Drabbles - Kommentare

  • arter : :anbet


    Echt klasse. Eine ganze Geschichte mit nur 100 Wörtern. Wirklich toll gemacht. Gefällt mir sehr gut. Beim Schreibwettbewerb gäb das von mir, ohne lange zu fackeln, die 3 Punkte.

    Man möchte manchmal Kannibale sein, nicht um den oder jenen aufzufressen, sondern um ihn auszukotzen.


    Johann Nepomuk Nestroy
    (1801 - 1862), österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Bühnenautor

  • Vampire


    Sie sitzen neben uns in der U-Bahn. Sie sind Richter, Priester oder Bauarbeiter.
    Es gibt keine gesellschaftliche Schicht, die sie noch nicht unterwandert haben.
    Sie haben freundliche Gesichter, wohlklingende Namen und schrecken vor nichts zurück.
    Ihre Tarnung ist perfekt, dass ermöglicht ihnen, unter uns zu wandeln.
    Sie zerfallen nicht zu Staub, wenn die Sonne ihre Haut berührt.
    Es sind keine Menschen, denn das was das Menschensein ausmacht, haben sie abgelegt.
    Sie schenken kein ewiges Leben, nur unfassbares Grauen.
    Wir haben ihnen nichts entgegenzusetzen.
    Fassungslos schauen wir auf die Opfer und hoffen darauf, dass wir verschont bleiben.


    Sie sind unter uns!

    Fay
    Ein Roman ist wie der Bogen einer Geige und ihr Resonanzkörper wie die Seele des Lesers. (Stendhal)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Fay ()

  • Liebe Fay, ich finde dein Drabble wirklich gut. Aber wie wäre es, wenn wir die Vampire mal außen vor lassen? Deine Wortwahl, die Schilderung des Unfassbaren, ist wirklich beeindruckend und mit wenigen Änderungen ließe sich das in einen Text wandeln, der mich komplett begeistert. :wave

  • Warum? Es ist eine Metapher und steht für all die "Bösen". Ich finde es passt gut zu Fay und zu dem Thema, dass du mit deiner Geschichte angeschnitten hast.


    Gruß :wave

    Fay
    Ein Roman ist wie der Bogen einer Geige und ihr Resonanzkörper wie die Seele des Lesers. (Stendhal)

  • Genau. Und wenn es eine Metapher ist, dann kommt sie auch ohne das Wort "Vampire" aus. Denn letztlich sind diese auch nur eine Metapher für das Grauen in uns selbst. Insofern hat dein Text einen echten Vorteil gegenüber meinem. Ich muss jetzt einsehen, dass mein Drabble nur mit den Tagesnachrichten vom Freitag wirklich einen Sinn macht.

  • Für mich sind sie auch ein Symbol für Tarnen und Täuschen.


    Rosha: Dein "Drabble-Thread" ist einfach wunderbar, vielen Dank für´s Teilen.

    Wissen Sie, Intelligenz ist ein Rasiermesser: Man kann sie sinnvoll nutzen, sich damit aber ebenso gut auch die Gurgel durchschneiden. Im Grunde ihres Wesens ist sie ungesund. Lem


    The farther one travels, the less one knows. George Harrison

  • Danke Holle,


    genau sie sind die Meister der Tarnung und viele von ihnen werden nie in gefasst.


    ;-) Gruß :wave

    Fay
    Ein Roman ist wie der Bogen einer Geige und ihr Resonanzkörper wie die Seele des Lesers. (Stendhal)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Fay ()

  • Ich freue mich sehr, dass dieser Thread Interesse weckt. Vielen Dank für eure Beiträge!


    Arters Vorschlag, die Drabbles und die Kommentare zu trennen, ist gar nicht schlecht. Ich eröffne noch einen Thread, in dem nur die Drabbles stehen sollen und mache diesen hier zum Kommentierthread.


    Wäre schön, wenn die Drabbleschreiber ihre Werke nochmals einstellen könnten, damit der Bezug Name-Drabble erhalten bleibt.


    Danke! :wave

  • Im Leichtmatrosen-Thread ging es um die Größe von hier ansässigen Spinnen. Dort habe ich spontan geantwortet und als ich fertig war, kam die Idee, aus dieser Antwort ein Drabble zu machen.


    Imaginationsübung anhand der FÜRCHTERLICHEN FINSTERSPINNEN
    Die FÜRCHTERLICHEN FINSTERSPINNEN hausen gerne unter Straßengullideckeln, verirren sich aber manchmal auch, besonders in ländlichen Gegenden, auf die weißen Wände der Waschküche und können schlankerhand einen Herzkasper auslösen mit ihren langen, schwarzen, dichtbehaarten Beinen, ihrem gruseligen, fetten Korpus und alles durchschauenden, glitzernden Facettenaugen. Sie beobachten die unschuldige, arbeitsame Hausfrau bei ihrem Wirken und überlegen (das steht wirklich außer Zweifel), ob sie einen Sprung vom einen Ende der Waschküche zum anderen bewerkstelligen können, um schnellstmöglich ihrem schreckerstarrten Opfer in die Haare zu geraten oder es zu einem hochfrequenten Schrei zu animieren.
    Ich habe überhaupt keine Schwierigkeit, mir solch ein Exemplar vorzustellen.

    Wissen Sie, Intelligenz ist ein Rasiermesser: Man kann sie sinnvoll nutzen, sich damit aber ebenso gut auch die Gurgel durchschneiden. Im Grunde ihres Wesens ist sie ungesund. Lem


    The farther one travels, the less one knows. George Harrison

  • Holle, dein Drabble macht mir die von mir als höchst irrational empfundene Arachnophobie zahlreicher Mitmenschen ein klein wenig nachvollziehbarer.


    Rienchen, süß :knuddel
    Edit: Aber gib es zu, erst stand da Kondome statt Coreaga-Tabs ;-)

  • arter: bei d e n Exemplaren und bei den wunderschönen Kreuzspinnen, die sich in unserem Garten zur Freude der Vögel ein wahres Imperium aufgebaut haben muss sogar ich, die ich im Einfangen und Nach-Draußen-Transportieren einigermaßen geübt bin, leider passen.


    rienchen: so möchte ich alt werden .... und Kondome??? ...die sind in dieser Lebensphase doch eigentlich ziemlich vergessen, wenn man solch nen uralten Begriff wie "Treue" wertschätzt... oder gibts diese Haltung nicht mehr?

    Wissen Sie, Intelligenz ist ein Rasiermesser: Man kann sie sinnvoll nutzen, sich damit aber ebenso gut auch die Gurgel durchschneiden. Im Grunde ihres Wesens ist sie ungesund. Lem


    The farther one travels, the less one knows. George Harrison