'Die Seelen im Feuer' - Seiten 193 - 266

  • Zitat

    Original von Bouquineur


    Ist anzunehmen, dass das noch Folgen haben wird. Ich bin gespannt, wann die Maske zum Vorschein kommt. An die Folgen möchte ich nicht denken. Vermutlich wird man Caspar danach ganz besonders zusetzen, um seine "böse Seele" zu läutern.


    Dabei hat nach meinem Empfinden gerade der Mohr die weißeste Seele von allen. Ich mag ihn, er hat was kindlich unschuldiges :-)


    Ja, der Mohr, den hab ich sozusagen hereingenommen als Prototyp des "edlen Wilden". Das Verhalten des "Heiden" ist christlicher als das der angeblich so guten Christen, er ist im wahrsten Sinn des Wortes "gut".
    Und selbst als er am Ende nicht mehr "gut" handelt, ist doch das Ergebnis gerecht. Aber ich will nicht zu viel verraten...

  • Ich bin noch nicht ganz durch, aber dieser Abschnitt gefällt mir gut. Johannas Zeit in Amsterdam ist - wie Ihr ja auch schon geschrieben habt - eine Wohltat für Johanna und auch für mich.


    Den Brief von Cornelius und den anderen finde ich sehr mutig und ich hoffe doch sehr, dass die Männer etwas bewirken können...


    Ich empfinde Förner auch als noch schrecklicher als Dornheim. Hoffentlich erhalten beide noch ihre Strafe! Gelungen fand ich die Szene, in der Dornheim erfährt, dass er als Hexer angezeigt wurde... schade aber auch, dass Förner die Protokolle dazu verschwinden ließ...


    Caspar mag ich auch sehr gern und ich bin schon gespannt, wann die Maske wieder auftaucht....


    Insgesamt ein wirklich fesselndes Buch!

  • danke für deine interessanten erläuterungen, dass du dir die zeit dazu nimmst... vor allem, wo doch seite 49ff geschrieben werden wollen :knuddel1
    zwar ist dein buch natürlich auch für sich allein genommen verständlich, aber deine teilnahme an der leserunde rundet es gut ab :anbet :wave

    "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute ohne Laster auch sehr wenige Tugenden haben." (A. Lincoln)

  • Ich glaube Frommer und Schramm sind kaum noch zu stoppen. Sie manipulieren wo sie können, um alle Menschen aus dem Weg zu räumen, die ihnen im Weg sind.
    Johannas Aufenthalt in Amsterdam fande ich sehr schön beschrieben, wie ihr alle gesagt habt, man konnte für ein paar Seiten aufatmen.
    Allerdings glaube ich, dass es zu früh war um zurückzukommen, die heiße Phase fängt gerade erst an.

  • Zitat

    Original von Sabine Weig.
    Also, erstens: Ja, die Geschichte der Wirtin ist genau so passiert. Und warum sie sich nicht selber umgebracht hat? Achtung, hier muss man wieder denken wie die Menschen der Zeit! Selbstmord, aktiv verübt, ist eine Todsünde! Man wird nicht auf geweihtem Boden begraben und schmort auf immer und ewig in der Hölle. Bei einer Verurteilung mit Feuertod und vorheriger Beichte hat die Wirtin immer noch die Chance, nach Millionen von Jahren im Fegefeuer doch noch in den Himmel zu kommen. Das ist der Effekt des Feuers: es reinigt von aller Sünde!
    Zweitens: bös und gut, diese Ausdrücke tauchen in allen Inventaren der Zeit auf. Und du hast recht: "bös" heißt einfach "in schlechtem Zustand".


    Vielen Dank für Deine Antworten! :wave
    Ich verstehe Barbaras Entscheidung unter diesem Gesichtspunkt durchaus. Ich bin eigentlich auch nur drauf gekommen, weil von anderen berichtet wurde, die sich im Malefizhaus das Leben nahmen.


    Dornheim finde ich übrigens eine sehr interessante (wenn auch nicht sympathische) Figur, gerade dadurch weil er eben auch an sich und seinen Entscheidungen zweifelt. Er ist ein schwacher Mensch und lässt sich von Förner allzuleicht und zu gerne manipulieren.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • In diesem Teil hat mich die Geschichte von der Wirtin Schwartz sehr berührt. :-(
    3 mal die Folter überstehen und dann vom Mann abgewiesen zu werden, daß ist schon ein harter Tobak.


    Paradise Lost :
    Dein Gedanke mit der Maske ist mir auch schon gekommen. Ich sehe das in etwa so wie beim "Häschen".


    Hans Schramm scheint mir irgendwie gar nicht traurig gewesen zu sein wegen Johanna. Ich habe nirgends gelesen, daß er ihr nachgetrauert hätte.
    Mir tut jetzt nur die Tochter des Bürgermeisters Leid. Denn gut geht es für sie bestimmt nicht aus.
    Entweder sie verliebt sich in Hans und wird dann in der Ehe mit ihm unglücklich.
    Oder wie auch Paradise Lost vermutet, weist sie Hans zurück und er bezichtigt sie der Hexerei.


    Für Johanna hat es mich sehr gefreut, daß sie in Amsterdam wieder zu sich finden konnte.
    Daß ihr Cousin in sie verliebt ist, habe ich mir auch gedacht. Schade, denn das ist jetzt der Grund, warum sie abreisen muß.
    Aber sie fährt ja auch wegen Cornelius zurück. :-)


    Nur wird mir jetzt schon ganz Bange, was sie zurück in Bamberg alles erwartet.


    Der Roman gefällt mir nach wie vor sehr gut und ich freue mich schon aufs weiterlesen jetzt dann gleich im Bett. :-)


    LG Märchenfee

  • Eigentlich kann ich nur wiederholen, was fast alle vor mir geschrieben haben.
    Daher in aller Kürze:
    1. Johannas Aufenthalt in Amsterdam ist eine Erholung für sie und für den Leser gleichermaßen. Der Kontrast zu den Zuständen in Bamberg ist enorm. Sehr schön wird das Leben in der Stadt dargestellt.
    Allerdings habe auch ich die Befürchtung, daß Johanna zu früh nach Bamberg zurückkehrt.
    2. Caspers Verstecken der Maske hinter dem Bild wird ganz sicher noch Folgen haben, in welcher Form auch immer.
    3. Die Geschichte der Wirtin Schwartz hat mich auch sehr betroffen gemacht. Ich bin aber auch beeindruckt von ihrer Stärke. Erst die Folter überstanden und dann "freiwillig" wieder zurück zu ihren Peinigern - meine Güte, wie kann ein Mensch das schaffen?

  • Ich :write Mal alles was meine Vorschreiber/innen schon erwähnt haben, um mich kurz zu fassen ;-)


    Der Einblick in das damalige Amsterdam fand ich sehr interessant und informativ. Und das Johanna zu sich selbst wieder findet war echt schön zu lesen. Ihre Rückkehr nach Bamberg ist mir auch nicht ganz geheuer, wenn das mal gut geht.


    Cornelius schwebt ja jetzt auch in Gefahr, weil er ja mit auf der Liste stand. Gut fand ich aber diese Aktion schon, schließlich muss man was unternehmen so kann es ja wohl nicht weiter gehen.


    Das Buch gefällt mir bis jetzt super gut :knuddel1

  • Zitat

    Original von drehbuch
    danke für deine interessanten erläuterungen, dass du dir die zeit dazu nimmst... vor allem, wo doch seite 49ff geschrieben werden wollen :knuddel1
    zwar ist dein buch natürlich auch für sich allein genommen verständlich, aber deine teilnahme an der leserunde rundet es gut ab :anbet :wave


    Ja, das Schreiben geht bei aller Motivation, die ich von Euch bekomme, gut voran. Gestern habe ich die erste Liebesszene des neuen Buchs zu PC gebracht. Dazu mal ne Frage an alle: Wie haltet ihr´s mit Sex in historischen Romanen? Bisher war ich damit immer eher sparsam, aber wenn ich z.B. Iny Lorenz angucke (und ihre Verkaufszahlen) , wo alle paar Seiten was Schlüpfriges kommt, überlege ich schon manchmal, ob das so sein muss. Fürs neue Buch hab ich jedenfalls beschlossen, dass es noch vor der 100. Seite eine Sex-Szene kriegt. Man will ja schließlich als Autorin auch leben, grins...

  • Tja, eine Liebes-Szene ist immer dann gut und schön, wenn sie auch entsprechend geschrieben ist. Sie muss ins Geschehen passen und darf nicht nur um der entsprechenden Szene willen hineingepresst wirken.


    Was ich vor allem gar nicht mag, sind diese ekelhaften Vergewaltigungen in einigen historischen Büchern. Von so etwas mag ich mich nicht unterhalten lassen. Gut, wenn z.B. es im Rahmen der Hexenprozesse zu sexueller Gewalt gekommen wäre und du hättest es beschrieben, dann war es so und muss wohl auch erwähnt werden. Aber letztens habe ich auf Anraten einer Freundin einen hist. Roman gelesen, in dem wurde eine entsprechende Szene so genüsslich und detailliert ausgebreitet, dass ich das Buch fortgelegt habe. Ich habe es als absolut ekelhaft empfunden.


    Ich hoffe, du kannst verstehen was ich sagen will. Gerade habe ich den Eindruck, dass ich mich nicht wirklich verständlich ausgedrückt habe. :grin

  • Zitat

    Original von Sabine Weig.
    Dazu mal ne Frage an alle: Wie haltet ihr´s mit Sex in historischen Romanen? Bisher war ich damit immer eher sparsam, aber wenn ich z.B. Iny Lorenz angucke (und ihre Verkaufszahlen) , wo alle paar Seiten was Schlüpfriges kommt, überlege ich schon manchmal, ob das so sein muss. Fürs neue Buch hab ich jedenfalls beschlossen, dass es noch vor der 100. Seite eine Sex-Szene kriegt. Man will ja schließlich als Autorin auch leben, grins...


    Ich schreib dazu was im letzten Abschnitt. Sonst laufe ich Gefahr, zu spoilern.

  • Zitat

    Original von Paradise Lost
    Dornheim finde ich übrigens eine sehr interessante (wenn auch nicht sympathische) Figur, gerade dadurch weil er eben auch an sich und seinen Entscheidungen zweifelt. Er ist ein schwacher Mensch und lässt sich von Förner allzuleicht und zu gerne manipulieren.


    :write So geht es mir auch - ich finde ihn auch sehr glaubwürdig, eben weil er so hin und hergerissen ist.

  • "Ich bin auch für die sparsame Variante."


    :write
    ich auch.
    natürlich gehören liebe, sex, romantik... zum leben und somit auch zum leben der in historischen romanen auftretenden personen. aber die dosierung sollte sparsam sein, der schwerpunkt woanders sein, denn wenn ich einen nackenbeißer oder erotikthriller lesen möchte, tue ich das, suche mir also ein buch des entsprechenden genres.
    in gabaldons highlandsaga ging mir zB der ständig brustwarzennuckelnde jamie auf die nerven.
    ich mag es, wenn es nicht in epischer breite geschildert wird, was und wie die beteiligten es treiben, lieber nur andeuten und den rest der phantasie des lesers überlassen.
    wichtig ist mir auch die wortwahl. auch, wenn früher in manchen kreisen eine rauere sprache üblich war, muss ich nicht unbedingt etwas (sorry) von einem im loch rumstochernden ast lesen.


    ist eigentlich eine gewisse karla weigand mit dir irgendwie verwandt?
    sie schreibt auch historische romane, ich hab aber noch keinen gelesen.
    von dir hingegen haben mir bereits die markgräfin und das perlenmedaillon recht gut gefallen.

    "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leute ohne Laster auch sehr wenige Tugenden haben." (A. Lincoln)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von drehbuch ()


  • Karla Weigand ist mit mir weder verwandt noch verschwägert, und kennen tu ich sie auch nicht. Was mich an ihr bzw. ihrem Verlag ein bisschen ärgert ist, dass die Aufmachung ihrer Bücher ganz stark an meine angelehnt ist, die fahren da ein bisschen Trittbrett. Das ist blöd für Leser, die glauben, ein Buch von mir zu kaufen und haben dann eins von ihr - und umgekehrt. Aber was soll man machen...

  • Ich bevorzuge weder die sparsame Variante noch die ueppige, sondern immer die, die die Geschichte will.
    So wie in "Die Seelen im Feuer".
    Insofern hoffe ich, dass Du's Dir noch einmal ueberlegst und keine Sexszenen - oder irgendwelche Szenen - einbaust, die Deine Geschichte nicht von Dir fordert.


    Ich finde, Dein Roman ist - wie die zwei anderen, die ich von Dir gelesen habe - klug und angemessen und schoen gebaut. Er enthaelt, was er braucht, er geizt nicht, aber er ueberfuettert auch nicht. Er bleibt dadurch im Ton seinem Thema gerecht und nahe an dessen Puls.
    Es waere extrem bedauerlich fuer mich, wenn Du daran aus irgendwelchen Gruenden, die nichts mit der Geschichte zu tun haben, etwas aendertest.


    Herzliche Abendgruesse von Charlie

  • Zitat

    Original von Bouquineur


    Da fragt man sich aber auch, was die Hexenverfolgung aus den anderen Menschen gemacht hat. Da überlebt jemand tatsächlich diese Tortur, kommt zurück nach Hause, wird nicht nur von den lieben Nachbarn gepeinigt sondern sogar noch vom eigenen Mann, dem sie unbequem geworden ist. Und als einzige Lösung sieht sie am Ende nur noch die Selbstanzeige. Das erschüttert, das erschüttert wirklich.


    sehe ich absolut genauso :write

  • Zitat

    Original von hollyhollunder
    In diesem Abschnitt wurde ich ein wenig in "Sicherheit" gewiegt. Johanna konnte im fortschrittlichen und relativ freigeistigen Amsterdam Atem schöpfen und wieder zur inneren Sicherheit finden - und damit auch zur Erkenntnis, dass es sie nach Bamberg zurückzieht - zu Cornelius und ihrer Familie.
    Cornelius andererseits nimmt die Hexenverbrennungen so nicht mehr hin sondern sucht mit anderen mutigen Männern nach Mitteln und Wegen um dem immer drastischer werdenden Verfolgungen Einhalt zu gebieten.


    Richtig erholsam für meine aufgewühlte Leserseele waren die Briefe aus den Niederlanden nach Bamberg. Und mit unerschöpflichem kleinen feinen Geschichtswissen gefüllt. Es machte richtig Spaß diese ganzen Informationen zu Lesen.


    auch hier kann ich mich nur anschließen :write