'Die Forscherin. Pinzessin Therese und der Ruf des Amazonas' - Seiten 099 - 187

  • Nun geht es also richtig los mit der Reise auf dem Amazonas, das fand ich sehr interessant. Die Gruppe ist ja richtig gut vorbereitet, nur das mit dem Floß hat der Reisemarschall mit seiner Sparsamkeit beinahe versemmelt. Ein Glück, dass Max doch recht patent ist. Der gefällt mir richtig gut.

    Und auch Kitó mag ich, ich denke er gibt Therese noch einmal einen anderen Blick auf die Natur des Landes. Ich bin gespannt, ob er sich noch weiter öffnet und wir noch mehr über ihn und seine Geschichte erfahren.


    Die Costas sind ja ein tolle Familie. Gerade der Vater, der sich keine Sorgen macht, was später einmal mit seinem Besitz geschieht und auch kein Problem damit hat, wenn die Plantage irgendwann wieder Teil des Urwalds wird. Ich fand die Einstellung, dass wir da nur zu Gast sind, sehr beeindruckend für einen Mann seiner Zeit.


    Veronika scheint mir ein wenig naiv geblieben zu sein. Ich denke ihr Mann hat Probleme mit seinen Kriegserlebnissen und sie versteht es nicht, weil er doch erfolgreich war. Ich denke die Kriegsgräuel sind komplett an ihr vorbei gegangen. Im Gegensatz zu Therese, die ein Lazarett geleitet hat und dabei sicher viel mitbekommen hat, was die Männer bedrückt hat.

    Und auch die Ansicht, dass ihre Tochter nicht studieren soll, weil sie dann ja keine Mann bekommt. Da ist Veronika deutlich älter in ihren Ansichten als Therese. Aber die ist ja mit ihren Studien scheints glücklicher geworden als mit irgendeinem Mann.


    Die Szene in dem Kanu auf dem See fand ich ganz wundervoll, das konnte ich mir super vorstellen. Meine beste Freundin lebt ja am Bodensee, daher kenne ich die Gegend. Ich bin immer ganz neidisch, dass sie da leben darf....

  • Zum Glück ist ja heute Feiertag und deswegen konnte ich den zweiten Abschnitt auch schon beenden.

    Der Roman gefällt mir nach wie vor wahnsinnig gut. Vor allem die Szenen in Brasilien auf der Reise sind so lebhaft und anschaulich geschildert, dass ich mir wirklich vorkomme, als wäre ich dabei. Ach, ich bekomme so Fernweh bei diesem Roman und möchte am liebsten auch sofort in den Regenwald reisen:-]

    Warst Du denn selbst schon mal am Amazonas Katharina_Innig ? Du schilderst alles so anschaulich, als hättest Du selbst die Reise schon mal unternommen.

    Ein bisschen gruselig fand ich die Szene, als die Reisegesellschaft auf die verlassene Yanomami-Maloca im Urwald gestoßen sind. Und dann Kito berichtet, dass dieser Stamm immer die Totenasche mit gekochten Bananen zusammen isst. Das ist auf der einen Seite super interessant, aber ich könnte mir das gar nicht vorstellen.


    Aber auch die Abschnitte in Lindau gefallen mir gut. Ich mag Thereses wortkarge Angestellte Gunda irgendwie. Ich finde es schön, was sie für Sagen über den Bodensee weiß, zum Beispiel die Geschichte mit dem Nebelmännle.

    Veronika kommt mir auch sehr naiv in ihrer Denkweise vor. Und ihre Ansichten bezüglich ihrer jüngsten Tochter sind ja sehr rückständig.


    Da ist Veronika deutlich älter in ihren Ansichten als Therese. Aber die ist ja mit ihren Studien scheints glücklicher geworden als mit irgendeinem Mann.

    So wie ich es verstanden habe, hat Therese immer nur ihren Otto geliebt und hätte ihn wohl auch sehr gerne geheiratet, wenn er nicht psychisch krank geworden wäre. Ich glaube schon, dass sie auf der einen Seite sehr traurig ist über diese unerfüllte Liebesgeschichte. Aber sie hat sich wohl mit ihren ganzen Wissenschaften einen Ersatz dafür geholt und ist damit wohl auch mehr als zufrieden.

  • Jetzt geht's richtig los am Amazonas entlang. :)

    Rouge Nein, ich muss gestehen, dass ich noch nie am Amazonas war. Ich hätte es auch für das Buch nicht nachholen können, weil von der Idee bis zum Abgabetermin alles in die Coronazeit fiel. Aaaaber ich habe glücklicherweise gleich zwei Bekannte, die schon einmal für längere Zeit in Brasilien gelebt haben. Einer hat dort bei einem sozialen Projekt in den Favelas gearbeitet und einer tatsächlich im Regenwald!

  • streifi Stimmt, Veronika ist aus heutiger Sicht wirklich total altmodisch, was ihre Ansichten zum Frauenstudium und so weiter angehen! Ich wollte Therese da einfach auch ein Gegengewicht geben, zumal sich solche Einstellungen ja wirklich gruselig lang gehalten haben. Klar, nicht überall. In den 1920er Jahren gab es ja schon einige Studentinnen, aber besonders durchgesetzt hatte es sich halt doch noch nicht. Bestimmt gab es auch andere Familien, aber zumindest meine beiden Omas haben selbst noch in den 1950er Jahren weder eine Ausbildung noch ein Studium gemacht, "weil sie ja sowieso heiraten werden." Gott sei Dank ist es mittlerweile so viel anders geworden. :)

  • Die Amazonas- Beschreibungen hätten dir auch mit eigener Reiseerfahrung nicht besser gelingen können, ganz toll geschrieben.

    Die Abschnitte am Bodensee finde ich auch toll.

    Veronika ist in ihrer Einstellung wirklich das Gegenteil von Therese, ich hätte ja doch gedacht, dass diese Bekanntschaft und die Reise deutlichere Spuren hinterlassen hätte.

  • Veronika kommt mir auch sehr naiv in ihrer Denkweise vor. Und ihre Ansichten bezüglich ihrer jüngsten Tochter sind ja sehr rückständig.

    Ich glaube, dass sie damals gar nicht so rückständig war sondern hier immer noch die Meinung der Mehrheit vertritt. Und nicht nur die der männlichen Mehrheit sondern durchaus auch die weibliche. Meine Mutter kommt ja vom Land und bei ihr war es auch in den 60er Jahren nicht üblich, dass Frauen studiert haben. Die gingen eher auf eine Hauswirtschaftsschule. Und ja, viele haben jung geheiratet und sind dann mit Heim und Kind beschäftigt gewesen.


    Therese war ihrer Zeit wohl erstens weit voraus und hatte durch ihre Stellung und den nachsichtigen Vater die Möglichkeit zu Dingen, die der normalen Frau noch weitgehend verwehrt waren. Ich habe mir jetzt eine kurze Hörsendung vom WDR über Therese angehört und ein paar Dinge nachgeschlagen. Die Sendung kann ich empfehlen. Sie befasst sich viel mit ihrer Jugend und das ist für die Geschichte hier gar nicht so schlecht, wenn man das weiß.

    hier gehts zur Hörsendung vom WDR

    Hollundergrüße :wave




    :lesend


    Mary Robinette Kowal - Für die Sterne bestimmt

    Frank Schätzing - Der Schwarm

    Melanie Metzenthin - Mehr als die Gerechtigkeit (ab 10.2.)


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Die Amazonas- Beschreibungen hätten dir auch mit eigener Reiseerfahrung nicht besser gelingen können, ganz toll geschrieben.

    Die Abschnitte am Bodensee finde ich auch toll.

    Ich bin auch total begeistert von den Beschreibungen. :anbetMan kann sich das alles so gut vorstellen. Als wäre man mit dabei gewesen. Ich staune ja, wie gut das alles funktioniert. Wenn man die einfachen Mittel bedenkt, mit denen die Gruppe ja nur ausgestattet ist. Und alle machen gut mit. Trotz ihrer Unterschiede eine wunderbare "Forschertruppe".



    Ein Glück, dass Max doch recht patent ist. Der gefällt mir richtig gut.

    Max ist sowieso mein stiller Held. So herrlich pragmatisch und zupackend. :love:

    Hollundergrüße :wave




    :lesend


    Mary Robinette Kowal - Für die Sterne bestimmt

    Frank Schätzing - Der Schwarm

    Melanie Metzenthin - Mehr als die Gerechtigkeit (ab 10.2.)


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Aber auch die Abschnitte in Lindau gefallen mir gut. Ich mag Thereses wortkarge Angestellte Gunda irgendwie. Ich finde es schön, was sie für Sagen über den Bodensee weiß, zum Beispiel die Geschichte mit dem Nebelmännle.

    Das finde ich Klasse, dass auch in Deutschland spannendes zu erfahren ist. Das ist wirklich gut gemacht. Oft hadere ich ja bei Büchern, die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen sind, mit einer der beiden, weil sie oft nicht so interessant anmuten. Das ist hier gar nicht so. :)

    Hollundergrüße :wave




    :lesend


    Mary Robinette Kowal - Für die Sterne bestimmt

    Frank Schätzing - Der Schwarm

    Melanie Metzenthin - Mehr als die Gerechtigkeit (ab 10.2.)


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Oh mann, vielen lieben Dank für die Komplimente!:)


    Super, dass du den Link zur Sendung gepostet hast, hollyhollunder ! Du hast total recht: Dadurch dass die Geschichte erst beginnt als Therese schon Ende 30 ist, habe ich wirklich so einiges unterschlagen, was sie in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hat, wovon diese früheren Jahre an Schwierigem geprägt waren... in der Sendung ist das super zusammengefasst.


    Mich hat auch immer wieder fasziniert, wie großzügig Thereses Vater mit ihrer Reiselust war. Er ist zwar ja selbst als junger Mann gereist und konnte bestimmt ihr Fernweh nachvollziehen. Aber als Vater und Regent hätte er sich ihr gegenüber in dieser Zeit trotzdem viel strenger verhalten können. Dass er sich dagegen entschieden hat, zeigt für mich, wie liebevoll sein Verhältnis zu ihr war.

  • Ich glaube, dass sie damals gar nicht so rückständig war sondern hier immer noch die Meinung der Mehrheit vertritt. Und nicht nur die der männlichen Mehrheit sondern durchaus auch die weibliche.

    Ja Du hast wahrscheinlich recht. Ich lese das Buch natürlich aus unserer heutigen Sichtweise. Aber damals war das allgemeine Verständnis davon, wie der Lebensweg einer Frau aussehen sollte bestimmt noch ein anderer.


    Danke auf jeden Fall für Deinen Link :knuddel1 Das werde ich mir auf jeden Fall anhören. Therese ist ja eine super interessante und spannende Frau, die wahnsinnig viel erlebt hat. Es ist toll über ihre Leben noch mehr zu erfahren.:)

  • Stimmt, Veronika ist aus heutiger Sicht wirklich total altmodisch, was ihre Ansichten zum Frauenstudium und so weiter angehen! Ich wollte Therese da einfach auch ein Gegengewicht geben, zumal sich solche Einstellungen ja wirklich gruselig lang gehalten haben.

    Ich finde es sehr gut, dass nicht nur die für ihre Zeit sehr moderne und fortschrittliche Therese vorkommt, sondern auch die Ansichten einer "ganz normalen" Frau und Mutter, die sicher sehr viel mehr in die Zeit passen als Thereses Fortschrittgedanken. In der Literatur tauchen ja ganz oft die taffen, fortschrittlichen Damen auf und das kann das Geschichtsbild auch verzerren. Von daher: alles richtig gemacht (zumindest für mich). :grin


    Die Gruppe ist ja richtig gut vorbereitet, ...

    Gut vorbereitet, ja, was die Ausrüstung angeht, aber zum Teil war ich wirklich erstaunt über die Naivität, ohne einheimischen Führer in den Dschungel zu gehen. Kito wurde ihnen ja mehr oder weniger aufgedrängt. Wahrscheinlich bin ich ja viel zu viel Angsthase, aber allein die Vorstellung, was ihnen da ohne kundige Begleitung alles passieren hätte können ..... für mich unvorstellbar!


    Das finde ich Klasse, dass auch in Deutschland spannendes zu erfahren ist. Das ist wirklich gut gemacht. Oft hadere ich ja bei Büchern, die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen sind, mit einer der beiden, weil sie oft nicht so interessant anmuten. Das ist hier gar nicht so. :)

    Ich habe mir auch gedacht, dass hier beide Zeitebenen sehr gut ausgewogen nebeneinanderstehen. Was eine umso größere Kunst ist, da es ja am Amazonas weitaus mehr Interessantes gibt als im beschaulichen Lindau. Dennoch finde ich auch diese Passagen ganz wunderbar und - wie hollyhollunder schreibt - es gibt immer was Neues zu lesen. :anbet Sehr überraschend, aber wirklich gut!

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Ich habe mir jetzt eine kurze Hörsendung vom WDR über Therese angehört und ein paar Dinge nachgeschlagen. Die Sendung kann ich empfehlen. Sie befasst sich viel mit ihrer Jugend und das ist für die Geschichte hier gar nicht so schlecht, wenn man das weiß.

    hier gehts zur Hörsendung vom WDR

    Vielen, vielen herzlichen Dank für den Link, den werde ich mir auf alle Fälle anhören! :thumbup:

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Ich habe mir auch gedacht, dass hier beide Zeitebenen sehr gut ausgewogen nebeneinanderstehen

    Das finde ich auch super in diesem Roman. Ganz oft ist es bei Büchern so, dass mich der Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt nicht so fesseln und berühren kann, wie die Abschnitte in der Vergangenheit. Aber hier habe ich wirklich beide Ebenen gleich gerne gelesen und fand es sehr ausgewogen. :-]

  • Es ist ja wirklich entsetzlich, wie ich hinterherhinke - aber dafür freut Ihr Euch wahrscheinlich besonders, mal wieder etwas von mir zu hören :achtungironie ...

    Ich bin immer noch vollkommen begeistert von diesem Buch: die Beschreibungen des Regenwaldes, des Amazonas, aber auch die Erlebnisse in Lindau - ich habe immer das Gefühl, mittendrin zu stehen und Therese über die Schulter zu gucken... Aber auch in die wunderschöne Ausdrucksweise habe ich mich etwas verliebt, als Beispiel auf S. 117 unteres Drittel: die Beschreibung der verschiedenen Grüntöne und anschließend "...Lianen winden sich um die Stämme, hangeln sich von Baum zu Baum, umschlingen die Sträucher und Farne, verbinden alles zu einem einzigen Ganzen." In solche Sätze könnte ich mich förmlich reinsetzen (na ja, etwas komisches Bild, aber Ihr versteht vielleicht, was ich meine...), ich lese sie mehrmals und lasse sie mir quasi auf der Zunge zergehen...

    Ich denke immer, dass irgendwann vielleicht mal der Punkt kommen müsste, in dem mich das ganze "Pflanzen- und Tiergesammel" langweilen würde - aber nein, genau das Gegenteil ist der Fall, ich nehme Thereses Abenteuerlust wahr und kann sie gut nachvollziehen - ich warte auch immer darauf, was nach der nächsten Biegung passiert...

    Familie Costa habe ich sofort in mein Herz geschlossen, natürlich vor allem Senhor Costa mit seinen pragmatischen Überlebenswillen mitten im Regenwald, aber auch Mariana ringt um meine Bewunderung: sechs Kinder in dieser Ödnis großgezogen, mitten im Nirgendwo - fantastisch. Klar, Reichtümer sind damit nicht zu machen, aber dieses Ehepaar strahlt so eine Zufriedenheit aus... Ihre Kinder (natürlich) nicht, Luz Wunsch, ihren Geschwistern so schnell wie möglich "in die große weite Welt" zu folgen, kann ich sehr gut nachvollziehen...

    Aber auch den Strang, der in Lindau spielt, mag ich sehr, die unterschiedlichen Wesen von Therese und Veronika sind herrlich ausgearbeitet (ich habe fast schallend gelacht, als Veronika auf S. 180 erklärte, sie verschenke lieber Socken zu Weihnachten als einen Kreta-Wasserfrosch!!!), auch die Ansichten der beiden: so ist Veronika nicht zufrieden mit ihrer Tochter, die studieren möchte, während für Therese dieser Wunsch eigentlich der selbstverständlichste der Welt ist... Aber Veronika hat mich dann doch überrascht, als sie vorschlug, mit dem Brasilen-Kanu auf den Bodensee zu rudern...Gunda mag ich auch "Raue Schale, weicher Kern" -überhaupt hat es Therese mit Gunda und Martin sehr gut getroffen...

    So, ich muss wieder mal los - später kommentieren ich die Beiträge meiner "Vorrednerinnen"...

  • Ach, das macht doch gar nichts mit dem Spät-dran-sein Sonnenschein12 . Ich lese auch weiterhin gern mit. :) Vielen Dank für deine Eindrücke bisher! Was mich besonders geehrt hat: Dass dir manche Sätze so gefallen. Ich kenne das von mir selber, wenn ich andere Bücher lese und dass es jetzt jemandem so mit meinem Buch geht, ist Wahnsinn! :) Dankeschön.

    Oh ja, die Costas! Ich wohne selber auf dem Dorf und bin auch dort aufgewachsen. Ein bisschen habe ich mir das Gefühl ihrer Teenager-Tochter vorgestellt wie meines früher, wenn man einfach nirgendwo hinkam und dachte, wo anders ist alles viel aufregender. ^^ Aber die Einsamkeit in solchen abgelegenen Regionen wie am Amazonas - oder auch zum Beispiel in Teilen von den USA oder Kanada - ist ja so viel extremer als hier! Dagegen ist es in Deutschland selbst im ländlichsten Eck noch "überfüllt".

  • auch kein Problem damit hat, wenn die Plantage irgendwann wieder Teil des Urwalds wird. Ich fand die Einstellung, dass wir da nur zu Gast sind, sehr beeindruckend für einen Mann seiner Zeit.

    Ja, das fand ich auch eine erstaunliche Einstellung - eigentlich vollkommen "unpassend" für die Zeit... Aber ich denke, es hat vermutlich mit seinem tiefen Glauben zu tun... Mir gefiel die Stelle sehr gut, als er im "Akkord" seine Kinder taufen lies...

    Vor allem die Szenen in Brasilien auf der Reise sind so lebhaft und anschaulich geschildert, dass ich mir wirklich vorkomme, als wäre ich dabei

    So geht es mir auch...

    Aber sie hat sich wohl mit ihren ganzen Wissenschaften einen Ersatz dafür geholt und ist damit wohl auch mehr als zufrieden.

    Ich bin mir nicht sicher, ob Therese in einer Ehe glücklich geworden wäre, zumindest nicht unter den damaligen Ehe-"Bedingungen"...

  • Ich glaube, dass sie damals gar nicht so rückständig war sondern hier immer noch die Meinung der Mehrheit vertritt.

    Diese Meinung hat sich ja wirklich noch sehr lange gehalten... Das "Frauen heiraten ja doch" war ja wirklich ein "Totschlag"-Argument - aber wie Du sagst: sehr viele Frauen haben es auch selbst verinnerlicht!

    hier gehts zur Hörsendung vom WDR

    Das werde ich mir mit Sicherheit anhören! Vielen Dank, dass Du darauf aufmerksam gemacht hast!

  • Ich hinke auch sehr hinterher. Die Arbeit hat mich wieder, und das Lesen ist eindeutig zu kurz gekommen.

    Ich fühle mich in beiden Zeitebenen sehr wohl. Ich finde auch den Kontrast toll. Hitze in Brasilien und am Bodensee ist fast Weihnachten. Und ja, Thérèse hat recht, Schnee kann man riechen :write

    Thérèse ist an allem interessiert, was sie in Brasilien vor die Augen bekommt. Und alle helfen mit, dass die Expedition ein Erfolg wird. Pflanzen pressen, Schmetterlinge fangen und stundenlang durch den Urwald stiefeln. Gerade für die Frauen muss das doch in ihren umständlichen Kleidern eine Plage gewesen sein.

    Die Costas sind einfach nur herzlich <3

    Und Senor Costa war bestimmt froh, seine Geschichten mal "neuen Ohren" zu erzählen.


    Ach Veronika, sie kann einfach nicht verstehen, dass ihre jüngste Tochter studieren möchte und so gar nicht von ihren Plänen für sie begeistert ist. Schön fand ich den Dialog, als Veronika meinte, sie wolle nur, dass ihre Tochter glücklich wird. Und Thérèse meint, dass sie vielleicht im Studium glücklich wird. Vielleicht schafft es Thérèse sogar, Veronika umzustimmen :wave