Alles muß versteckt sein - Wiebke Lorenz

  • Kurzbeschreibung
    Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden?


    Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …


    Über den Autor
    Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Sie arbeitet journalistisch für Zeitschriften wie „Cosmopolitan“, schreibt Drehbücher für TV-Filme. Ihre Romane „Liebe, Lügen, Leitartikel“ (2000), „Was? Wäre? Wenn?“ (2003) und "Allerliebste Schwester" (Blessing 2010) waren bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich.


    Meine Meinung:
    Als Anne Hertz vergnügt Wiebke Lorenz die Frauenwelt mit Sahnehäubchen, Wunschkonzerten und Glückskeksen, gemeinsam mit ihrer Schwester schreibt sie locker leichte Frauenliteratur. Ganz alleine wagt sie sich dann mit "Alles muß versteckt sein", wie schon bei ihrem Thrillerdebüt "Allerliebste Schwester" in ganz andere Sphären vor. Atmosphärisch dicht und emotional schildert sie die Abgründe in zwischenmenschlichen Beziehungen, trifft auch hier wieder mal genau den Nerv des Lesers, ist bitter böse, gemein und ekelhaft zu ihren Figuren, die wirklich einiges zu ertragen haben, speziell ihre Protagonistin hat es nicht leicht und bleibt dabei trotzdem durchaus glaubwürdig, wird nicht zum ängstlichen hilflosen Hasi, sondern setzt sich zur Wehr, wird aktiv und muß dabei feststellen, daß nichts so ist, wie es scheint, daß niemand da ist, dem sie vertrauen kann und daß sie auch sich selbst nicht traut, macht das Ganze nicht unbedingt leichter.
    Ein wirklich spannender Thriller, der vom üblichen Who-dunnit-Schema deutlich abweicht und den Leser in die Abgründe der menschlichen Psyche schauen läßt.
    Chapeau Frau Lorenz, sehr gelungen, vorallem, daß sogar ich als jemand, der eigentlich immer das Ende erahnt, ein wenig in die Irre geführt wurde, fand ich sehr überraschend.
    Auch auf die reale Seite eines Romans lege ich ja immer großen Wert, sprich handeln die Polizisten realitätsnah, kann es diese Situation wirklich geben, läuft das in einer forensischen Klinik wirklich so ab.... als jemand der sich damit auskennt, kann ich sagen, hier wurde ausgesprochen gut recherchiert und zugunsten der Geschichte und der Spannung nur hier und dort ein wenig die Realität zurecht gebogen.


    Gefällt mir!
    Daumen hoch und eine ganz große Leseempfehlung...

  • Inhalt: Marie ist in der forensischen Psychiatrie einer Hamburger Nervenklinik inhaftiert. Laut gültigem Urteil hat sie ihren Geliebten kaltblütig ermordet. Sie leidet seit dem Tod ihrer Tochter an Zwangsvorstellungen, Gedanken, in denen sie brutale Gewalt gegen Menschen anwendet die ihr vertrauen. Sie selbst kann sich an diese Tat nicht erinnern, es gibt jedoch eindeutige Beweise. In Therapiegesprächen bereitet Marie die Ereignisse auf, die der Tat vorausgingen. Unterstützung erfährt sie dabei von ihrem Ex-Mann Christopher, der nicht an ihre Täterschaft glaubt…


    Die Autorin: Wiebke Lorenz ist Journalistin und Schriftstellerin. Bekannt wurde sie durch Romane, die sie als Co-Autorin gemeinsam mit ihrer Schwester unter dem Pseudonym Anne Hertz schrieb. „Alles muss versteckt sein“ ist der dritte Roman, der unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht wurde und ihr erster Thriller.


    Meine Meinung: Von Beginn an baut der Roman eine verstörende Atmosphäre auf. Die Situation Maries in der forensischen Psychiatrie wird eindrucksvoll auf sprachlich hohem Niveau transportiert. Der Roman lebt von den Bildern im Kopf, die die Erlebnisse Maries, die sie in der Therapie schildert, bei den Lesern hervorruft. In diesem Sinne kein Thriller, der vordergründig auf konkrete Angsterzeugung durch Schilderung von Gewalt setzt. Dennoch kommt keinesfalls Langeweile auf, man wird als Leser förmlich gezwungen dem Handlungsverlauf gierig zu folgen und Spekulationen über die Vorgänge in der Mordnacht anzustellen. Die Aufklärung kann noch mit Überraschungen aufwarten, auch wenn man glaubt, gewisse Hintergründe bereits durchschaut zu haben. Bei der Auflösung hatte ich dann zwar einige Zweifel an der Plausibilität der letzten Details, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass „Alles muss versteckt sein“ für mich ein rundes Lesevergnügen war.


    Ich werde mir auf jeden Fall einen möglichen weiteren Thriller von Wiebke gern wieder vornehmen. Ich hätte dazu nur einen Wunsch: Bitte keine Serie! Lassen wir Marie und Christopher ihrer Wege gehen.


    Leseempfehlung: Unbedingt, Meine Bewertung: Ich gebe 8 Punkte in der 10er-Skala

  • Achte auf deinen Gedanken, denn sie werden zu Worten.
    Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
    Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
    Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
    Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

    Zitat Seite 134/135 dieses Buches


    Jeder Mensch hat seine Marotten oder Spleens oder macht Dinge aus einem gewissen Aberglauben. Sportler ziehen beispielsweise erst den linken dann den rechten Schuh an oder tragen kleine Glücksbringer bei sich. Wunderliche Gewohnheiten zwar aber sie tun niemandem weh. Vielleicht kennt die/der ein oder andere Leser(in) innere Zwangshandlungen wie das mehrmalige Überprüfen ob die Herdplatte aus oder die Tür abgeschlossen ist oder hat einen peniblen Reinlichkeits- oder Ordnungszwang. Solange es nicht überhand nimmt ist alles kein Problem. Dann gibts Menschen die haben für Sekundenbruchteile die Vorstellung anderen Menschen Schaden zuzufügen. Nur kurze Geistesblitze von Gewalttaten die vor dem inneren Auge auftauchen aber sie sind da und sie richten sich perfiderweise auf genau jene Menschen die sie am meisten lieben. Solche Phantasien sind gegen die menschliche Natur und zur Beruhigung lässt sich sagen: Denken ist nicht tun!


    Marie leidet an diesen düstern Visionen, immer und immer wieder tauchen diese kruden Hirngespinste in ihrem Kopf auf und nehmen von Mal zu Mal schlimmer Ausmasse an. Sie ängstig sich vor sich selbst und ihren surrealen Trugbildern und klammert sich mantrahaft an den einen Satz auf an dem sie sich festhalten kann: Denken ist nicht tun! Aber anscheinend hat sie es doch getan. In einem geistigen Blackout hat das Monster in ihr die Oberhand gewonnen und sie hat ihrem Freund Patrick mit dem Messer die Kehle durchgeschnitten und ihn anschliessend mit siebenundzwanzig Messerstichen niedergemetzelt. Nun sitzt sie in der Psychiatrischen Abteilung des Strafvollzugs und versucht die Erinnerungslücken zu schliessen. Was hat sich in der Nacht als sie Patrick getötet hat ereignet? Wie konnte es dazu kommen das der seelische Druck so stark wurde und die furchtbare Tat ausgelöst hat? Gab es einen Streit oder übermässigen Alkoholkonsum? Sind gar Drogen im Spiel oder ganz was anderes? Das Nachdenken, Grübeln und Gedanken hin und her wälzen sowie die quälende Ungewissheit nagen Tag für Tag an Maries Nerven und Verstand. Mit Hilfe des Stations-Psychiaters versucht sie sich an den verhängnisvollen Tag zu erinnern...


    Der Beginn mit dem beklemmenden Alltag in der Psychiatrie und der Schilderung der Tat sowie die Einführung der Personen nahm sofort meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch und ich hatte ab sofort auch einen Zwangsgedanken: Dieses Buch unbedingt so schnell wie möglich zu lesen! Leider Gottes lässt es Wiebke Lorenz überaus gemächlich angehen und legt viel Wert die dumpf - bleierne Stimmung in Worte zu kleiden. In Gesprächen mit dem Psychiater wird Maries Lebensweg aufgerollt und wir nähern uns ganz langsam der Tatnacht. Gnnarrrghhh, ich bin Schweizer und die sind nicht dafür bekannt besonders schnell zu sein aber diese hanseatische Ruhe und Gelassenheit mit der Autorin ganz sachte Stück für Stück enthüllt ist zum verzweifeln und aus der Haut fahren! :fetch Ich klebe förmlich am Buch und der Geschichte, ich will wissen wie es zu dieser Tat gekommen ist. Ich spinne meine eigenen Gedanken, ein Kobold flüstert mir mögliche Lösungen ins Ohr und dennoch ist der Schluss anders als erwartet aber zu 100 Prozent schlüssig. Wieso bin ich nicht darauf gekommen?


    Wiebke Lorenz hat eine raffinierte Geschichte ausgedacht und sie exzellent niedergeschrieben. Atmosphäre gewichtet sie deutlich stärker als das Handlungstempo und so entsteht ein Thriller mit dem Wow-Effekt. Satte 9 Eulenpunkte von mir für dieses beängstigend realistische Buch.

  • Ich empfand das Thema des Romans als sehr beklemmend aber auch interessant. Die Atmosphäre des Buches ist düster. Marie hat einige Schicksalschläge einstecken müssen. Aber zum Inhalt wurde ja schon genug gesagt. Wiebke Lorenz gelingt es, die Situation, in der sich Marie befindet, gut darzustellen. Man ist dicht dran, fast mit drin in ihrem Kopf und leidet mit ihr unter ihren Vorstellungen.


    Mich hat vor allem das Thema gefesselt. Leider hatte ich schnell einen Verdacht, was das Ende betrifft. Und bis auf einen Punkt lag ich auch richtig. Ich bin immer etwas enttäuscht, wenn ich meine Vermutung bestätigt sehe, denn ich mache mir meist wenig Gedanken um die Auflösung, lasse mich lieber überraschen. Das schmälert auch hier leider etwas meine Wertung. Trotzdem habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt.


    Dies war mein 2. Buch von Wiebke Lorenz, "Allerliebste Schwester" konnte ich bei einem Eulentreffen ergattern. Ich muss zugeben, das es mir etwas besser gefallen hat als "Alles muss versteckt sein". Ich lese ja fast gar keine deutschen Krimiautoren mehr, aber bei Wiebke werde ich doch immer mal einen Blick riskieren. Sie schreibt einfach anders als der Mainstream, und das ist immer schon die halbe Miete!

  • Ich habe das Buch in der Leserunde gelesen und fand es sehr gut. Teilweise etwas beklemmend und es machte mich an manchen Stellen sehr traurig (private Schicksalsschlag).


    Wenn man denkt, man hat es durchschaut, kommt dann doch wieder eine Überraschung und das Ende ist anders als erwartet.


    Der Schreibstil von Wiebke hat mir sehr gut gefallen. Alle Orte, die im Buch vorkommen, kenne ich (ich komme ursprünglich aus Hamburg). Auch die Stil von der allgemeinen Sichtweise zur Ich-Erzählung hat mir sehr gut gefallen. Ich kann mir das Buch sehr gut vorstellen als Film. Als die Ich-Erzählung anfängt habe ich einen kleinen Schleier vor den Augen und die Geschichte wird in der Vergangenheit erzählt (ich hoffe, Ihr wisst, was ich meine). Genial.


    LG Conny

  • Ich habe das Buch in der Leserunde gelesen und kann mich meinen begeisterten Vorpostern eigentlich nur anschließen.


    In der Leserunde kam die Diskussion auf, ob das Buch mit der Bezeichnung "Thriller" richtig eingeordnet ist. Für mich ist es das, auch wenn ich die Bezeichnung "Psycho-Thriller" für noch treffender halte.


    Denn wer einen Thriller mit viel Blut, Gewalt und Serienmörder erwartet, der könnte enttäuscht sein. Denn hier ist das Grauen leise und spielt sich hauptsächlich auf der psychologischen Ebene ab.


    Atmösphärisch dicht und beklemmend schildert Wiebke Lorenz das Schicksal von Marie, die nach dem Mord an ihrem Freund zu lebenslangem Aufenthalt in der forensischen Psychologier verdammt ist. Einen Mord, an den sie sich nicht erinnern kann, der sie aber vor der Tat bereits in ihren Fantasien verfolgt hat.


    Denn Marie leidet unter Zwangsgedanken, Gedanken, in denen sie immer wieder gewalttätig wird, auch und gerade gegenüber Personen, die ihr nahestehen. Doch "Denken ist nicht tun" - wie also konnte es dazu kommen, dass sie doch zur Mörderin wurde? Dieser Frage versucht Marie in ihrer Therapie auf den Grund zu gehen.


    Es geht in diesem Buch um menschliche Abgründe, in die die Autorin den Leser geradezu hineinzieht, ohne dass dieser sich dem Ganzen entziehen kann, wie Marie muss sich dieser ihren Gedanken stellen, die größtenteils schwer zu ertragen sind, und so zogen auf vor meinen Augen wie vor Maries die Horrorszenarien auf.


    Mehr möchte ich eigentlich nicht verraten, wer einen guten Psychothriller lesen möchte, aus dem das Blut nicht auf jeder Seite tropft, dem sei dieses Buch ans herz gelegt.


    9 Punkte für einen Psychothriller, der nachhallt.

  • Auch ich habe dieses Buch während der LR mit Wiebke gelesen und auch ich war wirklich begeistert. Hatte ich doch eigentlich einfach einen Thriller erwartet, hat mich gerade der erste Teil des Buches um Maries Geschichte und ihre Krankheit so sehr berührt, dass ich es kurzzeitig mal weglegen mußte, damit erst einmal alles sacken konnte. Von diesen Zwangsgedanken, die Maries Leben beherrschen hatte ich zuvor noch nie etwas gehört. Im Folgenden war das Buch doch eher immer mehr zum Thriller geworden und der Krimileser in mir kam dann wirklich auf seine Kosten. Teilweise lag ich schon recht frühzeitig richtig, aber der Schluß war dann doch überraschend, wenn auch etwas zu viel der Ereignisse für meinen Geschmack. Nichtsdestotrotz ein tolles Buch und eine LR mit vielen Infos von Wiebke, es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Von mir 9 Punkte.

  • Von der ersten Seite des Buches an, wusste ich irgendwie schon, es wird ein tolles Buch sein. Aber das es mich so um haut, das ist selten der Fall. Auch wenn ich lange dafür gebraucht habe, liegt es wirklich nicht am Buch, sondern an der knapp bemessenen Zeit.
    Ein großes Lob an die Autorin. Es ist der Hammer, wie letztendlich die Geschichte aus gegangen ist. Ich glaub mit dem hat niemand so richtig gerechnet.
    Es gehört schon einiges dazu, sich so etwas aus zu denken. Absolute Weltklasse.
    Auch war es sehr interessant, mal in diese Krankheitsgeschichte sich rein zu lesen.
    Ich weiß nicht wie es den anderen gegangen ist beim Lesen. Aber ich habe auch oftmals in mich rein gehorcht, ob nicht auch bei mir schon so Anzeichen da sind. Und ja, ein leichtes Zwangsverhalten legt wohl fast jeder an den Tag. Wie zb, hab ich das Licht überall aus gemacht, habe ich die Wecker richtig gestellt, habe ich alles ein gepackt, was ich mit nehmen muss, etc. pp.
    Ich habe dieses Buch bestimmt nicht nur einmal gelesen. Es wird mich noch ein paar Mal begeistern. Und eines ist schon mal sicher. Ich werde mir noch mehr Bücher der Autorin zu Gemüte führen.
    Danke Frau Lorenz. Für die tollen und unterhaltsamen Stunden mit diesem Buch. :)

  • Zwangsgedanken.............


    ............was für eine interessante und neugierig machende Idee für einen Thriller.
    Wiebke Lorenz hat dieses Thema in ihrem Buch "Alles muss versteckt sein" wirklich gut und spannend umgesetzt.
    Als Leser kann man die Nöte und Ängste einer Person, die darunter leidet, nachvollziehen. Das ist schon eine ganz, ganz böse Erkrankung.
    Sehr überzeugend sind die geschilderten Erlebnisse in der forensischen Psychiatrie. Hier kann es einem das eine oder andere Mal kalt den Rücken herunterlaufen.
    Der Wechsel der Erzählperspektive in der Vergangenheit und Gegenwart hat mich ein wenig gestört, das wurde aber mit der Zeit besser.
    Die Auflösung ist schlussendlich zumindest teilweise eine Überraschung ( welche mich jetzt nicht soooo überzeugt hat ) - aber bis dahin ist es ein kurzweiliger und spannender Weg.


    Insgesamt wurde ich gut unterhalten und gebe dem Buch 8 von 10 Punkten.

  • Der Inhalt:


    Nach einem schweren Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken und betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Sie kämpft monatelang gegen die grausamen Mordfantasien an, immer verbunden mit der Panik, dass diese furchtbaren Fantasien eines Tages real werden könnten. Aber eines Tages erwacht Marie neben ihrem toten Freund, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Nach dem Gerichtsprozesses wird Marie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt und sucht dort verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn Marie kann sich an nichts mehr aus dieser Nacht erinnern. Dabei zur Seite steht ihr ihr Arzt Jan. Dieser scheint sie zu verstehen und ihr ernsthaft helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint und sie vielleicht doch keine Mörderin ist.


    Meine Meinung:


    Marie war mir von Anfang an sympatisch. Sie war ein glücklicher Mensch und hatte alles was man sich wünscht. Einen Job den sie liebt, einen tollen Ehemann und eine 6-jährige Tochter. Doch als plötzlich ihre Tochter vor ihren Augen überfahren wird, bricht für Marie eine Welt zusammen. Kurz danach geht auch noch ihre Ehe in die Brüche und Marie fällt in ein tiefes Loch. Dann entwickeln sich plötzlich krankhafte Mordfantasien die ihr Angst machen bis diese eines Tages Wirklichkeit werden. Ausgerechnet ihren Freund Patrick, den sie geliebt hat und der ihr aus der schweren Zeit heraus geholfen hat, soll sie umgebracht haben. Für Marie bricht eine Welt zusammen und sie sieht sich selbst als Mörderin.


    Aber auch Patrick war mir von Anfang an sympatisch. Er hat sich, auch als er von Maries Gedanken erfahren hat, nicht von ihr abgewendet und war immer für sie da. Traurig finde ich den Grund, warum Patrick sterben musste. Aber auch Christopher, Maries Exmann, fand ich toll. Er hat ein ziemlich schlechtes Gewissen das er Marie damals mit ihrem Schmerz alleine gelassen hat und möchte es jetzt wieder gut machen. Er hilft ihr so gut wie möglich und ist der festen Überzeugung das Marie keine Mörderin ist. Aber auch die anderen Charaktere waren alle gut durchdacht, wirkten authentisch und kamen mir überzeugend und sympatisch vor.


    Der flüssige Schreibstil ist wirklich klasse und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Immer wieder bekommt der Leser einige Bruchstückchen hin geschmissen die neugierig machen und man sofort weiterlesen möchte. Nach und nach werden dann die Geheimnisse gelöst, zum Beispiel wie Maries Tochter starb, wie sie Patrick kennen lernte und was in der Mordnacht genau geschehen ist. Auch die Spannung lässt nicht zu wünschen übrig. Konstant wird diese aufrecht erhalten und wenn sie zu 2/3 des Buches etwas abklingt, ist das nur die Verschnaufpause für das spannende und fesselnde Finale das trotz dessen das ich mir diesen Ausgang schon gedacht habe, hat er trotzdem eine unvorhergesehene Überraschung noch parat gehabt, die mich komplett begeistert hat.


    Mein Fazit:


    Alles muss versteckt sein von Wiebke Lorenz ist ein spannender und fesselnder Thriller der mich nicht mehr losgelassen hat. Die spannende und authentische Story, die sympatischen Charaktere und die unvorhergesehenen Wendungen, haben dieses Buch zu einem Lesehighlight für mich gemacht. Ich kann den Thriller nur empfehlen und vergebe 10 Punkte

  • Nachdem ich den Roman Allerliebste Schwester gelesen hatte war ich sehr gespannt auf das nächste Buch von Wiebke Lorenz und ich wurde nicht enttäuscht.
    Es war für mich doppelt interessant dieses Buch zu lesen, a. da ich großer Fan von Thrillern bin und b. ich selbst seit 17 Jahren an einer starken Zwangserkrankung leide. So war ich natürlich sehr gespannt wie Wiebke Lorenz das Thema angeht und es beschreibt.
    Ich kann sagen, dass ich froh bin, dass die Darstellung so korrekt war und den quälenden Aspekt der Krankheit sehr gut rüberbrachte. Auch dass die Betroffenen versuchen es möglichst zu verstecken, Angst vor Entdeckung haben und anfangs überhaupt nicht wissen waie ihnen geschieht, blieb nicht unerwähnt. Für viele ist die Krankheit absolut unverständlich und ich finde es gut, dass Frau Lorenz das Thema in ihrem Roman verarbeitet und sich anscheinend wirklich damit beschäftigt hat.


    Marie war mir gleich sympathisch und ich konnte gut nachvollziehen wie sie sich fühlte. Es war spannend und fesselnd ihre zwei Geschichten mit zu erleben, einmal die Gegenwart in der Klinik und die Rückschau auf ihre Vergangenheit. Die Verzweiflung, dass ihr Leben plötzlich aus den Fugen gerät könnte man förmlich greifen. Das Finale empfand ich als ein wenig „too much“. Mir wäre es lieber gewesen eine richtig große Überraschung zu erleben, die aber einfacher und realer gestaltet.

  • Ich bin genauso begeistert, wie meine Vorredner. "Allerliebste Schwester" hat mir schon gut gefallen, dieses noch mehr. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ab der Mitte des Buches ahnte ich schon die Zusammenhänge (zum Teil), was mir meinen Lesespass aber nicht verdorben hat. Ich gebe 10 Punkte und kann es nur jedem empfehlen.

  • Marie hat ihren Freund getötet. Aufgrund ihrer Zwangsvorstellungen wurde sie in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen und nicht ins Gefängnis. In Gesprächen mit ihrem Therapeuten enthüllt sich nach und nach die ganze Geschichte.


    Marie schildert, wie sie zum ersten Mal diese grauenvollen Vorstellungen im Kopf hatte, kurz nachdem ihre Tochter gestorben war. Zuerst richteten sich die grausigen Phantasien gegen andere Kinder, was es ihr schnell unmöglich machte, ihrem Beruf als Kindergärtnerin weiter nachzugehen. Ihre Ehe ist nach dem Tod der Tochter zerbrochen, ihre Mutter ist ihr keine Hilfe. Sie ist ganz allein mit den Mordgedanken in ihrem Kopf, bis sie endlich im Internet Rat und Hilfe findet.


    Kurz darauf lernt sie auch wieder einen Mann kennen und eine Zeitlang sieht es so aus, als könnte ihr Leben wieder normal verlaufen. Bis zu dem Morgen, an dem sie in Patricks Blut aufwacht, in einer Szene, die ganz genau ihren Zwangsvorstellungen entspricht.


    Lange Zeit ist sie selbst fest davon überzeugt, dass sie es getan hat und zu Recht in der Anstalt ist, denn sie hält sich selbst für eine Gefahr. Aber Denken ist nicht Tun… oder?


    Die Beschreibung von Maries Krankheit ist der Autorin wirklich gut gelungen, beim Lesen stellte sich unweigerlich ein beklemmendes Gefühl ein. Marie tat mir schrecklich leid und obwohl es eigentlich für den Leser von Anfang an klar ist, dass sie keine Mörderin sein kann, beschleichen einen bei den detaillierten Schilderungen ihrer Phantasien doch das eine oder andere Mal Zweifel.


    Durch die Erzählweise in Rückblenden beginnt das Bild erst nach einer Weile, sich zusammenzusetzen, zu Anfang hatte das Buch für mich daher so ein bisschen seine Längen, aber dann nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf.


    Die Aufklärung fand ich zum Teil vorhersehbar, eine bestimmte Person hingegen hat mich völlig überrascht, was dann doch die Spannung bis zum Ende hin hoch gehalten hat, auch wenn das Ende dadurch auch ein bisschen konstruiert gewirkt hat.


    Letztlich aber auf jeden Fall ein sehr interessanter Thriller, der mich hoffen lässt, dass die Autorin in diesem Genre noch mehr schreibt!