Jesus liebt mich - David Safier

  • Ich fand, das Buch war eine Kombination aus Möchtegern-Bridget-Jones, platten Witzen und moralinsaurer, pseudotiefsinniger Botschaft. Am besten gefallen hat mir noch Satan, der ein bisschen aussieht wie George Clooney und am Ende...


  • Am Anfang fand ich Marie und all ihr Sammelsurium an Problemen und ihren recht überzogen weiblichen Umgang damit etwas nervig, aber schon bald kam "die Wende" und die Geschichte richtig in Schwung. Dabei gefällt mir die abstruse Mischung aus biblischem Bezug und Gegenwart sehr gut! Und auch, wenn für manche sehr bibeltreue Menschen - den Amazon-Kritiken nach zu urteilen - die humorvolle Darstellung offenbar blasphemisch wirkt, kann ich dem gar nicht zustimmen! Denn (sorry!) aber ich finde eine wörtliche Auslegung der Apokalypse nicht unglaubwürdiger als die Beschreibung in "Jesus liebt mich"! Vielmehr ist es eine sympathische Art, die in gewisser Weise immer aktuelle biblische Botschaft in die heutige Zeit zu übernehmen... allerdings hier in einer wirklich ungewöhlichen Form präsentiert!


    So entlässt einen dieses Buch nach einem insgesamt sehr kurzweiligen Lesevergnügen mit einem breiten Grinsen - und dem Gefühl, dass es sich garantiert lohnt, aufmerksamer als bisher nach den guten Dingen und Menschen im Leben Ausschau zu halten. 8 von 10 Sternen.
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  • Marie hat das beeindruckende Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem auch noch ihre Hochzeit platzt, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Kerle zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Date, er sei Jesus. Zuerst denkt Marie, der Zimmermann hat nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch dann entpuppt er sich als der wahre Messias. Er ist wegen des Jüngsten Gerichts wieder auf die Welt zurückgekehrt. Und Marie fragt sich nun nicht nur, ob die Welt nächsten Dienstag untergehen wird, sondern auch, ob sie sich diesmal nicht in den falschesten aller Männer verliebt hat.


    Wie auch schon bei „Mieses Karma“ ein lockerer, flüssiger Schreibstil mit viel Witz und Humor. Die Charaktere haben mir allesamt sehr gut gefallen, besonders Marie und ihre Schwester Kata. Die süßen Comicstrips zwischendurch waren wirklich genial. Und auch die kurzen Kapitel aus der Sicht von Gabriel oder Satan waren unterhaltsam und interessant.


    Ein lustiges, unterhaltsames und doch stellenweise philosophisches Buch.

  • Ich bin ohne eine Erwartung an das Buch heran gegangen, wollte nach der Kinovorschau einfach das Buch gelesen haben, weil ich die Idee dazu ganz witzig fand.
    Dieses Buch hat mich auch gut unterhalten, war stellenweise echt witzig und locker flockig zwischen durch zu lesen.
    Leichte Lektüre für Zwischendurch.

  • Ich habe gestern den Film zum Buch gesehen, weil ich nichts Besseres zu tun hatte, der Film mit einer Empfehlung der Redaktion im "TV-Tip" versehen war und mich aus persönlichen Gründen interessiert, wie aktuelle deutsche Literaturverfilmungen aussehen. Schon beim Vorspann hat mich gewundert, dass die Erwähnung des Autors fehlte, was sich dann - nach anderthalb Stunden Qual - im Abspann erklärte, wo "Nach Motiven eines Romans von David Safier" zu lesen war. Zur Erklärung für Branchenfremde: Üblicherweise würde dort "Nach einem Roman von XY" stehen. Stellt der Autor jedoch beim Screening fest, dass die Verfilmung doch recht übel geraten ist, kann er quasi einen Halbschritt zurück machen, und dann steht da eben nur noch: "Nach Motiven".


    Um es kurz zu sagen: Großer Gott. Ich glaube, ich habe - von einigen "Scripted Reality Shows" am Nachmittag - lange nicht mehr so eine schlimme, überproduzierte, überambitionierte und tödlich langweilige Scheiße im Fernsehen betrachtet.

  • Zitat

    Original von Tom
    Um es kurz zu sagen: Großer Gott. Ich glaube, ich habe - von einigen "Scripted Reality Shows" am Nachmittag - lange nicht mehr so eine schlimme, überproduzierte, überambitionierte und tödlich langweilige Scheiße im Fernsehen betrachtet.


    Du sprichst mir aus der Seele. Bei mir ist es zwar schon ein bisschen her, aber ich fand den Film auch unfassbar schlecht. Eigentlich dachte ich, dass Florian David Fitz alles rausreißen würde, aber dagegen konnte er einfach nicht anspielen. Ganz, ganz fies.

  • Zitat

    Eigentlich dachte ich, dass Florian David Fitz alles rausreißen würde, aber dagegen konnte er einfach nicht anspielen.


    Was ja auf ein Gegen-sich-selbst-Anspielen herausgelaufen wäre, denn er hat nicht nur die Hauptrolle gespielt, sondern auch das Drehbuch verfasst und Regie geführt. ;-)

  • Gestern kam - ich glaub, es war im Morgenmagazin - vom ZDF ein Vorbericht und obwohl die Ausschnitte mich nicht unbedingt begeisterten, dachte ich, vielleicht sei der Film etwas für mich. War er nicht. Ich kann mich Toms Beitrag nur anschließen.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Ich habe auch das Buch gelesen. Es ist wirklich so witzig, ich konnte mich vor lachen nicht mehr halten. Aber wenn man eigentlich mal so überlegt hat das Buch auch etwas Nachdenkliches.
    Den Film dazu kenne ich auch und auch den find ich wirklich echt klasse!

  • Zitat

    Original von Tom


    Was ja auf ein Gegen-sich-selbst-Anspielen herausgelaufen wäre, denn er hat nicht nur die Hauptrolle gespielt, sondern auch das Drehbuch verfasst und Regie geführt. ;-)


    Wusste ich nicht, hätte mich aber vermutlich zum Film verführt, denn ich mag seine Filme eigentlich sehr gerne. So oder so war der Film einfach nur grauenvoll.

  • Ich kenne das Buch nicht und dachte Aufgrund des TV Tipps und des witzigen Trailers das es ein lustiger Film wäre , aber das war gequirlter Schwachsinn ..ich kann mir auch gar nicht erklären warum ich das eigentlich zu Ende geguckt habe

  • Haut mich, aber mir hat er gefallen :schaem


    Ok, aber ich kenne das Buch auch nicht.
    Von David Safier kenne ich genau ein Buch - 28 Tage lang.
    Ich denke, ich sollte mir dieses hier auch mal zu Gemüte führen.

  • Nachdem ich gelesen hatte, wie es wäre, wenn Hitler wieder unter uns wäre, habe ich mich auch noch dem Gedankenspiel hingegeben, wie es wäre, wenn Jesus wieder auftauchen würde.


    Dieses Gedankenspiel war ganz sicher um einiges oberflächlicher als das erste, aber es war äußerst leicht zu lesen, spannend, unterhaltsam und stellenweise sogar witzig. Genau das richtige für einen Liegestuhl am Strand!


    Kein nachhaltiger Lesegenuss, aber auf jeden Fall ein Lesetipp.

  • Ich hab mich schon bei Mieses Karma recht gut unterhalten, aber Jesus liebt mich finde ich wie viele andere hier besser, lustiger, origineller.
    Dass die Protagonistin Marie eine reine Klischeefigur ist, die keine bizarre Situation und kein Fettnäpfchen meidet, stört weiter nicht und macht sie für mich seltsamerweise gerade deshalb sehr sympathisch.
    Joshua/Jesus, der liebenswerte, grundehrliche und hilfsbereite Spät-Hippie, Kata, die Schwester, wie ich auch gerne eine hätte und die wunderbare Comics zeichnet (in Wirklichkeit ist es Ulf K., der seinen Familiennamen nicht preisgibt) und der Teufel in der Gestalt von George Clooney (!) machen das Buch zu einem schönen und kurzweiligen Leseerlebnis.


    Ich habe mich bestens unterhalten. Ein leichtes, aber keinesfalls seichtes Buch.
    David Safier erzählt mitreißend, hinreißend komisch und schwächelt nur (wie leider so viele seiner Schriftstellerkollegen auch) beim Schluss.


    Den Film musste ich wegen akutem Brechreiz nach kurzer Zeit abbrechen.

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde