'Ismaels Orangen' - Seiten 001 - 062

  • Huch, noch keiner hier? :wow
    Aber eine muss ja die Erste sein :lache


    Ich bin allerdings auch am Sonntag Abend schon angefangen, weil ich das vorherige Buch ausgelesen hatte und kein neues mehr anfangen wollte.


    Der Hauptgrund, warum ich mich für diese LR beworben habe ist, dass ich vor etwa einem Jahr in Israel war und mich das Land sehr fasziniert hat. Ich möchte gern mehr über die Geschichte erfahren und finde es spannend, ein Bild vor meinem geistigen Auge zu haben, wenn die Schauplätze (zu Beginn Jaffa) beschrieben werden.


    Wir beginnen 1948- der kleine Salim ist 7 Jahre alt und wartet sehnsüchtig darauf, bei der Arbeit in der Orangenplantage seines Vaters helfen zu dürfen. Für alle 3 Söhne wurde je ein Baum gepflanzt, man sagt, die Früchte werden süß, sobald die Jungen erwachsen sind.
    Es kriselt in Israel. Palästina soll zwischen den Juden und Arabern aufgeteilt werden. Salim hat Angst, dass die Freundschaft zu seinem jüdischen Freund Elia darunter leidet.


    Die Lage spitzt sich so weit zu, bis Salim und seine Familie aus Jaffa flüchten.


    Die Geschichte fesselt mich bisher durchaus, nur liest sie sich nicht so "locker-flockig", wie ich angenommen habe. Ich muss mich schon ziemlich konzentrieren und habe auch einige Male zurückblättern müssen, weil ich irgendwie den Faden verloren hatte.

  • Die Geschichte hinter der Geschichte finde ich auch hochinteressant. Im Prinzip begleitet mich der Nahost-Konflikt schon mein ganzes Leben und ich weiß viel zu wenig darüber. Nun ist Belletristik sicher nicht die ideale Möglichkeit, sich diesem Thema zu nähern, aber ich lese zwischendurch immer mal in anderen Quellen nach. Sehr gespannt bin ich, wie sich die Handlung weiter entwickelt, obwohl ich durchaus eine Vermutung habe. Dass beide Seiten sowohl die jüdische als auch die palästinensische betrachtet werden, wird finde ich durchaus gelungen. Da kommt der Autorin sicher auch ihre eigene Familiengeschichte zugute.

  • Du hast natürlich recht, Karthause. Belletristik ist nicht das richtige Genre, um sich über Geschichte zu informieren. Da habe ich mich ungeschickt ausgedrückt :nerv


    Über die Geschichte weiß ich schon Einiges, weil mich (wie dich auch) der Nahost-Konflikt schon viele Jahre begleitet. Aber ich finde es interessant, einen Roman zu lesen, der die Geschichte mit dem persönlichen Schicksal einer Familie verknüpft. Und das noch von einer Autorin geschrieben, die privat und beruflich voll im Thema ist.

  • Zitat

    Original von Karthause
    Nun ist Belletristik sicher nicht die ideale Möglichkeit, sich diesem Thema zu nähern, aber ich lese zwischendurch immer mal in anderen Quellen nach.


    Spätestens seit dem TV-Vierteiler "Holocaust" nach dem Buch von Gerald Green ist gut gemachte Unterhaltung(sliteratur) als Mittel, sich schwierigen Themen zu nähern, akzeptiert. Das Geschehen anstatt von Zahlen und Daten in Geschichtsbüchern an Einzelschicksalen von Menschen "wie du und ich" deutlich zu machen, macht es irgendwie greifbarer.
    Ich empfinde dieses Buch hier als exzellente Ergänzung zu Leon Uris´"Exodus", was zwar tendenziell mehr auf der Seite der Israelis ist (ohne die Araber per se schlecht zu machen), vor allem aber verdeutlicht, wie durch das unausgegorene Ergebnis des "Wunders von Flushing Meadows", wo Isreal sozusagen "erschaffen" wurde, das Problem der Palästinenser entstand.
    Das Cover ist farblich harmonisch und thematisch interessant gestaltet, allerdings wirkt der fliehende Mensch ebenso wie der einzelne Orangenbaum zwischen lauter Palmen , beide dunkel gehalten, auf mich befremdend. Aufgefallen ist mir, dass ich das Umschlagpapier als angenehm empfinde.
    Lesebändchen und Glossar wurden wohlwollend vermerkt.
    Ich finde - wie Roma es auch schon schrieb - die Geschichte interessant und gleichzeitig nicht einfach zu verfolgen.
    Ob das mit Personenregister und Landkarte anders gewesen wäre?
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Auch ich habe den ersten Abschnitt schon durch. Ich finde Ihn besonders gelungen. Gerade die Sichtweise eines Kindes ist beeindruckend. Der siebenjährige Salim erlebt den Konflikt hautnah und die Konsequenz daraus.
    An einem Tag war noch fast alles in Ordnung und über Nacht verändert sich seine Welt. Er muss die Heimat, sein Haus, in dem er aufwächst und vor allem seinen Orangenbaum verlassen.


    Erschreckend finde ich auch die nicht Reaktion der Briten. Leider habe ich in der Schule nicht viel von dem Konflikt zwischen Israel und Palästinenser mitbekommen. Das er so weit (und noch weiter) zurück geht, ist schon schlimm.


    Vielleicht hilft mir diese Buch mehr Einblick in beide Seiten zu bekommen. Ich bin gespannt.
    Ute

  • Zitat

    Original von nordicute04
    Erschreckend finde ich auch die nicht Reaktion der Briten. Leider habe ich in der Schule nicht viel von dem Konflikt zwischen Israel und Palästinenser mitbekommen. Das er so weit (und noch weiter) zurück geht, ist schon schlimm.


    Vielleicht hilft mir diese Buch mehr Einblick in beide Seiten zu bekommen. Ich bin gespannt.
    Ute


    Dann möchte ich dir dringend "Exodus" ans Herz legen!
    Dort wird geschildert, wie die Engländer Schiffe mit Flüchtlingen
    (das waren Juden, die die Konzentrationslager überlebt hatten!!!)
    auf dem Weg nach Palästina
    (die Juden beriefen sich auf die Bibel, nach welcher Gott irgendwann das Land Isreal den Israeliten geschenkt hatte)
    aufbrachten und zur Umkehr zwangen und - bespielsweise auf Zypern - tatsächlich (während ich das schreibe, bekomme ich eine Gänsehaut!) erneut in Lagern internierte!!
    Die Araber wollte keine Juden haben, die Araber hatten das Öl. Und die Briten brauchten Öl.
    Wobei es zwischen den Einwohnern an sich wohl wenige Konflikte gegeben haben soll, aber die Politiker, die fürchteten Machtverluste...

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Zitat

    "Alle hier sind Träumer, Salim. Die Juden träumen von einer Heimat, die Araber davon, dass alles so bleibt, wie es ist. Dein Vater träumt vom Reichtum. Sogar ich träume. Und wenn die Träume wichtiger werden als das Leben, ist man bereit alles zu tun, damit sie in Erfüllung gehen."


    Diese Aussage der Mutter von S. 44 hat mich sehr beeindruckt. Denn es steckt so viel Wahrheit darin, nicht nur, aber auch in Bezug auf diesen Konflikt.
    Ich persönlich bin ehrlich gesagt froh, dass sich das Buch nicht so "locker, flockig wegliest", das wäre der Geschichte nicht angemessen, denke ich. Obwohl ich auch sagen muss, dass es mir schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen. Denn dieser Perspektivwechsel tut der Geschichte sehr gut und macht es auch für mich sehr spannend.


    Was mich auch beeindruckt ist, dass die Autorin es schafft uns diese schwierige Lage, in der sich beide Familien befinden, aus der Sicht zweier Kinder zu erzählen, die sich ihre Meinung erst bilden müssen und die erst noch lernen müssen, worum es wirklich geht. Ich bin gespannt, ob diese Sichtweisen auch mit Judith und Salim "heranwachsen".
    Mir gefällt auch die jeweilige Sprache der Erzähler. Die arabischen und jüdischen Ausdrücke lassen das Denken und Handeln der Personen noch echter wirken.

  • So wirklich bin ich noch nicht in die Handlung 'rein gekommen. Dass ich ständig zum Glossar vorblättern muss um die arabischen Ausdrücke zu verstehen, behindert meinen Lesefluss doch sehr.
    Ausserdem vermisse ich eine Landkarte doch sehr.


    Bisher erscheint mir auch die jüdische Sichtweise im Nahost Konflikt etwas zu kurz gekommen, aber vielleicht ändert sich das in den nächsten Abschnitten noch.


    nordicute04
    maikäfers Empfehlung "Exodus" zu lesen, kann ich voll und ganz unterschreiben!

  • Zitat

    Original von Roma
    Du hast natürlich recht, Karthause. Belletristik ist nicht das richtige Genre, um sich über Geschichte zu informieren. Da habe ich mich ungeschickt ausgedrückt :nerv


    Huch, da habe ich mich wohl total missverständlich ausgedrückt. Nein, ich wollte keineswegs irgendwelche Kritik (außer Selbstkritik) üben. Ich meinte eigentlich, dass ich mich schon lange mehr mit dem Thema beschäftigen wollte. Ein paar Bücher dazu habe ich auch hier liegen. Es aber nie wirklich geschafft habe und nun wieder bei einem belletristischen Buch dazu gelandet bin.


    So, ich habe meinen Post nochmals gelesen und diesesmal wirklich geschrieben, was ich meinte. (Denke ich.)

  • Zitat

    Original von Karthause


    Huch, da habe ich mich wohl total missverständlich ausgedrückt. Nein, ich wollte keineswegs irgendwelche Kritik (außer Selbstkritik) üben. Ich meinte eigentlich, dass ich mich schon lange mehr mit dem Thema beschäftigen wollte. Ein paar Bücher dazu habe ich auch hier liegen. Es aber nie wirklich geschafft habe und nun wieder bei einem belletristischen Buch dazu gelandet bin.


    So, ich habe meinen Post nochmals gelesen und diesesmal wirklich geschrieben, was ich meinte. (Denke ich.)


    Keine Panik, liebe Karthause, ich habe das auch nicht als Kritik aufgefasst, sondern als Anmerkung ;-) Und du hast ja auch recht :-)

  • Zitat

    Original von Saiya
    Was mich auch beeindruckt ist, dass die Autorin es schafft uns diese schwierige Lage, in der sich beide Familien befinden, aus der Sicht zweier Kinder zu erzählen, die sich ihre Meinung erst bilden müssen und die erst noch lernen müssen, worum es wirklich geht. Ich bin gespannt, ob diese Sichtweisen auch mit Judith und Salim "heranwachsen".
    Mir gefällt auch die jeweilige Sprache der Erzähler. Die arabischen und jüdischen Ausdrücke lassen das Denken und Handeln der Personen noch echter wirken.


    :write :write Die Sicht der Kinder finde ich auch am interessantesten bisher.
    Ich kenne mich gut mit dem Nahost-Konflikt aus und finde es spannend, wie die Anfänge aus Kinderaugen dargestellt werden, so habe ich das auch noch nicht gelesen, allerdings schon gesehen. Der unten verlinkte Film, Hass und Hoffnung, setzt genau da an und hat mich beim ersten Sehen absolut begeistert.


    Eine Landkarte vermisse ich allerdings auf. Ich habe mir erst nochmal genau angesehen, wo Jaffa liegt und wer welche Gebiete bekommen sollte.


    Das Buch liest sich sehr gut, ich fliege nur so durch die Seiten (im Gegensatz zu der Täuferin..) und ich habe bisher gar nichts auszusetzen. Ich lese dann mal weiter. :-)

  • Zitat

    Original von Saiya


    Diese Aussage der Mutter von S. 44 hat mich sehr beeindruckt. Denn es steckt so viel Wahrheit darin, nicht nur, aber auch in Bezug auf diesen Konflikt.
    Ich persönlich bin ehrlich gesagt froh, dass sich das Buch nicht so "locker, flockig wegliest", das wäre der Geschichte nicht angemessen, denke ich. Obwohl ich auch sagen muss, dass es mir schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen. Denn dieser Perspektivwechsel tut der Geschichte sehr gut und macht es auch für mich sehr spannend.


    Was mich auch beeindruckt ist, dass die Autorin es schafft uns diese schwierige Lage, in der sich beide Familien befinden, aus der Sicht zweier Kinder zu erzählen, die sich ihre Meinung erst bilden müssen und die erst noch lernen müssen, worum es wirklich geht. Ich bin gespannt, ob diese Sichtweisen auch mit Judith und Salim "heranwachsen".
    Mir gefällt auch die jeweilige Sprache der Erzähler. Die arabischen und jüdischen Ausdrücke lassen das Denken und Handeln der Personen noch echter wirken.


    Ich habe den ersten Abschnitt noch nicht ganz durch, weil ich gedanklich auch noch mit meinem vorigen LR-buch beschäftigt bin.
    Aber Sayias Anmerkungen kann ich nur bestätigen.


    Wobei ich immer im Hinterkopf habe, wie dieser Konflikt doch auch von den abziehenden Briten forciert wurde. Zwei sich gegenseitig so ablehnende Völker einfach alleine zu lassen, gerade jetzt, als die dem Holocaust entkommenen Juden eine neue Heimat zu finden hoffen, das kann ja nur schief gehn.


    Ich frage mich, woher dieser Hass nur kommt, wer schürt ihn??
    Aber die Parolen sind wohl immer die gleichen, die andern sind schuld an allem.


    Die Mutter sagt schon das Richtige, das Zitat fand ich auch so wahr.


    Eine Landkarte, wie die Grenzen zu damaliger zeit verliefen wäre schon hilfreich gewesen. In "Exodus" ist eine drin aber mein Exemplar ist schon so vergilbt, dass man sie nur noch schlecht erkennen kann.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Der Einstieg fiel mir nicht leicht, es liest sich nicht so flüssig. Das ständige Nachschlagen im Glossar tut das Übrige. Eine Landkarte und Personenregister hätte mir auch gut gefallen. Das Cover finde ich gelungen.


    Die Geschichte aus der Sicht der Kinder zu erfahren finde ich auch gelungen. Am Ende lernt man noch die Jüdin Judith und ihr Familienleben kennen. Im Moment bin ich gespannt wie sich die Geschichte weiter entwickelt

  • Zitat

    Original von Schwarzes Schaf
    Der unten verlinkte Film, Hass und Hoffnung, setzt genau da an und hat mich beim ersten Sehen absolut begeistert.


    Die Beschreibung hört sich gut an, aber warum ist die DVD so teuer? :yikes

  • Der erste Teil liest sich nicht so flüssig aber interessant.


    Aus der Sicht des 7jährigen Salim erlebe ich seine die Ängste und Gedanken, die er sich macht. Wie er sein Bäumchen liebt ist rührend.


    Für mich ist es immer wieder erschütternd wie die Kinder in den Kriegswirren aufwachsen müssen, und wenn ich bedenke, das es da überhaupt keinen Frieden gibt.

  • Bisher habe ich auch keine Schwierigkeiten, das Buch zu lesen.
    Eine Karte habe ich mir einfach im Netz gesucht, mein dicker Atlas ist mir doch zu schwer.


    Dieser Konflikt ist so alt und mit so vielen Schandtaten auf beiden Seiten verbunden, dass es völlig unmöglich ist, das objektiv darzustellen. Braucht ein Roman ja auch nicht.


    Die Perspektive der Kinder ist gut gewählt. Ihre Sicht ist ja noch nicht unbedingt die der Erwachsenen rundum.