Die Seltsamen - Stefan Bachmann

  • Die Seltsamen
    Stefan Bachmann
    ISBN: 978-3257068887
    Diogenes
    367 Seiten, 16,90 Euro



    Über den Autor: Stefan Bachmann, geboren 1993 in Boulder/Colorado, lebt in Zürich, wo er seit seinem 11. Lebensjahr das Konservatorium besucht (und dort in¬zwischen die Fächer Orgel und Kom¬position studiert), ansonsten aber von seiner Mutter bis zum High-School-Abschluss zu Hause unterrichtet wurde. Er will Filmkomponist werden. Mit 16 schrieb er, inspiriert von seiner Liebe zu Steampunk, Charles Dickens und C.?S. Lewis’ ›Chroniken von Narnia‹ sein Debüt, ›Die Seltsamen‹. Der Folgeband ›The Whatnot‹ wird im Herbst 2014 bei Diogenes erscheinen.


    Amazon Kurzbeschreibung: Eines der phantasievollsten und souveränsten Debüts des Jahres, geschrieben von einem Schweizer, der damit als 18-Jähriger zum Bestsellerautor in Amerika wurde: Ein schüchterner Junge zieht aus, seine Schwester zu suchen, und findet nicht nur einen Freund, sondern muss vielleicht auch die Welt retten.



    Meine Meinung: Leider ist die Kurzbeschreibung dieses Buches dazu geeignet, es in den Bereich der Ladenhüter einzuordnen und dabei handelt es sich um einen absolut lesenswerten Steampunk-Roman - einen Roman voller märchenhafter Fantasy, den alle Fans von Herbie Brennans Büchern sicherlich lieben werden. Auch hier geht es um ein Elfenportal, das sich auftat und durch das die Wesen der anderen Welt Eintritt in diese Welt erhielten.


    Nach vielen Kämpfen und politischen Intrigen leben die Elfen als fester Bestandteil Englands zusammen mit Menschen, Gnomen und Kobolden und haben sich an die englische Lebensart gewöhnt. Ihre Mischlinge allerdings haben es sehr schwer. Sie werden von niemandem in der Gesellschaft gemocht und Morde an ihnen sind an der Tagesordnung.


    Batholomew Kettle ist solch ein Mischling und zusammen mit seiner Schwester Hettie lebt er verborgen in der Krähengasse, einem Elendsviertel der Feenwesen. Als eines Tages eine vornehme Dame in pflaumenfarbenem Samt den Mischlingssohn der Nachbarsfamilie Buddelbinster mit sich nimmt, spürt Barthy, dass seine Schwester und er nicht mehr sicher sind.
    Immer wieder werden in der letzten Zeit ermordete Mischlinge gefunden. Das macht auch dem Politiker Arthur Jelliby zu schaffen, der zufällig in diese Sache hineingezogen wird und der eigentlich nichts lieber tut, als lange Nachmittage in seinem Club zu verbringen, oder bis mittags zu schlafen. Doch um diesen Müßiggang wieder herzustellen, ist er gezwungen, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen.


    Es ist immer wieder ein wunderbares, ein aufregendes Gefühl, wenn schon die allererste Seite eines Buches einen so bezaubert und gefangen nimmt, dass man weiß, einen ganz besonderen Lesegenuss vor sich zu haben. Schon bei den ersten Sätzen habe ich mich in das Buch verliebt und war fast ein wenig ängstlich, ob es tatsächlich über die ganze Länge hin so toll bleiben würde, doch zum Glück war meine Angst unberechtigt. Es entwickelt sich eine Geschichte voller Spannung und Phantasie.


    Die Welt, die Stefan Bachmann entworfen hat, taugt dazu, noch viele Abenteuer darin zu erleben. Die Städte, wie zum Beispiel London, weisen einen Bevölkerungsmix aus Feen, Hochelfen, Gnomen, Zwergen und Menschen auf. Dreckige Fabriken pusten unablässig schwarzen Staub in die Luft, seltsame Maschinen fahren durch die Straßen oder fliegen über die Stadt und manchmal trifft man auch auf ein ganz klein wenig Magie.


    Die Abenteuer, die Barthy und Arthur erleben sind spannend und teilweise gar nicht so unblutig und man merkt schnell, dass es zu diesem Buch einfach eine Fortsetzung geben muss. Ich konnte mich fast nicht losreißen von diesem phantasievollen Buch und ich habe jede einzelne Seite genossen, weshalb mir gar nichts anderes übrig bleibt, als die volle Punktzahl zu vergeben. Ich hoffe, dass die Fortsetzung nicht mehr lange auf sich warten lässt und empfehle nicht nur den Fans von Herbie Brennan einen näheren Blick zu wagen.



    Zitat: “Federn fielen vom Himmel. Gleich schwarzem Schnee schwebten sie auf eine alte Stadt namens Barth herab, taumelten über Dächer und sammelten sich in den Ecken und Winkeln der Gassen, bis alles dunkel und still war wie ein Wintertag. Die Einwohner der Stadt wunderten sich sehr. Manche schlossen sich in ihren Keller ein. Andere eilten in die Kirche. Die meisten jedoch spannten ihre Regenschirme auf und widmeten sich weiter ihrem Tagwerk. Um vier Uhr nachmittags machte sich eine Gruppe von Vogelfängern, die ihre Käfige auf einem Karren hinter sich herzogen, auf den Weg nach Kentish Town. Sie waren die letzten, die Bath so sahen, wie es gewesen war, die Letzten, die es verließen…“

  • Zitat

    Original von Eskalina
    Ich sehe gerade, dass es hier eine Leserunde dazu gibt und dass 25 Exemplare verlost werden.


    Lasst euch das nicht entgehen, es ist ein so tolles Buch. :wave


    Danke Eskalina für die tolle Rezi!!!! Ich hatte mir den 26.2. schon im Kalender angestrichen, um den Erscheinungstermin nicht zu verpassen, weil mir die Ankündigung in der Verlagsvorschau so gut gefiel!
    Vielleicht hab ich ja jetzt ja Glück und komme in die Leserunde! Danke für den Tip!! :wave


    Im Herbst kommt ja auch Teil 2 raus, The Whatnot.

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

  • Klappentext:
    Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich - fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barty jegliche Vorsicht - und wird bemerkt. Ein tolpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barty helfen will. Barty ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.


    Der Autor:
    Stefan Bachmann, geboren 1993 in Boulder/Colorado, lebt in Zürich, wo er seit seinem 11. Lebensjahr das Konservatorium besucht (und dort inzwischen die Fächer Orgel und Komposition studiert), ansonsten aber von seiner Mutter bis zum Highschool-Abschluss zu Hause unterrichtet wurde. Er will Filmkomponist werden. Mit 16 schrieb er, inspiriert von seiner Liebe zu Steampunk, Charles Dickens und C.S. Lewis’ ›Chroniken von Narnia‹, sein Debüt, ›Die Seltsamen‹. Der Folgeband ›The Whatnot‹ wird im Herbst 2014 bei Diogenes erscheinen.


    Meine Meinung:
    Bartolomew Kettle und seine kleine Schwester Hettie wachsen im "Qualmzeitalter" auf. Sie sind arm, haben nur ihre Mutter und müssen ständig auf der Hut sein, denn die beiden Kinden sind Mischlinge, halb Mensch, halb Fee.
    Nach dem "Heiteren Krieg" leben Feen, Kobolde, andere Wesen und Menschen Seite an Seite, so gut es geht. Nur die Mischlinge - die Seltsamen - werden gemieden und sogar umgebracht.
    Eines Tages taucht eine Frau in pflaumenfarbenem Samt gekleidet, in der Krähengasse auf, wo Barthy mit seiner Familie lebt. Sie nimmt den Nachbarssohn mit sich, und Barthy beobachtet das Ganze. Nun ahnt er, dass etwas im Gange ist, denn es wurden tote Mischlinge ausgehöhlt aus der Themse gefischt.
    Der zweite Handlungsstrang erzählt von Arthur Jelliby, einem Politiker, der etwas faul und desinteressiert agiert, bis er mit dem Morden konfrontiert wird und in die Aufklärung regelrecht hineinschlittert.


    Steampunk-Fans dürften mit "Die Seltsamen" ihre wahre Freude haben. Das Buch sprüht vor Ideen und die Fantasie des Autors kennt keine Grenzen.
    Man begegnet dem alten London mit Elendsvierteln, Luftschiffen und Federwerkvögeln, Feen, Kobolden, Irrwischen und Trollen, Grashüpfern, die Kutschen ziehen, Dampfkreaturen und Automaten.
    Besonders spannend fand ich die beiden Schicksale von Barthy und Mr. Jelliby, die kapitelweise mit kleinen Cliffhangern enden, sodass man weiterlesen muss, um zu erfahren, wie es weitergeht.


    Was den Roman so besonders macht, ist außerdem der Schreibstil von Stefan Bachmann. Er erzählt die Geschichte so, dass man sie sehen, fühlen und riechen kann - ein Buch zum Anfassen und Abtauchen.


    Ich freue mich auf den zweiten und abschließenden Teil, der im Herbst 2014 erscheinen soll.


    Wer Steampunk mag, wird "Die Seltsamen" lieben.

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Das seltsame Buch über Seltsame…


    Zu diesem Buch habe ich gegriffen, weil mir dessen Gestaltung total gefiel und ich einfach mal ein Buch aus dem Genre Steampunk lesen wollte, um zu wissen was das eigentlich ist. Ich hatte keinerlei große Erwartungen an das Buch, ich wollte einfach nur gut unterhalten werden, aber das wurde ich leider nicht.


    Im Roman lernen wir den Jungen Barthy kennen, der zu der Gruppe der Seltsamen gehört, die halb Mensch und halb Fee sind und von niemanden gemocht werden, weshalb Barthy nur versteckt lebt. Ohne Freunde ist das Einzige was ihn glücklich macht seine kleine Schwester Hettie, die er beschützt und über alles liebt, aber diese ist plötzlich verschwunden. Sie wird doch wohl nicht das nächste Opfer des Mörders sein, der Seltsam- Kinder tötet?


    Ich habe schon extrem lange kein Buch mehr gelesen, bei dem mir das Lesen so extrem schwer fiel und bei dem ich absolut nicht in die Geschichte fand wie hier. Der junge Autor hat offensichtlich versucht jede Idee in seinem Buch zu verwirklichen. Die Ideen sind teilweise gar nicht so schlecht, nur ist der Roman in meinen Augen einfach zu sehr mit Inhalt überladen und einen roten Faden sucht man vergeblich.


    Die Geschichte wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven geschildert, der von Bartholomew Kettle und der von Mr. Jelliby, was aber auch nur minimal für Spannung sorgte.


    Einzig interessant war es von Wesen aus Metall zu lesen und dass moderne Technik mit dem viktorianischen Zeitalter verknüpft wurde, was das Steampunk- Genre ja ausmacht.


    Weniger gelungen fand ich, dass es keine klare Unterscheidung zwischen den einzelnen Wesen gab, denn für mich ist nun mal eine Fee etwas anderes als eine Elfe, aber vielleicht liegt das ja auch an der Übersetzung.


    Bei "Die Seltsamen" handelt es sich um den ersten Band einer Reihe, was man auch an dem offenen Ende merkt. Eines ist für mich jedenfalls jetzt schon klar: Band 2 werde ich nicht lesen.


    Fazit: Der Ideenreichtum des Buches ist durchaus ansprechend, aber die Umsetzung konnte mich leider so gar nicht überzeugen. Für mich ein überschätztes und zu sehr gehyptes Debüt, das man nicht gelesen haben muss. Ich empfehle es nicht weiter.


    Bewertung: 4/ 10 Eulenpunkten

  • Okay, 100 Seiten später wurde es auch nicht viel besser. Ich verstehe die begeisterten Verlags und Lektoratsstimmen nicht.
    Die Idee, die sich der kleine Autor, der ja überall als Wunderkind gehandelt wird, ausgedacht hat, ist eigentlich ganz gut, aber die Umsetzung?
    Mich hat das einfach nur gelangweilt.


    Edith merkt noch an, dass ich es abgebrochen habe!


    enttäuschte Grüße von Elbereth :wave

    Some People just need a high five - in the face with a chair

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Elbereth ()

  • Ich habe das Buch auch nach 60 Seiten zur Seite gelegt und mich entschieden, dass ich es abbrechen werde. Ich kam absolut nicht in die Geschichte rein und es hat mich auch nicht gepackt, sodass das Bedürfnis es überall mit hinnehmen zu müssen, damit man es lesen kann, nicht aufkam. :-( Schade eigentlich, denn die Idee der eigentlichen Geschichte ist doch ganz gut. Vielleicht war es für mich auch die falsche Zeit.

  • Ich fand schon im Vorfeld spannend, wie sehr die Meinungen zu diesem Buch auseinandergehen, entweder total begeistert oder gelangweilt und genervt. Erstaunlicherweise kann ich beides gut nachvollziehen.


    In dieser rätselhaften, düsteren Welt, bevölkert von desillusionierten Wesen aller Art habe ich mich bis zum Ende nicht besonders wohl gefühlt. Doch diese eigenartige Geschichte übte eine seltsame Faszination auf mich aus und ich hab das Buch kaum aus der Hand legen können. Dabei fand ich die Handlung nicht sonderlich spannend, mir war sie zu absurd und zu wenig nachvollziehbar, sogar für einen Fantasy-Roman.
    Auch die Hauptfiguren, Arthur und Bartholomew ließen mich relativ unberührt. Nach meinem Empfinden gab es zwischen den beiden auch keine Freundschaft, eher so eine Art Zweckbündnis, mehr oder weniger zufällig entstanden.


    Aber wie gesagt, dieses merkwürdige Buch hat mich trotz allem in seinen Bann gezogen – irgendwie einen magischen Bann über mich geworfen *g*. Nein, dieser blutjunge Autor brennt ein Feuerwerk an fantastischen Ideen ab, mit unglaublichem Blick für Details und in einer Sprache, die einen Staunen macht und Respekt abnötigt.


    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Aufgabe für den Übersetzer nicht leicht war. Möglicherweise liest es sich im Original noch besser, doch ich finde, er hat seine Sache prima gemacht.


    An dieser Art Fantasy kann man sich berauschen, man muss sich aber darauf einlassen. Mir war es insgesamt zu düster und zu fremdartig. Weil ich es aber trotzdem sehr gern gelesen habe und das Buch objektiv betrachtet für ein kleines literarisches Kunstwerk halte, bekommt es von mir 7 Eulenpunkte.

  • Obwohl ich mich sehr auf „Die Seltsamen“ gefreut habe, hat das Buch mich leider enttäuscht. Es gehört für mich zu den Büchern, die ich lese und fast im selben Moment schon vergessen habe. Das liegt in diesem Fall wahrscheinlich daran, dass die Geschichte mich fast keinen Moment mitreißen konnte und ich fast teilnahmslos dem Verlauf folgte. Die Figuren sind unheimlich eindimensional und beliebig, so dass ich sie teilweise zwar durchaus sympathisch/unsympathisch fand, sie aber ansonsten einfach nicht „echt“ wirkten und ich nicht mitfühlen konnte.


    Nicht nur die Figuren und ihre Handlungen waren mir zu wenig durchdacht, auch die Geschichte hat für mich keinem eindeutigen roten Faden gefolgt, viele, teilweise absurde Zufälle haben außerdem dazu geführt, dass alles etwas unglaubhaft und konstruiert wirkte. Auch sind mir ein paar Dinge als nicht ganz schlüssig negativ aufgefallen.


    Trotzdem gibt es auch Aspekte, die mir gut gefallen haben: Der Schreibstil ist oft schön, die Sprache klangvoll, vor allem die die Kapitel einleitenden Sätze haben mich sehr schön eingestimmt. Die Stimmung ist zum Teil etwas gruselig, auch das mag ich. Schließlich gibt es immer wieder kleine besondere Details wie z.B. Flammenfeen in Straßenlaternen, Marienkäfertee und Herbstwindsandwichs.


    Insgesamt muss ich die Fortsetzung trotz des sehr offenen Endes nicht lesen, ich vergebe 4 von 10 Eulenpunkten.

  • Für mich ist das Buch "Die Seltsamen" eins: ein sehr düsteres Kinder- bzw. Jugendbuch. Und als solches habe ich es auch gelesen.


    Fragen bleiben für mich keine großen offen. Wenn, denke ich, werden sie eher im zweiten Teil geklärt. Dessen muss man sich auch bewusst sein, dass man sich auf einen Mehrteiler einlässt und das Ende entsprechend offen bleibt.


    Der erste Teil ist bezaubernd geschrieben und hat mir gut gefallen.
    Der mittlere Teil ist mitreißend und auch die ganze Zeit sehr bildlich. Jedoch musste ich immer aufpassen, mich auf den Text zu konzentrieren und nicht inmitten der ganzen Beschreibungen in meinen eigenen Gedanken zu versinken.
    Der letzte Teil zog sich für mich etwas, war auch recht vorhersehbar. Das gibt leider Punkt-Abzug.


    Letztendlich bleibe ich bei meiner Eingangs-Meinung: Ein gelungenes Jugendbuch, für Erwachsene eventuell nur bedingt geeignet, je nachdem, wie gut man sich auf Phantasie-Welten einlassen kann oder nicht.


    8 Punkte gibt es von mir und ein Dankeschön an den Verlag für das Lese-Exemplar zur Leserunde. :wave


    EDIT hat unerhörte RSF entfernt.

  • Ich war auch auf ein Jugendbuch eingestellt gewesen. Die ich auch sehr gerne lese.
    ua. die Potter-Serie, Artemis fowl, Anders-Saga, um nur ein paar meiner kopletten Serien, die ich habe...


    Doch ein wenig enttäuscht war ich doch. Die Geschichte war recht gut, doch mit dem Handlungsaufbau war es nicht so gut. Der Autor hat eine nette Welt aufgebaut, unterlies es jedoch gewisse Erklärungen dazu zu bilden. Vielmehr hat er, um sich diese zu sparen, einfach was neues dazu erfunden. Ich weiß nicht, ob ich als älterer Erwachsener hier zu viel erwartet habe. Der Autor ist schließlich auch noch fast Jugendlicher, und manchmal verstehe ich auch die Gedankengänge meiner Kiddies nicht so recht. Ich halte dies dem Autor zu gute, doch für mich war das Buch nicht recht so mein Ding.


    Aber es lies sich sehr flüssig lesen, und alles in allem eine interessante Welt.
    Doch ob ich das nächste Buch lesen werde, weiß ich nicht!


    Gut gemeinte 7 Punkte!

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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  • Irgendwo in England öffnet sich ein magisches Elfenportal und bringt Unheil über den Ort Bath. Viele Wesen wie Feen, Elfen, Kobolde, Gnome oder Trolle verschafften sich Zugang zu unserer Welt und wollten sie übernehmen. Doch die Menschen siegten und so leben die Wesen – da sich das Tor wieder geschlossen hat – in unserer Welt weiter. Nahmen die englische Lebensart an und es entstanden Mischlinge. Mischlinge, die keiner mag, da sie nicht nur unansehnlich sind, sondern man ihnen auch noch die fürchterlichsten Dinge nachsagte.


    Ein solcher Mischling ist Bartholomew Kettle. Zusammen mit seiner Mischlingsschwester Hetti lebt er bei ihrer Mutter. Ihr Vater, ein angesehener Sídhe hat schon lange das Weite gesucht. Und so leben sie vor aller Augen verborgen im Elendsviertel in der Krähengasse.


    Doch dann taucht eines Tages eine pflaumenfarbene Frau auf und nimmt den Nachbarsjungen – ebenfalls ein Mischling – mit sich mit. Zunächst stellt sich Barthy vor, dass der Junge nun an einem besseren Ort ist, aber die Neuigkeiten sprechen dagegen. Immer wieder werden tote Mischlingskinder aus der Themse gezogen. Barthy bekommt Angst um sich und seine Schwester. Er spürt, dass sie die nächsten sein könnten.


    Die toten Mischlingskinder machen auch dem Politiker Arthur Jelliby zu schaffen. Er möchte wissen, was hinter den Morden steckt und wie man den Mörder aufhalten kann. Eigentlich ist er gar nicht der Typ für eine solche Aktion. Lieber würde er weiter den Tag verbummeln, als sich mit dieser Thematik zu befassen. Aber ehe er es sich versieht, steckt er mitten drin und muss nicht nur um das Leben der Mischlingskinder, sondern auch um sein eigenes kämpfen.


    Obwohl mich der feste Einband und die Ausstattung mit Lesebändchen begeistert haben, konnte das der Text zunächst weniger.
    Gleich zu Beginn war ich mir nicht sicher, was ich von dem Gelesenen zu halten habe. Alles scheint verworren und konfus zu sein. Vieles war nicht logisch oder irritierend, so dass ich mich schon das Buch abbrechen sah. Aber ich hielt durch.


    Der Autor versuchte eine Welt zu schaffen, in der sich alle möglichen Wesen in England wiederfinden. Diese Idee ist an sich nicht neu und wurde auch schon in einigen Geschichten umgesetzt. Auch die magischen Eigenschaften finden sich in einigen Büchern wieder. Dennoch hat diese Geschichte, so verworren sie zu Beginn sein mag, ihren ganz eigenen Reiz.


    Der Autor nimmt sich der Mischlingskinder an und lenkt sein Augenmerk auf diese besondere Gruppe. Geschrieben wurde das Buch vor allem für Jugendliche, jedoch ist es auch für Erwachsene gut lesbar.


    Die Geschichte teilt sich zunächst in zwei Handlungsstränge. Der Leser folgt im ersten Strang Barthy bei seinen Nachforschungen, was es mit der pflaumenfarbenen Dame und dem Verschwinden des Nachbarkindes auf sich hat. Im zweiten Strang lernt der Leser Arthur kennen und seinen inneren Kampf zwischen der Gemütlichkeit und der Neugierde und dem Wunsch, die seltsamen Todesfälle an Mischlingen aufklären zu wollen.


    Beide Stränge entwickeln sich abwechselnd immer weiter, bis sie sich irgendwann kreuzen und vereinen. Schon bald merkt man, dass das Buch eine Fortsetzung benötigt, will der Autor die Geschichte formvollendet fertig erzählen. Und so kommt es dann auch. Das Ende dieses Buches ist zwar in sich rund und schlüssig, jedoch ist es nicht endgültig. Es bleiben noch viele Fragen offen und man bleibt als Leser ratlos zurück, in der Hoffnung, dass der zweite Teil bald erscheinen wird.


    Die Spannung ist in diesem Buch nicht kontinuierlich. Manche Szenen sind spannend, gegen Ende wird das Buch sogar sehr spannend, jedoch gibt es zwischenzeitlich auch viele Durststrecken, bei denen man sich durchkämpfen muss.


    Fazit:
    Trotz der Kritikpunkte und der Tatsache, dass Arthur meiner Meinung nach ein wenig zu viel Glück bei manchen Gegebenheiten hatte, ist es ein eher düsteres Jugendbuch mit vielen interessanten Details, das im Fantasybereich angesiedelt ist.

  • In einer Zeit von Dampfkutschen und Aufziehvögel gibt es Magie, die zum Greifen nah ist! Aber nicht jede Magie ist willkommen und so hat es Bartholomew Kettle nicht leicht mit seiner Schwester Hettie und seiner Mutter in Ruhe zu leben. Als seine Schwester verschwinden, macht er sich auf sie wiederzufinden und muss erkennen, dass er die Welt doch mag …





    Die Protagonisten



    Bunt, bunter – Stefan Bachmanns Protagonisten.


    Während Arthur Jelliby einem hochdekorierten Job nachgeht und eher kein Abenteuer bevorzugt, leben Barthy und Hettie in einem üblen Viertel. Sehr gegensätzlich sind sie, aber sie passen super zusammen.


    Ich mag Arthurs distinguierte Art, seine Ängstlichkeit und später sein Durchsetzungsvermögen. Seine Art sich zu kleiden, erinnert an einen guten, englischen Gentleman und auch sein Haus nebst Frau passen in dieses Bild. Er hat recht verrückte Ideen im Verlauf der Geschichte und bestreitet seinen Teil des Romans sehr zuversichtlich und nett.


    Barthy und Hettie dürfen den zweiten Teil des Romans, der Leser springt immer zwischen ihnen und Arthur hin und her, bestreiten. Es wird ein toller und ausführlicher Einblick in das Leben der zwei Mischlinge gegeben, die immer nur in Angst leben. Niemand mag sie wirklich und am Rande der Gesellschaft wohnen, ist nie ein Spaß. Aber das Schicksal meint es mit den beiden gar nicht so schlecht, als Barthy auf ein Abenteuer gehen muss. Er mausert sich vom kleinen Feigling zum fast Helden und diese Entwicklung ist wirklich toll.





    Kulisse


    Die Kulisse könnt bunter nicht sein. Ein Bath in dem Maschinenpferde Kutschen ziehen, Feen neben Menschen in Slums leben, Aufziehvögel Post bringen können und es Mischlinge gibt. Diese habe zum Teil spitze Ohren oder Zweige auf dem Kopf. Es ist alles bunt, wenn man die zusammengewürfelten Menschen und Feen betrachtet.


    Doch die Stadt leidet unter den vielen Fabriken, dem Rauch und der Asche. Ein Wunder, dass die Protagonisten manchmal gut angezogen aus dem Haus gegangen sind. Die Kulisse wandelt sich fortwährend, weil der junge Autor immer wieder eine Idee hat, sie einfließen lässt und sich so das Gesamtbild des Lesers ändert.


    Spannend ist es schon, wenn eine neue Ecke dazu kommt, der Leser nicht mit einem Feenmarkt rechnet und dann doch einen besucht und sich die Frage stellt: Was ist mit dem Mond gemeint? Viele Kleinigkeiten treffen hier aufeinander, manche ergeben tatsächlich ein Bild, das zusammenpasst.




    Handlung


    Zwei Kinder, die in einer Welt nicht sonderlich geliebt werden, ahnen nichts von ihrem großen Abenteuer! Barthy mag sein Leben nicht wirklich, denn er und seine Schwester müssen im Verborgenen leben. Dabei ist Hettie ein Schatz! Sie hat mich sofort für sich eingenommen, so zart und außergewöhnlich wie sie ist.


    Aber auch die Handlung an sich ist sehr nett. Zwar verwirrend und manchmal gibt es einfach keine Antworten auf meine Fragen, aber gerne gelesen habe ich es trotzdem! Wenn die Elfen und Gnome einen Krieg mit den Menschen haben, die Menschen gewinnen und die Elfen den Kürzeren ziehen, können wir uns vorstellen, dass die Elfen Rache schwören. Und tatsächlich ist da was im Busch!


    Mit vielen bunten Charakteren, vielen Fallstricken für Barthy und seine Schwester beginnt eine verstrickte Geschichte, die bis ins politische Lager getragen wird. Arthur Jelliby, plötzlich als Spion verschrien, läuft vor einem Zauber weg, vermisst seine Frau und wird vielleicht zum Helden, aber nur vielleicht ;)


    Es war toll zu lesen, wie sehr Stefan Bachmann sich Gedanken über jede einzelne Figur gemacht hat. Jede hatte ein bestimmtes i-Tüpfelchen. Und auch sein Augenmerk auf Gerüche und Farben hat dem Roman eine ganz besondere Note verliehen. Dadurch, dass manche Ausdrücke bestärkt werden durch Doppelnennungen oder Wiederholungen, ergibt sich wirklich ein sehr buntes Treiben, das mich gefangen genommen hat.


    Fünf Sterne kann ich trotzdem nicht vergeben, weil sich der Autor manchmal verzettelt. Anscheinend will er immer noch eine Schippe hinauf legen, noch bunter, lauter und einzigartiger sein. Dass er dabei vergisst, einige Rätsel zu lösen und seine Geschichte sich selbst Beine stellt, ist sehr schade. Aber im nächsten Band wird es vielleicht noch einen Tick besser ;)




    Die Gestaltung


    Ich persönlich finde das Cover sehr schön. Der Vogel, wie auch der Schriftzug sind in den Einband geprägt und der Buchumschlag gaukelt uns edles, rotes Leder vor. Wie ich finde sehr passend für das viktorianische Zeitalter und ich liebe den gelben Vogel. Leider kann ich trotzdem nicht beurteilen, ob ich im Buchladen einfach zugegriffen hätte. Wie geht es euch dabei? Ist der Blickfang so groß, dass ihr zugreifen würdet?


    Ich hätte gerne etwas weniger: er ist sehr jung, eine Überraschung und ein Wunderkind Gerede gehabt, weil ich von dieser Beweihräucherung nichts halte, denn deswegen kaufe ich das Buch nicht.





    Die Bewertung


    Barthy und seine Schwester Hettie haben mich gut unterhalten. Zum einen liegt es daran, dass es wirklich ein buntes Durcheinander ist und ich keine wirklichen Vergleiche gezogen habe und zum anderen daran, dass Stefan Bachmann gut schreiben kann. Er nimmt mich mit in eine Welt, die aus vielen Mosaiksteinen besteht, die manchmal zusammenpassen und manchmal nicht. Aber es bleibt die Liebe zum Wort, zur abstrakten Wortschöpfung, die man im gesamten Roman spürt.

  • Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein im Alter von sechzehn Jahren einen guten Roman zu schreiben. Stefan Bachmann ist dieses Wunder mit Einschränkungen gelungen. Mit Batholomew Kettle schickt er seinen Helden los, um die Herzen der Steampunk Fans zu erobern. Er entführt seine Leser dabei ins nach-napoleonische Zeitalter Englands, in dem sich Feen nach anfänglichen Kämpfen mit der einheimischen Bevölkerung gepaart haben. Auch Batholomew und seine Schwester Hettie sind Nachfahren von Feenwesen und Menschen.


    Genau auf diese Mischlingskinder scheint es eine unbekannte Dame abgesehen zu haben. Gleich neun Minderjährige geraten in die Fänge der pflaumenfarbenen Frau. Bald kämpft Batholomew Kettle um sein Leben und er findet einen nicht gerade imposanten Mitstreiter. Den Politiker Arthur Jelliby, dessen Wesenszüge vor allem aus Faulheit, nur nicht auffallen wollen und leichter Trotteligkeit bestehen, stößt König Zufall auf die sonderbaren Machenschaften eines hochrangingen Gegenspielers. Jelliby will weder die Welt verändern, noch für das Gute kämpfen, ein Nickerchen tut es eigentlich auch. Doch einmal in der Bredouille entwickelt er Kämpferqualitäten, in diesem ziemlich düster angelegten Buch.


    Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mit dem Roman warm geworden bin, was vor allem der anfänglich sehr schwarzen Grundstimmung und den bestenfalls rudimentär angerissen Hauptfiguren lag, die erst relativ spät Bindungspotenzial entfalten. Dabei hat Stefan Bachmann mehrere starke Waffen auf seiner Seite, eine extrem ausgeprägte Fantasie, die nur so Funken schlägt. Eine bilderreiche Sprache, die temporeich durch das Geschehen führt und einen feinen Wortwitz, der das finstere Industrie-Setting bisweilen konterkariert. Das Buch liest sich einfach gut. Dazu kommt eine solide Story, die allerdings wenig Innovation liefert und die Welt erfahrener Genre Leser nicht aus den Angeln hebt.


    Ich muss auch gestehen, nicht immer alles in dem Buch verstanden zu haben. Manchmal verliert sich der Autor im Detail und verliert Spannung und Figurenzeichnung aus dem Auge. Persönlich hat mich der Schluss enttäuscht, einfach weil er viel offen lässt. Aus gutem Grund, ein zweiter Teil wird bald erscheinen. Mag er Stefan Bachmann noch besser gelingen. Bis dahin: Hut ab, vor seiner Leistung!


    7 von 10 Punkten