Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung - Seiten 173 - 270

  • Tja, wie fast erwartet ist Rufus nicht der richtige für Flori.... Er war mir die ganze Zeit eigentlich schon zu Ich-bezogen, hauptsache es geht ihm gut. Ein bisschen erinnert er mich da an Wanja...


    Zu schade, dass Flori die Kunsthochschule hinschmeisst, aber ich kann es verstehen. Und wieder mal typisch die Männerwelt, die am Ende zusammenhält. Da hat Silvie schon recht.


    Louisa ist tatsächlich etwas nervig mit ihrer Art. Sie fordert immer nur, macht keine Vorschläge. Diplomatie ist nicht ihr Ding. Dass sie sich Sorgen um ihre Schwester macht, ist ja legitim, aber andere Leute haben auch Sorgen und es dreht sich ja nicht alles nur um sie. Dass sie sich auf die Konstruktion mit Gregor und Hotte eingelassen hat fand ich erstaunlich, aber scheinbar meint sie da noch was drehen zu können. Ich befürchte nur, dass Hotte da irgendwann das Handtuchh wirft, nicht wegen Louisa, sonder vor allem wegen Gregors beruflichen Ambitionen.


    Und immer wieder tauchen Persönlichkeiten der Zeit auf. Die Dietrich war ja wirklich ein sehr umstrittener Mensch. Und Günther Pfitzmann, wer kennt ihn nicht (allerdings habe ich natürlich einen Älteren im Kopf).

    Für Horst Buchholz hab ich auch mal geschwärmt :-) obwohl der mein Vater sein könnte....

    Und Rut Brandt kommt auch zur Eröffnung des Buchladens vorbei. Ich hoffe sehr, dass das was wird.


    Jetzt bin ich mal gespannt wie es mit Benka und Flori weitergeht. Und ob Karen ihre Eifersucht auf Flori in den Griff kriegt, beste Freundinnen werden die zwei sicher nicht.

  • Friedrich und Clare erholen sich in Brenner´s Parkhotel an der Lichtenthaler Allee - immer mal wieder schön, die Bilder vor Augen zu haben, wenn man einen Ort besonders gut kennt.


    Claire - Du rücksichtslose, auf Äusserlichkeiten dressierte Lady! Ich schüttel Dich mal kräftig! Wie konnte sie nur so furchtbar lästern UND das auch noch bei dem schönen Anlass anl. der Eröffnung von Silvies Buchladen. Schön, welche "Promis" auch zu Gast dort sind. Was war denn eigentlich in der Zwischenzeit in den Räumlichkeiten?


    Auch wenn Flori ihren Weg gehen wird, ist doch schade, dass neben dem Abitur nun auch kein Studienabschluss folgt. Die Thalheimfrauen sind ja moderne Ehefrauen und Mütter, doch eben auch beruflich stark.


    Flori gefällt Karen an Benkas Seite nicht so gut, ist sie eifersüchtig? Wenn sie mit Benka beruflich ein Gespann bildet, werden wir erfahren, wie es um die Gefühle der beiden privat steht.


    Luisa möchte nun auch als Frau Thalheim im Modekaufhaus eine Rolle einnehmen, man möchte bitte ihr Abitur bei der Stellenzuweisung honorieren! Hilfe, Luisa - hoffentlich triffst Du auf einen Mann, der Dir mal den Kopf wäscht, Dich aber so liebt, dass Du wieder den Boden erreichst. Armer Gregor, was bist Du für ein Lieber, der leider dieses Agreement schließen musste. Ich wünsche mir wirklich, dass Luisa Dich verlässt und bei einer neuen Ehe den Namen Thalheim ablegt! Bäöh!

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Flori gefällt Karen an Benkas Seite nicht so gut, ist sie eifersüchtig? Wenn sie mit Benka beruflich ein Gespann bildet, werden wir erfahren, wie es um die Gefühle der beiden privat steht.


    Lustig, ich hab es genau andersherum empfunden, ich glaube Flori sieht Benka wirklich nur als guten Freund und Karen ist eifersüchtig auf sie, weil sie sich nicht vorstellen kann, dass Flori nicht mehr will.

  • Gegor UND Louisa haben ja (anfangs) beide etwas von dieser gewagten Konstruktion - ich möchte mal wissen, wieviele schwule Männer sich mit Ehen einen gesellschaftlichen Anstrich gegeben haben, um im engen Netz der damaligen Zeit bestehen zu können. Leider werden sie beide festststellen, dass die Realität dann doch strapziöser ist ...

  • Ich glaube das gerne, damals war das alles ja noch viel restriktiver und konnte ganze Leben zerstören. Ich befürchte nur, dass Gregor sich damit auch erpressbar macht. Louisa könnte das Ganze ja auch einfach platzen lassen, wenn sie nicht bekommt was sie will. Das schliesst ja auch den Job im Kaufhaus mit ein. Am Ende könnte sie die gesamte Familie erpressen....


    Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass Louisa der Meinung war, dass die richtige Frau Gregor auch auf den richtigen Weg bringen kann. Man war ja damals auch der Meinung, dass das mit der Homosexualität ja nur eine geistige Verwirrung ist, die man im Zweifel auch wieder umerziehen kann....

  • 1.) Ich befürchte nur, dass Gregor sich damit auch erpressbar macht. Louisa könnte das Ganze ja auch einfach platzen lassen, wenn sie nicht bekommt was sie will. Das schliesst ja auch den Job im Kaufhaus mit ein. Am Ende könnte sie die gesamte Familie erpressen....



    2.) Man war ja damals auch der Meinung, dass das mit der Homosexualität ja nur eine geistige Verwirrung ist, die man im Zweifel auch wieder umerziehen kann....


    1.) Ich traue Louisa das schon zu, allerdings nähern wir uns dem 13. August 1961 - eine Trennung von Eltern und Schwester im Osten verändert sie möglicherweise. Bin mal gespannt, ob sie bereit ist, wie von den Thalheim-Schwestern angeboten, als Verkäuferin zu arbeiten UND wie sie das macht.


    Mich hat überrascht, dass sie für den kleinen Felix einen Kitaplatz bekommen hat. Dachte, diese wären sehr rar damals gewesen und nicht für Verheiratete gedacht.



    2.) Es gibt auch heute noch Eltern von 50jährigen, die vor 15 Jahren geglaubt haben, Ärzte könnten erwas dagegen tun/ dafür tun, dass er sich nicht Männern hingezogen fühlt. Da halfen auch keine Gebete und angezündete Kerzen! Jetzt sind diese Eltern zwar wirklich happy mit ihren beiden fürsorglichen Jungs, doch lange haben sie meinen Eltern gegenüber gesagt: "J. ist mit seiner Freundin im Urlaub" und gestaunt, wie locker meine Eltern damit umgehen, dass der erste Freund meiner Mutter seit 40 Jahren in einer homosexuellen Beziehung lebt (sind nie zusammengezogen) und sie sich mit beiden treffen und an unserem Familienleben teilhaben liessen.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • ja, das war ein langer, schmerzvoller Prozess, bis schwule Männer endlich das Leben führen konnten, das sie wollten ... In Kunst und Politik haben sie es geschafft. In hohen Industrieposten und im Fußball müssen sie bis heute lügen und täuschen (allein in meinem engeren Bekanntenkreis habe ich 3 solcher Fälle) ... da wird dann schon mal die Schwester des Lebensgefährten als "Freundin" eingeflogen, wenn es eine Firmenparty gibt - im Jahr 2019!!!!


    Und zur Kita: Das Hansa-Viertel war als Musterviertel angelegt, da galten andere Regeln als im "normalen" Berlin - außerdem hat Gregor ja mitgeplant ... Extra-Behandlung ...

  • Und zur Kita: Das Hansa-Viertel war als Musterviertel angelegt, da galten andere Regeln als im "normalen" Berlin - außerdem hat Gregor ja mitgeplant ... Extra-Behandlung ...

    Hatte überlesen, dass die Kita in dem Musterviertel integriert ist, dann ist das natürlich sehr verständlich.



    Mein Bruder ist am 17.5. geboren - da gab es auch nach der Geburt Sprüche, Sticheleien, Andeutungen - hirnrissig! Später dann Anmerkungen zum gewählten Kennzeichen... mein Neffe, auch am 17.5. geboren, muss sich so etwas nicht mehr anhören.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • das mit dem 17.5. hab ich erst gar nicht kapiert, aber klar, der Paragraph 175....


    Mein Onkel war ja auch schwul und ist wohl Ende der 60er ins Ausland gegangen. Leider kann ich ihn zu der Zeit nicht befragen, da er leider schon verstorben ist... Wäre sicher interessant

  • Heute auf Fb - der Wahnsinn! Vorn "normal" sind wir nióch weit entfernt ...


    Fast die Hälfte der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen (LGBTI) in Deutschland lebt ihre sexuelle Orientierung laut einer Studie nicht offen aus. Das teilte die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) mit. In Deutschland waren dies demnach 43 Prozent, in der gesamten EU 53 Prozent.


    45 Prozent der Befragten in Deutschland sagten, dass sie es oft oder immer vermeiden würden, in der Öffentlichkeit die Hand eines gleichgeschlechtlichen Partners zu halten. In der gesamten Europäischen Union gaben das 61 Prozent der Befragten mit gleichgeschlechtlichem Partner an. 36 Prozent der Teilnehmenden in Deutschland sind laut der Studie in den zwölf Monaten vor der Umfrage belästigt worden. 13 Prozent wurden demnach in den vergangenen fünf Jahren auch körperlich oder sexuell angegriffen. Beide Werte entsprechen in etwa dem EU-Durchschnitt.

    Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes sieht hier Handlungsbedarf. "Auch in Deutschland verbergen immer noch viele Menschen ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität aus Angst vor Benachteiligung", sagte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke, mit Verweis auf die Studie. Wenn fast die Hälfte der Befragten angebe, sich aus Angst nicht Hand in Hand in der Öffentlichkeit zeigen zu wollen, und mehr als 20 Prozent ihre Identität am Arbeitsplatz geheim hielten, dann müsse das große Sorgen bereiten.

    Franke sagte, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes stütze die Forderungen der FRA: Dazu zählt eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung von Gleichbehandlungsbehörden in der EU. "Höchste Zeit ist es außerdem, bei dem seit vielen Jahren auf Eis gelegten Entwurf einer weiteren EU-Gleichbehandlungsrichtlinie endlich einen Durchbruch zu erzielen, damit überall in der EU der Schutz vor Diskriminierung über den Arbeitsplatz hinaus gesichert ist", sagte Franke.



  • Das Flori mit ihrem Lehrer nicht auf Dauer klar kommt, haben wir glaube ich alle gesehen. Wirklich schade ist es nur, dass sie die gesamte Hochschule schmeißt. Ob das wirklich so die kluge Wahl ist, bleibt noch abzuwarten.


    Louisa nervt mich echt. Die Frau ist wirklich sehr fordernd und macht sich damit mehr Feinde als Freunde und das Schlimmer dabei ist, sie merkt es noch nicht einmal. Ob Gregor sich mit dieser Ehe wirklich einen Gefallen getan hat bleibt somit ebenfalls abzuwarten. Sie könnte bekanntlich den Spieß auch rum drehen, er ist mehr von ihr abhängig, al sie von ihm....


    Benka und seine Freundin. Ja ich glaube auch, dass Karen Flori als Rivalin sieht. Aber Flori Benka überhaupt nicht als "Mann" sieht sondern wirklich nur als Freund. Mal sehen, ob es hier noch einen Aha-Effekt geben wird.

  • Nach einem letzten Zwischenhoch endet die Beziehung mit Rufus für Flori schmerzhaft. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Flori sich zu Benka hingezogen fühlt. Und natürlich haben Flori und Rufus Fehler begangen. Die Haltung der Hochschule kann ich nachvollziehen, auch wenn Rufus disziplinarische Maßnahmen verdient hat. Vielleicht findet Flori nun wieder die Kraft zu neuen Ideen. Aber vorerst geht es zurück zur Familie, die den Ausfall Friedrichs mit voller Frauenpower auszugleichen versucht. Bei allen Schwestern gibt es aber auch andere Projekte oder einfach nur die Kinder, die Zeit beanspruchen. Luisa scheint mir sehr unglücklich zu sein. Ihre Art, anderen Leuten mit oder ohne Absicht auf die Füße zu treten, macht es nicht einfacher. Ihr Auftritt bei der Versammlung der Schwestern war höchst unglücklich. Überraschenderweise gelingt es der eigentlich feinfühligen Claire, dies bei der Eröffnung des Buchladens noch zu toppen.

    Gregors Ehe mit Luisa ist ein Konstrukt, bei dem auf Dauer niemand glücklich sein kann. Gerade Hotte wird zunehmend ins zweite Glied zurückgesetzt und aus der Öffentlichkeit verbannt.

    Die Einschübe mit den Prominenten sind gelungen und die Beschreibung des Konzerts von Marlene Dietrich gefällt. Interessant auch das Auftreten der Rabauken im Anschluss an das Konzert. Gestern habe ich ähnliche Gedanken vom rechten Flügel der AfD gehört. Die Unbelehrbaren bleiben uns erhalten. Da hat die Lösung der DDR ihren Charme, die alles Böse auf den Westen ablädt.

    :lesend Colson Whitehead - Harlem Shuffle

    :lesend Petra Schier - Das Kreuz des Pilgers

    :lesend Stephanie Schuster - Freiheit im Angebot

    :hörend: Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

  • Wow! Flori ist wirklich eine sehr starke Frau. Sich so gegenüber Rufus zu behaupten. Gut, dass Benka und Bonin ihr helfen.


    Da hat mich mein Instinkt ja nicht getäuscht mit Gregor und Luisa. Luisa ist wirklich sehr fordernd. Und das sogar über ihre Liebesbeziehungen hinaus. Einen Anspruch haben und als Thalheim behandelt werden - sehr direkt und anmaßend.


    Ich bin jedenfalls froh, dass Flori nicht mehr mit Rufus zusammen ist. Schade, dass sie Benka zwischendurch selbst als Freund verloren hatte. Ob Benka für Flori immer noch romantische Gefühle hegt? Bei Karen habe ich das Gefühl, dass ihm nur wichtig ist, dass sie in ihm nicht das Biest sieht. Karen ist irgendwie glatt, nichtssagend und trotzdem eifersüchtig. Und Flori scheint noch gar nicht bemerkt zu haben, wie sehr sie Benka wirklich mag.


    Brigitte, sag mal, ob der Ausdrucksweise war ich ja erschrocken. Sagte man das wirklich damals? "abnegern"? - Seite 257 unten

  • "Abnegern" sagt man sogar noch heute in der Fotografie ...

    Abnegern

    In der Lichtregie von Photographie und Film sprach man traditionellerweise vom Abnegern, wenn man dunkle Stellflächen oder Schirme zur Reduzierung von Fremd- und Seitenlicht einsetzte. Dazu können nicht nur schwarze, nicht-reflektierende Materialoberflächen (meist schwarzer Karton oder Schaumstoff, gelegentlich auch Stoffbahnen), sondern auch andere Farbflächen verwendet werden – gesetzt, dass sie lichtundurchlässig sind (und die darüber hinaus ihrerseits wieder auf die gesamte Licht- und Farbcharakteristik Einfluss haben können).

  • "Abnegern" sagt man sogar noch heute in der Fotografie ...

    Abnegern

    In der Lichtregie von Photographie und Film sprach man traditionellerweise vom Abnegern, wenn man dunkle Stellflächen oder Schirme zur Reduzierung von Fremd- und Seitenlicht einsetzte. Dazu können nicht nur schwarze, nicht-reflektierende Materialoberflächen (meist schwarzer Karton oder Schaumstoff, gelegentlich auch Stoffbahnen), sondern auch andere Farbflächen verwendet werden – gesetzt, dass sie lichtundurchlässig sind (und die darüber hinaus ihrerseits wieder auf die gesamte Licht- und Farbcharakteristik Einfluss haben können).

    Was Du alles weißt! Klar gehört zu den Lichtverhältnissen bei der Fotografie auch das Abdunkeln, aber dass es einen eigenen Ausdruck dafür gibt! - Werde ich mir merken.

  • aber dass es einen eigenen Ausdruck dafür gibt! - Werde ich mir merken.

    Wofür merken? Nach heutigen ethischen Maßstäben sollte man sowas eher vergessen und keineswegs weiterhin benutzen. Für mich klingt das widerlich.


    Dass Flori ihr Studium wegen Liebesgedöns einfach hinschmeißt finde ich sehr schwach. Jettes Umgang gefällt mir dagegen wesentlich besser. Mit 26 Jahren sollte man doch schon verstanden haben, dass man vor Problemen - auch als Künstler - nicht immer nur davonlaufen kann.


    Flori und Benka werden noch zusammenfinden, dass zeichnet sich ja jetzt schon ab. Es ist eigentlich unglaublich, dass sich eine Frau, die so übertrieben auf eigene Äußerlichkeiten Wert legt, sich mit einem Mann mit einem entstellten Gesicht einlässt. Wenn Benka jetzt Geld oder einen Adelstitel hätte, könnte ich mir das ja noch erklären. So ist aber aus meiner Sicht abzusehen, dass das nur ein kleines Intermezzo bleibt.


    Luisas Auftreten war schon seltsam. Zunächst fuchtelt sie mit einem grünen Kleid rum und kritisiert dessen Attraktivität und wenige Sätze später spricht sie von der bedrohlichen Situation ihrer Schwester. Das hatte schon etwas von Hallervordens "Die Kuh Elsa". ;)


    Der nächste Abschnitt verspricht dann politische Spannung, der August 1961 rückt näher.

  • Ich habe keine Ahnung, warum man aus Neger, das Schwarzer, bedeutet hatte, ein Schimpfwort generiert. Wenn so ein Mensch, der Neger als Schimpfwort nutzt, Schwarzer sagen würde, so wäre es in seinen Augen sicherlich auch ein Schimpfwort.

    Jedenfalls bin ich in dem guten Glauben aufgewachsen, dass Negerbrot etwas leckeres ist, was es ja auch ist. Und ein Negerkuss war für mich auch etwas mit lieblichem Geschmack.


    Das Wort "abnegern" finde ich vom Wort her auch nicht so toll. Ich merke es mir, damit ich es einordnen kann. Dieser dritte Band von Brigitte Riebe von hoffentlich nicht das letzte Buch sein, dass sich um Kunst handelt. Eines meiner nächsten Bücher wird "Die Galerie am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino sein. Ich bin gespannt, was ich in dem Buch alles entdecke.


    Ein entstelltes Gesicht kann für den Betrachter wunderschön sein. Ich bin mir sicher, dass ich ein entstelltes Gesicht bei mir nicht schön finden würde. Bei meinem Gegenüber würde ich als Betrachter die Schönheit darin sicher entdecken. Flori ist für mich eine ganz außergewöhnliche junge Dame mit ausgezeichneter Beobachtungsgabe. Auch wenn sie die Schule leider nicht beendet, so hat sie doch viel gelernt und mehr Vertrauen in sich selbst gefunden.

  • Ich habe keine Ahnung, warum

    Meines Wissens ist der Grund, dass das Wort sehr dicht am amerikanisch-englischem Begriff ist und dort eindeutig als Beleidigung und Diskriminierung benutzt wird. Letztlich ist der Grund aber auch egal, wenn man weiß, dass es negativ empfunden wird. Unsere Groß- oder Urgroßeltern sind mit noch viel mehr Begriffen in gutem Glauben aufgewachsen, es hat sich seitdem aber zum Glück viel verändert. Und da man immer nur im zeitgenössischen Kontext leben kann, sind die Ausreden mit Früherem nicht sehr sinnvoll.