Allgemeine Wehrpflicht in Deutschland

  • Es ist das leidige Thema vieler, die sich bereits im Berufsleben befinden oder sich gar eine selbständige Existenz aufgebaut haben, sei es mit einer Firma oder freiberuflich. Plötzlich kommt der Brief zur Einberufung. Man steht wie der Ochs vorm Berg insofern man bereits seinem Beruf nachgeht und zwangsläufig einen Finanzverkehr hat, den ein Gehalt beim Bund bzw. Zivildienstamt in keinster Weise abdecken kann. Was soll man also tun? Sich beim THW für sechs bis sieben Jahre verpflichten? Nein Danke! Es geht gar nicht um die Abschaffung des Militär als solches. Es gibt nachweislich genügend Menschen, die freiwillig eine Laufbahn als Berufssoldat einschlagen würden. Wozu also prinzipiell alle zu einer Grundausbildung mit anschließendem, sinnlosen Dahinvegetierens heranziehen und Steuergelder verballern (im wahrsten Sinne des Wortes).


    Was meint Ihr dazu??? Eure Meinung ist gefragt :write



    Ja oder Nein zur Wehrpflicht??? :wave

  • ??


    In so einem Falle stellt man einen Antrag und wird befreit, oder aber die BW übernimmt die laufenden Kosten, wenn sie genau DEN Menschen haben wollen, dem ist aber nicht so


    Kein Thema wörüber man sich streiten könnte


    Müsste auch in eine andere Rubrik!

  • Worauf willst du eine Antwort? Was du im Falle einer Einberufung tun sollst, oder warum es eine Wehrpflicht gibt?


    Die Antwort auf die erste Frage ist höchst individuell, daher kannst nur du sie für dich selbst beantworten.


    Die zweite Frage ist recht simpel zu beantworten: Es gibt zur Zeit ein Wehrpflichtgesetz und solange das gilt, gibt es auch die Pflicht zur Ableistung des Grundwehrdienstes. Die möglichen Alternativen hast du schon teilweise aufgezählt.


    Diskussionen um die Abschaffung der Wehrpflicht und Einführung einer Berufsarmee gibt es im Netz wie Sand am Meer. Google mal, da findest du jede Menge Infos.

  • Zitat

    Original von Alexx61
    ??


    In so einem Falle stellt man einen Antrag und wird befreit, oder aber die BW übernimmt die laufenden Kosten, wenn sie genau DEN Menschen haben wollen, dem ist aber nicht so


    !


    Das mit dem Antrag funktioniert aber meist nur 1x. :-)
    Aus dem grunde hat mein Ältester die sache mit dem THW gemacht. Der hat viel Spass daran. Die Termine sind sehr freizeitfreundlich. Er hat viele nette Leute kennengelernt und auch sich selbst in einigen Punkten überwunden.


    Ich finde, ein wenig Schliff und Überwindung tut einigen "Männern" ganz gut. :grin

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    Grüßle, Heaven


    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Goethe) ;-)

  • Ja, ich weiß, eigentlich sollte ich mich raushalten. Denn mein Sohn kommt ja nicht in Deutschland zum Bund, sondern höchstens in Dänemark.


    Da er zur Zeit in Lehre ist, wurde die Musterung rausgeschoben bis Januar 2008. Wie die Sache aussieht, muss er dann hin (zur Musterung), ob er auch eingezogen wird, wird sich dann rausstellen.


    Wundert es dich, dass sie dich jetzt doch noch einziehen wollen? Oder hast du gedacht, sie würden dich vergessen?


    Edit: Einige meiner früheren Kollegen wurden regelmäßig zum Reservedienst einberufen. Da gab es auch kein entrinnen.


    [SIZE=7]Da lobe ich mir doch die dänische Gründlichkeit, bei uns bekommen auch 100jährige noch den Einschulungsbescheid :grin[/SIZE]

  • Ich halte Wehrdienst auch für ein Training der Disziplin und der schnellen Entscheidungsfindungsprozesse. Ausserdem hártet er ab.


    Abgesehen davon ist es nur recht und billig, dass ein Staatsgebilde von seinen Bürgern auch verteidigt wird, wenn es darüber hinaus auch diese verteidigt und beschützt. Wir sind der Staat, er ist kein undefiniertes Gebilde.

  • Dennoch ist es auch rechtens und billig, wenn ein Staatsgebilde die Verteidigungsfrage über eine Berufsarmee regelt.


    Was genau verstehst du beim Wehrdienst unter Training schneller Entscheidungsfindungsprozesse. Ich war zwar nie beim Wehrdienst, habe aber die Ausbildung dort eher mit dem Training (bedingungslosen) Gehorsams, statt mit dem Einüben eigenständiger Entscheidungsprozesse verbunden. :gruebel

  • Zitat

    Abgesehen davon ist es nur recht und billig, dass ein Staatsgebilde von seinen Bürgern auch verteidigt wird, wenn es darüber hinaus auch diese verteidigt und beschützt.


    In Kabul?
    Im Kosovo?
    Im Sudan?
    Im Libanon?


    Seit es in der Weltpolitik kein anderes Thema als Terror mehr gibt und das Korsett um den einzelnen Bürger immer enger angezogen wird, kann ich diesen Grundsatz, den ich eigentlich früher auch unterschrieben hätte, nicht mehr so recht bejahen.

  • Und wie schnell wird aus "Krieg spielen" der Ernstfall?


    Ich weiß, das ist ketzerisch, aber nicht völlig neben der Spur in einem Land, in dem es gesetzlich die freie Wahlmöglichkeit nicht gibt.

  • Tom : Namibische Soldaten werden noch nicht einmal mehr nach Angola geschickt.


    Idgie : Man lernt schnell über sein Leben und Tod zu entscheiden. Jede schnelle richtige Entscheidung sichert dein Leben, jede falsche kann deinen Tod bedeuten.
    Obwohl, das kann man auch bei der Jagd zu Fuss in der Wüste lernen.

  • Zitat

    Original von Oryx


    Obwohl, das kann man auch bei der Jagd zu Fuss in der Wüste lernen.


    Wenn das zur Auswahl stehen würde und die Frauen entscheiden könnten....die Wüste lebt könnte man behaupten. :lache

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    Grüßle, Heaven


    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Goethe) ;-)

  • Oryx
    Bisher habe ich das immer so verstanden, dass Ziel einer militärischen Ausbildung u. a. ist, dass diese Entscheidung nicht dem einzelnen Soldaten obliegt, sondern von anderen getroffen werden kann. Mir fehlt da allerdings glücklicherweise die eigene Erfahrung.


    edit: Fehlerteufel verjagt

    Lieben Gruß Idgie



    Erst wenn man viel gelesen hat, lernt man wenig Bücher schätzen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Idgie ()

  • Idgie


    natürlich ist das so.
    In einer Kampfsituation kann man doch keine Truppe brauchen, in der jeder für sich entscheidet?
    Man braucht eine verfügbare Masse, die bestimmte Dinge TUT.


    Ich wundere mich ein wenig sowohl über das Männerbild in diesem Thread als auch über die Vorstellung von 'Disziplin'.
    Es ist eine recht sinnlose Schleiferei as such, die allein in der Kampfsituation ihre Funktion entwickeln soll.


    Krieg ist keine logisch ablaufende Angelegenheit.
    Kriege bestehen militärischerseits aus jeder Menge Schusseleien, Zufällen, Unglücksfällen (nicht selten werden die eigenen Leute abgeknallt), ungelösten logistischen Problemen, technischen Blackouts und Fehlentscheidungen bis hinauf zu höchsten Befehlsebene.
    Ein Heer ist eine höchst fehleranfällige Organsiation. Die Disziplin soll die Fehler vermeiden, es reicht aber nie.


    Mal ganz direkt: in meinem eigenen Haushalt möchte ich keinen Soldaten haben, gleich welchen Geschlechts.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Liebe magali,
    ich bin nicht völlig blöde, nur weil ich blöde fiese Fragen stelle. Mir ist schon klar, dass Krieg nicht funktionieren kann, wenn jeder Soldat sich plötzlich die doofe Frage stellt, ob er grad in Mörder- oder Sich-erschießenlassen-Laune ist. ;-)


    Meine elende Fragerei entstand erst aus der Eingangsfrage, in die ich leichtfertig eine Unterscheidung zwischen Berufsarmee und gesetzlich geregelter Wehrpflicht hineingestrickt habe.


    Ich habe einen Sohn, den ich diesem von dir beschriebenen Unsinn höchst ungern aussetzen würde. Landesverteidigung hin oder her. Und wehe jetzt kommt mir einer mit dem Vergleich von den bösen Feindsoldaten, die meine Töchter niederstrecken, wenn sie keiner davon abhält.

  • Die Frage ist ob wir historisch soweit sind eine Berufsarmee zu akzeptieren. Der Gedanke des Bürgers im Uniform, der eben nicht dem Kadavergehorsam der alten Armee, sondern in modernen Führungskonzepten ein Ziel als Befehl erhält, dessen Umsetzung er selbst vornehmen kann, der Versuch das Problem Staat im Staate mit der Bildung der Bundeswehr als bewußten Gegensatz zur Reichswehr zu setzen ist letzlich nicht gescheitert, wenn auch das Problem der Wehrgerechtigkeit (wer wird gezogen- wer nicht) nicht gelöst ist.

  • Zitat

    Original von beowulf
    Die Frage ist ob wir historisch soweit sind eine Berufsarmee zu akzeptieren.


    Diese Frage kann ich ganz einfach mit NEIN beantworten. Soweit seid ihr nicht, und wir auch nicht.