Andreas Eschbach "Der Letzte seiner Art"

  • Ich bin ein Fan von Andreas Eschbach, habe das "Jesusvideo" geliebt und fand "Eine Billion Dollar" faszinierend.


    Dieses Buch hat mich enttäuscht. Die Ich-Perspektive fand ich zunehmend langweilig, für mein Gefühl passierte zu wenig. Auch fehlte mir - im Gegensatz zu Eschbachs anderen Büchern - eine klare moralische Komponente. Und das Ende war mir ebenfalls zu unspektakulär. Schade.

  • Ich habe bis jetzt noch gar nichts von Eschbach gelesen, bin aber neugierig geworden auf diesen Schriftsteller, wenn ich eure Kritiken richtig deute wäre "Das Jesusvideo" die richtige Einstiegsdroge?


    Luc

  • Hab das Buch jetzt auch gelesen.
    Mein erster Eschbach, nachdem ich vor einiger Zeit das Jesus-Video im Fernsehen gesehen habe.
    So richtig warm bin ich mit dem Buch nicht geworden.
    Es plätschert - wie schon geschrieben wurde - so dahin. Und mir kommt es vor, Herr Eschbach hat seinen Engel der vom Himmel schwebt darin gefunden, dass er keine Lösung für des Protagonisten parat hat.
    Auch werden große Teile des Buches erzählt, nicht gezeigt. Was mich etwas gewundert hat. Und nach alldem Lob für diesen Autor, bin ich schon ein wenig enttäuscht von der Lektüre.

  • Okay, dieser Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich bin ja auch nciht mehr der jüngste :alter ;-)


    "Der letzte seiner Art" war der dritte meiner Eschbach-Romane. Ich habe einen Thriller erwartet. Schnell, hart, kompromißlos.


    Was habe ich bekommen?


    Ich habe einen Freund gewonnen, der mich bis zur letzten Seite begleitet hat. Duane. Einen Kerl, wie ich ihn vor vielleicht 30 Jahren mit dem sechs-Millionen-Dollar Mann zum ersten Mal erleben durfte.
    Damals saß ich als Knirps vor der Flimmerkiste, der Mund offen und die Augen aufgerissen, als würde mir der Leibhaftige gerade beweisen, das er eigentlich ein ganz lieber Kerl ist. Wenn diese Serie lief habe ich die Welt vergessen. Man hätte mich wegtragen können, Hauptsache die Flimmerkiste wäre dabei vor meinen Augen geblieben.


    Allerdings dürfte der sechs-Millionen-Dollar-Mann, wie inzwischen die meisten Helden meiner Kindheit, in Rente gegangen sein.


    Und genau hier schlägt das Buch auf.


    Bei einem der auszog, Amerikas Feinden mit Feuer und Stahl das Fürchten zu lehren, und der jetzt die Tasse Kaffee in einer Hotelbar heimlich in die Blumen kippen muss, weil sein umgebauter Körper normale Nahrung nicht mehr verträgt. Bei einem Mann, der erst jetzt merkt, was er für den Traum der Unbesiegbarkeit aufgegeben hat. Einem Traum, der sich mehr und mehr in Nichts auflöst.


    Andreas Eschbach spielt hier auf der Klaviatur des Thrillers eine nachdenkliche Stimmung. Er tut dies, ohne die typischen Elemente eines Thrillers, die Spannung einer Jagd und die Flucht vor unsichtbaren Gegnern, außer Acht zu lassen. Er lässt seinen Helden dabei selber erzählen. Frei von der Leber weg, ohne Schnörkel und Hurra-Patriotismus. Kurz gesagt: Andreas Eschbach bricht mit allen Regeln, die jemals unter Schriftstellern die Runde machten und mit den Worten "du sollst nicht ..." beginnen.


    Und?
    Was solls`s?
    Er kann es einfach.


    Das Buch besticht durch seine Sprache, die ungewöhnliche Thematik, die zudem noch aus einer nie gesehenen Perspektive angesprochen wird.


    Für mich eines der besten und intelligentesten Sci-Fi-Bücher der letzten Jahre und mein all-time-Favorite im Bücherregal.


    Jetzt weiß ich endlich, das auch die Helden meiner Kindheit nur Menschen waren. Es war schön mal einen von ihnen wiederzusehen.

    Fälle nie ein Urteil, denn es ist endgültig.
    Bilde dir eine eigene Meinung und bleibe guten Argumenten gegenüber aufgeschlossen

  • Ich habe das Buch vor knapp drei Jahren gelesen und war davon begeistert! Die Thematik war für mich sehr interessant, ich habe das Buch mit Genuss gelesen. Das Ende fand ich passend, wenn auch etwas traurig.


    Ich habe auch andere Bücher von Andreas Eschbach gelesen, ich weiß nur nicht mehr, in welcher Reihenfolge.

  • Da ich von "Das Jesus Video" nicht so überzeugt war, habe ich mir "Der letzte seiner Art" als Hörbuch besorgt.


    Die Geschichte ist auf alle Fälle interessant und spannend und regt zum nachdenken an.
    Der Schluss hat mir allerdings überhaupt nicht gefallen. Das Ende ist zwar offen, aber man kann sich denken wie es ausgeht und ein trauriges Ende mag ich irgendwie nicht. Der Autor versucht zwar das traurige Ende positiv darzustellen aber bei mir wirkt das irgendwie trotzdem traurig :-(

  • Ich weiß nicht, ob es mir als Buch zum Lesen gefallen hätte. Aber als Hörbuch war es absolut perfekt. Die Stimme von Martin May paßt wunderbar zum Ich-Erzähler.


    Mir hat die Story gut gefallen bis hin zum logischen Ende. Ich fand den Schluß auch überhaupt nicht offen oder unklar, vielleicht ganz am Ende etwas zu sentimental, aber unausweichlich.


    Diese lakonische Art, in der Duane auf sein Leben zurückblickt, der gelegentlich aufblitzende Humor haben mir gut gefallen. Auch die Schilderung, wie dieser doch eher einfach gestrickte Mann einen Zugang zu Seneca findet, fand ich sympathisch.
    Hätte ich es als Buch gelesen, wären mir die langen Schilderungen seiner körperlichen Miseren vielleicht langweilig geworden und ich hätte sie nur überflogen. Das Hörbuch habe ich beim Autofahren gehört und fühlte mich von Anfang bis Ende gut unterhalten.

  • Hab das Buch vorgestern angefangen.
    Auf den ersten Blick würde ich sagen: in den 80ern zuviel 6-Millionen-Dollar-Mann gesehen. Und den Amis traut man ja eh alles zu.


    Mal sehen wie das Buch sich entwickelt. Den Thread werde ich erst durchstöbern, wenn ich etwas weiter bin....

    Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich: Du kannst sie kostenlos nutzen.
    Aber sie ist nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

  • So, ausgelesen.


    Das Buch lässt sich zügig durchlesen. Allerdings ist es doch recht kurz geraten.
    Nicht besonders spannend, zu viele Klischees.


    Insgesamt reicht es für mich nicht an das Jesus-Video oder gar an "Ausgebrannt" heran. Von mir daher nur 6 Punkte.

    Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich: Du kannst sie kostenlos nutzen.
    Aber sie ist nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

  • Nach den grandiosen "Ausgebrannt" und "Das Jesusvideo" habe ich nun meinen dritten Eschbach gelesen - und bin nicht ganz so begeistert wie bei den beiden genannten. Bei diesem Buch hatte ich vor allem aufgrund der Ich-Perspektive große Anfangsschwierigkeiten, obgleich es sich sehr flüssig lesen läßt. Die Grundthematik ist sehr interessant gewählt, doch es passiert für meinen Geschmack zu wenig und die Handlungen des Protagonisten sind nicht immer logisch nachzuvollziehen. Die Seneca-Einschübe fand ich toll, nicht so hingegen das Ende, das für mich zu abrupt kam und doch einiges offenläßt. Insgesamt ein zwar recht gutes, etwas kurzes Buch, aber bei weitem nicht Eschbach in Bestform.

  • Ich habe "Der letzte seiner Art" gerade beendet.

    Das Buch hat viele Längen ist aber irgendwie auch spannend. Die Seneca-Zitate am Beginn der Kapitel passen ganz gut zur Geschichte und bereiten immer schon das nächste Kapitel vor. Ist doch eine gute Idee finde ich. Vom Ende des Roman war ich dann überrascht. Der Roman, finde ich, hört einfach mittendrin auf. Da kann doch noch nicht Schluß sein dachte ich. Aber wie sollte es auch enden. Weiß ich auch nicht. Fluchtmöglichkeiten hat Duane ja nicht. Eigentlich müßte es doch noch einen 2.Teil geben...oder.?


    Gruß kds
    :wave

  • Für mich war "Der letzte seiner Art" seinerzeit das erste Buch von Eschbach und es hat mich trotz, oder gerade wegen :gruebel seiner Düsterkeit ziemlich beeindruckt.


    Die Seneca Einschübe haben mich damals sofort bewogen, mir ein Buch von/über Seneca zu kaufen :-]!


    edit: ein Wort vergessen.