'Land im Sturm' - Seiten 473 - 546

  • Die Geschichte um Hermann ist ja wirklich tragisch. Erst überlebt er mit Müh und Not die Schusswunde, nur um am Ende dann doch nicht ein ruhiges Leben führen zu können.


    Im Prinzip hatten sie ja Glück, dass von Falkenberg sie erst so spät wieder erwischt hat. Dem war das Geld wirklich richtig wichtig. Seinen Leuten wohl nicht so, nachdem sie dann ja gleich abgehauen sind, als er tot war.


    Olga hat wohl in ihrem Leben wirklich viel mitmachen müssen. Das hat ihr dann wohl auch die Entschlossenheit verliehen, Falkenberg zu erschiessen. Nicht dass der ihr schon wieder alles kaputt macht. Ich geh jetzt mal davon aus, dass Olga und Ewalt glücklich miteinander geworden sind und den Säbel an ihre Nachfahren vererbt haben.

  • Du siehst, der Säbel wandert durch alle Episoden.


    Und natürlich die verschiedenen Familienbande. Gero hatte schon mit einer Olga zu tun. Und deren Nachfahrin hat den Säbel und begegnet hier Ewalt von Billung.

    Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, Thors Hammer, Odins Blutraben, Die letzte Schlacht, Land im Sturm
    www.ulfschiewe.de

  • Ja, den Säbel habe ich auch wiedererkannt, auch wenn es für mich ein wenig unzusammenhängend war. Aber dies ist wohl die Absicht des Buches. Durch solche Gegenstände eine Verbindung herzustellen. Ob ich dies wirklich gut finden soll, weiß ich noch nicht...


    Zu der Verteilung Männer und Frauen in diesem Buch. Auch in dieser Episode herrscht ein Ungleichgewicht. Die Episode umfasst sieben Kapitel, erst in den letzten beiden tritt Olga auf, dass sie zur Ahnmutter wird, kann auch wieder nur annehmen, denn noch ist kein Kind gezeugt...


    Jetzt freue ich mich auf Napoleon und bin gespannt wie diese Episode umgesetzt ist....

  • Auf den Säbel habe ich die ganze Zeit gewartet. :lache


    Zu der Verteilung Männer und Frauen in diesem Buch. Auch in dieser Episode herrscht ein Ungleichgewicht. Die Episode umfasst sieben Kapitel, erst in den letzten beiden tritt Olga auf, dass sie zur Ahnmutter wird, kann auch wieder nur annehmen, denn noch ist kein Kind gezeugt...

    Das Ungleichgewicht stört mich hier gar nicht.

    Ich weiß nicht, ob ich wirklich mehr über Frauen im 30 jährigen Krieg lesen will, lieber nicht ...

  • Auf den Säbel habe ich die ganze Zeit gewartet. :lache


    Das Ungleichgewicht stört mich hier gar nicht.

    Ich weiß nicht, ob ich wirklich mehr über Frauen im 30 jährigen Krieg lesen will, lieber nicht ...

    Dies empfindet ja jeder anders :knuddel1 für mich gehören aber beide Sichtweisen, die der Frauen und der Männer zu einem ausgewogenen Gesamtbild einfach dazu, denn eine Gesellschaft lebt von beiden Geschlechtern ;-)

  • Dies empfindet ja jeder anders :knuddel1 für mich gehören aber beide Sichtweisen, die der Frauen und der Männer zu einem ausgewogenen Gesamtbild einfach dazu, denn eine Gesellschaft lebt von beiden Geschlechtern ;-)

    Versteh ich, bei historischen Romanen, die die Personen über einen längeren Zeitraum beschreiben habe ich auch gerne eine männliche und eine weibliche Sichtweise.

    Da hier aber eh imm nur ein ganz kleiner Auschnitt der Ereignisse erzählt wird, fehlt es mir hier nicht.

  • Normalerweise mische ich mich in Leserunden nicht ein, was Leseempfindungen betrifft. Aber in dieser Runde bin ich doch etwas verwundert. Hier zu einigen Punkten:


    - Die fehlende Karte. Bei fünf Episoden wäre es in der Tat etwas aufwendig gewesen, fünf Karten zu zeichnen. Aber die meisten Orte müssten doch eigentlich jedem geläufig sein. Inntal und Innsbruck, die Isar und der Lech, Augsburg. Hamburg und Lübeck, Ratzeburg, Berlin und Danzig, die sind einem doch bekannt oder sind auf jeder Karte im Internet zu finden.


    - Weiblicher Anteil an Protagonisten. Es gibt in allen Episoden tatkräftige Frauen: Hedwig, Bruni, Irmhild, Olga und später wieder eine Hedwig als Hauptfigur. Und eine Gisela, die ihrem tyrannischen Vater die Stirn bietet.


    - Düstere Stimmung. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ja, die Protagonisten werden dramatischen Ereignissen ausgesetzt, erleben Niederlagen. Aber sie verlieren nicht den Mut, rappeln sich immer wieder auf und überstehen Schwierigkeiten. Das ist doch eher positiv. Und dass mal einer stirbt ... so ist das Leben. Es besteht doch nicht nur aus eitel Sonnenschein und ständigen Happy Ends. :)

    Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, Thors Hammer, Odins Blutraben, Die letzte Schlacht, Land im Sturm
    www.ulfschiewe.de

  • Normalerweise mische ich mich in Leserunden nicht ein, was Leseempfindungen betrifft. Aber in dieser Runde bin ich doch etwas verwundert. Hier zu einigen Punkten:


    - Die fehlende Karte. Bei fünf Episoden wäre es in der Tat etwas aufwendig gewesen, fünf Karten zu zeichnen. Aber die meisten Orte müssten doch eigentlich jedem geläufig sein. Inntal und Innsbruck, die Isar und der Lech, Augsburg. Hamburg und Lübeck, Ratzeburg, Berlin und Danzig, die sind einem doch bekannt oder sind auf jeder Karte im Internet zu finden.

    Das Karten hier zu aufwendig wären, kann ich absolut nachvollziehen, trotzdem fehlen sie mir.

    Klar kann ich auch Google oder den guten alten Atlas bemühen, aber gleich griffbereit im Buch ist einfach praktisch. ;)

  • Klar wären Karten aufwändig, keine Frage, aber gerade historisch gute Karten sind im Internet auch nicht so einfach zu finden. Zweitens musst Du uns bitte zugestehen, dass gerade wenn man das Buch (wie ich) unterwegs liest (auf dem Weg zur Arbeit bzw. zurück) kaum den Atlas mitschleppt bzw. manchmal so schlechtes Internet hat, sodass man nicht mal eben nachschlagen kann, weil schlichtweg kein Netz ;-) Das Pech der Pendler :D

    Hinzufügen möchte ich noch, dass wir als Rezensenten natürlich auch immer andere Leser im Blick haben, was machen die Menschen die z.B. nach Deutschland eingewandert sind und sich nicht mit rudimentär mit der deutschen Geschichte auskennen? Sicherlich ist es schwierig ein Buch so zu schreiben und zu gestalten, dass es eine möglichst große Leserschaft erreicht.

    (Ich weiß nicht mehr wo ich eine Rezension zu diesem Buch gelesen habe, diejenige bzw. derjenige hat sich z.B. daran gestört, dass es keine klassische Angaben von Ort und Zeit gab, die den Kapiteln vorangestellt worden sind, um sich besser zu orientieren. Dies ist z.B. von uns glaube ich bisher noch nicht als Kritikpunkt genannt worden ;-) wie schon mal an andere Stelle gesagt, dies empfindet jeder anders :knuddel1


    Zu den Frauen: Ja es gibt in jeder Episode Frauen die aktiv in die Handlung eingreifen. Aber ich glaube gerade bei meinem angeführten Beispiel von Olga ist es nicht von der Hand zu weisen, dass ihre Sicht der Dinge im Gegensatz zu der männlichen Sicht definitiv zu kurz kommt. [Im nächsten Abschnitt sieht dies ja wieder anders aus :wave]

  • Ich habe jetzt den Abschnitt fertig. Mir hat die Geschichte in diesem dritten Teil insgesamt recht gut gefallen. Es war auf jeden Fall spannend und fesselnd zu lesen. Und zum Glück kamen dann doch keine richtigen Kriegszenen mehr vor.:)

    Sehr schade fand ich allerdings, dass Herrmann nicht überlebt hat. Deswegen war es für mich auch kein richtiges Happy End in diesem Teil. Es ist absolut traurig, dass er zum Schluss noch ums Leben kommt, obwohl seine Truppe so um ihn und seine Gesundheit gekämpt hat.


    Ansonsten schließe ich mich aber auch der Sichtweise von Eliza08 an: für mich kommt bis jetzt die Geschichte aus der Sicht der Frauen eindeutig zu kurz. Hier in dem Abschnitt kommt Olga ja erst in den letzten beiden Kapiteln vor und hat dann auch nicht unbedingt die Rolle der Hautpfigur. Ich hätte es auch schöner gefunden, wenn ich als Leser mehr über das Leben der Frauen aus ihrer Sicht heraus erfahren hätte. Zum Beispiel was genau Olga widerfahren ist und wie sie das Leben alleine mit ihrem Diener gemeistert hat.


    Und zum Thema Karten: Es ist gar keine Frage, dass 5 Karten für den Verlag absolut aufwändig und teuer gewesen wären. Trotzdem mag ich als Leser einfach gerne Bücher, in denen Karten zu den Ereignissen mit abgebildet sind. Und natürlich weiß ich auch, wo das Inntal liegt. Aber es wäre doch echt interessant zu sehen, wo die Grenzen zu der damaligen Zeit gelaufen sind und welche Gebiete damals zum Beispiel zu Bayern oder zu Preußen gehört haben. Das kann ich so auf die schnelle beim Lesen und beim Blick in Googel nicht nachvollziehen. Deswegen hätte ich eine Karte von der jeweiligen Zeit sehr hilfreich gefunden.

  • In diesem Abschnitt liegt das Hauptaugenmerk aber nun mal auf Ewald und seinen Männern, da hätte mehr aus Olgas Sicht den Rahmen der knapp 200 Seiten gesprengt.

    Ja das ist mir schon klar. Ich denke man hätte aus jedem einzelnen Teil ein komplettes Buch schreiben können.:)

  • Der Dreißigjährige Krieg ist vorbei, zumindest im Buch. Mir geht es jetzt wie Rouge: „Mir hat die Geschichte in diesem dritten Teil insgesamt recht gut gefallen.“ Was mit daran liegen mag, daß es mir momentan nicht sehr gut geht, da war eine Erzählung wie diese ganz zur Stimmung passend.


    Nicht gerechnet hätte ich mit Gegenden, die von den Kriegsereignissen anscheinend völlig verschont worden waren. Aber sicher hat es damals solche gegeben.


    Daß Falkenberg ihnen auf die Spur kommen würde, war zu erwarten. Der gibt nicht eher Ruhe, bis er hat, was er will.


    Es war mir nicht bewußt (vgl. S. 491), daß es schon zu dieser Zeit eine Art Einwanderungsbewegung durch Hugenotten gab. Ich habe den Wikipedia-Artikel dazu teilweise gelesen und war erstaunt, daß schon 1597 Hugenotten in Hanau gesiedelt haben. Im Kopf hatte ich nur, daß einer der Preußenkönige (ähm nachgelesen: das war Kurfürst Friedrich Wilhelm 1685, aber jedenfalls später als hier im Buch - und früher, als mir bewußt war) die in sein Land eingeladen hatte. Und daß es um Neu Isenburg herum (ist ja nicht weit von Hanau entfernt) viele Hugenotten gab. Na ja, und momentan (noch?) einen hessischen Ministerpräsidenten.


    Nach langer Reise und Schwierigkeiten kommen sie schließlich auf dem Hof Olgas an, die unschwer als eine Nachfahrin der Olga aus dem vorigen Abschnitt zu erkennen ist. Ich habe nun nicht die Vorstellungen der Landkarte von Norddeutschland, aber von Billung sagt an einer Stelle, daß sein Gut wenige Tagesreisen entfernt sei. Da Olga auch aus einer eher vornehmen Familie entstammt: hätten die nicht voneinander zumindest die Namen wissen müssen?


    Jedenfalls kommt es zur Entscheidungsschlacht mit den Mannen des von Falkenberg, und am Ende entscheidet ein gezielter Schuß Olgas die Sache. Hermanns Tod war tragisch, doch ich war von Anfang an nicht sicher, ob er überleben würde, die medizinischen Möglichkeiten waren damals doch sehr eingeschränkt. Insofern konnte mich das nicht schocken.


    Wider mein Erwarten (da hat mich der Autor überrascht) endet also ausgerechnet dieser Abschnitt mit einem positiven Ausblick!


    Zur Diskussion „Frauengesichtswinkel“: das könnten nun Historiker (oder vielleicht der Autor) besser beantworten. Aber auch hier habe ich das Gefühl, als ob heutige Vorstellungen in die Vergangenheit projiziert würden. Damals wurden mW die Entscheidungen in aller Regel von Männern getroffen, es gab eine klare Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. (Ausnahmen bestätigten sicher auch da die Regel.) Und wie hätte die Sichtweise einer Frau im Dreißigjährigen Krieg wohl ausgesehen? Habe ich schon erwähnt, daß ich Horror nicht lesen mag?! Möglicherweise bin ich geschlechtsspezifisch etwas vorbelastet, aber in der Hinsicht habe ich mit dem Buch bisher überhaupt keine Probleme, sondern neige eher dazu, daß das so geschildert wird, wie es damals (so man das heute wissen kann) wohl war.


    Und das ist ein Anspruch, den ich an so einen Roman stelle: wenn Figuren / Geschehnisse aus einer anderen Zeit geschildert werden, möchte ich das so beschrieben haben, wie es seinerzeit vermutlich (oder sicher) gewesen ist, und nicht durch die heutige Brille gesehen, wie es gewesen hätte sein sollen (selbst wenn mir das nicht paßt, weil Ansichten vertreten werden, die nicht die meinen sind). Daß man da manches passend „hinbiegen“ kann, ist klar (Stichwort Happy End - Bad End), aber die Denkweise der Figuren sollte in deren Zeit verankert sein - und in der Hinsicht kann ich bisher am Buch nur wenig kritisieren (das Thema kam in einem früheren Abschnitt ja schon einmal auf). In diesem Abschnitt hatte ich das Gefühl, daß die beschriebenen Gedanken und -gänge der Figuren Menschen seinerzeit genau so hätten haben können.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)