Die Damalstür - Akif Pirincci

  • Amazon schreibt:


    Der einst gefeierte Maler Alfred Seichem ist mit vierzig Jahren am Ende: Seine Ehe ist geschieden, seine Kunst unverkäuflich. Doch da ergibt sich für ihn plötzlich die Möglichkeit, sein Leben noch einmal von vorn zu beginnen. Der Traum vom Neuanfang verwandelt sich allerdings schon bald in einen höllischen Alptraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint ...


    Habe dieses Buch vor 2 (oder 3???) Jahren gelesen und ich muss sagen, ich hatte es sehr schnell durch.
    Und das, obwohl ich nicht sagen kann, dass ich es nur gut fand. Ich bin etwas zwiegespalten, was dieses Buch betrifft.
    Also es ist mal wieder so ein 'Gedankenexperiment', von der her Thematik seeehr interessant.
    Der Maler bekommt die Chance, in sein früheres Leben einzusteigen, das um Klassen besser war, als sein jetziges.
    Was natürlich seeehr reizvoll ist, denn im Nachhinein weiss man ja immer , welche Fehler man niiiiieeeeeee wieder machen würde...
    Und man fragt sich, was wäre, wenn damals alles anders gelaufen wäre...
    Das Buch hat mich gepackt, aber es war stellenweise sehr befremdlich. Als Leser spürt man, dass da in der Vergangenheit einiges 'schlummmert'. Man bekommt eine Ahnung davon, dass es ein tragisches Erlebnis gegeben haben muss. Mit zunehmendem Gewinn an Vergangenheit
    wurden mir leider die Hauptpersonen unsymphatisch...
    Was aber, denke ich, so gewollt ist.
    Ein packendes aber bisweilen schwieriges Buch !!!

  • Zitat

    Original von Melkat als Gast
    *schubs*


    Schubse nochmal:


    Melkat hat uns heute nachmittag so toll von dem Buch erzählt, daß ich mich echt dafür zu interessieren beginne ....
    Da kann man mal wieder sehen, wozu so ein Mini-Forums-Treffen gut ist ... :grin;-)

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

  • Ja ja, ganz ehrlich: Melkat hat uns davon heute so viel erzählt und gerade mich so neugierig gemacht, dass ich mich gestern noch bei Wolke an den PC gesetzt habe und es bestellt habe... :wow


    So Eulentreffen sind also ebenso schädlich für den Geldbeutel wie das Forum hier, muss ich feststellen... :grin

  • Das Buch habe ich mittlerweile hier liegen... Jetzt muss ich nur mal schauen, wann ich denn da zum Lesen komme... :grin



    EDIT:
    Also gestern habe ich das Buch mal angefangen, aber nach knapp 100 Seiten wieder auf Seite gelegt. Ich war doch ziemlich gefrustet. Die Geschichte an sich hatte mir bis dahin sehr gut gefallen und ich fand die auch spannend, aber der Autor ist immer so oft und weit von der Geschichte abgewichen, kam von Hölzchen auf Stöckchen und verlor sich in seinen Beschreibungen, dass ich dann irgendwann einfach keine Lust mehr hatte... :-(


    Nee, ich glaube das Buch ist nix für mich. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu ungeduldig gewesen im Moment und ich versuche es später noch einmal. Mal schauen...

  • Hallo,
    habe das Buch erst jetzt kurz vor Veröffentlichung des Film gelesen.
    Ich fand das Thema zwar sehr interessant, das Buch aber aber teils viel zu umständlich geschrieben.
    Der Autor schweift meiner Meinung viel zu oft vom dem ab, was er gerade beschreiben wollte.
    Ich habe mich leider gar nicht mit den Hauptakteuren identifizieren können, ich habe den "KOntakt" verloren, je mehr Leute getötet wurden.
    Habe aber trotzdem eine Frage zum buch:
    So weit wie ich mich erinnere ist Ali doch schon gut über 40 oder? Seine Frau doch auch.
    Jedenfalls töten sie doch sich als Jüngeren, und wollen das Leben dann selbst weiter genießen.
    Meiner Meinung nach hat Pirincci einen Gendankenfehler gemacht.
    Die Frau tötet die Junge, bevor der Sohn auf die Welt gekommen ist. Sie nimmt sich mit dem Mord doch jedwede Möglichkeit Patrick zurückzubekommen, weil Sie meiner Meinung nach schon kurz vor, wenn nicht sogar schon hinter der Menopause ist. Ich glaube nicht, dass sie Schwanger werden könnte.
    Dass am Ende die ganze Geschichte ganz anders ausgeht, spielt ja erst mal keine Rolle.
    Gebt mir doch mal Eure Gedanken zu diesem Thema, würd mich sehr interessieren!!
    Herzlichen Dank,
    Christina

  • Hatte es auch gelesen und muss sagen, das es mich irgendwie in seinen Bann gezogen hatte. Ich konnte mir auch nicht erklären, warum, aber es war spannend und man hat sich tatsächlich die ganze Zeit gefragt, was man selber getan hätte.
    Auch der Schluss hat mir sehr gut gefallen. War mal etwas ganz anderes.


    Bin mal auf den Film gespannt, hat den jemand schon gesehen?

    :lesend"Labyrinth - Elixier des Todes: Agent Pendergast 14" von Douglas Preston & Lincoln Child


    "Wenn man liebt, sind Pockennarben so hübsch wie Grübchen."

  • Ich habe es nun schon ewig auf dem SUB und kann mich einfach nicht durchringen es zu lesen. Finde das Thema ja interessant, aber nachdem ich von Pirinccis "Der Rumpf" absolut hellauf begeistert war und auch "Yin" supiklasse war, würde ich hier vielleicht enttäuscht sein. Naja, mal schauen ob es 2010 noch was wird^^. Es liegt nun erstmal auf dem Zweitsub, der Erstsub muss erstmal weg.

  • So, endlich gelesen, man, wieso hab ich mich da so lang nicht rangetraut?!
    Es war wirklich große Klasse. Hat mir unheimlich gut gefallen. Habs an einem Tag verschlungen.
    Die Story ansich ist schon gut, aber der Schreibstiel von Akif P. hat das Ganze toll abgerundet. Wie schon "Der Rumpf" und Yin" war es ein toller Roman.


    Was würden wir tun, wenn uns plötzlich die Möglichkeit geboten wird zehn Jahre zurück zu gehen? Würden wir es tun? Würden wir uns sogar selbst dafür ermorden? Denn das ist der Preis...


    Ich empfnad es gar nicht abschweifend, sondern gerade all die Details die beschrieben wurden waren interessant und haben ein gutes Bild von Ali und seiner Frau gezeichnet.


    Werde mir den Film nun auch anschauen, bin gespannt.


    Also ich würde es nicht tun, zehn Jahre zurück mit dem Wissen was alles in dieser Zeit war. Es wäre zu schwierig, all das zu händeln wär doch viel zu anstrengend. Z.b. könnte ich auch gar nicht widerstehen mich um viel Geld zu kümmern, sprich würde ständig versuchen mehr Geld zu machen indem ich in Unternehmen etc. finanziere, oder Aktien kaufe u verkaufe wo ich weiß, dass sie in Zukunft an Wert steigen werden etc. usw. ;-) hihi. Und ich würde vorallem versuchen Katastrophen zu "verhindern" z.b. 9/11, Tsunami, Erdbeben..., Leute zu retten und und und, nee nee, ich würde die Damalstür nicht durchschreiten!

  • Ich fand an dem Buch absolut nichts spannend. Bis Seite 250 habe ich mich gequält, dann den Rest nur noch überflogen. Für mich war das mehr ne Sozialstudie oder ein Beziehungsdrama als ein Spannungsroman.
    Neben Yin, Rumpf und noch einem anderen war das mein vierter Pirinci und der erste der mich wirklich enttäuscht hat.
    4 von 10 Punkte

  • Klappentexte... :rolleyes
    Ist zwar schon ewig her, daß ich das gelesen hab, aber ich würde es, wie hier geschehen unter Belletristik oder vielleicht noch Drama einsortieren. Aber gewiss nicht unter Krimi oder Thriller.

  • Renaissance eines Autors – Akif Pirinccis Abschied von der Handy-Generation


    „Die Damalstür“ heißt das neueste Werk des Bonner Autors Akif Pirincci, das sich als durch und durch gelungener, spannend geschriebener Kriminalroman darstellt, der in seiner Qualität nicht nur an „Feldidae I“ und „Der Rumpf“ erinnert, sondern diese beiden Romane sogar übertrumpft. Diese Leistung Pirinccis war umso verblüffender, als man von dem Autor zuvor einen nahezu unerträglichen, mit Comicstrips vergleichbaren Sprachstil gewöhnt war, zum Beispiel in seinen Romanen „Francis“ („Felidae II“) und „Cave Canem“. Auch der dramaturgische Aufbau dieser Werke war eher dünn. Daran änderte auch das 800-Seiten-Epos „Yin“ nichts, das 1997 erschien und nur den hartgesottensten Pirincci-Fans zuzumuten war. Es stimmt schon, wenn selbst renommierte Autoren wie Ephraim Kishon darüber stönen, dass der Markt für begeisterte Stammleser in Zeiten der Fun-, HipHop-, Nintendo- und Handy-Generation ein ausgetrockneter sei. Diese Zielgruppe versuchte Pirincci ab etwa 1993 mit einem Sprachstil zu erreichen, der eher an „Werner Beinhart“ erinnerte, denn an handwerklich souveräne, epische Erzählkunst. Ob der Versuch nun gescheitert ist oder ob der Autor seine überstrapazierte, metapherhörige Schreibweise selbst satt hatte; fest steht, dass sich Pirincci mit „Die Damalstür“ von Vorbildern dieser Art verabschiedet hat und zurückgekehrt ist – zu künstlerischer Qualität. Eine kreative Kernidee liegt, wie in allen Pirincci-Romanen, auch dem Roman „Die Damalstür“ zugrunde. Diese wird hier jedoch vom Autor auf so konsequente Weise umgesetzt, dass ein einzigartiger Plot entsteht, der die Spannung bis zum Schluss mühelos aufrecht erhält.


    Die etwas abstrus anmutende Handlung des Romans – es geht um Zeitreisen – wird am Ende genial einfach aufgeklärt. Während der Leser noch mit seinem Aha-Erlebnis beschäftigt ist, klingt der Horrorroman sanft und leise aus. Erst Suspense, dann künstlerischer Genuss. „Die Damalstür“ ist Pirinccis bisher bester und reifester Roman. Er ist auch ein religiöser Roman, handelt er doch vom Leben und vom Tod, von Abschied und vom Los-lassen-können an einer nicht mehr zu ändernden Vergangenheit. Solche Themen sind immer aktuell, auch in Zeiten der Handy-Generation.

    Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Er veröffentlichte bisher Essays und ein Dutzend Bücher.

  • Zitat

    Original von Peter Waldbauer
    ...
    „Die Damalstür“ heißt das neueste Werk des Bonner Autors Akif Pirincci, das sich als durch und durch gelungener, spannend geschriebener Kriminalroman darstellt, der in seiner Qualität nicht nur an „Feldidae I“ und „Der Rumpf“ erinnert, sondern diese beiden Romane sogar übertrumpft. ...


    Im Jahr 2001 war das tatsächlich ein neues Werk.


    Könntest du deine Uralt-Texte evtl. vorher korrigieren, ehe du sie hier copyandpastest?