Dein finsteres Herz - Tony Parson

  • Britische Eliteschule Pottersfield:

    Nachträglich gepoilert, verrät zuviel vom Inhalt. LG JaneDoe
    20 Jahre später: Max Wolfe wird zu einem Mord gerufen. Ein erfolgreicher Banker wurde mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Kurze Zeit später wird ein Obdachloser mit der gleichen tödlichen Verletzung aufgefunden. Max steht vor der Frage, was diese Morde an so unterschiedlichen Menschen miteinander verbindet. Seine Ermittlungen fuhren ihn an das Elitecollege Pottersfield, an dem die beiden Opfer studiert haben. Es kommt zu weiteren Morden, die Max zu der dunklen Seite der Eliteschule führen und ihm einen tiefen Einblick in die vermeintlich heile Welt in Pottersfield verschafft.


    Die Handlung ist durchgehend spannend und hält den Leser gefangen. Sehr interessant sind vor allem die Hintergrundinformationen zu dem Leben in Pottersfield und den Familien, die ihre Kinder auf diese Schule schicken. Erschreckend sind der militärische Drill und das Brechen der Kinder, um sie dann wieder im Sinne von Pottersfield aufzubauen. Diese Methoden sind sicherlich zu einem erheblichen Teil an den Ereignissen mitschuldig.


    Langsam führt der Autor den Leser in die Welt von Pottersfield ein. Die Charaktere werden detailliert beschrieben und man kann als Leser sich sehr gut mit den Charakteren identifizieren. Sehr interessant sind auch die Rückblenden in Max Leben, die besonders zum Verstehen von seinem Verhalten beitragen. Grade diese Charakterisierungen geben dem Buch eine gewisse Ruhe, aus der sich die Geschichte langsam entwickeln kann. Action gibt es in dem Buch eigentlich wenig, die Spannung wird aus den Charakteren und der sich langsam entwickelnden Handlung erzeugt.


    Weniger gefallen hat mir die zum Teil etwas holprige Sprache und ein etwas abgehackter Schreibstil, der das Lesen teilweise etwas mühsam gemacht hat. Auch die etwas zu detaillierten Ausflüge in den Boxsport haben mich etwas gestört. Auch wenn dieser Sport für Max sehr wichtig ist, hätte eine etwas kürzere Beschreibung auch gereicht, um seine Persönlichkeit zu zeichnen.


    Insgesamt war die Geschichte aber sehr spannend und auch aufgrund des Handlungsorts mit dem Blick hinter die Kulissen auch sehr interessant zu lesen.Leider gab es aber auch von meiner Seite einige Kritikpunkte, so dass ich nur 4 von 5 Punkten vergeben kann. Ein guter Krimi mit einer gut aufgebauten Spannung und einem interessanten Handlungsort, durchaus lesenswert.


    Edit: 10-stellige ISBN eingetragen, damit das Buch auch im Verzeichnis auftaucht. LG JaneDoe

  • Dein finsteres Herz
    Tony Parsons
    Bastei Lübbe
    Paperback
    ISBN: 978-3-7857-6115-1
    Übersetzt von Dietmar Schmidt
    Originaltitel: „The Murder Bag“

    Der Autor
    Dies ist zwar Parsons erster Kriminalroman, er ist jedoch kein Unbekannter. Als Musikkritiker, Kolumnist, Fernsehjournalist und Romanautor gehört er in Großbritannien zu den Stars der Literaturszene. Mit „Als wir unsterblich waren“ wurde er auch hier einem breiten Publikum bekannt.


    Inhalt und eigene Meinung
    Max Wolfe gehört zu einer ganz seltenen Spezies: er ist alleinerziehender Vater einer fünfjährigen Tochter und neuerdings Ermittler beim Londoner Morddezernat. Eine Serie von ungewöhnlichen Morden gibt Rätsel auf. Zunächst scheint keine Verbindung zu bestehen zwischen dem erfolgreichen Banker und dem obdachlosen Junkie, die auf die gleiche brutale Weise ermordet wurden. Als ein altes Foto auftaucht, auf dem die beiden Ermordeten in einer Gruppe von Schülern eines altehrwürdigen Internats zu sehen sind, wird klar, dass die Gründe für die Morde in der Vergangenheit liegen müssen.
    Besonders ärgerlich an diesem Kriminalroman ist der Prolog. Offenbar ist ein Roman ohne Prolog kaum mehr denkbar – egal wie sinnlos oder überflüssig er sein mag. Ganz schlimm ist, wenn er, wie in diesem Fall, einfach zu viel verrät. Und damit aus einem zwar nicht überragenden, aber mittelguten Kriminalroman eine vorhersagbare Angelegenheit macht.
    Nicht wirklich überzeugend ist auch der Internetauftritt des mutmaßlichen Mörders und der Umgang der Ermittlungsgruppe mit ihm. Mir erscheint es, als hätte die Krimihandlung selbst nicht genug hergegeben und dringend ein weiterer Handlungsstrang hinzugefügt werden müssen.
    Dabei gibt es durchaus Lichtblicke. Manche Szenen und Dialoge sind wirklich witzig, Max Wolfe ist ein ungewöhnlicher Ermittler mit besonderen Stärken und Schwächen. Auch die Einblicke in die mir unbekannte Sportart Boxen fand ich recht gelungen.
    Zu den Pluspunkten gehört auch das Cover.
    Insgesamt leider eine Enttäuschung, ich hatte mir von diesem Autor mehr versprochen.



    Und da ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, Punkte zu vergeben, hier die ersten:
    5 von 10 Punkten für einen nur knapp durchschnittlichen Krimi.

  • Titel: Dein finsteres Herz
    OT: The Murder Bag
    Autor: Tony Parsons
    Übersetzt aus dem Englischen von: Dietmar Schmidt
    Verlag: Lübbe Paperback
    Erschienen: Dezember 2014
    Seitenzahl: 382
    ISBN-10: 3785761155
    ISBN-13: 978-3785761151
    Preis: 14.99 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Vor zwanzig Jahren trafen sieben privilegierte Jungen in der elitären Privatschule Potter's Field aufeinander und wurden Freunde. Nun sterben sie, einer nach dem anderen, auf unvorstellbar grausame Art. Das ruft Detective Constable Max Wolfe auf den Plan: Koffeinjunkie, Hundeliebhaber, alleinerziehender Vater. Und der Albtraum jedes Mörders. Max folgt der blutigen Fährte des Killers von Londons Hinterhöfen und hell erleuchteten Straßen bis in die dunkelsten Winkel des Internets. Mit jeder neuen Leiche kommt er dem Täter ein Stück näher - doch damit bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die er liebt, in tödliche Gefahr ....


    Der Autor:
    Tony Parsons, der seine Karriere als Musikkritiker begann, ist einer der erfolgreichsten Kolumnisten und Fernsehjournalisten Großbritanniens. Er gehört zu den Stars der englischen Literaturszene, und seine Romane standen ausnahmslos monatelang ganz oben auf den internationalen Bestsellerlisten. Tony Parsons lebt mit seiner zweiten Frau und ihrer gemeinsamen Tochter in London.


    Meine Meinung:
    Ein Thriller der besseren Art. Und man kann nur hoffen, dass bald der zweite Fall für Detective Max Wolfe folgt. Tony Parsons schafft es, dass man dieses Buch bis zum Ende kaum aus der Hand legen mag – man möchte einfach wissen wie es weitergeht. Der Spannungsbogen bleibt nicht auf einer Höhe, nein, vielmehr steigt er ständig leicht an. Und immer wieder gibt es überraschende Wendungen und was eben noch weiß war, ist ein paar Seiten weiter eben schwarz. Selbst auf den letzten beiden Seiten schafft es der Autor noch, dem Ganzen eine weitere, sehr interessante Wendung zu geben.
    Die Person des Max Wolfe wirkt authentisch, kein Superbulle. Vielmehr ein alleinerziehender Vater, der seine kleine Tochter abgöttisch liebt und der versucht, dem kleinen Mädchen auch noch die Mutter zu ersetzen.
    Die handelnden Personen wirken glaubwürdig und nicht wie der Resterampe von klischeebeladenen Krimi-Typen entstiegen. Natürlich meint man als Leser, die eine oder andere Figur schon mal woanders getroffen zu haben – aber das ist in meinen Augen auch völlig normal. Man trifft ja auch im realen Leben immer wieder auf diesen oder jenen Typ – Menschen sind nun einmal nicht alle völlig grundverschieden.
    Dieses Buch bietet beste Thrillerunterhaltung und hebt sich wohltuend vom Thriller-Einheitsbrei ab. Ein sehr lesenswerter Thriller der sich seine 8 Eulenpunkte wahrlich redlich verdient hat.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

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  • Ein guter Krimi ist immer etwas Besonderes.
    Und genau das habe ich mit "Dein finsteres Herz: Detective Max Wolfes erster Fall" auch bekommen.
    Was mir von Anfang an gut gefallen hat, ist der besondere Schreib/Sprachstil - welcher vielleicht nicht jedem Leser zusagen wird.
    Mich jedoch konnte das Buch für sich gewinnen.
    Die Geschichte um ehemalige Schüler eines Eliteinternates, welche nacheinander ermordet werden, ist gut aufgebaut, niemals langweilig oder unglaubwürdig und bleibt bis zum Schluß spannend.
    Dass Max Wolfe ein alleinerziehender Vater ist, der seine kleine Tochter abgöttisch liebt, wird geschickt und nicht aufdringlich mit in die Geschichte eingebunden.
    Es gab viele Szenen, viele Sätze, die ich einfach nur großartig fand und bei denen ich fast eine Gänsehaut bekommen habe.


    Ich freue mich heute schon auf die Fortsetzung der Reihe - der ich sicherlich treu bleiben werde.
    "Dein finsteres Herz" bekommt von mir 9 von 10 Punkten.

  • Auftakt einer Serie mit Detective Constable Max Wolfe


    Ein Banker und ein Obdachloser werden auf die gleiche Art getötet. Das gibt der Polizei Rätsel auf. Was hatten sie miteinander zu tun? Der Leser, in Kenntnis des Prologs, der zwanzig Jahre in die Vergangenheit führt, kann es sich denken und zieht bereits seine Schlüsse. Doch ist es wirklich so einfach? Und wer soll der Täter sein? Das damalige Opfer ist tot.
    Die Polizei hat recht bald einen Verdächtigen im Visier, doch Detective Wolfe kommen Zweifel an dessen Täterschaft. Als der politische Druck auf seine Vorgesetzten immer stärker wird, und die Ermittlungen sich ausschließlich auf diesen Verdächtigen konzentrieren, ermittelt Wolfe auf eigene Faust weiter.

    Tony Parsons erster Krimi ist in einer klaren Sprache und kurzen Sätzen verfasst, Szenen- und Tempowechsel bestimmen die Handlung. Nach einem heftigen Prolog und einer rasanten Einführung des Protagonisten geht es erst einmal etwas ruhiger weiter. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Detective Wolfe, wobei der Leser aufgrund des Prologs einen Informationsvorsprung hat. Nach dem spektakulären und hochspannenden Beginn flacht die Spannungskurve leicht ab und es beginnt eine Geschichte, in der das Privatleben des Protagonisten Wolfe einen sehr großen Raum einnimmt.


    In dem Versuch, Distanz zu den Toten zu wahren, erscheint Wolfe anfangs gelegentlich bissig und lakonisch. Zumindest was seine berufliche Seite betrifft. Hier tritt er als eigensinniger Ermittler auf, nicht wirklich teamfähig, der auch den körperlichen Einsatz nicht scheut. Privat dagegen ist er ein ganz anderer. Er lebt allein mit seiner 5-jährigen Tochter Scout, die er sehr liebt und er tut alles dafür, um ihr eine glückliche Kindheit zu bescheren. Er trauert seiner Frau hinterher, so rührend und schmerzhaft, dass es gelegentlich fast zuviel scheint für einen Krimi. Ich habe selten einen so menschlichen, sympathischen Kommissar erlebt, der nie kitschig oder klischeehaft rüberkommt. Selbst seine große Leidenschaft für das Boxen und seine Hundeliebe fügen sich wie selbstverständlich in die Handlung ein.

    Man bewegt sich wie auf vertrautem Boden durch London, die Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt, die Figuren sind authentisch. Es braucht viele kleine Puzzleteilchen, bis sich zum Ende hin die Auflösung anbahnt. Geschickt führt der Autor den Leser in die Irre, eröffnet Wege, die in einer Sackgasse landen und schafft es, nach einigen überraschenden Wendungen eine Auflösung zu präsentieren, die ich so nicht erwartet hätte. Die aber stimmig und glaubwürdig ist.
    Das war sehr gute Krimiunterhaltung und ich freue mich schon auf Detective Wolfes weitere Fälle.
    9 Punkte gibt es dafür von mir.

  • An einer elitären Privatschule begehen 7 Jungen ein abscheuliches Verbrechen.
    20 Jahre später haben alle mehr oder weniger, beruflich und privat ihren Weg gemacht.
    Plötzlich wird einer der Männer grausam ermordet, und DC Max Wolfe, erst seit kurzem im Morddezernat, wird in die Ermittlungen eingebunden
    Kurz nach Beginn der Ermittlungen wird ein weiteres Mitglied der ehemaligen Clique tot aufgefunden, auf die gleiche Weise ermordet wie das erste Opfer.
    Es scheint, dass jemand einen Rachefeldzug gestartet hat.


    Der Beginn gestaltet sich ja noch recht interessant, aber nach kurzer Zeit verliert sich der Autor in Banalitäten und Wiederholungen. Das und ein ziemlich hölzerner Schreibstil bremsten meinen Lesefluss und mein Interesse an der Auflösung doch ungemein. Spannung kam für meinen Geschmack zu keiner Zeit auf, teilweise musste ich mich richtig durch das Buch quälen und habe mehrmals mit dem Gedanken gespielt, es abzubrechen.
    Nun – hätte ich es getan, wäre es für mich kein Verlust gewesen.
    Obwohl das Ende eine Überraschung parat hält, war ich einfach nur froh, eben an diesem Ende angelangt zu sein.


    Spannend? Fesselnd? Fehlanzeige, jedenfalls für mich!

  • Ich habe das Buch als Wanderbuch lesen dürfen.


    Die Geschichte ist nicht neu und dennoch hat mich das Buch gut unterhalten. London als Setting kann mich immer begeistern, und das altertümlich anmutende und traditionelle Internat Potter's Field hat durchaus einen morbiden Charme, dem ich mich schlecht entziehen konnte.
    Dummerweise hat der Prolog wirklich schon verdammt viel vom Plot verraten, auch wenn die Auflösung am Ende noch die ein oder andere Überraschung parat hält. Trotzdem hätte der Prolog so definitiv nicht sein müssen, die Spannung wurde dadurch auf jeden Fall negativ beeinflusst. Das eigentliche Ende hat mich auch nicht ganz befriedigt, weil ich den allerletzten Kniff in der Story doch schon noch gerne weiter verfolgt gesehen hätte.


    Der Schreibstil ist recht spröde und unelegant, viele Szenen wirken abgehackt und teilweise auch etwas plump. Interessanterweise passt das aber meiner Meinung nach sehr gut zu der düsteren Geschichte und hat mich nicht gestört. Als Stilmittel passte es gut zum Buch, auch wenn dadurch leider die Charaktere nicht ganz so viel Tiefe gewinnen konnten. Wolfe hat mir ganz gut gefallen, Stan auch :grin aber der Rest der Polizisten blieb eher blass. Ich hoffe, das ändert sich in den nachfolgenden Büchern, da sehe ich viel Potential.


    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich vergebe 8 Punkte.
    Teil 2 lese ich auf jeden Fall.

  • Für die Fans von englischen Original-Versionen: ich habe eben festgestellt, dass die HC-Ausgabe von "The Murder Bag" unter dem Titel "The Murder Man" erschienen ist! Ich war erst verwirrt, ob es sich nicht vielleicht um ein Prequel handelt, das nicht übersetzt wurde, aber es handelt sich tatsächlich bei beiden Titeln um den 1. Fall für Max Wolfe!


    LG, Bella

  • Zitat

    Original von Schwarzes Schaf
    Taubenschlag : ist der erste Satz deines Beitrags nicht ein Spoiler? Das habe ich bisher noch nirgendwo gelesen..


    JA unbedingt, den das ist Teil der Ermittlungen, die erst spät auftauchen.


    Ein sympathischer Ermittler, der für seine Tochter sterben würde, erst dachte ich ja die Frau ist gestorben aber irgendwann taucht sie auf, als er vom Mörder bedroht sie in Sicherheit bringen will und nur einen einzigen Platz kennt der es ist. Bei ihm zuhause. Er sorgt rührend für sie, ersetzt ihr die Mutter, die ein neues Leben mit einer neuen Familie begonnen hat, kommt es nur mir so vor oder wird hier eine Frau, die das wagt in die Ecke gestellt aber die Männer die das tagtäglich machen, für die ist das normal???


    Egal, der Fall des Enthäupters ist geschickt aufgebaut, verschiedene Spuren werden verfolgt, führen ins Nichts, bzw. zum Falschen, wie überall spielt die Politik mit, denn man muss Ergebnisse zeigen. Was natürlich Fehler einschließt, die Leben kosten.


    So ist lange Zeit Wolfe der Einzige, der eine Ahnung hat worum es in dem Fall geht und dass der Verdächtige nicht der Mörder sein kann. Wobei es mir manchmal an den Haaren herbeigezogen schien, wie die Polizei und ihre Führung hier arbeiten.


    Trotzdem habe ich mich gut, wenn auch nicht bestens unterhalten gefühlt.


    edit sagt: wie immer ist hier der Orignialtitel besser, denn die Tasche spielt hier doch eine große Rolle. Von finsteren Herzen wird nichts erwähnt.


    6 Punkte

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

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  • Mir hat dieser Krimi leider nicht gefallen. Ich fand ihn ziemlich öde und uninspiriert erzählt. Es wird viel über die Polizeiarbeit berichtet, dabei tritt die Story ziemlich lange auf der Stelle. Dafür erfahren wir viel übers Boxen und über King-Charles-Spaniel.


    Zuerst fand ich die Krimihandlung ja noch ganz interessant. Aber irgendwie trat sie nach und nach in den Hintergrund und ich empfand sie auch als völlig unplausibel. Vielleicht habe ich auch einfach das Interesse verloren während des Lesens. Ich habe mich auch über den ein oder anderen holprigen Erzählstrang geärgert; bei der Figurenführung läuft nicht immer alles rund. Ich habe das ein oder andere mal auch gedacht, ich hätte was überlesen und musste zurückblättern, nur um das vermeintlich übersehene dann gar nicht zu finden.


    Zitat

    Er sorgt rührend für sie, ersetzt ihr die Mutter, die ein neues Leben mit einer neuen Familie begonnen hat, kommt es nur mir so vor oder wird hier eine Frau, die das wagt in die Ecke gestellt aber die Männer die das tagtäglich machen, für die ist das normal???


    Ich empfand es eher so, das der Frau genau das Recht zugestanden wurde, das Männer schon immer für sich einforderten. Nämlich einfach zu gehen und sich nicht in der Lage zu sehen, ihrer zugedachten Rolle zu entsprechen.


    Insgesamt war dieses Buch leider nichts für mich. Ich werde Tony Parsons Reihe nicht weiter folgen. Ich vergebe nur 4 Punkte für diesen fade geschriebenen, unspannenden und unterdurchschnittlichen Krimi.



    Ich habe die englische Originalausgabe gelesen.

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Detective Wolfes erster Fall...


    Über diesen Krimi habe ich schon so viel Gutes gehört und da Ende des Jahres der zweite Teil erscheint, hat meine Neugierde von mir verlangt dieses Buch einfach mal zu lesen. Und ich wurde doch sehr überrascht.


    In der Geschichte geht es um Detective Max Wolfe, der durch seine Leistungen zu den Mordermittlern versetzt wird und hier gilt es sich zu beweisen. Und sein erster Fall hat es gleich in sich, denn ehemalige Schüler der Privatschule Potters Field werden der Reihe nach umgebracht, doch keiner weiß wieso. Liegt es an ihrem Reichtum und ihrem Erfolg? Max nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf etwas, das wohl keiner erwartet hätte...


    Der Krimi besticht durch einen ruhigen Erzählstil. Wir lernen den überaus sympathischen Detective Max Wolfe mit seiner kleinen Tochter Scout intensiv kennen und lösen zudem den Fall. Max ist dabei wirklich etwas Besonderes, denn er hat einen Spürsinn, der mich an Sherlock denken ließ, und für seine Tochter macht er alles. Gerade seine Rolle als alleinerziehender Vater lässt ihn zu einem Charakter werden, den man sehr gerne als Freund oder Kumpel hätte. Und der neckische Hund Stan rundet diese besondere Familienkonstellation ab.


    Die Spannung baut sich langsam auf, was mich aber keinesfalls störte, denn sie war unterschwellig immer da. Grausige Momente gibt es jedoch auch, denn die Verletzungen der Mordopfer werden recht genau beschrieben, so dass man sich davon ein detailliertes Bild machen kann.


    Die Auflösung des Falls hat mir gut gefallen und mich sehr überrascht.


    Einziger Kritikpunkt für mich ist der, dass viele Polizeibezeichnungen und Polizeiinterna benannt und erläutert werden, was nicht immer nachvollziehbar war und für das Verständnis der Geschichte nicht erforderlich ist.


    Fazit: Ein toller erster Krimi von Erfolgsautor Tony Parsons, ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Max. Lesenswert, ich empfehle das Buch gern weiter!


    Bewertung: 8/ 10 Eulenpunkten

  • Zitat

    Original von Richie
    Ich habe das Buch abgebrochen, mir war es gleich zu Beginn schon zu blutig. Schade, ich hatte mich schon für die LR zum 2. Teil angemeldet :-(


    Ach, wie schade. Ich dachte, wir lägen hier auch auf einer Wellenlänge :-( :wave

  • Ich habe es gehört - und da waren schon einige Sprünge drin, zumindest hatte ich nicht die uninteressanten Ausflüge in die Boxwelt und über die Hunde *g*. Eigentlich hat es mir ganz gut gefallen, auch der Ermittler war sympathisch - aber er war auch leicht trottelig. Außerdem hat der Autor Hinweise gegeben, die er nicht aufgenommen hat - so war das Ende z.B. für mich keine Überraschung.


    Was mich besonders gestört hat, war



    Annes, Scouts Mutter, fand ich auch sehr unsympathisch - und ja, sie benimmt sich wie ein Mann, der seine Familie wegen jemand anderem verlässt, sich anschließend nicht mehr um das erste Kind kümmert aber tödlich beleidigt ist, wenn er nicht mehr als Familie gesehen wird.


    Hinweise gab es schon



    Außerdem war mir als Leser auch schnell klar


    .


    Mich hat es einfach geärgert, dass Wolfe ein bisschen blind durch die Ermittlung gestolpert ist und durch seine Unvorsichtigkeit andere noch in Gefahr gebracht hat.



    Am meisten geärgert hat mich aber - wieder mal - die Journalistin. So etwas impertinentes - und dann



    Trotzdem werde ich dem Nachfolgeband noch eine Chance geben.


    LG
    Patty

  • „Dein finsteres Herz“ ist der erste Fall für Detective Constable Max Wolfe und sein Team – und garantiert nicht der letzte Fall, den ich verfolgen werde, denn bei diesem Krimi hat für mich einfach alles gestimmt!


    Wir bekommen diesen überaus spannenden Kriminalroman direkt aus Sicht von DC Wolfe erzählt. Dies hat den Vorteil, dass der Leser immer direkt am Geschehen ist und seine Gedankengänge nachvollziehen kann, denn Max ermittelt nich immer offiziell und denkt sich oft seinen Teil zu den Ereignissen. Der Schreibstil des Autors hat mich von Anfang an gefesselt, denn er ist sowohl flüssig, als auch überaus spannend gehalten, sodass man die Lektüre am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte. Gerade die Dialoge haben mir sehr imponiert, denn jeder Charakter hat seine eigene Sprache, worauf Herr Parsons großen Wert legt. Egal, ob Detective oder Kind, die Ausdrucksweise ist immer authentisch und passend.


    DC Max Wolfe hat mir als Charakter unglaublich gut gefallen, denn er ist sowohl eine starke Persönlichkeit, als auch Bad Boy und Familienvater in einem. Er vereint so viele Charaktereigenschaften in sich, dass man auf den ersten Blick meinen könnte, dass dies gar nicht zusammenpassen kann, aber auf den zweiten Blick wird man eines Besseren belehrt. Mutig, fürsorglich, brutal, zielstrebig, risikoreich – das sind nur wenige Eigenschaften, die den Charakter von Max Wolfe abrunden. Gerade weil er nicht der typische Ermittler ist, der sich stets an die Vorschriften hält und immer alles richtig macht, ist er mir so sympathisch gewesen. Ich möchte definitiv mehr von ihm lesen.


    Auch die Nebencharaktere waren in sich stimmig. Egal, ob betrogene Ehefrau, panischer Familienvater oder kleine Tochter – die zu spielenden Rollen waren perfekt besetzt und manchmal hatte ich den Eindruck, dass Herr Parsons die Figuren wie beim Schach angeordnet hatte: Jeder hat seinen Zug zum richtigen Zeitpunkt getan. Der Vorgesetzte von Wolfe (Mallory) hatte es mir besonders angetan. Seine väterliche, aber doch professionelle Art und Weise waren ziemlich ausgewogen, sodass man ihn als Chef und auch als Freund sehen konnte. Deshalb hat mich sein persönliches Schicksal auch arg mitgenommen, er hatte mich von seinem ersten Auftritt an auf seine Seite gezogen und nicht mehr losgelassen.


    Wir haben es hier mit einem Krimi zu tun, der überwiegend auf Ermittlungsarbeit setzt, aber auch das Privatleben der Detectives und Nebenfiguren beleuchtet. Gerade diese Mischung hat mir sehr gut gefallen, weil es nicht nur trockene Polizeiarbeit ist, sondern auch die menschliche Seite der Charaktere dargestellt wurde. Keiner ist hier unfehlbar, alle machen Fehler – eine klare Botschaft des Autors. Als blutig würde ich den Krimi nicht unbedingt beschreiben. Ein paar unappetitliche Szenen, die man vielleicht nicht während des Essens lesen sollte, sind durchaus vorhanden, aber wir haben es hier nicht mit einem Schlachthaus-Thriller zu tun.


    Das Setting – London – wird kaum beschrieben, fügt sich aber sehr gut in den Gesamtverlauf ein, sodass wir zwar ein grobes Bild der Umgebung bekommen, aber noch genug Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt. Auch die Kriminalgeschichte Londons wird auf eine – meiner Meinung nach – witzige und vor allem einfallsreiche Art beleuchtet.


    Die Spannung war von der ersten Seite an vorhanden und hat sich kontinuierlich aufgebaut. Der Autor hält nicht nur eine Wendung für die Leser bereit und schafft es tatsächlich bis fast zu letzten Seite, den Mörder geheim zu halten. Dafür hat er sich von mir ein großes Lob verdient, weil oft kann man schon nach wenigen Kapiteln erahnen, wer denn nun der Killer ist.


    Ich freue mich definitiv auf den nächsten Band, der bereits auf dem Weg zu mir ist und bin gespannt, wie Max Wolfe seinen zweiten Fall meistern wird.


    10 Eulenpunkte

  • Ich war von dem Buch auch gut unterhalten.
    Die Charaktere von Max hat mir gut gefallen, und sein Privatleben kam auch neben dem Fall gut zur Geltung.
    Gegen den Schreibstil hatte ich nichts auszusetzen. Ichhabe mir auch die Stimmung des Handlungsortes sehr gut vorstellen können.


    9 Punkte

    Gruss Hoffis :taenzchen
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    :lesend Der fünfte Tag - Jake Woodhouse
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