Schweinskopf al dente - Rita Falk

  • Die Autorin - aus dem Buch
    Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Landshut, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und verheiratet mit einem Polizeibeamten. Mit ihren Bestsellern "Winterkartoffelknödel" und "Dampfnudelblues" hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben - weit über die Grenzen Niederbayerns hinaus.


    Das Buch - Klappentext
    Ein Psychopath geht um in Niederkaltenkirchen.
    Ekelhafte Sache, das mit dem blutigen Schweinskopf im Bett vom Richter Moratschek. Doch dieser Schweinskopf führt Franz Eberhofer direkt auf die Spur eines gefährlichen Psychopathen. Hannibal Lecter - ein Dreck gegen Dr. Küstner, der in Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt...


    Meine Meinung
    Es ist wieder ein typischer Franz-Eberhofer-Krimi: In seiner wirklich unvergleichlichen Art führt und Franz als Kommissar - mit silbernem Stern auf der Schulter! - durch seine alltäglichen Leiden und Freuden in Niederkaltenkirchen bei Landshut. Rita Falks drittes Buch mit und über ihn ist nichts neues vom Stil her, aber genau das ist das tolle daran.


    Ich fand es auch nicht langweilig, Franz samt seinem Hund Ludwig, der mir in dem Buch fast ein bisschen zu kurz kommt, zu begleiten und den Fall um den Richter Moratschek zu lösen. Denn dem will einer an die Gurgel, brrr! Aber selbstverständlich hat Franz kompetente Unterstützung von aus den beiden Vorgängern bekannten Freunden und Familienmitgliedern. Natürlich nicht fehlen dürfen die Oma (nebst Rezepten im Anhang wie bisher) und der Papa, die Schleimsau Leopold und seine Göttergattin, die mittlerweile auch Deutsch kann. Auch seine Nichte Sushi kann mittlerweile ein bisschen sprechen - sehr zu seiner Freude.
    Auch die restlichen Verdächtigen aus dem Dorf, allen voran die on-off-Susi, der Simmerl und der Flötzinger sind mit dabei. Mir kam es vor wie heimkommen!


    Spannend im Sinn von "Wer ist der Täter?" ist es auch in diesem Buch wieder nicht - aber es ist einfach nur toll, dem Franz und dem Ex-Kollegen Rudi bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen und an seinem manchmal oft belanglosen Leben teilzuhaben.


    Ein toller dritter Band in der Eberhofer-Reihe (meiner Meinung nach auch besser als der zweite!) - wem natürlich die ersten beiden Bücher nicht gefallen haben, der wird auch hier keinen Spaß haben. Alle anderen aber definitiv!!

  • KLAPPENTEXT:
    Anruf von der PI Landshut beim Eberhofer Franz. Dr. Küstner, zu fünfzehn Jahren Haft wegen Mordes verurteilt, ist aus dem Gefängnis entflohen und muss rasch wieder eingesammelt werden. Doch obwohl der Franz dem Küstner quasi schon auf der Spur ist, geschehen merkwürdige Dinge in Niederkaltenkirchen: Das halbe Dorf wird nach dem Verzehr von Omas Rotweinkuchen ins Krankenhaus eingeliefert, Termiten belagern das Büro vom Franz, und wer ist bitte dieser „Cousin“, mit dem die Gattin des Richters in Bad Wörishöfen gesehen wurde? Dem Franz wird der ganze Stress zu bunt, und so macht er sich auf an den Gardasee. Währenddessen läuft Dr. Küstner noch immer frei herum ...


    ZUM AUTOR:
    Rita Falk ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrem Mann, der Polizeibeamter ist, in der Nähe von Landshut. Ihr erster Provinzkrimi „Winterkartoffelknödel“ war ein Riesenerfolg. Darauf folgte „Dampfnudelblues“ und mit „Schweinskopf al Dente“ veröffentlichte Rita Falk ihren dritten Eberhofer Krimi.


    EIGENE MEINUNG:
    Woas hamma wieder g´lacht!! (freie Übersetzung meinerseits) Über den Eberhofer, seinen Papa, den Leopold, der alte Schleimer, den Simmerl, den Flötzinger und wie sie alle so heißen, unsere Batzis. Jeder Einzelne von ihnen sorgt dafür, dass ich mich immer wieder köstlich amüsiere, wenn ich einen von Rita Falks Provinzkrimis lese. Es ist wie heim kommen, wenn ich das Buch aufschlage und sehe, wie der Franz und der Ludwig seine Runden drehen, oder höre wie der Papa wieder so laut die Beatles spielt, dass der Franz und ich Ohrstöpseln brauchen. Ja ganz richtig gelesen: Sehen und Hören, denn Rita Falk schreibt so wunderbar bildlich, dass man das Gefühl hat, wirklich mittendrin zu sein.
    Mittendrin statt nur dabei ist eh die Devise in Niederkaltenkirchen, denn dort steckt halt ein jeder seine Nase in Angelegenheiten, die ihn eigentlich nichts angehen und so weiß schon schnell das ganze Dorf, wenn der Franz befördert wird, der Flötzinger mal wieder treibgesteuert die Finger nicht bei sich lassen kann oder der Richter Moratschek die Polizei ruft, weil ein Schweinskopf bei ihm im Bett liegt, wo doch seine Frau gerade in der Kur ist, der Schweinskopf aber dann auf mysteriöse Weise wieder verschwindet. Da dies vermutlich Anschläge vom Küstner sind, zieht der Moratschek zu seiner eigenen Sicherheit lieber mal bei den Eberhofers ein.
    Und wer hätte gedacht, dass der Herr Richter auf die selbe Musik steht wie der Papa? Nun können sie gemeinsam den Beatles frönen, die Stones aufdrehen und bei Angie den ein oder anderen Joint rauchen. Das geht dem Franz bald dermaßen auf die Eier, dass er sich die Ohren zustöpselt und sich lieber mit seiner Nichte, der Sushi beschäftigt. Die kann jetzt schon ein paar Worte reden, weigert sich allerdings „Papa“ zu sagen, was der Franz sehr gut verstehen kann.
    Als der Küstner dann allerdings unerwartet auftaucht und einen scheinbar hinterhältigen Plan ausheckt, ist es mit Franz ruhigem Leben vorbei. Doch was wäre Niederkaltenkirchens bester Polizist, wenn er nicht auch mit solchen Verbrechern fertig werden würde...


    FAZIT:
    Auch Rita Falks dritter Provinzkrimi hat mir wieder einige (leider sehr wenige, weil sich ihre Bücher so schnell lesen) amüsante Lesezeit beschert. Auch, wenn es in Niederkaltenkirchen diesmal wirklich gefährlich wird, weil ein Psychopath sein Unwesen treibt, steht wie immer der Spaß im Vordergrund. Und so können wir wie gewohnt herzlich über Franz, die Oma, den Papa und all die anderen liebgewonnen Dorfbewohner lachen.

  • Nein, ein klassischer ,Who's-done-it'-Krimi sind die Geschichten um den Franz Eberhofer sicher alle nicht :grin
    Aber grade das macht auch ihren Reiz aus. Die Tätersuche gerät zur Nebensache, der Rest ist einfach lustig bis skurril. Und wenig vorhersehbar. Da wird dann schnell mal ein Richter im eigenen Heim zwecks Polizeischutz beherbergt, ein ,Beatles-Konzert' mit Waffengewalt beendet oder eine Italienreise mitsamt Verwandschaft und Bekanntschaft angetreten, um die Verflossene zurückzuholen.
    Im Klappentext heißt es, Hannibal Lecter sei ein Dreck gegen den Küstner, der hier als Psychopat sein Unwesen treibt. Für den Franz ist die Suche nach ihm weniger dramatisch als die Tatsache, daß die Oma in der Fastenzeit nur sparsam kocht. Eben dieses Aufhalten auf Nebenschauplätzen ist es, was die ganze Geschichte so vergnüglich und abwechslungsreich macht.
    Aber ich würde nicht auf den Gedanken kommen, es trotz Vorhandensein von Täter und Polizei einen Krimi zu nennen ;-)

  • Wieder mal ein typischer Eberhofer-Krimi.


    Ich mag den Eberhofer einfach, seine Art die Fälle zu lösen. So nach dem Motto "Komme ich heute nicht, komme ich morgen, aber zuerst muß ich was essen".
    Seine Familie ist die Kulisse, ohne die Eberhofer allein sicherlich an Reiz verlieren würde. Ich könnte mich immer kringeln, wenn er Dinge absolut verneint und nicht machen möchte .... ja bis die Oma im die Order dafür erteilt. Und auf Oma muss man hören, schließlich hält sie mir ihrer Kochkunst Leib und Seele zusammen. Papa Eberhofer dagegen hat es nicht leicht mit dem Sprößling, da der Musikgeschmack doch sehr unterschiedlich ist und zur Not wird halt auch mal die Schußwaffe gebraucht, um seine Interessen durchzusetzen.
    Sushi ist ja der Liebling von Franz, sehr zum Leidwesen von Bruder Leopold.
    Tja und dann ist ja noch Ludwig, mit dem er täglich seine Runden dreht und wir Infos über diverse Rundenzeiten erhalten.


    Ein tolles Buch.


    Ich hoffe, das Ende weist auf den nächsten Roman hin. Hoffentlich dauert es bis zum Erscheinen nicht allzu lange.


    10 von 10 Punkten

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Die Informationen innerhalb der Spoilermarkierungen kann man mitlesen, muss es aber nicht tun. Sie enthalten keinen Geheimnisverrat, sondern lediglich weitere Informationen zu Personen und Handlungsverlauf.


    *****


    Rita Falk: Schweinskopf al dente – Ein Provinzkrimi, München 2011, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-24892-1, Klappenbroschur, 239 Seiten, Format: 13,4 x 21 x 2,7 cm, EUR 14,90 (D), EUR 15,40 (A).


    „Der Moratschek ist in Gefahr“, sag ich noch so, und schon macht er den Weg frei und reißt mir die Autotür auf.
    „Warum sagst du das nicht gleich? Komm schon, beeil dich. Brauchst du meine Hilfe?“, drängelt er mich in den Bus.
    Ich schüttel den Kopf. Nein, das würde mir gerade noch fehlen. Der alte Kiffer als Hilfssheriff. Ich hock mich hinters Lenkrad und fahr los.
    (Seite 176/177)


    Für Freunde von Rita Falks Reihe um den niederbayrischen Dorfpolizisten Franz Eberhofer ist jedes Buch ein bisschen wie nachhause kommen – von der Stadt heim ins Dorf, wo jeder jeden kennt und man nicht lange drum herum redet.


    Der Franz auf jeden Fall ist nicht gerade zimperlich bei seinen Äußerungen. Uns Lesern erzählt er seine Geschichte in einem deftigen Plauderton, so als würden wir in Wolfis Wirtshaus bei ihm am Tisch sitzen. Mit dem „alten Kiffer“ meint er seinen Vater, einen Landwirt mit Altachtundsechziger-Allüren, der gerne nachts in ohrenbetäubender Lautstärke Musik von den Beatles hört. Die Schweinezucht hat Eberhofer senior vor ein paar Jahren aufgegeben. Den ehemaligen Saustall des Hofes hat sich Franz provisorisch als Wohnung hergerichtet.


    Wenn Franz von der „Schleimsau“ spricht, dann ist damit sein Bruder Leopold gemeint, der in der Stadt eine Buchhandlung betreibt und in dritter Ehe mit der Thailänderin Panida verheiratet ist. Ab und zu erscheint der Leopold mit seinem Familiengeschwader auf dem elterlichen Hof und schmeichelt sich beim Papa ein, während der ganze Alltagsmist am Franz hängenbleibt. Und dann bricht sich regelmäßig eine ebenso offene wie kindische Geschwisterrivalität Bahn. Da raufen sich beispielsweise die zwei gestandenen Herren, beide irgendwo so zwischen 30 und 40, mit Macht um die letzte Semmel am Frühstückstisch.


    Seine Freunde und Kollegen sieht der Franz ebenso unsentimental und illusionslos wie seine Sippe. Nur seine Oma, die mit auf dem Hof lebt, kann in seinen Augen nichts falsch machen. Selbst wenn sie eine fanatische Schnäppchenjägerin ist und Franz sie immer zum Einkaufen kutschieren muss. Und auch, wenn die Kommunikation mit ihr schwerhörigkeitsbedingt mühsam ist und mitunter zu peinlichen Situationen führt. Omas Kochkunst ist legendär und sie kümmert sich um ihren Buben. Auf die Oma lässt der Franz nichts kommen!


    Sein besonderer Liebling ist jedoch seine kleine Nichte Sushi, die in Wirklichkeit Uschi heißt. Auch die Kleine liebt ihren Onkel „Wans“ und hat eine innigere Beziehung zu ihm als zu ihrem Vater Leopold. Was den Leopold mächtig ärgert und den Franz mächtig freut.


    Beruflich reißt sich der Eberhofer Franz nicht gerade ein Bein aus, weil in seinem Kaff Niederkaltenkirchen bei Landshut kaum je was los ist. Und wenn er mal einem Verbrechen auf der Spur ist, dann glaubt ihm keiner. Vor allem der Bürgermeister und der Richter Moratschek halten den Franz für einen ausgemachten Spinner.


    Doch diesmal ist es anders. Richter Moratschek wird von einem entflohenen Häftling bedroht – und jetzt ist er es, dem man nicht glaubt. Doch der blutige Schweinskopf, den jemand dem Richter ins Bett gelegt hat, ist nicht zu übersehen. Das versteht auch der Eberhofer Franz als Warnung und quartiert den verängstigten Juristen auf dem elterlichen Hof ein.


    Was nicht vorauszusehen war: Der Moratschek und der alte Eberhofer verstehen sich auf Anhieb prächtig. Jetzt hat Franz zwei kiffende, Rotwein trinkende alt-Achtundsechziger an der Backe, die nachts in einer Affenlautstärke die Musik ihrer Jugend hören. Der Richter will gar nicht wieder heim. Wenn Franz ihn loswerden will, muss er wohl den entflohenen Häftling finden. Seine Polizeikollegen wähnen den Mann längst im Ausland und überschlagen sich nicht gerade vor Ermittlungseifer.


    Helfen soll ihm jetzt sein alter Kumpel aus Münchner Zeiten, der Ex-Polizist und jetzige Privatdetektiv Rudi Birkenberger. Der stellt sich, wie üblich, erst einmal an wie eine Diva, will ordentlich beehrt und gebeten werden und führt sich dann während der Ermittlungen so auf, als sei er der Chef vom Franz. Aber er ist zuverlässig, einfallsreich und versteht sein Handwerk.


    Leider sind der Richter und der Häftling nicht Franzens einziges Problem ...


    Richter Moratschek erhält unterdessen die erlösende Nachricht, dass der entflohene Mörder wieder hinter Gittern sitzt und kehrt erleichtert heim. Doch als Franz mit seinen Kollegen in Landshut telefoniert, wird ihm klar, dass die Gefahr für den Juristen noch keinesfalls vorüber ist. So schnell der antike VW-Bus es zulässt, brettert Franz vom Gardasee zurück nach Deutschland. Beim Moratschek vorm Haus kommt es dann zu einem hochdramatischen Showdown. Ob da die privaten Probleme mit dem Leopold und der Susi überhaupt noch von Bedeutung sind?


    Diese Provinzposse mit Krimihandlung lebt, wie die beiden Vorgänger-Bände WINTERKARTOFFELKNÖDEL und DAMPFNUDELBLUES vom derb-naiven Erzählstil des Helden und vom ländlich-rustikalen Personal, das sich in seinen Eigenheiten und seinen Beziehungen untereinander nie signifikant verändert. Die verschiedenen Kriminalfälle bringen Nebenfiguren und andere Überraschungen ins Geschehen, aber auf die Macken und Mucken der Hauptpersonen kann man sich hundertprozentig verlassen.


    Wer sich einmal mit den mehr oder weniger überzeichneten Dörflern und Franzens unverblümten Erzählweise angefreundet hat, den erwarten in jedem weiteren Band vertraute Szenarien und er wird sich stets aufs Neue über den Eberhofer und sein skurriles soziales Umfeld amüsieren. Wer schon den ersten Band nicht witzig fand – und das gibt’s -, der braucht’s mit Band 2 und 3 gar nicht erst zu probieren.


    Ob die Geschichte auch dann noch funktionieren wird, wenn sich im Eberhofer-Universum mal was Dramatisches ändert? Wenn beispielsweise die Oma nimmer ist, die ja jetzt auch schon auf die Neunzig zuschleicht. Oder wenn der Franz tatsächlich irgendwann mal die Susi heiratet. Die sähe das ja gern, aber unser Dorfpolizist zieht nicht so recht … Warten wir ab, was Rita Falk noch alles zu ihren Niederkaltenkirchenern einfällt. Wenn wir den Franz am Schluss richtig verstanden haben, zeichnet sich ja schon der nächste Fall für ihn ab …


    Vorm Dialekt muss sich übrigens kein Leser fürchten. Durch Satzbau und einzelne Redewendungen wird zwar deutlich, dass der Erzähler aus dem bairischen Sprachraum kommt, doch ist das Buch nicht in Mundart geschrieben. Ein Glossar erklärt ein paar regionale Begriffe, deren Bedeutungen sich nicht zweifelsfrei aus dem Zusammenhang erschließen. Und weil der Franz gar so von den Kochkünsten seiner Oma schwärmt, sind auch noch ein paar ihrer Originalrezepte im Anhang aufgeführt.


    Erstmals kommt auf den letzten Buchseiten der Anhang vom Eberhofer zu Wort: Oma, Papa, Leopold und Co. erklären ohne Umschweife was sie davon halten, dass der Franz hier aller Welt erzählt, wie’s bei ihnen daheim zugeht. Man kann sich’s denken ...


    Die Autorin
    Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Landshut, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und verheiratet mit einem Polizeibeamten.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

  • Rita Falk hat Franz Eberhofer in eine interessante Geschichte verstrickt. Jedoch glänzt der Kommissar nicht gerade mit Intelligenz, sondern viel mehr mit Glücksgriffen und Unterstützung anderer. Und doch ist es irgendwie immer das gleiche Muster wie bei den Vorgängern. Die Handlung ist nicht so wichtig, dafür die Ausdrucksweise amüsant, auch wenn es da viele Wiederholungen gibt. Am besten sind die gut kochende Oma und der Richter auf Droge :grin
    Damit hat die Autorin einen skurillen Krimi mit Humor erschaffen, der auch teilweise sehr kurios ist. Es ist nicht der beste Eberhofer, aber doch zum schmunzeln und gut zur lockeren Unterhaltung. Beim nächsten hoffe ich allerdings wieder auf mehr Tiefe und auch mehr Einsicht des Kommissars. Nicht alles kann mit bayrischer Gemütlichkeit erklärt werden, warum er so träge handelt.

  • Ich habe mir das Buch letzte Woche bei einer Lesung von Frau Falk gekauft und musste es anschließend natürlich sofort lesen :-)
    Wie auch bei den ersten beiden Teilen, war auch dieser hier einfach leicht und locker geschrieben und einfach zum schmunzeln :-]
    Trotzdem würde ich das Buch als das schwächste der drei Eberhofer-Romane sehen.
    Vielleicht liegts aber auch daran, dass man jetzt natürlich größere Erwartungen hat als beim ersten Teil.


    Ein Punkt Abzug gibts wegen


    Ich gebe 9 Punkte und freue mich jetzt schon auf den vierten Teil ("Griesnockerlaffäre"), der schon fertig geschrieben ist aber erst im Oktober erscheinen wird.



    Der Franz hat übrigens eine eigene Homepage: Hier

  • Nun also der dritte Band aus der Eberhofer-Reihe.
    Und ja, wer einen richtigen Krimi erwartet, ist auch diesmal wieder falsch hier. Denn nicht auf die Aufklärung eines Verbrechens kommt es hier an, sondern auf die lustigen kleinen Verwicklungen der Eberhofer Sippe und seiner Freunde. Dies ist allerdings wieder super lustig und macht sehr viel Freude. Klar es gibt viel Klischeehaftes, aber das macht dieses Buch ja gerade aus.


    Diese Reihe ist zum weglachen und mir hat dieser dritte Teil noch besser gefallen als die beiden Vorgänger.
    Jetzt warte ich gespannt auf Nummer vier.


    Übrigens würde ich gern mal bei der Oma zum Essen vorbeischauen. :lache


    9 von 10 Punkten

    Gruß Sabine


    ich lese: "Immer wieder im Sommer" von Katharina Herzog

    ich höre: "Mansfield Park" von Jane Austen

  • Franz Eberhofer ist wieder da. Und mit ihm seine gesamte Sippschaft samt Hund, Freundin und den restlichen Bewohnern von Niederkaltenkirchen.
    Es ist wirklich fast schon so, als würde man alte Bekannte und Freunde ( oder Feinde ;-) ) wiedertreffen.
    Richter Moratschek wird bedroht - vom Hannibal Lecter aus Bayern, quasi. Und der Franz wurde als Retter auserkoren, am liebsten mit Rund-um-die-Uhr-Begleitschutz. Das lässt dieser natürlich nicht einfach so mit sich machen. Daraufhin hat er den Richter nun schneller als er gucken kann bei sich im Hause. Oder vielmehr bei seinem Vater. Die beiden verstehen sich blendend und lassen die 60iger Jahre wieder aufleben, incl. Hasch, Wein, kein Weib und Gesang. Keine leichte Aufgabe für Franz, den Mörder soll er ja schliesslich auch noch fassen.........
    Wie sich dies dann alles entwickelt ( dazu kommen natürlich auch noch die Susi und die Sushi samt Eltern ) wird wieder in unnachahmlicher Manier von Rita Falk beschrieben. Ich liebe diesen Schreibstil und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen.
    Tatsache ist, wer mit den Vorgängern nichts anfangen konnte, sollte auch von diesem dritten Band die Finger lassen. Allen anderen kann ich das Buch nur empfehlen.


    Von mir gibt es für den Schweinskopf 9 von 10 Punkten - und ich freue mich sehr auf den vierten Band.

  • Ich bin durch einen Tipp eines Buchhändlers aufmerksam geworden. Habe mit "Winterkartoffelknödel" begonnen und konnte nicht mehr gestoppt werden. Der Dampfnudelblues folgte und natürlich auch "Schweinskopf al dente". Ich wollte erst gar nichts "Lustiges" lesen, aber es ist wirklich sehr witzig und auch spannend geschrieben. Mein Mann hat sie gleich im Anschluß gelesen, da er immer grundlos mit mir mitlachen musste! :grin


    Am besten finde ich seine "Selbstgespräche" und z.B. wie er nein denkt und dann aber "ja" sagt! Super klasse!


    Ich hoffe auch, dass bald weitere Bände folgen!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :anbet

  • Zitat

    Original von träumerle
    gerade ausgelesen: wieder ein seichter, unbeschwerter Krimi, gut zu lesen und zum Ablachen. Ich würde da gerne mal reinschauen und Omas Küche genießen wollen! :-]


    Ja, da käme ich gerne mit :grin

  • Ich schleich mich mal ganz leise hier rein, denn ein Eberhofer-Fan bin ich nun wirklich nicht. Vor Jahren habe ich Band 1 gelesen, fand ihn amüsant und unterhaltsam, mehr aber auch nicht. Durch Zufall habe ich jetzt Band 3 und 4 zum Lesen bekommen und antesten wollte ich die beiden Bücher dann doch.


    Nach ungefähr der Hälfte wollte ich Schweinskopf al dente entnervt weglegen. So einen extrem übertriebenen und weltfremden Krimi gibt es wohl selten. Kommissar Eberhofer (der natürlich ganz alleine auf seiner Dienststelle sitzt) scheut sich nicht davor, öfter mit Waffengewalt seinen Willen durchzusetzen, war aber überhaupt niemanden interessiert. Und sein Verhalten gegenüber Frauen ist völlig daneben. :bonk


    Aber irgendwann hat es dann doch Klack gemacht und mich haben diese ganzen unrealistischen Schilderungen nicht mehr gestört. Ich konnte den Quatsch sogar genießen. Und so habe ich dann nach dem Ende des 3. Bandes auch gleich zu Teil 4 gegriffen. Es ist halt einfach Klamauk und als solchen muss man ihn auch lesen.


    Zitat

    Original von Tempe
    Aber ich würde nicht auf den Gedanken kommen, es trotz Vorhandensein von Täter und Polizei einen Krimi zu nennen ;-)


    Da hast du vollkommen recht und gerade in diesem Band gibt es nur einen sehr kleinen "Krimi"anteil.


    Fazit: Nachdem ich meinen Kopf abschalten konnte war es ein vergnügliches und unterhaltsames Buch. Bis dahin hat es mich aber ziemlich genervt und so gibt’s insgesamt nur 5 Punkte.

    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Aus Angst vor einem geflohenen Psychopathen, der sich rächen will, flüchtet sich Richter Moratschek zur Familie Eberhofer und sorgt selbstverständlich für einiges an Aufregung. Obendrein hat Franz mit dem Weggang seiner geliebten Susi zu kämpfen. Keinen Zweifel, die Reihe lebt von seinen skurrilen Charakteren. Im dritten Band zeigen sich allerdings erste Ermüdungserscheinungen. Spannend waren auch die zwei vorherigen Krimis nicht, konnten aber dank der Figuren und verrückten Nebengeschichten trotzdem überzeugen. Im dritten (von bisher neun) Büchern war mir das ein bisschen zu wenig. Schon in den vorherigen Bänden hielt sich der Krimi-Anteil in Grenzen. Diesmal wurde das - sehr zu meiner Überraschung, dass das tatsächlich möglich war - noch weiter reduziert und die chaotischen bis absurden Situationen weiter ausgebaut. Noch dazu zog sich die Geschichte auch nach dem eigentlichen Ende (dem Showdown, wenn man es so nennen will) weiter in die Länge. Ich hoffe, im vierten Band geht es wieder mehr und besser zur Sache.