'Obstblütenträume' - Seiten 073 - 147

  • Hier kann zu den Seiten 73 – 147 geschrieben werden.

    (S. 73, zweiter Absatz: Zwei Tage später saß sie abends gemeinsam mit Jule beim Schmitze Jupp an der Theke... bis inkl. Seite 147: Dieser Mann wusste einfach, was sie umhaute. Paula drückte ihm noch einen herzhaften Abschiedskuss auf die Lippen, wich dabei lachend seinen flinken Händen aus und machte sich auf den Weg.)

  • Ich hab dann gestern noch den zweiten Abschnitt gelesen. Theo und Paula kommen sich näher. ICh finde ja gut, dass Paula wenigstens halbwegs über ihren Schatten springt.

    Alexander hat ja wirklich richtig Geschirr zerschmissen bei ihr, dass sie der Männerwelt generell so misstraut.

    Gut der Vater macht's nicht besser ;-)


    Glücklicherweise kommt die Mutter und rückt die Welt wieder gerade und gibt Paula auch gleich noch mit, dass sie stolz auf sie ist und sie von ihr nicht erwartet, so wie sie zu werden.

    Theo hat auch sein Päckchen zu tragen. Ich bin ja mal gespannt ob auch er nicht noch irgendwelche seltsame Verhaltensweisen an den Tag legt. Der plötzliche Weggang der Mutter wird sicher auch seine Narben hinterlassen haben.....



    Der Ausflug nach Aachen war ja mal interessant. Ich wusste gar nicht, dass es ausserhalb Bayerns auch erlaubt ist, sein eigenes Essen mitzubringen. Hier ist das ja in den Biergärten auch so, dass mein die eigene Britzzeit mitbringt

  • Wie schön, zwischen Paula und Theo hat es gefunkt. Hoffentlich kann Paula azch Nähe zulassen.

    Oh je, Theo kann einem leid tun. Ausgerechnet an so einem Abend.


    Wusste ich auch nicht, dass man sein eigenes Essen mitbringen darf. Interessant zu hören.

    Bin gespannt.

  • Es muss schlimm für Paula sein, dass ihr Vater so auf Alex´ Seite steht. Ich denke nicht, dass Paulas Mutter ihren Mann _wirklich_ umstimmen konnte.


    Theo ist mir in diesem Abschnitt viel sympathischer geworden und er tut mir leid: nicht nur, dass seine Mutter die Familie verlassen hat, sein Vater ist darüber auch noch zum Alkoholiker geworden...auch ich denke, dass es mit dieser Ausgangslage noch Probleme in Theos Beziehung zu Paula geben wird.

    Liebe Grüße von Ronja :flowers


    ~Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen.~ (Virginia Woolf)

  • S. 74: „Sie hatte den elterlichen Hof damals gar nicht schnell genug verlassen können und verstand einfach nicht, was Paula an der harten körperlichen Arbeit und dem einfachen Leben gefiel, dem sie bewusst entflohen war.

    Tja, diese gegenläufige Bewegung scheint es öfters zu geben, auch im realen Leben. Meine Frau und ich sind vor Jahren ganz bewußt weg aus dem Ballungsgebiet Rhein-Main hierher in die „Provinz“ gezogen, u. a. weil wir aus diesem (geistigen) Großstadtklima weg wollten. Unsere Tochter wiederum scheint es eher in die Großstadt zu ziehen. Ob sie diesem „Zug“ nachgibt, wird die Zeit zeigen. Aber interessant ist das schon.


    Teestunde bei Mama (vgl. S. 98) - :chen . Wenn also künftig Tee angesagt ist, kommt irgend etwas mehr oder weniger Wichtiges. :grin Die Mutter scheint jedenfalls bedeutend mehr Vertrauen in ihre Tochter zu haben als der Vater. Und vor allem akzeptiert sie offensichtlich, daß ihre Kinder ihren eigenen Weg gehen müssen - und nicht den, welche die Eltern (bzw. der Vater) sich als den einzig richtigen vorstellen.


    (...) und so provinziell.“ (S. 101) Manche Menschen können sich anscheinend wirklich nicht vorstellen, daß es andere gibt, die genau da wohnen wollen: in der Provinz. Dabei hat die auch ihr Gutes. Um nichts in der Welt möchte ich wieder in einem Ballungsgebiet leben, auch wenn ich manchmal vielleicht etwas mehr Kulturelles ganz schön fände. Aber Kassel ist gerade mal 15 km weiter, als es früher Frankfurt/M. war. Und mit dem inzwischen eingeführten Fahrplan könnte ich sogar ins Staatstheater mit dem Zug fahren, und es wäre kaum teurer (eher billiger) als früher nach Frankfurt in die Oper (wenn nicht gerade Corona wäre...).


    Insofern finde ich es sehr schön, mal einen deutschen Roman zu lesen, der nicht in einer Großstadt angesiedelt ist. Da deutsche Filme oft so problembeladen sind, sehe ich meist amerikanische (trotz Trump). Und da sind mir mit die liebsten, die in einer Kleinstadt (was Amis halt so als Kleinstadt bezeichnen) spielen. An die dort erzeugte Stimmung erinnert mich das Buch (und das meine ich jetzt im sehr positiven Sinne!).


    Zwischenzeitlich nähern Paula und Theo sich an - wurde ja auch Zeit. :grin Jetzt müssen „nur noch“ die äußeren wie inneren Widerstände und Schwierigkeiten überwunden werden. Und das sind anscheinend einige. Davon abgesehen, daß beide anscheinend schlechte Beziehungserfahrungen haben, bei Paula bisher vor allem die unsichere Finanzierung, und bei Theo der Vater.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Mir gefällt, dass nun Paulas Mutter auf dem Hof angekommen ist UND ihrer Tochter versichert, dass sie hinter ihr steht und bestärkt ihren Weg zu gehen. Das ist für Paula wichtig. Auch hat mir sehr gut gefallen, dass es in Aachen in der Kneipe üblich und erlaubt ist, sein Essen mitzubringen. Wirklich schöne Idee und der Inhalt von Theos Korb wird verlockend beschrieben. Da möchte man auch mitessen.


    Jetzt weiß ich auch mehr zu Theo und es ist auch mal gut, in einem Roman zu lesen, dass eine Mutter ohne ein Wort ihre Familie verlässt und welche Auswikungen dies hat. Was für ein doofer Zeitpunkt, ausgerechnet zum ersten Kuß holt Theo der Anruf ein, seinen Vater mal wieder aus der Kneipe abzuholen. Das nennt man wirklich Leben.

    Der Roman und ich tun uns ansonsten etwas schwer miteinander, der Text wirkt in manchen Bereichen auf mich sperrig. Es liegt teilweise an den m. E. nach sehr vielen langen Sätzen, unterteilt von Kommas. Mir fallen Sätze auf, in denen ein Komma gesetzt wird und dann geht es mit "und" weiter. Da fände ich einen neuen kürzeren Satz durchaus manchmal ratsamer. Dies bremst mich im Lesefluss, wie ich auch kein Freund von Sätzen bin, die mit "Und" anfangen.


    Paula ist mir auch immer noch nicht ans Herz gewachsen, - Theo schon- sondern zuweilen nervt sie mich. Gerade jetzt bei ihrem Date, als sie auf kurze Fragen von Theo, viele Sätze antwortet, die sich für mich emotionslos, wie auswendig gelernt, anhören. Keine Ahnung, warum ich gerade so kritisch bin!


    Hinzu kommt zwischenzeitlich Verwirrung, wie z.B. auf S. 111, als Paula hofft, ihre Freundin Lisa hätte Zeit auf eine Kaffeepause. Mein Gedanke war "ganz schön spät für Kaffee" und meine, sie will sich mit Lisa abends noch treffen. S. 113 sind für mich die Vorbereitungen fürs Ausgehen beschrieben, bis ich das Wort Nachcreme lese, S. 114 klingelt Paulas Handy und erst eine Seite später, steht endlich mal der Name der Anruferin: Lisa!

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Der Ausflug nach Aachen war ja mal interessant. Ich wusste gar nicht, dass es ausserhalb Bayerns auch erlaubt ist, sein eigenes Essen mitzubringen. Hier ist das ja in den Biergärten auch so, dass mein die eigene Britzzeit mitbringt

    In dieser speziellen Kneipe ist es erlaubt. Sie haben zwar auch eine Kooperation mit den umliegenden Restaurants, aber man kann sein Essen auch selbst mitbringen :)

  • Der Roman und ich tun uns ansonsten etwas schwer miteinander, der Text wirkt in manchen Bereichen auf mich sperrig. Es liegt teilweise an den m. E. nach sehr vielen langen Sätzen, unterteilt von Kommas. Mir fallen Sätze auf, in denen ein Komma gesetzt wird und dann geht es mit "und" weiter. Da fände ich einen neuen kürzeren Satz durchaus manchmal ratsamer. Dies bremst mich im Lesefluss, wie ich auch kein Freund von Sätzen bin, die mit "Und" anfangen.

    Nun treffen "Welten" aufeinander - bei mir ist das genau andersherum. Je länger die Sätze, umso lieber lese ich, umso eher und besser stellt sich bei mir der Lesefluß ein. Kurze Sätze wirken auf mich abgehackt und lassen mich im Lesen immer wieder stocken. Ich bin jetzt mal faul und zitiere aus einer Rezi zu einem Buch, das im Wesentlichen in relativ kurzen Sätzen geschrieben ist:

    "Die zumeist kurzen Sätze ließen bei mir sich keinen rechten Lesefluß einstellen, auch empfand ich den Stil als recht nüchtern; „holzschnittartig“ habe ich zum Oroszlany-Buch geschrieben, und genau so empfand ich es auch hier."

    Ein Buch, das in kurzen Sätzen geschrieben ist, kommt bei mir so an, wie in dieser Rezi geschildert.


    Und nun gilt mein Bedauern der Autorin, die mit so widersprechenden Aussagen zurecht kommen muß. ;-) :-)

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Normalerweise bin ich auch ein Freund langer Sätze, guter Beschreibungen. Grundsätzlich ziehe ich die Langsatz-Erzähl-Schreibe vor, statt vielen kurzen und nüchternen Sätzen. Doch bei diesem Buch mache ich für mich den kleinen Störfaktor aus, gerade bei den "..., und..." & ". Und...."-Konstrukten. Ich hake mehr im Text fest und merke, dass ich langsamer vorankomme als sonst. Ganz komisch und weil man das Buch in einer LR liest, fasst man sein pers. Unbehagen eben in Worte.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Ganz komisch und weil man das Buch in einer LR liest, fasst man sein pers. Unbehagen eben in Worte.

    Schon, aber dafür sind Leserunden mit Autorenbegleitung doch da?! Das Leseexemplar wird mit einer Rezension sowie ehrlichen Rückmeldungen "bezahlt", dann haben auch Autorin und Verlag etwas davon. Ich habe mich zwar mit solchen Meinungsäußerungen schon in die Nesseln gesetzt, aber von lauter "Hurraposts" hat die Autorin auch nix; solange man in einer sachlichen Sprache schreibt (und das versuche ich immer) ist das für mich einer der wesentlichen Gründe für eine LR mit Autorenbegleitung.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Ich bin jetzt auch mit dem zweiten Abschnitt durch und bin nun auch richtig "drin".


    Die Teestunde mit der Mutter hat mich auch amüsiert nach dem Motto: wenn Mutter zum Tee bittet, weißte Bescheid... dann wird Tacheles geredet. Mir gefällt auch gut, daß Paulas Mutter ihren Weg gutheißt und sie ermutigt, sie selbst zu sein.


    So wie es aussieht, hat auch Theo sein Kreuz zu tragen. Ich bin gespannt, ob es später noch eine Erklärung zum plötzlichen Abschied seiner Mutter geben wird, oder ob ihr Anteil an dieser Geschichte damit auserzählt ist. Vom Vater werden wir ganz sicher noch hören.


    Ansonsten mag ich den Stil gerne, er läßt sich gut weglesen - aber der Roman hätte durchaus ein paar Textabsätze mehr vertragen können. Aber das ist wie gesagt kosmetisch und keine "schlimme" Kritik.


    Das Leben auf dem Hof liest sich für mich sehr idyllisch und naturverbunden ... klar, da ist noch das finanzielle Damoklesschwert - aber dafür findet sich mit Sicherheit noch eine Lösung.


    Paula scheint sich ja für ihren Ex ganz schön verbogen haben und wurde von ihm ganz schön untergebuttert. Der wird sicher auch noch eine Rolle spielen oder gar einen Auftritt haben. Man darf gespannt sein... :)

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Mir fällt es schwer, die Einteilung der LR zu finden, ich lese einfach und versuche am richtigen Ort meinen Senf dazu zu geben.


    Am besten gefällt mir die Mémère, für Paula und Theo brauche ich noch etwas Zeit. Auch spukt mir in Hinterkopf dieser Alex rum, Paula denkt so viel an ihn, wird der doch nicht plötzlich auftauchen.


    Bei der Beschreibung der Blockhütten habe ich kurz gestutzt. Unten schlafen und im 1. Stock Küche und Wohnzimmer?


    Der Abschnitt mit der Teerunde fand ich amüsant, bei mir gibt Tee zu jeder Tages- und Nachtzeit :grin

  • Bei der Beschreibung der Blockhütten habe ich kurz gestutzt. Unten schlafen und im 1. Stock Küche und Wohnzimmer?

    Ich hab das so verstanden, dass die Häuser an einem Hang stehen und man da vom oberen Stockwerk aus dann den besseren Ausblick hat.... Ansonsten ist das für deutsche Häuser tatsächlich ein wenig schräg....

  • Ach, über die Raumaufteilung hab ich mir auch eins gegrinst ... daß es wegen der Aussicht so ist, war mir gleich klar.


    Aber da wir zuhause auch eine etwas originellere Raumaufteilung haben (Esszimmer im EG, Küche im 1. OG, Wohnzimmer im 2. OG ... hat "historische" Gründe), hat es mich amüsiert, so etwas auch mal woanders (und sei es auch "nur" in einem Buch) zu erleben... Normal kann ja schließlich jeder! :lache

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Also das mit den langen Sätzen ist mir persönlich nicht aufgefallen. Da achte ich ehrlich gesagt auch gar nicht drauf, vor allem, wenn sich das Buch so gut weglesen lässt. Und das tut es.


    Schön, dass Paulas Gefühle nicht einseitig sind und Theo sie erwidert. Ich finde, sie passen toll zusammen. Und er scheint das Gegenteil von Alexander zu sein. Vielleicht hat sie ja mehr Glück mit Theo. Ich bin gespannt, ob Alexander vielleicht noch mal auftaucht.


    Aber auch Theo hat es nicht leicht mit seinem Vater. Ja, die Väter. Seiner ist wieder ganz konträer zu Paulas Vater. Paulas Vater ist wirklich eigen. Wenigstens ist die Mutter stolz auf ihre Tochter und deren Entscheidung. Die Teestunde hat mir gefallen.


    Eine tolle Idee mit dem Restaurant, dass man sein Essen mitbringen kann. Hier gibt es so was überhaupt nicht. Jedenfalls kenne ich so etwas nicht.


    Ich finde die Idee mit der Aufteilung in den Blockhäusern gar nicht schlecht. So kann man wirklich den Ausblick genießen. Ich hoffe, Paula findet schnell eine Lösung für die finanziellen Probleme. Wenn die Häuser erstmal fertig sind, geht es hoffentlich aufwärts. Von dem bißchen Käseverkauf kann sie bestimmt noch nicht mal die laufenden Kosten tragen.


    Ich bin jetzt mittendrin und voll dabei und bin sehr gespannt wie es weitergeht.

    :lesend Pierre Lagrange - Düstere Provence

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    Hörbuch: Petra Durst-Benning - Die Fotografin - Die Welt von Morgen

    Hörbuch: Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

    SuB: 324

  • Also, hier (in Franken ;-) ) gibt es einige Biergärten, in die man seine Vesper selbst mitbringen kann. Bei einigen großen Biergärten gibt es einen abgeteilten Bereich mit Speisekarte und Bedienung und einen großen Garten, in dem man sich selbst an Theken oder Hütten seine Getränke holen kann oder z.B. auch Bratwurstsemmeln ... oder eben sein Brot auspacken darf.


    Ich muß aber gestehen, ich habe keine Ahnung, woran man diese Biergärten "erkennt".

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)