'Blutmöwen' - Seiten 150 - Ende

  • Das ist nicht genau mein Punkt. ;)


    Das Enno die Erben ausgehen, hätte vor allem das Kommissariat merken müssen und hätte die Enterbung nicht als mögliches Tatmotiv heranziehen dürfen. Rina heiratet reich, der ist die Enterbung völlig egal. Und wenn Karsten enterbt wird, erbt halt Elke. Stirbt dann aber später Elke, erben wieder Rina und Karsten.


    Es taugt nichts als Tatmotiv, wie man es auch immer dreht und wendet. Am Ende war es glücklicherweise auch nicht das Tatmotiv. 14-2.gif

  • Menschen wie Enno ist es in dem Moment erstmal egal (oder sie blenden es sogar aus), dass sie quasi alle anderen auch schon enterbt haben. Das Gebrüll "Der kriegt keinen Pfennig von meinem Geld" (ja, ich weiß, das heißt heute Cent) muss erstmal raus. Und natürlich erwarten sie dann von ihrem Anwalt, dass der eine Lösung für sie bereithält, bei der keins der unwürdigen Gören was erbt.


    Die Vaterschaftsanfechtung wäre auch spannend geworden. Enno hätte vor Gericht erstmal beweisen müssen, dass er Grund zur Annahme hätte, dass Karsten nicht sein Sohn ist. Hätte Elke auch vor Gericht ihre Aussage so gemacht? Das ist doch Familie, das soll nicht nach außen.


    Dann hätte es einen langwierigen Prozess vor dem Familiengericht gegeben, in dem Enno die Erlaubnis erstreiten würde, ein Abstammungsgutachten anfertigen zu lassen (den Vaterschaftstest hat). Dabei hätte er nicht nur nachweisen müssen, dass es Gründe gibt, an der Vaterschaft zu zweifeln, sondern auch, dass ihm diese Gründe erst irgendwann in den letzten zwei Jahren bekannt geworden sind und er vorher keinen Grund hatte, zu zweifeln. Also ganz viel Waschen von schmutziger Wäsche in der Öffentlichkeit...

  • Was für ein Ende. Traurig. Sehr traurig. Wie ein Mann eine ganze Familie zerstören kann.


    Karstens Tod hat mich am meisten berührt in diesem Buch. Das tat mir richtig weh. Nach allem was passiert ist, festzustellen, dass die große Liebe nicht echt wahr. Für ihn gab es nur diesen Ausweg. Und er wird niemals erfahren, wer sein wirklicher Vater war. Mit Dierksen hätte ich nicht gerechnet. Ich glaube, der hatte mehr Gefühle für Karsten als sein eigener Vater, obwohl er nie zu ihm stehen durfte.


    Es war also die Mutter. Die zählte zwar teilweise bei mir auch zu den Verdächtigen, aber nicht als Hauptverdächtige. Ich glaube auch, dass man nicht auf sie als Täter gekommen wäre, hätte sie nicht das Geständnis abgelegt. Aber ich kann sie verstehen. Enno hätte weiter versucht die Wahrheit aus ihr herauszuprügeln. In diesem Moment hat sie wahrscheinlich das erste Mal in ihrem Leben wirklich Stärke gezeigt.


    Zurück bleibt Rina. Ich hoffe, sie verkraftet das alles.


    Ich glaube, dass es in der Realität viele solcher Familien gibt. Erschreckend. Leider. Totgeschwiegen. Ein Leben im Unglück. Flucht in den Glauben. Flucht vor der Familie.


    So traurig das auch alles ist, gab es doch auch genügend heitere Seiten. Unser Schimmel hat sich wieder von seiner besten Seite präsentiert. Einfach herrlich. Ich hoffe, er bleibt uns noch lange mit seiner Hilfe erhalten.


    Chapeau Dieter. Wieder einmal hast du mir ein spannendes Lesevergnügen bereitet. Trotz der düsteren Atmospnäre, hast du so lebendig und nachvollziehbar geschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Wieder einmal hast du viele Mernschen zu Verdächtigen gemacht, falsche Fährten gelegt, mich in die Irre geführt und doch am Ende alles schlüssig ausklingen lassen. So muss ein guter Krimi sein.


    Und so freue ich mich jetzt auf den nächsten Fall mit Helene, Simon, Nuri, dem Grauen und natürlich Frau Sörensen und jeder Menge Gummibärchen.


    Die Rezi schaffe ich erst nach dem Eulentreffen, aber sie verdient für mich wieder einmal die volle Punktzahl.

    :lesend Jane Gordon-Cumming - Schöne Bescherung

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    Hörbuch: Julie Caplin - Das kleine Café in Kopenhagen

    Hörbuch: Constanze Wilken - Die vergessene Sonate

    SuB: 296

  • Ich bin nun auch durch. Nun ist natürlich relativ, da ich schon ein paar Tage durch bin, allerdings - wie so oft - mitten in der Nacht durchgekommen bin.

    Danach wollte ich nur noch ins Bett hüpfen und hab das schreiben hier auf "morgen" verschoben.


    Nun ist halt "morgen", wenn auch ein büschen später als in echt morgen,l da ich es immer wieder vergessen habe :grin


    Daß mit Karsten finde ich auch am erschreckendsten.

    Wenn diese Familie nicht so derat verbohrt und verkorkst gewesen wäre, hätte er einfach normal leben können.

    Selbst nach dem Tod des ollen Enno wäre ein Therapie für ihn machbar und vermutlich auch erfolgreich gewesen - nur dank der gelernten bescheuerten Verheimlichung allen Andersseins, ist ihm diese Möglichkeit nicht gekommen und er hatte leider niemanden, der sie ihm deutlich machen konnte. Vielleicht hätte er es schaffen können, mit den Verletzungen seiner Kindheit und Jugend fertig werden zu können.


    So hat letztlich Rina als einzige überlebt. Hoffentlich scheut sie sich nicht davor, alles aufzuarbeiten.

    Es wäre ihr zu gönnen, daß sie ihren Frieden und ein schönes Leben findet.


    Die Mutter kann ich natürlich auch irgendwo verstehen - ok verstehen weniger, eher nachvollziehen - daß sie derart reagierte, da das Faß eben einfach am überlaufen war mit diesem Scheusal als Mann.



    Mir hat das Buch wieder richtig gut gefallen, eben auch, wie schon erwähnt wurde, durch die leisen Töne - das darstellen dieser trostlosen Familie - aber eben zum Glück auf der anderen Seite das positive von Helene & Simon und auch das Weiterentwickeln von Nuri.


    Und - natürlich der Höhepunkt - Schimmel in Aktion :lache

    Das war einfach herrlich.

    Davon möchte ich im nächsten Band ganz viel.

  • Das war einfach herrlich.

    Davon möchte ich im nächsten Band ganz viel.

    Na, dann muss ich mir ja Mühe geben. Mach ich, versprochen! Ich freu mich riesig, dass es dir so gut gefallen hat!


    PS: Krieg ich noch ein Sternchen von dir auf amazon? Du weißt ja, wie wichtig das (leider) inzwischen für uns Schreiberlinge ist ...