Die Querbeet-Lesegruppe liest: Ein Winter auf Mallorca - George Sand (Mini-LR) ab 11.02.2012

  • Wir wollen zusammen "Ein Winter auf Mallorca" von George Sand lesen. Wir lesen in einer Mini-LR, da die Teilnehmerzahl für eine echte LR zu gering war. Nichts desto trotz freue ich mich sehr auf die Leserunde mit euch!


    Kurzbeschreibung
    Im Oktober 1838 reisen George Sand und Frederic Chopin nach Mallorca, um dem trüben, nasskalten Winter und dem Pariser Klatsch zu entfliehen.
    George Sand zeichnet ein unterhaltsames Bild der balearischen Insel und ihrer Bewohner.


    Bitte unbedingt daran denken, im eigenen Beitrag zu oberst schreiben, über welchen Abschnitt ihr gerade schreibt!


    Einteilung


    1. Abschnitt: 1. Teil (und Vorwort, wer hat)
    2. Abschnitt: 2. Teil
    3. Abschnitt: 3. Teil, Kapitel 1+2
    4. Abschnitt: 3. Teil, Kapitel 3-5


    Teilnehmer


    Lesebiene
    Rosha
    Clare
    bibliocat
    babsbara
    Buchfink
    SiCollier

  • Guten Morgen,


    Ich schreibe nachher noch ausführlicher, will aber, kurz vor Ende des ersten Teils meinen ersten Eindruck schildern: Tolles Buch, unglaublich komisch und verblüffend modern geschrieben. Ich bin begeistert und habe hier heute morgen schon Tränen gelacht über den Duft von Olivenöl...


    Bin gespannt auf eure Rückmeldungen.


    Edit ein paar Seien später: Hm, die Äußerungen über die Rückständigkeit der Mallorquiner überschreiten jetzt doch allmählich die Grenze des Akzeptablen... Insbesondere in Kombination mit den euphorischen Anmerkungen zur Fortschrittlichkeit der Franzosen. Mal sehen, wie das weitergeht.

    LG
    Die Buchfinkin


    :lesend Xinran: Gerettete Worte
    :lesend Neil McGregor: Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten


    Gelesene Bücher 2014: 45

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  • 1. Abschnitt: 1. Teil (und Vorwort, wer hat)


    Nun ja, der doch recht lockere und unterhaltende Ton von Frau Sand fällt von Anfang an auf. Das hatte ich so nicht erwartet.
    Sie hält den Einwohnern Mallorcas den Spiegel vor, beschreibt Land , Leute, Viehzucht (und man riecht förmlich die Schweine...). Gerade im ersten Abschnitt wird das an manchen Stellen schon etwas viel. Die Einwohner scheinen oberflächlich, ungastlich, rückschrittlich - und das alles wird mehr oder weniger als Tatsachen genannt und so stehen gelassen. Erklärungen zu historischen Entwicklungen und Hintergründen kommen erst im Teil 2.


    Wirklich gefallen haben mir die Passagen, in denen sich George Sand Gedanken über das Reisen, das Fernweh und die Heimat macht, über die völlig unterschiedliche Art, wie Menschen ihren Ort zum Leben finden oder eben, wie ewig Reisende, auch nicht.
    Alle ihre Ansichten kann ich nicht teilen. So stellt sie z.B. folgende These auf (Teil1, Kapitel4):


    "Wer nicht in Arbeit aufgeht oder von Trägheit stumpf ist, kann, so behaupte ich, nicht lange am selben Platz bleiben, ohne zu leiden und ohne sich nach Veränderung zu sehnen..."


    Der Grundgedanke dieser Zeilen im Abschnitt scheint, dass wirklich intelligente. lebhafte Menschen auch Fernweh verspüren müssen, den Drang zu Reisen und Ortswechsel haben müssen. Ich sehe das nicht so. Für mich hat es nichts mit Intelligenz kontra Müßigtum zu tun, wenn jemand z.B. eine gewisse Heimatverbundenheit hat.
    Irgendwo habe ich mal dieses Zitat gehört:
    "Wohin sollte das Reisen uns denn bringen? Doch nur fort von hier!" Das kam mir beim Lesen in den Sinn.

  • Teil 1:n


    Die leichte Art, wie Frau Sand hier schreibt, finde ich herzerfrischend und ich kann sie mir sehr gut vorstellen . Ich kann miraber auch die Leutchen auf Mallorca vorstellen und dass diese um es mit der Queen zu sagen not amused sind. :lache
    Während des Lesens der ersten beiden Teile, habe ich immer nach hinten die Anmerkungen zu den angegebenen Nummern gelesen. Da dies aber den Leserythmus stört habe ich mir überlegt, die Anmerkungen erst am Ende zu lesen.


    Sehr interessant finde ich die Wirtschaftslage, wie Georg Sand sie beschreibt. Als sie das Haus gesucht haben, waren alle Häuser ohne Türen und Fenster. Diese sowie alle Möbel mussten vom jeweiligen Mieter selbst geordert werden. Beim Tischler nicht im Versandhaus :lache Und wenn man 6 Monate gewartet hat - meinten die Tischler, ihr habt 6 Monate gewartet, da könnt ihr noch 6 weitere warten. Obwohl das gibt es heute doch auch öfters, oder :gruebel


    Ach so - Seite 114: Eine gesonderte Klasse der Bevölkerung von Palma werden Xueta genannt. Ja ja, Eulen gibt und gab es überall...

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Zitat

    Original von Clare
    Wirklich gefallen haben mir die Passagen, in denen sich George Sand Gedanken über das Reisen, das Fernweh und die Heimat macht, über die völlig unterschiedliche Art, wie Menschen ihren Ort zum Leben finden oder eben, wie ewig Reisende, auch nicht.


    :write Genau diese Stellen, in denen die Autorin sich nicht optischen Beschreibungen hingibt, sondern den Leser an ihren Gedanken teilhaben lässt, sind ungleich spannender zu lesen, als der Rest.


    Der Schreibstil ist kraftvoll, herrlich unprätentiös und durchaus humorvoll. Im Reisebericht wechseln bislang spritzige Stellen mit langatmigeren ab.


    Zitat

    Original von ClareAlle ihre Ansichten kann ich nicht teilen. So stellt sie z.B. folgende These auf (Teil1, Kapitel4):


    "Wer nicht in Arbeit aufgeht oder von Trägheit stumpf ist, kann, so behaupte ich, nicht lange am selben Platz bleiben, ohne zu leiden und ohne sich nach Veränderung zu sehnen..."


    In der Hinsicht geht es mir ebenso wie dir Clare. Diese Äußerung von Sand ist mir auch aufgestoßen. Es ist ein Pauschlierung und die sind immer von vornherein falsch.

  • Zitat

    Original von Buchfink
    Edit ein paar Seien später: Hm, die Äußerungen über die Rückständigkeit der Mallorquiner überschreiten jetzt doch allmählich die Grenze des Akzeptablen... Insbesondere in Kombination mit den euphorischen Anmerkungen zur Fortschrittlichkeit der Franzosen. Mal sehen, wie das weitergeht.


    Man muss sich vor Augen halten, dass es kein Baedeker-Reiseführer ist, sondern eine subjektive Schilderung. Es ist die Meinung einer einzelnen Frau, aber ich fand auch, dass sie sich dabei etwas sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat.

  • 1. Abschnitt: 1. Teil (und Vorwort, wer hat)


    Zitat

    Original von Rosha


    :write Genau diese Stellen, in denen die Autorin sich nicht optischen Beschreibungen hingibt, sondern den Leser an ihren Gedanken teilhaben lässt, sind ungleich spannender zu lesen, als der Rest.


    Der Schreibstil ist kraftvoll, herrlich unprätentiös und durchaus humorvoll. Im Reisebericht wechseln bislang spritzige Stellen mit langatmigeren ab.
    ...


    So viel sie auch schimpft: es kommt immer wieder durch, dass die Landschaft und die Insel an sich George Sand immer wieder sehr begeistert.


    Ich habe mal nachgelesen:
    George Sand reiste nach Mallorca, damit ihr Sohn Maurice, von dem sehr schöne Gemälde in meiner Ausgabe abgebildet sind, sich von seinen rheumatischen Beschwerden erholt.
    Ich habe dieses Buch lesen wollen, weil Chopin in der Beschreibung vorkam. Deshalb interessierte mich das Buch ursprünglich. Nun kommt Chopin gar nicht vor. George Sand erwähnt nur, dass sie nicht nennen will, mit wem sie reist, um sich und Andere nicht zu kompromittieren. Chopin ist mit ihr gereist. Er versprach sich eine Linderung der Beschwerden seiner Tuberkulose. Zu der Zeit war er in einer Beziehung mit Sand.

  • Um Chopin ging es bisher noch mit keiner einzigen Silbe. Ich gebe zu, ich hatte etwas mehr Privates erwartet.


    Ein Zitat hat mich auch noch besonders angesprochen. Zu finden in meiner Ausgabe auf Seite 40 (im Kapitel IV):


    Da in der Welt, wie wir sie uns geschaffen haben, für alle Dinge die Zeit fehlt, stellte ich mir wieder einmal vor, daß ich, wenn ich nur gründlich suchen würde, einen stillen, einsamen Zufluchtsort finden könnte, an dem ich weder Briefe schreiben noch Zeitungen durchschauen noch Besuche empfangen müßte;... wo ich mich von allen gesellschaftlichen Pflichten und von der Unrast des Geistes befreien könnte, die uns in Frankreich alle umtreibt, ...


    Stress und Zeitmangel ist also keine Erfindung der heutigen Zeit! :grin Auch die Menschen im 19. Jhd. kannten dieses Gefühl - ganz ohne Computer, Terminkalender und Handy...


  • Interessant, du pickst die gleichen Zitate heraus, die ich auch notiert habe.


    Ich kann nicht glauben, dass die Ablehnung der Bevölkerung Teil ihres Wesens ist. Vielleicht wurden Sand, ihre zwei Kinder und Chopin auch nur so abgelehnt, weil sie völlig unmoralisch unverheiratet durchs Land reisten. :gruebel

  • Zitat

    Original von Clare
    Ich kann nicht glauben, dass die Ablehnung der Bevölkerung Teil ihres Wesens ist. Vielleicht wurden Sand, ihre zwei Kinder und Chopin auch nur so abgelehnt, weil sie völlig unmoralisch unverheiratet durchs Land reisten. :gruebel


    Das könnte eine sehr gute Erklärung dafür sein. Sand erwähnt ja mehrmals die extreme Frömmigkeit der Inselbewohner. Und die haben Augen im Kopf und sind vermutich nicht ganz so stumpfsinnig, wie die Autorin sie darstellt. Die wussten bestimmt innerhalb kürzester Zeit von den "unsoliden", weil unverheirateten Verhältnissen zwischen Sand und Chopin.

  • In meiinem Buch sind auch sehr schöne Zeichnungen von Mallorca von Sands Sohn Maurice.



    Ich verstehe es nicht so, dass Sand die Bevölkerung ablehnt. Ganz und gar nicht Sie schreibt ja im ersten Teil von der Wirtschaftslage, der Landwirtschaft und Fehler beim x- und Import (das gute Weizen exportieren und das schlechte graue selbst verwenden).

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    Wendy Wasserstein

  • :bruell 2. Abschnitt: Teil 2


    Dieser Abschnitt ist anders als der erste. Sands spitze Bemerkungen über die Inselbewohner verlieren sich langsam, als sie endlich Quartier finden. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass alle fremden mit großem Argwohn betrachtet werden, was beim Lesen an vielen Stellen als Rückschrittlichkeit erscheint.
    In diesem Teil erfährt man mehr über Architektur und Geschichte.


    Zitat

    Original von Rosha


    Das könnte eine sehr gute Erklärung dafür sein. Sand erwähnt ja mehrmals die extreme Frömmigkeit der Inselbewohner. ...


    Im 2. Teil geht es auch um den enormen Bildersturm und die wütende Zerstörung von Klöstern, um Inquisition und die Stellung der Bewohner Mallorcas in dieser bewegten Zeit, die sie umherwarf, wie es überall in Europa geschah. Es geht um Frömmigkeit und auch den Wandel, dem sie zuweilen unterliegt.


    Zu Ende des Abschnittes beschreibt Sand die fiktive Begegnung zwischen einem jungen Maler und einem Mönch, der sich als Überlebender der Inquisitionsverließe herausstellt. Besser hätte man die Zerrissenheit dieser Zeit und ihrer Menschen nicht deutlich machen können.


    Ansonsten war der Abschnitt über Strecken doch recht trocken...

  • Die Inquisition ist schon ein brisantes Thema. Da wurde er noch nicht einmal mehr auf sein Schiff gelassen :yikes


    Die Geschichte von dem Mönch fand ich auch sehr gut geschrieben. Wie sie schrieb "...lebendig begraben". Das war eine schlimme Zeit.


    Hier lernen wir auch Grasset de Saint-Sauveur. Von ihm hätte ich gerne mehr gelesen, leider finde ich in inet nur etwas in französischer Sprache und die kann ich leider nicht. :cry


    Ansonsten geht es hier um politische Themen, die natürlich sehr trocken sind.

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Entschuldigung, daß ich mich noch nicht gemeldet habe. Ich wollte noch bis zum Ende des zweiten Abschnitts lesen (so weit bin ich derzeit), dann "schnell" - da meine bisherige Lizenz gestern abgelaufen ist - die Testversion einer anderen Sicherheits-Suite (um so den Schutz für 30 Tage umsonst zu haben) installieren und dann hier schreiben.


    Aus dem "schnell" sind jetzt rund drei Stunden geworden, Ergebnis: die Suite, die ich eigentlich verwenden wollte, kriege ich nicht zum Laufen, also habe ich mir vom bisherigen Anbieter die Testversion für dessen Suite heruntergeladen, installiert und inzwischen zum Laufen gebracht. Jetzt brummt erst mal der Schädel (Fehlersuche ist recht anstrengend), es gibt gleich Abendessen, und ich weiß noch nicht, wann ich die vielen Zettel im Buch in vernünftige Posts hier verwandeln kann. Evtl. erst morgen, hoffentlich später am Abend schon.


    Nur eines weiß ich: so ein "Völkchen" die die Mallorquiner verdient meinen Besuch gar nie nicht. :chen


    Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut, sogar an Stellen, die mich eigentlich gar nicht interessieren. Mehr, wie erwähnt, später.



    Ich lese die hier verlinkte wunderschöne Ausgabe der Büchergilde mit einem erklärenden Vorwort sowie jeder Menge zeitgenössischer Zeichnungen, teilweise von George Sand selbst. Ich bin jedenfalls froh, mich noch zum Lesen entschlossen zu haben. :-]
    .

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Nur mal so aus Neugier: Wer war von euch schon auf Mallorca? Liest es sich noch intensiver, wenn man die Örtlichkeiten kennt oder ist es egal, weil sich die Insel von damals so sehr von der heutigen unterscheidet?


    Ich selbst war noch nie auf Mallorca und habe mich auch sonst noch nicht mit der Insel beschäftigt. Wie ist eure Vorbildung?

  • :lache Ich war schon mehrfach auf Mallorca aber da hatten sie schon Straßen, Häuser mit Türen und Fenster und leider jede Menge Hotels und Pensionen. :lache:lache Ok, ist schon wieder 20 Jahre her und möglicherweise haben die Einheimischen inzwischen die Insel verlassen. Könnte ich gut verstehen, bei so manchem Tourist. :lache

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    Wendy Wasserstein

  • So, dann versuche ich mich jetzt mal substantiell zum Buch, an das ich in jeder Hinsicht ziemlich unvorbelastet herangehe. Das fängt beim fehlenden Vorwissen über die Autorin, von der mir eigentlich nur der Name geläufig ist, an und hört damit sicher nicht auf, daß ich mir erst mal einen Atlas zur Hand genommen habe, um die genaue Position Mallorcas zu bestimmen. :rolleyes In meinem Buch ist im Vorsatz dankenswerterweise eine Landkarte abgedruckt, die den Stand von 1838 wiedergibt, im Vorwort von Ulrich C. A. Krebs, der meine Ausgabe auch übersetzt hat, findet man ein paar Hinweise zur Einordnung sowie die äußeren Umstände.


    Als Zweitbuch lese ich momentan (und noch für geraume Zeit weiter) Jürgen Osterhammels „Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts“. Das ist jetzt insofern interessant (für mich), als da auch über den „Raum“ bzw. die Entdeckung und Kartographierung desselben geschrieben wird. In diesem Zusammenhang ist von genau solchen Reiseberichten zu lesen, wie wir ihn hier vorfinden. Gibt’s so etwas heute überhaupt noch? Ich habe den zweiten Abschnitt schon durch; ganz allgemein kann ich sagen, daß mich vieles eigentlich überhaupt nicht interessiert, aber die Autoren dermaßen interessant und gut lesbar schreibt, daß es eine Freude ist, selbst solche Stellen zu lesen. Das ist mir bisher auch nur selten bis gar nicht passiert.


    Überrascht wurde ich auch von dem mal humorvollen, mal ironischen bis zynischen Text, der mir mehr als ein Mal ein Grinsen verschiedener Natur entlockte. Zwischendurch vergewissere ich mich übrigens immer wieder, ob das Buch wirklich schon so alt ist. Wenn ich es ohne Autorennamen und Jahreszahl bekäme, könnte ich es - wenn man mal von bestimmten Schilderungen des täglichen Lebens absieht - fast für einen halbwegs bis ziemlich modernen Text halten. Beispiel gefällig? Indessen hört der Reisende niemals Klagen, denn zu Beginn eins ungerechten Regimes hält der Schwache aus Furcht das Maul und schweigt aus Gewohnheit weiter, wenn das Unheil angerichtet ist. (Seite 47, im 2. Kapitel) Oder Seite 81, im Kapitel 6: (...) und wenn er wie wir Franzosen zunächst die schmerzliche Phase der Profitmacherei durchmachen muß, um zu begreifen, daß dies letztlich nicht das Ziel der Menschheit ist (...) Ähn, also diese Phase der „Profitmacherei“ dauert auf jeden Fall noch an, zumindest hier in D, in F aber vermutlich auch.



    Zitat

    Original von Clare
    Der Grundgedanke dieser Zeilen im Abschnitt scheint, dass wirklich intelligente. lebhafte Menschen auch Fernweh verspüren müssen, den Drang zu Reisen und Ortswechsel haben müssen. Ich sehe das nicht so. Für mich hat es nichts mit Intelligenz kontra Müßigtum zu tun, wenn jemand z.B. eine gewisse Heimatverbundenheit hat.


    Tja, also mit dem Reisen habe ich es auch überhaupt nicht. Ob ich „heimatverbunden“ bin, weiß ich nicht; dazu müßte ich für mich erst mal Heimat und wo dieselbe ist definieren. Gut, Fernweh verspüre ich bisweilen schon, wenn ich dann aber überlege, was es bedeuten würde, diesem nachzugeben ... :yikes ne, da bleibe ich lieber zuhause. Bücher und Filme sind mir persönlich mehr als ausreichend. Ich halte mich allerdings dennoch, zumindest bis zu einem gewissen Grade, für intelligent. :rolleyes :grin



    Chopin kommt im Buch so gut wie überhaupt nicht vor, um auf eure Posts einzugehen (stand bei mir im Vorwort, oder habe ich das bei Wikipedia gelesen?). Das macht mir persönlich nun nicht allzuviel aus, da - wie andernorts erwähnt - Chopin nicht so ganz mein Fall ist. Ich fand es nur sehr erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Sand immer auch „von meinen Kindern“ schreibt. Schließlich war das damals ziemlich unerhört, uneheliche Kinder zu haben.



    Zitat

    Original von Rosha
    Stress und Zeitmangel ist also keine Erfindung der heutigen Zeit! :grin Auch die Menschen im 19. Jhd. kannten dieses Gefühl - ganz ohne Computer, Terminkalender und Handy...


    Das wurde im 19. Jahrhundert praktisch erfunden, wie ich aus dem hier verlinkten Buch gerade gelernt habe. Das 19. Jahrhundert ist uns näher und ähnlicher, als ich mir je träumen ließ!
    .

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)