Eat, Pray, Love - Elizabeth Gilbert

  • Ich kann Euch gar nicht sagen, wie oft dieses Buch schon auf meiner Wunschliste war und wieder runtergeworfen wurde. Aber ich denke, ich werde es mir doch kaufen. Der Film interessiert mich zwar auch, reicht mir aber auch als DVD, wenn es ihn gibt.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Zitat

    Original von Batcat
    Ich kann Euch gar nicht sagen, wie oft dieses Buch schon auf meiner Wunschliste war und wieder runtergeworfen wurde. Aber ich denke, ich werde es mir doch kaufen. Der Film interessiert mich zwar auch, reicht mir aber auch als DVD, wenn es ihn gibt.


    Die Meinungen dazu sind ja recht unterschiedlich , sowohl zum Buch als auch zum Film. Aber nun kaufe ich mir das Buch auf alle Fälle.

  • Ich fand das Buch recht zäh, Italien war noch ganz O.K., Indien fand ich dann doch recht langweilig, ich hab es zwar ganz gelesen, aber mit Sicherheit nur einmal.


    Kann gut sein, dass der Film besser ist, nur nach dem Buch hab` ich keine Lust mehr auf den Film, im TV vielleicht dann mal...

  • Ich bin noch kurz vor Ende des Indienteils und bin ganz froh, das Buch gekauft zu haben. Elizabeth Gilbert ist geistreich und witzig, selbst, wenn sie Situationen oder Erfahrungen beschreibt, bei denen mal als Skeptiker ziemlich schluckt (weil zu esoterisch, zu "abgedreht"), haut sie plötzlich etwas raus, was mich zum Lachen bringt.


    Der Italienteil war da noch ein besonderer Genuss, gleichzeitig fehlte mir da aber das Spirituelle, was mir im Indienteil anfangs zu stark ausgeprägt war (aber wie soll es auch anders sein, wenn sie die ganze Zeit in einem Ashram ist??), aber sie hat die Unterteilung ja extra so vorgenommen (übrigens stark, wie sie die Idee inhaltlich tatsächlich umsetzt, finde ich). Ich bin auf den dritten Teil gespannt, in dem das Weltliche und das Göttliche dann miteinander verbunden werden sollen.


    Die natürliche Art, wie Elizabeth Gilbert über Gott oder das Göttliche und ihre Suche schreibt, kommt mir sehr entgegen. Sie ist so herrlich normal, außerdem sehr offen, bespiegelt sich die ganze Zeit und präsentiert uns, was sie dabei sieht und zu welchen Schlüssen oder Erkenntnissen sie kommt. Auch nicht gerade schmeichelhafte Einschätzungen ihrer Person durch andere teilt sie dem Leser mit. Sie hält kaum etwas zurück, egal, ob es sie schwächlich, egozentrisch oder oberflächlich erscheinen lässt - denn all das ist sie ja auch (aber auch sehr stark!), sodass sie dem Leser schutzlos ausgeliefert ist, bzw. dessen Urteil. Ich bin ihr für diese Offenheit jedenfalls sehr dankbar, das Buch ist für mich eine Bereicherung. Immer, wenn ich mich zwischendurch mal etwas langweile, kommt garantiert kurz darauf etwas, was mich sehr stark anspricht.


    Erwähnen möchte ich noch, dass ich von einem Aspekt eher abgeschreckt bin, es geht dabei um diese Kundalini Shakti-Geschichte. Mir ist das ganze zu mystisch und auch etwas unheimlich, ehrlich gesagt.

  • Blume,


    ich verstehe Deine Frage nicht. Wenn Du den Thread von Anfang bis Ende durchliest, dann hast Du doch genügend Meinungen zum Buch, die Deine Frage sicher beantworten?

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ich habe mir als Begleitung zum Buch nochmal die Leserunde aus dem Mai 2010 hervorgeholt. Klick!
    Schade, dass das Buch damals niemandem in der Runde wirklich gut gefallen hat. Mir selbst gefiel es insgesamt gut, auch wenn es teilweise schon sehr mental war. Es passiert vor allem im Indien-Teil (pray) nicht wirklich viel, dafür gibt es viele Rückblenden in das Leben von Elizabeth, wie ihr Leben vorher war, warum sie anfing zu glauben, warum es Yoga und diese Meisterin sein sollte usw.
    Am besten gefiel es mir in Italien, man spürt den Genuß am Essen, ihre Liebe zu dieser Sprache, sie reist herum und erlebt etwas. Auf Bali wars ganz ähnlich, hier gefiel es mir, einen kleinen Einblick in Land und Leute und deren Riten und Vorstellungen zu bekommen, aber so richtig ergriffen hat es mich leider nicht.


    Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, weil ich sie gar nicht aufgesetzt witzig, sondern wirklich komisch fand. Selbst bei manchen Vorstellungen, die sie im Ashram hat, erst wird es ganz spirituell und dann haut sie nen richtigen Spruch dazu raus. Das hat mich dazu bewogen weiterzulesen und bereut habe ich es schlußendlich ja auch nicht.


    Aber noch ein Wort zum Film, ich habe ihn letztes Jahr im Oktober gesehen, habe ihn deshalb nicht mehr ganz genau vor Augen, aber er gefiel mir trotzdem noch besser als das Buch. Vielleicht weil ich Julia Roberts in der Rolle sehr mochte, vielleicht auch, weil der Film von schönen Bildern durchzogen war und diese ganzen spirituellen Gedankenkonstrukte nicht so sehr im Vordergrund standen, wie im Buch.

  • Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe.


    Es hat damals keinen Platz in meinem Bücherregal gefunden. Für mich ist es also kein Buch, dass ich nochmal lesen würde. Die Erinnerungen daran sind auch ziemlich schwammig, was auch ein Zeichen dafür ist, dass mich die Geschichte nicht wirklich gepackt hat.


    In Erinnerung habe ich relativ gut, dass mir der Teil mit dem alten Mann, der ein spiritueller Ratgeber ist, irgendwann etwas zu viel wurde. Die Geschichten innerhalb der Abschnitte haben sich jeweils wiederholt. In Italien das Essen und in Indien (?) die Besuche beim alten Mann.


    Vielleicht war dieses Buch auch deshalb nicht das Richtige für mich, weil die drei von der Protagonistin besuchen Länder mit Sicherheit nicht meine Ziele wären, wenn ich für ein paar Monate irgendwo auf der Welt auf Sinnsuche gehen würde.



    Am interessantesten fand ich einen Teil des Schlusses:


    Ronja



    "Braucht's des?!"
    (Gerhard Polt)

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  • +++


    Fast ganz richtig, Ronja:

  • (Ich habe die englische Fassung gelesen.)


    Noch nie ist es mir so schwer gefallen, bei einer Rezension objektiv zu bleiben. Denn "Eat Pray Love" von Elizabeth Gilbert ist ja nicht nur einfach "ein Buch", sondern die Autorin stellt hier recht freimütig ein ganzes Jahr ihres eigenen Lebens dar. Es ist sozusagen eine "spirituelle Autobiographie", kombiniert mit einem Reisetagebuch. Dabei ist aber die Schreibweise fast untrennbar mit der Persönlichkeit der Autorin verbunden. Sicher, das erwartet man ja auch in einem solchen Fall. Dennoch erschwert das für mich die Bewertung. Denn - kurz gesagt, das Buch mag ich sehr, die Autorin weniger. Doch gehen wir lieber der Reihe nach vor.


    Das Buch also...! Es ist unterteilt in genau 108 "Kapitel", was die Autorin in einem netten kleinen Vorwort erklärt. 108 ist eine heilige Zahl in östlichen Religionen, und 108 ist auch die Anzahl der Perlen auf einer "Mala", einer Gebetskette. Hinzu kommt, dass Liz Gilbert im Laufe dieses einen Jahres drei Länder bereist hat (Italien / Indien / Indonesien), und somit lässt sich das Ganze recht handlich in 36 Kapitel pro Land aufteilen - und 36 ist wiederum ein Vielfaches der 3, der göttlichen Zahl. Doch schon hier "hakt" es bei mir ein klein wenig. Denn für mich ist diese Zahlensymbolik ein wenig aufgesetzt. Nicht viel mehr als ein nettes Gimmick. Denn seien wir ehrlich - die Einteilung der Kapitel ist, wenn man genauer hinschaut, bei weitem nicht immer logisch zwingend, sie ist eher lose. Auch geht es keineswegs immer um die Reise, nein, die Dame springt munter hin und her zwischen Betrachtungen in der Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Erläuterungen der jeweils fremden Kultur und eigenen Erlebnissen. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass sie bei Reiseantritt den Vertrag für dieses Buch schon in der Tasche hatte! Somit kommt es mir persönlich so vor, als habe sie auf Biegen und Brechen diese 108 Kapitel "erfunden".


    Doch wenn ich mich einmal rein auf das Geschriebene "als Buch" beziehe, dann habe ich diesen Bericht schon sehr genossen. Elizabeth Giblert ist eine geniale Reisejournalistin. Sie vermag es, den Leser mitten in das jeweils bereiste Land zu versetzen, und dabei die Personen, die sie trifft, voller Warmherzigkeit zu schildern. Man erhält unverhoffte Einblicke in fremde Kulturen, erfährt Dinge, die einen abwechselnd schmunzeln, lachen oder den Kopf schütteln lassen.


    Italien, dem ersten Abschnitt der Reise, ist dabei der Titel "Eat" zugeordnet. Doch stimmt das nur oberflächlich. Die Schilderung der Mahlzeiten und der italienischen Lebensart nehmen vielleicht ein Drittel dieses Abschnittes ein. Viel mehr geht es hier auch um Liz' Vorgeschichte, um ihre gescheiterte Ehe, die sich anschließende desaströse Affäre, und den Entschluss, überhaupt auf Reisen zu gehen. Es geht darum, wie sie in Italien zum ersten Mal wieder entdeckt, dass sie selbst es ist, die ihr Schicksal in der Hand hat. Sie lernt Menschen kennen, und empfindet zum ersten Mal seit langer Zeit wieder so etwas wie Freude am Leben.


    Danach kommt Indien, genauer gesagt: ein viermonatiger Aufenthalt in einem Ashram. Dieser Abschnitt ist mit dem Wort "Pray" verbunden, und das passt ausnahmsweise einmal sehr gut. Die Autorin in ihrer Entwicklung werde ich nachher gesondert beurteilen. Daher an dieser Stelle nur so viel. Hier wird dem Leser, sofern es ihn interessiert, ein faszinierender Einblick in die Abläufe in einem Ashram geboten. Besonders beeindruckt hat mich die strenge Routine, sowie die bunte Mischung an Charakteren, die in so einem Institut landen. Nun muss ich dazu sagen, dass ich mich im Bereich östlich Religionen und Spiritualität ein wenig auskenne, und somit habe ich diesen Abschnitt mit besonderem Interesse gelesen. Die Meditationstechniken, die erreichten Einsichten, die "Zufälle", die Sicht des Menschen und seiner Fähigkeiten - das war alles sehr bildhaft und, soweit ich das beurteilen kann, auch zutreffend beschrieben. ich könnte mir sogar vorstellen, diesen Abschnitt später noch einmal gesondert erneut zu lesen.


    Der letzte Abschnitt spielt in Indonesien, genauer gesagt, auf Bali. Das Wort "Love" des Titels ist hier offenbar das Motto. Meiner Meinung nach passt das wiederum nur am Rande. Sicher, auf Bali trifft Elizabeth schließlich den Mann, den sie lieben lernen wird. Aber das Ziel ihrer Reise nach Bali, und der Hauptanteil der Erzählung in diesem Teil des Buches, war vielmehr der Wunsch, einen alten Medizinmann zu besuchen, den sie zwei Jahre zuvor im Rahmen einer Reportage-Reihe kennengelernt hatte. Sie erhoffte sich von ihm weitere spirituelle Einsichten, sowie die Demonstration eines Lebens in Balance. Dieser Abschnitt hat mich wiederum aus kultureller Sicht sehr gefesselt. Ungeheuer farbig beschreibt Liz die Menschen und die Kultur dieses Paradieses. Das geht über Verwandtschaftsverhältnisse, religiöse Rituale, Schamanismus und Heiler, das soziale System bis hin zu Essen und Trinken sowie den zahlreichen gescheiterten Existenzen, den Europäern, die sich hier verkriechen. Ich hätte mich am liebsten ins Flugzeug gesetzt, und auch diesen Teil der Welt bereist. Liz selbst rückte für mich in diesem Abschnitt eindeutig in den Hintergrund.


    Jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil, nämlich der Bewertung der Autorin. Ich muss es hier einfach sagen, und in die Bewertung einfließen lassen. Denn schließlich ist dieses Buch ja ganz ausdrücklich ein persönlicher Bericht, und somit muss sich die Autorin an ihrem eigenen Werk messen lassen - sie muss zumindest damit rechnen, dass man dies tut. Darf ich einmal ein wenig polemisch werden? Ich halte Elizabeth Gilbert für eine ziemlich typische, amerikanische, zu gut situierte, egoistische, und emotional unreife Zicke. Zumindest über weite Strecken des Buches. Manchmal hätte ich in das Buch springen und sie schütteln mögen!


    Es ist so furchtbar typisch, dass sie sich "nur aus Liebeskummer" mit Spiritualität zu beschäftigen beginnt, und dieser Liebeskummer ist auch noch (meine Meinung) in weiten Teilen selbst verschuldet und unnötig. Ich verstehe ganz einfach die Probleme nicht, die diese Frau mit sich und der Welt hat / hatte. Sie war bereits erfolgreiche Schriftstellerin, und verdiente den Löwenanteil des Einkommens in ihrer Ehe (steht so im Buch). Hallooo? Wo ist dann bitte das Problem, sich von ihrem Mann zu trennen?? Und wie kann man nur derart verblendet von sich selbst sein, dass man wie ein quengeliger Teenager gleich in die nächste Affäre stolpert, nur um sich in einem fort zu verkrachen, zu trennen und wieder zu versöhnen? Unglaublich.


    Auch ihr Herangehen an Spiritualität hat mich zumindest öfters stutzen lassen. Sicher, ich bewundere ihr Durchhaltevermögen in diesem Ashram. Ich habe mit ihr gelitten beim endlosen Mantra-Singen, und beim Stillsitzen um drei Uhr morgens. Dennoch, ihre Entwicklung musste wieder und wieder von außen, von anderen Menschen, angestoßen werden. Als dann auch noch ihr neuer Bekannter, Richard aus Texas, sie erst darauf aufmerksam machen muss, dass sie wohl ein kleiner Kontrollfreak ist, und sie sich auch noch darüber wundert, da hätte ich ihr am liebsten eine gelangt. Entschuldigung, so ist es nun einmal. Ich wundere mich ja selbst,welch heftige Emotionen dieses Buch teilweise bei mir auslöst.


    Zu guter Letzt hat mich befremdet, welches Konzept von Freundschaft und Liebe Elizabeth Gilbert hier verkörpert. Besonders in Italien fiel mir dies auf. Mein neuer Freund hier, mein guter Kumpel da, und so weiter und so fort. Und im ganzen späteren Buch hört man nie wieder von dieser Person. Und auch auf Bali ging das weiter. Sie quatscht endlos, ist sofort mit allem und jedem befreundet, geht mit wildfremden Menschen eine Woche lang auf eine kleine Kreuzfahrt. Nun ja. Und den Mann, der später zu ihrem neuen Partner wird, den liebt sie anfangs nicht einmal! Sie ist erst gut mit ihm befreundet (wie mit fast jedem in diesem Buch), was sie jedoch nicht davon abhält, mit ihm im Bett zu landen. Und während er schon von einer gemeinsamen Zukunft spricht, fragt sie sich noch, ob sie ihn überhaupt mag. Ich weiß einfach nicht. Das mag jeder selbst beurteilen, aber ich habe hier dem Ex-Mann von Liz Gilbert nur zustimmen können. Sie ist egoistisch, und macht oft viel kaputt.


    Wie so oft bei mir und meinen Rezensionen, kommt am Ende wieder die Relativierung. Immerhin verleihe ich dem Buch ja acht Sterne. Das ist aber der Schreibweise und dem farbigen und fesselnden Inhalt geschuldet. Es ist ein großartiger Reisebericht, und zumindest eine verwickelte seelische Odyssee. Eines ist es aber ganz sicher nicht: eine gute Werbung für Liz Gilbert als Person.

    Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. (Karl Valentin)

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  • Elizabeth hat alles was man sich nur wünschen kann, einen Mann der sie liebt, ein schönes Haus und Erfolg im Beruf. Dennoch ist sie unzufrieden mit ihrem Leben. Draufhin verlässt sie ihren Mann und lässt sich schließlich scheiden. Doch was mit der gewonnenen Freiheit anfangen, wenn man nicht wirklich weiß was man sich vom Leben wünscht? Und so beschließt sie, ihr gewohntes Leben hinter sich zu lassen und begibt sich auf eine Reise zu sich selbst.
    In Italien erlebt sie die Kunst des Genießens und die Schönheit der Sprache.
    Indien wird nach einigen Anstrengungen für sie zur Befreiung, loszulassen, sich selbst zu vergeben, ja vielleicht sogar sich selbst zu lieben um dann in Bali zu erkennen, dass man sich selbst lieben muss um geliebt zu werden und andere lieben zu können.


    Dies berichtet sie mit einer gehörigen Portion Selbstironie und charmantem Witz.
    Angenehme Urlaubslektüre, mit teilweise interessanten Denkanstössen.


    7 Punkte

  • Ich habe mir von dem Buch sehr viel versprochen, da es mich inhaltlich wirklich angesprochen hat und auch die Leseprobe sehr gut war.
    Leider muss ich aber sagen, dass ich mich letztlich durch das Buch durchquälen musste, wobei ich noch nicht einmal wirklich sagen kann woran es lag. Der Schreibstil von Elizabeth Gilbert ist sicher nicht schlecht und die Thematik ansprechend, aber viele Passagen waren für mich einfach zu sehr in die Länge gezogen.
    Also dachte ich, dass der Film besser wird. Auch hier, bin ich trotz heftiger Bemühungen, im letzten Drittel eingeschlafen.
    Fazit: Für mich kam die Story einfach nicht gut rüber. Emotional war ich weder von dem Buch, noch von dem Film berührt.

  • Werte Miteulen,


    nun frage ich mich - und Euch auch – schon: Da Gros der Meinungen hier zeichnet das Bild, dass EPL ein "mehr so geht so" bis "Unsympathisch, langatmig" war.


    Warum aber hat es sich so gut verkauft?
    Haben all die Frauen dieser Welt es ihrer liebsten Feindin geschenkt, damit die auch was davon hat=?
    oder hat gar kaum jemand es wirklich gelesen und nur stets davon gehört?


    ich habe mir die Fassung gekauft, die rumble-bee verlinkt hat; irgendwo am Flughafen heathrow, die haben da so BEstseller-Stände, nimm zwei bezahl nur einen – also:


    EPL, von dem alle wie irre schwärmten, kam mit. Vielleicht, so hoffte ich, ist es so ein Leser-Geheimtipp, wie es auch mal der Nachtzug nach Lissabon war?


    Weit gefehlt.
    ich las los - und alles sträubte sich von Satz zu Satz mehr in mir.
    Diese demonstrative Über-Spiritualität. Dieses Missioniarische, was da bereits mitschwang. Diese so amerikanische Lets do it!, was mir bisweilen mörderisch auf den Keks geht.
    Ich sah diese mir unbekannte Urheberin in politisch korrekten Sieben-Achtel-Hosen und Leinenhemd im Lotus sitzen und über ihre Zeit im Ashram reden; mir ihre Welt aufzwingend, frei von Empathie für andere Lebensweisen.
    ich habe es also nicht geschafft, weiter zu lesen, weil ich diese Frau nicht begleiten wollte bei ihrem Ohrkerzen-Schröpfglas-Spaghettiküsse-Trip;
    Himmel, dachte ich, mach einfach Sport, iss nichts aus der Tiefkühltruhe und such Dir einen Liebhaber, der nicht so viel nachdenkt und ansonsten NETT ist. Und ansonsten: Sei nicht so gutgläubig, denk selber, die Weltreligionen sind nicht sehr frauenfreundlich!


    Und legte EPL beiseite.
    Nun bin ich einigermaßen beruhigt, dass ich nicht nur schlechte Laune an dem Tag hatte, was schon so manches Buch fast geschreddert hätte, obgleich es gut ist (Wäre mir fast bei Manotti so gegangen - was hätte ich da verpasst…).


    Das einzige, was mir gefiel, war ein Satz, der vom Sinn her lautete:


    Wenn Du einen Mann/Menschen wirklich kennen lernen willst, trenn Dich von ihm.


    Nun, ich habe mich von EPL zwar nicht getrennt, ich habe die englische Ausgabe noch hier, und sende sie gern irgendwo hin, wo sie willkommener ist.


    Herzlichst in die Runde
    _Nina

  • Ich habe EPL ungekürzt gehört, genial vorgetragen von Julia Fischer und es hat mir sehr gut gefallen: Hörprobe!


    Den Film habe ich mir danach auch angeschaut und Julia Roberts war klasse, aber die Verfilmung hatte mit dem Buch nicht viel zu tun. Mir fehlte im Film zu vieles, was das Buch für mich ausgemacht hat. Der Film hat wenig Eindruck bei mir hinterlassen, das Buch schon!


    Ähnlich wie "Die Mondspielerin" sprechen mich die Gefühle und Gedanken, die in EPL transportiert werden, stark an, aber eher die Einzelheiten, nicht das Ganze. Und auf einer ganz anderen Ebene und auf eine völlig andere Art und Weise. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch deswegen so erfolgreich war. Jede Frau findet etwas anderes darin, kann etwas anderes daraus für sich hervorziehen.


    Ich habe vor meinen Kindern immer wieder einmal davon geträumt, alles Vertraute hinter mir zu lassen und in die Fremde zu gehen und zu sehen, was passiert, war aber dann zu feige, das durchzuziehen. Ich mag fremde Sprachen, Italien und italienisch, hatte aber nie die Zeit eine andere als mein Englisch zu lesen und zu pflegen, war zu bequem, um eine neue Sprache zu lernen. Ich liebe italienisches Essen. Deswegen hat mich der Abschnitt in Italien sehr angesprochen.


    Der indische Abschnitt: Ich bin nicht auf der Suche nach einem spirituellen Führer oder Gott, aber ich bewege mich gerne. Mache gerne gymnastische Verrenkungen, wobei man da nicht von Joga sprechen kann. Ich wälze gerne Gedanken, hinterfrage Gewohnheiten, prüfe Leben, Einstellungen, Verhalten ständig darauf, ob es das ist, was ich will oder ob es mir von der Außenwelt mehr oder weniger subtil aufgezwungen wird. Ich probiere unangehme Dinge aus, gehe über Schmerzgrenzen, um festzustellen, ob das was dahinter ist, gut für mich ist. Deswegen hat mich der Indienteil angesprochen.


    Der Abschnitt in Indonesien hat mir gefallen, weil sie dort wieder auf den Boden der Tatsachen aufgeschlagen ist. Und weil sie die indonesischen Charaktere nicht weichgespült hat. Ihre Freundin, die Mutter von Tutti, der sie das viele Geld geschenkt hat, wollte ihre Gönnerin weiter an der Geldgeberleine behalten. Komischerweise hat mich diese Episode von der Authenzität dieses Abschnitts sozusagen überzeugt. Das halbe "Happy End" mit dem Brasilianer hat mich nicht berührt. EPL ist eines der Bücher, bei denen ich nicht auf ein Happy End "hingefiebert" habe, sondern dessen Inhalt ich genossen habe, wie eine leckere Holzofenpizza.


    Klar, gab es auch einiges, das ich nicht so nachvollziehen konnte, wie die Gottsuche oder den Einstieg bzw. den Scheidungskrieg mit ihrem Mann. Aber eigentlich war sie ja auf der Suche nach sich selbst und hat sich über den Umweg der Gottsuche auch gefunden. Missionarisch kam die Geschichte bei mir nicht an. Jeder muss seinen eigenen Weg zu sich selbst finden. Das amerikanische Let´s do it! Tja, ich könnte ein bisschen von dieser Mentalität brauchen oder jemanden, der mir öfter in den Arsxx tritt. Hat mich also auch nicht gestört. Ein großes Plus war der super angenehme Vortrag von Julia Fischer, für mich eine großartige Sprecherin. Ich glaube, wenn ich EPL gelesen hätte, wäre es nicht so intensiv bei mir angekommen, wie als Hörbüch.


    Ich kann EPL also guten Gewissens für die Frau in mittleren Jahren empfehlen, die sich Gedanken über sich selbst und ihr Leben macht und die nicht nur darauf wartet, ob die Hauptprotagonistin am Ende der Geschichte den Mann abbekommt.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Danke, liebe Suzann,


    für die sehr persönliche, ehrliche, und auch wichtige Ergänzung.


    Manchmal hilft es mir, wenn ich bei einem Werk nicht über die ersten 30 Seiten hinaus komme, es weiter hinen nach Zufall aufzuschlagen und an beliebigen Stellen ein paar Seiten zu lesen; manchmal beruhige ich mich dann wieder und bin fähig, über das "Einschreiben" hinweg zu gehen und zum Kern vorzudringen.


    Lieben Gruß!


    Nina

  • @ Nina


    Ich habe das Buch nie gelesen, weil ich genau das befürchtet habe, was Du geschrieben hast. Der Film war leidlich unterhaltsam, aber ich hätte ihn auch nicht sehen müssen - und genau diese Dinge, die Du am Buch bekrittelst, haben mich auch am Film genervt.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Mal ganz ehrlich? Für mich war das Buch ein einziges Ärgernis. Obwohl es in Italien, Indien (In einer sicher durch einen Zaun vor der Realität des Landes geschützten Variante für selbstbezogene Ausländer) und Bali spielt, sagt es vor allem etwas über Amerika aus. Da verlässt eine nicht dumme, aber in mancher Hinsicht ziemlich naive, oberflächliche und im schlechtesten Sinne sehr amerikanische Frau ihre inhaltlich überschaubare und sorgsam in Kategorien von gut/schlecht und falsch/richtig eingeteilte Welt und lernt etwas Neues kennen. Prima, soweit. Ich mache ihr nicht einmal zum Vorwurf, dass sie sich bei der Betrachtung und Einordnung der neuen Erfahrungen so gut wie nie aus ihrer mitgebrachten, engstirnigen Perspektive zu lösen versucht (Geschweige denn, dass es ihr gelänge). Diese Abstraktion vollziehen beim Erstkontakt mit fremder Kultur nur sehr wenige, dafür bedarf es nach meiner eigenen Erfahrung durchaus eines Lernprozesses. Unerträglich fand ich, dass sie den Lesern ihre gesammelten Erkenntnisse, zumeist kaum mehr als abgedroschene Binsenweisheiten, als Stein der Weisen verkauft. Oh my GOOOOOOOD, ich habe euch Unglaubliches zu erzählen.... Wer zu missionieren - ich leihe mir den hier sehr passenden Begriff bei Nina - versucht, sollte wenigstens innovatives Gedankengut anbieten und nicht alte Hüte verramschen. Frau Gilbert erinnert mich dabei an ein Kind, das zum ersten Mal ins Meer geht und danach alle Erwachsenen belehrt, dass Meerwasser salzig ist. Niedlich irgendwie, aber schnell nervig. Erstaunlich dennoch, welche Wirkung das Buch auf viele Menschen hatte. Ich war im Herbst 2009 kurz nach den Dreharbeiten für EPL einen Monat lang zum Schreiben in Ubud/ Bali. Kein Mensch kann sich vorstellen, welche Heerscharen von weiblichen, zumeist amerikanischen Mittdreißigern mit feucht glänzenden Augen auf der Suche nach dem superverständnisvollen, superreichen, superbrasilianischen Superstecher durch den Ort schlichen. So vergebens wie entwürdigend, versteht sich.


    Wer diesen Beitrag unangemessen polemisch findet, hat vermutlich recht. Vielleicht liegt es daran, dass ich heute heftige Zahnschmerzen habe und deshalb mal Dampf ablassen musste. Nix für ungut.


    LG harimau :wave

  • Schon gut, harimau,


    so ein Pfund Wut, das sich dann trotz/wegen Zahnweh so funkelnd und unverfälscht entlädt – ich kann sowas gut lesen (Sofern nicht Stephen King dabei zu Schaden kommt).


    Für den Rest: Ibuprofen, aber reichlich, ab 600ern aufwärts.



    Und für alles weitere:


    Drink
    Read.
    Lough.


    herzlichst aus dem Grindel
    _Nina

  • Zitat

    Original von harimau
    Mal ganz ehrlich? Für mich war das Buch ein einziges Ärgernis. LG harimau :wave


    Für mich war schon der Film unerträglich. Das Buch hätte ich danach nicht mal mehr unter Androhung von Strafe angefasst. :grin So eine schreckliche Frau wie diese Elizabeth Gilbert. :yikes Ich fand sie mit jeder Minute, die verging, einfach immer nur oberflächlicher und ichbezogener. Einfach nur total unsympathisch...........