Das Leuchten einer Sommernacht - Ella Simon

  • Taschenbuch: 400 Seiten
    Verlag: Goldmann Verlag
    Erscheinungsdatum: 17. Juli 2017
    Sprache: Deutsch
    Preis Taschenbuch: 9,99 €
    Preis ebook: 8,99 €
    keine Hörbuchversion
    weitere Bücher aus Wales mit den Familien Rivers und Padrig: "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen"


    Inhalt:
    Lynne lässt Träume wahr werden: Ihre Organisation erfüllt die Herzenswünsche schwerkranker Kinder. Ausgerechnet ein Wunsch entpuppt sich aber für sie selbst als Albtraum, denn plötzlich steht ihre Jugendliebe vor ihr: Reed Rivers war ein rebellischer Teenager, heute ist er ein umschwärmter Rugbystar, ein walisischer Nationalheld. Und er scheint den Tag nicht vergessen zu haben, an dem Lynne ihn sitzen ließ. Zum ersten Mal wünscht Lynne sich selbst etwas – nämlich dass Reed wieder aus ihrem ruhigen Leben verschwindet. Doch da ist auch die Erinnerung an leuchtende Sommernächte und das Gefühl, dass sie sich lange genug gegen die große Liebe gewehrt hat ...


    Autorin:
    Ella Simon wuchs in einer Kleinstadt in der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf machte. Ihre Liebe zu Wales arbeitete sie bereits in ihre historischen Romane ein, die sie mit großem Erfolg unter ihrem Klarnamen Sabrina Qunaj veröffentlicht.


    Meine Meinung:
    Der Klappentext gehört leider nicht zu den Highlights dieses Buches, dafür aber eindeutig das Cover in seinen wunderbaren Blautönen mit den vielen kleinen leuchtenden Sternen. Das war das erste, was mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Der Klappentext las sich dann allerdings weniger gelungen und wird der Geschichte in keinster Weise gerecht, denn den Leser erwartet keine oberflächliche Liebesgeschichte. Von denen habe ich schon einige hinter mir, immer genervt von den konstruierten Gründen, warum das Paar erst 400 Seiten Drama überstehen muss, um endlich zusammen zu kommen. Ich bin sehr froh, dass ich mich davon nicht abhalten lies, dieses wundervolle Buch zu lesen.


    Lynne und Reed, die beiden Hauptfiguren haben eine dramatische Teenie-Liebesgeschichte hinter sich, die bei beiden Narben hinterlassen hat. Reed ist zwar der charmante Herzensbrecher, den man sich in einem Liebesroman wünscht, aber sein Charme hat dunkle Schatten. ADHS war ein großes Thema in seiner Kindheit, das ihn von seinen Eltern entzweit hat, die damit nicht umgehen konnten. Er klammerte sich an die einzige Person, die ihn so akzeptierte, wie er ist und das war Lynne, aber das war eine zu schwere Aufgabe für ein junges Mädel. Und so kam es, wie es kommen musste, die Wege der beiden trennten sich. Über ein Jahrzehnt später haben sich beide ein eigenes Leben aufgebaut, aber Lynne konnte sich nie vollständig von den dramatischen Ereignissen ihrer Vergangenheit lösen. Mit dem Auftauchen von Reed in ihrer Heimat bekommt sie diese Chance, aber sie muss auf dem Weg dahin einiges durchmachen.


    Parallel bekommen wir noch die Geschichte der kranken Winnie und deren Mutter Jen erzählt, die Kunden des Wunscherfüllungsbüros sind, in dem Lynne arbeitet und dieser Erzählstrang ist fast genauso herzensgängig. Es ist keine Überraschung, dass uns am Ende Happy Ends erwarten und nicht nur eines, sondern gleich mehrere, aber so funktionieren diese Bücher. Die Geschichte ist mit sehr viel Herzblut erzählt und das Leiden und Hoffen der Protagonisten hat es sehr nahe an mich heran geschafft. Man wünscht sich, dass es auch im realen Leben öfter mal glücklich endet, wenn man sich nur genug anstrengt und kämpft. Da das leider nicht so ist, gibt es glücklicherweise solche Bücher. Natürlich brauche ich jetzt eine weitere Dosis Wales und weitere Einblicke in die Familien Rivers und Padrig...


    "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende."
    Oskar Wilde

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

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  • Ich hatte bisher weder ein Buch von Sabrina Qunaj noch den Vorgängerband „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ gelesen.


    Mit Romanen diesen Erscheinungsbildes ist es häufig eine ungewisse Sache, hinter dem Cover können Liebesgeschichten, wie aber auch in diesem Fall schöne Romane stecken, die gut unterhalten, aber nicht nur seicht sind.


    Mit Protagonistin Lynne, Reed, wie auch Jen und Winnie begegnen wir Personen, in deren Leben nicht alles glatt gelaufen ist und die Sonne nicht immer strahlte. Trotzdem strahlen diese Personen Lebensfreude und Nächstenliebe/ Hilfsbereitschaft aus. Bei diesen Büchern erwartet frau ein Happy-End und Aufgabe des Romanes ist über Klippen dort hin zu führen. Das Happy End ist verdient; verdient, weil in der Handlung Schwierigkeiten, Schicksale beschrieben werden, die Hürden in der Lebensgestaltung für die Betroffenen und ihr Umfeld darstellen.


    Dieser Roman hat mir von Beginn an sehr gut gefallen und mir ist auch kein Verlagsschnitzer aufgefallen. Sei es ein Satzfehler oder ein österr. Begriff – da war nichts Störendes. Die Personen sind mir schnell ans Herz gewachsen.


    Der Buchtitel ist recht allgemein gewählt und auch beim Klappentext hätte der Verlag es besser formulieren können. Ich hoffe trotzdem und wünsche dem Roman viele zufriedenen Leserinnen, die neugierig sind, mehr von dort zu erfahren.


    Ich bedanke mich bei Sabrina für die engagierte Begleitung dieser Leserunde und Goldmann für das Leserundenbuch; und freue mich nun gleich noch den Vorgängerband lesen zu können. Diesen musste ich auch unbedingt haben und es ist schön, noch ein bisschen auf dem Pferdehof bleiben zu können. Ich hoffe erneut durch einen weiteren Ella Simon Roman nach Wales mitgenommen zu werden. Eine klare Leseempfehlung für „Das Leuchten einer Sommernacht“.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Der Roman " Das Leuchten einer Sommernacht " gehört eigentlich zu einem Genre, welches ich nur sehr selten lese. Die meisten Liebesgeschichten-Bücher sind mir zu kitschig, zu naiv oder zu oberflächlich.
    Da mir aber die historischen Romane von der Autorin wirklich sehr gut gefallen, habe ich mich dann doch entschieden, diesem Buch eine Chance zu geben.
    Und ich muss sagen, ich wurde sehr positiv überrascht!


    "Das Leuchten einer Sommernacht" hat mich von der ersten Seite an begeistert und bezaubert und ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen.
    Der Autorin ist hier ein wunderschöner Liebesroman gelungen, der den Leser mitfiebern und mitfühlen lässt.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass die einzelnen Personen, egal ob Haupt-oder Nebenfigur, alle so liebevoll und detailliert ausgearbeitet sind. Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht von Lynne erzählt, die hier auf ihre alte Jugendliebe trifft. Man erfährt die Handlung auch aus der Sicht des Rugbystars Reed und auch die Geschichte des Mädchens Winnie und ihrere Mutter Jen machen einen Großteil des Geschehens aus. Deswegen wirkt das Buch auf mich sehr lebendig und abwechslungsreich. Alle Personen haben ihren eigenen Charakter und man kann ihre Handlungen sehr gut verstehen. Meine heimliche Hauptfigur des Buches war Jen, die sich um ihre kranke, kleine Tochter aufopferungsvoll kümmert und dabei ihr eigenes Leben völlig hintenan stellt.


    Die Handlung ist eingebettet in die walisische Landschaft, die immer wieder sehr schön und anschaulich beschrieben wird. Man merkt dem Buch die Liebe der Autorin zu Wales deutlich an.
    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Das Buch liest sich einfach flüssig und es hat mich emotional tief berühren können.
    Ich kannte den Vorgängerband dieses Buches auch nicht. Ich habe ihn mir aber direkt im Anschluss gekauft und freue mich jetzt schon, noch mal einen "Ella-Simon-Roman" lesen zu dürfen.


    Für mich war dieses Buch ein Überraschungshighlight. Auch die Leserunde dazu hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich bedanke mich hier auch noch einmal bei der Autorin für die ausführliche Begleitung der Runde.


    Von mir bekommt das Buch 10 Eulenpunkte und eine eindeutige Leseempfehlung!

  • Auch ich habe mich von den Geschichten um Lynne und Reed als auch Jen und Winnie sehr gut unterhalten gefühlt. Inhaltlich wurde ja schon alles gesagt. ;-)


    Ich liebe einfach Sabrinas/Ellas Schreibstil. Dieser Liebes-Lebensroman liest sich genauso flüssig und angenehm, wie ihre fantastischen historischen Romane.
    Die Charaktere wirken dadurch sehr lebendig und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Besonders Winnie und ihre starke Mutter hatten es mir angetan, ihr kontinuierlicher Kampf ums Leben und Selbstverständlichkeiten werden sehr emotional dargestellt und haben mich berührt.
    Die Handlung ist zwar in großen Teilen vorhersehbar, was aber bei diesen Wohlfühlbüchern nicht anders zu erwarten ist. Gestört hat es mich nur am Ende ein wenig, als alles dann doch sehr glatt und einfach ausging. Aber gut, sämtliche Personen haben auch wirklich mehr als genug durchgemacht, nehme ich an.


    Der Schauplatz Wales ist stimmig beschrieben und man merkt dem Buch an, dass die Autorin sich sehr gut dort auskennt und das Land sehr mag. Ich freue mich immer sehr, wenn Bücher dort spielen, weil auch ich ein Faible für das Burgenland habe. :-)


    Mir haben das Buch und die Leserunde gut gefallen und ich habe mir direkt den Vorgänger von Ella Simon bestellt, den ich demnächst lesen möchte. Schade, dass dort Ava nicht vorkommen wird, sie war ein heimliches Highlight für mich.. :lache


    Danke für das Leserundenbuch und die Begleitung der Leserunde!

  • Cover: Das Cover gefällt mir, es ist schön gestaltet und wirkt direkt verträumt.


    Inhalt: Lynne erfüllt kranken Kindern ihre Wünsche und versucht dabei ihr bestes um Ihnen einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Bis sie bei einer Wünscherfüllung auf ihre Jugendliebe Reed trifft. Allerdings ist seit dem viel Zeit vergangen, trotzdem ist die Anziehung zwischen den beiden geblieben. Es ist ungewiss ob die beiden ihre Vergangenheit überwinden können oder die dunklen Geheimnisse alles zerstören.


    Parallel erfahren wir mehr über Jen und ihre Tochter Winnie, die trotz ihrer Krankheit nicht aufgibt und richtig Rugby spielen möchte.


    Meine Meinung: Die Autorin schafft in Ihrem Roman eine ganz besondere Atmosphere, in der die Charaktere gut zur Geltung kommen. Sehr gefühlvoll wird die Situation von Winnie und ihrer Mutter beschrieben. Winnie ist ein ganz ausergewöhnliches Mädchen, dass durch seine Krankheit viel zu früh erwachsen werden muss, aber trotzdem für seinen Traum und seine Überzeugung kämpft. Gleichzeitg ist Jen sehr aufopfernd und will das für Winnie alles gut wird.


    Die Haupthandlung spielt aber zwischen Lynne und Reed, die eine stürmische Jugendliebe verbindet. Man spürt das Knistern bei jeder Begenung der beiden, merkt aber schnell das irgendetwas zwischen den beiden steht. Durch Rückblenden lernt man die beiden zunehmend besser kennen und fiebert bis zum Schluss mit den beiden mit.


    Die sich langsam entwickelnde Beziehung der beiden nimmt einen emotional gefangen und schickt den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahr, was die Spannung zunehmend steigert.


    Die Autorin hat es geschafft mich von Anfang an in ihren Bann zu ziehen und ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Besonders die Beschreibungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie der emotionalen Ebene sind sehr gut gelungen.


    Klare Leseempfehlung. 10 Euelenpunkten.

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers

  • Ich hab das Buch hier in einer Leserunde gelesen. Vielen Dank nochmal an die Autorin für die Begleitung...


    Ich lese viele Bücher aus dem Genre, deshalb wusste ich worauf ich mich einlasse, bzw was mich erwartet ;-) und wurde nicht enttäuscht, Ja sogar positiv überrascht.


    Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm.
    Die Story selbst ist zwar etwas vorhersehbar, aber der Weg dahin hat mir gut gefallen. Kein nerviges unendliches "hin und her zw den Protas" oder "sofort wildes rumvöxxx", sondern eine stimmige Geschichte mit Nebenlovestory.
    Traurige Szenen, lustige Szenen, romantische Szenen und Happy End , alles ausgewogen dabei.



    10 Punkte

  • Ich habe den Titel auch auf meine Wunschliste gesetzt, und muss in einer ruhigeren Minute einmal nachsehen, ob es auch als Hörbuch herausgekommen ist / herauskommen wird.


    Als Österreicherin hätte ich nun gar nichts gegen österreichische Begriffe, würde sie im Gegenteil sogar begrüßen, müssen wir doch in der deutschen Literatur sowieso weitgehend diverse "deutsche" Begriffe akzeptieren, was wir natürlich freiwillig, gerne und ob des wesentlich größeren Pools an Autoren (Österreich ist halt ein kleines Land) widerspruchslos akzeptieren :-)


    Dieses Buch klingt jedenfalls nach einer interessanten Mischung aus Unterhaltung und größerem Tiefgang.

  • Nachdem ich den Vorgängerband „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ und auch die historischen Romane der Autorin gerne gelesen habe, musste ich natürlich auch bei dieser Leserunde dabei sein.


    Und ich wurde nicht enttäuscht, sondern, wie auch bisher, bestens unterhalten.
    Dies liegt zu einem an der schönen Landschaft, aber auch an den liebenswerten Charakteren, die sich in diesem Buch tummeln. Die Geschichte um Lynne und Reed liest sich sehr flüssig und auch die Nebengeschichte hat mir sehr gut gefallen. Bei den traurigen Szenen flossen auch wieder ein paar Tränen, aber das hat dem Lese-Spaß keinen Abbruch getan.


    Alles in allem ein tolles Buch - für mich 9 Punkte!


    Vielen Dank an den Verlag für das Buch und an die Autorin für die Begleitung dieser schönen Leserunde!
    :anbet

  • Einfach perfekt für mich das Buch.


    Das Cover - ein Traum!

    Jen und Winnie - tolle Nebengeschichte, einfach wunderbar!

    Reed und Lynne - ich wusste, ich liebe Reed!


    Der Taschentuchalarm war diesmal auch wie Band 1 wieder enthalten, genauso wieder lustige, romantische und verrückte Szenen. Ein perfekter Mix aus allem und diesmal hat der Zuckerguss am Ende auch gar nicht so übertrieben gewirkt wie noch im Vorgängerband...vielleicht hat sich hier aber auch einfach meine Erwartungshaltung schon daran angepasst.


    Mir haben die Rückblenden gefallen als Stilmittel in dem Buch und es hat Lynnes Geschichte direkt noch "spürbarer" werden lassen für mich.


    Ich habe das Buch inhaliert wie schon lange keine Geschichte davor und gebe begeisterte 10 Punkte.

  • Herzenswünsche


    Lynne leitet in Wales die Organisation „Gute Fee“ und erfüllt Herzenswünsche von kleinen schwerkranken Kindern. Diesmal ist die 9-jährige und an Mukoviszidose erkrankte Winnie an der Reihe, die sich einen Tag mit ihrem Lieblingsrugbyteam „Cardiff Greens“ gewünscht hat. Bei diesem Wunschtreffen begegnet Lynne ihrer großen Jugendliebe Reed Rivers, die waren in ihrer Kindheit bis zu ihrer Trennung unzertrennlich und haben sich seit 12 Jahren nicht mehr gesehen. Reed ist in den vergangenen Jahren in Neuseeland zum erfolgreichen und umschwärmten Sportler geworden und nun der neue Kapitän der „Cardiff Greens“. Das Zusammentreffen ist für Lynne ein Schock, die Vergangenheit holt sie wieder ein, der Tag der Trennung ist so präsent wie nie. Aber auch die alten Gefühle von damals kommen wieder hoch. Lynne versucht, Reed so gut es geht aus dem Weg zu gehen, doch das lässt Reed nicht zu. Dabei hütet Lynne ein Geheimnis, von dem Reed nichts weiß und auch nie erfahren soll…


    Ella Simon alias Sabrina Qunaj hat mit ihrem Buch „Das Leuchten einer Sommernacht“ einen sehr emotionalen und fesselnden Liebesroman vorgelegt, der sich kaum aus der Hand legen lässt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildhaft und gefühlvoll, der Leser ab der ersten Seite an Lynnes Seite, um hautnah ihre Gedanken, ihre Aktionen und ihr Gefühlsleben mitzuerleben. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, der Leser erfährt sowohl Lynnes als auch Reeds Sichtweise der Dinge, aber auch Winnies Mutter Jen kommt zu Wort. So bekommt man einen Rundumblick über die Gegenwart und die Vergangenheit der Hauptprotagonisten, gleichzeitig erlebt der Leser die Sorgen und Nöte einer alleinerziehenden Mutter mit schwerkrankem Kind. Beide Geschichten laufen parallel nebeneinander her, sind aber auch miteinander verbunden, so das ein schönes rundes Bild entsteht. Die Autorin versteht es auf besondere Weise, die Klaviatur der Emotionen beim Leser zum Klingen zu bringen. Es wird ein Wechselbad der Gefühle geboten, man trauert, leidet mit, freut sich und hofft auf das große Glück.


    Die Charaktere wurden sehr liebevoll ausgearbeitet und in Szene gesetzt. Sie besitzen neben den alltäglichen Sorgen und Problemen alle auch ihre Eigenheiten, Ecken und Kanten und wirken aufgrund dessen sehr authentisch und lebensecht. Der Leser kann sich meist sehr gut in sie hineinversetzen und manchmal kommt das Gefühl auf, einen von ihnen sogar persönlich zu kennen. Lynne ist eine sympathische Frau mit einer bewegten Vergangenheit. Sie wirkt zurückhaltend, aber in ihrer Arbeit für schwerkranke Kinder blüht sie regelrecht auf. Sie ist hilfsbereit, begeisterungsfähig und nicht sehr eitel. Reed ist ein attraktiver Mann, der in seiner Kindheit unter ADHS leidet und dies sein ganzes bisheriges Leben geprägt hat. Er besitzt viel Charme, Humor und Überzeugungskraft. Diese versucht er auch bei der kleinen Winnie und bei Lynne einzusetzen. Winnie ist ein nettes Mädchen, das oftmals viel zu weise daher kommt, als es für ihr Alter normal ist. Doch es scheint, als besäße sie Antennen für die sehr feinen Untertöne, die die Erwachsenen während eines Gespräches fallen lassen. Sie ist aber auch ein normales Mädchen mit Ängsten, weil sie mit einer schweren Krankheit leben muss. Jen ist Winnies liebenswerte Mutter, deren Ehemann sie sitzengelassen hat und die all ihre Kräfte sammelt, um Winnie ein schönes und möglichst normales Leben zu bieten. Sie hat Angst, nochmals enttäuscht zu werden, aber vor allem, ihren kleinen Engel Winnie zu verlieren. Jen hat allerdings großes Glück mit ihren Freunden, die ihr genug Freiräume geben, um Winnie bei ihren Behandlungen zu begleiten. Oliver ist ein sympathischer Mann und Jens Chef im Pub, gleichzeitig aber auch der ehemals beste Freund ihres Mannes. Auch die übrigen Nebenprotagonisten sind so liebenswert gezeichnet und geben der Handlung mit ihrem Auftreten und ihren Dialogen schöne Impulse oder treiben die Spannung weiter nach oben.


    „Das Leuchten einer Sommernacht“ ist nicht nur ein wunderschön erzählter Liebesroman mit herrlichen Charakteren, sondern vereint auch ernste Themen wie ADHS, Verlust sowie den Umgang mit schwerkranken Kindern in sich. Wer gern durch eine Achterbahn der Gefühle rauscht beim Lesen, ist bei diesem Buch absolut richtig aufgehoben. Absolute Leseempfehlung für ein Highlight dieses Jahres!

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben"(Oscar Wilde) :)

    "Bücher sind wie Drogen, nur ohne die Gefahr einer Überdosierung" (Karl Lagerfeld)