys und ihr Astronaut“ zehn von zehn möglichen Eulenpunkten und eine definitive Hör- bzw. Leseempfehlung.

    Die Geschichte einer starken Frau


    „Die Farben des Himmels“ ist nach „Der Zug der Waisen“ der zweite Roman von Christina Baker Kline. Nachdem mich ihr erster Roman unglaublich begeistert hatte, war ich auch auf das neue Werk der Autorin sehr neugierig. Zuerst einmal: Das Buch hatte für mich eine ähnlich melancholische Grundstimmung wie „Der Zug der Waisen“. Auch in „Die Farben des Himmels“ steht das Schicksal einer Frau im Mittelpunkt. Dabei ist es der Autorin gelungen, dass mich Christinas Schicksal wirklich interessiert hat, obwohl sie mir als Protagonistin nicht durchgängig sympathisch war. Das macht sie in meinen Augen aber tatsächlich umso glaubwürdiger. Ihr widerfährt so manche Ungerechtigkeit, aber auch sie selbst wird nicht als moralisch überlegen dargestellt, sondern hat ihre Fehler und Charakterschwächen.


    Die Geschichte von Christinas Leben wird unter Angaben von Jahreszahlen in etlichen Kapiteln aus der Ich-Perspektive durch Christina selbst erzählt. Eingerahmt wird diese Geschichte durch die Begegnung mit dem Maler Andrew Wyeth, dem sich Christina öffnet und mit dem sie eine Freundschaft verbindet.


    Mir persönlich haben die Kapitel, die die Vergangenheit beschreiben, besser gefallen als die Kapitel in der „Gegenwart“. Die Art und Weise, wie Christina aus „heutiger Sicht“ auf ihr Leben zurückblickt ist dabei zum Teil wirklich berührend, auch weil sie selbst ihr eigenes Verhalten in Teilen reflektiert, nachdem sie sich in ihren Gesprächen mit Andrew erneut damit beschäftigt hat.


    Realistisch stellt Christina Baker Kline die Lebensverhältnisse auf der Farm in Maine dar, auf der Christina ihr ganzes Leben verbracht hat. Die Autorin beschönigt meiner Meinung nach nichts und betrachtet das Landleben mit all seinen Verpflichtungen und Entbehrungen der damaligen Zeit.


    Das Buch ist kein actiongeladener Roman, sondern die Geschichte und der Spannungsbogen leben von der Entwicklung der Charaktere, insbesondere von Christinas Entwicklung. Wer sich darauf einlassen kann, den erwartet mit „Die Farben des Himmels“ ein schönes Leseerlebnis.


    Von mir erhält der Roman acht von zehn Eulenpunkten.


    Ich bedanke mich bei dem Verlag und buechereule.de für die Bereitstellung eines Exemplars des Buches für die Leserunde hier im Forum.

    Gegen Ende finden sich ja sowohl Al als auch Christina mit ihrem Leben auf der Farm ab. Irgendwie traurig, dass das Ende "nur" aus so einer Art Frieden mit den Gegebenheiten machen besteht. Aber ein richtiges Happy-End, in dem sowohl Al als auch Christina auf einmal vor Glück platzen, hätte ich mir auch nicht vorstellen können.


    Für mich ist das eine Geschichte über eine Frau gewesen, die in den Gegebenheiten von damals zurecht kommen musste. Mit ihren Gebrechen genauso wie mit der Tatsache, dass man Frauen damals eben komplett die Haushaltsführung alleine zugemutet hat. Selbst die körperlich eingeschränkte Tochter musste dieser Rollenverteilung gerecht werden. Aber auch die Männer, allen voran Al, haben irgendwie unter den Konventionen und Erwartungen von damals zu leiden gehabt, finde ich. Für ihn war es ja auch schon vorgeschrieben, dass er seine Leidenschaft, das Fischen, aufgeben musste, um nach dem Wunsch seines Vaters die Farm weiter zu bewirtschaften.


    Das Buch war für mich auch sehr fesselnd, auch wenn ich Christina nicht durchgehend mochte. An manchen Stellen hat sie sich ihren Mitmenschen gegenüber auch nicht fair verhalten, z.B. bei der Sache mit Estelle und Al.

    Was Vater dann abzieht, ist für mich eindeutig der Uninformiertheit und "Dummheit" der damaligen Zeit zuzuschreiben. Er gibt sein Erspartes für einen Quacksalber her, das ist absolut unverantwortlich.

    Da hat er sich eben an den letzten Strohhalm geklammert. Aber wie er glauben konnte, dass ihm eine bestimmte Sorte Äpfel gegen seine Krankheit helfen würde, ist für mich unbegreiflich.


    Genauso haarsträubend ist die Behandlung von Christina in Boston, die zuerst einmal keinen Besuch im Krankenhaus empfangen darf und dann gesagt bekommt, dass ihr ein ruhiges Landleben helfen wird, sie solle also weiterleben wie bisher. Mal ehrlich, das war doch eine schlau verpackte Aussage darüber, dass man ihr nicht helfen kann und sie eben zusehen muss wie sie zurecht kommt.

    Ich mochte Walton nicht, ich bin mir nicht sicher, ob er Christina wirklich geliebt hat oder die Monate mit ihr für ihn nur eine gelungene Abwechslung zu seinem Studentenleben in Boston darstellten.

    Am Anfang hatte ich wirklich noch die Hoffnung, dass das zwischen Walton und Christina gut ausgeht. Eigentlich kam er ganz nett rüber und als er versprochen hat, dass er hält, was er verspricht, habe ich ihm das beinahe komplett geglaubt.


    Allerdings hat sich dann ja herausgestellt, dass auf ihn kein Verlass ist. Besonders feige finde ich, dass er es ihr nicht einmal selbst mitgeteilt hat, sondern Ramona mit der Botschaft schickt. Das fand ich schon sehr traurig.

    Christina Baker Kline beschönigt nichts. Sie lässt "ihre Christina" das Landleben genauso beschreiben wie es ist: hart, ungerecht (vor allem gegenüber Frauen/Mädchen) und geprägt von der anfallenden Arbeit.

    Nichts liest man, wie in so vielen anderen Romanen, durch die rosarote Brille, nichts wird romantisiert. Das gefällt mir sehr gut.

    Das ist mir auch aufgefallen und ich kann dir nur zustimmen. Ich war richtig traurig, als entschieden wurde, dass Christina nicht weiter zu Schule gehen durfte, weil sie im Haushalt gebraucht wird. Ob sie einen Beruf erlernen möchte, hat bei dieser Entscheidung, wenn überhaupt, eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Aber die Zeiten waren damals wohl eher so, von daher hat die Autorin sich auch daran gehalten.

    Christinas Kindheit und Jugend finde ich bisher auch interessanter als die Begegnung mit Andy.

    Das geht mir auch so. So ganz blicke ich noch nicht durch, was es eigentlich mit der Freundschaft zwischen Christina und Betsy auf sich hat, die ja Andy überhaupt erst in Christinas Leben gebracht hat. Von daher finde ich auch die Abschnitte aus Christinas Vergangenheit durchaus interessanter.

    Ich bin auch endlich dazu gekommen, hier zu posten und bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich so spät dran bin.


    Die Geschichte über Christinas frühe Kindheit fand ich echt bewegend. Die Geschichte wird ja durch die Augen eines Kindes erzählt, wenigstens, was diese Zeitspanne aus Christinas Leben angeht. Wie abgeklärt die Beziehung der Eltern beschrieben wird - der Seemann, der sich die einzige Tochter der Familie geschnappt hat. Ob das Liebe war?


    Worauf die Geschichte in der "Gegenwart" hinauslaufen wird, kann ich noch nicht absehen, bin aber sehr gespannt.

    Wundervoll


    Wenn man sich den Klappentext durchliest, mein man, dass es sich bei „Wie man die Zeit anhält“ um eine romantische Liebesgeschichte. Dabei ist das Buch so viel mehr. Und das meine ich absolut positiv – ja, die Liebe spielt eine zentrale Rolle in dem neuesten Werk von Matt Haig, aber auch, wie Tom Hazard damit umgeht, ein so viel längeres Leben zu führen als die meisten anderen Menschen, die ihm auf seinem Weg durch sein langes, langes Leben bisher begegnet sind. Eine zentrale Frage, die Tom durch seine Überlegungen, Verhaltensweisen und zum Teil offene Verzweiflung in den Raum stellt, ist die, ob es sich bei seiner besonderen Veranlagung um einen Segen oder einen Fluch handelt. Aus der Perspektive des Ich-Erzählers Tom beleuchtet Matt Haig diese Thematik sehr schön. Zudem spielt die Handlung nicht ausschließlich in der heutigen Gegenwart. Toms Erlebnisse der letzten Jahrhunderte werden durch Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, werden einem dadurch wirklich gezeigt. Ich fand das großartig gemacht und das Buch hätte mir wahrscheinlich weniger gut gefallen, wenn nur hin und wieder eine Anspielung auf vergangene Erlebnisse vorgekommen wäre.


    Die Geschichte liest sich flüssig und der Autor schafft es unglaublich schnell, dass einem das Schicksal von Tom am Herzen liegt und man seine emotionale Achterbahnfahrt wirklich miterlebt. Dabei driftet Matt Haig meiner Meinung nach nie ins Kitschige ab, was für mich sehr wichtig ist. Für mich ist „Wie man die Zeit anhält“ bisher definitiv eines meiner Highlights im Lesejahr 2018 und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Von mir erhält das Buch daher auch 10 von 10 Eulenpunkten.


    Martin Bauer sucht wieder nach der Wahrheit


    Nachdem mir der erste Krimi aus der Feder der beiden Autoren („Glaube, Liebe, Tod“) gut gefallen hatte und mich insbesondere der zu Ermittlungen auf eigene Faust und zum Teil unkonventionellen Methoden neigende Polizeiseelsorger Martin Bauer fasziniert hatte, habe ich mich riesig auf „Tiefer denn die Hölle“ gefreut.


    Martin Bauer wird auch in diesem Roman privat wie beruflich auf die Probe gestellt. Derzeit lebt er getrennt von seiner Frau, die von ihm gefordert hat, beruflich nicht mehr so große Risiken einzugehen. Beruflich erfordert Bauers kollegiale Freundschaft zu seinem katholischen Amtskollegen dieses Mal seinen vollen Einsatz.


    „Tiefer denn die Hölle“ hat mir persönlich noch etwas besser gefallen als „Glaube, Liebe, Tod“. Der Fall, in dem Bauer „ermittelt“, wird von Abschnitt zu Abschnitt düsterer und immer mehr erschreckende Informationen kommen ans Tageslicht. Der Schreibstil hat mich, genau wie beim ersten Band der Reihe, vollkommen überzeugt und gefesselt. Der Spannungsbogen war sofort da, man stellt sich all die Fragen, denen auch Martin Bauer nachgeht. Und Stück für Stück setzt sich das gesamte grausame Bild zusammen, dass die Lösung des Rätsels darstellt.


    Ich konnte zwar noch keine Informationen dazu finden, ob es noch einen dritten Band geben wird, aber ich hoffe es wirklich. Zehn Eulenpunkte und eine definitive Leseempfehlung für alle, denen „Glaube, Liebe, Tod“ schon gefallen hat.


    Enttäuschendes Leseerlebnis


    Gleich vorneweg: Nachdem ich durch den Klappentext unglaublich neugierig auf dieses Buch war, hat es mich letztlich doch sehr enttäuscht. Nicht nur, dass Sarah sich in den ersten zwei Dritteln mit beinahe 40 Jahren wie ein Teenager aufführt, der das erste Mal Liebeskummer hat, sondern auch die generell zum Teil für mich unrealistischen und nicht nachvollziehbaren Entwicklungen der Geschichte haben dazu geführt, dass sich das Buch für mich sehr gezogen hat. Wenn man zum zwanzigsten Mal liest, wie furchtbar Sarah sich fühlt, weil Eddie nicht angerufen hat (Klischee-Alarm), dann kann einem das wirklich zu viel werden. Mir ging es mit „Ohne ein einziges Wort“ jedenfalls so.


    Positive Aspekte sind die überraschenden Wendungen, die ab der Hälfte und im letzten Drittel immer mal wieder eingestreut werden. Die konnten mich allerdings auch nicht für die übertrieben klischeebelastete Handlung entschädigen. Rosie Walsh hat zwar einen angenehmen, schönen Schreibstil, verliert sich aber an manchen Stellen in Details, was wiederum dazu beiträgt, dass die Geschichte sich gefühlt zieht.


    Von mir erhält „Ohne ein einziges Wort“ daher leider nur vier von 10 möglichen Eulenpunkten.


    Ich möchte mich aber noch einmal bei buechereule.de und dem Verlag für mein Exemplar für die Leserunde sehr herzlich bedanken!

    Also, wenn ich ehrlich bin, hätte ich, wenn es sich hier um kein Leserundenbuch gehandelt hätte, schon nicht mehr bis zum Ende des Buches durchgehalten.


    Für mich waren das zu viele Klischees, zu viel Melodramatik, zu viel Schmachterei und am Ende löst sich ja auch noch alles in Wohlgefallen auf, als Eddie erfährt, dass da ein Kind unterwegs ist. Klar, vorher kämpft er auch schon mit sich, was seine Entscheidung gegen Sarah anging, aber mal ehrlich, mir war das zu viel.


    Und dass sich dann auch noch Eddie's Mum quasi versöhnlicher zeigt, ist für mich auch nicht überzeugend. Auch wenn man vielleicht auf einer rein logischen Ebene verstehen kann, dass Sarah ja den Tod ihrer Tochter nicht mit Absicht verursacht hat, kann ich mir schwer vorstellen, dass man diese Person dann gerne als Schwiegertochter akzeptiert...


    Für mich war das Buch insgesamt eher eine Enttäuschung.

    Und Sarah ist mir zu gefühlsduselig. Und jetzt auch noch schwanger, trotz Verhütung (hatten wir doch erst letztens in einer Leserunde).

    Da sollte man meinen, dass eine Frau, die es unter allen Umständen vermeiden möchte, ein Kind zu bekommen, das doch auf die Reihe kriegen sollte mit der Verhütung, oder? So beschreibt Sarah sich ja nämlich, dass sie es einfach unter keinen Umständen über sich bringen konnte, ein Kind zu bekommen (für Reuben).

    Dies ist klar ein Buch zum durchhalten, aber ich habe es bis hierher eigentlich nur geschafft, weil es eine Leserunde ist.

    Sonst hätte ich gewiss nach den ersten 100-150 Seiten das Buch abgebrochen.

    Wenn es sich hier nicht um ein Leserundenbuch handeln würde, hätte ich, ehrlich gesagt, auch schon die Segel gestrichen.

    Nun ist Sarah auch noch ungewollt schwanger.

    Das ist noch so ein Klischee, finde ich. Da war das der Grund, warum ihre Ehe mit Reuben letztlich auseinander gegangen ist, dass sie kein Kind wollte und nun ist das alles irgendwie kein Problem, weil Eddie der Vater ist? Jetzt braucht sie dieses Baby? So richtig nachvollziehen kann ich das nicht.


    Die Wendung hat mich dann allerdings doch überrascht. Hannah lebt und nicht Eddie ist der Bösewicht in der ganzen Angelegenheit, sondern Sarah war an dem Unfall diejenige, die für den Tod von Eddies Schwester verantwortlich ist.

    Sowohl das Verhalten von Sarah als auch von Eddie finde ich überhaupt nicht realistisch. Für mich eher eine Teeniegeschichte. Klar ist es heute normal durch die ständige Erreichbarkeit immer einen Blick auf neue Nachrichten und so zu halten, aber es ist doch extrem. Besonders in der Restaurant-Szene mit ihrem Ex wird das sehr deutlich.

    Für mich dreht sich alles eigentlich immer nur wieder darum, wie verzweifelt Sarah doch ist, weil Eddie sich nicht meldet. Dabei schwankt sie dauernd zwischen der Selbsterkenntnis, dass sie sich absolut unlogisch verhält, sich aber selbst nicht davon abhalten kann, dieses Verhalten wieder und wieder zu wiederholen.


    Ich muss ehrlich sagen, so langsam geht mir diese Schmachterei ein bisschen auf die Nerven...

    Man sagt ja verliebt sein lässt einen ein wenig verrückt werden, aber ich finde Sarah verhält sich eher wie eine verliebter Teenie als wie eine im Leben stehende Frau. Immerhin ist sie keine 16 Jahre mehr, sondern hat bereits eingies erlebt.

    Das Gefühl hat mich irgendwie komplett durch den zweiten Abschnitt begleitet, dass sich Sarah nicht so verhält, wie man es von jemandem erwartet, der in ihrem Alter ist. Auch wenn sich da zwischen Eddie und ihr etwas besonderes entwickelt hat, kann ich nicht verstehen, wieso sie sich so absolut verzweifelt verhält.


    Allerdings bin ich nach wie vor neugierig darauf, wie es weitergeht, auch wenn die Geschichte in Teilen nicht unbedingt super spannend ist...

    Was den Einstieg angeht, so dachte ich zunächst, es wäre ein Brief von Sarah an Eddie (und war schon enttäuscht, dass sie sich nicht kriegen), aber nun denke ich, er ist an ihre kleine Schwester gerichtet.

    Das hab ich zuerst auch gedacht und war ganz erstaunt, dass wir uns nicht plötzlich 19 Jahre nach der Begegnung mit Eddie wiederfinden, sondern erst eine relativ kurze Zeit vergangen ist. Ich hatte schon damit gerechnet, dass das quasi über Jahre hinweg Sarahs Leben belastet hat, dass sie sich das alles nicht erklären konnte und dann stellt sich raus, dass sie eigentlich wegen einer überschaubaren Zeit ohne Kontakt total am Durchdrehen ist.

    Ich habe inzwischen auch endlich die Zeit gefunden, hier meine Eindrücke zum ersten Abschnitt zu posten.


    Aus Sarah werde ich noch nicht ganz schlau. Auf der einen Seite meint sie, dass sie sich ihr Selbstbewusstsein in mühsamer Arbeit zugelegt hat, auf der anderen Seite ist sie total fertig, weil Eddie sie nicht anruft, zurückruft oder auf ihre Nachrichten reagiert. Die beiden hatten eine schöne Woche zusammen, haben wohl viel geredet. Aber ihre verzweifelte Reaktion finde ich dann doch ein wenig übertrieben.


    Bin mal gespannt, was genau mit Sarahs kleiner Schwester geschehen ist, wer der Anrufer war, den Eddie immer wieder weggedrückt hat und wie sich das Wiedersehen zwischen Sarah und ihren ehemaligen Klassenkameraden gestalten wird. Sie scheint ja absolut nicht begeistert darüber zu sein, den beiden Mädels von damals über den Weg zu laufen...