'Kleiner Mann - was nun?' - Seiten 069 - 140

  • Nun geht's also nach Berlin in ein jüdisches Kaufhaus, ich bin gespannt.


    Ich mag diesen leichten humorvollen Unterton von Fallada. Und diese altmodischen Begriffe wie Backs und Murkel. Diese Worte kenne ich sogar noch aus meiner Kindheit, habe sie aber schon ewig nicht mehr gehört.


    Die Zustände auf dem Arbeitsmarkt waren wirklich grausam. Ich mag aber diese Beschreibungen. Beim Einfüllen der Säcke konnte ich mich gut in diese Zeit hineinfühlen.

  • Nun geht's also nach Berlin in ein jüdisches Kaufhaus, ich bin gespannt.


    Ich mag diesen leichten humorvollen Unterton von Fallada. Und diese altmodischen Begriffe wie Backs und Murkel. Diese Worte kenne ich sogar noch aus meiner Kindheit, habe sie aber schon ewig nicht mehr gehört.


    Die Zustände auf dem Arbeitsmarkt waren wirklich grausam. Ich mag aber diese Beschreibungen. Beim Einfüllen der Säcke konnte ich mich gut in diese Zeit hineinfühlen.

    Ich mag auch wie er das beschreibt wobei manches sich nicht geändert hat.

  • Mutter Pinneberg ist interessant. Das sich Pinneberg für sie schämt, die ist nicht so bieder. Das Pinneberg sich hat überzeugen lassen nach Berlin zu gehen... 🤔🤔🤔



    Das er sich bei Bergman entschuldigt hat, zeigt seine Not. Wenigstens war der ehrlich.

  • Nun geht's also nach Berlin in ein jüdisches Kaufhaus, ich bin gespannt.


    Ich mag diesen leichten humorvollen Unterton von Fallada. Und diese altmodischen Begriffe wie Backs und Murkel. Diese Worte kenne ich sogar noch aus meiner Kindheit, habe sie aber schon ewig nicht mehr gehört.


    Die Zustände auf dem Arbeitsmarkt waren wirklich grausam. Ich mag aber diese Beschreibungen. Beim Einfüllen der Säcke konnte ich mich gut in diese Zeit hineinfühlen.

    Den humorvollen Ton mag ich auch. Diese Begriffe wie Murkel und Backs habe ich allerdings noch nie gehört. Ist wohl eher norddeutscher Dialekt.


    Diese Arbeiten, die den Angestellten aufgebrummt wurden, waren schon eine Zumutung, die sich dieser Chef auch nur leisten konnte, weil er durch die hohe Arbeitslosigkeit im Vorteil war. Nur vor der Arbeitergewerkschaft scheint er Respekt zu haben. Anscheinend hat er da schon einige Prozesse vor dem Arbeitsgericht(?) verloren. Seltsam, dass er dann doch den Arbeiter die Sonntagsarbeit machen lassen konnte. :gruebel

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Mutter Pinneberg ist interessant. Das sich Pinneberg für sie schämt, die ist nicht so bieder. Das Pinneberg sich hat überzeugen lassen nach Berlin zu gehen... 🤔🤔🤔




    Sie wird als "Bardame" bezeichnet. Ich vermute, sie war als Prostituierte tätig. Hannes musste wohl die Wohnung verlassen, wenn sie Kundschaft hatte und hat auch sonst unter Vernachlässigung gelitten. Oder er kam mit ihren wechselnden Partnern nicht zurecht.


    Jetzt verstehe ich auch eher, dass er sein Lämmchen vor der Ehe schon geschwängert hat. Von seiner Mutter konnte er kaum lernen, dass man ein Mädchen erst heiratet und sich danach an die Familienplanung macht.


    Die Aussicht auf ein solch gutes Stellenangebot kann er in seiner Lage gar nicht ablehnen.

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    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Diese Begriffe wie Murkel und Backs habe ich allerdings noch nie gehört. Ist wohl eher norddeutscher Dialekt.

    Ich habe das eben mal gegoogelt, die Begriffe scheinen aus dem Plattdeutschen zu kommen.


    Seltsam, dass er dann doch den Arbeiter die Sonntagsarbeit machen lassen konnte.

    Da kann man nur mutmaßen: Wahrscheinlich musste er dafür extra zahlen.

  • :fetch Und seinen Büroangestellten hat er die Überstunden nicht gezahlt und wollte ihnen nicht mal eine Vesperpause gönnen, während er sich gütlich tat:!:

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    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Dass er sich bei Bergman entschuldigt hat, zeigt seine Not. Wenigstens war der ehrlich.

    Wenn es nicht so beschämend wäre, könnte man über diesen Pantoffelhelden lachen. Dass er sich gegen den Willen seiner Frau nicht traut einen guten Angestellten wieder einzustellen, spricht eigentlich nicht für großen Geschäftssinn des Juden.

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    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • :fetch Und seinen Büroangestellten hat er die Überstunden nicht gezahlt und wollte ihnen nicht mal eine Vesperpause gönnen, während er sich gütlich tat:!:

    Arbeiter bekommen Lohn auf Stundenbasis und Angestellte Gehalt auf Monatsbasis. Und das sich jemand auf einer Machtposition mehr herausnimmt als er gibt, hat sich bis heute leider nicht geändert. Vor allem, wenn kontrollierende Instanzen fehlen.

  • Diese DAG scheint wirklich nicht viel für die Angestellten getan zu haben.

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    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Sie wird als "Bardame" bezeichnet. Ich vermute, sie war als Prostituierte tätig. Hannes musste wohl die Wohnung verlassen, wenn sie Kundschaft hatte und hat auch sonst unter Vernachlässigung gelitten. Oder er kam mit ihren wechselnden Partnern nicht zurecht.


    Jetzt verstehe ich auch eher, dass er sein Lämmchen vor der Ehe schon geschwängert hat. Von seiner Mutter konnte er kaum lernen, dass man ein Mädchen erst heiratet und sich danach an die Familienplanung macht.

    Ich glaube ja eher das er deswegen so schnell geheiratet hat. Irgendwann denkt er ja, das er ohne den Murkel irgendwann zur nächsten gegangen wäre, und er sehnt sich eher nach einer richtigen Familie

  • Oje, was für eine schlimme Gesellschaft von seltsamen Gestalten.


    Kleinholz mit seinem Alkoholproblem und seiner Frau, die ihn in Schlafrock und Hausschuhe aus einer Tanzveranstaltung nach Hause schleppt, Lämmchen, die die Erbsensuppe samt Topf verkohlt und Pinneberg, der voller guter Absichten steckt und doch nichts auf die Reihe bekommt.


    Ob sich der Job in Berlin als Glücksfall erweist? Ich hab so meine Zweifel, den das Lämmchen und der Junge scheinen mir eine perfekte Mischung aus Versagern und Pechvögeln zu sein.

    Eigentlich sehr traurig.

    Aber Fallada erzählt mit diesem unterschwelligen Humor und der Prise Sarkasmus, die mich auch immer wieder schmunzeln lässt.


    Leider nehmen die norddeutschen Slangausdrücke überhand. Vieles kann ich mir auch aus dem Zusammenhang zusammenreimen, aber alles ließe sich wohl nur durch Googeln entschlüsseln. Aber ich habe keine Lust, das zu tun. Ich schreibe ja keine vorwissenschaftliche Arbeit, sondern lese einen Unterhaltungsroman.

    Ich fühle mich ein wenig ...ausgeschlossen ;)

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • Alice  :wave Ich bin ja des Norddeutschen auch nicht mächtig, aber ich fand nicht, dass die "Slangausdrücke überhand" nehmen. Nur Murkel war mir unbekannt - im Fränkischen hätte das wohl Bobberla oder Bou geheißen.


    Wenn Du nicht googeln möchtest, kannst Du auch einfach hier fragen, wenn Du einen Begriff nicht deuten kannst. Dafür lesen wir doch dieses Buch gemeinsam. :knuddel1

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    :lesend Charlotte Bronté: Shirley

  • Da waren viele norddeutsche Begriffe? Welche denn außer Backs und Murkel?

    Den Sinn von einigen wie "tjüs" oder "ein Siphon Bier" oder "einen sausen lassen" habe ich aus dem Zusammenhang entnommen.


    Aber mit Begriffen wie "der olle Möl" oder "Gruf" oder "er hat gescherbelt" oder "du sohlst ja" oder "präpeln" kann ich wirklich nichts anfangen. Und da waren sicher noch ein paar, die mir jetzt nicht mehr einfallen...


    Tante Li : ich nehme dein nettes Angebot in Zukunft gerne an :)

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