Die Reinheit des Todes – Vincent Kliesch

  • Verlag: blanvalet
    Format: Taschenbuch
    Seiten: 318


    Rückentext:
    Was würdest Du tun, wenn dein größter Feind deine letzte Hoffnung ist?


    Ein geheimnisvoller Serienmörder stellt das LKA Berlin vor scheinbar unlösbare Rätsel. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Spuren gibt es keine, denn die Wohnung ist klinisch rein geputzt – ein Alptraum für die Ermittler. Die letzten Hoffnungen ruhen auf Julius Kern, der Jahre zuvor einen grausamen Massenmörder fassen konnte. Doch Kern ist daran fast zerbrochen. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hast sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier.


    Über den Autor:
    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller „Die Reinheit des Todes“. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der „Filmpark Babelsberg“, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre „Quatsch Comedy Club“ sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer. Vincent Klieschs erster Thriller bildet den Auftakt zu einer Buchreihe um seinen Ermittler Julius Kern. Mehr Informationen über den Autor finden Sie unter www.vincent.kliesch.de


    Meine Zusammenfassung:
    In Berlin geht ein Serienmörder um und die Polizei ist ratlos, denn er hinterlässt keine Spuren. Von den ermittelnden Beamten sinnigerweise „Putzteufel“ getauft, reinigt er die Schauplätze seiner Morde in akribischer Kleinarbeit und scheinbar stoischer Ruhe, während die Toten aufgebahrt und wie vom Leichenbestatter hergerichtet im Raum liegen. Als schließlich die dritte Leiche innerhalb von 8 Monaten gefunden wird und es immer noch keine verwertbaren Spuren oder Anhaltspunkte gibt, sieht der leitende Ermittler Quirin Meisner nur noch eine Chance: Kommissar Julius Kern, der dafür bekannt ist, auch mal um die Ecke zu denken und somit neue Aspekte in die Untersuchungen einfließen zu lassen, wird hinzugezogen. Doch der kämpft immer noch mit dem Trauma, dass sein letzter Massenmörder vor Gericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde und jetzt gerade kurz vor der Veröffentlichung eines Buches steht, was die sensationsgierige Presse und die ihn zum Teil verehrende Öffentlichkeit voller Ungeduld erwarten.
    Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen macht Kern sich mit Feuereifer an die Arbeit, nicht zuletzt auch, weil der Kampf mit seinem Dämon, dem Mörder Tassilo Michaelis, auch sein Familienleben zerstört hat und er hofft, durch den Sieg über den „Putzteufel“ seinen inneren Frieden wiederzufinden und eine Chance auf einen Neuanfang mit Frau und Tochter zu haben.


    Meine Rezension:
    Bei diesem Thriller handelt es sich nicht um eine der üblichen Whodunit-Geschichten, denn bereits auf S. 41 wird dem Leser die Identität des Mörders enthüllt und ab da verfolgt man in wechselnden Handlungssträngen den fast besessenen Kommissar Kern und den „Putzteufel“-Mörder Raphael von Bergen, der so schön ist wie ein Engel. Obwohl somit natürlich ein gewisses Spannungspotential von vorne herein verschenkt ist, liest man trotzdem mit wachsendem Interesse welche Wege Kern einschlägt um dem Mörder näher zu kommen (und dabei manchmal nur haarscharf an einer Spur vorbeiläuft wie der Leser weiß), wie Raphael bei der Auswahl seiner Opfer vorgeht und wie nach und nach enthüllt wird, welche Beweggründe und Geister der Vergangenheit ihn treiben. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblenden zu Tassilo Michaelis und den brutalen Scheunenmorden, drei Jahre vor der gegenwärtigen Handlung, die Kern nachts immer noch den Schlaf rauben.
    Man muss ganz klar sagen, die eigentlichen Hauptfiguren dieses Buches sind für mich die beiden Mörder Raphael und Tassilo. Vor allem letzterer, weil er mit seinem kultivierten Benehmen und dem Verhalten gegenüber Kern so ein kleines bisschen was von Hannibal Lecter hat, der mit der kleinen Agentin Starling spielt. Während Kern nur ein weiterer Ermittler ist, dessen Beruf sein Privatleben ruiniert hat und der mit Alkohol und Schlafmangel kämpft (dabei aber durchaus nicht unsympathisch ist), sind die Mörder die schillernden und faszinierenden Elemente die den Roman tragen und die gerade mal etwas über 300 Seiten schnell und kurzweilig vorüberziehen lassen.
    „Die Reinheit des Todes“ soll der Auftakt zu einer Reihe um Julius Kern sein. Ich denke, ich würde, schon allein um wieder etwas von Tassilo zu erfahren, auch die Fortsetzung lesen (die irgendwann 2011 erscheinen soll), allerdings nicht unbedingt wegen Kommissar Kern, der aus dem üblichen Klischee des vom Schicksal gebeutelten Polizisten nicht sehr heraussticht.


    Fazit: Für zwei fesselnde Serienmörder und eine trotz bekanntem Täter spannende und eingängige Geschichte, gibt es von mir 8 von 10 Punkten. Kein schlechtes Debüt.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Meine Meinung
    Dieser Thriller ist das hervorragende Debüt von Vincent Kliesch.
    Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Berlin. Er hinterlässt drei Leichen in Abständen von einigen Monaten, diese liegen aufgebahrt in ihren Wohnungen, die Räume hat er blitzblank geputzt und die Leichen tragen weiße Hemden. Keiner kann einen Hinweis auf ihn finden, viel zu gründlich geht er vor. Auch die Hintergründe sind unklar.
    Da ruft das LKA Kommissar Kern zu Hilfe. Seinen letzten Fall konnte er nicht lösen und ist fast daran kaputt gegangen. Dennoch ist der damit betraute Kommissar Meisner der Meinung, dass er diesen Fall lösen wird. Doch auch Kern hat an der harten Nuss sehr zu knabbern, denn erst weist gar nichts darauf hin, wer der Mörder sein könnte.


    Während der Geschichte schaltet die Erzählung immer wieder zwischen Kern und dem Mörder hin und her. So erfährt man die Hintergründe, warum der "Engel" tötet und wie sein Leben aussieht heute und in der Vergangenheit. Auch über den letzten Fall von Kern erfährt man einiges und kommt mit dem Täter in Berührung. Vielleicht löst er diesen Fall im nächsten Buch? Wer weiß das schon...
    Kliesch hat eine sehr angenehme Schreibweise, die auch die noch so martialischen Szenen teilweise doch lesbar herüberbringt. Er weiß ganz gut schockierendes mit spannendem und erotisches mit abstoßendem zu kombinieren. Hat mir sehr gefallen. Und erst, wie er auf die Idee zu dem Buch kam, fand ich auch faszinierend. Aber, ich will nicht zuviel verraten. Ihr solltet das Buch lesen


    Die Geschichte ist das Debüt von Vincent Kliesch, der sich bislang eigentlich nicht mit Schreiben beschäftigt hat. Er hat Restaurantfachmann gelernt und arbeitet heute als Comedian. Und dennoch hat er einen super spannenden Thriller geschrieben, der mir viel Freude beim Lesen bereitet hat. Die Figuren sind authentisch, die Geschichte spannend und fast zum greifen nah. Ein Thriller, der in Berlin spielt und wohl nicht der letzte von ihm sein wird. So wie es aussieht, bekommt Kern bald wieder was zutun...

    Auch aus Steinen,
    die dir in den Weg gelegt werden,
    kannst du etwas Schönes bauen

    Erich Kästner

  • Ich bin auch durch Kossi´s Videorezension auf dieses Buch aufmerkam geworden und lese es jetzt gerade im Urlaub.


    Mir gefällt es ausgesprochen gut, und es beruhigt mich, dass ich nicht die einzige bin die beim lesen an Hannibal Lecter denken muss :lache.


    Etwas schade finde ich, dass sehr früh der Mörder enttarnt wird. An dieser Stelle hätte ich mir weniger Transparenz gewünscht.


    Trotzdem liest es sich sehr fließend und spannend, und ich muss jetzt hier auch stoppen um weiter lesen zu können ;-) :grin.

    LG Katja :wave


    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es ,
    alles beim alten zu lassen .
    Und gleichzeitig zu hoffen , das sich etwas ändert."-Albert Einstein ."


    :lesend "FÜNF "- Ursula Poznanski

  • Über den Autor:
    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller Die Reinheit des Todes. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der Filmpark Babelsberg, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre Quatsch Comedy Club sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer. Vincent Klieschs erster Thriller bildet den Auftakt zu einer Buchreihe um seinen Ermittler Julius Kern. Mehr Informationen über den Autor findet Ihr unter www.vincent-kliesch.de


    Über das Buch:
    Ein Anruf reißt Hauptkomissar Julius Kern aus seinem eintönigen Ermittleralltag in Brandenburg. Sein Freund und Kollege Quirin Meisner bittet ihn um Hilfe in einem besonders mysteriösen Fall in Berlin. Ein Serienmörder hat zum dritten Mal zugeschlagen.
    Er hinterläßt nichts als einen akribisch gesäuberten Tatort. Ist es ihm wirklich zum dritten Mal gelungen, den perfekten Mord zu begehen? Das LKA Berlin steht vor einem Rätsel. Julius Kern ist es mit seinen ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden zwar schon einmal gelungen, einen brutalen Massenmörder aufzuspüren, doch diesmal scheinen alle Spuren ins Leere zu führen. Kern muss bald erkennen, dass er den Mörder nur mit Hilfe eines Mannes fassen kann, den er in seinem ganzen Leben niemals wieder sehen wollte....


    Meine Meinung:


    Vincent Kliesch und seinen Protagonisten Julius Kern sollten wir uns merken. Denn "Die Reinheit des Todes" ist der Auftakt zu einer Serie die sehr vielversprechend klingt. Zumindest hat mich der Auftakt der Serie sehr überzeugt.


    Ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Auch wenn es mich zeitweilig beim lesen in leichte Panik versetzte, denn dies Buch ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Sehr spannend fand ich auch Chopin.


    Chopin kommt in diesem Thriller immer wieder mal vor, und ab einem bestimmten Punkt im Buch ließ ich Chopin auf youtube parallel laufen.


    Etwas beunruhigte mich, dass ich beim lesen immerzu an Hannibal Lecter denken musste- aber zum Glück ging es ja nicht nur mir so :lache


    Ein geheimnisvoller Serienmörder stellt das BKA Berlin vor ein scheinbar unlösbares Rätsel. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Spuren gibt es keine, denn die Wohnung ist klinisch rein geputzt- ein Alptraum für die Ermittler. Die letzten Hoffnungen ruhen auf Julius Kern, der Jahre zuvor einen grausamen Massenmörder fassen konnte. Doch Kern ist daran fast zerbrochen. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hat sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier.


    Kern nimmt diesen Fall an, obwohl ihn ein alter Fall noch so sehr belastet, dass er ihn bis in seine (Alp-)Träume verfolgt. Auch wenn Kern zwar als Protagonist in diesem Buch genannt wird

    .


    Dieses Buch besteht aus 3 Handlungssträngen. Und wenn sie anfangs auch scheinbar absolut nichts miteinander zu tun haben, fügt sich am Ende alles fulminant wie ein Puzzle zusammen.


    "Für alle, die im Service arbeiten. Lasst euch nicht ärgern!"
    Diese Widmung steht ganz am Anfang des Buches und verwirrte mich anfangs.
    Beim lesen des Buches habe ich mich gedanklich sehr damit beschäftigt wie ich mich Servicepersonal gegenüber verhalte.


    Dieses Buch wird einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, und ich werde ab sofort immer höflich und zuvorkommend Servicekräften gegenüber sein :lache.


    Kossi erzählte es so schön in ihrem Vlog (und ich hoffe es ist ok Kossi, wenn ich es mit Deinen Worten sage :-)): "Falls Ihr einmal eine Einladung bekommt, z.B. in eine Scheune- überlegt Euch gut, ob Ihr hingeht. Denn man weiß nie was dort passiert......


    Chapeau! Ein genial gemachter Thriller, der neugierig auf den 2. Band dieser Serie macht. Für mich bisher der beste Thriller in 2010.


    10 von 10 Punkten von mir für diesen genial geschriebenen Thriller. Alle die gerne Sebastian Fitzek lesen, werden auch Vincent Kliesch Thriller lieben.

    LG Katja :wave


    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es ,
    alles beim alten zu lassen .
    Und gleichzeitig zu hoffen , das sich etwas ändert."-Albert Einstein ."


    :lesend "FÜNF "- Ursula Poznanski

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  • Meine Meinung:


    Vincent Kliesch hat mit "Die Reinheit des Todes" einen Klasse Thriller geschrieben. Auf das Buch kam ich durch Kossi :grin.
    Und da wir in Sachen Krimi/Thriller den gleichen Geschmack haben, brauchte ich das Buch unbedingt.
    Und es hat mich wirklich nicht enttäuscht. Spannend geschrieben.
    Der zweite Handlungsstrang, finde ich persönlich, noch besser :yikes Tassilo...


    Ein großartiger Debütroman und ich freue mich auf weitere Bücher mit Julius Kern.

  • Die Reinheit des Todes von Vincent Kliesch ist ein Thriller, in dem es gleich um zwei Fälle geht. Einen aktuellen, in dem ein Serientäter Menschen tötet und sie und ihre Wohnungen völlig sauber zurück lässt. Der zweite Fall liegt drei Jahre zurück und hier handelt es sich um einen brutalen Massenmörder. Welcher Kommissar Kern bis heute noch beschäftigt und auch sein Privatleben beeinflusst hat.
    Der Leser erfährt sehr schnell wer der Täter ist, was allerdings nichts von der Spannung nimmt. Im Gegenteil, ich war sehr gespannt auf sein weiters Handeln und ob es ein neues Opfer geben wird.
    Eigentlich lese ich ja eher Krimis in denen etwas weniger Blut fließt, aber dennoch hat mir dieses Buch gefallen. Das lag unter anderem auch daran, dass die Handlung nicht nur aus der Sicht des Kommissars geschildert wird.

    Gruß Sabine


    ich lese: "Ohne Ausweg" von Kathrin Lange

    ich höre: "Drei Schwestern am Meer" von Anne Barns

  • Das LKA Berlin steht vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Drei Opfer sind schon eindeutig auf ihn zurück zu führen, aber der Verrückte hinterlässt keinerlei Spuren. Im Gegenteil, die Wohnungen sind klinisch rein geputzt und verwertbare Spuren somit nicht zu finden. Die Ermittler sind am Verzweifeln. Die einzige Hoffnung liegt nun auf Julius Kern, doch er muss erst noch die Schatten seiner Vergangenheit besiegen.


    Vincent Kliesch hat das geschafft was Thrillerautoren selten gelingt: mich von der ersten Seite an zu fesseln! Schon im Prolog wird man von der Spannung ergriffen und diese hält sich ununterbrochen bis hin zur letzten Seite. Hierbei macht sich der Autor einen Zeitsprung zwischen Gegenwart und den Ereignissen von vor drei Jahren zu nutze. Scheinbar unabhängige Handlungsstränge bauen sich nach und nach auf und geben der ganzen Story nochmals Tempo so, dass man unfähig ist dieses Buch aus der Hand zu legen, während sich diese Puzzleteile langsam aber sicher zu einem Ganzen fügen.


    Der Schreibstil ist flüssig und die Kapitel sind kurz gehalten. Eine kleine Lesepause zwischendurch bringt der Spannung mit Sicherheit keinen Nachteil. Allerdings muss ich hier die Frage stellen: Wer möchte das überhaupt bei dieser genial konstruierten und mitreißenden Story?


    Auch wenn Julius Kern als Ermittler mal wieder das Klischee des gebrochenen Mannes bedient, ist er glaubwürdig beschrieben. Und auch alle anderen Charaktere - allen voran die Psychopathen - sind so konstruiert, dass sie faszinieren und gleichzeitig abstoßen. Für mich ist das genau die richtige Mischung, die ich brauche, um beim Lesen alles um mich herum zu vergessen.
    Ich brauche an dieser Stelle sicher nicht betonen, dass ich "Die Reinheit des Todes" in einem durch gelesen habe, aber ich denke, dass ich damit nicht die Einzige bin, weil dieses Debüt ausgezeichnet gelungen ist und im Finale sich fast schon selbst übertrifft und mit Überraschungen nicht spart.


    Laut Klappentext ist "Die Reinheit des Todes" der Auftakt zu einer Buchreihe rund um den Ermittler Julius Kern und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, denn dieser erste Teil verspricht noch viele spannende und packende Lesestunden auf die ich mich jetzt schon freue.


    Fazit: Ein Debüt, das seinesgleichen sucht. Thrillerfans sollten Vincent Kliesch einen Ehrenplatz im Buchregal frei halten.

  • Nach den ganzen begeisterten Leserstimmen zu Vincent Klieschs Debüt "Die Reinheit des Todes" war ich logischerweise sehr gespannt auf diesen Thriller. Aber leider konnten meine Erwartungen wie so oft nicht erfüllt werden. Und dabei habe ich sonst wirklich keine großen Probleme mit Thrillern, aber diesen fand ich wirklich schlecht.


    Dabei muss man sagen, die Idee war durchaus gut und interessant. Aber der Schreibstil... Um Himmels Willen. Bei den Dialogen drehten sich bei mir teilweise die Fußnägel um. Und auch der Plotaufbau war mehr als ausbaufähig. Oft ist es einfach nur wirr und die verschiedenen Handlungsstränge sind so dermaßen mies verknüpft, dass man sich die Haare raufen mag, was das nun wieder alles soll.


    Im Übrigen jagt ein Klischee das andere. Die Tassilo Geschichte mag da noch am ehesten gehen, aber dann wieder das arme Kind mit der schlechten Kindheit, duziduzi, also Leute, das haben wir alles schon bedeutend besser in anderen Thrillern gelesen. Und auch Kern, natürlich wieder so ein Polizist, der privattechnisch ein Wrack ist. :rolleyes :bonk Mann, Mann, Mann! Zu der Ehesache (ich sag nur Klischee, war ja klar!), spar ich mir einen Kommentar!


    Außerdem fand ich es einfach nervig, dass durch die vielen Handlungsstränge man oft aus dem Lesefluss geworden wurde. Und ich kann mir nicht helfen, auch wenn sie parallel ablaufen, man fühlte sich beim Lesen, als ob man Buch 2 statt Buch 1 liest. :rolleyes


    Ganz ehrlich, da hab ich bedeutend mehr erwartet und Band 2 werde ich mir sicher nicht mehr geben. Das hat mir hier gereicht!
    Furchtbar!

  • In Berlin geht ein Serienmörder um, der seine Opfer absolut sauber am Tatort hinterlässt. Das Ermittlerteam steht vor einem Rätsel. Da es so gar keine Spuren gibt, wird Julius Kern dazu geholt. Dieser hat allerdings noch psychisch mit einem alten Fall zu kämpfen...


    Vincent Kliesch ist mit seinem Erstlingswerk ein toller Thriller gelungen. Er erzählt 3 Handlungsstränge, ohne dass der Leser verwirrt wird. Die Figuren, allen voran Julius Kern und Raphael, werden authentisch und toll beschrieben. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar und glaubhaft.
    Vincent Klieschs Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Als besonderes Bonbon lässt er eine seiner Figuren, nämlich Tassilo (der alte Fall von Kern), verschiedene berühmte Personen zitieren. Einfach herrlich.
    Alles in allem hat er das Zeug ein sehr guter, deutscher Thrillerautor zu werden.


    Ich freue mich schon auf den 2. Band, der den Namen "Der Todeszauberer" tragen wird.

  • Mir hat das Buch gut gefallen! Es ist zwar teilweise nicht wirklich realistisch aber ich habe es (nach einer kleinen Anlaufschwäche) sehr gerne gelesen.


    Vor allem über Tassilo (welch Name! :lache) würde ich gerne mehr erfahren.


    Von mir bekommt das Buch 8 Punkte!

  • 318 Seiten



    1.Fall Julius Kern


    Meine Meinung:
    In Berlin treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Er hinterlässt immer einen total sauberen Tatort, an dem absolut nichts zu finden ist. Nun wurde bereits das dritte Opfer gefunden und das LKA Berlin steht nach wie vor ohne Anhaltspunkte da. Man ruft Hauptkommissar Julius Kern zu Hilfe, der ein hervorragender Ermittler ist und früher beim LKA Berlin tätig war. Seit fünf Jahren ist er aber in Brandenburg und wird nun wieder in das Team in Berlin eingebunden.


    Kern ist vor drei Jahren an einem Fall gescheitert und noch immer angeschlagen. Er hatte den Massenmörder Tassilo gestellt, aber der wurde anschließend freigesprochen. Er hatte sich damals in den Fall so verbissen, dass sogar seine Ehe zerbrochen ist und seine Frau ihn mit seiner Tochter verlassen hat. Nun wird er aber wieder zu einem so extremen Fall hinzugezogen. Der Mörder kleidet seine Opfer immer in weiße Hemden und bahrt sie dann auf einem Tisch auf. Der Tatort wird von ihm immer klinisch gereinigt und daher hat er den Spitznamen „Putzteufel“ erhalten.


    Obwohl man sehr bald weiß, wer der Mörder ist, lässt die Spannung keinesfalls nach, da die Ermittlungsarbeit äußerst interessant ist und man ja auch das Motiv für die Morde erfahren will. Man lernt die einzelnen Personen sehr genau kennen, unter anderem auch den Massenmörder Tassilo, an dem Kern damals gescheitert ist. Es wird abwechselnd vom Fall Tassilo erzählt, wobei hier nach und nach der damalige Fall aufgerollt wird, und vom Fall „Putzteufel“. Beide Mörder sind äußerst interessant und sehr detailliert dargestellt, wobei nach und nach ihr Privatleben und auch der Hintergrund für die einzelnen Morde aufgedeckt werden.


    Ein tolles Debüt, bei dem Ermittler und Mörder sehr stark hervortreten und sogar zum Teil aufeinander angewiesen sind. Die Story ist sehr gut aufgebaut, lässt sich richtig flüssig lesen und die Fäden werden wunderbar miteinander verknüpft. Da freue ich mich schon sehr auf den zweiten Fall.

  • Amazon zeigt "Der Todeszauberer" schon als lieferbar an. Weiß jemand, ob es ihn auch schon im Handel gibt?

    LG Katja :wave


    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es ,
    alles beim alten zu lassen .
    Und gleichzeitig zu hoffen , das sich etwas ändert."-Albert Einstein ."


    :lesend "FÜNF "- Ursula Poznanski

  • Titel: Die Reinheit des Todes
    Autor: Vincent Kliesch
    Verlag: Blanvalet
    Erschienen: Mai 2010
    Seitenzahl: 320
    ISBN-10: 3442374928
    ISBN-13: 978-3442374922
    Preis: 8.95 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Er sieht aus wie ein Engel. Er hat viele Namen. Und er mordet, ohne Spuren zu hinterlassen. Ein Serienmörder treibt in Berlin sein Unwesen. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Die Wohnung ist klinisch rein geputzt - ein Albtraum für jede Spurensicherung. Die letzte Hoffnung des LKA, den "Putzteufel- Mörder" zu finden, ruhen auf Julius Kern. Schon einmal konnte er einen grausamen Massenmörder fassen. Doch Kern ist daran fast zerbrochen. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hat sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier. Ein Serienmörder in Berlin - und ein Kommissar, der nichts so gut kennt wie das Böse!


    Der Autor:
    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der Filmpark Babelsberg, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre Quatsch Comedy Club sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer.


    Meine Meinung:
    Dieser Thriller von Vincent Kliesch hat mich ausgezeichnet unterhalten. Der Autor schafft es einen Spannungsbogen aufzubauen, der nicht irgendwann einfach nur schlapp in sich zusammensinkt, nein, ganz im Gegenteil – dieser Spannungsbogen wird während der gesamten Geschichte aufrechterhalten. Ob die Geschichte nun realitätsbezogen oder eher realitätsfern ist, mag jeder für sich entscheiden. Aber das ist dem Unterhaltungswert dieses Buches in meinen Augen in keiner Weise abträglich. Wer sich gut und spannend unterhalten lassen möchte, der macht sicher nichts falsch, wenn er zu diesem Buch greift. Die Figur des ermittelnden Hauptkommissars Julius Kern ist dem Autor wirklich gut gelungen. Hier wird ein Mensch beschrieben, der sich immer wieder seinen Ängsten stellen muss und der an der neuen Herausforderung fast zerbricht. Sehr gut gelungen ist auch das Stilmittel, die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen spielen zu lassen; so werden die Zusammenhänge deutlich und wirken nicht krampfhaft konstruiert. Ein lesenswerter Thriller aus deutscher Feder, der sich hinter seinen englischsprachigen Buchrückenkollegen nicht zu verstecken braucht. Lesenswert für den, der gute Thrillerunterhaltung mag.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Ich schließe mich den positiven Rezensionen gerne an. Endlich ein Thriller, in dem es auch auf "nur" 300 Seiten gelingt, Spannung aufzubauen, Charaktere mit Leben zu füllen und sogar 2 1/2 Geschishten zu erzählen, wenn ich die um Kommissar Kerns Privatleben mit dazuzähle.
    Dass dem Autor zur Figur des Kommissars nicht mehr einfiel als die zerrüttete Ehe und das Alkoholproblem, ist durchaus zu entschuldigen. Er hatte schließlich genug damit zu tun, sich um seine anderen beiden Protagonisten Raphael und Tassilo zu kümmern. Und das ist ihm so hervorragend gelungen, dass ich hoffe, auch zumindest einem davon im nächsten Band wieder zu begegnen.


    So heftig ich auch die dargestellten Mordszenen fand, ich habe mich beim Lesen amüsiert. Tassilo hat mir Spaß gemacht, besonders zum großartigen Ende hin.
    Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

  • Mit „Die Reinheit des Todes“ präsentiert der Autor Vincent Kliesch sein erstes Buch. Die Geschichte rund um den Ermittler Julius Kern ist der Beginn einer geplanten Trilogie.


    Im Prolog des Buches lernt der Leser das dritte Opfer eines Serienkillers kennen und begleitet diese Frau, Elisabeth Woelke, in ihren Tod. Die Polizei findet kurz darauf die selbstständige Apothekerin tot in ihrer Wohnung, in der Mitte des Wohnzimmers, aufgebahrt auf dem Esstisch. Sie ist in ein weißes Hemd gekleidet und das komplette Zimmer ist absolut sauber geputzt, so rein, dass keinerlei Spuren zu finden sind. Es gibt bereits zwei andere Opfer und da die Ermittlungen nicht vorankommen, hat Quirin Meisner seinen alten Freund und Kollegen Julius Kern um Mithilfe bei der Suche nach dem Täter gebeten.


    In Julius Kern erwachen die Schatten der Vergangenheit; denn bereits Jahre zuvor hat er in Berlin einen Serientäter namens Tassilo Michaelis verhaftet, der jedoch mangels Beweisen vor Gericht freigesprochen werden musste. An dieser Niederlage ist auch die kleine Familie rund um Julius Kern zerbrochen und er hat sich eine neue Aufgabe beim LKA Brandenburg gesucht. Nun steht er erneut im Visier der Presse, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Tassilo in Kürze ein Buch über den Hergang seiner bestialischen Morde und die Hintergründe der Taten veröffentlichen möchte.


    Dennoch stürzt sich Julius Kern mit enormem Tatendrang in die neuen Ermittlungen.
    Der Täter, den die Polizei als Putzteufel bezeichnet, ist dem Leser des Buches schon ziemlich früh bekannt. Ihm alleine ist ein großer Handlungsstrang im Buch gewidmet.
    Die Spannung wird hier nicht, wie in vielen Kriminalromanen und Thrillern üblich, erzeugt durch die Suche nach dem Täter, sondern vielmehr durch die Geschichten der Täter und des Ermittlers und deren Wirkungen auf- und miteinander. Vor allem die ganz besonderen Verbindungen von Julius zu Tassilo und auch vom Putzteufel zu Tassilo und damit zu Julius Kern, sind hier der Schlüssel in Richtung Handlungshöhepunkt.


    Besonders die Geschichte rund um den freigesprochenen Mörder Tassilo weckt in mir als Leserin sehr gemischte Gefühle. Handelt es sich einerseits um einen bestialischen Killer, ist auf der anderen Seite sein Motiv gar nicht mal so abwegig.


    Dieses Debüt ist absolut lesenswert. Es hebt sich aus dem üblichen Einerlei der Thriller heraus und macht Lust auf mehr.

  • Das Buch hat mich 2 Tage gut unterhalten, aber mir fehlte eindeutig das Gänsehautfeeling.
    Man weiß ziemlich schnell, wer der Mörder ist und bekommt immer wieder Einblicke in seine Gedankenwelt. Was sehr gut gemacht war.
    Ein weiter Handlungsstrang ist ein Fall, den Kern vor 3 Jahren hatte und an dem er fast zerbrochen wäre. Somit pendelt das Buch immerwieder in verschiedenen Zeiten. Man erfährt viel von den Hauptfiguren, die sich gut in den Roman einfügen.
    Aber irgendwie wollte sich bei mir nicht so richtig die Spannung aufbauen. Mal schauen, ob ich die folgenden Romane noch lese.

  • "Die Reinheit des Todes" ist ein vielgelobter Thriller aus der Feder von Vincent Kliesch- zu Recht, wie ich finde.
    Zum Inhalt wurde schon viel geschrieben, deshalb beschränke ich mich auf meine Eindrücke.
    Besonders gut fand ich den vielschichtigen Aufbau des Plots. Der Leser erlebt gleich zwei Ermittlungen zu besonders grausamen Mordserien mit. Des öfteren bekam ich Gänsehaut, denn besonders in dem Handlungstrang rund um Tassilo gelingt es dem Autor den Leser intensiv an selbigem teilhaben zu lassen.
    In dem zweiten großen Handlungsstrang erfährt der Leser schnell, wer der Mörder ist, aber gerade das und dessen Perfektionismus und scheinbare Fehlerlosigkeit steigerte die Spannung immens. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen des Täters mit der Polizei.
    Mit Kern hat Vincent Kliesch einen menschlichen Ermittler erfunden, der sich ein psychologisches Duell mit dem Täter liefert. Dabei stößt er durchaus an die Grenzen des Leistbaren, ohne sich selbst zu bemittleiden oder in Depressionen zu verfallen wie das andere Kollegen in Thrillern so gerne tun. Das hat mir gut gefallen und wird wohl in den nächsten Büchern der Reihe fortgesetzt.
    Ich habe den Thriller sehr gerne gelesen, der mir kurzweiliges Lesevergnügen bereitet hat.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin