'Der schottische Bankier von Surabaya' - Seiten 001 - 094

  • Den Text zu kürzen und zu bearbeiten ist keine Aufgabe des Übersetzers. Wo soll das hinführen, wenn ein Roman speziell für den italienischen, französischen usw. Markt bearbeitetet würde, weil "die Italiener usw. es sonst nicht verstehen"?


    Im ersten Band hätte ich mir allerdings ein Glossar gewünscht; denn die Erwartung, dass Leser in Kanada und auf der ganzen Welt z. B. den Begriff guanxi kennen, finde ich zu hoch. Wenn man ihn kennt, fällt es evtl. schwer, sich zurückzuversetzen, wie es ist, ihn nicht zu kennen.

  • Buchdoktor

    ja, an die Rückgabe Hongkongs hatte ich tatsächlich nicht gedacht, das könnte durchaus ein Grund gewesen sein, die Zweitfrau dort zu etablieren. Und als wohlhabend wird der Ehemann ja auch immer wieder bezeichnet.


    Ein Glossar finde ich immer gut und nicht alle lesen durchgängig von Band 1. Auf der anderen Seite, wer interessiert ist beim Lesen, der bemüht mr. google.

  • Die Wasserratte erschien 2011, wenn Ava in dem Band rund 30 Jahre alt ist, wäre sie 1980 geboren und könnte als kleines Kind Mitte der 80er nach Kanada gekommen sein.


    Die Lees sind mit Sicherheit mit der großen Welle Hongkonger Investoren nach Kanada gekommen und haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Jennie in HK aus der Schuss-Linie bringen und für Maurice als Investor eine Greencard sichern. 500 000 frische chinesische Einwanderer allein im Großraum Toronto sind schon eine Nummer.

  • Den Text zu kürzen und zu bearbeiten ist keine Aufgabe des Übersetzers. Wo soll das hinführen, wenn ein Roman speziell für den italienischen, französischen usw. Markt bearbeitetet würde, weil "die Italiener usw. es sonst nicht verstehen"?

    Diese Ansicht darfst du durchaus für dich in Anspruch nehmen. Mit der Realität des Buchmarktes allerdings ist sie schwer in Einklang zu bringen. Oder wie erklärst du dir sonst die Unterschiede zwischen deutscher Übersetzung und englisch/amerikanischen Original, die man immer wieder feststellen kann und meine Nichten, die spanische Bücher lesen berichten das ebenso.

  • Für mich ist das nun auch schon die vierte Begegnung mit Ava Lee und ich habe den Eindruck, dass sich hier, zumindest im ersten Abschnitt, ein bisschen was verändert hat.


    wampy schrieb:

    Da alles aus der Sicht Avas erzählt wird, erfährt man auch viel über ihre Gefühle und Einstellungen.

    Eben das. Die Distanz zu Ava verringert sich, sie scheint verletzlicher, ob das nur durch die Beinverletzung bedingt ist:gruebel? Bislang hatte man eher wenig über ihre Gefühle erfahren, in erster Linie war sie tough. Überhaupt gestaltet sich der Einstieg ungewohnt ausführlich. Ich überlege noch, wir mir das gefällt. Einerseits finde ich diese ausführlichere Variante ganz gut und mag es, ein bisschen näher an Ava und ihr Umfeld heranzukommen, andererseits hatte auch gerade die distanzierte Knappheit in der Erzählweise ihren Reiz. Egal, ich nehm es, wie es kommt und kann vielleicht am Ende zu einer Entscheidung gelangen :).


    Onkels Gesundheitszustand bereitet auch mir ein wenig Sorge, aber mit nahezu 80, vielleicht sogar etwas drüber, muss man mit Einschränkungen rechnen.


    Hier habe ich tatsächlich ein Wort gegoogelt, wirkmächtig (S.34). Was es bedeutet geht ja klar aus dem Kontext hervor, aber ich glaube nicht, dass es mir irgendwann schon mal untergekommen ist - bildungssprachlich, heißt es bei Duden online, vielleicht müsste ich da mal mehr einsteigen :grin.


    Mich würde noch interessieren wie man "Ng" ausspricht. Da bleib ich immer hängen und wenn ich es probiere, krieg ich einen Knoten in die Zunge :lache.

  • beowulf schrieb:

    Das ist eines der Bücher, die beim reinlesen in der Buchhandlung nach 10 Seiten wieder im Regal gelandet wären. Zuviel Productplacement. Der stets erwähnte Muskokastuhl, der Starbucks Kaffee. Nicht mein Ding. (S .15)


    Frage an die Übersetzerin: kann man so was nicht weglassen? Du Marier extra mild Kingsize kennt ja wohl in Deutschland niemand.

    Dazu möchte ich auch etwas sagen. Mich stört das ebenfalls.


    Im ersten Teil, der Wasserratte von Wanchai, ist mir das krass aufgestoßen. Zunächst, mitgerissen von der Spannung und Andersartigkeit, habe ich es nicht so sehr beachtet. Aber mit der Zeit wurde es nervig, wie meist, wenn man erst mal den Fokus auf etwas hat. Stets schlüpfte sie in die schwarze Adidas Trainingshose und das schwarze Giordano Shirt, trank den Instandkaffee von Starbucks, und trug die Blusen von Brooksbrothers. Das kann gerne mal erwähnt werden, gehört es doch irgendwie zu ihrer Persönlichkeit, aber die unentwegte Nennung empfand ich irgendwann als penetrant und störend.


    Im Folgeband "Der Jünger von Las Vegas" setzte sich das fort, allerdings nur ganz zu Anfang. Recht bald schlüpfte sie zwar immer noch in die entsprechenden Klamotten, aber ohne Nennung der Firma, und ich dachte - prima. Und ich glaube, auch im vierten Teil wurde, zumindest weitgehend (die Uhr von Cartier trägt sie auch dort ;)), auf die Produktnamen verzichtet.


    Als ich hier auf den ersten Seiten wieder auf das Productplacment gestoßen bin, hab ich innerlich erst mal kurz die Augen verrollt :rolleyes, doch auf den folgenden Seiten ist es auf ein erträgliches Maß zurückgegangen und für mich ok.


    Trotzdem bin ich gespannt auf den Kommentar von Andrea K , denn das Thema beschäftigt mich schon seit der Wasserratte :).

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    Im Folgeband "Der Jünger von Las Vegas" setzte sich das fort, allerdings nur ganz zu Anfang. Recht bald schlüpfte sie zwar immer noch in die entsprechenden Klamotten, aber ohne Nennung der Firma, und ich dachte - prima. Und ich glaube, auch im vierten Teil wurde, zumindest weitgehend (die Uhr von Cartier trägt sie auch dort ;)), auf die Produktnamen verzichtet.


    Als ich hier auf den ersten Seiten wieder auf das Productplacment gestoßen bin, hab ich innerlich erst mal kurz die Augen verrollt :rolleyes, doch auf den folgenden Seiten ist es auf ein erträgliches Maß zurückgegangen und für mich ok.

    Echtes Productplacement wäre es, wenn Hamilton dafür bezahlt würde. Das wissen wir nicht. Das Ritual des Joggens und das Aufbrezeln mit Markenklamotten ist das exakte Abbild von Vic Warshavski bei Sara Paretsky.

    Da kommen zwei Faktoren zusammen: Das Joggen ist die für einen Bestseller unbedingt nötige alltägliche Handlung als Bonding und die Marken könnten den Nationalstolz bedienen. Das ist bei Adidas allerdings schräg. :P


    Ava raucht ja betont eine kanadische Zigarettenmarke. Damit hat sie mir signalisiert: Ich bin Kanadierin und sie hat sich von "den Nordamerikanern" im Allgemeinen abgesetzt. Kanadier sind durchaus empfinlich dagegen, dass man sie pauschal für ähnlich wie USA-Amerikaner halten könnte.


    Wie man einen Bestseller schreibt

  • Ich habe gesten auch schon mit dem Buch begonnen, hatte aber noch keine Zeit etwas dazu zu schreiben.

    Für mich ist es jetzt das dritte Buch über Ava Lee, was ich lesen und die meisten Personen, die zu Beginn vorkommen sind mir also bekannt und ich freue mich gerade richtig, wieder etwas von ihnen zu lesen.


    Die Distanz zu Ava verringert sich, sie scheint verletzlicher, ob das nur durch die Beinverletzung bedingt ist? Bislang hatte man eher wenig über ihre Gefühle erfahren, in erster Linie war sie tough. Überhaupt gestaltet sich der Einstieg ungewohnt ausführlich. Ich überlege noch, wir mir das gefällt.

    Mir ist auch aufgefallen, dass der Einstieg ein wenig anderst ist, also bei den ersten beiden Bänden. Ava macht sich Gedanken über ihre Zukunft, ob sie weiterhin mit "Onkel" zusammen arbeiten soll oder nicht und ob diese Art der Schuldeneintreibung für sie in Zukunft noch interessant ist. Ich war erst etwas erstaunt, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass Ava evtl. für die Zukunft etwas anderes plant. In den ersten beiden Bänden kam sie mir so tough und motiviert vor und sie hatte richtig Spaß an ihrer gemeinsamen Arbeit mit "Onkel" Allerdings kann ich es natürlich schon verstehen, dass Ava nach einigen Jahren mal Lust auf etwas anderes hat und sich Gedanken über ihre Zukunft macht. Ich muss sagen, mir persönlich gefällt dieser Einstieg in das Buch und die verringerte Distanz zu ihr sehr gut. Ich finde es schön, dass sie nicht immer nur die tolle Superheldin ist sondern auch mal Schwäche zeigt.


    Zu den Produktnamen: Mir ist das natürlich auch aufgefallen, und vor allem im ersten Band fand ich es schon recht nervig. Jetzt lese ich da einfach drüber hinweg und es stört mich nicht mehr allzusehr.


    Onkel scheint einige Probleme zu haben, entweder ist er wirklich krank, oder er macht sich Sorgen um jemanden ( Ava oder jemand anderes? ) und ist deswegen so angeschlagen .Auf mich wirkt er im Vergleich zu den ersten zwei Bänden nicht mehr so souverän und stark.


    Ich finde die Beschreibung von dem chinesischem Essen in all den Büchern echt interessant. Zum Teil klingen die Gerichte super lecker, zum Beispiel die "Scharf-Sauer-Suppe". Da ist mir bei der Beschreibung das Wasser im Mund zusammengelaufen. Aber ein paar Gerichte möchte ich nicht wirklich probieren, zum Beispiel die gebratenen Hüherbeine und Entenfüße<X

  • Ich finde die Beschreibung von dem chinesischem Essen in all den Büchern echt interessant. Zum Teil klingen die Gerichte super lecker, zum Beispiel die "Scharf-Sauer-Suppe". Da ist mir bei der Beschreibung das Wasser im Mund zusammengelaufen. Aber ein paar Gerichte möchte ich nicht wirklich probieren, zum Beispiel die gebratenen Hüherbeine und Entenfüße

     

    :lache Hier bin ich ganz bei dir.

    Die Beschreibungen des Essens faszinieren mich und ich bin manchmal bass erstaunt, was Asiaten so essen - z.B. diese Hühnerfüße.


    Mein Sohn ist da relativ schmerzfrei und probiert fast alles. Als er mit ein paar Kumpels mit dem Rucksack quer durch Thailand gereist ist, hat er auf den Märkten diese Hühnerfüße probiert, nachdem er gesehen hat, mit welcher Begeisterung sich die Einheimischen darüberhergemacht haben. Nachvollziehen konnte er diesen "Genuss" nicht, sei extrem knorpelig in der Konsistenz :uebel.

  • Nachvollziehen konnte er diesen "Genuss" nicht, sei extrem knorpelig in der Konsistenz .

    Dein Sohn hat das echt probiert? Der ist ja mutig.:wow Ich war auch schon ein paar mal in Thailand, aber vor diesen exotischen Sachen wie gegrillte Heuschrecken oder Hühnerfüße bin ich dann doch immer zurückgeschreckt. Ich glaube, das will ich gar nicht wirklich wissen, wie das so schmeckt.

    Liebe Grüße von Rouge !

    Titus Müller - Die fremde Spionin

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  • Diese Sauer-Scharf-Suppe würde ich auch gern mal probieren, auch diverse andere der aufgeführten Gerichte, aber ganz sicher keine Hühnerfüße! :uebel


    Rouge Du hast oben versehentlich "Heuschnecken" geschrieben, da musste ich jetzt echt schmunzeln und an ein Gedicht von Christian Morgenstern denken, in dem er ebenfalls ganz lustige Tiere erfindet. ^^


    Edit: Christian Morgenstern - Neue Bildungen, der Natur vorgeschlagen

  • Dein Sohn hat das echt probiert? Der ist ja mutig.:wow Ich war auch schon ein paar mal in Thailand, aber vor diesen exotischen Sachen wie gegrillte Heuschnecken oder Hühnerfüße bin ich dann doch immer zurückgeschreckt. Ich glaube, das will ich gar nicht wirklich wissen, wie das so schmeckt.

    Ich sag ja, schmerzfrei und außerdem experimentierfreudig in kulinarischen Dingen :grin.



    Ich habe mal schwarze Hühnerfüße mit Wasserkastanien gegessen und fand, dass an den Füßen gar nichts dran war. Nahrungsmitteln werden bestimmte Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt, deshalb musst du sie einfach essen.

    Ich glaube, wenn meine Gesundheit nach Hühnerfüßen verlangen würde, würde ich verzweifelt nach Alternativen suchen. Vielleicht gäbe es den Wirkstoff auch Tabletten- oder Pulverform :S.


    Auch dieser exorbitante Verzehr von Meeresfrüchten ist nicht mein Ding. Irgendwo, ich glaube im Stab von Macao, haben sie was mit lebenden Krabben gegessen und das Zucken noch im Mund gespürt. :uebel

  • Mir ist auch aufgefallen, daß Ava zu Beginn des Buches für ihre Verhältnisse direkt emotional beschrieben wurde. Ich habe Band 1 und 4 gelesen und dort eigentlich für mich gespeichert, daß es Bücher sind, bei denen die Protagonistin (Ava) konsequent den Fall verfolgt, ohne auf ihre persönlichen Verhältnisse einzugehen. Bei allen anderen Krimis, die man so liest, verläuft das Privatleben des Ermittlers meist parallel und wird bei jedem Band weiter verfolgt.