'Der Herzog von Aquitanien' - Seiten 408 - Ende

  • So, die Schlacht um Aquitanien ist geschlagen, die Moslems hinter die Pyrenäen zurückgedrängt und Eudo hat sich aufs Altenteil zurückgezogen, das hat er sich auch retlich verdient, finde ich.


    Ich hatte al Andalus unter islamischer Herrschaft immer als eine Zeit des Wissens und der Toleranz der Religionen im Kopf, aber das war ja doch einige Zeit später und dass zu Zeiten von Erorberungen und Umrüchen Toleranz zu kurz kommt, war ja auch schon immer so.


    Mich würde noch interessieren wie wiet das Schicksal von Lampegia historisch belegt ist?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeinn Chronist gewagt hätte, ihren letzten großen Auftritt, den sie im Buch hat, so oder so ähnlich für die Nachwelt festzuhalten ...

  • Mich würde noch interessieren wie wiet das Schicksal von Lampegia historisch belegt ist?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeinn Chronist gewagt hätte, ihren letzten großen Auftritt, den sie im Buch hat, so oder so ähnlich für die Nachwelt festzuhalten ...

    Es ist nur historisch belegt, dass Lampegia nach Damaskus in den Harem des Kalifen gebracht worden ist. Über alles weitere legt die Geschichte den Mantel der Dunkelheit und die dichterische Freiheit beginnt. :) :wave

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)

  • so, ich habe das Buch jetzt auch beendet. Die Schlacht zwischen Tours und Poitiers hätte wohl noch länger laufen können, wenn Eudo nicht der Zorn gepackt hätte. So hat er doch noch seine Rache bekommen. Die Sache mit Lampegias Kopf ist aber auch zu abscheulich.


    Wie so oft haben die Männer es nicht ertragen, wenn eine Frau ihren Mund aufgemacht hat. Lampegias letzter Auftritt war wirklich bewundernswert. Auch wenn er so nicht belegt ist (würde mich auch wundern, bei der doch recht einseitig männlichen Beurteilung der Geschichte)


    Ich muss sagen, zwischendrin hatte ich so ein bisschen Probleme mit dem Buch. Da war mir zu viel allgemeine Politik und zu wenig alltägliches Leben. Ich verstehe ja, dass man das Große und Ganze erläutern muss, aber mir war es ein wenig zuviel. Trotzdem hat es mir gefallen, gerade die Nähe zur Römerzeit fand ich recht interessant. Übers Mittelalter hab ich schon viel gelesen, über diese Anfangszeit des Mittelalters eher noch wenig.


    Rezi kommt dann die Tage.

  • Nun bin ich auch durch und es wurde ja recht heftig. Lampegia und Tochter hat es in den Harem des Kalifen verschlagen und dort hat Lampegia einen letzten großen Auftritt, der mir gefallen hat.

    Eudo musste einiges einstecken, konnte sich aber am Statthalter auf fürchterliche Art und Weise rächen.

    Aquitanien darf vorerst bestehen bleiben und steht im Bündnis mit den Franken. Die Mauren sind zurückgeschlagen und lecken ihre Wunden, ebenso wie die arg gebeutelten Aquitanier.

    Von Eudo hatte ich vor diesem Buch gar nichts gehört, kann aber nachvollziehen, dass er Karl Martell als Hauptfigur abgelöst hat. Es gab unglaublich viele Schlachten und politische Schachzüge, die so ihren eigenen Reiz haben. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen wie religiöse Führer Horden von jungen Männern opfern, um ihre Religion auszubreiten. Eudo als Gegenentwurf mit atheistischem Gedankengut war schon spannend, auch wenn er mir oft zu berechnend wirkte. Seltsamerweise hatte ich selbst am Ende noch Sympathien für den ruchlosen Wüstenräuber. Ich kann verstehen, dass er in islamischen Gefilden geachtet wird. Er hat aus seinen Möglichkeiten das Optimale gemacht.

    :Hörbuch Rebecca Gable - Das Floriansprinzip

    :Hörbuch Tanja Kinkel - Manduchai - Die letzte Kriegerkönigin

    :Hörbuch Anna Tell - Nächte des Zorns

    :lesend Mac P. Lorne - Der Herzog von Aquitanien

    :lesend Sandra Aslund - Verhängnisvolle Provence

    :lesend Caroline Graham - Tod zur Teatime

  • Ich hatte al Andalus unter islamischer Herrschaft immer als eine Zeit des Wissens und der Toleranz der Religionen im Kopf, aber das war ja doch einige Zeit später und dass zu Zeiten von Erorberungen und Umrüchen Toleranz zu kurz kommt, war ja auch schon immer so.

    Das ging mir genauso. In späteren Jahren war der Islam der Hort der Wissenschaften und auch relativ weltoffen. Es gibt eine Reihe von Bauwerken, die ich mir noch anschauen möchte, weil Bekannte einfach nur begeistert waren.

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  • Wie so oft haben die Männer es nicht ertragen, wenn eine Frau ihren Mund aufgemacht hat. Lampegias letzter Auftritt war wirklich bewundernswert. Auch wenn er so nicht belegt ist (würde mich auch wundern, bei der doch recht einseitig männlichen Beurteilung der Geschichte)

    An der Stelle wäre wohl auch jeder Mann, der sich wie Lapegia geäußert hätte, des Todes gewesen. Im Nachwort wird ja auch erwähnt, wie wenige Dokumente und Belege es aus dieser Zeit gibt.

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  • Das ging mir genauso. In späteren Jahren war der Islam der Hort der Wissenschaften und auch relativ weltoffen. Es gibt eine Reihe von Bauwerken, die ich mir noch anschauen möchte, weil Bekannte einfach nur begeistert waren.

    Ich ebenso, und wenn man sich die Alhambra anschaut oder die maurische Architektur z.B. in Cordoba kommt man schon ins Staunen.

    Andererseits - und darauf bin ich zu meiner Verwunderung erst bei den Recherchen zu dem Roman gestoßen: Während zu der Zeit, in der er spielt, das Christentum noch durch Missionare verbreitet wurde, die man auch mal geröstet hat, wenn sie den Germanen, Friesen etc. zu sehr auf den Geit gingen (wie z.B. Bonifatius) wurde der Islam mit Feuer und Schwert verbreitet und wer den Glauben nicht annahm, getötet oder versklavt.

    Da ich in meinen anderen Romanen ja teilweise erbarmungslos auf die Kirche eingeprügelt habe, sah ich auch keinen Grund, hier Zurückhaltung zu üben.

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  • Ich sag ja auch immer Deppen gibt es überall. Leider waren es früher gerne mal Deppen, die ihre Lust an Gewalt unter ein religiöses Mäntelchen steckten. Oder einfach so fanatisch waren, dass sie nichts anderes daneben gelten haben lassen. Und das in allen Religionen.


    Ist ja heute beim IS nicht wesentlich anders, die machen ja auch alles nieder was nicht treu nach ihrem Wort lebt. Egal ob Christ, Muslim oder Atheist.....

  • Dieser letzte Abschnitt war schon heftig. Lampegias Schicksal ist mir doch sehr an die Nieren gegangen. Ihr Auftritt war sehr mutig, und sie musste ihn so bitter büßen. Was aus ihrer kleinen Tochter geworden ist, da kommt dann die Phantasie ins Spiel. :/

    Interessant fand ich das doch ziemlich heftige Wortgefecht zwischen Eudo und Karl vor der Schlacht. Eudo hat seinen Willen durchgesetzt, und Abd ar-Rahman hat die Revanche für seine Taten bekommen. Das fand ich nur gerecht, und Karl hat es letztendlich doch gebilligt, dass Eudo sich durchgesetzt hat. Den Leichnam des ehemaligen Wüstenräubers und Statthalters den Schweinen vorzuwerfen, war ein recht gewitzter Schachzug von Eudo, gerade wenn man weiß, wie das Ansehen der Schweine bei den Muslimen ist.

    Mac , vielen Dank für deine geduldige Begleitung der Leserunde, die sich insgesamt doch ziemlich in die Länge gezogen hat, aber der dicht gepackte historische Stoff, den du uns da lieferst, muss erst einmal verdaut werden und braucht einfach seine Zeit, um alles voll und ganz zu erfassen.

    Ich werde die Story erst einmal etwas setzen lassen und dann meine Rezension dazu einreichen.:wave

  • Mac , vielen Dank für deine geduldige Begleitung der Leserunde, die sich insgesamt doch ziemlich in die Länge gezogen hat, aber der dicht gepackte historische Stoff, den du uns da lieferst, muss erst einmal verdaut werden und braucht einfach seine Zeit, um alles voll und ganz zu erfassen.

    Ich werde die Story erst einmal etwas setzen lassen und dann meine Rezension dazu einreichen.:wave

    Immer gerne und ich freue mich drauf. :wave

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  • vielen Dank für deine geduldige Begleitung der Leserunde, die sich insgesamt doch ziemlich in die Länge gezogen hat, aber der dicht gepackte historische Stoff, den du uns da lieferst, muss erst einmal verdaut werden und braucht einfach seine Zeit, um alles voll und ganz zu erfassen.

    Tatsächlich hat es sich bei mir mit dem Lesen etwas gezogen. Anders als deine anderen Bücher, lieber Mac, war es für mich doch eher ein Geschichtsbuch denn ein Roman.

    Ich muss sagen, zwischendrin hatte ich so ein bisschen Probleme mit dem Buch. Da war mir zu viel allgemeine Politik und zu wenig alltägliches Leben. Ich verstehe ja, dass man das Große und Ganze erläutern muss, aber mir war es ein wenig zuviel. Trotzdem hat es mir gefallen

    Mir ging es sehr ähnlich. :knuddel1 Ich schätze ja durchaus historische Infos, aber die Details waren mir hier einfach zu viel. Und ich hatte auch so das Gefühl, ich wäre einfach nicht nah genug dran an den Darstellern. Emotional. Interessant war es allemal. Ich hatte ja immer nur so Bruchstücke über diese Zeit im Kopf. (El Cid, die olle Kamelle mit Charlton Heston :lache) Gelernt hab ich auf jeden Fall was bei diesem Buch.

  • Interessant fand ich das doch ziemlich heftige Wortgefecht zwischen Eudo und Karl vor der Schlacht

    Ach ja, das wollte ich noch erwähnen. Die Dialoge waren sehr ausgefeilt, aber auch sehr verkopft manchmal. Gerade im ersten Drittel hatte ich den Eindruck, dass auch hier sehr viele Infos reingepackt wurden. Ich bin ein Dialog-Junkie und mag es, wenn Gespräche so ablaufen, wie ich sie mir auch im realen Leben vorstellen könnte. Das war nicht immer hier der Fall. Nicht, dass Du meinst, lieber Mac, ich will hier nur rumnörgeln. Ich will eigentlich nur erklären, wo es bei mir gehakt hat.


    Das Wortgefecht vor der Schlacht fand ich auch gut. :)

  • Interessant war es allemal. Ich hatte ja immer nur so Bruchstücke über diese Zeit im Kopf. (El Cid, die olle Kamelle mit Charlton Heston :lache) Gelernt hab ich auf jeden Fall was bei diesem Buch.

    Der Cid lebte aber reichlich 300 Jahre später. :) Geduldet euch einmal ein bisschen, dann erzähle ich euch seine Geschichte.;)

    Und ja, dieses Buch ist etwas anders. Das hängt aber auch damit zusammen, dass kaum jemand die damalige Geschichte kennt und ich sie auf ca. 600 Normseiten erzählen musste. Wenn man mir mal die tausend Seiten gibt, die geschätzte Kollegen bekommen, dann habe ich auch den Platz, um weiter auszuholen. So musste ich mich wie bei den "geteilten Jahren" immer entscheiden, worauf ich den Schwerpunkt legen wollte.

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)

  • Lieber Mac P. Lorne , ich denke mal, Du hast so intensiv und gut recherchiert, dass Du einfach zu viel Material hattest für die 600 Seiten. Die Frage wäre, ob man etwas hätte weglassen oder einfach oberflächlicher beschreiben können, um Platz für die Fiktion zu haben. Aber ich denke, dass sollte jeder Autor für sich entscheiden - unabhängig davon, ob den Lesern das gefällt oder nicht. Nicht jedes Buch kann jeden Leser gleichermaßen begeistern. Das finde ich auch okay. Tatsächlich finde ich es spannend, mich selber zu ergründen und warum ich das eine Buch liebe (Der Pirat, Der Bogenschütze) und ein anderes eher sperrig finde. ;)