Tannöd - Andrea Maria Schenkel

  • das buch möchte ich länger schon lesen, aber es ist relativ teuer für so ein dünnes buch. dany hat sich jetzt hier im forum angemeldet für ein wanderbuch und dann werde ich auch mal rein gucken.

  • Ich hab Tannöd nun auch gelesen.
    Naja mein Fall war es nicht so.
    Es werden einerseits die Anwohner interviewt und man erfährt die Umstände und das Umfeld des Mordfalles.
    Die Handlung spielt so um 1955, also in der Nachkriegszeit in der bayrischen Oberpfalz.
    Relativ schnell ließ es sich erahnen, wer der Mörder sein könnte.
    Es wurden keine Ermittlungen geführt, und auch die Person, der das Umfeld interviewt, bleibt unbekannt.
    Auch ist der Mordfall recht simpel und das Motiv am gewöhnlichsten.
    Für mich war das Buch eher unterer Durchschnitt. Manche Autoren schreiben dies als Massenware für Heftromane.
    Ich vergebe 3 Punkte.


    Ich finde auch den Preis für 125 Seiten einfach nicht gerechtfertigt!

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Hallo,


    ich habs mir ausgeliehen und sofort gelesen. Bin nur froh das ich es nicht gekauft habe, denn soooo toll wie alle (die es vor mir geliehen hatten) sagen fand ich es nicht!

    LG Steffki :wave



    Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.


    (Pearl S. Buck)

  • Ich habe das Buch nun auch endlich gelesen, allerdings als Wanderbuch hier. Zum Kaufen war es mir zu teuer. Total vom Hocker gerissen hat es mich jetzt auch nicht, weshalb ich froh bin, dass ich es nicht selbst gekauft habe, aber wie einige andere hier auch schon gesagt haben, die wechselnde Erzählperspektive ist mal etwas ganz anderes. Wie man auf so eine Art und Weise einen Krimi schreiben kann, fand ich schon faszinierend. 7 Punkte gebe ich dem Buch.

    :write "Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein." -Albert Einstein-


    :lesend

  • Ich habe das Buch als Hörbuch aus der Bücherei "gelesen". Monica Bleibtreu hat es super gelesen, ihre Stimme ging richtig unter die Haut.
    Besonders die "Gebetsseiten" , die hier negativ angesprochen wurden. las sie in einem irren Tempo, wie man halt Gebete runterrasselt. Das fand ich sehr passend.


    Die Geschichte war meiner Meinung nach spannend. Ich mag Bücher, bei denen ich auf "Zeitreise" gehe. Und äußerst interessant fand ich die Interview-Form, dass man die Handlung aus dem Blickwinkel von so verschiedenen Charakteren erzählt bekam.
    Ich finde das (Hör)Buch empfehlenswert.


    grüße von missmarple

    "Ein Archäologe ist der beste Ehemann, je älter eine Frau wird, um so mehr interessiert er sich für sie."
    Agatha Christie

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  • Es hat sich für mich mal wieder bewahrheitet, je höher ein Buch oder Film bejubelt wird, desto weniger gefällt es mir.
    Der Schreibstil hat mich wenig angesprochen, die Sätze waren so kurz und nicht sehr flüssig geschrieben und das hat mich dann doch immer mehr gestört. Zum Glück hatte ich es nur als Wanderbuch.

    Diese Eintrag wurde bisher 47 mal bearbeited, zultzt gerade ebend, wegen schwere Rechtsschreipfeler.

  • Ich habe Tannöd auch gerade zu Ende gelesen. Natürlich ist ein Supermarketing für dieses Buch betrieben worden, was mich erst mal abgeschreckt hat, ich bin bei so etwas immer misstrauisch. Nun also konnte ich mir selbst ein Urteil bilden. Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen, auch wenn ich es nicht als Krimi bezeichnen würde. Ich finde, Schenkel ist eine großartige Millieuzeichnung gelungen, der Wechsel der Perspektiven und die Gesprächsprozokolle ergeben eine ungewöhnliche interessante Erzählstruktur. Ich muss gestehen, dass ich die Gebete übersprungen habe, das war nichts für mich. Ich fand die Atmosphäre der Zeit und der abgelegenen Bauerngehöfte sehr beklemmend und authentisch wiedergegeben. Der Schluss hat mich nicht 100%ig überzeugt, das ging mir zu hopplahopp. Alles in Allem ein tolles Buch.

  • Ich hatte mir ein Lesezeichen zurecht gelegt und gerade festgestellt, dass ich es gar nicht gebraucht habe. Dieses Buch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich die 120 Seiten in einen Rutsch durchgelesen habe.
    Ich fand das Hörspiel schon intensiv und beklemmend, das Buch selbst hat das Hörspiel noch getoppt.
    Die Zeugenaussagen - alle haben natürlich von der Beziehung zwischen Vater und Tochter gewusst, aber keiner sagt natürlich was dazu. Man war ja nicht dabei und schließlich redet man ja nicht schlecht über die Toten, das Begleiten der letzten Lebensminuten der ermordeten Personen, die sich so völlig in Sicherheit wiegen, ihre Gedankengänge, nichts ahnend, was auf sie zukommt, und zum Abschluss Barbaras Schilderungen des über Jahre andauernden Missbrauchs durch ihren Vater fügen sich zu einem düsteren Bild von Hass, Unterdrückung, Lügen, Enge und Kälte zusammen. Mich packte beim Lesen wirklich das kalte Grausen.
    Der Schreibstil ist kurz, schnörkellos, monoton und reißt einen einfach mit.


    Ich hatte nach den zwiespältigen Rezensionen wenig erwartet und habe viel bekommen.


    Von mir gibt es 10 Punkte.

  • Das wollte ich schon lange mal lesen. Aber ich setze es erst einmal auf die WL. Schade, wie schon die anderen geschrieben, das es wenig Buch ist für viel Geld.

    :oha Lg Bellamissimo
    ~~~~~~~~~~~~~~
    Habent sua fata libelli- Bücher haben ihre Schicksale:pferd
    :lesend Der Fluch der Hebamme- Sabine Ebert
    Mit offenen Karten- Agatha Christie

  • ich hatte das buch vor ein paar wochen als wanderbuch hier und habe es dann auch direkt gelesen.
    ich fand es ersteinmal gewöhnungsbedürftig, aber dennoch so dass ich es in einem durch lesen musste und es kaum aus der hand legen konnte.
    für die paar seiten ist es dennoch zu teuer, aber mittlerweile gibt es ja auch eine günstigere variante, aber ich werds mir nicht mehr kaufen, denn einmal lesen hat dann doch ausgereicht.

  • Was sich mir nicht erschließt ist, gerade auch was diese Gebetsseiten und Psalme bewirken sollen? Für mich bläht dies das ganze Buch auf, dass eigentlich viel zu wenig Inhalt besitzt. Zum Glück habe ich es gestern in einer Bücherei bei mir in der Nähe für nur 3,50€ erstanden. Alles andere wäre es mir wahrscheinlichst nicht wert gewesen....

  • Das sind Bittgebete für die Ermordeten.
    Ich vermute, damit soll die Scheinheiligkeit der Dorfbewohner hervorgehoben werden. Einerseits ziehen sie nach dem Tod noch über die Opfer her, andererseits beten sie fleißig für sie (man will ihnen ja nichts schlechtes).
    Die Gebete stammen wohl aus einem Gebetbuch der Großtante von Frau Schenkel.

  • Ich habe bei amazon eine kurze Rezi darüber geschrieben, weil es mich total geärgert hat, dass ein Buch, schon am Anfang des Jahres als "Krimi des Jahres" gefeiert wird und angeblich schon gleich den deutschen Krimipreis erhält. Was ist denn mit den anderen Büchern, die in den nachfolgenden Monaten des Jahres erscheinen? Und vor allem, welche Jury war da am Werk? Irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin beschwindelt und manipuliert worden. :-(


    :-( Rezi: „Tannöd“ – als beeindruckendes Debüt gelobt und mit dem deutschen Krimi-Preis 2007 ausgezeichnet, entpuppt sich als eine Art Sammlung von Zeugenaussagen, die zu einem tatsächlich passierten grausamen Verbrechen abgegeben worden sind. Der Leser soll sich selbst ein Bild von dem Tathergang und den Geschehnissen auf einem abgelegenen Bauernhof machen, auf dem alle Bewohner erschlagen aufgefunden worden sind. Mit einfachen Worten, einer Sprache, die manchmal fast kindlich naiv daherkommt, erzählt die Autorin das, was sie erzählen will und was so viele übersättigte Kritiker, die sich scheinbar durch ein Zuviel an dichten und opulenten Werken gearbeitet haben und derer Überdrüssig geworden sind, zu Stürmen der Begeisterung hinreißt. Auf mich wirkte das Buch allerdings etwas anders. Vor meinen Augen entstand das Bild einer alten Dame in Kittelschürze, die am Küchentisch sitzt und ordentlich in Sütterlin auf Karopapier ihre Geschichte schreibt, mühsam, mit zittrigen Fingern und nach Worten suchend…Kurz; gut gemeint, aber ziemlich schlicht und dilettantisch. Meinen Krimigeschmack trifft das nicht und bevor ich mir das Buch, das den deutschen Krimi-Preis in diesem Jahr erhalten wird, kaufen werde, schaue ich mir sicherlich die Meinungen der „normalen“ Leser an, denn der Jury, die diesen Preis vergeben hat, kann ich scheinbar nicht vertrauen. Es stellt sich eh die Frage, wer in einer solchen Jury sitzt und nach welchen Aspekten der Preis vergeben wird, doch diese Frage wird mir sicher niemand so schnell beantworten können. :-(


    Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr zugetextet. :wave

  • Also ehrlich gesagt hätte ich von dem so hochgelobten Bestseller "Tannöd" ja etwas besseres, ausgefalleneres erwartet, als eine Aneinanderreihung von Interviews auf knappen 125 Seiten. Die Idee das Buch mit Befragungen der Einwohner des Dorfes aufzubauen, ist zwar keine schlechte, aber ich behaupte mal, dass - wenn man das Buch nicht an einem Stück liest - sehr schnell der Überblick verloren geht, wer jetzt eigentlich wer ist und wer mit wem wie in Verbindung steht/gestanden hat. Man muss immer wieder zurückblättern, um sich wieder erneut zu informieren.
    Was gut gemacht ist, ist, dass der Mörder am Schluss nicht mit dem Namen aufgelöst wird und das war's, sondern man errät den Mörder erst, wenn man weiß wer mit ihm in Verbindung steht und kann so dann darauf schließen.
    Meiner Meinung nach hat das Buch nicht sehr viel Tiefgang (den es ja auch auf 125 Seiten kaum aufweisen können wird) und ist somit eher eine nette Lektüre für zwischendurch. 'Nett' deswegen, weil die Morde nicht sonderlich ins Detail gehen und genauestens beschrieben werden.

    "Katzen achten nicht drauf, welche Namen wir ihnen geben. Sie haben ihre eigenen Namen und brauchen unsre nicht. Darum schaut einen eine Katze auch immer so mitleidig an, wenn man sie beim Namen ruft, den man ihr gegeben hat, als ob man es nie lernt.

  • Tannöd ist meiner Ansicht nach ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Bestseller gemacht werden. Wohl alles eine Frage des Vitamin Bs.
    Mich wundert ein bisserl, dass ich hier kaum etwas darüber gelesen habe, dass Frau Schenkel ja mit ihrem Bestseller einen Plagiatsprozess heraufbeschworen hat. Und das, meiner Meinung nach zu Recht.
    Den Prozeß habe ich mir angehört. Wer dazu nachlesen will kann es hier tun: http://www.zwergerlhausen.de/r…ueberl/hinterkaifeck.html


    Wenn man ein bisserl die Redakteure der Zeitungen kennt, dann weiß man auch schnell, wie man was einzuordnen hat. Für mich ist die Berichterstattung in der Zeit übrigens ein Grund, die Zeit abzubestellen, da persönliche Ansichten, die in einen Kommentar gehören, als Artikel verkauft werden.


    Die Eigenleistung von Frau Schenkel ist auf ein Minimum beschränkt. Wer Hinterkaifeck gelesen hat, der liest mit Tannöd das Buch von Peter Leuschner ein zweites Mal - nur schlechter. Frau Schenkel hat zwar nicht Wort für Wort abgeschrieben, aber sie hat die von Peter Leuschner gezeichneten Stimmungsbilder eins zu eins übernommen.


    Am 21. Mai wird das Urteil gesprochen, aber der Richter hat ja keinen Zweifel daran gelassen, wie dieses Urteil ausgehen wird. Ich denke, er wollte sich einfach nicht die Finger verbrennen. Mich würde es freuen, wenn dieser Fall zu höheren Gerichten aufsteigen würde. Wenn in solchem Maße abgekupfert werden darf, dann ist es mit dem Schutz der Eigenleistung und des geistigen Eigentums unserer Autoren schlecht bestellt.