'Freitags bei Paolo' - Seiten 001 - 103

  • Waren die echt so jung?:yikes Dann hab ich das Alter überlesen, Schande über mich.

    Falls ja, finde ich Zahl schon auch - nicht niedrig. ;-)

    Das Buch spielt da doch 2000 und nicht in den 68ern.:lache

    Vielleicht leb ich aber auch auf dem Mond, auf dem Dorf auf jeden Fall. ;-)

    Das Alter wird klar, als sie über die Frauen in den Vierzigern nachdenkt, die mit ihren Hunden allein sind:


    Marie, die über zwanzig Jahre jünger war und die von einer wirklich netten neuen Bekanntschaft zu Hause

    im warmen Bett erwartet wurde, empfand Mitgefühl.


    Aber auf mich wirkt sie irgendwie älter, ohne dass ich genau festmachen kann, woran das liegt. Tatsächlich ist sie ja noch Studentin. Möglicherweise hat gerade die sexuelle Erfahrenheit etwas damit zu tun (die mir auch eher fremd ist - bin wohl auch vom Dorf ;-) )


    Die Szene mit dem Zwerg fand ich gut, gerade weil ich diese Art Mütter viel zu oft live erleben durfte. Und ich finde schon, dass diese unzusammenhängenden Gedanken während ihrer Joggingrunde völlig ok sind. Es ist ja nur etwas, was ihr kurz durch den Kopf schießt, für uns Leser aber erklärt werden muss.


    Auch ich war ein wenig verwirrt darüber, dass der Tod von Bollo keine emotionale Krise ausgelöst hat. Wird die hier nur nicht erwähnt oder verdrängen die beiden das?


    Ich habe übrigens inzwischen vom Hörbuch weggewechselt auf das eBook, im Wesentlichen, weil ich ständig das Gefühl hatte, etwas nicht mitbekommen zu haben (der Antrag, obwohl ich der Meinung war, die beiden sind bereits verheiratet, der Zeitpunkt des Todes ihres Bruders z.B.) und es sich im Buch leichter navigieren lässt.

  • Stimmt, danke, hier steht es. :-)

    Ja, auf mich wirkt sie auch älter, ich hätte sie so auf Anfang 30 eingestuft.

  • Auf den Buchkritiker bin ich gerade gestoßen. Ich vermute, dass mit der Autorin Charlotte Link und als Autor Sebastian Fitzek gemeint ist, die kommen bei Denis Scheck meist in die Tonne. Bisher gefällt mir das Buch recht gut, weil ich schon oft lachen konnte.

  • Ich konnte heute endlich anfangen zu lesen, nachdem das Buch gestern Abend während meiner Abwesenheit hier eingetrudelt ist.

    Ich werde aber erst später hier nachlesen und mehr schreiben, da ich bald weiterlesen möchte.

    Ich bin bisher mehr als begeistert. Ich mag Marie und Clemens jetzt schon sehr, mir gefällt die Art und Weise, in der das Buch geschrieben ist (sowohl stilistisch als auch vom Aufbau, ich meine damit diese "Zeitschiene") und ich schmelze dahin, weil es zum einen so extrem romantisch ist (eine so starke Verbindung zueinander direkt beim ersten Treffen, ein sozusagen "gegenseitiger" Heiratsantrag), auf der anderen Seite aber so geschrieben ist, dass es keineswegs kitschig und realistisch erscheint.

    Und ich glaube, ich hätte diese "Zuneigung auf den ersten Blick" und diesen gleichzeitigen Heiratsantrag eindeutig unter "kitschig" verbucht, wenn das nicht ein Buch von Tom wäre.


    Ich freue mich sehr aufs Weiterlesen.


    (Klugscheißen am Rande, weil der Autor evtl. ähnlich pedantisch sein könnte wie Clemens - beim Umzug in die gemeinsame Wohnung steht jemand in der "Halteverbotszone". In der Straßenverkehrsordnung heißt das "Haltverbot" und nicht "Halteverbot". :chen )

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  • So, ich bin durch Urlaub und verspätete Lieferung leider erst vor Kurzem eingestiegen, bin aber auch schon am Ende des dritten Abschnitts.

    Konnte mich von dem Buch nicht so wirklich losreißen, um hier viel zu posten (zumal wohl eh schon die meisten oder gar alle fertig sind :grin ), aber jetzt poste ich zumindest ein bisschen was, lese eure Kommentare nach und werde sicher auch auf das eine oder andere eingehen. Wobei ich gar nicht so viel Lust habe, all das zu schreiben, was mir beim Lesen durch den Kopf geht und eigentlich gerne gleich weiterlesen würde (ich werde mir das Buch aber noch gut portionieren...).


    Mir hat der erste Abschnitt sehr gut gefallen und ich habe mich sehr schnell mit dem Buch angefreundet. Zwar finde ich diese "Verbindung von Anfang an" (so nenne ich das jetzt mal) fast schon ein bisschen disneyhaft und genauso ging es mir bei dem Heiratsantrag.* Aber zum einen ist das Ganze überhaupt nicht kitschig geschrieben, was für mich schon eine absolute Kunst des Schreibens ist. Zum anderen stammt es aus Toms Feder und auch wenn ich Tom nur von ein paar Eulentreffen kenne, würde ich ihn bei einer Skala Kitsch vs. Realismus im besten Falle mittig, eigentlich eher etwas Richtung Realismus einordnen (was aber durchaus eine Fehleinschätzung sein kann) und selbst eine in meinen Augen etwas kitschige Idee wird für mich realer, wenn sie von Tom geschrieben wurde.

    Ich weiß nicht, ob man nachvollziehen kann, was ich meine. Ich hoffe es.

    Außerdem kommt dazu, dass in dem ganzen Geschehen auch andere Sachen passieren, die nicht immer kitschig und fröhlich sind - zum Beispiel eben der Verlust von Bollo oder die durchaus realistisch dargestellte Familie Krause.


    Insgesamt finde ich das Buch sehr gut "gestaltet" - damit meine ich diesen Zeitstrahl mit den Freitagen, der auch den Lesern etwas zeitliche Orientierung bietet, wobei sich im Text auch genügend "Hinweise" oder Angaben finden. Aber es gefällt mir zu sehen, wieviele Freitage vergangen sind. Mein innerer Monk würde gerne kontrollieren und zählen, aber ich weiß eh nicht, wieviele ausgefallen sind und so, ich lasse es. Es gefällt mir auch, dass es eben oft auch längere zeitliche Abstände zwischen den Kapiteln sind und man so die Entwicklung im Zeitraffer verfolgen kann.


    Bitte entschuldige den Vergleich, lieber Tom, ich weiß nicht, woher diese Idee kam und sie ist in Büchern sicher nicht ganz neu, aber mich erinnert das ein wenig an eines meiner absoluten Lieblingsbücher "Zwei an einem Tag". Es gibt da natürlich sehr viele Unterschiede zwischen den Büchern und den Geschichten in den Büchern, aber das was einfach meine Assoziation.


    Marie und Clemens finde ich sehr sympathisch und dieses Ritual mit den Freitagen - hach, das finde ich so schön. Gibt es wirklich Paare, die solche Rituale pflegen? Oder findet man das nur in Büchern und Filmen? Ich kenne selbst kein einziges solches Paar und auch in meinem Leben wäre das aktuell nur ein Traum.


    Wie auch immer...ein vielversprechender erster Abschnitt.


    *Bei dem Kapitel mit dem Antrag habe ich übrigens warum auch immer den Titel nicht gelesen und auch wenn ich ahnte, worauf es hinauslief, war ich nicht ganz so sicher, es hätte auch nur eine "einfache Liebeserklärung" sein können. Ich war im Nachhinein ganz froh, dass ich den Titel übersehen habe. :grin

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  • So, endlich den Thread hier in Ruhe nachgelesen und die Zeit zum Mit-Kommentieren bzw. "Nachkommentieren"


    Schon möglich! ;) Was mir dort an sexueller Offenheit zu viel war, ist mir hier zu wenig. Das höchste an Erregung sind bei Tom anscheinend feuerrote Ohrläppchen.

    :chen

    Danke dafür, da musste ich doch wirklich sehr lachen, als ich das las. Irgendwie amüsiert mich der Satz.


    Grundsätzlich haben Tante Li und ich offenbar komplett anderen Zugang zu dem Buch, also auf der "emotionalen" Ebene und auch was die Entwicklung der Beziehung der beiden angeht. Kann auch sein, dass ich einfach nur durch meine eigene emotionale Art etwas reininterpretiere, was Tom weder geschrieben noch gemeint hat und ich mehr zwischen den Zeilen sehe, als da ist, aber ich fand das genau "richtig", wie es geschrieben war. Ich war viel früher emotional drin und wunderte mich, als ich las, dass Tante Li erst auf Seite 78 emotional rein kam. Auch den Antrag fand ich alles andere als steif, ich bin beim Lesen von Maries "Ansprache" richtig dahingeschmolzen und glaube nicht, dass Clemens traurig war, dass sie ihm zuvorkam, sondern eher, dass er richtig gerührt war, dass sie überhaupt wusste, wievielter Freitag bei Paolo es war und von ihren Worten. Ich fand das alles richtig "herzerwärmend".

    Aber wie ich schrieb - evtl. liegt es einfach an mir und war auch vom Autor gar nicht so beabsichtigt. :grin


    Die Beschreibung der ersten Nacht mit etwas mehr Sexuellem oder einfach konkreter, das hätte ich mir nicht gewünscht und hätte es wohl auch nicht gebraucht. Ich wäre zwar sehr auf die Story über Sex unterm Weihnachtsbaum oder so gespannt, aber ich habe bisher wenig Bücher erwischt, in denen solche Szenen gut geschrieben sind. Ich zweifle auch daran, dass es überhaupt möglich ist, es so zu schreiben, dass es mir gefällt. Manches darf man gerne meiner Phantasie überlassen.

    Dass Marie z.B. über die Handstellung von Clemens auf der Decke nachdenkt, das finde ich eher so eine interessante Kleinigkeit. Oder die Freude, die sie spürt, wenn sie draußen an ihn denkt.

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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gummibärchen ()

  • Mir kam Marie auch älter vor, so wie vielen hier, obwohl ich ja durch die hier erwähnte Stelle beim Spazieren das ungefähre Alter kannte. Genau wie Rosenstolz kann ich aber nicht genau sagen, woran es lag. Vielleicht fand ich sie und ihre Gedanken für etwas über 20 doch zu reif. Aber ich könnte jetzt auch nicht so genau sagen, wie ich mit knapp über 20 gedacht habe. :gruebel


    Was ich sehr mag, das wurde hier ja auch erwähnt, sind die Wortwitze, Wortspiele und "Feinheiten", die immer wieder aufauchen - bestimmt sogar viel öfter, als sie mir auffallen, weil ich auch vieles nicht kenne, auf das vielleicht angespielt wird. "Lost in Fuseta" war mir unbekannt, daher hätte ich das ohne euch gar nicht gemerkt. Einige Beispiele von später aber dann doch.

    Als Autor fände ich das fast schade, wenn ich so etwas einbaue und man es nicht merkt. Gut, irgendjemand merkt es immer. Und vielleicht ist es auch egal, wenn es keiner merkt, man weiß es selbst und lacht sich ins Fäustchen. So stelle ich mir das zumindest vor.


    Sehr interessant auch Formulierung von beowulf , dass der Autor uns mit Empathie für das Paar "pumpt". Ja, in der Tag ging es mir so, dass mir Marie und Clemens sehr schnell durchaus irgendwie ans Herz gewachsen sind.

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  • Ach, noch eine Sache, weil das hier zwei von euch (glaub, Tante Li und Rosenstolz oder Schubi, bin gerade zu faul zum Suchen...) angesprochen habe.

    Die "fehlende" Trauer nach Bollos Tod bzw. die fehlende Auseinandersetzung im Buch damit. Hm, da hab ich mir zum Beispiel überhaupt keine Gedanken gemacht. Dass die beiden das trifft, steht ja außer Frage. Und dass Tom so etwas beschreiben könnte, wenn er denn wollte, das bezweilfe ich auch nicht. Für mich ist das einfach völlig normal bei diesem Aufbau des Buches, dass man nicht auf alles detailliert eingeht. Ich ging auch davon aus, dass man evtl. im späteren Verlauf des Buches noch erfährt, wie die beiden damit umgegangen sind. Dass es direkt im Anschluss nicht behandelt wird, hab ich kein bisschen hinterfragt.


    Sehr interessant einfach, wie unterschiedlich Menschen beim Lesen ticken und reagieren. Das wird ja doch in solchen LR immer wieder klar und ist spannend.

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  • Die "fehlende" Trauer nach Bollos Tod bzw. die fehlende Auseinandersetzung im Buch damit. Hm, da hab ich mir zum Beispiel überhaupt keine Gedanken gemacht. Dass die beiden das trifft, steht ja außer Frage.

    Das ging mir genauso. Zumal Clemens sich ja 4 Wochen frei genommen hat. Und Trauer ist ja häufig auch eine stille Sache ist, nicht etwas, über das man viel redet.
    Mal davon abgesehen, kam diese Trauer in nachfolgenden Szenen ja auch immer wieder hoch.
    Und auch Jahrzehnte später...
    Aber Du liest ja noch...