Silke Porath/Andreas Braun - Klostergeist

  • Titel: Klostergeist
    Autoren: Silke Porath und Andreas C. Braun
    Verlag: Gmeiner
    Erschienen: Februar 2011
    Seitenzahl: 227
    ISBN-10: 3839211247
    ISBN-13: 978-3839211243
    Preis: 9.90 EUR


    Normal ist das nicht, wenn dem Prior des Spaichinger Klosters, Pater Pius, ein Mensch vor die Füße fällt. Und dieser Mensch kam von ziemlich weit oben, nämlich direkt vom Turm der Klosterkirche. Mit dem Namen des Opfers könnte man jetzt sehr böse Wortspiele machen: Denn der Tote ist Hans-Jürgen Engel, der Bürgermeister der Stadt Spaichingen. Gewissermaßen ein gefallener Engel.
    Die Ermittlungen leiten die Kommissare Verena Hälble und Thorben Fischer. Obwohl die Bezeichnung „Team“ ein wenig übertrieben klingt. Die beiden sind mehr so wie Hund und Katze. Trotzdem müssen sie sich mit der Frage beschäftigen ob der Bürgermeister Selbstmord begangen, ob es sich um einen Unfall gehandelt haben könnte oder ob hier vielleicht sogar ein Mord passiert ist.
    Im Zuge ihrer Ermittlungen erkennen die beiden Polizisten, dass die Idylle einer Kleinstadt oftmals sehr trügerisch sein kann. Hinter der Maske bürgerlichen Wohlverhaltens findet man sehr oft Dinge die man nicht unbedingt dort vermuten würde. So auch hier.
    Pater Pius schaltet sich – ungewollt – in die Ermittlungen ein. Bei seinem Trauerbesuch bei der Witwe des Bürgermeisters fällt ihm zufällig ein Kontoauszug in die Hände, ein Kontoauszug der nicht nur den Pater in Erstaunen versetzt.
    Silke Porath und Andreas Braun haben einen unterhaltsamen Krimi geschrieben. Gerade die Freunde des Regionalkrimis kommen bei dieser Geschichte auf ihre Kosten. Solide Krimikost, durchaus glaubhaft auftretende Protagonisten und eine Stadt die offenbar einen Besuch wert ist. Das Autorenteam erzählt routiniert, die Sprache ist fließend, da holpert und stolpert nichts durch Buchstaben und Sätze.
    Als ein wenig plump allerdings empfand ich den Hinweis, der in die Geschichte eingewoben wurde, auf eine andere Krimiautorin des Gmeiner-Verlages, der Hinweis auf einen Krimi von Monika Detering wirkte etwas aufgesetzt und war in meinen Augen deplatziert.
    Im Gesamtergebnis ein grundsolider Krimi der sicher keine ekstatischen Reaktionen hervorrufen wird, der aber gut unterhält und dessen Lesezeit keine vergeudete Lebenszeit ist.
    Mal schauen ob wir den Pater Pius irgendwann in einem weiteren Krimi treffen werden. Zu hoffen wäre es.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Meine Rezension
    Pater Pius, der 63-jährige, ein wenig schlitzohrige und sehr sympathische Superior des Spaichinger Konvents staunt nicht schlecht, als ihm eines Morgens nach der Morgenmesse der Bürgermeister des Ortes buchstäblich vor die Füße fällt. Mord? Selbstmord? Ein Unfall?


    Dies herauszufinden ist Angelegenheit der Kommissarin Verena Hölble aus Rottweil und ihres eitlen Kollegen Thorben Fischer (ein Nordlicht, der nach vielen Weibergeschichten lieber das Revier gewechselt hat und gen Süden gezogen ist).


    Doch bald stellt sich heraus, daß es im Umfeld des Bürgermeisters einige Ungereimtheiten gibt…


    Der Krimi ist locker-flockig geschrieben und es macht Spaß, ihn zu lesen. Die Idee des neugierigen ermittelnden Paters ist nicht neu, aber sympathisch umgesetzt.


    Die eingestreuten Passagen des örtlichen Radiosenders, die dem Buch wohl Lokalkolorit verpassen sollen, hätten meines Erachtens nach auch kürzer ausfallen können, da sie nichts zum Fortgang der Handlung beitragen.


    Auf die sporadisch eingestreuten schwäbischen Dialektpassagen hätte ich – da ich kein Freund des schwäbischen Dialekts bin *grins* - auch verzichten können. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und die anwesenden Schwaben mögen mir das verzeihen (hoffentlich auch Silke!).


    Auch wenn die Auflösung für mich keine allzu große Überraschung war, habe ich mich mit diesem netten Krimi gut unterhalten. Mal sehen, wie lange es Pater Pius in Rom aushält – vielleicht kommt er ja bald wieder zurück, um seine Nase wieder in Kleinstadtkriminalitäten zu stecken...

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ein netter Regionalkrimi, der mehr vom "Regional" als vom "Krimi" lebt.
    Die Krimihandlung ist nicht sonderlich überraschend, dafür ist der ermittelnde Pater Pius ein sympathischer Kerl.


    Die beiden Polizisten Verena und Thorben lange mir dagegen nicht so sehr, auch wenn mich ein paar schlagfertige Kommentare zum Schmunzeln gebracht haben.


    Gut gefallen haben mir die menschlichen Kleinigkeiten zwischendurch.


    Durch das gesamte Buch ziehen sich Radio-Einschübe eines Lokalsender. Ich mag diese Art Radio schon in Wirklichkeit nicht, und da die Abschnitte die Handlung überhaupt nicht weiterbringen, fand ich sie auf die Dauer ziemlich nervig. Wenn die Radio-Einschübe die Geschichte miterzählt hätten und Teile des Falls aufgeklärt/berichtet hätten, hätte mir das gut gefallen.


    Alles in allem: nette, leichte Lektüre.

  • Der Bürgermeister fällt Pater Pius quasi vor die Füsse - und erweckt somit dessen Ermittlerinstinkt zum Leben...
    Silke Porath und Andreas Braun schicken Pater Pius parallel zu den ermittelnden Kommissaren Hälble und Fischer auf Spurensuche und Mörderjagd.
    Mit dem sympathischen Pater ist ihnen eine liebenswerte und fortsetzungswürdige Figur gelungen, welche ich gerne öfter noch auf Mörderjagd begleiten möchte. Der Kriminalfall war solide konstruiert und nachvollziehbar sowie logisch inszeniert und gelöst, bot am Ende für mich keine wirkliche Überraschung - hat mich jedoch gut unterhalten. Die anderen Figuren bestachen durch ihre Lebendigkeit und verliehen der Geschichte Schwung. Der Lokalkolorit war für mich nicht zu viel, nicht zu wenig und gut vorstellbar, ebenso das Klosterleben der liebenswerten Brüder. Ja, diese sind nicht so weltfremd wie manch einer denkt...
    Ein Mäkelpunkt ist die "Donauwelle", die fand ich gut, aber mir wurde es dann ein bißchen zuviel...
    Ansonsten ein wirklich gut gelungenes, ausbaufähiges Krimidebüt, welches von mir 8 Punkte erhält.

  • Meine Leserunde ist auch fertig....


    Die Personen haben mir auch sehr gut gefallen, ausser mit Torben kann ich mich nicht anfreunden.... eitler Fatzke.... :grin


    Die Story war gut und schlüssig, wenn auch das Ende ausbaufähig gewesen wäre. Gut gefallen haben mir auch die Radiodurchsagen, die die Schauplatzwechsel angekündigt haben. Super auch die kleinen humoristischen Einlagen, die aber teilweise nur von Hoimatsocka verschtanda...
    .... wie das mit der SWR - Reporterin Anja Sonnlein..... :chen


    Für das abrupte Ende, das bestimmt noch ausbaufähig war, gibs von mir einen Punkt abzug!


    9 Punkte

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • "Klostergeist" ist ein netter Krimi, der im beschaulichen Spaichingen in Baden-Württemberg spielt. Ich denke, man kann ihn mit gutem Gewissen als Regio-Krimi bezeichnen. Das ist meiner Meinung nach auch seine Stärke. Die Geschichte ist im positiven Sinne typisch für diese Art von Krimi.


    Gut gefallen hat mir der Erzählstil und die detaillierte Beschreibung einiger Szenen, die das erzählerische Potenzial der Autoren erkennen lässt.


    Die wenigen Sätze, die im Dialekt gesprochen bzw. geschrieben wurden, habe ich problemlos verstanden. (Gefallen haben sie mir außerdem, ich mag diesen Dialekt unheimlich gerne!) Ich denke, sie sind auch für jene Leser zu verstehen, sich noch keine Erfahrung mit dem Schwäbischen gemacht haben. (Ist diese Einordnung richtig? Ist es Schwäbisch? Für uns hier ist ja alles, das in Schwaben und Baden-Württemberg gesprochen wird, Schwäbisch. Den Unterschied zu den Badensern kenne ich leider nicht wirklich.)


    Mir waren die Radio-Episoden nach einiger Zeit auch etwas zu viel, weil sie - wie ja schon erwähnt wurde - nichts zum Verlauf der Geschichte beitragen.



    Ich habe mich jedenfalls für ein paar Stunden gut unterhalten gefühlt und konnte prima in die Geschichte reinfinden.

  • Das Buch war nett zu lesen, Pater Pius ist spitze, ihn würde ich gerne wieder treffen.
    Die beiden Ermittler sind ganz ok, die Liebesgeschichte hätte mMn auch nicht sein müssen, aber jetzt sehe ich es eigentlich so wie SiCollier: dann sollen sie gefälligst nun auch zusammen bleiben.
    Die Donauwelle ( ich habe immer Dauerwelle gelesen ) war mir auch zuviel.
    Und auch für mich wurde das Ende/die Auflösung zu schnell abgehandelt.
    Schön fand ich "Was dann geschah....".
    Was mich richtig nervte, war, dass das Buch so schlecht zu lesen war ( man muss es echt knicken, wenn man"gemütlich" lesen will ). Ich hatte teilweise fast einen Krampf in der Hand.


    Da ich immer Punkte für ein Buch vergebe: für dieses Krimidebut gibt es von mir ( ausbaufähige ) 6 Punkte. Den nächsten Fall mit Pater Pius werde ich sehr wahrscheinlich auch lesen.

  • Ein kleiner beschaulicher Ort irgendwo in Baden-Württemberg. Die Einwohner leben ein friedliches Leben und auch Pater Pius denkt in seinem Kloster auf dem Dreifaltigkeitsberg an nichts böses, als ihm plötzlich der Bürgermeister des Ortes vom Turm des Klosters her vor die Füße fällt.
    Die Frage, die sich hierbei stellt, war es ein Unglück? Selbstmord? Oder gar Mord?
    Verena Hälble macht sich mit ihrem neuen Kollegen Thorben Fischer an die Arbeit. Dabei werden sie unterstützt durch Pater Pius, dem der Sturz vor seine Füße einfach nicht aus dem Kopf gehen will.


    Pater Pius ermittelt ist das erste Buch des Autorenduos Silke Porath und Andreas Braun. Die Geschichte ist trotz zweier Autoren flüssig und spannend geschrieben. Unterbrochen wird der Lesefluss allerdings durch die Einwürfe des Radios Donauwelle. Diese wiederum empfand ich als eine Wohltat, da sie zwar den Lesefluss bremsten, aber somit Zeit schufen, das Gelesene zu verdauen und selbst darüber nachzudenken, wer könnte denn nun der Mörder sein? Da die Einschübe meist sehr humorvoll gestaltet waren, wird der Leser somit in den Pausen" noch unterhalten.


    Die beiden Kommissare Hälble und Fischer kamen mir etwas zu blass rüber, dafür fand ich in Pater Pius eine sehr lebendige Figur.


    Obwohl das Buch mit seinen knapp 220 Seiten recht dünn ist, ist ein Lesespass garantiert.


    Fazit: Ein spannender und unterhaltsamer Krimi über ein beschauliches Dörfchen in Baden-Württemberg mit einem sehr sympathischen Pater als Ermittler. Ich würde mich über weitere Bücher mit Pater Pius sehr freuen.

  • Vielen Dank keinkomma für die Leserundenbegleitumg.
    Schönes Buch, kurz und knackig :lache und auf den Täter bin ich nicht gekommen!
    Ich hoffe, Pater Pius ermittelt bald wieder! :wave

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Silke Porath, Andreas C. Braun: Klostergeist – Pater Pius ermittelt, Meßkirch 2011, Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-1124-3, Softcover, 227 Seiten, Format: 12 x 20 x 1,8 cm, EUR 9,90


    Pater Pius, 63, Superior des Spaichinger Konvents, kommt gerade aus der Morgenmesse, als ihm etwas Großes, Schwarzes vom Dreifaltigkeitsturm herab direkt vor die Füße fällt. Ein Mensch! Pius fühlt sogleich, ob der Mann noch Puls hat. Vergeblich, denn einen Sturz aus dieser Höhe überlebt niemand. Als Pius den Toten auf den Rücken dreht, erlebt er den nächsten Schock: Er kennt den Mann. Es ist Manfred Engel, der Bürgermeister!


    Was hat Engel nur auf dem Turm gemacht? Seine Höhenangst war doch ein offenes Geheimnis! Dem Pater, der eine Vorliebe für weltliche Literatur wie Krimis und Horrorgeschichten hat, lässt diese Frage keine Ruhe. Zu gern würde er, wie der berühmte Pater Braun, ein bisschen „kriminalisieren“, obwohl er die Angelegenheit bei Kommissarin Verena Hälble in den besten Händen weiß.



    Der Bürgermeister hieß zwar Engel, war aber keiner. Pater Johannes, der nicht nur was vom guten Essen versteht, sondern auch einem gepflegten Kleinstadtklatsch nicht abgeneigt ist, verstärkt Pater Pius’ Bedenken. Manfred Engel soll ein Verhältnis mit der Bärenwirtin gehabt haben und überdies in nicht ganz saubere Immobiliengeschäfte mit seinem Stellvertreter verwickelt gewesen sein. Und wer weiß, ob da nicht noch Engels Vetter die Finger mit drin gehabt hat! Vom kleinen Angestellten der Tuttlinger Sparbank hat dieser sich bis zum Vorstandsvorsitzenden einer der großen Banken im Ländle hochgearbeitet. Und man kennt ja die „Bankster“ ...



    Pius weiß auch schon, wer da Licht ins Dunkel bringen kann: Sein Studienkollege Martinus, der für die Vatikanbank arbeitet. Der Italiener findet tatsächlich heraus, wer und was hinter der ominösen Firma steckt. Aber was macht Pater Pius nun mit dieser Information? Er müsste sie der Polizei zukommen lassen – aber dann käme ja heraus, dass er bei Engels einen Kontoauszug eingesackt hat.


    In Richtung „merkwürdige Immobiliengeschäfte“ ermittelt inzwischen auch die Polizei. Ganz rund läuft die Zusammenarbeit zwischen Kommissarin Hälble und ihrem neuen Assistenten Thorben Fischer aber nicht. Das liegt weniger daran, dass der Kollege aus Norddeutschland stammt, sondern an der Tatsache, dass er bei der Polizei so eine Art Wanderpokal ist, den man nicht zur Belohnung bekommt. Zuletzt hat er einen Einsatz in Stuttgart vergeigt und ist jetzt, nach einem kurzen Zwischenspiel in Tuttlingen, in Verenas Dienststelle gelandet. An Selbstbewusstsein mangelt es Fischer dennoch nicht. Er ist ein eitler Gockel, der keine Gelegenheit auslässt, Frauen anzugraben, sich wichtig zu machen und seine gepuderte Nase in eine Kamera zu halten.


    Die polizeilichen Ermittlungen führen schließlich zu einer vorläufigen Festnahme. Doch Pater Pius weiß mehr als die Polizei. Dummerweise bezieht er die eine Hälfte der Informationen aus seiner Tätigkeit als Seelsorger und darf sie aus diesem Grund nicht weitergeben. Und die andere Hälfte stammt aus seinen privaten und nur bedingt legalen Nachforschungen. Weil er die Ermittlungsbeamten nicht einbeziehen kann, spielt er weiter selber Detektiv. Er ahnt nicht, in welche Gefahr er sich damit begibt ...


    Wer aufgrund des Buchtitels eine Gruselgeschichte erwartet, ist hier auf dem Holzweg. So etwas liest hier nur Pater Pius. Als Leser wartet man stets darauf, dass er seine schaurige Lektüre mal mit in den Beichtstuhl nimmt, weil er unbedingt wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Aber eigentlich ist das, was er als Seelsorger erfährt, viel interessanter und dramatischer als jeder Roman.


    Auch wenn Pius über dem schnöden Klatsch steht: Neugierig ist er doch! Es ist einfach herrlich, wie er krampfhaft überlegt, welches seiner Schäfchen ihm gerade als anonymer Sünder gegenübersitzt und beichtet! Woher kennt er die Stimme? Und wer aus der Gemeinde ist verheiratet, wortkarg und humanistisch gebildet? – Klosterbrüder sind eben auch nur Menschen!


    Der Kriminalfall ist eine durchaus ernste Angelegenheit: Politik ist ein schmutziges Geschäft. Mit der Macht sinkt die Skrupel während die Anzahl der Versuchungen steigt. Und die Zahl der Feinde ebenfalls. Aufgelockert wird die Krimihandlung durch allerlei (Zwischen-) Menschliches und durch die genaue und humorvolle Beobachtung des Kleinstadtlebens. Man muss nicht aus Spaichingen kommen, um vieles davon wiederzuerkennen.


    Mindestens so zweifelhaft wie die Geschäfte der Lokalprominenz ist im Übrigen der Männergeschmack der Kommissarin Hälble. Was will diese patente Frau bloß mit so einem Kasper? Sympathischen Romanfiguren wünscht man als Leser nur das Allerbeste. Der Kerl ist eher das Allerletzte.


    Zum Piepen sind die Meldungen des Regionalsenders „Radio Donauwelle“, die immer wieder in die Geschichte eingestreut werden. Hier gibt’s nicht nur die obligatorischen Hörerwünsche und Veranstaltungshinweise, sondern auch eine herrlich komische Rabattschlacht der örtlichen Optiker. Und natürlich stets das Neueste zum Todesfall Engel. Und so ist der KLOSTERGEIST eine abwechslungsreiche Mischung aus Spannung und Humor mit einem kräftigen Schuss Lokalkolorit.


    Ein kleiner Hinweis noch vom Erbsenzählkommando: Für die nächste Auflage möchte der Verlag doch bitte auf dem Backcover und im Klappentext den Vornamen des Bürgermeisters korrigieren. Manfred heißt die Leich’, nicht Hans-Jürgen!


    Die Autoren:
    Silke Porath,
    Jahrgang 1971, lebt mit Mann und drei Kindern im schwäbischen Spaichingen. Sie arbeitete lange Jahre als Zeitungsredakteurin und PR-Berate¬rin. Seit 2001 ist sie als Schreibtrainerin für Kinder und Dozentin für Kreatives Schreiben tätig. Mit „Klostergeist“ gibt die Autorin mehrerer Romane und vielfach ausgezeichneter Kurzgeschichten ihr Debüt als Krimiautorin.


    Andreas C. Braun wurde 1964 in Stuttgart geboren und lebt heute in Würzburg. An der Universität Tübingen studierte er Humanmedizin. Nach dem Physikum zog es ihn jedoch in eine ganz andere Richtung: In Würzburg absolvierte er ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte. Heute ist er als Marketing-Manager in der Industrie tätig. „Klostergeist“ ist seine erste Romanveröffentlichung.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

  • Mir hat das Buch gefallen etwas nettes leichtes für zwischendurch.


    Bin mit Pater Pius auf Mörderjagd gegangen und durch Spaichingen.


    Die Radioeinspielungen fand ich überraschend, wobei zum Schluss immer das gleich kommt und es dann etwas nervig wird.


    Also Daumen hoch für Spaichingens Pater Pius ;-)

  • Das Buch habe ich im Rahmen der Leserunde gelesen, und dann glatt vergessen, eine Schlußrezi zu schreiben. Da es nun schon eine Weile her ist, reicht es nur noch zu folgendem:


    Das war mein erster Regionalkrimi, und - wenn ich das richtig überblicke - mein erster Krimi überhaupt. Zumindest der erste, den ich auch ausgelesen habe. Für mich war es besonders interessant, weil ich an die Örtlichkeiten von meinen früheren Außendienstreisen noch, wenn auch eher schwache, Erinnerungen habe, und mir so das meiste gut vorstellen konnte.


    Mir als überzeugtem Landmenschen sagte die Örtlichkeit Kleinstadt sehr gut zu, vom Lokalkolorit ganz zu schweigen. Die Einschübe des Regionalsenders fand ich insoweit praktisch, als da meistens ein Szenenwechsel stattfand und ich so an diesen Stellen gut Lesepausen platzieren konnte.


    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen; es hätte durchaus noch etwas länger sein dürfen. Wenn Pater Pius wieder seine Nase in fremde Angelegenheiten steckt, bin ich auf jeden Fall wieder dabei. :-)

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Auch mir hat der erste Fall von Pater Pius gefallen. Lebendig geschrieben und mit viel Herz zum Detail.
    Einzig die "Donauwellen" Einwürfe muss ich auch etwas mokieren, etwas viel und irgendwie völlig unwichtig fürs Geschehen.
    Ansonsten habe ich mich gut unterhalten gefühlt und bin beim nächsten Fall bestimmt wieder dabei.

    Diese Eintrag wurde bisher 47 mal bearbeited, zultzt gerade ebend, wegen schwere Rechtsschreipfeler.

  • Ich kann mich den begeisterten Rezis ja gar nicht anschließen. Ich fand das Buch total langweilig, die Radio-Abschnitte haben mich nach einer Weile richtig genervt, die habe ich dann übersprungen, aber auch die "richtige" Handlung dazwischen hat mich nicht wirklich gefesselt.
    Wenn das Buch dicker gewesen wäre, hätte ich es abgebrochen, aber bei den paar Seiten habe ich es dann halt durchgelesen...


    Einen zweiten Fall brauche ich aus dieser Reihe eher nicht!

  • „Klostergeist“ ist solide geschrieben, wenn auch vor allem Kommissar Fischer entsetzlich nervte, selten ist mir ein unsympathischerer Ermittler begegnet. Wahrscheinlich kam mir deshalb die Liebesgeschichte aufgesetzt vor. Dafür sind die Meldungen des Radiosenders sehr humorvoll und stellenweise hatte ich das Gefühl, mich in Stenkelfeld zu befinden.
    Die Handlung ist überschaubar und spielt sich hauptsächlich in der Kleinstadt ab, und auch der Kreis der Verdächtigen ist nicht zu groß. Pater Pius selbst ist alles andere als weltfremd und sympathisch dargestellt. Ob er auch glaubwürdig ist, kann ich nicht beurteilen, nett zu lesen ist dieser Krimi allemal.

    liebe Grüße
    Nell


    Ich bin zu alt um nur zu spielen, zu jung um ohne Wunsch zu sein (Goethe)

  • Zitat

    Original von Nell
    Dafür sind die Meldungen des Radiosenders sehr humorvoll und stellenweise hatte ich das Gefühl, mich in Stenkelfeld zu befinden.


    Wobei ich aber finde, das "Stenkelfeld" um Klassen besser ist..... :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Auf dem Dreifaltigkeitsberg fällt der Spaichinger Bürgermeister Hans-Jürgen Engel vom Klosterturm. Der Engel fällt vom Himmel, das entlockte mir bereits ein Lächeln.


    Dazu taucht natürlich die Frage auf, war es Suizid, Mord oder Unfall? Dies versuchen die Kommissarin Verena Hälble und ihr norddeutscher Kollege Thorben Fischer zu klären. Unabhängig von den Beiden ermittelt Pater Pius.
    Die eingestreuten Radiomeldungen waren für mich auf die Dauer auch nervig.



    Als Fazit: Dieser Krimi ist nett und an einem Nachmittag zu lesen.


    Die Story aus dem Ländle war nicht überaus spannend und die Auflösung auch nicht sehr spektakulär.


    Aber einen zweiten Fall mit Pater Pius würde ich vermutlich wieder lesen.


    Von mir 7 Punkte