Wie Batcat geschrieben hat: wir werden es bestimmt noch erfahren, ob Marthas Skepsis berechtigt war. Und wie wir Martha kennen, wird sie Li-Ming auch die Chance geben, sich in die Familie zu integrieren.
Ich verrate nix ![]()
Wie Batcat geschrieben hat: wir werden es bestimmt noch erfahren, ob Marthas Skepsis berechtigt war. Und wie wir Martha kennen, wird sie Li-Ming auch die Chance geben, sich in die Familie zu integrieren.
Ich verrate nix ![]()
Das hat man wirklichdeutlich gemerkt, auch wie wenig die Studts nach Amerika passenwürden. Für die Zeit ihres Aufenthaltes dort können sie den Luxus genießen. Aber siesind sehr sozial eingestellte Menschen die wollen, dass es allen gutgeht.
Und man fragt sich, wieso Sohn Rudi später in Amerika landet, oder? Aber keine Sorge, das wird alles in Band 3 erklärt.
Die Anekdote mit denSchwarzfussindianern auf dem Dach des McAlpin habe ich natürlichrecherchiert, es gibt da in der Tat auch etliche Fotos davon.
Die Bilder habe ich auch bei meinen Recherchen gefunden und deshalb diese Geschichte eingebaut, weil ich das so skurril fand. Meine Lektorin und mein Verlag sind auch vernünftig, da hat sich keiner über das Wort Indianer oder das N-Wort in der wörtlichen Rede aufgeregt, weil das damals als ganz normal galt und jemand deshalb kein Rassist war.
DerenSchicksal (Vater tot aus dem Hafenbecken gezogen, Mutter mit Syphilisim Heim siechend) ist allerdings wenig überraschend. Das war jaschon in Band 1 klar, dass es für diese beiden kein Happy End gibtund ehrlich gesagt, das hätte man ihnen auch nicht von Herzen gönnenkönnen, zu sehr haben sie sich an ihren Kindern versündigt.
Ja, das musste ich noch einflechten, weil der Fiesling nix anderes verdient hat
. Millis Mutter ist mehr Opfer, aber es hätte ihr freigestanden, einen anderen Lebensweg zu wählen. Sie hat ja angefangen, anzuschaffen, als ihr Mann im Gefängnis saß. Und das hat die Beziehung nachhaltig zerstört, sodass er sie dann erst recht auf den Strich schickte und das Kuckuckskind auch.
Das ist zwarsehr traurig, aber wenn Paul 1962 stirbt, hatte er zumindest trotzallem ein langes Leben. Ca. 88 Jahre (wenn ich mich nicht verrechnethabe) ist für die Zeit, in der er geboren wurde, ein hohes Alter.
Ja, für die damalige Zeit habe ich ihm noch ein nahezu biblisches Alter gegönnt. Ich habe euch mal ein Foto vom echten Paul Studt aus Frankreich angehängt, er starb ja an Blinddarmdurchbruch. Mein Urgroßvater ist der stehende Mann.
Paul ist noch ein bisschen schwerer betroffen, bei ihm fehlt ja auch die ganze Oberlippe. In "Krieg dem Kriege" ist ein Bild, das mich inspirierte, aber das ist nicht öffentlich verfügbar, deshalb kann ich es leider nicht teilen.
Mein Großvater war Jahrgang 1892. Ich staune darüber, was der als Diplomarbeit zum Dipl. Ing. abgeliefert hat. Das weis heute jedes Kindergartenkind. Die Verwendung von Schweröl als Schmierstoff. Das war revolutionärer Fortschritt gegenüber Fett. Aber wirklich spannend ist da meine eigene fehlende Neugier, als Brücke zur letzten Leserunde. Meine Mutter wurde 1922 geboren und alles was ich an Familiengeschichte weis beginnt mit der Inflation 1923. Ich habe einfach nach davor nicht gründlich gefragt. Mein Großvater väterlicherseits verstarb 1933, als mein Vater 10 Jahre alt war, da beginnt die Geschichte erst 1935. Das war beides bereits Bildungsbürgertum, da muss auch was an Kampf gegen Adelsprivilegien gewesen sei, aber das ist im Dunkel der Zeit verloren. Sorry, wenn die Treppe aus Papier hier noch zu stark nachwirkt, aber diese Gedanken darüber, was man selbst an Geschichte aus dieser Zeit mit sich trägt ohne es zu ahnen sind sehr präsent eben auch aus der Zeit vor dem ersten Krieg, nicht nur im Nationalsozialismus.
Das kann ich gut verstehen. Ich habe für meine Bücher ja viel auf familiäre Erzählungen zurückgegriffen, auch wenn da nicht mehr alles war. Meine Urgroßmutter Martha Studt stand mit ihren Lebensdaten Patin für Martha aus dem Roman, wobei mein echter Urgroßvater Paul im 1. Weltkrieg an einem Blindarmdurchbruch starb. Er war auf Heimaturlaub, hatte schon Bauchschmerzen, wollte aber die Kameraden nicht im Stich lassen und fuhr zurück nach Frankreich, wo er dann starb. Meine Uroma musste dann ihre drei Kinder allein durchbringen, in der Hyperinflation war das sehr schwer, sie war Weißnäherin und hat dann geputzt und hatte auch nur eine ganz geringe Witwenrente. Aber sie hat immer gearbeitet und starb erst 1971.
Gab es da wirklich U-Boot-Angriffe auf neutrale Schiffskonvois?
Ja, die gab es, wobei unklar war, ob das Irrtümer oder gezielte Angriffe waren. Die Propaganda nennt es gezielt, die Täter sagen, es war ein Versehen. Aber vorgekommen ist es.
Dass die Operationen bei Paul glücken werden wissen wir ja. Aber interessant wie das gemacht wurde. Insofern waren Kriege ja immer gut, sowohl für medizinischen als auch technischen Fortschritt. Nur der Preis ist da immer viel zu hoch.
Hier einer der zahlreichen Artikel zu dem Thema, mit denen ich recherchiert habe: https://lisa.gerda-henkel-stif…eitschirurgie?nav_id=1031
Und das angehängte Bild ist aus dem Journal für ästhetische Chirurgie:
Jacques Joseph – zum 80. Todestag, 18. Juni 2014
Was ich irgendwie aus Band 1 nicht mehr weiss, hat Paul denn keine Familie. Also Eltern, Geschwister 🙈
Paul war das einzige Kind, seine Eltern sind beide an der Cholera gestorben, während er in Hannover die technische Fachoberschule besuchte.
Ich fand es toll, wie Martha Rudis Lehrer Einhalt gebietet. Sie ist wirklich gut mit Worten, das hilft ihr da. Und Rudi kann froh sein, dass er Martha zur Mutter hat
Ja, auch in Band 3 kann Rudi froh sein, Martha als Mutter zu haben. Sie würde es niemals zugeben, aber Rudi, ihr vorlauter Erstgeborener, ist ihr geheimer Liebling.
Die Geschichte mit dem französischen Arzt, der angeblich einen Brunnen mit Cholerabakterien verseuchen wollte, ist das wirklich passiert oder war das schon Propaganda um das Volk kriegsbereit zu machen?
Es ist ein echter Zeitungsartikel gewesen, in dem das stand. Ob es wahr ist oder Propaganda, weiß ich allerdings nicht.
Für Martha wird es bestimmt sehr schwer und auch für die Kinder. Gut, dass der Feldarzt den Brief geschrieben hat, so sind sie wenigstens vorgewarnt. Ich kann mir vorstellen, dass es für beide Seiten schwer zu ertragen ist so eine Gesichtsverletzung.
Das habe ich versucht, glaubwürdig rüberzubringen. Sabine Kaack, die das Hörbuch gelesen hat, hat es auch großartig intoniert.
Übrigens habe ich gerade im aktuellen Roman, an dem ich schreibe, Pauls Tod beschrieben. Er stirbt 1962.
Das sagt ja auch keiner. Melanie hat das "Friede, Freude, Eierkuchen" ja auch nur für ihre Protagonisten gewollt, damit sie noch was schönes erleben dürfen. Und auch wenn damals nicht alles toll war, wie übrigens im Moment auch nicht, gab es für die Menschen glückliche Momente, so wie hoffentlich auch in diesen momentanen Zeiten für einige. Ich für meinen Teil genieße im Augenblick auch jeden glücklichen Moment, wer weiss wie lange wir das noch können.
Genauso - es ist völlig klar, dass es nach wie vor viel Elend gab, das versuche ich am Anfang durch Familie Schwenke darzustellen. Für Martha und Paul hatten sich indes die Zeiten gebessert und ihr Fleiß wurde belohnt - auch das war möglich und das wollte ich zeigen. Die schönen Seiten, die auch möglich waren.
Da wir ja alle wissen,dass nicht allzu lange nach der Rückkehr der kleinen Familie dererste Weltkrieg beginnt, erfreue ich mich gerade noch an der heilenWelt, in der sie noch leben dürfen. Ich finde den Teil vordem Krieg nicht langweilig. Es zeigt, wie schön alles war und auchhätte bleiben können.
Ja, ich wollte ihnen viel positive Energie am Anfang mitgeben, um alles zu überstehen, was noch kommen wird.
Und jetzt habt ihr Onkel Rudi aus den späten 1950ern und frühen 1960ern aus der anderen Reihe auch kennengelernt. Als kleinen vorlauten Steppke. Und Matthias' Vater als seinen kleinen Bruder Fredi.
Hab gegoogelt, das Rauhe Haus gibt es immer noch.
Ich habe jahrelang gegenüber gewohnt, in der Sntigerreihe. Fredi habe ich in Band 3 in den Snitgerstieg einziehen lassen
. Aber das kommt noch.
Bin gespannt was in Amerika alles passieren wird und dann kommt unausweichlich mit Riesenschritten der 1. Weltkrieg. Eigentlich furchtbar wenn man das schon weiß und die Protagonisten noch nichts ahnen von all dem Leid dass da auf sie zukommt. Umso schöner, dass Martha und Paul es genießen, dass es ihnen im Moment so gut geht.
Es gab einige Rezensionen, die fanden den ersten Teil vorm Krieg langweilig, weil alles so gut läuft. Aber mir war das wichtig - alles ist schön, es ist wie das Happy-End aus Band 1. Sie haben alles, was sie sich wünschen. Und dann kommt der Krieg - die Fallhöhe ist also doppelt hoch.
Ich finde es gut, dass das Buch vor dem ersten Weltkrieg einsetzt, das macht die Umrüche, die auf die Menschen in den nächsten Jahren zukommen noch deutlicher.
Genau das war mein Anliegen. Die Zeit vor dem 1. Weltkrieg war im Prinzip ein toller Aufbruch. Und all das wird vernichtet.
Milli in Amerika hat mich etwas an Pretty Woman erinnert.
Nur dass Pretty Woman einen echten Liebhaber geheiratet hat.
Im Auswanderermuseum in Hamburg auf der Veddel steht sogar ein originalgetreuer Nachbau einer Kabine aus der 2. Klasse. https://ballinstadt.de/ausstellung/dauerausstellung/
Ich habe sogar viel Geld in ein riesiges Buch für 135 Euro investiert, in dem viele Originalfotos und die Baupläne des Imperators, der Vaterland und der Bismarck sind. Auch mit Fotos, wie sie gebaut wurden. Mich hat das sehr interessiert, zumal diese Schiffe größer und schöner als die Titanic waren, aber vergessen wurden, weil sie - anders als die Titanic - immer ihr Ziel erreicht haben. Alle Infos, die ihr im Buch über "den Imperator" findet - das einzige Schiff, das auf Wunsch von Kaiser Wilhelm mit einem männlichen Artikel bedacht wurde, weil ein Imperator in seinen Augen nicht weiblich sein kann, sind belegt.
Für mich selbst war es auch spannend, nachdem ich die Hafenschwesterreihe geschrieben hatte, die Romanbiografie von Margarethe Krupp "Unsere kurze Ewigkeit" zu schreiben, die ja am anderen Ende der gesellschaftlichen Leiter standen und zum Kaiser ein ganz anderes, freundschaftliches Verhältnis statt ein Kritisches hatten.
Vielen Dank für die schöne Rezension.
Vielen lieben Dank!
Ich hoffe für Millie auf ein gutes Ende vielleicht ja doch mit Moritz
Milli und Moritz sind bis Band 3 immer dabei.