Sophie Bonnet - Provenzalischer Stolz

  • Klappentext:


    Die Angst geht um in der Camargue. Während Pierre Durand in einem Hausboot durch das Rhônedelta fährt, um über seine berufliche Zukunft nachzudenken, verbreitet sich ein Kettenbrief mit einer Weissagung, die den Tod dreier Sünder ankündigt. Tatsächlich wird kurz darauf ein Toter mit geschwärztem Gesicht aufgefunden. Es handelt sich um einen Kriminalbeamten, der verdeckt im Milieu der »gens du voyage« ermittelt hatte. Doch es gibt einen Zeugen, der sich an Bord von Pierres Hausboot versteckt und behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben. Der Präfekt bittet den ehemaligen Dorfpolizisten um Unterstützung. Mit Hilfe einer »gitane« versucht Pierre, dem Geheimnis der Kettenbriefe auf die Spur zu kommen. Alles deutet auf einen Konflikt zwischen den Kulturen hin, doch ein weiterer Mord rückt die Verbrechen in ein neues Licht. Pierre erkennt, dass er auf seine Intuition vertrauen muss, um zu verhindern, dass sich auch noch der letzte Teil der Prophezeiung erfüllt …


    Meine Meinung:


    "Provenzalischer Stolz" ist der siebte Band der Reihe. Die Fälle sind alle in sich abgeschlossen, sodass man die Vorgänger nicht unbedingt kennen muss. Das Privatleben der Figuren entwickelt sich aber natürlich über die ganze Reihe hinweg weiter.


    Am Anfang zeigt sich Pierre Durand von seiner menschlichen Seite. Nachdem der Bürgermeister ihn unfairerweise vom Dienst suspendiert hat, versinkt Pierre in Lethargie. Er weiß nicht, was er mit seiner Zukunft anfangen soll, wo er seinen Beruf doch so sehr geliebt hat. Ausgerechnet jetzt möchte seine Freundin Charlotte eine Familie gründen. Auch die Dorfbewohner scheinen nicht mehr hinter ihrem Ex-Polizeichef zu stehen. Da kommt ihm das Angebot, ein Hausboot zu überführen, gerade recht. Doch kaum angekommen, stößt er auf einen jungen Mann, der sich in einer der Kajüten versteckt hat. Der verstörte Louis ist in einen Mordfall verwickelt. Schon macht Pierre wieder, was er am liebsten tut: Ermitteln. Im Laufe seiner Nachforschungen stößt er auf bedrohliche Kettenbriefe und trifft eine alte Freundin wieder, die eine "gitane" ist. Er holt allerlei Informationen über religiöse Themen und über die unterschiedlichen Strömungen der "gitanes" ein. Letzteres fand ich interessant. Die Diskussionen über die Bedeutung des Kettenbriefs und die Auslegung der Bibel waren mir allerdings etwas zu weitschweifig. Die Auflösung des Kriminalfalls war aber wieder supertoll. Gut gefallen hat mir auch, dass es einen Rezeptanhang zu den leckeren Gerichten gibt, die im Buch vorkommen.


    Fazit: Ein Provence-Krimi, der im Rhônedelta und im Umfeld der "gitanes" spielt, neun Eulenpunkte.


    @SophieBonnet Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar und die Begleitung der Leserunde :blume Ich bin schon gespannt, was du im nächsten Band mit Pierre und Charlotte vorhast.


    ASIN/ISBN: B07ZTFVCF1

  • Der neue Bürgermeister von Sainte Valérie hat dafür gesorgt, dass Pierre Durand suspendiert ist. Weil er sich von seinen Freunden im Stich gelassen fühlt, leckt er seine Wunden und will auch nichts dafür tun, dass die ungerechtfertigte Suspendierung aufgehoben wird. Selbst seine Lebensgefährtin Charlotte dringt nicht zu ihm durch, er fühlt sich bedrängt. Da kommt ihm das Angebot, ein Hausboot von Saint Giles nach Bézièrs zu überführen, gerade recht.

    Ein sehr kryptischer Kettenbrief verängstigt die Menschen in der Camargue und dann gibt es einen Toten mit einem geschwärzten Gesicht. Es handelt sich um Mateo Espinas, der als verdeckter Ermittler unterwegs war. Auf dem Hausboot taucht ein verstörter junger Mann namens Louis auf, der offensichtlich Angst hat. Er behauptet sein Gedächtnis verloren zu haben. Als Pierre dann vom Präfekten offiziell wiedereingesetzt wird und an dem Fall mitarbeiten kann, kommt schnell der fähige Ermittler wieder zum Vorschein.

    Dies war mein erster Fall mit Pierre Durant und ich bedauere es, dass ich ihn zuvor noch nicht kennengelernt habe.

    Auch wenn der Kettenbrief und der Mord eine bedrohliche Atmosphäre schaffen, so verläuft der Kriminalfall doch eher beschaulich. Dazu mag die malerische Camargue beitragen, die aber auch mit Umweltproblemen zu kämpfen hat.

    Pierre wird in ein Ermittlungsteam aufgenommen, welches ihn ein wenig skeptisch betrachtet, denn er ist ja nur ein Dorfpolizist. Doch er ist fähiger Ermittler und er hat gute Kontakte. Kalia führt ihn bei den Gitanes ein, von denen viele sehr gläubig sind und einer Freikirche anhängen. Als ein weiterer Mord geschieht, lässt das die Prophezeiung aus dem Kettenbrief in einem neuen Licht erscheinen und Pierre muss Schlimmeres verhindern.

    In Sainte Valérie wird Gisèle, die Sekretärin des Bürgermeisters, misstrauisch und versucht einige Ungereimtheiten aufzuklären. Warum will Bürgermeister Marechal Pierre nicht als Polizist haben?

    Auch wenn mein Bauchgefühl mich manchmal auf die richtige Spur brachte, so gab es doch immer wieder Wendungen, die dafür sorgten, dass es spannend blieb und das Ende konnte mich dann doch noch überraschen.

    Mir hat dieser Krimi mit viel Provence-Atmosphäre gut gefallen.


    9/10

  • Titel: Provenzalischer Stolz: Ein Fall für Pierre Durand

    Autorin: Sophie Bonnet




    Broschiert: 368 Seiten

    Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (18. Mai 2020)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3764507217

    ISBN-13: 978-3764507213


    Die Angst geht um in der Camargue. Während Pierre Durand in einem Hausboot durch das Rhônedelta fährt, um über seine berufliche Zukunft nachzudenken, verbreitet sich ein Kettenbrief mit einer Weissagung, die den Tod dreier Sünder ankündigt. Tatsächlich wird kurz darauf ein Toter mit geschwärztem Gesicht aufgefunden. Es handelt sich um einen Kriminalbeamten, der verdeckt im Milieu der »gens du voyage« ermittelt hatte. Doch es gibt einen Zeugen, der sich an Bord von Pierres Hausboot versteckt und behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben. Der Präfekt bittet den ehemaligen Dorfpolizisten um Unterstützung. Mit Hilfe einer »gitane« versucht Pierre, dem Geheimnis der Kettenbriefe auf die Spur zu kommen. Alles deutet auf einen Konflikt zwischen den Kulturen hin, doch ein weiterer Mord rückt die Verbrechen in ein neues Licht. Pierre erkennt, dass er auf seine Intuition vertrauen muss, um zu verhindern, dass sich auch noch der letzte Teil der Prophezeiung erfüllt

    Inhalt: (amazon)


    Meine Meinung:

    Wieder einmal wurde ich wunderbar unterhalten, aufs köstlichste essensmäßig in Versuchung geführt und außerdem noch über ein alte Kulturlandschaft im Süden Frankreichs liebevoll und engagiert informiert.


    Pierre Durand hat Pech gehabt. Sein ehemaliger Vorgesetzter, der Bürgermeister von Saint Valérie ist voller Heimtücke. Dem kommt seine ehemalige Sekretärin Gisèle auf die Spur. Das ist allerdings eher ein Nebenschauplatz. Die Haupthandlung führt uns in den Rhone-Séte-Kanal in die Gegend um Sainte Marie de la Mère.


    Pierre, der zuvor recht deprimiert und ziellos vor sich hin gelebt hat, nicht mal seine Verlobte Charlotte an sich heran gelassen hat, wird durch den neuen Fall quasi wiederbelebt.

    Er bekommt auf Fürsprache des dortigen Polizeichefs sogar seinen alten Posten zurück. Aber das nur nebenher.

    Sophie Bonnet versteht es wieder einmal ausgezeichnet Spannung aufzubauen, uns Land und Leute nahe zu bringen ohne zu langweilen oder ausschweifend zu werden. Die Landschaft, der Duft, die Pferde, die Stiere, all das wird vor dem inneren Auge lebendig und man meint den Duft des Meeres zu riechen, den Wind durch die Haare streifen zu spüren.

    Die Protagonisten sind ja soweit schon bekannt, schön ist, dass man bei Pierre spürt, welche Entwicklung er durchmacht, wie er innerlich mit sich kämpft, aber auch Charlotte, die in der Beziehung die drängende war, geht in sich. So ist es also nicht nur ein spannender, verwicklungsreicher Kriminalfall, sondern auch eine persönliche Reife, die Pierre und letztendlich auch Charlotte weiter bringt.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Band und danke für das Leseexemplar und die lebendige Leserunde.


    8 Punkte

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Es gibt Serien, da beginnt man ein neues Buch zu lesen und fühlt sich sofort wieder wie unter Freunden. Dies ist so eine Serie. Die vorherigen Bände gelesen zu haben ist kein muss, aber einfach schön!


    Pierre hadert immer noch mit seiner Suspendierung. Seiner Partnerin Charlotte geht angesichts seiner Tatenlosigkeit so langsam das Verständnis aus, zudem sie in ihrer Beziehung gerne einen Schritt weitergehen will. Das Zusammenziehen ist für sie noch nicht der Zenit einer Beziehung - Pierre würde die traute Zweisamkeit reichen, aber sie wünscht sich eine Familie. Nachdem Pierre dann auch noch den Rückhalt der Dorfbewohner vermisst, kommt ihm das Angebot einer Hausbootüberführung ganz recht, kann er doch alleine auf dem Boot in Ruhe über seine Zukunft nachdenken.


    Nur bleibt er nicht allein: Der vermutlich unfreiwillige Zeuge eines Mordes, ein junger Ornithologe, versteckt sich auf dem Boot. Sonnenstich und Gedächtnisverlust machen ihn vorerst nutzlos für die Ermittlungen, aber er hat offensichtlich Angst und in Pierre weckt der junge Mann den Beschützerinstinkt und geradezu väterliche Gefühle. Nicht nur will er dem jungen Louis helfen, er muss auch sich und dem ermittelndem Team beweisen, dass er ein hervorragender Ermittler ist.


    Derweil fallen der Sekretärin des Bürgermeisters Ungereimtheiten auf, die in ihr einen bösen Verdacht aufkommen lassen: Wurde Pierre hereingelegt? Ist der nette Herr Bürgermeister vielleicht nur Fassade?


    Eine alte Freundin hilft Pierre bei den Ermittlungen im Umfeld des fahrenden Volkes und missionierender religiöser Pilger. Die Hintergrundinformationen fand ich sehr interessant, ebenso die Erläuterungen zum Ökosystem in der Camargue, welches ohne menschlichen Eingriff so nicht mehr existieren würde.


    Alles in allem ein sehr spannender Fall, wie gewohnt mit vielfältigen gut recherchierten Informationen zu einem interessanten Thema gespickt. Für mich der bisher spannendste Teil der Reihe. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band!


    10 Eulenpunkte von mir

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

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  • Pierre Durand in der Camargue


    Im mittlerweile 7. Band der Reihe befindet sich Kommissar Durand in einer Sinnkrise.

    Nach seiner Suspendierung hadert er mit sich selbst, seinem beruflichen Weiterkommen, seiner Beziehung zu Charlotte.

    Da kommt die Möglichkeit ein Hausboot in die Camargue zu überführen gerade recht.

    Ruhe, Zeit zum Nachdenken, Erholung, Lösungen finden - so ähnlich hatte Pierre sich das vorgestellt.

    Aber dann kommt alles anders und er landet mitten in einem Mordfall.

    Und mit einem blinden Passagier an Bord.

    Pierre wird schließlich in die Ermittlungen mit einbezogen und findet sich in einer Mischung aus religiösen Gruppen, den Gitanes, einem geheimnisvollen Kettenbrief, einer früheren Bekannten und einem Zeugen ohne Gedächtnis wieder.

    Bis zur Auflösung des Falles erfährt der Leser sehr viel Interessantes, auch über das fragile Ökosystem der Camargue, das Privatleben von Pierre spielt auch eine Rolle, ebenso die Entwicklung zu Hause - denn Pierres Suspendierung wird aufgehoben und dadurch bietet sich wieder viel Spielraum für weitere Geschichten.

    Insgesamt wurde ich wieder bestens unterhalten und freue mich heute schon auf Band 8.


    Vielen Dank für das Rezensionsexemplar und die, wie immer, tolle Begleitung der Leserunde, Sophie.:blume:wave

  • Auch mit dem siebten Fall für Pierre Durand hat Sophie Bonnet mich wieder begeistert und überzeugt.


    Von der ersten Seite an fühlte ich mich wieder daheim. Hab sie alle wiedererkannt. Die Protagonisten und die mehr oder weniger liebenswerten Dorfbewohner mit ihren Ecken, Kanten und Fehlern. Ein wahrer Krimi-Genuss.


    Diesmal entführt uns Sophie Bonnet in die wunderschöne Carmargue und ich habe dank der wundervollen bildlichen Beschreibung der Autorin noch alles vor Augen, rieche die salzige Luft, aber auch das Essen, das hier wieder einen hohen Stellenwert hat und dank der Rezepte am Ende auch wieder zum Nachkochen anregt.


    In diesem Band hat sich Sophie Bonnet der Themen gitanes, die Macht der Kettenbriefe und die Besonderheiten der Carmargue: Stiere, Naturschutzgebiet, Wasservogelwelt und das Ökosystem, die Versalzung, angenommen. Sehr gut recherchiert und durch die Hintergrundinformationen mehr als interessant, gerade in Bezug auf religöse Verstrickungen, Fabeln, Mythen, Glaubensgemeinschaften.


    Zwei Morde, die in Verbindung mit den Kettenbriefen und den gitanes gebracht werden, eine Reise von Pierre auf einem Hausboot zum Zwecke der Überführung nach Beziers und eine dadurch erhoffte Selbstfindung nach seiner Suspendierung, lassen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Ob in privater Hinsicht oder in den Mordfällen.


    Während der Überführung des Bootes gerät Pierre durch einen blinden Passagier in die Mordermittlungen, dank deren Mithilfe bei diesen, er wieder in seinen Beruf eingesetzt wird. Geschickt wie immer mit Hilfe von alten und neuen Freunden und den ortsansässigen Polizisten, kann auch dieser Fall am Ende logisch und doch überraschend gelöst werden.


    Absolut verdiente 10 Eulenpunkte und vielen Dank noch einmal für das Rezensionsexemplar und die tolle. Begleitung der Leserunde.

    :lesend Cordula Gravensteiner - Obstblütenträume

    :lesend Constanze Wilken - Die Schwestern der Villa Fiore - Biancas Geschichte

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    Hörbuch: Corina Bomann - Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis

    Hörbuch: Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

    SuB: 327

  • Zurück im Dienst


    Buchmeinung zu Sophie Bonnet – Provenzalischer Stolz


    „Provenzalischer Stolz“ ist ein Kriminalroman von Sophie Bonnet, der 2020 im Blanvalet Verlag erschienen ist. Dies ist der siebte Fall für Pierre Durant.


    Zum Autor:

    Sophie Bonnet ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Mit ihrem Frankreich-Krimi »Provenzalische Verwicklungen« begann sie eine Reihe, in die sie sowohl ihre Liebe zur Provence als auch ihre Leidenschaft für die französische Küche einbezieht. Mit Erfolg: Der Roman begeisterte Leser wie Presse auf Anhieb und stand monatelang auf der Bestsellerliste, ebenso wie die darauffolgenden Romane um den liebenswerten provenzalischen Ermittler Pierre Durand. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.


    Klappentext:

    Die Angst geht um in der Camargue. Während Pierre Durand in einem Hausboot durch das Rhônedelta fährt, um über seine berufliche Zukunft nachzudenken, verbreitet sich ein Kettenbrief mit einer Weissagung, die den Tod dreier Sünder ankündigt. Tatsächlich wird kurz darauf ein Toter mit geschwärztem Gesicht aufgefunden. Es handelt sich um einen Kriminalbeamten, der verdeckt im Milieu der »gens du voyage« ermittelt hatte. Doch es gibt einen Zeugen, der sich an Bord von Pierres Hausboot versteckt und behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben. Der Präfekt bittet den ehemaligen Dorfpolizisten um Unterstützung. Mit Hilfe einer »gitane« versucht Pierre, dem Geheimnis der Kettenbriefe auf die Spur zu kommen. Alles deutet auf einen Konflikt zwischen den Kulturen hin, doch ein weiterer Mord rückt die Verbrechen in ein neues Licht. Pierre erkennt, dass er auf seine Intuition vertrauen muss, um zu verhindern, dass sich auch noch der letzte Teil der Prophezeiung erfüllt


    Meine Meinung:

    Pierre Durant ist mir sympathisch, auch oder gerade weil er ein paar Kanten hat. Momentan ist er durch den Bürgermeister suspendiert und sein Stolz verbietet ihm, um Unterstützung zu bitten. Dies sehen aber nicht alle seiner Freunde und Bekannten so. Erfreut ergreift Pierre die Gelegenheit ein Hausboot für einen Freund zu überführen. Doch dies führt in mitten in seinen nächsten Fall. Neben atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen erfährt der Leser einiges über ethnische Minderheiten und ihr Leben in Frankreich. Auch sie sind meist stolze Menschen und ihren Traditionen verbunden. Nun gibt es wieder etwas zu tun für den Dorfpolizisten und Pierre blüht sichtlich auf. Er arbeitet mit der Kriminalpolizei zusammen, hat jedoch seine eigene Sicht der Dinge. Pierre lässt seine Verbindungen spielen und wird auch selbst aktiv. Auch im Rathaus seiner Heimatgemeinde gibt es Geheimnisse zu lüften und Pierre findet besonders in der Damenwelt rege Unterstützung. Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich, bleibt aber angenehm zu lesen. Neben dem Kriminalfall finden sich immer wieder Abschnitte, die Atmosphäre, das Leben der Minoritäten oder Entwicklungen in Sainte-Valerie als Schwerpunkt haben. Dabei bleibt die Spannung aber erhalten.

    Zum Ende hin spitzen sich die Geschehnisse zu und es gibt einen formidablen Showdown.

    Das Buch wird durch ein Glossar, ein Nachwort der Autorin und einigen Rezepten zu Gerichten aus dem Buch abgerundet.


    Fazit:

    Ein angenehm zu lesender Kriminalroman, der Spannung, Atmosphäre und Privates gekonnt mit Informationen über die Bevölkerungsgruppe der Gitanes verbindet. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Kriminalromane aus.

    :Hörbuch Lena Wolf - Ein Sommer auf Sylt

    :Hörbuch Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

    :lesend Sophie Bonnet - Provenzalischer Stolz

    :lesend Serena Kent - Tod in Saint Merlot

    :lesend Elaine Viets - Mord mit Stil

  • Provenzalischer Stolz ist der siebte Fall für Pierre Durand und spielt im Rhônetal, in der Camargue.



    Diesen siebten Band kann man problemlos unabhängig von den Vorgängerromanen lesen. Die Entwicklung der Charaktere und der Rückblick auf die Dorfbewohner von Sainte-Valérie erlebt man hautnah, wenn man von Anfang an dabei ist. Und dabei entdecke ich als Leser auch, wie vielfältig die Provence ist.





    Mit diesem siebten Fall für Pierre Durand entführt mich die Autorin Sophie Bonnet in die Camargue und ich erfahre einiges über die Hintergründe im Rhônetal. Über die Geschichte des Landes, über die Geschichte des Glaubens, über die Tierwelt - insbesondere der Wasservögel im Étang de Vaccarès - einem Teil des Naturschutzgebietes.



    Es sind in sich schon sehr spannende Themen, die Sophie Bonnet mit in diese Geschichte eingewoben hat. Dazu kommt der spannende Kriminalfall, mit dem Pierre Durand konfrontiert wird. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Pierre mit sich und seiner beruflichen Zukunft hadert und erst einmal Abstand gewinnen möchte. Ein ungebetener Gast auf dem Hausboot, das er für seine Mußestunden auserkoren hat, macht die Sache nicht einfacher. Es stellt sich heraus, dass dieser ungebetene Gast Zeuge eines Mordes gewesen war - nur leider mit einigen Gedächtnislücken.


    Auch privat scheint Pierre sich gerade von seiner Lebensgefährtin Charlotte eher zu entfernen, als mit ihr weitere Zukunftspläne zu schmieden. Noch dazu ist ein Kettenbrief im Umlauf. Die Dorfbewohner sind sehr abergläubisch, daher verbreitet sich dieser Brief in Windeseile. Die wenigsten reagieren mit Gelassenheit darauf.



    "Dabei war dieser Nostradamus ein Hochstapler und Schaumschläger sondergleichen. Ich wette, er lacht sich krumm und schief, weil er sich mit seinen Prophezeiungen den größten Witz des Jahrtausends ausgedacht hat." - Seite 128


    Wie ernst muss man die in den Kettenbriefen enthaltenen Prophezeiungen nehmen? Nach dem ersten Mord stellt sich die Frage nach dem "wie ernst" nicht mehr, sondern nur: wer ist der nächste arme Sünder und wie kann man den Mord verhindern?



    Da ist es kein Wunder, dass Pierre - auch wenn er als ehemaliger Dorfpolizist gerade vom Dienst suspendiert ist - sich die Frage stellt, ob er nicht zu nahe am Geschehen ist.



    "Nähe macht blind, so lautete eine der ersten Lektionen auf der Polizeihochschule. Je näher man dem Bösen kam, desto weniger nahm man es wahr." - Seite 150


    In den Ermittlungspausen der Kriminalgeschichte entführt Sophie Bonnet mich mit kulinarischen Köstlichkeiten und Landschaftsbeschreibungen. Beinahe kann ich die Hitze spüren an diesen heißen Tagen in der Camargue und angesichts der Köstlichkeiten läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Als besonderes Highlight sind in den kulinarischen Krimis auch immer die Rezepte am Ende des Romans abgedruckt. Eine kurze Beschreibung über die Herkunft des Gerichts und anschließend folgen Zutatenliste und Zubereitungshinweise.



    Wer möchte, kann sich also durchaus über die Kriminalgeschichte hinaus mit dem Buch befassen. Sei es, um die tollen Rezepte auszuprobieren oder um die im Buch beschriebene Gegend besser kennenzulernen.



    "Ich sage Ihnen, was gottgewollt ist: dass die Natur sich dieser schrecklichen, kopulierenden gierigen Kreatur entledigt, die sich Mensch nennt und glaubt, Gottes größtes Wunderwerk zu beherrschen." - Seite 203


    Ich hatte viel Vergnügen und Spannung pur beim Lesen von Provenzalischer Stolz. Die Informationen zur Religion und den unterschiedlichen Glaubensansichten, der wundervollen und dem natürlichen Lauf unterlegenen Region im Rhônetal, die vielschichtigen, spannenden Charaktere und der ausgeklügelte Kriminalfall sorgten für ein ausgewogenes Leseerlebnis. Nur ungern lasse ich Pierre Durand vorläufig ziehen und freue mich bereits heute auf den Folgeband. Der flüssige Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen tun ihr übriges, dass ich mich rundherum wohl fühle beim Verfolgen der umfassend recherchierten Geschehnisse in der Geschichte.



    Fazit


    Wer die Provence und seine Köstlichkeiten mag und gern spannend und informativ unterhalten wird, ist mit Provenzalischer Stolz sehr gut beraten.


    ASIN/ISBN: 978-3764507213