Phoenixfluch – Jennifer Benkau

  • Klappentext / Kurzbeschreibung des Buches (aus Amazon)


    Ein Fluch, eine grenzenlose Liebe und Magie


    Seit Jahrzehnten erträgt Samuel seine verfluchte Existenz. Einst hatte er in seiner Verzweiflung dem Werben des Teufels nachgegeben, der ihn in den Selbstmord lockte. Doch der Schicksalsgöttin Moira, die andere Pläne mit Samuel hatte, gelang ein Handel mit Satan und sie schickte Samuel zurück ins Leben. Aber alles hat seinen Preis, einen Preis, den Samuel jeden Tag bezahlen muss.


    Helena ahnt nicht, wie sehr das zufällige Zusammentreffen mit Samuel ihr Leben verändern wird. Als Nachfahrin einer alten Hexenzunft spürt sie, dass Samuel ihr etwas verheimlicht. Doch so sehr er sich auch sträubt, Helena gibt so schnell nicht auf. Für ihre Liebe zu Samuel ist sie bereit zu kämpfen, auch wenn der Gegner eine unbekannte Größe darstellt.


    Meine Meinung


    „Phoenixfluch“ ist ein paranormaler Liebesroman: Romantisch, spannend, magisch, aber auch düster ...

    Liebevolle Formulierungen (teils malerisch-verspielt), zugleich nüchterne Berichte (Samuels Erinnerungen), die traurig stimmen, machen das Buch zu etwas Besonderem. „Phoenixfluch“ führt den Leser in die Vergangenheit, in den sonderbaren Garten Eden (oder wie auch immer man diesen Ort nennen möchte: Paradies, Elysium ...), in eine schaurige Traumwelt, auf mittelalterliche Feste und natürlich auch in das Alltagsgeschehen von Helena und ihrer Hündin Cat.

    Zur Handlung: Helena ist völlig verstört, als der fremde Mann sich -trotz all ihrer Bemühungen, ihn davon abzuhalten- von der Brücke stürzt. Dass die Polizei seine Leiche nicht findet und Helena zudem verdächtigt, Drogen genommen und halluziniert zu haben, verärgert sie zusätzlich. Als ihr dann der Fremde nur wenige Tage später erneut begegnet -ohne erkennbare Verletzungen- will sie wissen, was vor sich geht. Er jedoch behauptet, Helena noch nie gesehen zu haben ...

    "Phoenixfluch" ist ungewöhnlich und faszinierend, wobei einige Komponenten bereits bekannt sind. Jennifer Benkau arrangiert diese für uns Leser neu ...
    Der Phoenix, der allabendlich verbrennt und im Morgengrauen wieder aufersteht.
    Das Schicksal in Gestalt eines jungen Mädchens, das einen Handel mit dem Teufel treibt.
    Ein Widersacher, der Helenas Herz für sich beansprucht und ein Held, der im Grunde fast eine traurige Figur darstellt ...

    Die Geschichte regt zum Nachdenken an.
    Über das Treffen von Entscheidungen und über ein Leben nach dem Tod – was mag wohl sein? Die Autorin präsentiert uns jedenfalls ihre „Idee“ dazu ...


    "Erwähnenswert sind noch die wirklich interessanten Charaktere (keine Stereotypen), sie lassen sich in keine Schublade stecken, sind mal frech, mal düster, mal mit eigensinnigem Humor – kurzum: Gelungen und sehr liebenswürdig."


    Das Ende hat mich übrigens überrascht. Es verbindet lose Fäden, die ich beim Lesen nicht entdeckt hatte. Doch es hat mich -unerwartet- glücklich gemacht und mir ein Stück Hoffnung geschenkt: Es gibt das Gute! Sogar dort, wo wir damit nicht rechnen ...


    Jennifer Benkau konnte mich bereits mit ihrem Debütroman „Nybbas Träume“ überzeugen. Auch mit ihrem zweiten Buch „Phoenixfluch“ bleibt sie dem Fantasy-Genre treu, trotzdem kann man die beiden Geschichten nicht miteinander vergleichen, nicht mal annähernd! Denn während „Nybbas Träume“ eher böse ist, ein Spiel zwischen den Grau-Tönen sozusagen, scheint „Phoenixfluch“ fast zart.


    Lesenswert :-)

  • Schöne Rezi, Stella :wave
    Ich habe das Buch ähnlich empfunden.


    Hier gleich noch mein Eindruck:


    Helena, eine eigensinnige und willensstarke junge Frau, stammt aus einer Familie von Hexen, unterdrückt ihre Fähigkeit, Geister zu sehen, jedoch seit vielen Jahren. Seit sie den Tod einer Freundin voraussah, der dann auch eintrat, fühlt sie sich schuldig, weil sie ihre Vision nicht ernstnahm und nichts unternahm, um die Freundin zu retten.
    Bei einem Spaziergang mit ihrer Hündin trifft sie auf einen Selbstmörder, dem sie vergeblich sein Vorhaben auszureden versucht, und der dann doch von der Brücke springt. Doch die Polizei kann seine Leiche nicht finden und zuletzt glaubt sie sogar selbst, sie habe sich das alles eingebildet.


    Kurz darauf trifft sie den gleichen Mann erneut: Es ist der stille und geheimnisvolle Samuel, den ein Fluch dazu zwingt, seit hundert Jahren jede Nacht zu sterben, zu verbrennen und am nächsten Morgen wiederzuerstehen. Zwischen beiden entsteht bald eine Romanze und Samuel kann sein Geheimnis nicht lange vor Helena geheimhalten. Andererseits ist das, was sie für die Wahrheit halten, längst nicht das, was es scheint. Zeitgleich begegnet sie dem attraktiven und düsteren Georg, der sich nicht damit abfinden kann, dass sie nun Samuel gehört. Ein gefährliches Spiel nimmt seinen Lauf...



    Phoenixfluch beginnt als stilles, zauberhaftes Buch, nimmt rasant Fahrt auf und erweist sich zum Ende hin als so spannend, dass man es unmöglich aus der Hand legen kann.
    Die Handlung ist klug gesponnen und wartet mit ein paar Überraschungen auf, die ich so niemals vorhergesehen hätte. Getragen wird sie von sympatischen Charakteren, mit denen man gern hofft und fiebert und deren Natürlichkeit erfrischend ist. Kein künstlich aufgeblähtes Drama, keine an den Haaren herbeigezogenen Gefühlsumschwänge, keine Zuckerguß-Dekorationen. Jede Szene, jeder Moment in Phoenixfluch fühlt sich echt an, vollkommen authentisch und macht deshalb auch so unglaublich viel Spaß beim Lesen.
    Das Besondere an diesem Buch aber ist, dass es sich vielschichtig anfühlt, voller kluger Erkenntnisse und Lebensweisheiten, in kleinen wie in großen Dingen. Es scheint viel mehr zu sein als nur eine Story zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Es nähert sich den Vorstellungen von Tod und Anderwelt auf spannende Weise, es bricht Konventionen auf unkomplizierte und zwanglose Art und vermittelt ganz nebenbei eine eigene Sicht auf Ethik und Moral.
    Mir gefällt auch die Sprache der Autorin sehr gut, eine unprätentiöse und geradlinige Erzählweise, die an genau den richtigen Stellen romantisch, düster oder magisch zu werden versteht. Sie vermittelt Stimmungen ohne Schwülstigkeit, überrascht mit schönen Bildern und hat die ganze Zeit so etwas Schwebendes, das einen in Hochgeschwindigkeit über die Seiten fliegen läßt.



    Phoenixfluch ist wie ein verborgenes Kleinod - ein richtig gutes Buch, und obwohl es an Zauber, Romantik und Magie nicht mangelt, viel mehr als nur eine paranormale Romanze.
    Ich bin froh, dass ich es entdeckt habe und werde in Zukunft wohl mehr von dieser Autorin lesen.

    Ich hab' mich verirrt.
    Ich bin dann mal weg, um nach mir zu suchen.
    Sollte ich zurückkommen, bevor ich wieder da bin, sagt mir bitte, ich soll hier warten!

  • Zitat

    Original von Lumos
    Auf dieses Genre stehe ich ja überhaupt nicht, aber diese Rezis bringen mich jetzt echt zum Nachdenken. Vielleicht sollte ich es doch einmal versuchen :gruebel.


    Wenn Du damit das Genre 'Paranormale Romanze' meinst, so lass Dir versichern, dieses Buch ist ganz und gar keine Standardkost, sondern was ganz Besonderes. Mit diesen 0815-Para-Schnulzen hat es wirklich gaaar nichts zu tun :wave

    Ich hab' mich verirrt.
    Ich bin dann mal weg, um nach mir zu suchen.
    Sollte ich zurückkommen, bevor ich wieder da bin, sagt mir bitte, ich soll hier warten!

  • Zitat

    Original von Lumos
    Auf dieses Genre stehe ich ja überhaupt nicht, aber diese Rezis bringen mich jetzt echt zum Nachdenken. Vielleicht sollte ich es doch einmal versuchen :gruebel.


    ich bin da auch kein Freund von, aber hier klang der Klappentext irgendwie besser, auf jedenfall hat er mich echt neugierig gemacht

  • das Problem ist ja, unter dem Genre läuft alles Mögliche, es umfaßt halt irgendwie pauschal alles, was Gegenwarts-Geschichte mit Fantasy-Elementen ist. Und das kann von spannendem Krimi über Thriller mit viel Action-Krach-Bumm über zarte Romanzen-Liebesgeschichte mit Tiefgang bis hin zu Nackenbeißer-Chicklit-Frauenporno (rrrrrrrrrrrrrr, komm und nimm mich, du geiler vampir du) so ziemlich alles sein.
    Inzwischen weiß ich zumindest, welche AutorInnen ich NICHT mehr kaufe, aber ab und zu vergreife ich mich immer noch ganz böse und ärgere mich dann schwarz. Andererseits höre ich nicht auf zu suchen, sonst wäre mir schon so manche Kostbarkeit entgangen. Und Phoenix-Fluch gehört eindeutig zu letzterem - also den Kostbarkeiten. Finde ich.


    :wave

    Ich hab' mich verirrt.
    Ich bin dann mal weg, um nach mir zu suchen.
    Sollte ich zurückkommen, bevor ich wieder da bin, sagt mir bitte, ich soll hier warten!

  • Ich werde es auf jeden Fall im Auge behalten und wahrscheinlich ausprobieren.


    Fantasy lese ich manchmal ganz gerne, so die Richtung märchenhafte Abenteuer, am liebsten angesiedelt in mittelalterlichen Welten (Trudi Canavanetc.). Eines meiner Highlights war "Das gläserne Tor" von Sabine Wassermann.


    "Gegenwarts-Geschichte mit Fantasyelementen" liegt mir nicht, auch nicht im Krimi-Bereich. Jedenfalls konnte mich bisher noch nichts überzeugen, so dass ich diesem Genre inzwischen eher aus dem Weg gehe.

  • Zitat

    Original von Clare
    Ich traue mich gar nicht, eure Rezis zu lesen, weil ich nicht weiß, ob sie zu viel verraten, denn ich möchte mir die Spannung, mit der ich das Lesen des Buches erwarte, nicht verderben.Es gibt nämlich
    ab dem 10. April 2011 eine Leserunde zu diesem Buch!


    LR Phoenixfluch


    Dann lese die Rezis nicht - und lese auch den Klappentext nicht noch einmal, bevor Du das Buch beginnst. Lass Dich überraschen, oder besser gesagt "verführen".


    Ich bin schon gespannt auf Eure Meinungen, nach/während der Leserunde. Ich würde jedenfalls "Phoenixfluch" nicht mit den üblichen Fantasy-Büchern vergleichen.

  • Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen, welche die Autorin (wieder einmal) wirklich engagiert begleitet hat.
    In einem Genre, welches eigentlich so gar nicht meins ist, habe ich eine Autorin gefunden, deren Bücher ich ab jetzt ohne Blick auf den Inhalt mit gutem Gewissen kaufen kann (und diese Aussage hat sicherlich nichts damit zu tun, daß die Autorin sich hier im Forum tummelt, gell Mulle ;-))


    Nein, im Ernst.


    Der Autorin gelingt es für jedes Buch eine unverwechselbare Erzählstimme zu finden und dennoch ihren eigenen Stil bezubehalten. Die Protas sind wirklich alle unterschiedlich und kein Abklatsch einer anderen Figur nur mit einem anderen Namen.
    Ich mag den Wortwitz, ich mag die Geradlinigkeit der erotischen Szenen, aber auch die wohldosierten verschnörkelten Sätze.


    Speziell die Geschichte um Samuel (Schmul :lache) und Helena hat mich wirklich berührt und ich habe mir den einen oder anderen Gedanken über das Schicksal einzelner und vieler, menschliche Fehler, Verantwortung und den freien Willen gemacht.
    Auch die Einbindung des zeitgeschichtlichen Hintergrundes fand ich gelungen- und keinesfalls deplatziert. Wichtig ist m.E. die Erinnerung an die Ereignisse. Das bedeutet ja aber nicht, daß man das nur in Form von hochgeistiger unverständlicher und moralingeschwängerter Literatur machen darf.


    Ich bin jedenfalls bei allem, wo Jennifer Benkau draufsteht (oder drin ist) mit dabei.

    Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben.
    Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz. (Voltaire)

  • Worum geht es in diesem Buch?
    Um eine große Liebe? Um einen Fluch? Um Teufel, Dämonen, Hexen? Um menschliche Schwäche und dass alles irgendwie seinen Grund hat und auch seinen Preis?


    Jennifer Benkau schafft es auch in diesem, ihrem 2. Roman, mich zu fesseln, zu unterhalten, nachdenklich zu machen, zum Schmunzeln zu bringen, auch eine knisternde, erotische Spannung aufzubauen in den wirklich schön geschriebenen Liebesszenen des Buches.

    Sie hat mit Helena und Samuel starke Figuren geschaffen, von denen besonders Helena mitten im Leben steht, je ein wirkliches Leben hat - etwas, was vielen Büchern des Genres einfach fehlt.
    Jennifer Benkau hat eine Geschichte zu erzählen, und sie tut es wortgewandt und spannend.

    10 von 10 Punkten von mir! (schon allein für Ananas mit Pfefferminzzucker :grin)

  • Obwohl dieses Genre nicht so ganz mein "Ding" ist, hatte mich das Buch und auch die Leserunde dazu neugierig gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht! :-]


    Mit ihrer bildhaften und verspielten Sprache hat mich die Autorin sehr schnell in Bann gezogen und ich konnte das Buch schon von Anfang an kaum aus der Hand legen. Die Hauptpersonen werden so intensiv beschrieben, so dass man als Leser mit ihnen mitfühlen, -leiden und -hoffen kann.


    Jennifer Benkau hat es auch immer wieder geschafft, mich zum Nachdenken anzuregen - sei es mit der Einbindung geschichtlicher Ereignisse oder ihrer ganz eigenen Vorstellung des menschlichen Schicksals.


    Die Handlung ist in keinem Moment vorhersehbar (vorallem der Schluss hat es meines Erachtens echt in sich :-)) - und gerade auch das hat mir so gut gefallen.


    Eine spannende Geschichte mit viel Liebe, Romantik, Spannung - und ganz viel zum Nachdenken - also alles, was für mich ein tolles Buch haben muss.


    Ich kann nicht anders und gebe 10 von 10 Punkten! :-]

  • Sehr wohltuend, im Fantasygenre mal wieder einen Standalone und keinen Teil einer Trilogie zu lesen.


    Die Sprache ist wunderschön, die Geschichte phantasievoll, die erotischen Szenen weder kitschig noch überfrachtet. Das überraschende und nicht vorhersehbare Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen. Bei den höchst unterschiedlichen Charakteren ist für jeden Geschmack etwas dabei.
    Eine teilweise düstere, aber auch sehr romantische Liebesgeschichte, die ich sehr gern gelesen habe.

  • Ich kann mich den guten Meinungen meiner Vorleser nur anschließen. Jennifer Benkau schreibt intelligente Pararomantik oder auch Pararomantik für den intelligenten Leser, wenn man das so ausdrücken kann. Die Handlung ist durchdacht, die Wendungen spannend, die Protagonisten interessant, die Dialoge schlüssig und die Geschichte wartet mit neuen Ideen auf. Das alles sind Dinge, die in diesem Genre nicht selbstverständlich sind, wo viele Autorinnen mit mehr oder weniger Talent auf ausgetretenen Pfaden wandern. Mir gefällt der Humor, der ab und zu durchkommt und dass ich nicht das Gefühl habe, die Autorin lässt sich von "Does and Don´t" beeinflussen. Man muß auf alles gefaßt sein. Der einzige Punktabzug gründet sich darauf, dass ich mir noch Luft für oben lassen will, weil ich denke, dass in Mulles Geschichten noch jede Menge Potential steckt. Wehe, wenn sie losgelassen werden ;-) :chen


    Das ist mein zweiter Benkau und ich freue mich schon auf den nächsten. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

    smilie_sp_274.gif
    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Auch ich habe dieses Buch im Rahmen der LR lesen dürfen.


    Den guten Meinungen kann ich mich hier ebenfalls nur anschliessen.


    Phönixfluch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ein schöner Schreibstil, Momente wo man schmunzeln konnte oder zum Nachdenken ein wenig angeregt wurde. Erotische Szenen die nicht übertrieben wurden, Romantik so wie man sie gern hat.


    Nach dem Nybbas war dies ebenfalls mein zweites Buch von Jennifer Benkau. Ich kann sagen ich wurde nicht enttäuscht.


    Hab soeben 10 Punkte vergeben.


  • Hallo,


    viel mehr kann ich dazu auch nicht mehr sagen, es war eine interessante LR und das Buch ist wirklich sehr gut :-)